Filmkritik: Der Wunderweltenbaum

Zwischen Fantasy-Abenteuer und Lehrstunde
Die Kostüme sind jedenfalls interessant: Dustin Demri-Burns und Nonso Anozie in „Der Wunderweltenbaum“
Die Kostüme sind jedenfalls interessant: Dustin Demri-Burns und Nonso Anozie in „Der Wunderweltenbaum“ (©Leonine)

Ob Süßigkeitenplanet, Rückwärtswelt oder ewige Schulbank: Die Adaption von Enid Blytons („Fünf Freunde“, „Hanni & Nanni“) „Wunderweltenbaum“ verspricht ein Fantasy-Abenteuer für die gesamte Familie zu sein. Tim (Andrew Garfield) und Polly (Claire Foy) ziehen mit ihren drei Kindern aufs Land, nachdem Polly ihren Job verliert. Während die Eltern in ihrer Rolle als Tomatenzüchter aufgehen, erleben die Kinder fantastische Abenteuer mit Figuren wie Fee Seidenhaar und Mondgesicht. Doch nicht nur die strenge Schuldirektorin der Wunderwelt „Madame Klaps“ (Rebecca Ferguson) bedroht das Glück, sondern auch die Eltern stehen bald vor einem Problem.

Der Wuderweltenbaum: Das Fantasy-Abendteuer für die ganze Familie

Der Film möchte den Zauber der Kindheit wiederbeleben, predigt dabei jedoch vor allem die Rückkehr zu einer analogen Vergangenheit. Ständig wird das gegenwärtige Verhalten der Kinder kritisiert: Smartphones weg, mehr draußen spielen, mehr Fantasie haben – eine Balance zwischen digitaler und analoger Welt scheint es dabei nicht geben zu können. Gut ist: Der Film ist divers, zeigt unterschiedliche Kulturen, Sichtweisen und Körperbilder, auch wenn die Darstellung etwas forciert scheint. Die fantastischen Abenteuer sind nette Zwischenepisoden, besitzen für die Handlung insgesamt aber eine geringe Relevanz. Die Fabelwesen wirken wie in Kostüme gesteckt und erwecken nie den Anschein, als würde es sie wirklich geben.

Für ältere Kinder könnten einige Szenen schnell zum Cringe-Fest werden, wenn plötzlich gemeinsam der Familiensong angestimmt wird oder wenn alle fröhlich ihr Handy abgeben und mittelalterlich auf dem Hof tanzen. So entsteht ein einseitiges, unrealistisches Familienbild, das eher an einen Werbespot erinnert, als dass es den Kindern nachhaltige Impulse liefert. Es ist ironisch, dass der Film mit seiner Lehrhaftigkeit die Bedrohung der bösen Schuldirektorin auf sein Publikum überträgt. Der große Zauber bleibt aus, als kurzweilige und leichte Kost könnte er ein jüngeres Publikum dennoch ansprechen.

Das Filmplakat zum Film „Der Wuderweltenbaum“ (©Leonine)

Trailer zum Film: 

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Dieser Artikel ist zuerst in der SZENE 05/26 erschienen.

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