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Corona: Hamburg weitet 2G-Regel aus

Zum 23. Oktober 2021 gilt in Hamburg eine neue Corona-Verordnung. Neuerungen gibt es zur 2G-Regel und sie betreffen den Einzelhandel und die anstehenden Weihnachtsmärkte

Text: Felix Willeke

 

Die 2G-Regel gibt es in Hamburg seit Ende August. Mittlerweile haben immer mehr Betriebe auf den Zugang für Geimpfte und Genesene umgestellt. Der Senat will diese Regelung ab Samstag, den 23. Oktober 2021 auf den Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen ausweiten.

 

Keine Maskenpflicht mehr bei 2G

 

Demnach können Friseure und auch Dienstleistungen wie Massagen ab Samstag auch mit dem 2G-Modell arbeiten. Wenn die Betriebe sich dafür entscheiden, fällt damit auch die Maskenpflicht weg.

Eine Option mit dem Wegfall der Maskenpflicht soll es auch für den Einzelhandel geben. So können zum Beispiel Bekleidungsgeschäfte oder Plattenläden auf das 2G-Modell umstellen. Für Geschäfte der täglichen Daseinsvorsorge wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien gibt es diese Möglichkeit nicht. Sie müssen weiter allen Menschen Zugang ermöglichen und auch die Maskenpflicht gilt weiterhin.

 

Weihnachtsmärkte entscheiden selbst

 

Für Weihnachtsmärkten wird es laut dem Senat eine Wahlmöglichkeit geben. Sie können entweder unter Anwendung des alten 3G-Modells oder wie der Weihnachtsmarkt auf dem Kiez (Santa Pauli) nach 2G-Regelung öffnen. Bei 2G fallen Abstands- und Maskenregelungen wie auch die Beschränkungen zur maximal Personenanzahl weg. Lediglich die Kontaktdaten müssen weiterhin hinterlegt werden. Für Märkte mit 3G wird es eine Sperrstunde für den Alkoholausschank ab 22 Uhr geben. Die Märkte können einzelne Bereiche durch Umzäunung als 2G-Bereiche ausweisen, so die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen.

Darüber hinaus will der Senat das sogenannte Cornern weiter verhindern, weswegen das Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr in einigen sogenannten Hotspots bestehen bleibt.

Ein „Freedom-Day“ wie in Großbritannien und damit das Aus für alle Corona-Maßnahmen ist in Hamburg aktuell noch kein Thema.

Die bekannt gegebenen Änderungen der Corona-Verordnung sollen zum 22. Oktober endgültig beschlossen sein und zum 23. Oktober in Kraft treten.

Alle weiteren Informationen zur Corona-Lage in Hamburg gibt es im Corona-Ticker von SZENE HAMBURG.


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Ausbildung bei REWE: Zukunft selbst gestalten

Die Menschen machen sich ein zu einfaches Bild von unserem Beruf, findet Alicia Güllnitz, Auszubildende zur Kauffrau im Einzelhandel bei REWE. Ein Gespräch über die Vielfältigkeit ihres Berufalltags

REWE hat über 3.600 Märkte und 19 Logistikstandorte deutschlandweit und bietet vielfältige Ausbildungs­- und Be­rufseinstiegsmöglichkeiten. Das Unternehmensprinzip vom REWE lautet: Kunden zu Fans zu machen und daher steckt das Unterneh­men auch entsprechend viel En­gagement in die Ausbildung ihrer künftigen Mitarbeiter. Alicia Güll­nitz erzählt uns nicht nur über ihre Ausbildung zur Kauffrau im Ein­zelhandel, sondern beweist auch, dass man mit viel Eigeninitiative auch viel Förderung erfährt und einem dadurch viele gute Berufsaussichten und Karrierechancen bei REWE offenstehen.

 

Liebe Alicia, du machst gerade deine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Erzähle uns doch bitte einmal, was alles für Aufgaben zu deiner Ausbildung gehören.

Alicia: Erst einmal geht es grund­sätzlich darum, den Markt und die einzelnen Abteilungen kennenzu­lernen und dann immer weiter in die Materie eingeführt zu werden. Aktuell bin ich verantwortlich für die Abteilung Molkereipro­dukte und damit unter anderem zuständig für die Verräumung der Ware und die kontinuierliche Überprüfung des Mindesthaltbar­keitsdatums der einzelnen Pro­dukte und die Ware dann entspre­chend aussortieren. Zusätzlich sind wir auch für das Warenwirtschaftssystem und Vorbestellungen zuständig.

Warum hast du dich entschieden, diese Ausbildung zu machen?

Ich habe ursprünglich als Aushilfe gearbeitet und wurde dann als Vollzeitkraft eingestellt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe für mich entschieden, dass ich noch weiterkommen möchte und habe dann die Ausbildung begon­nen, um später auch den Handels­fachwirt machen zu können.

Was macht dir am meisten Freude hier bei deiner Arbeit bei REWE?

Richtig toll ist es hier bei der REWE, dass egal in welcher Abtei­lung oder auch in welchem Markt man gerade ist, man sehr gut mit den Kollegen klarkommt. Die Menschen sind hier alle wirklich superfreundlich und man hat auch gemeinsam Spaß bei der Arbeit. Die Führungskräfte behandeln einen auf Augenhöhe und sind auch für uns immer ansprechbar.

Du hast ja schon erwähnt, dass du auch vor deiner Ausbildung bei der REWE gearbeitet hast. Mit welchen Argumenten würdest du einen Schulabgänger überzeugen, bei REWE ebenfalls eine Ausbildung zu machen?

Wenn man gerne mit Menschen zusammenarbeitet und hilfsbereit ist, dann ist der Einzelhandel schon einmal sehr spannend. Der Beruf ist wesentlich vielfältiger als viele eben denken, wir sitzen nicht nur an der Kasse oder räu­men die Regale ein, sondern die Aufgaben, wie schon eingangs beschrieben, sind deutlich viel­ fältiger. Die Menschen machen sich häufig ein zu einfaches Bild von unserem Beruf, der am Ende viel mehr Chancen auch für ein Weiterkommen bietet.

 

Die Ausbildung bei REWE ist vielseitig

 

Was sind denn deine wichtigsten Fächer in der Berufsschule?

Ganz wichtig ist das Fach Waren­wirtschaft und das Beherrschen von Kalkulationen, dass wird häufig unterschätzt. Im Geschäft müssen wir exakt verstehen, wie Einkaufspreise und Verkaufspreise zueinander stehen und wie sie zustandekommen. Warenpräsen­tation ist ebenfalls ein wichtiges Fach, wenn man das nicht be­herrscht wird es auch für den Ab­verkauf schwierig. Es geht eben nicht nur darum, ein Regal einzu­räumen, sondern darum die rich­tige Höhe und Positionierung im Regal so zu berücksichtigen, dass das Produkt den Kunden bestmög­lich präsentiert wird.

Hattest du denn zu deiner Schulzeit auch noch andere Berufspläne? 

Ursprünglich wollte ich gerne Friseurin werden, auch wenn man da nicht so viel verdienen kann, aber der Beruf ist auch schön. Die Ausbildung hatte ich auch begon­nen, musste aber nach einem Jahr abbrechen, da ich leider eine Neu­rodermitis habe, die sich mit die­sem Beruf nicht verträgt. Darauf­ hin bin ich dann auch direkt im Einzelhandel gestartet.

Mal aus deiner Sicht, welche persönlichen Charaktereigenschaften sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind enorm wichtig, die Kunden müssen sich auf uns verlassen können. Genauso müssen wir immer hilfsbereit und freundlich sein und das auch mal in schwieri­gen Situationen.

Das ist vermutlich gerade nicht immer ganz einfach, oder?

Teilweise hat es sich tatsächlich ein wenig geändert, manche Kunden sind schon merklich gereizter in der aktuellen Corona-­Zeit. Bedeu­tet in unserem Beruf, dass man auch sehr konfliktfähig sein muss. Es war schon ein interessantes Phänomen, das Verhalten einiger Menschen zu beobachten. Anfangs waren wir ja auch quasi Helden, inzwischen ist das aber auch wie­ der abgeflaut, aber entscheidend ist, dass man mit solchen Situatio­nen eben souverän umgehen kann.

 

Karriereförderung in der Ausbildung

 

Du hast es schon anklingen lassen, dass du nach deiner Ausbildung den Handelsfachwirt machen möchtest. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Die Weiterbildung zum Handels­fachwirt kann man als „Meister des Handels“ bezeichnen, da der Abschluss auf Meisterebene ist. Durch den Handelsfachwirt hat man die Möglichkeit in den ver­schiedenen Führungsebenen ein­zusteigen.

Und dein Ziel ist es dann auch einmal Filial-Leitung zu machen?

Das war mal mein ursprüngliches Ziel, aber ich wurde durch REWE schon in den letzten Jahren sehr gefördert und nicht nur innerbe­trieblich, sondern auch darüber hinaus und habe für mich festge­stellt, dass ich gerne in den Außen­dienst möchte und dort Richtung Vertriebsleitung.

Wie bist du gefördert worden?

In einem Azubi-­Seminar habe ich ein Konzept ausgearbeitet und das wurde im Unternehmen weiterge­tragen und ich wurde daraufhin zu einem Gespräch gebeten und da­raus resultierend Aufgaben be­kommen habe, die man als Azubi nicht unbedingt bekommt. Darü­ber habe ich mich riesig gefreut und es ist ein schönes Gefühl, dass REWE einem dann auch das Ver­trauen schenkt und einen fördert, wenn sie sehen, dass man Poten­zial hat und Lust auf seinen Beruf.

Wie sah so ein Sonderprojekt aus?

In einem Konzept ging es um Ab­satz-­Optimierung und wir sollten überprüfen, warum in bestimmten Warengruppen, der Absatz in ei­nem Markt gut war und in einem anderen nicht so lief. Darauf basie­rend durften wir dann Verbesserungsvorschläge ausarbeiten.

www.rewe.de/ausbildung

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 19. September 2020 im Handel. Bestellt euch das Heft oder Blättert hier durch das Magazin! 

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Handelsbarriere: Baustelle vor dem Levantehaus

Nachdem die Händler im Levantehaus mit Corona zu kämpfen hatten, haben sie es nun mit einer Hochbahn-Baustelle zu tun. Die Inhaber rechnen mit massiven Einbußen und fürchten um ihre Existenz

Text: Marco Arellano Gomes
Interview: Erik Brandt-Höge

 

Auf der Website des Levantehauses steht noch immer der Hinweis, wie man mit Bus und Bahn zum Traditions-Kontorhaus in der Mönckebergstraße gelangt. Unter dem Stichwort „HVV Anfahrt“ werden alle Möglichkeiten penibel aufgeführt: U3 bis Mönckebergstraße, S- und U-Bahn bis Hauptbahnhof sowie die Buslinien 5, 6, 17, 34, 35, 36, 37, 109, und nicht zu vergessen: die Nachtbusse. An Optionen, zum Levantehaus mit seinen 48 inhabergeführten Geschäften sowie acht Restaurants und Bars zu gelangen, mangelt es also nicht. Schließlich profitieren von eben dieser guten Erreichbarkeit letztlich alle: das Levantehaus, die Hochbahn, die Einzelhandelsgeschäfte, die Gastronomie und die Kunden.

Doch nun gibt es zwischen dem Levantehaus und der Hochbahn einen Streitpunkt – in Form einer Baustelle, die den Besucherstrom der Mönckebergstraße vom Kontorhaus abzuschneiden droht.

Die Hochbahn plant bereits seit 2016 aufwendige Umbaumaßnahmen. Ziel ist es, die Tunnel vom Hauptbahnhof bis Baumwall von Grund auf zu sanieren und den modernen Sicherheitsstandards anzupassen sowie die U-Bahn-Stationen barrierefrei zu gestalten, damit Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen über gläserne Fahrstühle problemlos die Haltestellen erreichen können.

Seit anderthalb Jahren werden intensive Gespräche zwischen den Gewerbetreibenden, der Hochbahn und der Politik geführt. Seit Jahresbeginn werden die Elektro- und Wasserleitungen verlegt. Ab Juli geht es mit den Tiefbaumaßnahmen los. Das gesamte Unterfangen soll bis März 2022 andauern. Bereits unter normalen Umständen sind Baustellen für unmittelbar betroffene Geschäfte mit Einbußen verbunden.

Kunden machen erfahrungsgemäß einen Bogen um Geschäfte, vor denen gebohrt, gehämmert, geschweißt und gepflastert wird. Staub, Lärm und schmale, von Baugruben umgebene Wege sind nicht unbedingt einladend. Richtig brisant wird die Situation aber dadurch, dass der Einzelhandel aufgrund der Corona-Krise bereits wochenlang komplett lahmgelegt wurde. Jetzt kommt die Baustelle und verhindert – kurz nach Wiedereröffnung des Einzelhandels – eine Erholung von der wirtschaftlich harten Zeit. Ein für alle Seiten tragfähiger Kompromiss ist nach gegenwärtigem Stand noch nicht in Sicht.

 

Dietmar Hamm, Geschäftsführer des Levantehauses, zu der aktuellen Situation des Levantehauses, das durch Corona und eine Baustelle doppelt belastet ist

Dietmar Hamm, Geschäftsführer des Levantehauses (Bild: City Management Hamburg)

SZENE HAMBURG: Dietmar Hamm, wie hat sich die wirtschaftliche Situation vor der Co­rona­bedingten Schließung im Falle des des Kontorhauses dargestellt? In wel­cher Lage hat Corona den Einzelhandel erwischt?

Dietmar Hamm: Corona hat uns kalt erwischt. Eine Gesamtschließung der Innenstadt war vorher undenkbar. 2020 versprach ein gutes Jahr zu werden. Viele Gastronomen und Einzelhändler haben in ihr Unternehmen investiert, einige Neueröffnungen waren geplant. Von einem auf den anderen Tag keine Einnahmen zu erzielen, führt schnell zum Verlust der geschäftlichen Existenz und zu familiären Instabilitäten – vor allem beim kleinteiligen und inhabergeführten Einzelhandel.

Deshalb haben wir unseren Geschäften und Gastronomien die Mietzahlung in der Lockdown-Zeit und darüber hinaus erlassen. Wir halten es für richtig, zusammenzuhalten und zu helfen, wo es uns möglich ist.

Wie haben sich Covid­-19 und die damit einhergehenden Maßnahmen auf das Levantehaus ausgewirkt?

Das Levantehaus ist ein Ort des Verweilens, des Genusses und der Lebensfreude. Unser gastliches und besonderes Angebot in einer einzigartigen Architektur ist von einer liebevollen Atmosphäre und Nähe geprägt. Da passen Kontaktbeschränkungen, Mindestabstände und Mund-Nasen-Schutz nicht rein – auch wenn sie derzeit unabdingbar sind. Die sehr kleinen, familiären Gastronomien und Geschäfte geben ihr Bestes, um den Levantehaus-Besuchern auch in dieser Zeit eine Freude zu bereiten.

Aktuell macht Ihnen vor allem die Bau­stelle der Hochbahn – direkt vor der Haustür – zu schaffen, bei der, so kurz nach Wiedereröffnung, mit den Tief­ baumaßnahmen begonnen wird. Sie fordern eine Verschiebung der Bauar­beiten, um die Geschäfte vor drohenden Insolvenzen zu schützen. Warum ist es nicht dazu gekommen?

Der Zeitplan der Hochbahn ist den Verantwortlichen wichtiger als die Familien und die Unternehmen, die bereits durch Corona in eine bedrohliche Situation gekommen sind und um ihre Existenz fürchten. Die Verhinderung einer Selbstheilung des Handels und der Gastronomie in der Mönckebergstraße – nach Corona – ist ein Indiz für die Prioritäten, die die Stadt und ihr Unternehmen Hochbahn setzen.

Für die Betroffenen ist das eine bittere Wahrheit. Für die Innenstadt hat das schwerwiegende Folgen.

Sie befinden sich in intensiven Gesprä­chen mit der Hochbahn, dem City­management und der Politik. Gibt es Verständnis für die dramatische Lage der Händler oder gar Anzeichen eines Entgegenkommens?

Verständnis gibt es schon, aber trotzdem wird das Vorhaben den neuen Corona-bedingten Problemstellungen nicht angepasst. Wir müssen nun versuchen, die dramatische Lage zu überstehen und werden nicht müde, die Kommunikation mit allen Beteiligten und der Stadt zu suchen. Bisher haben wir kein Entgegenkommen erreichen können, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Levantehaus, Mönckebergstraße 7 


Szene_Juli_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Kommentar zur Maskenpflicht: Trügerisches Sicherheitsgefühl

Ab heute (27. April) gilt in Hamburg die Maskenpflicht: Im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Unser Autor Basti Müller schreibt über das Pro und Kontra der Maßnahme.

Text: Basti Müller

 

Ich sitze in der Bahn und schaue in mein Tagebuch. Mein Atem wird von meinem Schal geblockt, er steigt empor und beschlägt meine Brille. Eine „richtige“ Maske habe ich noch nicht, so fühle ich mich ein bisschen wie ein Verbrecher. Ich habe Angst – nicht vor dem Coronavirus – sondern davor, dass der Schal herunterrutscht und mich die Sicherheitsleute ansprechen.

Maskenpflicht – das ist ja schön und gut. Es gilt, Mitmenschen durch das Tragen der Maske zu schützen, die Ansteckungsrate zu minimieren und somit das Gesundheitssystem zu entlasten. Eine wichtige Aufgabe, zu der man nun mehr oder weniger gezwungen wird. Das ist zu verkraften, der Chefarzt der Stadt, Peter Tschentscher, hat das schließlich angeordnet. Auch zumal der Hamburger Justizsenator, Till Steffen, ankündigte, (noch) keine Bußgelder auszusprechen. Wer dagegen verstoße, dürfe – einfach gesagt – nicht mitfahren oder einkaufen.

Das finde ich fair, weil ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel und Lebensmittel angewiesen bin und die gleiche von mir an den Tag gelegte Rücksicht auch von meinen Mitbürgern verlange. Die Maske ist also weit mehr als ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, sie wird auch zum Hilfswerkzeug, die die Bürger sensibilisiert, die verdammte Kurve abzuflachen. Wie paradox: Die Bahnfahrt ist nun trister als je zuvor, die Masken schaffen trotzdem eine Art „Wir-Gefühl“.

 

Schutzmasken schaffen ein trügerisches Gefühl der Sicherheit

 

Nach der Maskenpflicht sollte aber Schluss sein mit der Einschränkung der „allgemeinen Handlungsfreiheit“. Der Ellenbogen-Handschlag ist mittlerweile zur Standardbegrüßung mutiert, verständlich. Dass ich mit meinen Mitbewohnern nicht im Park sitzen kann, ohne von einer Streife nach dem Ausweis gefragt zu werden, nervt. Dass ich mir jetzt eine Maske für den öffentlichen Nahverkehr besorgen muss, hätte von den Verantwortlichen besser umgesetzt werden müssen. Zumal der Zeitpunkt, eine Woche nach Öffnung der kleineren Geschäfte, für mich widersprüchlich ist. Experten warnen sogar, dass Schutzmasken den sozialen Kontakt verharmlosen, sie somit ein trügerisches Sicherheitsgefühl erschaffen. Sollte das Social Distancing stark vernachlässigt werden, bringt eine Maske recht wenig.

Hinzu kommt, dass die Preise zu steigen scheinen. Unterdessen versuchen einige Bürger an einen hochwertigen Mund-Nasen-Schutz zu gelangen, die womöglich an anderen Orten mehr gebraucht werden. Effizienter Schutz wird somit auch irgendwie zum Privileg der Besserverdienenden. Obdachlose mit Schutzmasken habe ich jedenfalls noch nicht gesehen. Masken auf der Straße liegend aber schon. Die durch die Ansammlung der Erreger im Stoff übrigens zum Viren-Hotspot werden können. Da wären wir wieder in der Wegwerfgesellschaft, die wir alle so schrecklich vermisst haben.

 

Die Maskenpflicht polarisiert

 

Fazit: Naiv betrachtet ist jede Maske besser als gar kein Schutz. Ich passe mich den Vorschriften an, nicht, weil ich es besser wüsste, sondern weil ich es für richtig halte. Menschenleben zu schützen, und die damit einhergehende Dauer der Maßnahmen entgegen zu wirken, ist Priorität – um schnellstmöglich zum Friseur, eh, ich meine zur Normalität zurückzukehren.

Klar ist, dass die Maskenpflicht polarisiert. Ob unsere Grundrechte dadurch massiv eingeschränkt werden, sei aber dahingestellt. Rechtlich gesehen ist sie als „notwendige Schutzmaßnahme“ schon seit 2001 im Infektionsschutzgesetz geregelt. Übrigens: Meine Eltern, Kinder der DDR, wissen was „wahre“ Einschränkung bedeutet – nicht zu wissen, wem du deine Gedanken anvertrauen kannst, für Kritik am System möglicherweise in den Knast zu kommen oder bei Verlassen des Landes mit Schüssen zu rechnen.

Ich schneidere mir eine Atemmaske einfach selbst. Dann hat sich das auch mit der Angst und den beschlagenen Brillengläsern. Ich kann sie wiederverwenden und ganz nach meinem Geschmack gestalten. FCK CRN werde ich auf meine schreiben.


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