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Sommer, Sonne, Festival

2022 gibt es endlich wieder einen richtigen Festival-Sommer. Von Kunst über Musik bis hin zu Party-Pur: hier kommen zehn Events, die man nicht verpassen sollte

Text: Felix Willeke

Schleswig-Holstein Musikfestival

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Ein Highlight beim SHMF: der Werftsommer in der Kulturwerft Gollan in Lübeck (Foto: Felix König)

In Schleswig-Holstein findet seit 1986 eines der größten klassischen Musikfestivals Europas statt. 2022 steht die 37. Ausgabe des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) ganz im Zeichen des Hamburger Komponisten Johannes Brahms und des israelischen Dirigenten Omer Meir Wellber. Vom 2. Juli bis zum 28. August gibt es 204 Konzerte in 123 Spielstätten an 65 Orten in Schleswig-Holstein, Dänemark, Hamburg und im Norden von Niedersachsen.

Darunter sind neben etablierten Konzerthäusern auch ungewöhnliche Orte wie der Hangar 7 der Lufthansa Technik in Hamburg, die Carlebach-Synagoge in Lübeck und die Kieler Gelehrtenschule. Auch wenn der Schwerpunkt die klassische Musik ist, hat das SHMF auch für die Fans des Pop, Jazz und Funk einiges zu bieten. So stehen beim Werftsommer in der Lübecker Kulturwerft Gollan unter anderem Zoe Wees, Gentleman und Moop Mama auf der Bühne – für nur 130 Euro gibt es sieben Konzerte in drei Tagen.

Schleswig-Holstein Musikfestival, vom 2. Juli bis 28. August 2022, diverse Spielorte

Habitat

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Mit dem Habitat kommt das größte Techno-Festival der Stadt nach Wilhelmsburg (Foto: Timo Sommer)

Harburg hat ein neues Festival. Das Habitat Festival zieht vom Flugplatz Hungriger Wolf nahe Itzehoe auf das MS Dockville-Gelände in Wilhelmsburg. Damit ist ab Juli auch der Techno auf der Elbinsel zu Hause. Dauerte das Festival früher vier, sind es heute nur noch zwei Tage. Dafür wird aber durchgehend gefeiert. Am 16. und 17. Juli gibt es auf acht Bühnen 60 verschiedene Acts. Dabei gibt es vom Techno über House bis hin zu Drum & bass alles, was das Technoherz begehrt.

Mit dabei sind in diesem Jahr Ellen Allien, die als eine als Vorreiterin für weibliche DJs gilt. Dazu kommt der DJ der DJs, wie Gerd Janson immer mal wieder bezeichnet wird. Natürlich gibt es mit Künstler:innen wie Parick Mason auch Acs, die in Hamburg aus Clubs wie dem PAL schon lange gut bekannt sind. Und ein besonders Bonbon: Das Habitat eröffnet die Festival Saison in Wilhelmbsurg und vielleicht können die Besucher:innen auch schon einen ersten Blick auf die Kunst des MS Artville Festival erhaschen.

Habitat, am 16. & 17. Juli 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Spielbudenfestival

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Beim Spielbudenfestival zu Gast: Die weltklasse Hochseilartisten Geschwister Weisheit (Foto: Geschwister Weisheit)

Straßenkunst, das ist mehr als der Panflötenspieler in der Fußgängerzone. Wie vielfältig Straßenkunst sein kann, beweist vom 22. bis 24. Juli 2022 zum zweiten Mal das internationale Spielbudenfestival. Wo schon im Jahr 1795 Straßenkünstler:innen das Treiben in und zwischen den hölzernen Spielbuden bereicherten, verwandelt die Corny-Littmann-Stiftung den Platz in diesem Jahr erneut in ein großes, buntes Freilufttheater.

Mit dabei sind unter anderem die Geschwister Weisheit, eine der besten Hochseilartistengruppen weltweit, Jens Ohle, ein artistischer Comedian aus Hamburg und Shiva Grings ein Jazzer unter den Performancekünstler:innen. Das Spielbudenfestival ist am ganzen Wochenende kostenlos. Nach der Show gibt es aber bei allen Künstler:innen den Hut, bei dem die Besucher:innen angehalten sind, sich monetär für die Show zu bedanken.

Spielbudenfestival, 22. bis 24. Juli 2022 auf dem Spielbudenplatz

Spektrum & Vogelball

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Der Vogelball braucht keine Erklärung, man muss ihn erleben (Foto: Andreas Hornoff)

Am 6. August gibt es auf dem MS Dockville-Gelände gleich zwei kleine Festivals mit großer Strahlkraft. Das Line-up des neunten Spektrum Festivals deckt wieder alle Facetten des HipHop und Rap ab. Musikalisch bewegt sich das Festival dabei zwischen Tradition und Grenzüberschreitungen. Mit dabei sind neben „Badmómzjay“ auch „Ezhel“, „Gianni Suave“ und der Hamburger „Disarstar“.

Parallel zum Spektrum gibt es 2022 auch wieder den Vogelball. Zu elektronischen Klängen versammeln sich seit 2011 Menschen als Vögel verkleidet auf dem MS Dockville-Gelände zum queeren Maskenball. Mit einem Programm aus Tanz, Musik und performativen Interventionen ist der Vogelball eines der wichtigsten Events der queeren Szene in Hamburg, 2022 unter anderem mit dem „ArtEmiss Tanz-Kollektiv“, „Best Boy Electric“ und „Godford“. Also setzt die Masken auf und freut euch auf einen Raum jenseits binärer Grenzen.

Vogelball und Spektrum, am 6. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Internationales Sommerfestival Kampnagel

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Das Internationale Sommerfestival Kampnagel macht den August zum Kulturmonat (Foto: Anja Beutler)

„We are back!“ heißt es auf der Homepage des Sommerfestival auf Kampnagel. Wie für viele Festivals feiert auch das Sommerfestival der Kulturfabrik in Winterhude nach der Corona-Pause sein Comeback, und was für eins! Los geht es am 10. August mit einer Weltpremiere: Die Choregrafin Oona Doherty präsentiert mit „Navy Blue“ ihr neuestes Werk mit weiteren Vorführungen am 11. und 13. August. Natürlich gibt es beim internationalen Sommerfestival auch Musik. Neben den Konzerten von „Arooj Aftab“ und „Jochen Distelmeyer“ gibt es 2022 auch wieder eine Kooperation des Sommerfestivals mit dem Elbphilharmonie Sommer.

Internationales Sommerfestival Kampnagel, 10. bis 28. August 2022 auf Kampnagel

Elbphilharmonie Kultursommer

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Ein Highlight beim Elbphilharmonie Sommer: Shabaka Hutchings (l.) mit den Sons of Kemet (Foto: Udoma Janssen)
Sons of Kemet

Im Rahmen der Kooperation vom Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Elbphilharmonie Sommer sind die Berlinerin „Joy Denalane“ (14. August) und die international gefeierte Band „Sons of Kemet“ (17. August) rund um den Saxofonisten Shabaka Hutchings im Großen Saal der Elbphilharmonie zu Gast. Doch damit nicht genug: Der Elbphilharmonie Sommer, dass sind ingesamt drei Wochen Pop, Jazz und Klassik.

Den Auftakt macht am 10. August die Jazzlegende „Kenny Barron“ mit seinem Quintett. Es folgen Musiker wie der Pianist „Jason Moran“ (21. August) und internationale Top-Orchester wie das „Cleveland Orchestra“ (31. August und zum Abschluss am 1. September), das „Philadelphia Orchestra“ (29. und 30. August) oder das „Pittsburgh Symphony Orchestra“ (24. und 25. August). Nicht fehlen darf beim Elbphilharmonie Sommer die Filmmusik. 2022 werden die beiden Stummfilm-Klassiker „Phantom“ (12. August) und „Fräulein Else“ (11. August) mit Live-Musik begleitet. Einige Konzerte des Elbphilharmonie Sommers werden auch wieder live auf großer Leinwand auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie zu sehen sein.

Elbphilharmonie Sommer, 10. August bis 1. September 2022 in der Elbphilharmonie

Wutzrock

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Wutzrock, das ist gute Musik, tolle Stimmung und nette Menschen am Eichbaumsee (Foto: Wutzrock)

Erstmals 1979 gab es Musik umsonst und draußen am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe. Jetzt ist das legendäre Wutzrock Festival nach der pandemiebedingten Pause wieder zurück. Am 12. und 13. August gibt es dann wieder Musik und vor allem gute Laune in Hamburgs Südosten. Nach dem Motto „Kultur von allen für alle“ ist das Wutzrock traditionell umsonst. Allerdings gibt es in diesem Jahr eine klare Festivalbegrenzung und keine Möglichkeit zum Übernachten.

Neben diesen neuen Regelungen haben die Macher:innen auch schon erste Acts bekannt gegeben. Neben Punk aus Thüringen mit „Kornblumenblau“ und dem sechsköpfigen Bordsteinkantenorchester „der Katze & die Hund“ sind auch „Mono & Nikitaman“ am Start. Das verspricht neben Punk & Ska auch richtig guten Dancehall-Reggae auf dem Wutzrock 2022.

Wutzrock, 12. und 13. August 2022 am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe

Dockville

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Das MS Dockville Festvial: Immernoch ein Klassiker in besten Hafenatmosphäre (Foto: Axel Schilling)
Tash Sultana bei ihrem MTV Unplugged

Vom 19. bis 21. August 2022 findet das MS Dockville Festival zum 14. Mal statt. Neben den „AnnenMayKantereit“ als Headliner begrüßen die Macher:innen 2022 unter anderem auch die Australierin „Tash Sultana“. Mit ihr kommt genre-übergreifender und internationaler Glanz zum Dockville. Spielte die 26-jährige Multiinstrumentalistin vor ein paar Jahren noch auf den Straßen Melbournes, füllt sie mittlerweile die großen Arenen und vor Kurzem wurde ihr sogar die Ehre eines eigenen MTV Unplugged zu Teil – das Album zum Konzert erschien am 3. Juni 2022.

Neben Tash Sultana geben sich mit den „Leoniden“ auch echte Lokalmatadore die Ehre. Erst im letzten Sommer hat die Kieler Indie-Rock-Band mit „Complex Happenings Reduced to a Simple-Design“ ihr aktuelles Album veröffentlicht, dass sogar zeitweise auf Platz 1 der Albumcharts kletterte. Neben dem Dockville Festival gibt es auch noch mehr Kunst und Musik auf dem Gelände in Wilhelmsburg. So findet vom 23. Juli bis 7. August das MS Artville Festival statt und zum Saisonabschluss kann sich Wilhelmsburg auf „Meute“ freuen. Die international gefeierte Band kommt am 4. September 2022 aufs Dockville-Gelände.

Dockville, 19. bis 21. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Norden Festival

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Sonne, Wasser und gute Musik: das NORDEN-Festival 2022 (Foto: Lucas Martens)

Sonne, Stand und Festival, diese wohl nahezu eingartige Kombination findet sich beim NORDEN – The Nordic Arts Festival in Schleswig. Das Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne und das 2022 schon zum vierten Mal. Dabei sucht das Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert.

An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden bietet das Festival ein einzigartiges Kulturprogramm. Neben Lesungen, Slams, einem Filmprogramm, Theater und vielen weiteren Aktivitäten steht beim NORDEN Festival natürlich die Musik im Vordergrund. Mehr als 40 Bands geben sich auf den zwei Konzertbühnen die Ehre. Darunter sind neben Die Sterne, Cäthe und Danube’s Banks auch erstmals Bands aus den Niederlanden wie The Cool Quest.

NORDEN – The Nordic Arts Festival, vom 25. August bis zum 11. September 2022 (immer an den Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag)
Wichtig: Das NORDEN ist kein Campingfestival, eine Anreise per Bahn oder Shuttlebus wird empfohlen

Müssen alle mit

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Direkt im Grünen: das „Müssen alle mit“-Festival, 2022 mit dem Headliner Meute (Foto: STADE Marketing und Tourismus GmbH)

Erstmals fand das „Müssen alle mit“-Festival 2013 im Stader Bürgerpark statt. 2022 ist es nach einer pandemiebedingten Pause nun wieder zurück. Am 27. August stehen dann neben Husten, der Band bestehend unter anderem aus Gisbert zu Knyphausen und Moses Schneider (dem Produzenten von Tocotronic, den Beatsteaks und anderen), und dem Team Schiesse auch Meute auf der Bühne im Bürgerpark. Neben dem Konzert auf dem Dockville-Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg ist es der einzige Auftritt der Band im Norden Deutschlands im Sommer 2022.

Müssen alle mit-Festival, am 27. August 2022 im Stader Bürgerpark


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Das Norden Festival: Top-Musik vor Top-Kulisse

Vom 26. August bis zum 12. September gibt es Live-Kultur an einem Ort der Idylle, beim Norden – The Nordic Arts Festival

Text: Andreas Daebeler

 

Es muss nicht immer der große Star von der Insel sein. Jedenfalls nicht von der britischen, Erhebungen im Meer haben wir ja auch. Das Norden – The Nordic Arts Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne. Und das ist in diesem Jahr, in dem die Pandemie das Kulturleben und die Live-Musikszene noch immer lähmt, nötiger denn je. Darum haben die Veranstalter zusammen mit der Stadt Schleswig ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, die Besucherzahl begrenzt und entschieden, das Gelände weitläufiger zu gestalten. Funktioniert.

Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert. Und zwar mit einem genreübergreifenden, aktuellen Programm, einer familiären und nachhaltigen Ausrichtung sowie günstigen Tagestickets für 9,50 Euro. Das Gelände ist in die Parklandschaft der Königswiesen eingebettet. Das Festival bietet bei kleinen Preisen einen Querschnitt aus aktueller Popmusik, Straßentheater, Literatur, DIY-Kursen, Film und sportlichen Aktivitäten. Dabei sind diesmal unter anderem die dänische Band Hvalfugl mit ihrem skandinavischen Folk und Nordic Jazz und das norwegische Theaterensemble Studium Actoris. Ganz aus Litauen reisen The Schwings an.

NORDEN Festival - Konzert auf Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

NORDEN Festival – Konzert auf der Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

Das Norden beginnt am 26. August, es steigt an zwölf Tagen. Und es bietet ein Festival im Festival, das sich Nordpop nennt. Die Idee ist, am Wochenende vom 26. bis 29. August bekannte Musiker mit Newcomern zusammenzubringen. Alle Bands und Solokünstler kommen aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf zwei Bühnen können Besucher die ganze Bandbreite aktueller Popmusik aus dem Norden erleben. Mit dabei: Tonbandgerät, Lina Maly, Helgen, Bernd Begemann, Catt und viele andere. „Der Headliner für den Samstagabend bleibt vorerst eine Überraschung und wird erst zwei Wochen vor dem Festival verkündet“, berichten die Festivalmacher Manfred Pakusius und Marno Happ.

The Nordic Arts Festival: 26. August – 12. September 2021


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Raus aus der Stadt: Mikro-Abenteuer auf Helgoland

Pack Koffer, Kumpels oder Partner ein, steig in die Bahn oder fahre mit dem Auto los. Ab nach Helgoland – gute Reise!

 

Schon in der Bronzezeit siedelten hier Menschen, ab dem Jahre 800 taucht erstmals der Name „Heiligland“ auf. Aufgrund der zentralen Lage im deutschen Nordseeraum rissen sich die Dänen und Piraten bereits im Mittelalter um den 60 Meter hohen Felsen. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs ist sie Ziel der Alliierten-Flieger; nach der Kapitulation wird die leergeräumte Insel zum Testgelände, dem „Hell go Land“, der Royal Air Force. Die Rede ist von Helgoland, der kleinen Nordseeinsel, 50 Kilometer westlich von St. Peter-Ording.

Was hier einmal eine zusammenhängende Landmasse war, teilte die Neujahrsflut von 1721 in zwei. Heute gliedert sich die Hauptinsel Helgoland in fünf Gebiete: das natürlich gewachsene Ober-, Mittel- und Unterland sowie Nordostland und Südhafen, die erst im 20. Jahrhundert durch Aufschüttung entstanden sind. Im Süden gibt es einen kleinen Badestrand. Über die komplette West- und Nordwestseite ziehen sich steile Klippen aus Bundsandstein, dem Gestein, dass Helgoland zur einzigen Felseninsel der Nordsee macht und der Insel den Kosenamen „roter Fels in der Brandung“ bescherte.

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Roter Fels in der Brandung: der berühmte Bundsandstein die „Lange Anna“

An der Nordwestspitze befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands – der 48 Meter hohe Brandungspfeiler Lange Anna.

Knapp einen Kilometer östlich liegt die Nebeninsel Düne, die durch eine Fähre schnell zu erreichen ist. Die jenseits der kleinen Meeresstraße Reede liegende Badeinsel hat einen Flug- und Campingplatz, zudem gibt es hier einen flachen Strand. Kegelrobben werfen hier im Winter, Seehunde im Sommer. Zu den Zugzeiten ist die Insel Rastplatz vieler Singvögel, und in der warmen Jahreszeit brüten zahlreiche Seevögel wie Trottellumme, Basstölpel und Dreizehenmöwe auf dem Lummenfelsen der Hauptinsel.

Durch die unzähligen Bombardierungen und Testschüsse ist die gesamte Oberfläche des Ober- und Mittellands neu geformt worden, Helgoland wurde also aus den Trümmern errichtet. Daran erinnern der Krater der größten nicht-nuklearen Explosion der Welt und der 35 Meter hohe Leuchtturm, das einzige Gebäude auf der Insel, das den Krieg ohne größere Schäden überstanden hat.

Heute leben circa 1.300 Menschen friedlich auf Helgoland. Hierhin kommt man am besten mit den Schnellfähren von Hamburg, Wedel oder Cuxhaven. Besonders gemütlich ist aber auch die etwa 70-minütige Überfahrt von St. Peter-Ording.

Übernachtungstipp:
Haus Rooad Weeter
Am Falm 323 (Helgoland)
rooadweeter.de


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Die Schönheit des Hamburger Schietwetters

Eine Liebeserklärung ans verschriene Hamburger Nass

Text: Erik Brandt-Höge

 

Hamburg ist nicht Saint-Tropez. Es ist auch nicht Palermo. Nicht mal Passau. Und weil Hamburg eben Hamburg ist, ist das Wetter hier nicht immer doll. Genau genommen ist es oftmals ziemlich mies. So mies, dass es viele Hamburger zum Hassobjekt erklären. Da wird ordentlich gezetert: „Zum Kotzen, dieser Dauerregen!“ Manche erwägen des Wetters wegen gar einen Umzug in trockenere Gebiete. Berechtigte Frage Richtung Meckerheinis: Schon mal die Schönheit im Schietwetter bemerkt? Also, nicht im Schietwetter an sich, sondern in den Möglichkeiten, die es mit sich bringt? Eine Runde im überdachten und jede Menge Snacks und Getränke bereithaltenden Alsterrdampfer kann man auch drehen, wenn das Wasser in Kübeln von oben kommt.

 

Stichwort raue See

 

Schifffahrtsfeeling kommt dann noch mehr auf als eh schon: Stichwort raue See und so. Wem diese Geschichte zu schunkelig ist, der kann sich eine Auszeit zwischen zwei Wetterextremen in Planten un Blomen gönnen. Im schwülwarmen Tropenhaus, zwischen allerhand exotischer Flora, ist es nämlich noch gemütlicher, wenn die Tropfen rhythmisch aufs Glasdach plätschern: Stichwort Regenwald mitten in der Stadt. Und wer mit dem Schietwetter lieber unter sich bleiben will, dem sei ein kurzer, nasskalter, aber von Frischluft gespickter Spaziergang im Friesennerz ans Herz gelegt. Wenn es danach nämlich wieder in die Bude geht, wird diese noch ein bisschen mehr geschätzt – vor allem die Temperaturen drinnen: Stichwort Saunagang, nur umgekehrt. Hat also reichlich für sich, das Hamburger Schietwetter. Am Ende ist es alles andere als ein lästiges Mitbringsel dieser Stadt.


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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