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Federführend: Traditionsunternehmen Montblanc

Das Hamburger Traditionsunternehmen Montblanc eröffnet direkt neben seiner Produktionsstätte im Westen Hamburgs eine luxuriöse Institution des Schreibens. SZENE HAMBURG war vor der Eröffnung zu Besuch

Text: Marco Arellano Gomes

Zugegeben: Leicht zu erreichen ist das neue Montblanc Haus nicht. Kein Vergleich zum einstigen Unternehmenssitz mitten in der Schanze (bis 1989), wo noch heute denkmalgeschützte Embleme an den Eingängen der Volkshochschule prangen. Stattdessen: Hamburg-Stellingen, knapp 1000 Meter vom Volksparkstadion entfernt. Hier, direkt vor dem Hauptsitz und der eigenen Manufaktur, ließ das Hamburger Unternehmen nun also das Montblanc Haus bauen, eine Institution, die sich der Schreibkunst widmet. So viel vorweg: Die Reise lohnt sich.

„Wir hoffen, dass das Montblanc Haus in der Stadt Hamburg, die untrennbar mit der Geschichte und Identität von Montblanc verknüpft ist, zu einem bedeutenden Wahrzeichen wird, das sowohl Einheimische als auch Gäste aus aller Welt be­geistert“, sagt Montblanc-CEO Nicolas Baretzki. Welch Geist hier weht, wird schnell klar: Das Montblanc Haus widmet sich der Kunst des Schreibens.

Das vom Madrider Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos entworfene Gebäude ist in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten und bietet auf drei Etagen mit insgesamt 3600 Qua­dratmetern und einer Länge von knapp 100 Metern jede Menge zum Entdecken. Das Gebäudekonzept ist eine Hommage an die Produktverpackung der Schreibgeräte. Außen schwarz, innen weiß, erinnert es an eben jene Schatullen, in denen die wertvollen Schreibgeräte verkauft werden. Die Silhouette an der Außenwand zeichnet das Mont Blanc-Gebirge ab, nach dem das Unternehmen benannt ist. Abends leuchtet es in hellen Streifen. Entstanden ist eine Mischung aus Ausstellung, Markenwelt und Bildungseinrichtung. Ein glanzvolles Aushängeschild, direkt vor dem eigenen Industriegelände. Kosten: 30 Millionen Euro.

Inspiration zum Schreiben

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Multimediale Präsentationen führen die Besucher und Besucherinnen in die Welt des Schreibens ein (Foto: Daniel Schäfer Photography)

Auf drei Ebenen wird die Unternehmensgeschichte, die Herstellung der Schreibgeräte, aber auch bildungsrelevantes Wissen nahegebracht. Unzählige Füllfederhalter werden ausgestellt – von den allerersten Modellen über ihr „Meisterstück“ bis hin zu limitierten Spezialeditionen. Exponate, Videos und Multimedia-Projektionen lassen die Besucher in die Welt der Schreibkunst eintauchen. Ziel ist es, die Menschen zu inspirieren und wieder zu Stift und Papier greifen zu lassen. Kurz: „A place built to inspire writing“. Am Ende des Ganges wird noch gebaut. „Dort wird eine Boutique stehen, in der die Montblanc-Produkte erworben werden können“, erklärt Jana Oberländer, die für die Besucherführungen zuständig ist. Diese könne ebenso wie das Café am anderen Ende unabhängig von der Ausstellung besucht werden.

In der knapp 16 Meter hohen Empfangshalle hängt ein Kunstwerk von der Decke. Es stammt von der Pariser Künstlerin Marianne Guély, besteht aus Papier und zeigt einzelne Buchstaben, die das zentrale Element des Hauses widerspiegeln: das Schreiben. Nach einigen Treppenstufen geht es rechts herum in den ersten Raum, der sich der Geschichte des Unternehmens widmet. Eine aufwendige 360-Grad-Videoinstallation lässt einen direkt in die Welt von Montblanc eintauchen. Schriftzeichen, Striche und Formen fliegen knappe zwei Minuten lang bei experimenteller, rhythmischer Musik um einen herum. Eine männliche Stimme spricht, erzählt vom Schreiben, Denken, Fühlen. Formvollendete Montblanc-Schreibgeräte schwirren im Großformat an einem vorbei. „Ich schreibe Reden, um dich zu bewegen, Songs, um dich zu berühren, Witze, damit du lachst. Und du liest, was ich lernte, du weißt, was ich wusste, siehst, was ich dachte … Wir inspirieren einander, wir schreiben einander“, sagt die Stimme.

Ein Hamburger Unternehmen

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Nachts leuchtet das Montblanc Haus eindrucksvoll (Foto: Daniel Schäfer Photography)

Inspirierend ist auch der erste Raum, der die Geschichte des Unternehmens illustriert. Von den Anfängen in Hamburg 1906 durch den aus den USA zurückkehrenden Geschäftsmann August Eberstein bis zum weltweiten Durchbruch. Zu Beginn waren die Schreibgeräte noch schwarz-rot. Die charakterliche schwarz-weiße Optik kam erst mit der zweiten Kollektion 1910. Auch der Name Montblanc kam erst dann auf, ebenso wie das Emblem (1913), das die sechs Gletscherzonen auf dem gleichnamigen Berg wiedergibt und inzwischen einen hohen Wiedererkennungswert genießt.

„Der Legende nach entstand der Name in einer langen Kartennacht“, erzählt Oberländer. „Das neue Design erinnerte einen der ­Beteiligten an den Gipfel des höchsten europäischen Berges. Er verband den Gipfel Europas mit dem Gipfel der Schreibkunst.“ Das zog! Der Name etablierte sich, das Unternehmen wurde zunehmend erfolgreicher. Fotos in der Ausstellung von berühmten Vertragsunterzeichnungen zeugen davon, wie weit der Erfolg von Montblanc reicht: Zu sehen sind unter anderem die US-Präsidenten John F. Kennedy und Barack Obama, die Queen, der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Autokraten bleiben ausgespart.

Seit 1998 ist Montblanc Teil der Richemont-Gruppe. Das Sortiment umfasst mittlerweile alle möglichen Luxusaccessoires – von der Ledertasche über Armbanduhren bis hin zu Schmuck. Doch das wichtigste Geschäftsfeld ist mit einem Anteil von 50 Prozent des Umsatzes noch immer das der Schreibgeräte. 950 Mitarbeiter sind am Hamburger Standort tätig. Das wissen nicht alle Hamburger: „Viele vermuten, dass Montblanc ein französisches oder ein Schweizer Unternehmen ist“, erzählt Jana Oberländer. Das Montblanc Haus könnte dafür sorgen, dass es allen bewusst wird.

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Das „Meisterstück“ steht heute weltweit für Perfektion beim Schreiben (Foto: Daniel Schäfer Photography)

Perfektion braucht Zeit

Besonders begehrt ist das seit 1924 produzierte ikonische „Meisterstück“ – das Flaggschiff unter den Füllfederhaltern. Ein in jeder Hinsicht perfektes Schreibgerät. Das Design ist zeitlos und minimalistisch. Der Begriff wird weltweit in der deutschen Form gebraucht: Ein „Meisterstück“ ist ein „Meisterstück“ – ob in London, Paris, New York, Tokio oder Shanghai. Überall wird die damit verbundene Perfektion geschätzt.

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Wie aufwendig die Produktion der Füllfederhalter ist wird ausführlich erklärt (Foto: Daniel Schäfer Photography)

Wie sehr der Wille zur Perfektion reicht, zeigt der zweite Bereich der Ausstellung, der sich der Handwerkskunst der Herstellung widmet: „Diese beginnt bereits bei der Werkzeugfertigung“, erzählt Oberländer. Diese seien so speziell, dass Montblanc sie selbst herstellt und wartet. Nur so könne die erforderliche Präzision erzielt werden. Auch die Materialien der Schreibgeräte sind von höchster Qualität: Für die Feder wird 18-karätiges Gold verwendet – nicht nur weil es schick und luxuriös ist, sondern weil es ein flexibles und weiches Material ist, nicht rostet und die Tinte gut leitet.

Die zwölf Hauptschritte der Fertigung werden detailliert gezeigt und beschrieben: Die Feder wird ausgestampft, geprägt, geformt, geschnitten, poliert und kontrolliert. Zudem wird eine kleine 1,2 Millimeter große Kugel aus Iridium an der Spitze der Feder eingeschweißt. Iridium ist eines der härtesten Metalle weltweit – seltener und teurer als Gold. Durch den Aufsatz wird gewährleistet, dass sich die Feder nicht abnutzt. Die Mitarbeiter werden monatelang geschult und trainiert. Perfektion braucht Zeit. Acht Federstärken gibt es – abgestimmt auf jeden Geschmack. Wir haben „für jede Handschrift die passende Feder“, sagt Oberländer.

Liebe zur Schrift

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Zu besichtigen sind auch historische Füllhalter des traditionsreichen Hamburger Unternehmens (Foto: Daniel Schäfer Photography)

Schreiben kann die Welt verändern. Das will das Montblanc Haus zum Ausdruck bringen. Und so findet sich darin auch allerhand Geschriebenes. Insbesondere im dritten Teil der Tour hängen Schriftstücke von Voltaire, Ernest Hemingway, Albert Einstein, Frida Kahlo, den Beatles und Karl Lagerfeld an einer Wand. Auch Besucher können ihre eigene Handschrift in einem digitalen Gästebuch hinterlassen. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen der Stifte zu testen, indem eine mit Montblanc-Motiven versehene Postkarte beschriftet und in einen in der Wand eingelassenen Schlitz gesteckt wird. Porto geht aufs Haus. „Durch die Digitalisierung ist es natürlich so, dass das handgeschriebene Wort in vielen Bereichen leider zunehmend von der Bildfläche verschwindet.

Wir wollen mit diesem Haus der Handschrift eine Ode setzen“, erklärt Oberländer und weist auf die geplanten Workshops hin, die in einem eigens hierzu geschaffenen Schreibatelier stattfinden sollen. Gelehrt wird dort die Kunst der Kalligraphie sowie kreatives Schreiben. Auch Kurse für Kinder (auch benachteiligte) und junge Erwachsene sind vorgesehen.

Dieses Haus – so viel wird bei der exklusiven Vorabbesichtigung klar, ist eine Liebeserklärung ans Schreiben und eine ­respektvolle Verneigung vor den Denkern, Träumern und Schöpfern. Neben der Dauerausstellung soll es temporäre Exponate sowie Werksbesichtigungen geben. Am 10. Mai wird das Haus feierlich eröffnet. Ab 16. Mai ist die Ausstellung für Besucher von montags bis freitags von 9 und 18 Uhr zugänglich. 2023 soll dies auch am Wochenende möglich sein. Der Eintrittspreis liegt bei 14 Euro. Unbedingt notieren, am besten mit Stift auf Papier.


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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add art: Hamburgs Wirtschaft zeigt seine Kunst

Bei der add art 2021 zeigen zwölf Unternehmen ihre Sammlungen – und viel junge Kunst

Text: Sabine Danek

 

Seit acht Jahren öffnen Hamburger Unternehmen einige Tage lang ihre Konzern-, Büro- und Kanzleitüren für Interessierte, präsentieren ihre Kunstsammlungen, etablierte Positionen und stellen Nachwuchs aus. Letztes Jahr musste die add art Hamburg ausfallen, jetzt sind wieder zwölf Unternehmen dabei. Und ganze acht von ihnen zeigen Arbeiten von Studierenden der HAW Hamburg und unterstützen so die junge der Szene der Stadt, kaufen Werke an, zahlen Honorar oder finanzieren einen Katalog.

 

Publikumsliebling und Preisträgerin von 2020 sind mit dabei

 

Die „you with schipper company“ zeigt mit Julia Kloos, die Preisträgerin des Add Art Jurypreises, der 2020 trotz Pandemie vergeben wurde, bei „Bright Skies“ sind Arbeiten von Andrés Muñoz Claros zu sehen, der bei einem Online-Voting den Publikums-Award gewann. In der Handelskammer werden in einer Sonderschau zudem Landkarten präsentiert, die sich mit „Fakt, Fake oder Fiktion“ beschäftigen. Interessierte können zu festen Besichtigungszeiten die Unternehmen besuchen, zu Führungen kann man sich auf der add-art-Website anmelden.

Add Art, 18. bis 21. November 2021, an verschiedenen Orten in der Stadt

Einen Eindruck von der add art gibt es hier:

 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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deep dive club: Besseres Business

Der deep dive club ist eine Nachhaltigkeitskonferenz am 20. Februar 2020 für Unternehmen jeder Größe

Text: Erik Brandt-Höge

 

Der Klimawandel geht alle an. Niemand kommt vorbei an den Veränderungen, die von Menschen gemacht sind, und die den Planeten bedrohen. Da reicht es nicht, auf Politgipfeln Einsicht zu zeigen und Besserung zu geloben. Worte sind nicht genug. Ein Umdenken auf allen Ebenen ist gefragt, natürlich auch in der Wirtschaft.

Ein Zeichen setzt schon mal der deep dive club. Der wurde gegründet, damit Unternehmen jeder Größe zusammenkommen und sich in Sachen Nachhaltigkeit beraten und weiterbringen können. Vom Start-up bis zum Großkonzern ist jeder willkommen, der an neuen, klimafreundlichen Lösungen interessiert ist.

 

Workshops, Masterclasses, Marketplaces

 

Die nächste Möglichkeit bietet die DDConference bei Stereo Events (alte Kutschenwerkstatt) in Eimsbüttel. Workshop, Masterclass, Marketplace, Job Wall, After-Show-Party mit Live-Act und DJ: Das Programm bietet enorm viel. Im Zentrum der Konferenz stehen die Speaker, die den Teilnehmern reichlich Wege Richtung nachhaltiger Wirtschaft aufzeigen. Unter anderem dabei sind Pinkstinks, Pohlmann, Prof. Dr. Fabisch, Tomorrow, die Umweltdruckerei, Micha Fritz (Viva con Agua), Gruner + Jahr, KLAN, Lena Wittneben und Mitra Kassai (Oll Inklusiv).

Infos zu Zeiten und Tickets: deepdiveclub.de


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Hamburger des Monats – Dannie Quilitzsch

Frauen vernetzen, Kinder in Krisengebieten stabilisieren, Wasser für alle – Dannie Quilitzsch zieht viele soziale Strippen. Ihr Antrieb: Die Welt ein bisschen besser machen und das am besten gemeinsam.

Interview: Hedda Bültmann
Foto: Philipp Schmidt

SZENE HAMBURG: Dannie, du steckst in so vielen unterschiedlichen Projekten. Wie bezeichnest du dich?

Dannie: Das stimmt, ich habe mehrere Hüte auf, deshalb kommt es immer auf den Kontext an. Aber grundsätzlich bin ich Psychologin, Beraterin und Coach. Und arbeite hauptsächlich im Bereich Social Entrepreneurship als Gründerin und Unternehmerin, aber auch in beratender Funktion sowohl für große Dax-Unternehmen als auch für kleine Social Start-ups.

Wonach entscheidest du, an was und mit wem du zusammenarbeitest?

Es ist mir bei den Social Start-ups wichtig, dass die Idee und das Konzept innovativ auf dem Markt sind. Und ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt und somit eine reelle Wirkung nach sich zieht.

Vertraust du deiner Intuition, ob ein Projekt funktionieren wird?

Vieles entscheide ich aus dem Bauch heraus, wobei mein Bauch und mein Verstand sehr eng zusammenarbeiten. Durch meine jahrelange Erfahrung erkenne ich schnell, was Sinn macht. Natürlich prüfe ich auch, ob eine gute Marktanalyse gemacht wurde, ob Kompetenzen, Gründerpersönlichkeit und das Netzwerk vorhanden sind und wie hoch die Motivation ist. Oder zum Beispiel auch, ob die Idee so innovativ ist, dass sie Medienpartner und Multiplikatoren erreicht.

 

 

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Ein Beitrag geteilt von WAR CHILD Deutschland (@warchilddeutschland) am

 

Welcher Aspekt hat dich bei War Child gepackt?

Natürlich gibt es bereits viele Projekte, die sich um Kinder kümmern, auch War Child gibt es weltweit schon lange. Meine Partnerin und ich haben jetzt die Organisation nach Deutschland, mit Sitz in Hamburg, geholt. Für mich als Psychologin und Therapeutin ist es sehr interessant, dass War Child psycho-soziale Programme entwickelt, evaluiert und erforscht. Wir schaffen etwas Funktionierendes.

Dann teilen wir es mit anderen Organisationen wie Save the Children und Unicef. So erzeugen wir eine Reichweite in die ganze Welt, damit noch mehr Kindern in Krisengebieten geholfen werden kann, mehr als wir es alleine mit War Child schaffen könnten. Das ist, was mich an Social Entrepreneurship am meisten reizt – etwas zu kreieren, das über einen Skalierungseffekt einen reellen sozialen Wandel mit sich bringt.

Ein anderes deiner Projekte hier in Hamburg ist der Women’s Hub, an dem drei Mal im Jahr 50 Frauen einen Tag lang zusammenkommen. Was steckt dahinter?

Auch dabei ist mein Antrieb, zu überlegen, wie man unsere Welt besser machen kann – das klingt zwar pathetisch, aber tatsächlich geht es genau darum. Ich bin überzeugt, dass wir unser ganzes Potenzial nur entfalten können, wenn wir es gemeinsam tun. Der Women’s Hub will eine Gemeinschaft aus Frauen sein, die sich gegenseitig unterstützen.

Beim Women’s Hub Day kommen 50 Frauen zusammen, fünf davon nutzen diesen Tag, um ihre Visionen oder Projektideen zu teilen, um sich Feedback darauf oder auch ganz konkrete Unterstützung für die Umsetzung einzuholen. Wir schaffen einen Raum, in dem sich Frauen trauen, ihre Ideen zu erzählen, sich auszuprobieren und gegenseitig zu inspirieren – nicht nur persönlich, wir schüren auch, dass die Frauen gemeinsam Business machen, sich gegenseitig buchen oder Aufträge vergeben, um sich so auch in diesem Bereich zu fördern.

 

„Weibliche Prinzipien müssen stärker in die Gesellschaft“

 

Warum brauchen Frauen dafür noch immer einen geschützten Raum?

Der geschützte Raum wird gebraucht, damit Frauen sich stärken können, um dann gemeinsam in die Welt rauszugehen. Wir sind nicht geübt darin, uns zusammenzuschließen. Wenn man sich Statistiken ansieht, ist die Redezeit von Männern in Runden noch immer länger, die Gehälter in vergleichbaren Positionen sind höher, Männer bekommen noch immer eher den Job, vor allem im Führungsbereich, bei gleicher Qualifikation. Es war lange so, dass die Frauen, die sich durchkämpfen konnten, die Prinzipien der Männer angenommen haben.

Jetzt geht es darum, die weiblichen Prinzipien wie Empathie und Intuition stärker in die Gesellschaft zu tragen. Denn jede Frau sollte sich bewusst sein und daran glauben, dass wir mit unserem weiblichen Verhalten stark sind – egal, in welchem Feld wir unterwegs sind, sei es als Angestellte, Freelancerin oder Mutter. Wir wollen Frauen stärken, um eine Gleichheit zu erzeugen.

Was tut die Stadt, um „Women Empowerment“ zu unterstützen?

Ich habe beim letzten N Klub, ein Netzwerktreffen für nachhaltige Ideen, unsere Sozialsenatorin Melanie Leonhard über das Thema sprechen hören, und ich finde sie in diesem Bereich sehr vorbildlich. Sie setzt sich ein, geht mit den richtigen Ideen nach vorne. Ansonsten ist es in diesem Bereich von Seiten der Institutionen, Behörden oder Stiftungen unheimlich schwer, Unterstützung zu bekommen. Generell, wenn man neue Themen nach vorne bringen will, ist es schwierig, die Stakeholder zu überzeugen, da muss insbesondere Frau einen echt langen Atem haben, sich den Mund fusselig reden und die Füße ablaufen.

Auch hier wird Männern viel schneller zugetraut, dass sie die richtige Idee für eine Unternehmensgründung oder ein Projekt haben. In Städten wie Berlin und auch im Ausland ist es wesentlich einfacher, weil in international orientierten Städten früher verstanden wurde, dass es wichtig ist, dass wir uns in diesem Bereich entwickeln. Ich liebe an Hamburg die traditionellen Werte wie Beständigkeit und Gewissenhaftigkeit, die stehen Innovationen und mutigen Ideen aber leider auch oft im Weg.

Was braucht es?

Ich wünsche mir noch mehr den Dialog zwischen den verschiedenen Instanzen: Regierung, Unternehmen, Medien, Institutionen, Zivilgesellschaft. Es gibt zwar kleinere Zusammen künfte wie das Zeitforum oder den N Klub, aber wir könnten noch viel mehr Potenzial wecken, wenn wir mehr in der Gemeinschaft gucken, wie wir Hamburg in die Zukunft entwickeln und gleich zeitig als lebenswerte Stadt für alle Bürger erhalten können.

 

„In Hamburg herrscht irre viel Social Empowerment“

 

Und wie ist dein Blick auf die Hamburger?

In der Stadt gibt es so viele wahnsinnig tolle Menschen. Hier herrscht irre viel Social Empowerment in Form von sozialen Projekten und Veranstaltungen. Das finde ich sehr beeindruckend. Ich lebe seit über 20 Jahren in Hamburg, und ich liebe es hier – die Haltung der Leute, wie sie ihre Stadt gestalten und tatsächlich etwas bewegen. Das zeigt es auch, wie hier mit Geflüchteten umgegangen wurde und wird – es haben sich viele zivilrechtliche Organisationen gebildet wie Hanseatic Help.

Hamburger sind oft leise, es wird nicht so viel darüber geredet, was sie machen, aber das, was passiert, hat eine echte Substanz. Das finde ich wirklich stark an der Stadt.

Welches Engagement berührt dich am meisten?

Mein absolutes Herzensprojekt ist ganz klar Viva con Agua. Seit 2007 bin ich dabei, mittlerweile als Aufsichtsratsvorsitzende. Für mich ist es das vorbildlichste, sowohl als Unternehmen als auch soziales Projekt, das ich kenne. Das liegt vor allem daran, dass Viva con Agua nie müde wird, sich immer wieder mit sich selbst zu beschäftigen, im Sinne der eigenen Optimierung, der Neuerfindung oder der Frage, wie sie die Welt verändern und Mitgestaltung für jeden ermöglichen können.

Apropos Welt verändern. Was wäre im Kleinen dazu dein Appell an die Menschen?

Dass sich die Menschen wieder mehr begegnen. Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise, aber jeder kann mit seiner Geschichte und den eigenen Erfahrungen andere unterstützen und helfen. Geht einfach wieder mehr aufeinander zu, redet miteinander und hört euch wirklich zu.

www.danniequilitzsch.com


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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