Seit 2024 wird das System bereits im Billebad erprobt. Dort überwachen neun Kameras zwei Becken. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv. Sowohl die Mitarbeitenden als auch die Badegäste zeigen sich zufrieden mit der neuen Technik. Das System erkennt auffällige Bewegungsmuster im Wasser und alarmiert das Aufsichtspersonal umgehend per Smartwatch. Dabei wird auch die genaue Position im Becken angezeigt. So können die Mitarbeitenden im Ernstfall schneller reagieren und wertvolle Sekunden gewinnen. Die über den Becken installierten Kameras erfassen die Wasserflächen sowie einen etwa einen halben Meter breiten Bereich rund um die Becken. Dadurch lassen sich auch Stürze vom Beckenrand ins Wasser erkennen. Die KI analysiert fortlaufend Körperhaltungen und Bewegungsabläufe der Badegäste. Bleibt beispielsweise eine Person mit dem Kopf unter Wasser und bewegt sich nicht mehr oder ungewöhnlich, löst das System einen Alarm aus. Bei optimaler Installation erkennt es mindestens 95 Prozent solcher Situationen. Regelmäßige Tests mit simulierten Notfällen überprüfen die Zuverlässigkeit der Technik. Ziel ist es, die Sicherheit der Millionen Badegäste weiter zu erhöhen. Insbesondere nach dem tragischen Schwimmunfall im Bondenwald im Jahr 2023 betont Bäderland-Geschäftsführerin Susan Zetzmann die hohe Priorität, die dem Schutz der Schwimmerinnen und Schwimmer zukommt.
Datenschutz hat weiterhin Priorität
„Als erste deutsche Großstadt statten wir unsere städtischen Bäder jetzt flächendeckend mit KI-gestützter Assistenz aus. Damit zeigen wir, wie technischer Fortschritt Leben retten kann: Er schützt die Badegäste, verschafft den Aufsichtskräften im Notfall entscheidende Sekunden und wahrt strikt den Datenschutz. Mir ist wichtig, dass wir als Stadt alles dafür tun, damit Eltern ihre Kinder mit einem sicheren Gefühl zum Schwimmen schicken können. Mit der Kombination aus Mensch und Technik gehen wir hier einen innovativen und sinnvollen Schritt“, sagt Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, im Rahmen der Bäderland-Pressekonferenz.
Das KI-System dient ausschließlich dazu, mögliche Notlagen im Wasser zu erkennen. Eine Identifizierung einzelner Personen findet nicht statt. Gesichter, Hautfarbe, Kleidung und Geschlecht werden für die Analyse weder berücksichtigt noch ausgewertet. Die Bilddaten werden direkt vor Ort auf einem Server von Bäderland verarbeitet und nach 15 Sekunden gelöscht. Eine dauerhafte Internetverbindung besteht nicht; ebenso wenig werden die Aufnahmen in einer Cloud gespeichert. Aushänge und Datenschutzhinweise informieren die Badegäste vor Ort transparent über den Einsatz der Technologie.

