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10 Gründe für das Grindelviertel

Im Grindel gibt es nicht nur die Uni! Das kleine Viertel unweit des Dammtor Bahnhofs ist reich an Geschichte und Kultur. Besonders gut lässt sich das an den Lieblingsorten im Viertel entdecken. Diese zehn sind einige davon:

Filmkunst

Eines der ersten Programmkinos in Hamburg und immernoch da: Das Abaton. Seit 1970 werden hier anspruchsvolle Filme und ungewöhnliche Stoffe gezeigt, die nicht den verkrusteten Strukturen der Kommerzkinos gehorchen. Weg vom Mainstream und dem Korsett des Popcorn-Kinos. Dabei gelingt dem Kino auch noch die Mischung aus Film, Musik, Kunst und Literatur. Für die außergewöhnliche und vielfältige Programmgestaltung wird das Abaton regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet – zu Recht! Das Abaton ist einer der kulturellen Treffpunkte in Hamburg und eines der Highlights im Grindelviertel.

abaton.de

Jüdische Küche & Kultur

Der Jüdische Salon am Grindel will die jüdische Kultur fördern. Nicht umsonst ist er deswegen genau dort beheimatet, wo historisch das jüdische Leben in Hamburg pulsierte und heute wieder immer mehr an Bedeutung gewinnt. 2007 gegründet, ist der Salon mittlerweile ein fester Bestandteil des Viertels und Motor für jüdische Kultur auch über den Grindel hinaus. Angeschlossen an den Jüdischen Salon gibt es das Café Leonar. Zwar nicht koscher, legt das Café seinen Fokus auf die levantinische Küche – also der Küche aus Israel, Jordanien, dem Libanon und anderen Ländern der Region Levante. Dazu zählen Gerichte wie Shakshuka (gebackenes Ei) oder Mohnwaffeln.

cafeleonar.de

Gedenken

Wer Grindel sagt, kommt natürlich an der jüdischen Kultur in Hamburg nicht vorbei. Nicht nur das hier der Jüdische Salon und das Café Leonar zu Hause sind, mit der Joseph-Carlebach-Schule (in der ehemaligen Talmud-Thora-Schule) gibt es hier seit 2007 die Schule der jüdischen Gemeinde. Direkt nebenan ist zudem der Joseph-Carlebach-Platz, hier stand die in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstörte Bornplatzsynagoge. Diese soll jetzt wiederaufgebaut werden. Unterdessen wird in jedem Jahr, ausgehend vom Grindelviertel in der ganzen Stadt, bei „Grindel Leuchtet“, den Gräueltaten der Nazis gedacht.

Eine gute Pizza

Universitäten und Essen, das ist wahrlich oft keine Liebesbeziehung. An der Universität Hamburg ist das aber anders, denn hier gibts das Schlüters. Keine gewöhnliche Mensa, eher ein Mix aus Lounge und Restaurant und vor allem: Hier gibts richtig gute Pizza zu fairen Preisen. Vom Studierendenwerk Hamburg betrieben, kostet die Margherita für Studierende 4,70 und für Gäste 6 Euro. Geöffnet ist nur in der Woche bis 19 Uhr (Freitags bis 18 Uhr). Und hier noch ein Tipp: Die Uni-Profis kommen nicht in den Seminarpausen, denn das Schlüters ist sehr beliebt.

Schlüters

Faire Mode

Im Grindelviertel lässt es sich nicht nur gut leben und verweilen, auch der bewusste Konsum kommt dabei nicht zu kurz. Bei Maas und Marlowe Nature finden Kund:innen ökologisch nachhaltige und faire Mode. „Wir stehen für einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen, der Natur und den Menschen“, betonen die Geschäftsinhaber:innen von Marlowe und sind damit nicht allein – der Grindel ist ein echter Hotspot für Green Fashion.

maas-natur.de

Gut gezeichnet

Hamburg kann Buch, aber auch Comic. Das beweist seit 1988 comics.total! im Grindelviertel. Unweit der Universität gibt es Comics, Mangas und Zeichenkunst für jeden Geschmack sowie eine exzellente fachkundige Beratung.

comicstotal.com

Einmal nach Schweden bitte

Richtig gute Köttbullar, die gibts garantiert nicht im Möbelhaus. Dafür geht man in Hamburg zu Karlsons. Das kleine gemütliche schwedische Café bietet Frühstück, einen richtig leckeren Mittagstisch und viele weitere skandinavische Köstlichkeiten. Dabei lässt sich auch in Erinnerungen Schwelgen, besonders für Fans der Pfefferkörner. In den Folgen ersten Generation wurden die Szenen im Restaurant von Nataschas Eltern genau hier gedreht.

karlsons.de

Kammer-Kultur

1945 gegründet, zählen die Hamburger Kammerspiele zu den traditionsreichen Theatern der Stadt. Von Ida Ehre eröffnet, leitete unter anderem Ulrich Tukur zwischenzeitlich das Haus. Gezeigt wird modernes und kritisches Sprechtheater sowie viele Ur- und Erstaufführungen. Ein Theater mit über 75 Jahren Gemischte hat auch viel große Darsteller:innen gesehen, so standen in den Kammerspielen Größen wie Rufus Beck, Katharina Wackernagel und Bjarne Mädel auf der Bühne.

hamburger-kammerspiele.de

Enjoy the Pony

Eigentlich muss man an dieser Stelle nicht mehr viel sagen, denn die Pony Bar ist mindestens so bekannt wie ihr Nachbar, das Abaton Kino. Es ist DER Treffpunkt für Studierende und vor allem abends ist hier gut was los. Es gibt Lesungen, Konzerte und viel Neues zu entdecken. Der Eintritt ist dabei traditionell immer frei. Und wer am Abend keine Zeit hat, kann es sich tagsüber bei Kaffee, Kuchen und anderen Snacks gut gehen lassen.

ponybar.com

Stühlchen Wechsel dich

Im Salon Wechsel Dich ist der Name Programm. Man sitzt zwar in einem tollen Salon mit leckerstem Essen, doch sitzt man dabei nicht immer gleich, denn das Mobiliar und die Accessoires kann man mitnehmen. Im Salon Wechsel Dich können Tische, Stühle, Teller, Tassen kurzerhand eingepackt werden. Kreativen und Jungdesigner:innen gibt das Lokal eine Plattform, um ihre Produkte anzubieten.

instagram.com/salonwechseldich


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Die Hamburger Tafel braucht Spenden

In Zeiten von Krieg und Inflation kommt besonders der Hamburger Tafel eine immer größere Bedeutung zu – doch die Spenden werden knapp. Der NDR ruft jetzt zusammen mit der Tafel zur großen Spendenaktion auf

Text: Felix Willeke

Schon vor dem Krieg in der Ukraine arbeitete die Hamburger Tafel am Limit. Vor dem Hintergrund der Hamsterkäufe waren besonders Konserven in den vergangenen Monaten immer wieder Mangelware. Jetzt steigen die Lebensmittelpreise in Hamburg, immer mehr Geflüchtete sind auf die Tafel angewiesen und der Verein ist dringender denn je auf Spenden angewiesen. Deswegen rufen der NDR und die Tafel für den 21. April 2022 zur großen Spendenaktion auf. 

Spenden: Was, wann und wo?

Dafür werden in Hamburg vier Zentren zur Abgabe von Lebensmittelspenden und Hygieneartikeln am 21. April 2022 eingerichtet:

Benötigt werden besonders folgende Lebensmittel:

  • Nudeln
  • Reis
  • Kartoffelprodukte
  • Mehl, Backpulver, Trockenhefe
  • Kaffee/Tee
  • Konserven (Erbsen, Bohnen, Mais, Möhren, …)
  • Gläser (Kirschen, Apfelmus, …)
  • H-Milch/H-Sahne/Kaffeesahne (keine Kühlprodukte)
  • Müsli/Cornflakes/Knäckebrot (kein frisches Brot/Brötchen)
  • Margarine (keine Butter)
  • Marmelade/Honig/Schoko-Aufstrich/Wurst/Käse (keine Kühlprodukte)
  • Gewürze

Und folgende Hygiene- und Reinigungsartikel:

  • Shampoo
  • Duschgel
  • Zahnpasta
  • Wasch- und Spülmittel
  • Toilettenpapier
  • Küchentücher
  • Taschentücher

Wer individuell Lebensmittel an die Tafel spenden möchte, kann hierfür unter 040 300 605 600 einen Termin vereinbaren. Darüber hinaus nimmt die Hamburger Tafel auch finanzielle Spenden entgegen.


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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Hamburg auf einer Genuss-Tour entdecken

Die Sonne kitzelt auf der Nase, Vögel zwitschern, die Temperaturen steigen. Es wird Frühling. Perfekt, um Hamburg auf einer Genuss-Tour zu erkunden. Bei kulinarischen Leckerbissen gibt es auch einiges zur Stadtgeschichte zu erfahren. Einen kleinen Vorgeschmack liefert Genuss-Guru Antje 

Text: Antje Grimm

Was gibt es Schöneres, als auf einer Stadtführung wunderbar komische Anekdoten und kleine Schätze aus Hamburgs gut gefüllter Geschichtenkiste zu erfahren. Neben Historie sind es die spannenden Lebensgeschichten jener Hamburger und Hamburgerinnen, so manch Schildbürgerstreich und eben gewollte oder ungewollte Komik und Kuriosität der Geschichte, die eine Tour durch Hamburg unvergessen machen.

Hamburger Hausmittel

Drehen wir die Zeit rund 300 Jahre zurück: Wer schön sein wollte, musste immer schon leiden. Jogging, Fitness, neue Frisur, Frühlingsbräune und ein frischer Look. Im Frühling möchte man sich von der besten Seite zeigen. Auch früher wurde in Hamburg viel um Schönheit gegeben. Schon in vergangenen Jahrhunderten gehörte ewige Schönheit und Jugend zur gehobenen Hamburger Dame von Welt.

Sind es heute die moderne Schönheitschirurgie, Kuren aller Art und exklusivste Kosmetik sowie streng gesunde Ernährung und Sport, waren es damals übliche (schmerzhafte) Naturprodukte. Nur eines hat sich nicht geändert: eine gewisse Leidens- und Überwindungsfähigkeit der Damenwelt. Der übliche und gängige Weg führte die Hamburger Damen in die Apotheken der Stadt. Hier bekamen sie all die exklusiven Produkte zum Mischen hautstraffender Salben, Haarkuren und andere kosmetischen Mittelchen zur inneren und äußeren Anwendung.

Der Preis der Schönheit

In alten Hamburger Apothekenverordnungen finden sich auch die dazugehörigen Preise, die schon damals gepfeffert waren. Schönheit kostete auch vor rund 300 Jahren viel Geld: So gehörten natürliche Zutaten wie Hechtlunge, Storchenfett, Krebsaugen, Schmalz vom Igel schon zu den empfindlich teureren Beigaben für Luxuskosmetik der ewig schönen Hamburger Kaufmannsgattin. Taubendreck hingegen war in größeren Mengen erhältlich und absolut erschwinglich.

Zum wahren Schönheitswahn gehörten allerdings auch die, zwar in besseren Kreisen unter der Hand geführten, aber durchaus guten Beziehungen der Hamburger Dame zum Henker: Zu den begehrtesten Rohstoffen der ewigen Jugend gehörte Moos von den Köpfen erhängter Missetäter. Auch reines Menschenfett galt Schönheit versprechend und war heiß begehrt. Für solche Exklusivitäten musste schon damals tief in die Tasche gegriffen werden. Das brachte den Henkern im wahrsten Sinne des Wortes den schlechten Ruf eines Halsabschneiders. Ob dies alles wirkte, ist nicht überliefert. Dass es wohl aber das ein oder andere Ungeziefer gierig herbeilockte und den lustvollen Ehegatten wohl eher aus dem Schlafgemach vertrieb, lässt sich erahnen … 

Lust auf eine Genuss-Tour? Mehr Infos gibt es hier: genusstouren-hamburg.de


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À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen

Im neuen Film von Éric Besnar geht es um die gute Küche, den guten Geschmack und das perfekte Aroma – quasi der Genuss-Guide anno 1789

Text: Marco Arellano Gomes

 

Es ist ratsam, diesen Film nicht mit leerem Magen zu sehen, sonst läuft einem satte zwei Stunden das Wasser im Mund zusammen. „À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen“ von Éric Besnard („Birnenkuchen mit Lavendel“) zeigt die Geburtsstunde des „Restaurants“ – und zeigt in leidenschaftlichen Nahaufnahmen die Kunst des Kochens. Hier wird gehackt, geknetet, gewürzt, gekocht und gebraten. Das ist nicht nur köstlich mit anzusehen, es macht auch richtig Laune, den Genuss-Guide der Szene Hamburg zu kaufen und ins nächste Restaurant zu eilen, um ansatzweise nachzuempfinden, was einem da auf der Leinwand serviert wird.

 

Der gute Ruf

 

Kein Film für leere Mägen: À la Carte! (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Kein Film für leere Mägen: À la Carte! (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Frankreich 1789. Der begnadete Koch Manceron (Grégory Gadebois) arbeitet für den Herzog de Chamfort (Benjamin Lavernhe) und verwöhnt diesen und seine adeligen Gäste mit allerhand Köstlichkeiten: Schwanen-Ragout, gebackene Täubchen, Pastete. Köstlich! Doch dann das: Der eigenwillige Küchenchef tischt seine neueste Kreation auf, nur das diese unter anderem aus der niedrigsten aller Zutaten besteht: der Kartoffel. Die feinen Herren rümpfen die Nase, ein Teller fliegt durch den Raum. Sakrileg! Der Koch verlässt enttäuscht seinen Posten und zieht sich mit seinem Sohn zurück auf den familiären Bauernhof, wo er Suppe und Brot für die Durchreisenden serviert. Bis eine geheimnisvolle Frau namens Louise (Isabelle Carré) bei ihm erscheint, um bei ihm in die Lehre zu gehen. Schon bald folgt die Geburtsstunde des Restaurants. Das spricht sich rum – auch der Herzog kündigt sich an. Wird Manceron seinen Ruf wiedererlangen?

 

Timing ist alles

 

„À la Carte!“ ist ein Fünf-Gänge-Menü im Filmformat, schön und bekömmlich. Mit opulenten Bildern entfacht Regisseur Éric Besnard auf der Leinwand ein Fest der Sinne. Als Zuschauer meint man förmlich, den Duft der frisch gehackten Zwiebeln, des gegarten Gemüses und des sich auf dem Spieß drehenden Bratens riechen zu können. Alle Rezepte stammen von den französischen Spitzenköchen Thierry Charrier und Jean-Charles Karmann. Die Hauptcharaktere sind liebenswürdig und geben dem Film eine saftige Würze. Immer wieder gibt es fein nuancierte Humorhäppchen. Doch obwohl es von Beginn an prickelt, entfaltet die Beziehung zwischen Meister und Lehrling erst mit der Zeit ihr volles Aroma. Timing ist eben alles – im Film wie in der Küche.

„À la Carte!“, Regie: Éric Besnard. Mit Grégory Gadebois, Isabelle Carré, Benjamin Lavernhe. 112 Min. Seit dem 25. November in den deutschen Kinos

Appetit? Hier gibt’s den Trailer zu „À la Carte!“:

 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2021. Das Magazin ist seit dem 27. November 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Genuss-Guide: Anonym. Kritisch. Unabhängig.

Egal ob Kiosk, Lieblingsbuchhandlung oder online: Der Genuss-Guide Hamburg ist wieder da. Der Restaurantführer führt auch in diesem Jahr kompetent, anonym, kritisch und unabhängig durch die Gastro-Szene Hamburgs und liefert darüber hinaus Informationen zu wichtigen Food-Themen

Text: Felix Willeke

 

Ein Leben ohne Gastronomie ist – frei nach Loriot – möglich, aber sinnlos. Doch im Frühjahr 2020 mussten viele Restaurants ihre Türen schließen, die Corona-Pandemie hat auch der Food-Szene extrem zugesetzt. Doch seit dem Sommer 2021 ist wieder mehr möglich: War es zuerst die Außengastronomie und dann auch die Innenräume der Lieblingsrestaurants, die Gastro-Szene erwacht wieder zum Leben und womit lässt sich das besser feiern als mit dem Genuss-Guide der SZENE HAMBURG. Viele Tester:innen sind im letzten halben Jahr über 700 Mal ausgeschwärmt um zahlreiche Neueröffnungen und alte Bekannte zu testen. Dabei stehts anonym, kritisch und unabhängig.

 

Mehr als ein Restaurantführer

 

Das Ergebnis sind 438 Seiten voller kulinarischer Höhepunkte. Neben den Restauranttests, den Sieger:innen des Genuss-Michel 2021, dem Hamburger Gastropreis und den Testsiegern des Genuss-Guide der SZENE HAMBURG gibt es im neuen Restaurantführer auch wieder viele Themen aus der Food-Szene. Dabei beleuchten die Autoren neuste Tipps und Trends, diskutieren die Zukunft der Gastronomie in Hamburg und hinterfragen das Thema Wertschätzung in der Branche. In diesem Sinne: Es gilt besonders in dieser Zeit die Gastronomie der Hansestadt wieder zu entdecken und das geht nach wie vor am besten mit dem Genuss-Guide der SZENE HAMBURG.

Genuss-Guide der SZENE HAMBURG, ab sofort am Kiosk und im gut sortierten Buchhandel, 12,50 Euro; noch mehr Themen rund um Genuss in Hamburg gibt es auf genussguide-hamburg.com


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Johannes: „Ich spiele nicht durch, was in der Zukunft passiert”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Johannes begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„In gewisser Weise ist das Leben in Episoden eingeteilt. Ich habe so ein paar Stationen durchlaufen, die grundverschieden waren, daher fühlt sich das für mich teilweise so an. Ich bin in Wiesbaden geboren, aber habe die meiste Zeit in Köln gelebt, meine Eltern sind dann irgendwann nach Münster gezogen, ich habe meinen Bachelor in Textil- und Bekleidungsmanagement gemacht, bin dann 2009 für den BWL-Master nach Hamburg gekommen, war eine Zeit in Kopenhagen, dann in Bayern. Inzwischen arbeite ich als Webentwickler. Und alles hat so seine Vor- und Nachteile. Missen möchte ich nichts davon. Und wer weiß, vielleicht ist die nächste Episode eine Familie zu gründen.

Aber so konkret spiele ich das gar nicht durch, was in der Zukunft passiert. Ich bin Quereinsteiger, daher versuche ich mich gerade im Job zu festigen, Corona endlich mal hinter mich zu bringen und was danach ansteht, wird man sehen. Heute Abend gibt’s erst mal was Leckeres zu essen. Aber nicht mal dafür habe ich wirklich einen Plan im Kopf. Gestern gab’s Spargel, vielleicht geht das heute noch mal in die Richtung. Mal sehen.

 

„Dann hält das Glück auch länger an“

 

Du kannst eh wenig erzwingen und solltest dir eine gewisse Leichtigkeit beibehalten, auch mal spontan entscheiden. Das heißt nicht, dass man nicht auch mal reflektieren sollte, um zu schauen, was man in der Vergangenheit hätte anders machen können. Das geht dann schon in Richtung Selbstoptimierung. Ist ja auch ein angesagtes Thema.

Einen Selbstoptimierungstipp habe ich sogar: Koch dir heute Abend mal was Leckeres! Was das ausmacht, unterschätzen viele Leute. Ganz ehrlich: Man kann beim Kochen so vieles rausholen. Ich war heute wieder den ganzen Tag mit dem Kopf zugange und beim Kochen kannst du dich ausleben, du kannst es teilen und am Ende tust du dir selbst auch noch was Gutes. Ich finde das eine feine Sache. Ah, und noch einen Tipp: Iss nicht so schnell, dann hält das Glück auch länger an.“


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