Doja Cat in Hamburg: Eine bunte Pop-Ekstase

Die US-amerikanische Rapperin und Sängerin Doja Cat verwandelte am Montagabend mit ihrer Tour Ma Vie World Tour die Barclays Arena in eine schillernd bunte, explosive Pop-Disco
Leuchtendes Bühnenbild, schrille Outfits und ordentlich Stimmung: So sah der Abend auf dem Doja Cat-Konzert in Hamburg 2026 aus
Leuchtendes Bühnenbild, schrille Outfits und ordentlich Stimmung: So sah der Abend auf dem Doja Cat-Konzert in Hamburg 2026 aus (©Greg Noir)

Auch wenn die Barclays Arena am 15. Juni nicht ganz ausverkauft war, lag kurz vor Beginn der Show eine spürbare Spannung in der Luft. Kein Wunder: Doja Cats letztes Konzert in Hamburg und zugleich ihr bislang letzter Auftritt in Deutschland fand im Frühjahr 2019 statt. Seitdem haben zahlreiche Hits wie „Say So“ oder „Kiss Me More“, vier Studioalben und virale Festivalauftritte die Vorfreude auf eine Rückkehr von Doja Cat immer weiter angeheizt. Mit ihrem neuesten Album „Vie“ arbeitete sie eng mit dem US-amerikanischen Pop-Produzenten Jack Antonoff zusammen, der besonders durch seine Arbeit mit Taylor Swift oder auch Lana Del Rey und Sabrina Carpenter den Mainstream-Pop der letzten Jahre prägte.  

Spektakulärer Auftakt über den Köpfen der Fans

Nachdem der Opening Act Naomi Sharon mit tiefen Vocals und Afrobeats die Barclays Arena auf Doja Cat vorbereitete, ging es um kurz vor 21 Uhr los, die Stimmung im Publikum voller euphorischer Erwartung. Mit viel Nebel und einem spektakulären Kostüm, dessen lange Schleppe hoch über dem Publikum bis auf den Boden der Bühne hinabreichte, wurde die Show in luftiger Höhe mit dem Song „Lipstain“ eröffnet, der live mit dem Instrumental des französischen Klassikers „La Vie En Rose“ unterlegt wurde. Begleitet von ihrer charakteristisch kratzigen Stimme setzte Doja Cat mit dieser Dramatik direkt den Ton für den Abend. 

Als sie anschließend die Bühne betrat, sorgte sie zunächst für einen Moment der Verwirrung. Mit den Worten: „Wir werden alle gemeinsam so tun, als wäre nichts gewesen. Ihr habt nichts gesehen!“ spielte sie augenzwinkernd auf ihren verspäteten Einsatz auf der Bühne an und begann die Show kurzerhand noch einmal von vorn. Und dann ging es richtig los.

Zwischen 80er-Jahre-Glamour und moderner Pop-Inszenierung

Sängerin Doja Cat bringt den 80er-Jahre-Glamour auf die Bühne der Barclays Arena (©Greg Noir)

Die Show ist geprägt von Referenzen, die stark an die Ästhetik der Pop-Ikonen der 80er-Jahre erinnern: bunte Outfits, dramatisches Make-up, viel Glitzer und Pailletten. Dass dies für Doja Cat allerdings mehr ist als nur eine bloße Referenz, wurde schnell deutlich. Bunte Retro-LED-Würfel durchfluteten die Arena mit Licht, Saxofon-Soli und glitzernde Jackets der Band verwandelten die Halle kurzerhand in eine Oldschool-Disco. Mit extravaganten Choreografien und einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz zog sie das Publikum sofort in ihren Bann, ohne sich dabei auch nur einen Moment zu ernst zu nehmen.

Pyrotechnik, harscher Rap und ein gefeiertes Finale

Nach umjubelten Performances ihrer Hits „Woman“ und „Paint The Town Red“, die von den Fans textsicher mitgesungen wurden, folgte der Höhepunkt des Abends. Mit reichlich Pyrotechnik und kleinen Explosionen heizte sie die Arena wortwörtlich an und präsentierte drei Songs ihres vorletzten Studioalbums „Scarlet“, das deutlich stärker von harten Rap-Einflüssen geprägt ist als die Vorgänger „Hot Pink“ und „Planet Her“. Auch die provokanten Choreografien mit viel Körpereinsatz wirkten hier nie überzogen oder aufgesetzt. Im Gegenteil: Das Publikum feierte jede Sekunde und drehte förmlich durch.  

Den krönenden Abschluss des Abends bildeten schließlich der Song „Jealousy Type“ aus ihrem aktuellen Album „Vie“ sowie ihr Hit „Say So“, bei dem die Fans noch einmal alles gaben. Doja Cat lieferte damit eine knallige, feurige und extravagante Pop-Show, die sie von den großen Bühnen der Welt nicht mehr wegdenken lässt.

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