Mit einem überraschend deutlichen Ergebnis stimmte Hamburg am 31. Mai 2026 gegen eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Rund 54,9 Prozent der Abstimmenden, also 357.911 Wahlberechtigte, sprachen sich gegen eine Kandidatur der Hansestadt aus. Für eine Bewerbung der Stadt votierten 45,1 Prozent beziehungsweise 293.819 Personen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 50 Prozent: Insgesamt nahmen 651.730 Hamburgerinnen und Hamburger an der Abstimmung teil.
Peter Tschentscher zu den Wahlergebnissen
Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher zeigte sich enttäuscht über das Votum der Stadt. „Ich bedauere die Entscheidung“, erklärte er in einem Interview mit dem NDR. Das Ergebnis ist für den Hamburger Senat jedoch verbindlich. Tschentscher teilte weiter mit, dass er den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds darüber informiert habe, dass Hamburg seine Bewerbung offiziell zurückzieht. Im Rennen bleiben damit die Konzepte aus München, Berlin sowie der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als zentralem Austragungsort. Der Deutsch Olympische Sportbund wird im Herbst 2026 entscheiden, welches der drei verbliebenen Olympia-Konzepte in den internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele geschickt wird.
Warum kein Olympia in Hamburg
Die Initiative Nolympia freut sich über das Ergebnis. Der Initiativensprecher Eckart Maudrich vermutet, dass vor allem die seiner Meinung nach vagen Finanzpläne dazu geführt haben könnten, dass eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger gegen die Olympia-Bewerbung gestimmt hat.
Im Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ vermuteten der Moderator und Hamburger Micky Beisenherz und seine Frau, die Podcasterin, Autorin und Redakteurin Nikki Hassan-Nia, am Tag nach dem Volksentscheid zudem, dass auch der Zeitpunkt des Referendums eine wichtige Rolle für das Ergebnis gespielt haben könnte. Im Mai finden in Hamburg zahlreiche Großveranstaltungen wie der Hafengeburtstag, die OMR oder der Haspa-Marathon statt, wodurch die Stadt stark ausgelastet ist. „Und in der Phase überwiegt natürlich der Gedanke daran: Um Gottes Willen, das ist hier ja vier Wochen die Stadt komplett dicht“, betonte Beisenherz in der aktuellen Podcastfolge.
Bereits 2015 stimmte Hamburg gegen Olympia
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Hamburg gegen eine Olympia-Bewerbung aussprechen. Bereits 2015 stimmte die Stadt gegen eine Kandidatur, damals für die Olympischen Spiele 2024. Mit dem aktuellen Abstimmungsergebnis spricht sich die Hansestadt erneut gegen Olympische Spiele in Hamburg aus.

