Hamburger Rugbyclub: Tackling Breast Cancer

Wie ein Hamburger Rugbyverein im Oktober aus Pink mehr als eine Farbe macht
Der HRC setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung des Mädchensports
Der HRC setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung des Mädchensports (© HRC)

Es beginnt mit einem Satz. „Wir müssen im Brustkrebsmonat Oktober beim HRC was machen.“ Gesagt hat ihn Inka. Ein Satz, der zunächst nach ein paar pinke Schleifen klingt. Ein paar Monate später ist daraus beim Hamburger Rugby-Club eine Kampagne geworden, die Sport, Gesundheitsprävention, Mädchenförderung, Spitzengastronomie und Hamburger Stadtgesellschaft zusammenbringt.

Aus Inkas Idee entwickelte Lena Lundius, beim HRC für Kooperationen verantwortlich, drei ganz unterschiedliche Veranstaltungen. Und eine Frage, die über den Oktober hinausgeht: Was kann ein Sportverein eigentlich für Gesundheitsprävention tun?

Erst geht es auf den Platz

Am Samstag, 10. Oktober, von 10 bis 11.30 Uhr stehen beim Pink Training Frauen und Mädchen gemeinsam auf dem Platz der Rugby-Arena Stadtpark. Das Rugby-Schnuppertraining findet in Zusammenarbeit mit dem Programm „Integration durch Sport“ des Hamburger Sportbundes statt. Eingeladen sind ausdrücklich auch Mädchen, die bislang wenig Zugang zu Sportvereinen haben oder sich in klassischen Sportangeboten nicht wiedergefunden haben.

Warum Rugby?

Inkas Tochter spielt beim HRC im Sturm und ist für den Gasseneinwurf sowie das Hakeln im Gedränge zuständig (© HRC)

Weil hier ziemlich schnell auffällt, dass es nicht den einen richtigen Körper gibt. Große und kleine, schnelle und kräftige Spielerinnen werden gebraucht. Es geht um Körperlichkeit und Mut, aber genauso um Teamgeist, Rücksicht und Verantwortung. „Du wirst gebraucht, so wie du bist“ lautet die Botschaft des Trainings. Beim Rugby ist das keine Floskel.

Am Sonntag, 11. Oktober, ab 12 Uhr lädt der HRC gemeinsam mit dem 100/200 kitchen & Glorie zum Benefiz-Lunch. 99 Euro kosten die Tickets pro Person für diesen leckeren Genussmoment. Die Zusammenarbeit ist nicht neu: Bereits im April 2025 veranstalteten der HRC und das 100/200 & Glorie einen Benefizabend zur gesellschaftlichen Arbeit des Vereins. Nun wird die Kooperation mit einem Benefiz-Lunch fortgesetzt. Der Erlös kommt vollständig der Jugendarbeit des HRC zugute.

Am Samstag, 17. Oktober, geht es zurück auf den Rugbyplatz. Beim Pink Matchday trifft der HRC in der Rugby-Arena Stadtpark auf RC Leipzig. Mit dabei sind die drei medizinischen Partner der Kampagne: das Brustzentrum der Asklepios Klinik Barmbek, das Kath. Marienkrankenhaus Hamburg und das Mammographie-Screening Hamburg. Nach dem Spiel gibt es einen medizinischen Talk über Risikofaktoren, Brustkrebs-Früherkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten. Und mittendrin: der HRC mit dem, was einen Verein ausmacht – Spielerinnen und Spieler, Familien, Freunde, Fans und Menschen, die vielleicht zum ersten Mal zum Rugby kommen.

Eine persönliche Geschichte

Für Inka ist Brustkrebs allerdings kein Thema, das im Oktober plötzlich pink wird. Ihre Schwiegermutter starb mit Anfang dreißig an Brustkrebs. Inka hat sie nie kennengelernt. Ihr Mann Nils ist mit dem Verlust seiner Mutter aufgewachsen. Heute spielen ihre Töchter Rugby beim HRC. Inka erlebt dadurch selbst, was ein Sportverein Kindern geben kann: Freundschaften, Selbstvertrauen und das Gefühl, dazuzugehören. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum aus ihrem ersten Satz beim HRC so schnell eine größere Idee wurde.

Und genau darin liegt seine Stärke. Menschen kommen in einen Sportverein, um gemeinsam etwas zu tun. Sie bringen ihre Familien und Freunde mit, stehen am Spielfeldrand, sitzen nach dem Training zusammen und begegnen einander. „Ein Verein bildet immer auch ein Stück Gesellschaft ab. Bei uns kommen Menschen zusammen, weil sie der Sport verbindet. Wenn statistisch jede achte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt, dann wissen wir, dass das auch unsere Mitglieder und ihre Familien betrifft. Wir tragen deshalb auch ein Stück Verantwortung“, sagt Lena Lundius.

Die Kampagne findet inzwischen auch außerhalb des Vereins Unterstützung. Unternehmen greifen das Thema auf, informieren ihre Belegschaften oder kommen gemeinsam zum Pink Matchday. Auch Hamburgs Senatorin für Gesundheit, Soziales und Integration, Melanie Schlotzhauer, unterstützt die Initiative als Schirmherrin. „Früherkennung kann Leben retten. Deshalb sollten wir Prävention stärker in den Alltag bringen und dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen“, sagt sie. Das Entscheidende passiert aber weiterhin dort, wo alles angefangen hat: im Verein. Gesundheitsprävention kann auch beim Training beginnen, bei einem Gespräch am Spielfeldrand oder mit einem Satz wie dem von Inka. Und vielleicht ist das ein guter Grund, im Oktober mal beim HRC vorbeizuschauen.

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