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10 Gründe für das Grindelviertel

Im Grindel gibt es nicht nur die Uni! Das kleine Viertel unweit des Dammtor Bahnhofs ist reich an Geschichte und Kultur. Besonders gut lässt sich das an den Lieblingsorten im Viertel entdecken. Diese zehn sind einige davon:

Filmkunst

Eines der ersten Programmkinos in Hamburg und immernoch da: Das Abaton. Seit 1970 werden hier anspruchsvolle Filme und ungewöhnliche Stoffe gezeigt, die nicht den verkrusteten Strukturen der Kommerzkinos gehorchen. Weg vom Mainstream und dem Korsett des Popcorn-Kinos. Dabei gelingt dem Kino auch noch die Mischung aus Film, Musik, Kunst und Literatur. Für die außergewöhnliche und vielfältige Programmgestaltung wird das Abaton regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet – zu Recht! Das Abaton ist einer der kulturellen Treffpunkte in Hamburg und eines der Highlights im Grindelviertel.

abaton.de

Jüdische Küche & Kultur

Der Jüdische Salon am Grindel will die jüdische Kultur fördern. Nicht umsonst ist er deswegen genau dort beheimatet, wo historisch das jüdische Leben in Hamburg pulsierte und heute wieder immer mehr an Bedeutung gewinnt. 2007 gegründet, ist der Salon mittlerweile ein fester Bestandteil des Viertels und Motor für jüdische Kultur auch über den Grindel hinaus. Angeschlossen an den Jüdischen Salon gibt es das Café Leonar. Zwar nicht koscher, legt das Café seinen Fokus auf die levantinische Küche – also der Küche aus Israel, Jordanien, dem Libanon und anderen Ländern der Region Levante. Dazu zählen Gerichte wie Shakshuka (gebackenes Ei) oder Mohnwaffeln.

cafeleonar.de

Gedenken

Wer Grindel sagt, kommt natürlich an der jüdischen Kultur in Hamburg nicht vorbei. Nicht nur das hier der Jüdische Salon und das Café Leonar zu Hause sind, mit der Joseph-Carlebach-Schule (in der ehemaligen Talmud-Thora-Schule) gibt es hier seit 2007 die Schule der jüdischen Gemeinde. Direkt nebenan ist zudem der Joseph-Carlebach-Platz, hier stand die in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstörte Bornplatzsynagoge. Diese soll jetzt wiederaufgebaut werden. Unterdessen wird in jedem Jahr, ausgehend vom Grindelviertel in der ganzen Stadt, bei „Grindel Leuchtet“, den Gräueltaten der Nazis gedacht.

Eine gute Pizza

Universitäten und Essen, das ist wahrlich oft keine Liebesbeziehung. An der Universität Hamburg ist das aber anders, denn hier gibts das Schlüters. Keine gewöhnliche Mensa, eher ein Mix aus Lounge und Restaurant und vor allem: Hier gibts richtig gute Pizza zu fairen Preisen. Vom Studierendenwerk Hamburg betrieben, kostet die Margherita für Studierende 4,70 und für Gäste 6 Euro. Geöffnet ist nur in der Woche bis 19 Uhr (Freitags bis 18 Uhr). Und hier noch ein Tipp: Die Uni-Profis kommen nicht in den Seminarpausen, denn das Schlüters ist sehr beliebt.

Schlüters

Faire Mode

Im Grindelviertel lässt es sich nicht nur gut leben und verweilen, auch der bewusste Konsum kommt dabei nicht zu kurz. Bei Maas und Marlowe Nature finden Kund:innen ökologisch nachhaltige und faire Mode. „Wir stehen für einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen, der Natur und den Menschen“, betonen die Geschäftsinhaber:innen von Marlowe und sind damit nicht allein – der Grindel ist ein echter Hotspot für Green Fashion.

maas-natur.de

Gut gezeichnet

Hamburg kann Buch, aber auch Comic. Das beweist seit 1988 comics.total! im Grindelviertel. Unweit der Universität gibt es Comics, Mangas und Zeichenkunst für jeden Geschmack sowie eine exzellente fachkundige Beratung.

comicstotal.com

Einmal nach Schweden bitte

Richtig gute Köttbullar, die gibts garantiert nicht im Möbelhaus. Dafür geht man in Hamburg zu Karlsons. Das kleine gemütliche schwedische Café bietet Frühstück, einen richtig leckeren Mittagstisch und viele weitere skandinavische Köstlichkeiten. Dabei lässt sich auch in Erinnerungen Schwelgen, besonders für Fans der Pfefferkörner. In den Folgen ersten Generation wurden die Szenen im Restaurant von Nataschas Eltern genau hier gedreht.

karlsons.de

Kammer-Kultur

1945 gegründet, zählen die Hamburger Kammerspiele zu den traditionsreichen Theatern der Stadt. Von Ida Ehre eröffnet, leitete unter anderem Ulrich Tukur zwischenzeitlich das Haus. Gezeigt wird modernes und kritisches Sprechtheater sowie viele Ur- und Erstaufführungen. Ein Theater mit über 75 Jahren Gemischte hat auch viel große Darsteller:innen gesehen, so standen in den Kammerspielen Größen wie Rufus Beck, Katharina Wackernagel und Bjarne Mädel auf der Bühne.

hamburger-kammerspiele.de

Enjoy the Pony

Eigentlich muss man an dieser Stelle nicht mehr viel sagen, denn die Pony Bar ist mindestens so bekannt wie ihr Nachbar, das Abaton Kino. Es ist DER Treffpunkt für Studierende und vor allem abends ist hier gut was los. Es gibt Lesungen, Konzerte und viel Neues zu entdecken. Der Eintritt ist dabei traditionell immer frei. Und wer am Abend keine Zeit hat, kann es sich tagsüber bei Kaffee, Kuchen und anderen Snacks gut gehen lassen.

ponybar.com

Stühlchen Wechsel dich

Im Salon Wechsel Dich ist der Name Programm. Man sitzt zwar in einem tollen Salon mit leckerstem Essen, doch sitzt man dabei nicht immer gleich, denn das Mobiliar und die Accessoires kann man mitnehmen. Im Salon Wechsel Dich können Tische, Stühle, Teller, Tassen kurzerhand eingepackt werden. Kreativen und Jungdesigner:innen gibt das Lokal eine Plattform, um ihre Produkte anzubieten.

instagram.com/salonwechseldich


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Filmfest Hamburg: Das gibt’s noch zu sehen

Es sind die zwei Wochen im Jahr, in denen es in den Hamburger Kinos hoch her geht. Beim Filmfest Hamburg gibt es große Premieren und viele kleine Highlights. Hier kommt eine Übersicht, was bis es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Das Filmfest Hamburg ist in vollem Gange. In der letzten Woche gab es die Highlights des Filmfestes, hier kommt eine Übersicht, was es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt.

 

Sektion Große Freiheit

 

Filme aus Deutschland: Die ausgewählten Kinofilme nutzen die Freiheiten, die sich ihnen bieten – mit viel Lust an neuen Themen und Narrationen.

 

Alles in bester Ordnung

 

Wie viel muss der Mensch wirklich besitzen? Eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle.

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

D 2021, 96 Min., Regie Natja Brunckhorst Drehbuch Natja Brunckhorst, Martin Rehbock Besetzung Corinna Harfouch, Daniel Strässer, Joachim Król; Blankenese Kino, Di. 5.10. 19:45 Uhr

 

Niemand ist bei den Kälbern

 

Mit unbestechlichem Blick und dokumentarischem Duktus räumt das Drama mit dem Mythos vom romantischen Landleben auf.

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

D 2021, 116 Min., Regie Sabrina Sarabi Drehbuch Sabrina Sarabi, basierend auf einem Roman von Alina Herbing Besetzung Saskia Rosendahl, Rick Okon, Godehard Giese, Enno Trebs, Peter Moltzen; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 20:45 Uhr

 

Sektion Veto!

 

Politisches Kino: Filme mit Ausrufezeichen, meinungs- und ausdrucksstarke Interventionen und Irritationen: Das Spiel- und Dokumentarfilmprogramm unterstreicht die politische Kraft des Kinos.

 

Futura

 

Eine neue Generation italienischer Regisseur·innen erforscht in einem Kollektivfilm die Zukunft ihres Landes.

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

I 2021, 110 Min., Regie und Drehbuch Pietro Marcello, Francesco Munzi, Alice Rohrwache; Metropolis, Mi. 6.10. 19:00 Uhr

 

La Civil

 

Ziviler Mut in einer Gesellschaft ohne Gewaltmonopol: In diesem fesselnden Entführungsthriller aus Mexiko nimmt eine Mutter die Suche nach ihrer Tochter selbst in die Hand.

La civil (Foto: Urban Distribution International)

La Civil (Foto: Urban Distribution International)

B, MEX, RO 2021, 145 Min., Regie Teodora Ana Mihai Drehbuch Teodora Ana Mihai, Habacuc Antonio De Rosario Besetzung Arcelia Ramirez, Alvaro Guerrero, Ayélen Muzo, Jorge A. Jimenez; Studio Kino, Mi. 6.10. 21:30 Uhr

 

 

Sektion Transatlantik

 

Kino aus Nordamerika: Diese Sektion strotzt vor Lebendigkeit und Kreativität und hat den Mut zu außergewöhnlichen Geschichten und Ästhetiken, egal ob in Studio- oder Independent-Produktionen.

 

Starlet

 

Eine ziellose 21-Jährige, eine weit über 85-Jährige, ein bisschen Pornoindustrie und eine Thermoskanne voller Geld – Sean Baker macht in seinem vierten Film ein Universum voller Unterschiede und Überraschungen auf.

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

USA 2012, 103 Min., Regie Sean Baker Drehbuch Sean Baker, Chris Bergoch Besetzung Dree Hemingway, Besedka Johnson; Studio Kino, Do. 7.10. 21:30 Uhr

 

Land of Dreams

 

Die USA in naher Zukunft – ein abgeschottetes Land, in dem nicht einmal mehr das Träumen frei ist. Bildgewaltig entwerfen Shirin Neshat und Shoja Azari eine Dystopie, die vielleicht näher an der Wirklichkeit ist, als uns lieb ist.

Land Of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

Land of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

USA, D, QAT 2021, 113 Min., Regie Shirin Neshat, Shoja Azari Drehbuch Jean-Claude Carrière Besetzung Sheila Vand, Matt Dillon, William Moseley, Isabella Rossellini, Anna Gunn, Christopher McDonald; Studio Kino, Fr. 8.10. 16:00 Uhr

 

Poser

 

Das Psychodrama um eine junge Frau auf Identitätssuche ist ein beeindruckendes Stück US-Indiekino und taucht tief in die vibrierende Subkultur von Columbus in Ohio ein.

Poser (Foto: UTA)

Poser (Foto: UTA)

USA 2021, 87 Min., Regie Ori Segev, Noah Dixon Drehbuch Noah Dixon Besetzung Sylvie Mix, Bobbi Kitten; Abaton, Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Sektion Asia Express

 

Filmkulturen aus Fernost: Die Sektion spiegelt das aktuelle Filmschaffen unabhängiger asiatischer Filmemacher•innen. Sie steht für ein Kino der Grenzüberschreitungen und cineastischen Sinnsuchen.

 

Anatomy of Time

 

Eine in Fragmenten erzählte Untersuchung über Entscheidungen, Vergänglichkeit und die Wirkungsweisen der Zeit.

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M'GO Films, Mit Out Sound Films)

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M’GO Films, Mit Out Sound Films)

THA, F, NL, SIN 2021, 118 Min., Regie und Drehbuch Jakrawal Nilthamrong Besetzung Thaveeratana Leelanuja, Prapamonton Eiamchan, Sorabodee Changsiri, Wanlop Rungkumjad; Metropolis, Fr. 8.10. 16:30 Uhr und Cinemaxx 2, Sa 9.10., 16:00 Uhr

 

On the Job: The Missing 8

 

Korrupte Politiker, verschwundene Journalisten und Gefängnisse voller Auftragsmörder: Mit frenetischer Kamera und mitreißender Musik inszeniert Erik Matti einen epischen Politthriller, der sich auf wahre Begebenheiten stützt.

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

PHI 2021, 208 Min., Regie Erik Matti Drehbuch Michiko Yamamoto Besetzung John Arcilla, Dennis Trillo, Dante Rivero; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 20:30 Uhr

 

All about my Sisters

 

Eine Langzeitstudie über familiäre Verflechtungen, die psychologischen Auswirkungen der Ein-Kind-Politik und die Rolle der Frau in der chinesischen Gesellschaft.

All about my sisters (Foto: Asian Shadows)

All about my Sisters (Foto: Asian Shadows)

USA 2021, 174 Min., Regie Wang Qiong Protagonist∙innen Zhou Jin, Wang Li, Yan Xiaoqing, Wang Jianhua, Wang Sifan; Cinemaxx 2, Do. 7.10. 17:30 Uhr

 

Whether the Weather is fine

 

Die Odyssee dreier Menschen in den Nachwirren einer Sturmflut wird zur visuell beeindruckenden Vision einer Welt nach der Katastrophe.

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

F, D, PHI, SIN, IDN, QAT 2021, 104 Min., Regie Carlo Francisco Manatad Drehbuch Giancarlo Abrahan V, Carlo Francisco Manatad, Jeremie Dubois Besetzung Charo Santos-Concio, Daniel Padilla, Rans Rifol; Cinemaxx 2, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Sektion Voilà!

 

Französischsprachige Filme: Unsere frankophone Sélection beweist Jahr für Jahr, welch exzellenter Output möglich ist, wenn Talent, Vision und Unabhängigkeit zusammenkommen.

 

France

 

Mit absurdem Witz erzählt der neue Film von Bruno Dumont anhand einer französischen Starjournalistin, wie schnell man in einen Abgrund fallen kann – und stärker wieder aus ihm auftaucht.

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020; SBS)

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020)

F, D, B, I 2021, 133 Min., Regie und Drehbuch Bruno Dumont Besetzung Léa Seydoux, Juliane Köhler, Benjamin Biolay, Blanche Gardin; Passage, Do. 7.10. 18:45 Uhr

 

Die Gute Mutter

 

Mit einem liebevollen Blick zeichnet Hafsia Herzi das filmische Porträt einer Mutter, einer Familie und eines Viertels im Norden Marseilles.

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

F 2021, 99 Min., Regie und Drehbuch Hafsia Herzi Besetzung Halima Benhamed, Sabrina Benhamed, Jawed Hannachi Herzi; Passage, Fr. 8.10. 19:00 Uhr und Sa. 9.10. 17:00 Uhr

 

Vortex

 

Gaspar Noé erzählt eine berührende Geschichte über ein alterndes Paar. Die stilistische Besonderheit: Das Bild ist geteilt in zwei Fenster – auf der einen Seite beobachtet die Kamera den Mann, auf der anderen die Frau.

Vortex (Foto: Wild Bunch)

Vortex (Foto: Wild Bunch)

F, B, MON 2021, 142 Min., Regie und Drehbuch Gaspar Noé Besetzung Françoise Lebrun, Dario Argento, Alex Lutz; Cinemaxx 3, Fr. 8.10. und Sa. 9.10. 21:00 Uhr

 

Sektion Vitrina

 

Spanisch- und portugiesischsprachiges Kino: Das Programm mit aktuellen Filmproduktionen ist ein Schaufenster voll unterschiedlicher Stile, Narrationen und Genres.

 

El Gran Movimiento

 

Flirrend zwischen Realität und Fantasie, taucht das bolivianische Drama tief in die unsichtbaren Welten von La Paz ein. Bolivien in der Gegenwart.

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

BOL, F, CH, QAT 2021, 85 Min., Regie und Drehbuch Kiro Russo Besetzung Julio Cézar Ticona, Max Bautista Uchasara, Francisca Arce de Aro, Israel Hurtado, Gustavo Milán Ticona; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 14:00 Uhr

 

Jesús López

 

Das Dorf und der tote Rennfahrer: In eindringlichen Bildern erzählt das argentinische Drama eine verstörende Geschichte über Trauer und jugendliche Identität.

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

ARG, F 2021, 90 Min., Regie Maximiliano Schonfeld Drehbuch Maximiliano Schonfeld, Selva Almada Besetzung Lucas Schell, Joaquín Spahn, Sofía Palomino, Ia Arteta, Alfredo Zenobi; Metropolis, Di. 5.10. 21:30 Uhr und Cinemaxx 2 Sa. 9.10. 18:30 Uhr

 

Splinters

 

Als junges Mädchen filmte die Regisseurin, wie die Waffenfabrik in ihrer Heimatstadt in die Luft flog. 20 ahre später macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung.

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

ARG 2020, 70 Min., Regie und Drehbuch Natalia Garayalde Protagonist∙innen Nicolás Garayalde, Carolina Garayalde, Esteban Garayalde, Gabriela Garayalde, Esther Rostagno; Passage, Do. 7.10. 17:00 Uhr

 

 

Sektion Kaleidoskop

 

Filme aus aller Welt: Unsere kinematografische Reise durch die Kontinente bietet ein plurales Nebeneinander unterschiedlicher filmischer Identitäten, Sprachen und Erzählungen.

 

Annette (Douglas Sirk Preis)

 

Nach neun Jahren stellt Leos Carax einen neuen Film vor. Das Musical und Melodram über eine Liebe, das Showbiz und einen Kinderstar ist ein Kinoereignis, exzessiv und ergreifend.

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

F, D, B 2021, 140 Min., Regie Leos Carax Drehbuch Leos Carax, Ron Mael, Russell Mael Besetzung Marion Cotillard, Adam Driver, Simon Helberg; Abaton, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Belfast

 

Working Class Hero: Mit viel Herz und einem großartigen Cast erzählt Kenneth Branagh von seiner Kindheit im turbulenten Nordirland der späten 1960er-Jahre.

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

GB 2021, 98 Min., Regie und Drehbuch Kenneth Branagh Besetzung Caitríona Balfe, Judi Dench, Jamie Dornan, Ciarán Hinds, Colin Morgan, Jude Hill; Passage, Mi. 6.10. 18:30 Uhr und Sa. 9.10. 19:15 Uhr

 

Die Hand Gottes

 

Von Gott berührt: In seinem autobiografischen Coming-of-Age-Drama balanciert Paolo Sorrentino zwischen fellinesker Absurdität und tragischem Ernst.

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

I 2021, 129 Min., Regie und Drehbuch Paolo Sorrentino Besetzung Filippo Scotti, Toni Servillo, Teresa Saponangelo, Marlon Joubert, Luisa Ranieri; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 17:45 Uhr und Passage Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Noch mehr Kino

Neben den vorgestellten Filmen gibt es in jeder Sektion auch noch mehr zu sehen. Darüber hinaus zeigen die Sektionen Television und Michal auf der einen Seite TV-Produktionen im Kino und beim Kinder- und Jugend Filmfest Michel gibt es auf der anderen Seite auch Kino für die Kleinen. Das Filmfest Hamburg läuft noch bis zum 9. Oktober 2021. Alle weiteren Informationen und das Programm gibt es auf der Homepage des Filmfests.

Das Filmfest Hamburg: 30.9. bis 9.10. in diversen Hamburger Kinos


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Must-See: Highlights beim Filmfest Hamburg

Viel Kino, das geht wieder und besonders gut beim Filmfest Hamburg. Vom 30. September bis zum 9. Oktober 2021 gibt es reichlich hochkarätige Filme zu sehen. Hier kommen acht Highlights, die man auf keinen Fall verpassen sollte

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Große Freiheit

 

Eine Liebe im Zeichen des Paragrafen 175: Im Nachkriegsdeutschland landet ein Mann wegen seiner Homosexualität immer wieder im Knast und begegnet dort einem lebenslänglich Verurteilten.

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm ist ein intensiver Film über Sehnsucht und Freiheit. Hans (Franz Rogowski) liebt Männer. Das ist in Westdeutschland auch nach 1945 ein Verbrechen. Der berüchtigte §175 ist weiter in Kraft und macht alle Hoffnungen von Hans auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er, der Wiederholungstäter, auf Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich im Laufe der Jahre eine intensive Verbindung voller Respekt und Empathie. Vielleicht sogar so etwas wie Liebe?

Auf drei Zeitebenen erzählt über eine Periode von 24 Jahren, beschäftigt sich das deutsch-österreichische Drama mit einem dunklen Kapitel der bundesdeutschen Justizgeschichte. Auch wenn das Totalverbot 1969 aufgehoben werden musste, blieb §175 bis 1994 bestehen. Große Freiheit feierte seine Weltpremiere in Cannes in der Sektion Un Certain Regard, wo er den Großen Preis der Jury erhielt. Zudem wurde er beim Filmfestival in Sarajevo als bester Film und mit dem CICAE Award ausgezeichnet. Der Darstellerpreis ging an Georg Friedrich.

A, D 2021, 100 Min., Regie Sebastian Meise Drehbuch Sebastian Meise, Thomas Reider Besetzung Franz Rogowski, Georg Friedrich, Anton von Lucke, Thomas Prenn; Cinemaxx 1, Do 30.09. 19:30 Uhr und Passage, Fr 01.10. 18:15 Uhr

 

Blutsauger

 

Bis zum Ende des Kapitals: Der neue Film von Julian Radlmaier verbindet Marxismus mit Vampirismus und ist eine wunderbar ironische, absurde Komödie.

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka (Alexandre Koberidze) wird als Trotzki-Darsteller für einen Film von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänendeutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspaziergang die exzentrische Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen (Lilith Stangenberg) kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an.

D 2021, 128 Min., Regie und Drehbuch Julian Radlmaier Besetzung Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler; Metropolis, Sa 02.10. 18:00 Uhr

 

Für nichts und wieder nichts

 

Sie gerieten in jungen Jahren in die Mühlen der DDR-Justiz: Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric porträtieren drei Ex-Häftlinge, bei denen die Gefängniserfahrung lebenslange Spuren hinterlassen hat.

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Das Zuchthaus Bützow war berüchtigt. Es galt als überfüllt und heruntergekommen. Hier saßen Siegfried, Brunound Klaus mehrere Jahre, eingepfercht in Einmannzellen. Zermürbt von endlosen Verhören und Gewalt hatten sie alles gestanden, was ihnen vorgeworfen wurde: Spionagetätigkeit, staatsgefährdende Hetze, Gefährdung der Verteidigungsbereitschaft der DDR.

D 2021, 80 Min., Regie Margot Neubert-Maric, Gisela Tuchtenhagen Protagonist∙innen Bruno Niedzwetzki, Klaus Rintelen, Siegfried Jahnke; Metropolis, Sa 02.10. 12:00 Uhr

 

Happening

 

Das eindringliche Porträt einer Frau im schmerzvollen Kampf um Körperpolitik und Selbstbestimmung basiert auf einer Geschichte von Annie Ernaux.

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Frankreich 1963. Anne ist eine begabte und beflissene Studentin, die den sozialen Aufstieg vor sich sieht und damit einen Ausweg aus den Zwängen ihrer Herkunft. Wegen einer ungewollten Schwangerschaft droht sich diese Tür für Anne zu verschließen – über andere Wege herrscht im Frankreich dieser Zeit Stillschweigen. Anne absolviert vergebliche Arztbesuche, sucht verzweifelt Hilfe und erfährt keine Solidarität. In ihrem intensiven Spiel lässt Hauptdarstellerin Anamaria Vartolomei den souveränen Geist einer Unbeugsamen spürbar werden.

F 2021, 100 Min., Regie Audrey Diwan Drehbuch Audrey Diwan, Marcia Romano, basierend auf dem Roman »L‘Événement« von Annie Ernaux Besetzung Anamaria Vartolomei, Kacey Mottet-Klein, Luàna Bajrami, Louise Orry-Diquero, Louise Chevillotte; Metropolis, Fr 1.10. 29:30 Uhr und Cinemaxx 2, Mo 04.10. 21:15 Uhr

 

The French Dispatch

 

Mit einem Starensemble – darunter Benicio del Toro, Tilda Swinton und Frances McDormand – erweckt Wes Anderson vier Geschichten zum Leben, die in der letzten Ausgabe eines amerikanischen Magazins veröffentlicht werden.

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

Anlässlich des Todes ihres Verlegers Arthur Howitzer Jr. versammeln sich die Mitarbeiter·innen von The French Dispatch, eines amerikanischen Magazins mit Sitz in der französischen Stadt Ennui-sur-Blasé, um einen Nachruf zu verfassen. So entstehen vier von den Erinnerungen an Howitzer geprägte Geschichten: ein Reisebericht aus den verrufensten Ecken der Stadt selbst, eine Story über einen geistesgestörten, kriminellen Maler, eine Chronik von Liebe und Tod auf dem Höhepunkt der Studierendenrevolte – und eine Geschichte über Drogen, Kidnapping und gehobene Küche.

GB, F, D 2020, 108 Min., Regie und Drehbuch Wes Anderson Besetzung Benicio del Toro, Adrien Brody, Tilda Swinton, Léa Seydoux, Frances McDormand, Elisabeth Moss, Bill Murray, Christoph Waltz, Timothée Chalamet, Saoirse Ronan, Willem Dafoe; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 20:00 Uhr

 

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar

 

Mit Ironie und quer durch die Genres erzählt der indonesische Regisseur Edwin die Liebes- und Leidensgeschichte eines Getriebenen.

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Ajo Kawir ist ein berüchtigter Unruhestifter, der seine Impotenz durch Gewalt kompensiert und sich als Handlanger in der lokalen Unterwelt verdingt. Bei der Begegnung mit dem weiblichen Bodyguard Iteung stößt er nicht nur auf eine ebenbürtige Gegnerin, es bahnt sich auch eine wechselvolle Beziehung an, in deren Verlauf sich Ajo Kawir seiner Vergangenheit stellen muss. Dem Film gelingt es, den Machismo seiner Figuren aufs Korn und sie in ihren Verletzungen zugleich ernst zu nehmen. Dabei prallen Martial Arts, Romantik und Roadmovie aufeinander.

IDN, D 2021, 114 Min., Regie Edwin Drehbuch Edwin, Eka Kurniawan Besetzung Marthino Lio, Ladya Cheryl, Reza Rahadian, Ratu Felisha, Sal Priadi; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 22:30 Uhr und Metropolis, Sa 09.10. 18:45 Uhr

 

Wo in Paris die Sonne aufgeht

 

In wildpoetischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Jacques Audiard einen modernen Liebesreigen in Zeiten von Dating-Apps und Sex im Internet.

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Der Film basiert auf zwei Graphic Novels des New Yorker Cartoonisten Adrian Tomine. Paris, die ewige Stadt der Liebe. Hier leben sie dicht gedrängt, zwischen Sehnsüchten, Abenteuern, Dramen: Émilie schlägt sich nach ihrem Elite-Studium mit billigen Gelegenheitsjobs herum, hat schnellen Sex und träumt von einer Beziehung. Camille hat als junger Lehrer beruflich noch Illusionen, dafür keine in der Liebe, außer unkomplizierten Sex. Nora ist in die Stadt gekommen, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen und mit Anfang 30 ihr Jurastudium wieder aufzunehmen – und Louise bietet als »Amber Sweet« im Internet erotische Dienste gegen Bezahlung an.

Émilie, Nora, Louise und Camille – drei Frauen, ein Mann. Ihre Lebenswege kreuzen sich im 13. Arrondissement in Paris. Camille zieht bei Émilie als Mitbewohner ein, wird ohne Umschweife ihr Liebhaber und zieht ebenso schnell wieder aus. Liebe ist angeblich nicht sein Stil – bis er die kühle Nora trifft. Noras Hoffnungen auf einen akademischen Neuanfang in Paris haben sich unterdessen zerschlagen: Nach einer wilden Disconacht wollen Kommiliton·innen in ihr den Pornostar »Amber Sweet« wiedererkennen. Noras Zukunftsträume wanken. Sie muss die süße Amber nun unbedingt persönlich kennenlernen.

F 2021, 105 Min., Regie Jacques Audiard Drehbuch Jacques Audiard, Léa Mysius, Céline Sciamma Besetzung Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Jehnny Beth, Camille Léon-Fucien, Océane Cairaty; Cinemaxx 1, Sa, 09.10. 20:00 Uhr

 

Memoria

 

Tilda Swinton leidet in diesem mysteriösen Drama von Apichatpong Weerasethakul an Gehör-Halluzinationen.

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Eines Nachts wird die in Kolumbien lebende Engländerin Jessica von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Fortan ist ihr Leben nicht mehr, wie es war. Denn als sie ihre Schwester Karen im Krankenhaus besucht, realisiert sie, dass das seltsame Geräusch sie begleitet – und scheinbar niemand anderes es hören kann. Jessica freundet sich mit der Archäologin Agnes (Jeanne Balibar) an, die menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden, untersucht. Schon bald beschleicht Jessica das ungute Gefühl, dass die Geräusche eine seltsame Vorahnung sein könnten.

COL, THA, GB, MEX, F, D, QAT 2021,136 Min., Regie und Drehbuch Apichatpong Weerasethakul Besetzung Tilda Swinton, Elkin Díaz, Jeanne Balibar, Juan Pablo Urrego, Daniel Giménez Cacho; Cinemaxx 1, Mo 4.10. 17:45 Uhr und Do 7.10. 21:45 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Im Kino: Jüdische Filmtage Hamburg

Vom 8. bis zum 12. August 2021 finden in Hamburg die ersten Jüdischen Filmtage statt. Das Abaton-Kino am Grindel zeigt fünf sehenswerte Filme

Text: Marco Arellano Gomes

 

Vom 8. bis zum 12. August 2021 werden die ersten Jüdischen Filmtage in Hamburg stattfinden. Veranstalter sind die Jüdische Gemeinde Hamburg, in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte deutscher Juden und dem Abaton. Das Programmkino im Grindel zeigt eine Reihe sehenswerter Filme. Den Auftakt macht die ulkige Komödie „An American Pickle“ (8.8.) mit Seth Rogen. Es folgt die Hamburg-Premiere der russischen Komödie „The Humorist“ (9.8.) und die Premiere der Dokumentation „Endlich Tacheles“ (10.8.). Ein Highlight stellt der Gangsterfilm „Ein nasser Hund“ (11.8.) dar, der von der Autobiografie von Arye Sharuz Shalicars inspiriert ist und einen jüdischen Jugendlichen zeigt, der sich einer arabisch-türkischen Clique anschließt. Den Abschluss bildet das preisgekrönte israelische Drama „Honeymood“.

Die Jüdischen Filmtage im Abaton; 8.8.–12.8.

Zum Reinschnuppern, der Trailer zu „Honeymood“:


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#MOINKINO: Kostenlos Hamburger Kinos besuchen

Bei #MOINKINO gibt es zur Wiedereröffnung Freikarten in 16  Hamburger Kinos

Text: Felix Willeke

 

Unter dem Motto „MOIN – Die erste Runde geht auf uns“ startet eine besondere Aktion zur Wiedereröffnung der Kinos. Vom 1. bis 4. Juli 2021 gibt es in Hamburg und Schleswig-Holstein in insgesamt 50 Filmhäusern Freikarten für eine Vorstellung. „Mit der Kampagne möchten wir den Neustart des Kulturortes Kino zu einem Fest machen und Hamburgerinnen und Hamburger nach der langen Zeit der leeren Leinwände zum ersten Kinobesuch einladen“, sagt der Hamburger Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda.

Das Kontingent an Freikarten ist begrenzt. Tickets gibt es bei den teilnehmenden Kinos, bei NDR 90,3, dem Hamburg Journal und NDR 1 Welle Nord. Aus Hamburg sind folgende 16 Kinos mit dabei:

Unter den gezeigten Filmen sind neben der neuen Komödie „Catweazle“ mit OTTO als verrücktem Magier auch zwei Premieren: Das Animationsabenteuer „Die Olchis – Willkommen in Schmuddelfing“ und die Politsatire „Curveball – Wir machen die Wahrheit“. Beide Filme laufen exklusiv bei der Aktion „#MOINKINO“ und starten erst im Laufe des Sommers in den anderen deutschen Kinos.

 

Seht hier den Trailer zu „Curveball – Wir machen die Wahrheit“

 

Mit der Aktion feiert die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein nicht nur die Wiedereröffnung der Kinos; gleichzeitig läutetet sie ihren eigenen Relaunch ein: Ab sofort heißt es nicht mehr Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, sondern MOIN Filmförderung, das MOIN steht dabei für „Moving Images North“. „Wir möchten für die Bewegtbildbranche in Hamburg und Schleswig-Holstein die bestmögliche Partnerin sein und die besten Filme und Serien in den Norden holen“, sagt Geschäftsführer Helge Albers.


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Klein aber (sehr) fein: Filmfest Hamburg startet

Vom 24. September bis zum 3. Oktober findet das Filmfest Hamburg statt. Einiges ist anders, doch im Mittelpunkt stehen, wie immer, die Filme. Highlights: der Eröffnungsfilm „Enfant Terrible“ über das Leben von Regielegende Rainer Werner Fassbinder sowie „Cortex“, das Regiedebüt von Schauspielstar Moritz Bleibtreu

Text: Marco Arellano Gomes

 

Nicht weniger als einen „Kino-Rausch“ kündigt das Filmfest Hamburg für dieses Jahr an. „Klein, aber (sehr) fein“ soll das werden, gab Filmfest Hamburg-Leiter Albert Wiederspiel bereits im Juni zum Besten, wenn auch „der aktuellen Situation angepasst“. Damals war noch unklar, ob es in diesem Jahr überhaupt ein Filmfest geben wird. Andere Festivals mussten komplett in digitale Sphären ausweichen, andere wurden verschoben oder gar abgesagt.

Das Filmfest Hamburg findet statt. Vom 24. September bis zum 3. Oktober wird es eine der Situation angepasste 28. Ausgabe des Festivals geben – mit Kinovorführungen in den üblichen Lichtspielhäusern, Abaton, Cinemaxx Dammtor, Passage, Metropolis und Studio Kino, einem digitalen Film- und Rahmenprogramm und bis zu 70 hochkarätigen Filmen. Da das Platzkontingent begrenzt ist, werden zusätzliche Streaming-Tickets angeboten. „Streamfest Hamburg“ wird die digitale Option genannt.

Eröffnungsfilm am 24.9. ist „Enfant Terrible“. Der Film von Oskar Roehler zeichnet episodenhaft das Leben des deutschen Ausnahmeregisseurs Rainer Werner Fassbinder (gespielt von Oliver Masucci) nach, der im Mai dieses Jahres 75 Jahre alt geworden wäre. Ursprünglich hätte „Enfant Terrible“ bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes laufen sollen, die aber Corona-bedingt abgesagt wurden. Fassbinder steht, wie kaum ein anderer, für den Neuen Deutschen Film, eine Bewegung, die sich gegen das kommerzielle Kino der unmittelbaren Nachkriegszeit wandte. Bundesweit kommt der Film am 1. Oktober in die Kinos.

 

Seht hier den Trailer zu „Enfant Terrible“:

 

Ein weiterer Höhepunkt ist die erste Regiearbeit von Moritz Bleibtreu: „Cortex“. Der in Hamburg-St. Georg aufgewachsene Schauspieler hat auch das Drehbuch verfasst, den Film produziert und spielt darüber hinaus die Hauptrolle. In dem Streifen spielt er Hagen, den unkontrollierte Schlafphasen plagen, und der zwischen Traum und Realität zunehmend nicht mehr unterscheiden kann. Darunter leidet auch die Beziehung zu seiner Frau Karoline (Nadja Uhl). Als diese einen Seitensprung mit dem Kleinkriminellen Niko (Jannis Niewöhner) eingeht, kommt eine verstörende Verkettung der Geschehnisse in Gang.

 

Seht hier den Trailer zu „Cortex“:

 

Der diesjährige Abschlussfilm ist „Nomadland“ von Chloé Zhao mit Frances McDormand in der Hauptrolle, die eine Frau aus Nevada spielt, die nach einem wirtschaftlichen Zusammenbruch ihr verbliebenes Hab und Gut in einen Van packt, die Stadt verlässt und in den Westen aufbricht, um ein Leben außerhalb der Zivilisation zu führen.

Einige der Filme wären auch bei den Filmfestivals in Venedig und Berlin gezeigt worden und finden nun ihren Weg in die Hansestadt. Zudem werden im Format „Gegenwartskino im Fokus“ auch dieses Jahr zwei Filmemacher im Mittelpunkt stehen: die US-Amerikanerin Kelly Reichardt („First Cow“) und der chilenische Regisseur Pablo Larraín („Ema“). Sowohl ihre beiden aktuellen Werke als auch einige ihrer alten Filme werden gezeigt. Beide stehen auch für digitale Werkgespräche zur Verfügung.

Die im April ausgefallene „17. Dokumentarfilmwoche Hamburg“ findet in einer abgespeckten Version im Rahmen des Filmfestes statt. Zwölf Dokumentationen werden an einem Wochenende (2. bis 3. Oktober) im Metropolis gezeigt. Mit Ausnahme des Publikumspreises für den besten Film sind alle Wettbewerbe ausgesetzt. Neu sind die digitalen Live-Gespräche und die vorab aufgezeichnete Q&As – abrufbar auf der Website des Filmfestes.

filmfest-hamburg.de


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Pedro Almodóvar über „Leid und Herrlichkeit“

In „Leid und Herrlichkeit“ lässt ein gealterter Regisseur sein Leben Revue passieren. Im Interview erzählt Pedro Almodóvar von seinem neuen Film, der viel über ihn selbst verrät

Text: Maike Schade
Interview: Patrick Heidmann
Foto: Studiocanal – El Deseo – Nico Bustos

 

Die Farben im Vorspann zerfließen. Kaleidoskopartig verschwimmen die Muster ineinander, wachsen zu neuen Formen, vergehen und erblühen. Ein Sinnbild für das, was kommen wird: eine Veränderung, ohne großes Getöse, doch ständig und unaufhaltsam.

Zunächst jedoch ist da Starre. Seit Jahrzehnten quälen Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) Migräne, Rückenschmerzen und diverse Entzündungen. Sie haben ihn zermürbt, betäubt von Schmerzmitteln und später Heroin, schleppt er sich durchs Leben. Schon lange fehlt ihm die Kraft zur Arbeit, Filmideen schlummern als Fragmente auf dem Rechner. Und so verdöst er die Tage, Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen, er verliert sich in Erinnerungen an seine Kindheit, die wir in Rückblenden kennenlernen: die weiß getünchte Höhle, in der die Familie lebte. Die bittere Armut, die Mutter (Penélope Cruz), streng und schön. Und der Handwerker, den er lesen und schreiben lehrte, und der in ihm eine erste Begierde erweckte.

 

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In „Leid und Herrlichkeit“ setzt sich Pedro Almodóvar in farbenprächtigen Bildern mit seinem Leben auseinander

 

Die Parallelen von Pedro Almodóvars jüngstem Film „Leid und Herrlichkeit“ zu seinem eigenen Leben sind offensichtlich. Wie sein Filmprotagonist Mallo ist auch er ein nicht mehr junger, schwuler Regisseur, der unter chronischen (Kopf-)Schmerzen leidet. Wie er, wuchs er in einem spanischen Dorf auf, besuchte eine Klosterschule und feierte weltweit Erfolge. Die Wohnung, in der Mallo wohnt, ist Almodóvars eigene – ein intimer Blick in das Leben des spanischen Regisseurs. Voller Farben ist sie, an den Wänden große Gemälde, die Möbel bunt.

„Leid und Herrlichkeit“ ist Pedro Almodóvars persönlichster Film – und der beste, den er seit Langem gemacht hat, ebenso klug wie komplex. Melancholischer, doch gewohnt farbenprächtig setzt er sich mittels eines Rückblicks auf sein Leben mit seinen Kernthemen auseinander: Homosexualität, eine ikonische Mutterfigur, eine von strengem Katholizismus geprägte Kindheit, Künstlertum, Exzess und Freiheit.

 

 

Die Wende im Film von schmerzerfüllter Starre hin zur Bewegung kommt mit einer Nachricht: Ein 32 Jahre alter Film Mallos (das fiktive Pendant zum realen „Das Ende der Begierde“ von 1987, dem ersten autobiografisch inspirierten Werk Almodóvars) soll wiederaufgeführt werden, er ist zum Publikumsgespräch eingeladen. Seinerzeit hatte er sich mit dem Hauptdarsteller verkracht, nun nimmt er wieder Kontakt auf.

Noch immer hängt Alberto Crespo (Asier Etxeandia) am Heroin, und Mallo, weit jenseits der 60, probiert es erstmals aus. Das macht ihn nicht unbedingt sympathischer, und schon vorher macht er es den Zuschauern in all seiner Larmoyanz nicht einfach, ihn zu mögen. Doch nach und nach entblättert sich die Figur in all ihrer Komplexität, Leidenschaft und Liebenswertigkeit.

Antonio Banderas spielt die Hauptrolle, es ist die achte Zusammenarbeit von ihm und Almodóvar. Und er war nie besser. Ist das wirklich der Mann, der den sexy Kämpfer, den heißen Latin Lover gab? Banderas’ Identität scheint mit der Almodóvars zu verschwimmen, er spielt den gealterten Künstler mit kleiner Geste, doch so intensiv und sensibel, dass er zu Recht in Cannes die Goldene Palme als Bester Darsteller gewann – die erste große Auszeichnung seiner Karriere.

 

„Ich hatte immer nur Antonio im Kopf“

 

SZENE HAMBURG: Señor Almodóvar, in Ihrem neuen Film geht es um einen nicht mehr ganz jungen schwulen Regisseur, der auf sein Leben und Werk zurückblickt. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich hier um eine sehr autobiografische Geschichte handelt …

Natürlich hat der Film seinen Anfang damit genommen, dass ich über mich selbst nachgedacht und geschrieben habe. Aber der Protagonist ist nicht ein exaktes Abbild von mir, sondern Fiktion. Fiktion, die von mir geschaffen und durch mich geprägt ist.

Sobald Fiktion in eine Geschichte Einzug erhält, wird sie auch zur treibenden Kraft. Dann muss man sich von ihr leiten lassen und ihr treu bleiben, nicht der Realität. All die Wege, die dieser von Antonio Banderas gespielte Filmemacher einschlägt, bin ich auch irgendwie gegangen. Doch eben nicht zwingend in die gleiche Richtung. Längst nicht alles, was im Film zu sehen ist, ist mir auch passiert. Allerdings hätte es mir passieren können.

Aber es gibt Szenen, die tatsächlich ganz direkt eigenen Erfahrungen entsprechen?

Vielleicht 20 Prozent des Films, würde ich sagen. Aber natürlich werde ich Ihnen nicht verraten, welche das sind.

Vielleicht die Episode „Erste Begierde“, in der der Junge lustvoll einen sich waschenden, nackten Handwerker beobachtet, dem er lesen und schreiben beibringt – hat die so in Ihrer Kindheit stattgefunden? 

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Pedro Almodóvar

Nein, nicht in dieser Form. Allerdings stimmt es, dass ich im Alter von neun Jahren bei uns in der Straße zum Lehrer für etliche Erwachsene wurde. Abends kamen regelmäßig vier oder fünf Feldarbeiter zu uns nach Hause, ordentlich gekleidet, als würden sie zum Arzt gehen. Ich brachte ihnen lesen und schreiben bei und war, wie meine Mutter berichtete, ziemlich streng. Verliebt habe ich mich nie in einen von ihnen, von daher ist dieser Aspekt des Films fiktiv. Aber eben auch nicht wahnsinnig weit hergeholt.

Mit Antonio Banderas arbeiten Sie bereits seit dem Beginn Ihrer Karriere zusammen. Wäre ein anderer Hauptdarsteller für Sie überhaupt in Frage gekommen?

Nein, ich hatte immer nur Antonio im Kopf. Und mir war es wichtig, dass wir uns vorher zusammensetzen und in Ruhe darüber sprechen, was ich im Sinn hatte. Denn was ich mir von ihm erwartete, war anders als alles, was wir früher zusammen gedreht hatten oder er in den USA je gespielt hatte. Aber schon allein durch die Drehbuchlektüre schien er genau zu wissen, worauf es ankam.

So wie in „Leid und Herrlichkeit“ hat man Antonio wirklich noch nie gesehen, und gerade weil er mich mit vielem sehr überrascht hat, war diese Regiearbeit für mich die vielleicht einfachste meines Lebens.

Die Rolle der Mutter spielt – in den Rückblenden – Penélope Cruz, eine weitere langjährige Wegbegleiterin …

Penélope in dieser Rolle zu sehen, hat mich enorm bewegt. Nicht nur, weil sie natürlich meine eigene Mutter gut kannte, sondern weil sie auch selbst für mich wie ein Teil meiner Familie ist. Seit wir vor über 20 Jahren anfingen, zusammen zu arbeiten, stehen wir uns sehr nahe und lieben uns sehr. Auch sie war für mich eigentlich die erste und einzige Wahl, denn gerade weil dieser Film diese starke persönliche und autobiografische Note hat, war es mir wichtig, von Menschen umgeben zu sein, mit denen ich vertraut bin und die auch mich einfach sehr gut kennen.

In „Leid und Herrlichkeit“ geht es viel um konfliktreiche Beziehungen, mit denen der Regisseur nach langen Jahren in der direkten Auseinandersetzung seinen Frieden macht, sei es mit der Mutter, seinem einstigen Hauptdarsteller oder auch seinem früheren Lebensgefährten. Verspüren Sie selbst diesen Drang?

Den Drang vielleicht. Aber ich habe nicht den Mut meiner Filmfigur, mich all diesen klaffenden Beziehungswunden zu stellen. Im Film wird ja wirklich konsequent jeder Kreis geschlossen, selbst zu den Erinnerungen an die Begierden der Kindheit findet der Protagonist wieder zurück. Und es geht ihm damit besser, keine Frage. Aber ich glaube nicht, dass ich mich allem stellen kann und will. In meinem Leben ist noch vieles offen, und ich denke, das wird in vielen Fällen auch so bleiben.

Sind Sie insgesamt mit sich im Reinen? Haben Sie sich mit dem Älterwerden arrangiert?

Sagen wir es mal so: Es hat schon seinen Grund, warum ich eigentlich nie in den Spiegel gucke. Und in der Folge auch nie Feuchtigkeitscreme benutze, obwohl ich weiß, dass sie mir gut tun würde und ich meine Haut besser pflegen sollte (lacht). Wirklich im Reinen und zufrieden mit mir und auch meinem Alter bin ich nur, wenn ich meiner Kunst nachgehe und schöpferisch tätig bin. Etwas zu kreieren, das andere Menschen berührt – danach bin ich fast süchtig. Wenn ich keine Filme drehe, kann ich nicht immer unbedingt etwas mit mir selbst anfangen.

„Leid und Herrlichkeit“: Seit dem 26.7. im Kino


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
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