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Hamburger Stadtteilkulturpreis verliehen

Am 5. April 2022 wurde zum 19. Mal der Hamburger Stadtteilkulturpreis verliehen – eine Gala mit vielen glücklichen Gewinner:innen

Text: Felix Willeke

Seit fast 20 Jahren verleiht Stadtkultur Hamburg den Hamburger Stadtteilkulturpreis. Er will Projekte fördern, die sich besonders um die Hamburger Stadtteilkultur verdient machen. Am 5. April 2022 verlieh Kultursenator Carsten Brosda den größten Preis an das Programm „Start a Revolution: Get to know your Neighbour!“ des Mikropol e.V. Der Verein eröffnete im Sommer 2019 als Reaktion auf den ersatzlosen Abriss des ehemaligen Stadtteilzentrums das Mikropol in einem ehemaligen Toilettenhäuschen auf einer Verkehrsinsel in Hamburg Rothenburgsort. Mit der Zeit wurde es zu einem offenen Raum für den Stadtteil umgebaut. Ziel ist es jetzt, langfristig ein großes Zentrum für den Stadtteil zu entwickeln. „Das Mikropol hat die Soziokultur neu- und wiedererfunden“, heißt es in der Begründung der Jury.

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Haben den größten Preis beim Stadtteilkulturpreis 2022 gewonnen: das Mikropol e.V. (Foto: Miguel Ferraz)

Ein Sonderpreis für das Goldbekhaus

Neben dem größten Preis wurden 2022 auch drei Sonderpreise vergeben. Ausgezeichnet wurden Stephanie Grau und Felicia Grau vom Theater Zeppelin und dem HoheLuftschiff, Bernd Haß aus dem Goldbekhaus und Clemens Hoffmann-Kahre aus der Motte. Der Stadtteilkulturpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der Behörde für Kultur und Medien gestiftet und unterstützt.


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Lessing-Preis 2022 für Uwe Timm

Der Autor von „Morenga“, „Am Beispiel meines Bruders“ und „Ikarien“ wurde am 23. Januar 2022 mit dem Lessing-Preis der Stadt Hamburg ausgezeichnet

Text: Felix Willeke

 

Seit 1930 vergibt die Stadt Hamburg den heute mit 10.000 Euro dotierten Lessing-Preis an Dichter, Schriftsteller und Gelehrte. Der seit 1977 alle vier Jahre vergebene Preis soll Menschen ehren, „deren Werke und Wirken unter dem hohen Anspruch, den der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen“. Bei der Verleihung am 23. Januar 2022 im Thalia Theater ging der Preis in diesem Jahr an den in Hamburg geborenen Schriftsteller Uwe Timm. Er „beschönigt nichts und besteht zugleich auf dem Prinzip Hoffnung. Nicht zuletzt dies verbindet ihn mit Gotthold Ephraim Lessing“, heißt es in der Begründung. Zuletzt veröffentlichte der 81-Jährige mit „Der Verrückte in den Dünen“ eine Reflexion über Utopie und Literatur.

 

Das Stipendium

 

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„Bildgeschichten mit einer starken narrativen Kraft“ von der Lessing-Stipendiatin 2022, Birgit Weyhe (Foto: Sabine Reinecke)

Seit 1953 wird zusätzlich zum Lessing-Preis ein Förderstipendium vergeben. Die mit 5.000 Euro dotierte Förderung geht in diesem Jahr an Birgit Weyhe. Die 53-jährige Comiczeichnerin, Illustratorin und Autorin von Graphic Novels wird für ihre Bildgeschichten ausgezeichnet, die „eine starke narrative Kraft“ haben, so das Preisrichter:innenkollegium. Weyhe gehöre „zu den Impulsgebern einer neuen Generation von selbstbewussten Zeichnerinnen, die auf die eindrückliche Kombination von Text und Bild setzen.“ 2022 erscheint ihr neues Comic „Rude Girl“, das Thema: Kulturelle Aneignung.


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Kaffeeduft und Ed von Schleck

Mit einem Jahr Verspätung erhielt der Schriftsteller Klaus Modick im Hamburger Rathaus den Hannelore-Greve-Literaturpreis für das Jahr 2020. In seiner Dankrede „Meine Hamburger Jahre“ erzählt er, wie die Hansestadt – inklusive SZENE HAMBURG – sein Werk geprägt hat

Text: Klaus Modick

 

Erste Erinnerungen an Hamburg reichen in meine Kindheit zurück, und sie duften intensiv nach Kaffee. Der Freund meines Hamburger Onkels betrieb nämlich in der Speicherstadt ein Kaffee-Lagerhaus, hinter dessen pittoresker Klinkerfassade sich eine märchenhafte Welt auftat. Sie reichte bis zu den Luken, die sich am anderen Ende dieser geheimnisvollen Welt auf den Fleet öffneten, auf dem die Schuten lagen, aus denen die Kaffeesäcke mit Seilwinden zu den Böden gehievt und dort auf den Eichendielen gestapelt wurden. Die Säcke trugen Aufschriften ihrer Herkunft, Guatemala und Costa Rica, Kenia und Kolumbien, und mir kam es so vor, als träumten im Klang dieser exotischen Ländernamen abenteuerliche Geschichten von Reisen und Abenteuern in der großen, weiten Welt. So verband sich mir damals der Duft von Kaffee mit dem Klang der Namen ferner Länder und dem Wort Hamburg zu einer Atmosphäre, die meine Phantasie üppig gedeihen ließ. Vielleicht hat eine unbewusste Erinnerung an diese Eindrücke dazu beigetragen, dass ich nach dem Abitur zum Studium nach Hamburg zog. Wenn man aus der freundlichen Provinzialität einer ehemaligen Residenzstadt wie Oldenburg kommt, merkt man schnell, dass die Weltstadt Hamburg ein – norddeutsch gesagt – ganz anderer Schnack ist.

 

K-, K-, K-HSV

 

Statt „ganz anderer Schnack“ könnte man auch sagen, dass Hamburg immer schon in einer anderen Liga spielte als Oldenburg, auch wenn diese sportliche Metapher derzeit etwas bitter klingen mag. Als ich 1971 nach Hamburg kam, spielte der VFB Oldenburg in der dritten und der HSV in der ersten Liga; heute spielen die Oldenburger in der vierten und der HSV – nun ja, ich gehe hier lieber nicht weiter ins Detail, bekenne mich aber trotz alledem als treuer HSV-Fan, seitdem ich Uwe Seeler in seiner letzten Saison noch leibhaftig spielen sah. Staunend verfolgt habe ich dann den Aufstieg des K-, K- und K-HSV: K wie Krohn, K wie Kuno Klötzer, K wie Kevin Keagan, und begeistert miterlebt habe ich die goldene Ära der legendären Happel-Elf. 5:1 gegen Real Madrid! Das Volksparkstadium wackelte bedenklich.

Studiert habe ich übrigens auch, Campus Von-Melle-Park, in der herben Waschbetonschönheit des Philosophenturms, Germanistik und Geschichte. Ich studierte auf Lehramt, merkte jedoch während eines Schulpraktikums, dass die Aussicht auf eine lebenslange Lehrerexistenz alles andere als verlockend war. Das Erste Staatsexamen fürs Lehramt an Gymnasien absolvierte ich trotzdem, aber eigentlich nur, um besorgte Fragen aus meinem Elternhaus, was denn eigentlich aus mir werden solle, zu sedieren. Hätte ich die Antwort gegeben, die mir damals bereits vage durch den Kopf ging und auf der Zunge lag, hätte man mich vermutlich für spinnert gehalten, lautete sie doch: Schriftsteller.

 

Die gedruckte Legende

 

Geschrieben hatte ich bislang aber nur ein paar Texte für Songs, die bis zum heutigen Tag auf ihre Entdeckung als hitverdächtig warten, sowie einige hemmungslos sentimentale Gedichte, von denen eins sogar den herrlichen Titel „Hamburg“ trägt – aber keine Bange, ich habe nicht die Absicht, Ihnen diesen juvenilen Geniestreich jetzt vorzutragen. Mein Frühwerk war jedenfalls für ein Leben als Schriftsteller nicht wirklich tragfähig, weshalb ich erst einmal weiter studierte und eine Doktorarbeit über Lion Feuchtwanger schrieb. Diese Entscheidung erwies sich dann allerdings sehr wohl als tragfähig, weil die Dissertation als Buch erschien und damit den Beginn meiner Schriftstellerei markierte; und dreißig Jahre später sollte sie sich als ergiebiger Steinbruch für meinen Roman „Sunset“ erweisen: Auch dies also ein Kreis, dessen Linie in Hamburg begann, um sich Jahrzehnte später zu schließen.

 

SZENE HAMBURG

 

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Zuletzt erschienen von Klaus Modick die Erzählung „Leonard Cohen“ in der KiWi-Musikbibliothek (2020) und der Roman „Fahrtwind“ (2021) (Foto: Stephan Meyer Bergfeld)

Um das karge Bafög aufzubessern, jobbte ich während des Studiums in einer Souterrain-Kneipe in der Hegestraße. Das Lokal nannte sich in schöner Schlichtheit „Schröder“ und war ein Hotspot dessen, was in den siebziger Jahren in Kneipen und Kellern, Musikclubs und Cafés als so genannte Hamburger Szene laut und bunt und munter getrieben wurde. Der vage Begriff wurde zur gedruckten Legende, als sich das 1973 gegründete Stadtmagazin knapp und schlau „Szene Hamburg“ nannte. In den achtziger Jahren habe ich in dem Blatt zahlreiche Texte publiziert. Mein erster Beitrag war eine küchenpsychologisch grundierte Charakterstudie mit dem Titel „Genie der cholerischen Wut“, und dies Genie war kein Geringerer als Donald Duck.

 

Von der Theke zum Werbetexter

 

Und auch einige meiner Erlebnisse im nicht nur von Nikotinschwaden durchwaberten Rauch und Schall von „Schröder“ sollten schon bald in meinem Roman „Ins Blaue“ ins literarisch rechte Licht gerückt werden. Damals wohnte ich im Karolinenviertel, wie es sich gehörte in einer Wohngemeinschaft. Einer meiner Mitbewohner hatte einen Schwager, der als Kundenberater in der Werbebranche arbeitete und eines Tages erzählte, dass man dort nach Textern suche, ein Job, für den ich garantiert geeignet sei, und besser bezahlt als Bierzapfen im „Schröder“ sei er allemal. Werbetexter? Auf die Idee wäre ich selbst nie gekommen, allein schon wegen Konsumterror und Bedürfnismanipulation und überhaupt irgendwie unseriös, wenn nicht gar halbseiden – aber mal anhören, was man von mir haben und was man mir dafür bieten wollte, konnte ja nicht schaden. Und also erschien ich im hanseatisch-prächtigen Backsteinexpressionismus des Sprinkenhofs im Kontorhausviertel, wo die Werbeagentur Lintas zwei weitläufige Etagen belegte. Die Eignungsprüfung bestand darin, dass der verblüffend seriös wirkende Kreativdirektor durch diverse Zeitschriften blätterte und mich aufforderte, zu den Werbeanzeigen spontan meine Meinung zu sagen. Nach einem knappen Dutzend frech-forscher Bemerkungen meinerseits sagte er: „Sie können hier morgen anfangen.“

 

Mach keinen Heckmeck!

 

Um weiter an meiner Doktorarbeit schreiben zu können, bot er mir einen Halbtagsjob an, der so gut bezahlt war, dass ich auf der Stelle vergaß, was unter einem Begriff wie Konsumterror überhaupt zu verstehen wäre. Ich blieb vier Jahre in der Lintas, zwei Jahre halbtags und dann noch einmal zwei Jahre in Vollzeit. Da verfasste ich dann Lobeshymnen auf Suppen nach Gutsherrn-Art, auf vierundzwanzig Stunden wirksame Deosprays oder auch auf die fast schon hanseatische Solidität einer schwedischen Automobilmarke sowie das Kleingedruckte auf einer Margarinepackungsrückseite. Literarische Höchstleistungen waren das eher nicht, aber manchmal hat es auch Spaß gemacht, zum Beispiel mit Ed von Schleck: „Mach doch keinen Heckmeck, sonst schleck ich dich vom Fleck weg.“

Meine Erlebnisse im windigen Reich der Werbung haben dann später meinen Roman „September Song“ nachhaltig aromatisiert, eine Art Fortsetzung von „Ins Blaue“. Da hatte ich den süßen Most, den ich Bartel mir bei der Lintas geholt hatte, längst getrunken und trank nur mehr den trockenen Wein der freien Schriftstellerei. Dies Gewächs erwies sich allerdings als anregend genug, um weitere Romane zu inspirieren, die ganz oder zumindest teilweise in Hamburg spielen, als da wären „Das Grau der Karolinen“, der mir 1986 einen Hamburger Literaturförderpreis einbrachte, „Der kretische Gast“ sowie „Die Schatten der Ideen“, in dem ein Hamburger Historiker vor den Nazis ins amerikanische Exil flieht. Und schließlich habe ich mir in dem vom Hamburger Künstler Dieter Wiesmüller illustrierten Bilderbuch „Wo die Sonne schlafen geht“ allerlei Reime darauf gemacht, wie es wohl in einem im Meer versunkenen Hamburg aussehen würde. Wollen wir hoffen, dass dergleichen Bild und Vers bleibt und nie Wirklichkeit werden wird.

 

Der Kreis schließt sich

 

Ich könnte noch viel mehr und viel detaillierter von meinen zwei Hamburger Jahrzehnten erzählen, und vielleicht tue ich das irgendwann auch auf andere Weise. Für heute will ich nur noch anfügen, dass ich im Standesamt Hamburg-Mitte meine amerikanische Frau geheiratet habe und auch unsere beiden Töchter in Hamburg geboren wurden, wofür natürlich nicht der Stadt zu danken ist, sondern meiner Frau. Unsere Töchter sind übrigens auch der Grund, warum wir Hamburg verlassen haben – nicht etwa, weil es uns hier nicht mehr gefiel, sondern weil wir mit den Kindern ein ländliches Umfeld erproben wollten und dann auch in einer Art norddeutschem Bullerbü fanden. Aber das ist schon eine ganz andere Geschichte.

Und so schließt sich dann für mich hier und heute noch ein weiterer Kreis. Denn ohne meine Hamburger Jahre wäre ich nicht geworden, was ich heute bin und würde hier und jetzt nicht vor Ihnen stehen und Ihnen danken – für die Ehre dieses von einer Hamburger Ehrenbürgerin gestifteten Preises, für das mit dem Preis verbundene schöne gute Bare und nicht zuletzt für das freundliche Interesse, das Sie in all den Jahren meinem Werk entgegen gebracht haben.

Der Text ist eine gekürzte Fassung von Klaus Modicks Dankesrede bei der Verleihung des Hannelore-Greve-Literaturpreis am 15. November 2021


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Wohnungsbau in Hamburg: „Jedes Jahr eine neue Kleinstadt“

Die steigenden Mietpreise sind – neben Covid-19 und dem Klimawandel – das brennende Thema der Stadt. Wir sprachen mit der Stadtsoziologin Prof. Dr. Ingrid Breckner über die bisherige Entwicklung, Erfolge und Misserfolge und die Schwierigkeit, Bauen und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bekommen

Interview: Marco Arellano Gomes

 

 

SZENE HAMBURG: Frau Prof. Dr. Ingrid Breckner, wann haben Sie zuletzt in Hamburg eine Wohnung gesucht?

Prof. Dr. Ingrid Breckner: Das ist schon lange her. Das war, als ich nach Hamburg zog, also im Jahr 1995.

Da sahen die Preise fürs Wohnen wahrscheinlich anders aus, oder?

Ja, aber es war schon damals nicht einfach, eine Wohnung zu finden. Der Wohnungsmarkt war angespannt. Ich bin dann durch Freunde und Zufall an meine erste Hamburger Wohnung gekommen.

Die Miet- und Kaufpreise steigen in Hamburg seit Jahren. Von 1999 bis 2019 sind die durchschnittlichen Nettokaltmieten von 5,70 Euro/m² auf 8,66 Euro/m² gestiegen. Bei Neuvermietungen sind es 13,40 Euro/m². Ist Wohnen ein Luxusgut geworden?Lukas, Gratulation zu zwei Silbernägeln und einem Bronzenagel. Mit welcher Idee hast du abgeräumt?

Es gibt im Bereich der mittleren Einkommen viele Menschen, die die gestiegenen Wohnkosten in der Stadt nicht mehr bezahlen können oder bei denen die Mietbelastung 40 bis 50 Prozent des Einkommens ausmacht. Eigentlich gelten 30 Prozent des Einkommens als verträgliche Mietbelastung.

Warum ist das Wohnen in den Städten so teuer geworden?

Das hat mehrere Ursachen. Ein zentraler Punkt ist die Verknappung des Bodens und die damit einhergehenden Steigerungen der Bodenpreise. Die machen einen hohen Anteil der Kosten beim Wohnungsbau aus. Ein weiterer Grund ist, dass Investitionen in Immobilien spätestens seit der Finanzkrise als lukrativ angesehen werden, um Vermögenswerte aufzubauen. Ein dritter Grund für die Anspannung im preisgünstigeren Segment ist der Rückgang des Anteils von Sozialwohnungen, infolge geringen Neubaus und auslaufender Belegungsbindungen binnen 15 bis 30 Jahren. Hamburg hatte mal 40 Prozent Sozialwohnungen. Heute sind wir bei knapp über zehn Prozent. Dabei ist ein großer Prozentsatz der städtischen Bevölkerung darauf angewiesen.

Wie viele Menschen betrifft das in Hamburg?

In Hamburg haben etwa 50 Prozent der Einwohner einen Anspruch auf eine Sozialwohnung.

Ist das für eine wohlhabende Stadt nicht ein Armutszeugnis?

Die Entwicklungen der Löhne und Wohnkosten laufen seit Jahren auseinander. Dadurch rutschen viele in die Kategorie hinein, in der man einen Wohnberechtigungsschein bekommen kann.

 

Politische Maßnahmen

 

Über das „Bündnis für das Wohnen“ ist es in Hamburg zumindest gelungen, knapp 10.000 Baugenehmigungen pro Jahr zu erteilen. Ein zentrales Element hierbei ist der sogenannte Drittelmix. Reicht das, um die Entwicklung zu korrigieren?

Das dürfte wahrscheinlich nicht reichen. In einzelnen Projekten wird der Drittelmix daher auch nicht mehr angestrebt, sondern ein Halbmix von bis zu 50 Prozent.

Ist das „Bündnis für das Wohnen“ ein Erfolg?

Es ist eine Strategie, die das Bundesland Hamburg mit privaten Bauherren, Genossenschaften und Mietervereinen verfolgt, um die ehrgeizigen Ziele im Wohnungsneubau zu erreichen. Die Stadt alleine würde es sicher nicht schaffen, weil sie dann eigene Wohnungsunternehmen aufbauen müsste, die sie überhaupt nicht hat. Insofern ist die Stadt darauf angewiesen, Kompromisse auszuhandeln.

Tatsächlich wurden seit dem Jahr 2011 etwas mehr als die Hälfte der genehmigten Wohneinheiten fertiggestellt. Ist das Bündnis eine Mogelpackung?

Das mag auf dem ersten Blick so aussehen, aber die baurechtliche Feststellung und Genehmigung ist nur ein Aspekt beim Wohnungsbau, ein anderer ist der Bau selbst. Der hängt von vielen weiteren Faktoren ab. In der jüngeren Vergangenheit waren das Lieferengpässe durch Corona, Holzknappheit sowie gestiegene Bodenpreise. Da kann es passieren, dass ein Bauherr sagt: „Ich warte noch ein bisschen, bis sich die Situation beruhigt, um nicht teurer bauen und entsprechend mehr Miete verlangen zu müssen.“

Was kann Hamburg noch tun, um der Mietpreisentwicklung entgegenzuwirken?

Es gibt die Möglichkeit des Vorkaufsrechts. Dieses können Städte vor allem in sozialen Erhaltungsgebieten wahrnehmen, in Hamburg gibt es 16 davon. Das Problem mit dem Vorkaufsrecht ist bloß, dass die Städte nicht genug Geld haben, um dieses in großem Maßstab wahrzunehmen. Und es stellt sich die Frage, ob man bei den derzeit überhöhten Preisen Vorkaufsrechte überhaupt wahrnehmen sollte. Man setzt hier immerhin Steuergelder ein – und befeuert im ungünstigsten Fall zusätzlich die Preisentwicklung.

Klingt nach einem Teufelskreis. Was kann noch getan werden?

Alle Formen, die Wohnfläche zu reduzieren, helfen natürlich auch. Es gibt zunehmend neue Gemeinschaftswohnformen, die weniger Platz brauchen. Da hat dann nicht jeder ein privates Gästezimmer, sondern es gibt ein gemeinschaftliches.

Up in the air: In Hamburg dürfte in Zukunft mehr in die Höhe gebaut werden, wie hier in der östlichen HafenCity; Illustration: Hosoya Schaefer/Chipperfield

Up in the air: In Hamburg dürfte in Zukunft mehr in die Höhe gebaut werden, wie hier in der östlichen HafenCity; Illustration: Hosoya Schaefer/Chipperfield

Wie sieht es denn mit dem Mietpreisdeckel aus?

Der Mietpreisdeckel ist in Berlin gescheitert, weil das Land diesen eingeführt hat. Laut Verfassungsgericht darf dies aber nicht auf Landesebene beschlossen werden, sondern nur auf Bundesebene. Es bräuchte also einen bundesweiten Mietendeckel. Nachdem wir gesehen haben, wie schwer in der Pandemie einheitliche Entscheidungen auf Bundesebene zu treffen waren, befürchte ich, dass eine solche bundeseinheitliche Regelung so schnell nicht zustande kommt.

Wie steht es zumindest um die Mietpreisbremse?

Die Mietpreisbremse hat sich als nicht sonderlich schlagkräftig erwiesen, weil es zu viele Schlupflöcher gibt, um sie zu umgehen. Da müsste man nachjustieren, aber das ist wohl politisch nicht mehrheitsfähig.

Was ist mit Enteignungen?

An Enteignungen stellt das Grundgesetz sehr hohe Anforderungen. Ich bezweifle auch, dass Enteignungen bei großen Wohnungseigentümern durchsetzbar sind. Die Initiativen betonen ja ausdrücklich, dass sie keine generelle Enteignung wollen, sondern nur partielle – speziell im Falle der großen, spekulativen Wohnungsunternehmen. Aber auch da muss der Staat sehr genau nachweisen, warum eine Enteignung denkbar und möglich ist. Ich halte das für kein geeignetes Instrument.

 

Der Markt

 

Nun wollen zwei große Immobilienunternehmen, Vonovia und Deutsche Wohnen, fusionieren.

Da sieht man, wie hart bereits darum gekämpft wird, wer im Wohnungsmarkt die Oberhand hat. Auf der einen Seite private Immobilienbesitzer und auf der anderen Seite kommunale, föderale und nationale Institutionen.

Der Immobilienmarkt ist nicht gerade ein Musterbeispiel für Transparenz, oder?

Es gibt tatsächlich ein Defizit in der Transparenz über den Bodenbesitz. Die Stadt weiß zwar durch ihr Grundstückskataster sehr wohl, wer die Eigentümer sind. Diese Informationen sind allerdings nicht öffentlich zugänglich. Niemand will die Immobilienbesitzer in die Hände von Protestgruppen liefern. Hierbei spielt auch der Datenschutz eine Rolle. Das ist eine Abwägung zwischen dem Schutzbedürfnis von Eigentümern und dem öffentlichen Informationsbedürfnis.

In Hamburg gibt es etwa 720.000 Wohnungen, davon sind 440.000 in Privatbesitz, 130.000 in städtischer Hand und ebenfalls um die 130.000 gehören Baugenossenschaften. Der Großteil also ist in Privatbesitz. Liegt da das Problem?

Grundsätzlich spricht nichts gegen einen hohen Prozentsatz privaten Wohnungseigentums, nur gibt es unterschiedliche Qualitäten von privat. Es gibt diejenigen, die eine Immobilie gekauft haben, um von den Mieteinnahmen zu leben und sich für das Haus verantwortlich fühlen. Und es gibt auf der anderen Seite des Spektrums Investoren, die eher aus Spekulationsgründen Immobilien erwerben, um bei einem Wiederverkauf gute Renditen zu erzielen.

Wie kann man Letzteres unterbinden oder zumindest reduzieren?

Die Politik geht zunehmend dazu über, Erbbaurechte zu vergeben, also städtischen Boden zu verpachten, statt zu verkaufen. Das ist sinnvoll, denn wenn Städte ihren Boden verkaufen, haben sie keine Interventionsmöglichkeit mehr. Das hat man beispielsweise im Gängeviertel gesehen, wo ein internationaler Investor das Objekt gekauft hat und dann sechs Jahre lang nichts unternahm. Erst nach der künstlerischen Besetzung hat sich die Stadt dazu bereit erklärt, das Grundstück zurückzukaufen.

 

Gute Beispiele und Möglichkeiten

 

Gibt es Städte, die Hamburg als Vorbild dienen können?

Wien wird gern genannt. Dort wurde in den vergangenen 100 Jahren der größte durch die Kommune steuerbare Bestand an Wohnimmobilien aufgebaut. Diese Immobilien sind nicht alle im Eigentum des Landes und der Stadt Wien, sondern auch von Bauträgern, die die Wohnungspolitik des Landes Wien mittragen.

Hat Hamburg diese Steuerungsmöglichkeit nicht in Bezug auf die SAGA?

Es ist ein Glück, dass die SAGA nicht verkauft worden ist. Das stand ja schon mal zur Debatte. Im Unterschied zu vielen anderen Städten, die ihren kommunalen Wohnungsbestand veräußert haben, um Schulden zu tilgen, wie beispielsweise Dresden oder Berlin, hat Hamburg rechtzeitig die Bremse gezogen. München kauft inzwischen wieder Wohnungen zu hohen Preisen zurück.

Ziemlich beliebt bei Mietern sind Genossenschaften, weil die Mieten dort vergleichsweise moderat steigen. Wie schaffen die das?

Genossenschaften planen von vornherein für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und kümmern sich um die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen. Das führt dazu, dass ein Gebäude eine hohe Lebensdauer erreicht. Genossenschaften entstanden vor allem im Kaiserreich als kollektive Nothilfeeinrichtung, als der Wohnraum knapp war und der Zuzug in die Städte zunahm.

Das erinnert doch stark an die gegenwärtige Situation?!

Es gab in den vergangenen Jahren in der Tat einen sehr starken Zuzug in Städte, wodurch Angebot und Nachfrage im Wohnungsmarkt ganz klar aus dem Gleichgewicht kamen. Bis 2019 wuchs Hamburg jährlich um 20.000 Menschen. Das ist jedes Jahr eine neue Kleinstadt.

Wenn es in Hamburg einen Zuzug von 20.000 Menschen gibt, dann reichen doch weder die Genehmigung von 10.000 noch der tatsächliche Bau von etwa 5.000 Wohneinheiten aus.

Der Zuzug ist in den letzten beiden Jahren zumindest etwas zurückgegangen. Das kann aber auch mit Corona zusammenhängen. Dadurch, dass so viel Wohnungsbestand im bezahlbaren Segment fehlt, denke ich, dass man da mit Sicherheit nachlegen muss. Das hängt aber von vielen weiteren Faktoren ab, wie den Wanderungsbewegungen, der wirtschaftlichen Entwicklung, den Alters- und Haushaltstrukturen.

Hamburg gilt als Single-Hauptstadt. Welche Rolle spielt das bei den Mietpreisen?

Das spielt durchaus eine Rolle. Wenn immer mehr Menschen alleine in einer Wohnung leben, dann wird mehr Wohnraum pro Person verbraucht, weil jeder nun mal ein Badezimmer, eine Küche und einen Schlafraum hat. Das Single-Dasein betrifft in Hamburg immerhin 50 Prozent aller Haushalte, wobei nicht alle Singles alleine wohnen.

 

Modernisierung und Verdrängung

 

Über einen wichtigen Aspekt haben wir noch nicht gesprochen: Modernisierungen. Es ist vielen unbegreiflich, wie man zulassen konnte, dass Vermieter sich die hohen Investitionen zu großen Teilen mit Steuergeldern fördern lassen und im Anschluss acht Prozent der entstandenen Kosten auf die Miete aufschlagen – und zwar ohne zeitliches Limit. Wer hat sich denn solchen Irrsinn ausgedacht?

Das ist schon ein Stück weit verrückt. Eigentlich rechnet man ja damit, dass pro Jahr mindestens fünf Prozent der Mieteinnahmen für Instandhaltung aufgewendet beziehungsweise angespart werden. Viele Immobilienbesitzer blieben aber lange Zeit untätig oder kauften mit den Ersparnissen weitere Immobilien, die ebenfalls nicht modernisiert wurden. Als dann genug Anreize da waren, schlugen sie alle zu, brachten die Wohngebäude auf den aktuellen Standard – mit entsprechend hohen Modernisierungskosten und -forderungen. Eigentlich hätte man die Summe der unterlassenen Instandhaltung von den Modernisierungskosten abziehen müssen. Dem Mieter hätte auch nur der Anteil berechnet werden dürfen, der tatsächlich eine Verbesserung darstellt…

… stattdessen fühlen sich die betroffenen Mieter verzweifelt. Ältere Menschen sehen sich gezwungen, an den Rand der Stadt ziehen.

Ja, für diese Menschen bedeutet das den Verlust ihres Zuhauses, ihres Freundeskreises, ihres vertrauten Wohnumfeldes. Die müssen sich komplett neu orientieren. Das ist eine große Belastung.

Durch den „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“ verpflichtet sich der Senat, die Grünflächen der Stadt beim Wohnungsbau stärker zu schützen. Erschwert das nicht den Wohnungsbau?

Als der Naturschutzbund (NABU) diese Idee erstmals vorbrachte, empfand ich es als absurde Konfrontationsstellung. Die Verhandlungen sind aber ein wichtiger Schritt, um Wohnen und Umwelt gemeinsam zu denken. Es hat ja niemand etwas davon, wenn man eine Wohnung hat, aber keine saubere Luft atmen kann.

 

Nachverdichtung

 

Nicht wenige sehen Nachverdichtungen kritisch. Wie sehen Sie das?

Die entscheidende Frage ist, wie nachverdichtet wird. In welchen Gebieten? Auf welche Weise? Und in welchem Ausmaß? Hamburg hat viele Einfamilienhaus-Gebiete. Das sind Flächenfresser. Je nachdem wie die Grundsteuerbemessungen ausfallen, werden einige überlegen, ob man nicht zwei oder dreigeschossig bauen kann. An den Magistralen und am Hafen gibt es viele unterausgenutzte Grundstücke. Viele Gebäude in der Stadt wird man auch abreißen müssen. Es gibt also noch Möglichkeiten zum Wohnungsbau.

Was halten Sie von der Idee, in die Höhe zu bauen?

Im verdichteten städtischen Raum scheint es mir nicht verkehrt, zumindest in Richtung vier bis sechs Stockwerke zu denken. Das ist ja in Stadtteilen wie Eimsbüttel längst üblich – und schlecht wohnt man da ja nicht. Das muss man von Ort zu Ort diskutieren: An welcher Stelle sind welche Höhen möglich und passend? Wie wirkt sich das auf die Umgebung aus?

Ist eine Nachverdichtung angesichts der Pandemie nicht ohnehin fragwürdig?

Da müsste man sich anschauen, welche Möglichkeiten man hat, in Zukunft darauf zu reagieren. Als wir Professoren Studierende in einer Lehrveranstaltung fragten, wie sie mit dem Home-Learning zurechtkommen, haben sie geantwortet: „Sie haben wahrscheinlich einen Balkon! Wir sitzen in unserem 20-QuadratmeterZimmer und müssen darin kochen, arbeiten, essen und schlafen.“

Und haben Sie einen Balkon?

Ich habe einen Balkon, ja. (lacht)


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Krach+Getöse: Karriereboost für Nachwuchstalente

Neue Runde für den Hamburger Musik-Nachwuchspreis – erneut mit kompetenter Fachjury und großem Supportprogramm

Text: Anna Meinke

 

Junge, ambitionierte Künstler und Bands gibt es wie Sand am Meer. Und alle sind sie talentiert, wunderbar und voller Ideen. Doch wer hat das gewisse Etwas? Wer ist originell und experimentierfreudig? Und wer hat vor allem den Mut, die eigene Musik weiterzudenken, die Kunst auf das nächste Level zu heben?

Genau solche Künstler wollen die Haspa Musik Stiftung und RockCity Hamburg e. V. erneut mit dem Musik-Nachwuchspreis Krach+Getöse küren und sie mit einer begehrten Förderung belohnen: Die fünf Gewinner erwartet ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro sowie ein individuelles, krisentaugliches Supportprogramm über zwölf Monate. Und das ist noch nicht alles. Workshops, Coachings, Produktionen, Aufnahmen und Supports von und mit zum Beispiel Clouds Hill Recordings und JustMusic sollen die Nachwuchstalente auf ihrem Weg unterstützen.

 

Talente gesucht!

 

Die Highlights, einige heiß begehrte Booking-Slots für unter anderem das MS Dockville Festival, das Futur 2 Festival, das Reeperbahn Festival, Wutzrock und die Millerntor Gallery, müssen in diesem Jahr aufgrund der Pandemie leider entfallen. Für adäquaten Ersatz wird jedoch gesorgt – und der Rückenwind für die Karriere ist den Preisträgern sicher! Ausgewählt werden diese von einer Fachjury aus etwa Alice von Chefboss, Annett Louisan, Celina Bostic und Megaloh.

Interessierte Solo-Musiker, Bands und Kollektive aus Hamburg und der Metropolregion können sich vom 1. bis zum 29. April online bewerben. Angesprochen sind Künstler, die als Nachwuchs oder Semi-Profis in der Popmusik arbeiten und Bock haben auf Unterstützung und Perspektiverweiterung. Als besonderes Highlight des Ganzen werden die neuen Preisträger am 22. Juni in der digitalen Award Show bekanntgegeben.

Infos und Teilnahmebedingungen: krachundgetoese.de; rockcity.de; haspa-musik-stiftung.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2021. Das Magazin ist seit dem 27. MÄRZ 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Ratsherrn Brauerei: Matrosenschluck gewinnt Gold!

Die Preisträger der European Beer Stars wurden bekannt gegeben. Das Weizen IPA Matrosenschluck aus dem Hause Ratsherrn wurde mit Gold ausgezeichnet.

 

European Beer Star 2020

Seit 2004 werden beimEuropean Beer Star hochwertige Biere gekürt, die nach der traditionellen europäischen Brauart hergestellt werden. Auch in diesem Jahr gingen über 2000 Biere aus 42 Ländern ins Rennen um die jeweils drei Medaillen der 70 Kategorien. Auch eine Hamburger Brauerei ist unter den Gewinnern!

Matrosenschluck mit Gold ausgezeichnet

Die Hamburger Brauerei Ratsherrn konnte die 66-köpfige Jury aus Bierexperten, Braumeistern, Fachjournalisten und Biersommeliers in der Blindverkostung überzeugen. Das blumig-herbe Weizen IPA Matrosenschluck gewann Gold in der Kategorie „New-Style Hefeweizen“. Durch die Corona-Pandemie musste die Preisverleihung dieses Jahr digital stattfinden.

Über die Ratsherrn Brauerei

Neben dem Gewinnerbier braut Ratsherrn auch Klassiker wie Pilsener und Zwickel oder Kreativbiere in der Mikrobrauerei. In Hamburg ist die Brauerei mittlerweile eine wirkliche Institution – 2012 in den Schanzenhöfen neu eröffnet, ist sie nun die größte Inhabergeführte Brauerei der Hansestadt.

Ratsherrn Brauerei 

 

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Krach+Getöse: Der Hamburger Musik-Nachwuchspreis

Der Hamburger Musik-Nachwuchspreis Krach+Getöse geht in die zwölfte Runde – mit ein paar spannenden Neuerungen

Text: Erik Brandt-Höge 

 

Die Frage aller Newcomer- Musiker-Fragen: Wie bloß eine Karriere starten? Reicht Youtube, um sich bekannt zu machen? Ist eine schnelle Unterschrift beim Major-Label gesund? Wie lange lohnt ein Einzelkämpfer-Dasein? Eine schlaue Antwort auf all das geben RockCity Hamburg e.V. und die Haspa Musik Stiftung mit dem Hamburg Music Award Krach+Getöse. Zum zwölften Mal verleihen sie in diesem Jahr den Preis an fünf talentierte Newcomer aus Hamburg und Umgebung. Denen winkt neben einem schicken Pokal ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro und eine einjährige Bestenförderung, maßgeschneidert auf jeden einzelnen Künstler.

 

Workshops, Coachings und Support für Newcomer

 

Booking-Slots für unter anderem das MS Dockville Festival, Futur 2 Festival, Reeperbahn Festival, Wutzrock und die Millerntor Gallery fallen ebenso darunter wie Workshops, Coachings, Produktionen, Aufnahmen und Supports von und mit zum Beispiel Clouds Hill Recordings und JustMusic. Eine Fachjury bestehend aus etwa Ebow, Pamela Owusu-Brenyah, Philipp Schwär, Alin Coen und Deniz Jaspersen wählen die Sieger aus, die sich vom 18. März bis zum 22. April bewerben können. Das gilt für Solo-Musiker ebenso wie für Bands. Zudem schlagen 100 Musikexperten ihre Favoriten vor. Feierlicher Höhepunkt: Die Verleihung während einer abendlichen Gala am 19. Juni, 19 Uhr, im Nochtspeicher.

Übrigens: Dieses Jahr gibt es ein paar Krach+Getöse-Neuerungen. Gekürt werden jetzt auch Hamburgs spannendste Keimzelle „New Music“ (Nachwuchsprojekt) und das beste Musik-Projekt mit Einsatz für Toleranz, Vielfalt und Respekt. Und es wird erstmals einen Publikumspreis geben: Per Online-Voting wird das Nachwuchs-Konzert des Jahres ermittelt.

Alle Infos und Teilnahmebedingungen unter www.krachundgetoese.de 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2020. Das Magazin ist seit dem 28. März 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Club Award – die besten Bühnen der Stadt

Das Hamburger Clubkombinat zeichnet die besten Musikbühnen der Stadt aus. Auch in diesem Jahr kann das Publikum für seinen Lieblingsladen abstimmen.

Text: Ole Masch

Neues Jahr, neue Runde. Am 24. Januar verleiht das Clubkombinat den Hamburger Club Award. Zum neunten Mal werden die begehrten Trophäen an (dann) ausgezeichnete Musikbühnenbetreiber und Veranstalter vergeben. Bereits Ende November startete die Bewerbungsphase für Kategorien wie Musikclub des Jahres, stärkste Newcomerförderung oder das beste Konzert. Eine Jury bestehend aus über 200 Personen der Hamburger Musik- und Medienwirtschaft, unter anderem von SZENE HAMBURG, wählt die Preisträger per Punktevergabe.

 

Green Clubs und die „zerbrochene Gitarre“

 

Erstmals in diesem Jahr, wird der Preis für den Green Club des Jahres vergeben. „Die Einführung dieser Kategorie ist der Versuch, das Engagement der Clubszene für eine zukunftsfähige Entwicklung sichtbar( er) zu machen“, erklärt Clubkombinat-Geschäftsführer Thore Debor. „Es gewinnt derjenige, der die Fachjury in den sechs Handlungsfeldern Licht, Technik und Energie, Gastronomie & Catering, Reinigung & Hygiene, Produktion & Büro, Mobilität und besonderes Engagement zur Integration von Umweltthemen, überzeugt.“

Der Vorstand des Clubkombinats verleiht zudem einen Ehrenpreis an eine Person oder Institution, die sich besonders für die Hamburger Clubkultur und ihr Fortbestehen eingesetzt hat und den Negativpreis „Zerbrochenen Gitarre“, der auf Missstände in der Clublandschaft aufmerksam macht.

Und natürlich darf in diesem Jahr auch das Publikum selbst abstimmen und den beliebtesten Musikclub des Jahres küren. Auf den Seiten des Clubkombinats sind Hamburgs Clubgänger ab sofort aufgefordert, für ihren Lieblingsladen abzustimmen. Das Voting läuft bis 20. Januar. Vier Tage später folgt die große Preisverleihung mit einer Gala im Docks.


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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WohnSZENE – Wie viel dürfen Möbel kosten?

(Sponsored) Wie viel ein Möbel kosten darf, diese Frage löste neulich auf Sarah Ramroths Blog Wohn.glück spannende Diskussionen aus. Vor allem wenn es sich um kleinere Möbelstücke, wie ein Stuhl, Beistelltisch oder Regal handelt. Jetzt erklärt Sarah auf www.wohnfreude.de, warum sich ein Mix aus günstigen Trendteilen und teureren Designklassikern bezahlt macht.

Hej,

was ist der teuerste Betrag, den du je für ein Möbelstück ausgegeben hast? Kannst du dich noch daran erinnern? Ich habe mir vor kurzem einen Stuhl gegönnt, der eine spannende Diskussion ausgelöst hat: Wie viel darf ein Möbelstück eigentlich kosten?

Jedem von uns fällt bei der Frage nach hochpreisigen Möbeln als erstes die eigene Couch oder der Kleiderschrank ein. Ja, das sind natürlich Möbel, die einem gerne mal ein Loch ins eigene Bankkonto fressen, welches aber häufig gar nicht in Frage gestellt wird. Schließlich handelt es sich dabei um Möbelstücke, die benötigt werden. Aber was ist mit den anderen ,,kleineren“ Möbelstücken , die im ersten Moment nicht lebensnotwendig sind, wie zum Beispiel ein Stuhl, Beistelltisch oder Regal? Angenommen man hat sich unsterblich in eines davon verliebt, welches dann im ersten Moment gar nicht teuer erscheint, der Blick auf den Preiszettel einem allerdings einen Schlag in die Magengrube versetzt – ist es dann besser direkt einen Haken daran zu machen und nach günstigeren Alternativen zu schauen oder sich zu hinterfragen, warum besagter Stuhl oder das Regal eigentlich so teuer ist?

Text & Foto: Sarah Ramroth

 Dieser Text ist ein Auszug aus Sarahs Beitrag Neue Möbel? Die richtige Mischung macht’s. Weiter geht’s auf www.wohnfreude.de, das Hamburger Online-Magazin rund ums Bauen, Wohnen, Finanzieren mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank Hamburg eG.


Who the fuck is…

Sarah Ramroth gibt auf wohnglueck.hamburg und  @wohnglueckhamburg (Instagram) seit über einem Jahr praktische Einrichtungstipps und verbindet sie mit ihrer Liebe zu Hamburg. Einmal pro Monat berichtet sie über Hamburger Wohnthemen für www.szene-hamburg.com und www.wohnfreude.de.