mat-projects.konzert-festival-corona-hygiene

mat.projects: Konzerte und Festivals während Corona

Jean-Pierre Rullmann und Slaven Zubak sind die Geschäftsführer der Hamburger Veranstaltungsfirma – und zertifizierte Hygieneberater für Events. Ein Gespräch über mögliche Konzerte und Festivals während Corona

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Jean-Pierre und Slaven als „absolut anders“ und „immer am Puls der Zeit“ beschreibt ihr mat. projects auf der eigenen Website. Was macht eure Hygienekonzepte denn so anders und zeitgemäß, speziell in Zeiten von Corona?

Jean-Pierre Rullmann: mat.projects arbeitet immer mit den aktuellen Vorgaben der Behörden und mit allen aktuellen Fortbildungen. Was uns von anderen Firmen unterscheidet, ist, dass wir auch als Veranstalter auftreten und somit eine besondere Perspektive, nicht nur auf das Erstellen von Konzepten, sondern auch auf die Ganzheitlichkeit der Konzepte haben. Das ermöglicht uns, die Konzepte immer aktuell, individuell und umsetzbar zu gestalten.

Zudem sind wir als Fachberater auf das Thema Notfallmanagement spezialisiert. Durch unsere Erfahrung im Veranstaltungsbereich können wir schon weit im Voraus planen und flexibel auf kurzfristige Änderungen der rechtlichen Vorgaben eingehen.

Wir planen zum Beispiel für kommenden Sommer das „Damage Done Fest“, ein Punkrock/Hardcore-Open-Air, das wir selber veranstalten. Das Ganze soll im Uferpark in Wilhelmsburg stattfinden. Dafür erstellen wir jetzt ein Hygienekonzept, das laufend an alle geltenden Regelungen angepasst wird.

 

„Wichtig ist eine Perspektive“

 

Aktuell sind Festivals und Konzerte noch in der Zwangspause. Für euch voll verständlich – oder seht ihr eure Konzepte als so sicher an, dass Verbote in der Musikbranche teils gar nicht nötig wären?

Slaven Zubak: Einerseits geht es nicht nur ums Verbieten von Veranstaltungen, sondern vor allem darum, das öffentliche Leben so weit wie möglich herunterzufahren, um Menschen gar nicht erst dazu anzuregen, sich mit anderen zu treffen. Auf der anderen Seite hatten viele Clubs und Bars im Sommer geöffnet, sehr gut funktionierende Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt.

Clubbetreiber befassen sich ja sowieso täglich mit der Sicherheit für ihre Veranstaltungen. Hygiene ist jetzt nur ein weiterer Aspekt, der besonders bedacht werden muss. Letzten Endes liegt die Entscheidung über Schließungen in den Händen der Behörden und Politiker, die sich mit einem Gesamtkonzept für ihre Städte oder Länder befassen.

Was jetzt wichtig ist, ist eine Perspektive, ab wann Veranstaltungen unter welchen Bedingungen wieder möglich sind. Schließlich benötigen Konzerte, Festivals und Tourneen eine lange Vorlaufzeit und Planungssicherheit.

 

Blick in die Zukunft

 

Nehmen wir doch mal einen Musikclub mit einer Kapazität von 300 Konzertbesuchern. Wie stattet ihr ihn hygienetechnisch aus, um trotz Corona ein möglichst volles Haus garantieren zu können?

Jean-Pierre: Das lässt sich pauschal gar nicht sagen, jeder Club ist anders und hat andere Voraussetzungen. Es gibt ein paar Sachen, die sich überall umsetzen lassen, wie das Bereitstellen von Handdesinfektionsmitteln für das Publikum und das Erhöhen der Reinigungsintervalle von Sanitäranlagen. Alles andere muss individuell an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.

Auch bauliche Maßnahmen werden sicherlich zukünftig eine Rolle spielen. Allerdings ergibt sich aus den derzeit geltenden Abstandsregeln kaum eine Möglichkeit, eine Kapazität zu erreichen, die Konzerte wirtschaftlich durchführbar machen.

Und noch ein Blick in die nahe Festivalzukunft: Wie genau sehen spezielle mat.projects-Konzepte für zum Beispiel mittelgroße Festivals mit bis zu 25.000 Besuchern aus?

Slaven: Auch das lässt sich nicht pauschalisieren. Viel hängt davon ab, ob das Festival auf einer freien Fläche stattfindet und die komplette Infrastruktur erst aufgebaut wird, oder ob es bestehende Gebäude und Infrastrukturen gibt. Je nachdem gibt es mehr Freiheiten für die Geländegestaltung und -einteilung.

mat.projects-Konzepte sehen das Festival immer als Ganzes. Natürlich müssen Zuschauer- und Künstlerbereiche, Personal und vieles mehr detailliert geplant werden. Letztlich muss aber ein Konzept stehen, dass alle Bereiche vereint. Unsere Erfahrung ermöglicht uns gesamtheitliche Konzepte für Veranstaltungen zu erstellen, ob als Veranstalter oder beratend für die Veranstalter.

mat-projects.gmbh


Cover_SZ0121 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.