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Rindchen schlemmt: Das N°4 in Buxtehude

Seine heimliche Liebe und den famosen Herrn Rittmeyer findet Gerd Rindchen im N°4 in Buxtehude.

Text: Gerd Rindchen

Na, schon eine Weihnachts-Geschenkidee für die Erbtante, den Liebsten oder die Liebste? Wie wäre es mit einem Ausflug ins pulsierende Buxtehude? Dort, im Restaurant N°4 im Hotel Navigare, treibt der famose Jens Rittmeyer sein Wesen – ein gleichermaßen begnadeter wie sympathischer Meisterkoch, der uns unlängst eines der spannendsten Menüs unseres Lebens bescherte.

Rittmeyers „heimliche Leidenschaft“ ist die vegetarische Küche – ein ebenso benanntes, vegetarisches 8-Gänge-Menü ziert neben dem klassischen Menü, der „Nordischen Reise“, die Abendkarte. Beide kosten jeweils 112 Euro und sind jeden Cent wert. Bei beiden wird zunächst unter dem schlichten Titel „Der Anfang“ ein Potpourri aus faszinierenden, aromensatten und genialen vegetarischen Kleinigkeiten serviert. Dann teilen sich die Pfade: Während sich der Normalo beispielsweise an einer Islandscholle mit Butternut-Kürbis und Eisenkrautsauce, Roscoff-Zwiebel mit gebackenem Kalbskopf oder Rehrücken mit Schwarzkohl, Roter Bete und Cassis-Wacholderjus erfreut, laben sich vegetarische Mitbürger an Pastinaken-Velouté mit Quitte und Erdartischocken, an Gelber Bete in Holzkohleglut gebacken mit Grünkern-Wildpflaumensalat oder knusprigem Wirsingwickel mit Maronen, Pilz-Confit und Blaubeeressig-Sauce. Alles großartig. Bei Äpfeln aus Mittelnkirchen mit Erdmandelstreuseln, Anis-Agastache, Karamell und Preiselbeere und dem dann folgenden „Süßen Ende“ kommen alle wieder zusammen.

Highlight bei beiden Varianten ist Gang Nummer fünf: „Brot mit Sauce“. Wer immer schon der Ansicht war, dass geniale Saucen das Beste am Essen sind, bekommt sie hier pur in jeweils drei Variationen serviert. Rittmeyer versteht Saucen besser zuzubereiten, als fast jeder andere auf Gottes weitem Erdenrund! Mit seinen Saucen, die es auch zu kaufen gibt, baut sich der Spitzenkoch gerade ein zweites Standbein auf. Das ist einer der Gründe, warum er vom Restaurant KAI3 im Nobelhotel Budersand auf Sylt, wo er zwei Sterne erkocht hatte, ins beschauliche Buxtehude zog. Gut für uns Hamburger – so ist einer der besten deutschen Köche mit der S-Bahn erreichbar.

Tipp: Wenn man zum Essen die exzellente Weinbegleitung wählt, empfiehlt sich eine Übernachtung im angegliederten sehr ansehnlichen Hotel Navigare. Dann ist die Weihnachtsüberraschung perfekt.

Harburger Straße 4 (Buxtehude) Telefon 04161 749 00, www.hotel-navigare.com
Für die Saucen: www.jens-rittmeyer.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 


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Noch mehr „Rindchen schlemmt“?

Louis by Thomas Martin – Innovative Küche in der HafenCity

Innovative Küche und lässiger Service im Louis by Thomas Martin.

Text: Benjamin Cordes
Beitragsfoto: Louis by Thomas Martin

Es ist eine Daueraufgabe der gehobenen Gastronomie: Wie begeistert man junge, neue Gäste für gutes Essen? Das Hotel Louis C. Jacob sucht darauf eine Antwort im Souterrain der Carls Brasserie in der HafenCity: im Louis by Thomas Martin, ein ursprünglich nur auf zwei Monate angelegtes Pop-up-Restaurant. Nun hat es einen dauerhaften Platz neben der Elbphilharmonie. Das Konzept basiert auf dem Sharing-Prinzip. Übersetzt bedeutet das: Gerichte zum Teilen in ungezwungener Atmosphäre. Namensgeber und Patron ist Thomas Martin, der die Küche des Jacobs Restaurants im Traditionshotel führt. Sein Name soll offenbar den Qualitätsanspruch verdeutlichen und das Vertrauen der Gäste gewinnen.

Die Gerichte passen auf ein einziges Blatt. Oberhalb der Seite stehen ein paar Kleinigkeiten zum Aperitif, unten zwölf Gerichte, ein Käsegang und zwei Desserts. Los geht’s mit würfelförmigen Kroketten vom Duroc-Schwein (7,50 Euro). Sie sind heiß, außen knusprig und innen mit einer cremig-herzhaften Béchamelsauce gefüllt. Dazu gibt es einen herbstlichen Smart-Farming-Salat (8,50 Euro) von Farmers Cut mit eingelegtem Kürbis sowie Grünkohl- und Rosenkohlblättchen. Der Faröer-Lachs mit Fenchel liegt unter einer Decke aus fein gehackten Kräutern, dazu passt der gedünstete Fenchel mit zitroniger Note (10 Euro). Zwischendurch genießen wir ein luftig-wolkiges Ciabatta mit würziger Heubutter (6 Euro). Weiter geht’s mit einer in Butter gebratener Brioche mit Wintertrüffel (18 Euro), dessen Qualität aber zu schwach ist, um gegen das leckerere Gebäck anzukommen. Dazu werden kleine Trüffel-Imitate auf einer Basis aus Kichererbsen gereicht, die mit Pflanzenkohle und geschickter Fingerarbeit tatsächlich fast wie das Original aussehen und schmecken. Als Nächstes steht vor uns eine kleine Schüssel mit schaumigem Inhalt. Darin finden sich Hummerstücke mit Mais (als Creme und knackige Körner) in einer Kokos-Hummersauce, offenbar auf einer Cognac-Butter- Basis zubereitet (14 Euro). Der süßliche Schaum schmeckt dicht und füllig, der Hummer hat es jedoch schwer, sich dagegen zu behaupten. Auch etwas mehr Maiscreme wäre wünschenswert. Kleine Artischocken auf provenzalische Art (12 Euro) mit aromatischem Sud und knusprigem Knoblauchbrot sind ebenso wie der Schweinebauch mit sardischen Fregola-Nudeln und Safransauce (14 Euro) schöne Ausflüge in mediterranes Terrain.

Zum Abschluss gönnen wir uns ein Stück „Old Cow“ (18 Euro). Doch die geschätzten 60 Gramm sind ihren Preis nicht wert, das Fleisch ist geschmacklich und sensorisch nur guter Durchschnitt, es hat zu wenig vom sonst so charakteristischen Fett. Das Finale ist wiederum vergnüglich: Haselnusseis, gesalzene Haselnüsse, Nuss- und Schokomousse (9 Euro) gehen erwartungsgemäß gut zusammen. Das Teilen macht Spaß und satt sind wir trotz der kleinen Portionen auch. Allerdings kommt Teller für Teller auch eine ordentliche Summe zusammen. Kann man so junge Leute für die Spitzengastronomie gewinnen? Ja, wenn sie bereit sind, das Geld dafür auszugeben. Der lässige Service in Sneakern, weißen Hemden und Hosenträgern macht jedenfalls vor, wie exzellente Gastronomie in ungezwungener Atmosphäre funktionieren kann.

Am Kaiserkai 69 (Hafen- City), Telefon 300 32 24 13; www.louisrestaurant.de


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Top 10 – Hamburgs heißeste Gastro-Neuzugänge

Neueröffnungen – Die Gastroszene in Hamburg boomt. Diese zehn Neuzugänge seit Frühjahr 2018 sollten Sie im Blick behalten.

Texte: Jasmin Shamsi
Beitragsbild: René Flindt (100/200)

1) Underdocks

Die gute alte Fischbude, sie ist vom Aussterben bedroht! Um sie von ihrem verstaubten Image zu befreien, haben sich zwei junge Hamburger etwas Besonderes einfallen lassen: Im Underdocks werden Klassiker wie Backfisch oder Fischbrötchen neu interpretiert – die Soßen und Füllungen sind der Clou – und das Angebot um angesagte, etwas mondäner klingende Leckerbissen wie Lobster Roll oder Ceviche ergänzt. Umgeben von diversen Bars, Clubs und Konzertlocations, eignet sich das Underdocks bestens zum Vorglühen, Stärken – oder Auskatern.

Neuer Kamp 13 (Sternschanze); www.under-docks.de

 

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2) LOUIS by Thomas Martin

Als im Jacobs Restaurant Anfang 2018 Renovierungsarbeiten anstanden, nutzte Sternekoch Thomas Martin die Gelegenheit, um mal etwas ganz anderes zu machen. Zusammen mit seinem Team ließ er sich von Food-Trends wie Smart Farming oder Fusion Cuisine inspirieren und stellte ein experimentelles Menü zusammen.

Als Pop-up-Restaurant im Carls an der Elbphilharmonie gestartet, ist das Louis by Thomas Martin inzwischen fester Bestandteil der Gastroszene in der HafenCity. Der Namensgeber ist mittlerweile wieder an seinen angestammten Platz zurückgekehrt – nicht ohne seinem ehemaligen Souschef Rüdiger Mehlgarten das Zepter zu übergeben.

Am Kaiserkai 69 (HafenCity); www.louisrestaurant.de

 

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3) Umé no hana

Auf der Terrasse vor dem Umé no hama (hier entlang zur Restaurantkritik; Anm.d.R.) sitzt es sich wie am Straßenrand einer vietnamesischen Großstadt: Aluminium-Klapptische stehen eng an eng, die Gäste hocken auf niedrigen Plastikstühlen und überall hört man es angeregt plappern. Die Inhaber Thuy und Khan, ein junges vietnamesisches Ehepaar, kombinieren das Beste ihrer Landesküche mit der Japans. Die Trend-Suppen Pho und Ramen spielen hier die Hauptrolle, wobei die appetitlich angerichteten Reisnudelsalate oder Dim Sums ein ebenso gutes Gefühl auf der Zunge hinterlassen.

Thadenstraße 15 (St. Pauli); www.facebook.com/umenohanahamburg

 

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4) 100/200

Wer bei Thomas Imbusch essen geht, muss sich auf ein Abenteuer einlassen. Es gibt keine Speisekarte und gezahlt wird auch schon im Vorfeld. Der Besuch des 100/200 (hier entlang zur Restaurantkritik; Anm.d.R) gleicht einer Theatervorstellung: In der Mitte ein massiver, gut ausgeleuchteter Molteni-Herd, die „verbindende Feuerstelle“, und drum herum 40 Sitzplätze, von denen aus das Spektakel in der Küche in aller Ruhe beobachtet werden kann. Imbusch hat bis vor Kurzem noch in Tim Mälzers Madame X gekocht, jetzt revolutioniert er mit seinem Konzept das Wie des Essengehens. Nach dem Motto „From Nose to Tail“ und „From Leaf to Root“ wird in der Gastronomie auf einer denkmalgeschützten Fläche an den Elbbrücken die Liebe zum Produkt gefeiert. Eine Verbeugung vor dem Erzeuger und dem Kochhandwerk.

Brandshofer Deich 68 (Rothenburgsort); www.100200.kitchen

 

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5) Pizza Social Club

Der Name hält, was er verspricht: Im Pizza Social Club (hier entlang zur Restaurantkritik; Anm.d.R.) ist die neapolitanische Steinofenpizza absoluter Star des Abends. Alles, was daneben angeboten wird – Bruschetta, Burrata, Salumi, erlesener Wein – gehört zu ihrer Bühnenshow. Das Ambiente: very sophisticated würde man in London sagen, wo Inhaber und Ex-Banker Sönke Becker zuletzt tätig war. Mit seinem Restaurant am Mühlenkamp hat er sich einen Traum erfüllt. Dahinter stecken eine Menge Geduld, jahrelange Recherche und Liebe zum Detail. An langen Holztischen finden viele Pizzaliebhaber Platz, perfekt also zum Socializen und Genießen.

Mühlenkamp 29 (Winterhude); www.pizzasocialclub.de

 

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6) AHOI St. Pauli

Fuddern wie bei Muddern – ist das nicht das Beste nach einer arbeitsintensiven Woche? Im Ahoi St. Pauli finden alle Trostsuchenden und Nostalgiker solide Hamburger Küche wie Pannfisch, Labskaus, Birnen, Bohnen und Speck oder Senfeier. Dazu gibt es ein überwältigendes Angebot an Bier– und Rumsorten sowie hausgebackenes Treberbrot. Jede Menge Holz an Wänden, Tischen und der Bar, Kerzen in alten Flaschen und ein lässiger Service sorgen für Muckel- und Schunkelstimmung.

Reeperbahn 157 (St. Pauli); www.ahoi-kiez.de

 

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7) Han-Mi

Wenn man es genau nimmt, ist das Han-Mi keine Neueröffnung, sondern eine Wiedereröffnung – aber was für eine! Liebhaber koreanischen Barbecues konnten ihren Augen kaum trauen, als sie in der neuen Bleibe in St. Pauli auf allen Tischen einen integrierten Grill entdeckten. Beim koreanischen Barbecue werden in dünne Scheiben geschnittenes Fleisch, Gemüse oder Pilze auf den Grill gelegt, anschließend in Salatblätter eingewickelt und in einen scharfen Dip getunkt. Dazu gibt es verschiedene Beilagen wie Kimchi oder eingelegten Spinat. Köstlich! Als sei das nicht schon genug, ist die Abendkarte um diverse weitere Spezialitäten ergänzt worden. Sogar mehrgängige Menüs werden im Han-Mi neuerdings angeboten.

Kleine Seilerstraße 1 (St. Pauli); www.hanmi.de

 

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8) Hobenköök

Spitzenkoch Thomas Sampl hat lange an der Idee einer Markthalle gefeilt, die ausschließlich regionale und saisonale Produkte im Programm führt. Dafür hat er sein riesiges Netzwerk an Produzenten rund um Hamburg mobilisiert und sich eine erfahrene Restaurantleiterin und einen Sommelier an die Seite geholt. Sein Objekt der Begierde: eine große Halle am Oberhafen. Im August 2018 war es dann soweit, das Hobenköök öffnete seine Tore. Neben Marktständen findet man dort ein Restaurant, das von Frühstück über Mittagessen bis Abendbrot alles verarbeitet, was das Marktangebot so hergibt. Unbedingte Empfehlung: das Frühstück am Samstag. Am besten draußen auf der Terrasse genießen.

Stockmeyerstraße 43 (HafenCity); www.hobenkoeoek.de

 

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9) Tortue – Jin Gui

Glamourös und kosmopolitisch zeigt sich das neue Boutique-Hotel am Bleichenfleet in der Neustadt. Durch das Tortue weht Pariser Flair; die Kombination aus Nonchalance und Understatement spiegelt sich sowohl in der Inneneinrichtung wie auch dem gastronomischen Konzept wider. Hier waren Profis am Werk: Marc Cinius und Anne-Marie Bauer, ehemals verantwortlich für das preisgekrönte East Hotel, sowie Tarantella-Chef Carsten von der Heide. Wer etwas Besonderes erleben will, besucht das Jin Gui, ein von der Designerin Joyce Wang gestaltetes Restaurant mit Wintergarten und Außenplätzen im Innenhof. Die Küche ist asiatisch inspiriert, wobei der Anspruch ist, nur regionale und saisonale Zutaten zu verwenden.

Stadthausbrücke 10 (Neustadt); www.tortue.de

 

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10) Heat

Früher hieß es Mehl, jetzt heißt es Heat. Geblieben ist der Fokus auf Pizza. Seit die neapolitanische Kunst des Pizzabackens 2017 von der UNESCO geehrt wurde, scheinen entsprechende Lokale in Hamburg eine Renaissance zu erleben. Neu ist das Augenmerk auf hochwertige Produkte und besondere Konzepte, die dem italienischen Fladenbrot zu neuem Glanz verhelfen. Im Heat darf man keine normale Pizza erwarten – weder in Hinblick auf die Präsentationsform noch hinsichtlich der Produktwahl (Nachfragen erwünscht). Dazu gibt es Naturweine aus Deutschland, Antipasti und tollen Kaffee.

Harkortstraße 81 (Altona-Nord); www.dasheat.com

 

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 Der Top-Ten-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN to go im praktischen Pocketformat ist seit dem 8. November 2018 für 6,90 Euro im Handel und zeitlos im Online-Shop erhältlich!


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Vier Gänge, vier Kinder, ein Koch – Essen lernen im Jacobs

Die Rothenburgsorter Gourmetkinder stehen normalerweise selbst hinterm Herd. Im Jacobs Restaurant durften sie die Sterneküche von Thomas Martin testen.

Zwei Elbvororte, zwei verschiedene Welten. Hier das altehrwürdige Fünf-Sterne-Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee, dort die Fritz- Köhne-Schule in Rothenburgsort, dem etwas anderen Elbvorort zwischen Norderelbe und Bille. Dass der Stadtteil als sozialer Brennpunkt gilt, hört Hermann Teiner nicht gerne. Der 59-Jährige leitet das Haus der Jugend in Rothenburgsort und findet, dass ein Blick auf die vielen engagierten Projekte im Stadtteil lohnenswerter ist. Recht hat er.

Fangen wir doch gleich bei ihm selbst an: Seit knapp zehn Jahren bietet er eine Koch-AG an der Fritz-Köhne-Schule an. Unter Anleitung von Profiköchen kochen 14 Grundschüler einmal pro Woche mehrgängige Menüs. In regelmäßigen Abständen sind die „Rothenburgsorter Gourmentkinder“, wie sie Teiner nennt, auch außerhalb der Schule als Köche aktiv, etwa zu besonderen Veranstaltungen im Stadtteil. Auch im „Le Canard“ waren sie schon und durften dem ehemaligen Chefkoch Ali Güngörmüs zur Hand gehen.

Heute ist ein besonderer Tag für vier der Schüler aus der Koch-AG: Sie dürfen sich im Jacobs Restaurant von Sternekoch Thomas Martin bewirten lassen. Der große, schlanke Koch mit dem freundlichen Lächeln hat ein viergängiges Menü vorbereitet: Vierländer Tomate und Crottin de Chavignol, Artischocke à la barigoule, knusprig gebratene Vierländer Ente und als Dessert Erdbeer-Baiser.

1,2,3 – Hoch die Gläser! Die Kinder sind voller Tatendrang

Getestet wird das Essen von Anesa, Aaliyah, Maliq und Tanyel, alle zehn Jahre alt. Anesas Lieblingsessen: Pizza. Aaliyah: Reiskugeln. Maliq: Kartoffelbrei. Tanyel: Currywurst, türkische Linsensuppe, Reis mit Fleisch. Die Schüler haben Hunger mitgebracht und schauen sich neugierig um: große Fensterfronten, die viel Licht hereinlassen und einen fantastischen Blick auf die Elbe freigeben, hellgrün und dunkelgrau bezogene Samtsofas, dezente Blumenarrangements, weiche und warme Lichtakzente an den Wänden. „Wow, tolle Kronleuchter“, bemerkt Tanyel. Sein Freund Maliq mutmaßt, dass sie viele Millionen Euro gekostet haben müssen. „Nein, so viel auch nun wieder nicht“, wirft Anna schmunzelnd ein, die heute den Service für die Kinder übernimmt und ihnen gerade Trauben-Secco in die Gläser füllt. Anesa und Maliq halten ihre Stielgläser am Bauch, das haben sie so in Filmen gesehen. „Ich hab’ dich schon erwartet, sagen die dann immer“, weiß Anesa.

Sterneküche für Kinder im Jacobs Restaurant Hamburg Foto: Philipp JungWie zur Bestätigung nimmt sie einen tiefen Schluck aus dem Glas. Halt! – Tanyel will anstoßen. „1, 2, 3!“, die Kinder halten ihre Gläser in die Tischmitte und lassen sie aneinander klirren. „Hat jemand eine Idee, worüber wir reden könnten?“, fragt Tanyel voller Tatendrang. Maliq zuckt mit den Schultern und prüft hüpfend die Beschaffenheit seines Stuhlpolsters.

FoodSZENE – Wer bleibt, wer geht, was kommt?

Hannah Plettenberg ist seit über zehn Jahren in der Gastronomie und Hotellerie als Beraterin, Trainerin, Trendforscherin und Coach tätig. Balzac Coffee, Kölln Haferland oder der Dortmunder Fernsehturm zählen zu ihren Kunden. Die Gastronomieberaterin ist eine der wenigen erfolgreichen Frauen in diesem Business.

SZENE HAMBURG: Welche Gastro-Konzepte sind in den letzten Jahren in Hamburg gut gelaufen?

Hannah Plettenberg: Stepha Zanella ist mit ihrem vegan-vegetarischen Frühstücks- und Brunch-Restaurant Mamalicious (Foto oben) seit 2011 auf dem Markt und damit sehr erfolgreich. Sie hat zum richtigen Zeitpunkt erkannt, ihr Konzept der Nachfrage anzupassen. Das Tschebull in der Mönckebergstraße ist eine Institution. Es bietet eine Auswahl an österreichischen Klassikern auf höchstem Niveau – das kommt gut an. Dann ist da noch das Kukuun auf der Reeperbahn, das seit Jahren im Clubbereich einer der kreativsten und facettenreichsten Konzepte bietet. Ob Groß- oder Einzelunternehmer: Für niemanden ist es heute leicht, auf dem Markt zu bestehen.

Welche beliebten Fehler bringen Neueröffnungen garantiert zum Scheitern?

Da könnte ich einige nennen. Der falsche Standort oder das „Vorbeiplanen“ des Angebots an der Nachfrage gehören dazu. Auch ein beliebter Fehler: dass das erste Warenlager in der Finanzierung nicht mit eingeplant wurde und der Laden pleite ist, noch bevor er eröffnet hat.

Confiertes Lachsfilet im Tschebull.

Regionale Erzeugung und kurze Vertriebswege: Wird sich diese Entwicklung langfristig durchsetzen?

Wir interessieren uns immer mehr dafür, was in unseren Speisen drin ist und woher sie kommen. Das liegt daran, dass wir uns mit den Menschen hinter den Produkten identifizieren möchten. Auch die Großküchen dieser Stadt verwenden mehr und mehr regionale Produkte. Wir möchten lieber den Bauernhof aus der Region oder die Metzgerei in der Nachbarschaft unterstützen, bevor wir den „Großen“ das Geld in den Rachen schmeißen.

Lassen Sie uns einen Blick in die Glaskugel werfen: Wer bleibt, wer geht, was kommt?

Das ist schwer zu sagen. Ein perfektes Erfolgsrezept gibt es nicht. Viele Gastronomen wechseln nach der Eröffnung zu schnell ihr Konzept, weil ein Produkt nicht läuft. Dabei können auch der richtige Standort oder das passende Personal dazu beitragen, dass es funktioniert. Ich habe außerdem festgestellt, dass Gemüse schon lange keine Nebenrolle mehr spielt und die Kreativität der Köche herausfordert. Lange frühstücken zu gehen, könnte sich auch zu einem Trend entwickeln.

Was ist mit den zig Burgerläden, die es mittlerweile an jeder Ecke der Stadt gibt? Nutzen sich manche Konzepte ab?

Klar, irgendwann hat man sich an den Speisen satt gegessen und an den Innendesigns sattgesehen. Dann gibt es Raum für neue Ideen und neue Trends. Fest steht: Um sich langfristig am Markt behaupten zu können, braucht es einen guten Service, freundliches und beständiges Personal und eine überzeugende Qualität des Essens.

Interview: Jasmin Shamsi
Foto: Alessa Pieroth


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. “Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch”, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Rindchen schlemmt – Bianc

Sterne am Horizont! Das Bianc Restaurant: Rindchens neue Pilgerstätte in der HafenCity.

Im aktuellen und wie ich finde sehr gelungenen SZENE-Sonderheft Essen+Trinken wird das Bianc als „Testsieger Italien“ geführt. Das einzig klassisch Italienische am Bianc ist jedoch die Herkunft des begnadeten Küchenchefs Matteo Ferrantino. Ansonsten findet man hier nicht weniger als die perfekte Transformation kreativer mediterraner Hochküche in der HafenCity. Das Ganze überdies in einem traumhaft schönen, sehr großzügigen und lichten Ambiente. Kurzum: Diese Pilgerstätte für entdeckungsfreudige Genießer hat Hamburg gerade noch gefehlt!

Schon wer sich für die „Einstiegsdroge“ entscheidet, das viergängige saisonale Marktmenü (90 Euro, für Vegetarier 75 Euro), wird durch den Reigen der Amuse-Bouches vollständig geflasht: Neun kunstvoll arrangierte, kulinarische kleine Wunderwerke, wie beispielsweise eine Austernperle mit Imperial-Kaviar, Entenleber mit Mango oder eine Mini-Tortilla mit Gambas, nehmen den Gaumen mit auf eine glückvolle Aromenreise. Im „eigentlichen“ Menü, das häufig saisonal wechselt, begeistern dann Gänge wie Thunfisch mit Tomate und Anchovis, Loup de Mer mit Artischocke und Rucola oder Ibérico- Schwein mit Tintenfisch, Paprika und Chorizo. Und auch Rindchen schlemmt wer kein Dessert bestellt, wird von der Küche mit einem kleinen süßen Abschluss verwöhnt. Dabei ist alles mit leichter Hand hingetupft und von großer Genialität und perfekter Präzision getragen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, zu den Menüs die offerierte Weinbegleitung zu wählen (bei vier Gängen 45 Euro), denn die Weinkarte ist kundig zusammengestellt und enthält viel Ungewöhnliches und Überraschendes. Wasser ist gratis. In seiner vorherigen Wirkungsstätte in Portugal hatte Matteo Ferrantino zwei Michelin-Sterne erkocht. Wenn er so weitermacht wie bisher, könnte ihn dieses Schicksal auch in Hamburg ereilen.

Und wenn das nächste SZENE-Sonderheft Essen+Trinken einen „Testsieger Edel“ küren sollte, den es aktuell nicht gibt: Ich hätte da einen Kandidaten …

Text: Gerd Rindchen

Bianc, Am Sandtorkai 50, Telefon 18 11 97 97, Mi-Sa 18–0, So 12.30–18 Uhr; www.bianc.de

Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Bastion – Noch keine Festung guter Gastronomie

Außer einem freundlichen Service hat das Bastion bis jetzt nicht viel zu bieten.

Ein Vierteljahrhundert war das „Fees“ eine Institution im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall, Ende 2017 war alles vorbei. Nun geht es weiter: Tomas Benakovic („Hans-Albers-Klause“) und Tim Becker (unter anderem „Gaga“ und „Noho“) haben die Räume übernommen und „Bastion“ getauft. Benannt nach der im 17. Jahrhundert am gleichen Ort von Festungsbaumeister Johan van Valckenburgh errichtete Bastion „Henricus“, die Teil der barocken Hamburger Wallanlagen war. Eine „Bastion“ ist massiv und macht Eindruck. Ist die „Bastion Hamburg“ also eine Festung guter Gastronomie?

Zwei Wochen nach Eröffnung laufen noch die letzten Arbeiten, die große vordere Terrasse mit Grill und zahlreichen Plätzen ist schon fertig, der überdachte Innenhof bei unserem Besuch aber noch gesperrt. Drinnen sitzen wir an schwarzen Tischen auf edel wirkenden Sesseln aus dunkelgrünem Samt. Und wir sind alleine. Zwei Wochen nach der fetten Eröffnungsparty: große Leere. Nun könnte man ja meinen, dass dieser Umstand der Qualität der Speisen (Bistroküche mit kleiner Karte) gut tun könnte: Volle Konzentration des Kochs auf unsere wenigen Gerichte. Doch davon ist heute leider nichts zu spüren.

Neue Betreiber in historischem Ambiente: Tim Becker und Tomas Benakovic

Der „Wildkräutersalat“ (9,50 Euro) ist als Bezeichnung leider eine Unsitte in der Gastronomie. Denn weder besteht er aus Kräutern noch ist er „wild“. Stattdessen handelt es sich um kleine gemischte Blattsalate. Die in diesem Fall auch noch ziemlich schlapp sind und auch deshalb sichtlich unter dem etwas übermäßig dosierten Dressing leiden.

Das Rindertatar „mit seinen Aromen“ (17,50 Euro) ist ebenfalls etwas gestelzt formuliert. Gemeint sind damit die typischen Begleiter wie Kapern und Eigelb. Das Tatar ist zwar frisch jedoch recht ungleichmäßig und grob geschnitten, eher zaghaft abgeschmeckt und auch die rohen Zwiebeln darin muss man mögen.

Ein erstaunlicher Hauptgang

Beim Hauptgang erleben wir Erstaunliches. Wir bestellen Steinbutt mit Safranrisotto (25,50 Euro) und Steak-Frites vom Entrecôte mit Beilagen (an diesem Abend Spargel, 24,50 Euro). Und wir bekommen: zweimal Entrecôte. Dass es der Service bei gerade mal zwei Gästen schafft, sich die Bestellung falsch zu merken, ist mindestens erstaunlich. Das Fleisch ist immerhin in Ordnung, Garpunkt und Qualität stimmen. Spargel und Pommes sind jedoch zu weich. Dem ansonsten sehr freundlichen Service tut das alles sichtlich leid, die Crème brûlée (normalerweise 6 Euro) geht aufs Haus, obendrein bekommen wir 20 Prozent Rechnungsrabatt. Das ist sehr anständig. Dennoch: Zu diesem Zeitpunkt ist dieser Ort noch keine Festung guter Gastronomie. Um das zu ändern, wird man sich sehr anstrengen müssen und grundlegend am Niveau arbeiten.

www.bastion-hamburg.de, Holstenwall 24, Telefon 31 76 76 40

Text: Benjamin Cordes
Foto: Stiftung Historische Museen Hamburg

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Ricebrothers – Mehr als Reis

Bei den neu eröffneten Ricebrothers wird asiatische Küche mit eigenem Dreh serviert. In hippem Industrie-Ambiente gibt es Sommerrollen-Sets zum Selberbasteln und asiatisch inspirierte Drinks.

Die Restaurants auf dem Schulterblatt haben Zuwachs be­kommen. Seit Kurzem findet man bei den Ricebrothers asia­tisches Street Food „for cra­zy Leutz“. Der Laden wirkt auf den ersten Blick wie eine moder­ne Höhle: Die Wände der dunklen Räumlichkeiten sind be­malt und mit Hashtags versehen und in der offenen Küche flackert das Feuer unter den Pfan­nen. Gegessen wird aus handgemachten Keramikschalen, auf den Tischen findet man Stan­dard-­Sojasauce und Plastik­pflanzen in Metalltöpfchen.

Ricebrothers Restaurant in Hamburg Foto: Sabrina Pohlmann

Unsere Sommerrollen be­stellen wir als Selbstbau­-Set für 15 Euro, das reicht für zwei Personen. Der Kellner führt die Faltprozedur vor, bei ihm sieht es auch ganz einfach aus: Die Fül­lung aufs Reispapier legen, erst die langen Seiten falten, dann die kurzen. Nach eigenen Versuchen stellt sich heraus: Som­merrollen zu falten, ist nichts für Ungeübte. Doch die freundliche Servicekraft erklärt die Technik nochmals geduldig und wacht den Rest des Abends über uns. Die anderen Gerichte sind oberer Durchschnitt, ihnen fehlt aber das gewisse Etwas. Der ve­getarische Burger (7,90 Euro) ist lecker, mir persönlich aber nicht bissfest genug. Meine Beglei­tung hingegen liebt ihn. Positiv stechen die Drinks heraus: Der Hanoi Mule (7 Euro) mit Zitro­nengras-­Sake ist perfekt abge­schmeckt, ebenso die hausge­machte Limo mit Ingwer und Limette (4 Euro). Das Dessert, warmer Reiskuchen in Kokos­milch (4,90 Euro), ist der krö­nende Abschluss des Mahls. Fest steht: Die Ricebrothers brauchen noch ein bisschen Zeit, um das Profil zu schärfen. Der freundliche Service fällt auf jeden Fall schon mal sehr positiv auf. Lobenswert sind auch die zahlreichen Veg­gie-­Variationen und die Spiel­ecke für Kinder. Die Einrich­tung ist Geschmackssache, aber an schönen Sommertagen kann man auch nach draußen ausweichen.

Text: Sabrina Pohlmann
Beitragsfoto: Rolf Bork / Ricebrothers

Schulterblatt 35 (Sternschanze), Telefon 37 50 48 88, Mo-So 12–0 Uhr; www.ricebrothers.de

Fr. 29.6. 19.30: Livemusik bei den Ricebrothers: Sons and Preachers, Tomi Simaputang, Eintritt 5€


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Top 10 – Hier gibt’s Hamburgs beste Burger 2018

Wir lieben Hochstapler! Und hier verraten wir euch, wer die besten Burger der Stadt brät.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Plazierung
Beitragsfoto: Otto’s Burger

1. Burgerlich

Alles homemade! Alles frisch! Alles richtig lässig! Yeah! Burgerlich setzt den Fleisch-Buns die Krone auf. Kreative Burger-Variationen klingen nicht nur gut, sondern schmecken auch so. Dazu empfiehlt sich Lavendel- und Orangen-Thymian-Limonade, exotisch und erfrischend anders.

Speersort 1 (Altstadt), Telefon 35 71 56 32, So-Do 11.30–23, Fr-Sa 11.30–24 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte; www.burgerlich.com

2. Dulfs Burger

Hmmm, bei Dulf’s Burger gibt es geile Burger. Zwischen die Burger Buns aus ökologischen Rohstoffen kommt feinstes Premium Beef aus artgerechter Haltung in Schleswig-Holstein. Dazu gibt es allerlei Belag und knusprige Pommes. Geht es noch besser?

Karolinenstraße 2 (St.Pauli), Telefon 46 00 76 63, So-Do 11.30–23.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.dulfsburger.de

3. Edelsatt

Edelsatt-Burger aus Wildfleisch in Hamburg Foto: Edelsatt

Drei Schichten Wildfleisch. Foto: Edelsatt

Der Name ist Programm: In den zwei schicken Filialen im Karoviertel und in Winterhude werden schmackhafte Burger von Reh-, Rot-, Schwarz- und Damwild aus heimischen Wäldern zubereitet. Das Wildfleisch glänzt durch einen feinwürzigen Geschmack, der Nachhaltigkeit und Regionalität widerspiegelt.

Karolinenstraße 32 (St.Pauli), Telefon 7237 61 60, Mo 12–21, Di-Sa 12–22.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.edelsatt.de

4. Goldburger

Der Goldburger ist total regional, selbst das Ketchup wird mit Zutaten aus der Region selbst produziert. Die Rinder stehen ganzjährig auf Weiden im Wendland und werden per Kugelschuss auf der Weide getötet, ganz ohne Angst und Stress. Deswegen schmeckt das Fleisch so saftig und würzig. Den Burger gibt es im Restaurant Glashaus in Lüneburg und auf den Wochenmärkten in Ottensen und Eppendorf.

Bessemerstraße 3 (Lüneburg), Telefon, Mo-Di 11.30–16, Mi-Fr 11.30–21, Sa 17–21, So 11.30–21 Uhr; Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.goldburger.net

5. Grilly Idol

Biofleisch und Kiezflair bei Grilly Idol in Hamburg

Biofleisch und Kiezflair: Grilly Idol. Foto: Grilly Idol

Der Burgerladen auf St. Pauli macht einfach alles richtig. In dem schlichten, aber gemütlichen Restaurant werden ordentlich dimensionierte Portionen serviert, die super schmecken. Für’s Gewissen: Hier kommt nur Bio-Rindfleisch ins Bäckerbrötchen.

Clemens-Schultz-Straße 40 (St.Pauli), Telefon 33 45 29 06, Mo-Do 12–23, Fr-Sa 12–24, So 12–22 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.grilly-idol.de

6. Helden&Co.

In dem kleinen amerikanischen Diner werden Superhelden-Burger wie “Dragon Ball”, “Batman” oder “Der Pate” gebrutzelt, mit Rindfleisch von der Norddeutschen Färse. Auch optisch ist der Laden im Superhelden-Fieber: An den Wänden zieren Figuren aus Geschichten der Kindheit die Wände.

Margaretenstraße 58 (Eimsbüttel), Telefon 46 65 34 44, Mo-So 12–21.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.heldenundco.de

7. Jim Block

Das beste aus der Systemgastronomie: Burger von Jim Block in Hamburg

Das beste aus der Systemgastronomie: Jim Block. Foto: Jim Block

Heimat der Burger-Jugend. Der Laden brummt, Berührungsängste gibt es nicht. Zum Essen quetscht man sich gern bunt gemischt an den Tischen zusammen und schließt auch spontane Freundschaften zwischen Burger-Bun und -Pattys. Klar ist: Der beste Burger-Brutzler unter den Systemgastronomen.

Jungfernstieg 1 (Innenstadt), Telefon 30 38 22 17, So-Do 11–22, Fr-Sa 11–23 Uhr. Kreditkarten: Mastercard, Visa, Amex; EC-Karte; www.jim-block.de

8. Otto’s Burger

Ottos Burger in Hamburg

Handgemachtes Gourmetfutter bei Otto’s Burger. Foto: Otto’s Burger

Beste Gourmet Burger serviert Otto’s Burger in vier schick designten Läden in Hamburg. Das Fleisch ist saftig und kommt von Weidekühen aus der Lüneburger Heide, die Saucen werden ohne Zusatzstoffe gekocht und die Brioche Brötchen selber gebacken. Fantastisch!

Lange Reihe 40 (St. Georg), Telefon 65 04 04 61, Mo-Do 11.30–22.30, Fr-Sa 11.30–23, So 11.30–22 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.ottosburger.com

9. The Burger Lab

In dem hübschen Ecklokal kommen wunderbare Burger auf den Tisch, ob mit klassischem Patty, Lamm, Chicken oder in vegetarischer und veganer Variante. Die Brioche Brötchen werden nach dem hauseigenen Rezept gebacken. Übrigens: Die Süßkartoffel-Pommes haben auf jeden Fall das Zeug, süchtig zu machen.

Max-Brauer-Allee 251 (Altona), Telefon 41 49 45 29, Mo-Sa 12–22.30, So 13–20.30 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.theburgerlab.de

10. Vincent Vegan

Die Burger von VIncent Vegan gehören zu den besten in Hamburg

 

Dass vegane Burger ihrem Vorbild in nichts nachstehen, beweist Vincent Vegan im neuen Restaurant im Food Sky der Europa Passage. Zwischen zarte Brioche Buns kommen deftige Patties, Cole Slaw, Guacamole oder Jalapenos. Kreativ und lecker, so gehört sich das!

Ballindamm 40 (Altstadt), Telefon 89 06 55 67, Mo-Sa 10–21, So 11–18 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.vincent-vegan.com


Diese Topliste stammt aus unserem Gastro Guide. Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist am 19.4.2018 erschienen und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

 

 

 

 

 


Lieber ‘was Leichtes? Gern!


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FoodSZENE – Filmreifer Genuss

Jasmin unterwegs #10 – Ein bisschen Glamour, ein bisschen italienische Lebensfreude, viele gute Geschichten: Hier kommen Moment­aufnahmen aus der Hamburger Gastroszene von unserer Food-Expertin Jasmin Shamsi.

 

 Frühstück für Anspruchsvolle – Atelier F

Atelier F Restaurant - Frühstück in Hamburg

Glück hat, wer am Wochenende ausschlafen kann. Ein tolles Gefühl, wenn man ohne störende Geräuschkulisse von selbst erwacht und den Tag frei planen kann. Urlaubsstimmung! Dazu gehören zwei Faktoren: gutes Wetter und gutes Essen, wobei auf die Schnelle leider nur letzterer beeinflussbar ist. In Hamburg gibt es ein paar tolle Lokale, die Langschläfern mehr bieten als schnöde Brötchenkörbe und lieblos angerichtete Aufschnittplatten. Das Atelier F ist ein solcher Ort mitten in der Hamburger Innenstadt: Bei Croissants, Croques, üppig gefüllten Bagels, Avocado-Toasts, Dinkel-Pancakes oder Eggs Benedict bietet das Bistro einen hübschen Blick auf die für Hamburg typischen Kontorhäuser und den Bleichenfleet. Für alle, die einen Rausch ausgeschlafen haben: Stilvoll kontern mit Cremant! Hier guckt niemand schief, wenn man den schon mittags bestellt. Schließlich wird im Atelier F französisch-amerikanisches Lebensgefühl gefeiert. Spätestens beim Anblick der Servicekräfte in weißen Hemden und schwarzen Hosenträgern fühlt man sich an „Frühstück bei Tiffany“ erinnert – und gleich gibt man sich ein bisschen generöser. Auf der Terrasse sitzt man unter Sonnenschirmen an kleinen Marmortischen eng an eng, drinnen hat man die Wahl zwischen massiven Bartischen aus Holz, gemütlichen Separées oder einem lichtdurchfluteten Salon. Die Melange aus Savoir-vivre und American Spirit gelingt hier wirklich perfekt.

Atelier F, Große Bleichen 31 (Neustadt), Telefon 350 152 15; www.atelierf.eu

Schwarzes Gold mit Amore – Benvenuto • Caffè per Favore •

Das Herz schlägt für italienischen Kaffee und heiße Maschinen: Marisa Benvenuto; Foto: Jasmin Shamsi

Café, Verkauf, Werkstatt, Schulungen: Früher befand sich in der Heinrich-Barth-Straße alles auf einer Fläche. Inzwischen ist das Familienunternehmen Benvenuto räumlich wie personell expandiert –wenn auch nur gering. Schließlich wollen die Benvenutos langsam und gesund wachsen, Papa Gian-Carlo hat von Anfang an auf Vertrauen und Beständigkeit gesetzt. Mit Maestro Clemente, einem in der Nähe von Mailand ansässigen Röster, arbeitet er seit 25 Jahren zusammen. Ein bisschen Veränderung durfte es trotzdem sein: Im September 2017 wurde das Kaffeesortiment in eine Räumlichkeit in der Hallerstraße ausgelagert und das „Laboratorio“, in dem regelmäßig Schulungen stattfinden und an imposanten Geräten geschraubt wird, zog ein Haus weiter. Das Benvenuto-Oberhaupt, gebürtig aus La Spezia, hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen und es vertrauensvoll in die Hände seiner beiden Töchter und deren Ehemänner übergeben. Wer A sagt muss auch B sagen: Der original italienisch geröstete Espresso darf natürlich nur durch hochwertige Maschinen laufen, im stylischen Ladenlokal im Grindel findet man große Siebträgermaschinen zum Verkauf für die Gastronomie und kleine Handhebler für den Hausgebrauch. Alte wie neue Geräte werden von Schwiegersohn (und Ex-Bro’Sis-Mitglied) Shaham Joyce restauriert und aufgemotzt. Für die schicke La Pavoni Professional pilgern Liebhaber nicht nur aus Hamburg ins „Laboratorio“ – schließlich hat es das Kultobjekt nicht nur in den James-Bond-Klassiker „Leben und sterben lassen“, sondern auch ins MoMa in New York geschafft.

Benvenuto • Caffè per Favore • Heinrich-Barth-Straße 13-15 (Rotherbaum), Telefon 410 29 20; www.benvenuto-hamburg.de


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. “Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch”, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken

jasmin.shamsi@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!