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Meet The Resident – Linus

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Linus (Catchy Collective) – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

 Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 

SZENE HAMBURG: Dein Sound?

Linus: Minimalistisch, Housey und meistens mit irgendeinem Bezug zum Soul und Jazz.

Wie lautet die schrecklichste Gastfrage, die du mal bekommen hast?

Nicht unbedingt schrecklich, aber Leute die immer sagen, dass man schneller oder doller machen soll, sind schon anstrengend manchmal.

Welcher Hamburg-Gig ist bisher dein Favorit?

Alle unsere Catchy-Veranstaltungen waren Bombe, aber auch die Gigs im Südpol und das Anderswelt-Opening waren hammer.

Dein Lieblingsort?

Ganz klar die Sofas im Südpol Backstage.

Auf wen sollte man momentan ein Auge haben?

Man sollte die Bladehouse Crew im Auge behalten. Dringend!

Platte des Monats?

Bladehouse 001.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Keine Ahnung (lacht). Fischbrötchen.

Und die Schwächen?

Wir haben auf jeden Fall einen anständigen Club zu wenig.

 

Hört hier ein aktuelles Set von Linus


Cover Szene Juni 2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Hamburgs Clubs gehen Live: Streamteam Dreamteams

Das Hamburger Nachtleben steht still. Clubs und ihre Mitarbeitenden kämpfen ums finanzielle Überleben. Für viele wurde die Umsetzung von Webstreams zur Hauptbeschäftigung. SZENE HAMBURG sprach mit ihnen über ihre aktuelle Situation und hat zwei Liveübertragungen begleitet

Text: Ole Masch
Fotos. Levke Marie Nielsen

 

Die Tauben reißen die Herrschaft an sich, bemerkt Bookerin Fenja Möller, als sie durch den Innenhof des Molotows läuft. Hier im Backyard, wo sonst Konzerte, Lesungen und DJ-Sets stattfinden, stehen an diesem Freitagabend nur ein paar verwaiste Stehtische. Fenja legt heute mit einer Kollegin beim Bad Ass Babes Club auf. Seit Corona sind sie die einzigen, die zwischen den Übergängen vor dem DJ-Pult tanzen. Die restlichen Partygäste sitzen vor dem Rechner.

Ob Punk-Auktion im Knust, Poetry Slam im Bunker, Konzert in der Astra Stube oder Live-Set im Golden Pudel. Weil Clubs in diesen Zeiten nicht öffnen dürfen, sind sie vermehrt dazu übergegangen, ihr Programm im Internet zu streamen. Einige haben sich United We Stream angeschlossen. Die Aktion in Kooperation mit Arte zeigt an mehreren Tagen der Woche Streams aus unterschiedlichen Clubs in ganz Deutschland. Während der Ausstrahlung kann über eine Plattform gespendet werden. In Hamburg geht dieses Geld in einen vom Clubkombinat verwalteten Rettungsfonds für notleidende Clubs. Acht Prozent fließen an die zivile Seenotrettung.

 

„Ein Stück Molotow für zu Hause“

 

„Wir streamen fast jeden Freitag und Samstag Partys, haben unser Pubquiz und ein paar Konzerte“, erzählt Fenja. „Wir möchten weiter Musik und Kultur schaffen. Ein Stück Molotow für zu Hause.“ Ihre Streamingveranstaltungen haben sie hier fast alle selbst aufgenommen. In der Regel reicht ein Techniker für Licht und Sound, Smartphone, Laptop und jemand, der den Chat betreut. Über eine virtuelle Getränkekarte können Drinks gespendet werden. Wann die Clubs wieder öffnen dürfen, ist völlig unklar. Behördliche Vorgaben werden nur für die nächsten Wochen gemacht. Bis Redaktionsschluss galt ein Betriebsverbot bis mindestens 30. Juni.

Ein Problem mit dem auch der Südpol kämpft. Es ist Samstag, später Nachmittag. Hinter zahlreichen Monitoren stehen Menschen mit Masken und rufen Anweisungen in den Raum. Vor dem sogenannten Stream-Team steht ein DJ-Pult mit Lightshow, die an Fernsehproduktionen erinnert. „Noch eine Minute“, „Licht etwas heller“, „der DJ ein Stück nach rechts“, „Uuuuund – wir sind live“. Letzter Satz geht in den einsetzenden Bässen unter.

 

Interaktive Formate sind gefragt

 

„Unser Lichttechniker hat den Club komplett umgestaltet, alles rausgerissen und mit allem, was er hat, ein richtig krasses Bühnenbild gebaut“, erzählt Eve, Mitglied im kollektiven Geschäftsleitungsplenum. Heute Nachmittag soll es mehrere DJ-Sets, ein Konzert von Gladbeck City Bombing und eine Performance zur Reproduktionsarbeit geben. „Wir alle sind mittlerweile etwas gelangweilt von DJ-Streams“, erzählt David, der später selbst auflegen wird. „Es gilt, dieses Bild aufzubrechen und eher in Richtung interaktiver Formate zu denken. Zum großen Finale der eigenen Spendenkampagne hat man das bereits umgesetzt. Bei einer moderierten Live-Show, übertragen aus zig Kameraperspektiven, sendete man über mehrere Stunden, samt Kaffeekränzchen, Mitmach-Aerobic und Senfverkostung.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Mit den Streams, bei denen auf die Kampagne aufmerksam gemacht wurde, hat der Südpol über 110.000 Euro eingesammelt. Und so sind die Fixkosten zumindest für die nächsten Monate gestemmt.

 

Molotow-Nadine-credit-Levke-Marie-Nielsen

Nadine (Molotow), vor Corona in der Produktion. Heute Streambetreuung und Grafik

„Früher haben wir morgens immer zusammen im Backstage gefrühstückt. Es ist schade und total komisch, dass wir alle im Homeoffice sind. Bis auf die Streams mache ich alles von zu Hause. Das normale Club-Sommerloch, gibt es sicher auch bei Streams. Mir fehlt der Kontakt mit den Bands und ich hoffe, dass wir weiterhin hierbleiben können, nicht schließen müssen und bald wieder Konzerte haben. Aber der Sommer ist sicher gelaufen.“

 

David (Südpol),Geschäftsleitungsplenum, Programmgestaltung und Regisseur für Streamformate

„Durch die Corona Krise sind die Karten neu gemischt, aber Strukturen werden wieder erschaffen und Leute spezialisieren sich auf andere Themengebiete. Die Stream-Teams die sich gebildet haben, hatten vorher gar nichts mit Video zu tun und plötzlich macht sich ein ganz neues Kreativfeld auf. Eigentlich ist hier Fotoverbot und jetzt streamen wir. Und natürlich wollen wir uns solidarisch zeigen und nicht nur für den Club sammeln, sondern allgemein für das S.O.S. Save Our Sounds Konzept.“

 

Molotow-Sören-credit-Levke-Marie-NielsenSören (Molotow), eigentlich Personalplanung und Einkauf. Jetzt Social Media und Handwerker

„Mein Joballtag hat sich zu 100 Prozent geändert. Ich fuchse mich aber gerade in neue Dinge. Und es gibt allerhand Handwerkliches zu tun, für das sonst die Zeit fehlt. Wir sind hier alle in Kurzarbeit und das merkt man finanziell. Aber momentan bin ich dankbar für diese Unterstützung. Ich hoffe, dass wir irgendwann alle Leute sehen, die für uns arbeiten. Darauf freue ich mich sehr und bin sicher, dass wir das irgendwie durchstehen werden. Es ist aber ganz klar, dass die Gesundheit unserer Mitarbeiter und unserer potenziellen Gäste ganz oben steht.“

 

 

Eve (Südpol), Personalplanung, Einkauf, Geschäftsleitungsplenum. Heute Stream-Lichttechnikerin

„Mein eigentlicher Job ist komplett weggefallen. Aber alle haben richtig Bock auf die Streaming-Sache, bei der es viele technische Herausforderungen gibt. Und so bin dazu gekommen, hier die Lichtshow zu bedienen. Natürlich würde ich mir wünschen, dass wir bald wieder aufmachen. Vielleicht bekommen wir zumindest eine Sondergenehmigung für unseren Innenhof.“

 

Molotow-Fenja-credit-Levke-Marie-NielsenFenja (Molotow), PR, Booking und DJ beim Bad Ass Babes Club:

„Mein Leben hat sich seit Corona dras­tisch geändert. Ich war immer auf vielen Konzerten und es ist sehr komisch, nicht mehr ausgehen zu können. Nur im Homeoffice zu sitzen und nicht mit Kollegen vor Ort Gespräche zu führen, ist viel arbeitsintensiver. Auch hätte ich nie gedacht, dass wir überhaupt mal Konzerte und Partys streamen. Natürlich wünsche ich mir, dass wir bald wieder aufmachen. Aber ich möchte vor allem, dass es sicher ist. Wir brauchen auf jeden Fall Förderungen von der Stadt, damit wir und auch die anderen Clubs überleben können. Zumindest macht ab sofort unser Backyard als Schankwirtschaft auf.“

 

Hark (Südpol), Finanzen, Eventplanung und Geschäftsleitungsplenum. Seit Corona PR- Kampagnen:

„Leider bin ich nur noch selten hier. Deswegen freue ich mich beim Streaming dabei zu sein. Aktuell sind andere Kompetenzen gefordert als vorher. Ich mache gerade Pressearbeit, was für den Südpol sehr ungewöhnlich ist. Da alle meine anderen selbstständigen Tätigkeiten weggefallen sind, suche ich mir gerade Projekte wie United We Stream Hamburg oder unsere Rettungskampagne. Wie es weitergeht ist unklar. Unser Kurzarbeitergeld wurde bereits bis März 2021 bewilligt.“

 

Nanna & Louise (Teil von Krav fra en pandemi), Künstlerinnen und Aktivistinnen. Performance im Südpol-Stream:

Südpol-Nanna-u.-Louisa--credit-Levke-Marie-NielsenLouise (r.): „Ich habe viele Jobs verloren, was meine finanzielle Situation sehr schwer macht. Aber die ganze Zeit jetzt gibt einem die Möglichkeit, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Als Künstlerin ist man immer in Aktion und kümmert sich pausenlos darum, dass man von dem, was man macht, auch überleben kann. Jetzt hat man die Möglichkeit zu reflektieren, was wirklich wichtig ist.”

Nanna: „Wir lernen gerade, wie es noch besser machbar ist, sich von unterschiedlichen Orten aus zu organisieren und zu vernetzen. In den letzten Monaten hat man gesehen, dass vieles, was unveränderbar schien, möglich wurde. Wenn in Portugal alle dort lebenden Geflüchteten Aufenthaltsrechte bekommen, sieht man, dass Staaten plötzlich sehr schnell reagieren können. Künstler und Aktivisten sollten daher den Druck erhöhen.“

 

Molotow-Kevin--credit-Levke-Marie-NielsenKevin (Molotow), früher freier Techniker für Konzerte, heute für Streams:

„Meine Auftragslage ist bis auf wenige Livestream­Veranstaltungen quasi bei null. Ich arbeite sonst auch für andere Clubs, Galas, Betriebsveranstaltungen oder Festivals und musste jetzt übergangsweise Hartz IV beantragen. Für Förderungen von der Stadt habe ich mich auch beworben, aber leider greifen die nicht für jeden und sind alles andere als unbürokratisch. Natürlich ist eine schnelle Öffnung von Konzerten und Partys schwierig, aber es würde zumindest psychisch schon mal helfen, wenn die Regierung uns mitdenkt und nicht links liegen lässt.“

 

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Cover Szene Juni 2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Top 10 – Diese zehn Orte in Hamburg sind was fürs Herz

Herzensorte: Jeder tankt auf seine Weise neue Energie – abhängig von Lust und Laune. Diese Plätze sind gut fürs Gemüt.

Text: Luisa Uhlig
Foto (o.): Elena Ochoa Lamiño

Luftiges

 

1) Römischer Garten

Eine echte hamburgische Perle: Der Römische Garten ist ein gepflegtes Paradies mit mediterranem Flair. Rasenflächen, romantische Steinbänke und ein Seerosenteich laden zum Verweilen im Grünen mit Blick auf die Elbe ein. Im Juli und August wird der Park zur Bühne, wenn das Theater N.N. hier seine Inszenierungen zeigt. Dann wird der Picknickkorb gepackt, die Decke auf der Rasenfläche ausgebreitet und unter freiem Himmel Theater genossen. Außerhalb der Spielzeiten kann man zwischen den Eibenhecken hervorragend die Ruhe genießen oder Verstecken spielen. Der Garten ist entweder vom Falkensteiner Ufer aus über eine Treppe oder vom Schinckelspark über eine Brücke zu erreichen.

Römischer Garten (Blankenese)

 

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2) Fähre nach Finkenwerder

Wer einfach mal den Kopf in den Wind halten, Elbe schnuppern und Möwenkreischen hören will, der sollte der Linie 62 der Hamburger Fähren einen Besuch abstatten. Für wenig Geld oder kostenlos für alle HVV-Kartenbesitzer, kann man von den Landungsbrücken aus ganz entspannt über Altona nach Finkenwerder und wieder zurück schippern. Mit Blick auf das Wasser und dem Rauschen der Fähre im Ohr, lässt es sich hervorragend abschalten und frei fühlen.

Ab Anleger Landungsbrücken (Brücke 3), bis nach Finkenwerder (Linie 62) (St. Pauli)

 

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Powern

 

3) I-Punkt Skateland

Zeitreisen gibt es nicht – oder etwa doch? Der Eintritt ins Mandalay fühlt sich zumindest an wie ein Trip durch die Jahrzehnte, denn der Club, der in einer ehemaligen Bank ansässig ist, ist im Stil der 20er Jahre gestaltet. Jeden Mittwochabend ab 20 Uhr lädt das Mandalay ein zu Swing, Charleston und Flic Flac Jive. Dann leben hier die 20er bis 50er Jahre wieder auf. Dreimal im Monat gibt es ab 20.30 Uhr einen kostenlosen Swing-Tanzkurs für alle Neulinge, die das Tanzbein in authentischer Atmosphäre s(ch)wingen möchten.

I-Punkt SkatelandSpaldingstraße 131 (Hammerbrook)

 

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4) Bouldern

Bouldern ist eine Sportart, die rasant an Beliebtheit gewonnen hat. In zwei bis drei Meter Höhe wird über gepolstertem Boden frei geklettert. Die Boulerrouten haben unterschiedliche Schwierigkeits stufen, sodass auch Anfänger eine geeignete zum Einstieg finden. Bouldern ist nicht nur körperlich eine Herausforderung, auch der Kopf muss arbeiten und jeden Schritt abwägen. Seine Ängste zu überwinden und sich auszupowern, kann Hochstimmung bewirken. Nach dem Klettern bietet das hauseigene Café „Refugium“ die nötige Stärkung.

Nordwandhalle; Am Inselpark 20 (Wilhelmsburg)

 

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Zappeln

 

5) Mandalay

Zeitreisen gibt es nicht – oder etwa doch? Der Eintritt ins Mandalay fühlt sich zumindest an wie ein Trip durch die Jahrzehnte, denn der Club, der in einer ehemaligen Bank ansässig ist, ist im Stil der 20er Jahre gestaltet. Jeden Mittwochabend ab 20 Uhr lädt das Mandalay ein zu Swing, Charleston und Flic Flac Jive. Dann leben hier die 20er bis 50er Jahre wieder auf. Dreimal im Monat gibt es ab 20.30 Uhr einen kostenlosen Swing-Tanzkurs für alle Neulinge, die das Tanzbein in authentischer Atmosphäre s(ch)wingen möchten.

Mandalay; Neuer Pferdemarkt 13 (Sternschanze)


6) Südpol

Hammerbrook galt lange Zeit als grauer Stadtteil, in dem es außer Bürokomplexen und alten Fabrikanlagen nicht viel Sehenswertes gibt. Das war bevor die Kunst- und Kulturszene das Potenzial hinter der grauen Fassade entdeckte: Auf dem ehemaligen Betriebshof der Hamburger Wasserwerke hat sich der Südpol eingenistet, ein Mix aus Kulturzentrum und Club. Das emanzipatorische Projekt bietet ein buntes Programm aus Konzerten, Partys, Kinound Infoabenden an. Als Club ist der Südpol besonders gütig gestimmt: Teilweise kann man hier von Freitagnacht bis Montagmorgen zu elektronischer Musik durchfeiern.

Südpol; Süderstraße 112 (Hammerbrook)


Feierabendbier

 

7) Tonis Kiosk und Getränkeshop

Für die, die es bodenständig mögen, bietet dieser Kiosk neben dem Feierabendbier alles, was man nach einem anstrengenden Arbeitstag begehrt. Der Kiosk punktet mit seiner Lage, denn mit dem Bierchen in der Hand lässt es sich gemütlich in Richtung Park Fiction und Elbe schlendern. Innerhalb von drei Minuten kann man den Blick auf das Wasser und eventuell sogar den Sonnenuntergang genießen. Wer ein zweites Feierabendbier mag, kann entspannt zum Kiosk zurückgehen, denn Tonis Kiosk versorgt seine Kunden unter der Woche bis 22 Uhr mit Nachschub.

Antonistraße 12 (Altona-Altstadt)


8) Berliner Betrüger

Der Berliner Betrüger ist eine der Hamburger Bars, die sowohl im Sommer als auch im Winter eine top Adresse ist. Draußen auf der schmalen Terrasse sitzt man wie in einer Laube und drinnen wartet ein gemütlicher, schummriger Barraum. Der Laden ist zweigeteilt, im vorderen Bereich stehen kleine Tische mit Bänken, durchquert man diesen, gelangt man zu dem durch eine Glastür abgetrennten Raucherbereich mit Sitzecken und einem stufenähnlichen Podest – rumlümmeln ausdrücklich erlaubt. Es vergeht kaum ein Abend, an dem man hier nicht mit anderen Gästen ins Gespräch kommt – spätestens am Kickertisch hat man neue Freunde gefunden.

Berliner Betrüger; Juliusstraße 15 (Sternschanze)

 

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Herzerwärmend

 

9) Photomat

Spontane Erinnerungen, die nicht wieder abruf- oder veränderbar sind. Sich gemeinsam in einen Fotoautomaten zu quetschen, ist eine schöne Art, den Moment festzuhalten. Mehr als zehn Fotoautomaten stehen verteilt in Hamburg, und ein ganz besonderer in der Wohlwillstraße. Der sogenannte Photomat ist holzvertäfelt und von innen bunt dekoriert. Und besonders charmant: Neben den ganzen digitalen Handyfotos, die meist auf diesem bleiben, kann man den Fotostreifen an den Kühlschrank bappen, wo man ihn jeden Tag sieht und und sich an den Moment erinnert.

Wohlwillstraße 34 (St. Pauli)

Photomat-c-Morris-Kaya.jpg

Um besondere Momente zu archivieren: der Photomat. Foto: Morris Kaya


10) Colors & Vino

Wer schon immer mal den Pinsel schwingen wollte, aber noch nicht den richtigen Zugang gefunden hat, ist bei Colors & Vino gut aufgehoben. Hier geht es nicht darum, das beste Bild zu malen, sondern um das Zusammensein. Deshalb finden die zweistündigen Mal-Sessions auch in einer Bar oder einem Restaurant statt. Bei einem guten Drink und Musik kann man seine künstlerischen Fähigkeiten testen und sich mit Farbe auf Leinwand austoben. Kreativ sein in entspannter Atmosphäre räumt manchmal auch die Seele auf. Die nächsten Termine sind am 3. und 24. April.

Colors & Vino

 

 

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2019. Das Magazin ist seit dem 28. März 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Cryptofauna

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Cryptofauna (Lehult & 206 / PAL) – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

Interview:Louis Kreye & Jean Djaman

Szene Hamburg: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Cryptofauna: Mir ist dazu mal ein alberner Butterbrot-Vergleich eingefallen: Stell dir vor, du schmierst dir eine richtig geile Stulle, nur mit Butter und Salz. Und dann stell dir vor, die Butter ist House und das Salz ist Techno. So in dem Verhältnis spiele ich meine Club-Sets. Meistens versuche ich, mich mit den housigeren Sachen auf ein Level zu spielen, auf dem ich dann urplötzlich einen Techno-Banger bringen kann. Wenn ich es dann noch hinkriege, ein Funk- oder Hip-House-Stück zwischen die House-Butter und das Techno-Salz zu schieben, und das ankommt: call me a happy person.

 

„Eine dicke 4/4 Kick ist purer Sex“

 

Ein Aspekt, der elektronische Musik für dich besonders macht?

Sie ist sexy. Wir können uns da was vormachen oder einfach dankend annehmen, dass eine dicke 4/4 Kick purer Sex und Wärme ist. Sexy kann eine Stimme sein, die haucht, oder ein Synth der klingt, wie eine Stimme, die haucht oder ein Groove, bei dem das Zusammenspiel der Instrumente einen dermaßen in Trance versetzt, dass man ganz woanders ist. Ich lasse mich auch gern von Percussions einlullen, die am besten irgendwie freaky sind. Und ohne Acid geht bei mir gar nix. Beim Kochen oder Abhängen höre ich übrigens gar nicht so viel elektronische Musik. Ich glaube, in meinem nächsten Leben werde ich New-Age- und Healing-DJ und spiele auf den Afterhours von irgendwelchen Psy Raves. Ha ha!

Größter Moment als DJ?

Wenn ich es im großen Ganzen betrachte: Als André Stubbs mich und meinen Mann Eddie, mit dem ich übrigens auch zusammen als Epikur auflege, gefragt hat, ob wir Residents im PAL sein wollen. Dadurch kann ich regelmäßig mit so vielen talentierten und großen DJs spielen. Und hab dazu noch eine super geile Crew um mich, die alle eine wirklich große Leidenschaft dafür haben, den Club am Laufen zu halten.

Und konkret?

Wenn es um einen tatsächlichen Moment im Club geht, hat sich vor allem mein Gig beim Electric Weekender im Leipziger Conne Island ins Gedächtnis eingebrannt. Die Party findet nur einmal im Jahr statt und ich durfte das Opening für Midland spielen. Ein gefühlt zehn Meter langes Pult ganz für mich allein. 500 Leute, die richtig Bock hatten. Hands up und smiley faces. Eine dicke Anlage. Da bin ich echt von Ohr zu Ohr grinsend raus.

 

„Hast du ‚Happy Birthday‘ dabei?“

 

Schrecklichste Gast-Frage?

Das sind doch immer die gleichen: Kannst du „Nice For What“ von Drake spielen? Hast du „Happy Birthday“ dabei? Zu der Frage fällt mir aber auch eine schöne Geschichte ein. Letztens wurde mir ein Handy hingehalten und innerlich hatte ich mich schon auf ’nen abstrusen Wunsch vorbereitet. Stattdessen hat der Gast auf dem Display eine nette Message aufgeschrieben: „Biggest respect from georgian ravers (bassiani & khidi)“ stand da. Da wär ich fast geplatzt vor Freude. Wenn jemand einen guten Rave zu schätzen weiß, dann sind es die Menschen in Georgien.

Wo gehst du hin, um Spaß zu haben?

Natürlich ins PAL und in den Pudel. Südpol ist ab und zu auch ganz lustig. Außerdem mag ich das Frappant. Und ich würde noch in den Golem gehen, wäre er noch da. Da gab es ja so was wie die perfekte Mischung aus High Class Bar und einem gut gemachten Club.

Wen würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Powder aus Japan! Außerdem Dauwd von African Acid Is The Future. Und Josey Rebelle. Und da ich schon länger kein dolles Techno-Set gehört hab, was aber trotzdem warm ist und groovt: Mama Snake.

Release und Leute des Monats?

DJ Sotofett und Maimouna Haugen – „C’est L’Aventure“ auf Honest Jons. Außerdem sollte man momentan auf das Label Space Drum Meditation ein Auge haben. Und auf die Press Group, die One Mother Crew sowie L.F.T. Und natürlich alle PAL-Residents, da kocht immer was.

 

 

Wo kann man dich als Nächstes hören?

Am 8.2. im PAL, wenn ich (als Epikur) einen meiner Lieblings-DJs supporte: Hunee! Danach spiele ich mal wieder im Waagenbau, wo vor fast zehn Jahren alles angefangen hat. Und Mitte Februar im Pudel. Außerdem steht ein Bar Gig im Chambre Basse auf dem Plan. So was mache ich auch noch gern, da kann man immer schön alles andere spielen, was zu Hause rumsteht. Vielleicht kann ich da ja weiter an meiner New-Age-Karriere arbeiten.

 

Hört hier das aktuelle Set von Cryptofauna im Podcast von hamburg elektronisch


 Dieses Interview stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Vanessa Buena alias VABU

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Vanessa Buena von Spieltrieb – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

Vanessa, wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Tendiert zum melodischen Techno, besonders zutreffend war mal die Beschreibung vom Docks, dass ich keine Distanz zwischen mir und der Musik zulasse.


Der Hamburg Elektronisch Podcast zum Interview mit VABU:


Was war deine schrecklichste Gast-Frage?

Witzig ist immer, wenn ich nach meinem DJ-Namen gefragt werde und ihn gefühlt 100-mal wiederholen muss, weil er nicht verstanden wird.

Dein größter Moment als DJ?

Jeder Gig war für mich bisher individuell was ganz Besonderes. Die Euphorie die dabei entsteht macht mich jedes Mal aufs Neue sprachlos. Ganz groß war es für mich aber tatsächlich dieses Jahr das erste Mal auf dem Habitat Festival zu spielen, wo ich die Jahre zuvor immer als Gast war.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?

Spaß habe ich fast überall, aber der Südpol ist schon Favorit.

Wen würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Hidden Empire, finde den Sound der Jungs großartig!

Und auf wen sollte man ein Auge haben?

Surreal! Nicht weil’s einer meiner besten Freunde ist, sondern meiner Meinung nach ist er talentierter den je.

Dein nächster Gig?

Im Uebel & Gefährlich, Docks und in Berlin im Birgit&Bier und am 10.11. steigt meine Geburtstagssause im Waagenbau mit André Winter und vielen weiteren Acts.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Gwen Wayne

Die gebürtige Frankfurterin Gwen Wayne, 31 Jahre, lebt seit über drei Jahren in Hamburg, ist Resident im Moloch, FSK-Moderatorin und Teil des feministischen Equal Kollektivs.

SZENE HAMBURG: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Gwen Wayne: Ich hab zu Anfang meinem Sound den Namen „Shitstormtechno“ gegeben, damit mir keiner ans Bein pissen kann, wenn es mal scheiße wird. Aber mittlerweile ist es kaum noch scheiße. Ich mag den Namen trotzdem gerne. Sachlich betrachtet ist es wohl prolliger, dumpfer Tech-House, mit Einflüssen aus HipHop und dem Frankfurter Sound der 90er Jahre und eine Prise UK Bassmusik.

Was war dein größter Moment als DJ?

Ui, ich denke die Fusion 2018 mit meinen drei Gigs, das ist schon so etwas. Aber auch beim G20-Demorave 2017. Da habe ich ganz vorne auf einem Wagen gespielt, hinter mir 30.000 Raver und circa 50 Bullen vor mir inklusive Wasserwerfer. Ich hab dann auf höhe Gängeviertel „Wildchild – Renegade Master (Friend Within Refix)“ gespielt. Just in dem Moment ging ein Banner im Gängeviertel runter, wo drauf stand „Power to the people“ das ist zufälligerweise der Refrain des Tracks. Das war schon geil – als ob sie es geahnt hätten.

Wo gehst du in Hamburg hin, um Spaß zu haben?

Da gibt es gar nicht mal so viel. Ich bin auch viel in Berlin. Aber sonst war natürlich das Moloch mein Zuhause, den Südpol mag ich auch gerne. Und den Kindergarten im Gängeviertel.

Welche DJs würdest du gerne mal wieder in unserer Stadt sehen?

Billy Kenny und Maksim Dark.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Man kann hier ziemlich schnell etwas rocken, wenn man die richtigen Leute um sich versammelt. Es ist konzentrierter als Berlin zum Beispiel. Das haben wir schon öfter gemerkt und gerade eine Booking-Agentur mit feministischem Ansatz gegründet, EQ:Booking, in der wir hauptsächlich weibliche Künstlerinnen fördern, aber auch coole Kerle, Queers etc. Wir finden das fehlt enorm in Hamburg und versuchen damit eine Lücke zu füllen. Es geht gut voran und vor allem mit schnellem Erfolg. Ich weiß nicht, ob das in einer anderen Stadt so fix über die Bühne gegangen wäre. Eine gute und starke, linke Community hat Hamburg.

Und die Schwächen?

Die Politik und die Polizei. Ohne Worte was letztes Jahr beim G20 abging. Das hat mich schon nachhaltig geschockt. Das musste als eine der größten Städte eines demokratischen Landes erst mal bringen. Na ja und dass Mama Moloch dicht machen musste, ist natürlich schwach. Schwach von der Stadt.

Dein Lieblingsort in Hamburg?

Die tolle HafenCity – nein, Spaß! Natürlich ist das das Gängeviertel. Ich hänge aber auch gern an der Dove-Elbe ab.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?

Na auf uns natürlich: EQ:Booking.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?

Puh, gute Frage, vielleicht die Eröffnung der Fabrique im Gängeviertel vor drei Jahren an Silvester – inklusive Feueralarm … Klang aber gut, hehehe.

Deine schrecklichste Gast-Frage?

Das war in Stuttgart vor vielen Jahren. Da hab ich noch mit Laptop aufgelegt. Und während des Gigs kommt einer an und fragt mich, ob ich mal kurz checken kann, wann die letzte Bahn Richtung Hauptbahnhof fährt! Ich hab mich schlapp gelacht.

Wo kann man dich als nächstes hören?

Die halbe Festivalsaison ist ja schon vorbei. Kommt noch der Vogelball, auch mit EQ: zusammen (siehe Seite 82). Auf dem „Bucht der Träumer“-Festival machen wir auch einen eigenen Floor, den Bassfloor. Und sonst sicher irgendwo zwischen Hamburg-Berlin-Bremen und natürlich auf dem Gängeviertel-Geburtstag am 23.8. Ach ja, und sonst könnt ihr meine Stimme jeden vierten Dienstag im Monat auf FSK Radio hören, beim DJ Battle des Todes. Das moderiere ich.

Interview: Ole Masch & Hamburg Elektronisch
Foto: Rio Schmidt


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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