Eine Oper ohne romantische Liebesgeschichte – das war Mitte des 19. Jahrhunderts ungewöhnlich. Doch genau damit setzte Verdis „Macbeth“ Maßstäbe: Wie schon in Shakespeares gleichnamigem Drama, ist das Paar im Zentrum der Geschichte durch gemeinsame Verbrechen anstelle großer Gefühle miteinander verbunden. Virtuoser Schönklang tritt zugunsten tragischer Ausdruckskraft zurück; die Musik vermittelt Angst, existenzielle Qualen und schließlich Verfall und Wahnsinn. Hexen prophezeien Macbeth, dass er König wird – sie sagen indes nicht, er müsse dafür morden. Bequem ist es, sich auf den Einfluss amoralischer Schicksalsmächte zu berufen, doch Menschen haben immer eine Wahl. Regisseur Tobias Kratzer interessiert sich für die Dynamik zwischen persönlicher Verantwortung und äußerem Einfluss – und zieht Parallelen zu heutigen Mechanismen in der Politik.
Theater
16. September 2026
Macbeth in der Hamburger Staatsoper
Die Hamburger Staatsoper zeigt mit Macbeth ein Panoptikum des Schreckens

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