Beiträge

Das Norden Festival: Top-Musik vor Top-Kulisse

Vom 26. August bis zum 12. September gibt es Live-Kultur an einem Ort der Idylle, beim Norden – The Nordic Arts Festival

Text: Andreas Daebeler

 

Es muss nicht immer der große Star von der Insel sein. Jedenfalls nicht von der britischen, Erhebungen im Meer haben wir ja auch. Das Norden – The Nordic Arts Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne. Und das ist in diesem Jahr, in dem die Pandemie das Kulturleben und die Live-Musikszene noch immer lähmt, nötiger denn je. Darum haben die Veranstalter zusammen mit der Stadt Schleswig ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, die Besucherzahl begrenzt und entschieden, das Gelände weitläufiger zu gestalten. Funktioniert.

Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert. Und zwar mit einem genreübergreifenden, aktuellen Programm, einer familiären und nachhaltigen Ausrichtung sowie günstigen Tagestickets für 9,50 Euro. Das Gelände ist in die Parklandschaft der Königswiesen eingebettet. Das Festival bietet bei kleinen Preisen einen Querschnitt aus aktueller Popmusik, Straßentheater, Literatur, DIY-Kursen, Film und sportlichen Aktivitäten. Dabei sind diesmal unter anderem die dänische Band Hvalfugl mit ihrem skandinavischen Folk und Nordic Jazz und das norwegische Theaterensemble Studium Actoris. Ganz aus Litauen reisen The Schwings an.

NORDEN Festival - Konzert auf Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

NORDEN Festival – Konzert auf der Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

Das Norden beginnt am 26. August, es steigt an zwölf Tagen. Und es bietet ein Festival im Festival, das sich Nordpop nennt. Die Idee ist, am Wochenende vom 26. bis 29. August bekannte Musiker mit Newcomern zusammenzubringen. Alle Bands und Solokünstler kommen aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf zwei Bühnen können Besucher die ganze Bandbreite aktueller Popmusik aus dem Norden erleben. Mit dabei: Tonbandgerät, Lina Maly, Helgen, Bernd Begemann, Catt und viele andere. „Der Headliner für den Samstagabend bleibt vorerst eine Überraschung und wird erst zwei Wochen vor dem Festival verkündet“, berichten die Festivalmacher Manfred Pakusius und Marno Happ.

The Nordic Arts Festival: 26. August – 12. September 2021


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Raus aus der Stadt: Mikro-Abenteuer auf Helgoland

Pack Koffer, Kumpels oder Partner ein, steig in die Bahn oder fahre mit dem Auto los. Ab nach Helgoland – gute Reise!

 

Schon in der Bronzezeit siedelten hier Menschen, ab dem Jahre 800 taucht erstmals der Name „Heiligland“ auf. Aufgrund der zentralen Lage im deutschen Nordseeraum rissen sich die Dänen und Piraten bereits im Mittelalter um den 60 Meter hohen Felsen. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs ist sie Ziel der Alliierten-Flieger; nach der Kapitulation wird die leergeräumte Insel zum Testgelände, dem „Hell go Land“, der Royal Air Force. Die Rede ist von Helgoland, der kleinen Nordseeinsel, 50 Kilometer westlich von St. Peter-Ording.

Was hier einmal eine zusammenhängende Landmasse war, teilte die Neujahrsflut von 1721 in zwei. Heute gliedert sich die Hauptinsel Helgoland in fünf Gebiete: das natürlich gewachsene Ober-, Mittel- und Unterland sowie Nordostland und Südhafen, die erst im 20. Jahrhundert durch Aufschüttung entstanden sind. Im Süden gibt es einen kleinen Badestrand. Über die komplette West- und Nordwestseite ziehen sich steile Klippen aus Bundsandstein, dem Gestein, dass Helgoland zur einzigen Felseninsel der Nordsee macht und der Insel den Kosenamen „roter Fels in der Brandung“ bescherte.

helgoland-insel-hamburg-sommer-presse

Roter Fels in der Brandung: der berühmte Bundsandstein die „Lange Anna“

An der Nordwestspitze befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands – der 48 Meter hohe Brandungspfeiler Lange Anna.

Knapp einen Kilometer östlich liegt die Nebeninsel Düne, die durch eine Fähre schnell zu erreichen ist. Die jenseits der kleinen Meeresstraße Reede liegende Badeinsel hat einen Flug- und Campingplatz, zudem gibt es hier einen flachen Strand. Kegelrobben werfen hier im Winter, Seehunde im Sommer. Zu den Zugzeiten ist die Insel Rastplatz vieler Singvögel, und in der warmen Jahreszeit brüten zahlreiche Seevögel wie Trottellumme, Basstölpel und Dreizehenmöwe auf dem Lummenfelsen der Hauptinsel.

Durch die unzähligen Bombardierungen und Testschüsse ist die gesamte Oberfläche des Ober- und Mittellands neu geformt worden, Helgoland wurde also aus den Trümmern errichtet. Daran erinnern der Krater der größten nicht-nuklearen Explosion der Welt und der 35 Meter hohe Leuchtturm, das einzige Gebäude auf der Insel, das den Krieg ohne größere Schäden überstanden hat.

Heute leben circa 1.300 Menschen friedlich auf Helgoland. Hierhin kommt man am besten mit den Schnellfähren von Hamburg, Wedel oder Cuxhaven. Besonders gemütlich ist aber auch die etwa 70-minütige Überfahrt von St. Peter-Ording.

Übernachtungstipp:
Haus Rooad Weeter
Am Falm 323 (Helgoland)
rooadweeter.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Die Schönheit des Hamburger Schietwetters

Eine Liebeserklärung ans verschriene Hamburger Nass

Text: Erik Brandt-Höge

 

Hamburg ist nicht Saint-Tropez. Es ist auch nicht Palermo. Nicht mal Passau. Und weil Hamburg eben Hamburg ist, ist das Wetter hier nicht immer doll. Genau genommen ist es oftmals ziemlich mies. So mies, dass es viele Hamburger zum Hassobjekt erklären. Da wird ordentlich gezetert: „Zum Kotzen, dieser Dauerregen!“ Manche erwägen des Wetters wegen gar einen Umzug in trockenere Gebiete. Berechtigte Frage Richtung Meckerheinis: Schon mal die Schönheit im Schietwetter bemerkt? Also, nicht im Schietwetter an sich, sondern in den Möglichkeiten, die es mit sich bringt? Eine Runde im überdachten und jede Menge Snacks und Getränke bereithaltenden Alsterrdampfer kann man auch drehen, wenn das Wasser in Kübeln von oben kommt.

 

Stichwort raue See

 

Schifffahrtsfeeling kommt dann noch mehr auf als eh schon: Stichwort raue See und so. Wem diese Geschichte zu schunkelig ist, der kann sich eine Auszeit zwischen zwei Wetterextremen in Planten un Blomen gönnen. Im schwülwarmen Tropenhaus, zwischen allerhand exotischer Flora, ist es nämlich noch gemütlicher, wenn die Tropfen rhythmisch aufs Glasdach plätschern: Stichwort Regenwald mitten in der Stadt. Und wer mit dem Schietwetter lieber unter sich bleiben will, dem sei ein kurzer, nasskalter, aber von Frischluft gespickter Spaziergang im Friesennerz ans Herz gelegt. Wenn es danach nämlich wieder in die Bude geht, wird diese noch ein bisschen mehr geschätzt – vor allem die Temperaturen drinnen: Stichwort Saunagang, nur umgekehrt. Hat also reichlich für sich, das Hamburger Schietwetter. Am Ende ist es alles andere als ein lästiges Mitbringsel dieser Stadt.


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.