Die Sicherheit von Fahrgästen, insbesondere von Frauen, an den Hamburger U- und S-Bahnhöfen ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema in der Hansestadt. Nach dem tödlichen Angriff eines 25-jährigen Mannes auf die 18-Jährige an der U-Bahnhaltestelle Wandsbek-Markt ist die Debatte neu aufgeflammt. Am 29. Januar stieß der Mann die junge Frau aus bisher ungeklärten Gründen mit sich vor eine einfahrende U-Bahn. Beide kamen dabei ums Leben. Augenzeugen berichteten, dass sich der Mann zuvor am Bahnsteig aggressiv verhalten haben soll. Die Tat schockierte Menschen im ganzen Land und wirft neue Fragen zur Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr auf – unter anderem darüber, ob ein solches Verbrechen hätte verhindert werden können.
Forderungen für mehr Sicherheit an Hamburger U-Bahnsteigen
Eine Petition auf Change.org fordert nun umfassendere Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt. „Der Schutz vor Gewalt darf nicht dem Zufall oder der individuellen Aufmerksamkeit Einzelner überlassen bleiben“, heißt es auf der Petitionsseite. Die Initiative richtet sich vor allem an die Hamburger Hochbahn AG und formuliert konkrete Forderungen: Dazu zählen eine deutlich stärkere Präsenz von Sicherheitspersonal, verbesserte bauliche Maßnahmen wie gut beleuchtete und übersichtliche Sichtachsen, technische Schutzvorkehrungen wie Abstandsflächen und Warnsysteme sowie ein gut sichtbares Notruf- und Hilfesystem. Darüber hinaus wird verstärkte Präventionsarbeit gefordert, insbesondere zum Thema „Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum“.
Bahnsteigtüren als neue Maßnahme?
In Seoul, Kopenhagen und Tokio gibt es Sicherheitsmaßnahmen in Form sogenannter Bahnsteigtüren, bei denen der Bahnsteig durch eine Glasfront von dem Gleis getrennt ist. Auf der Linie der U5 zwischen Bramfeld und dem Borgweg sind solche Türen bereits geplant. Insgesamt liegt ein großflächiger Ausbau solcher Bahnsteigtüren in der Hansestadt aber noch weit in der Zukunft. Das Verkehrsunternehmen Hochbahn begründet dies auf seiner Website mit einer Reihe technischer und baulicher Herausforderungen – insbesondere bei Haltestellen in Kurvenlage. Dort entstehe zwischen Zug und Bahnsteig ein größerer Spalt, da sich die Fahrzeuge nicht vollständig an den Kurvenverlauf anpassen könnten. Dieser Spalt wird normalerweise durch einen „Gapfilter“ überbrückt. Mit festen Bahnsteigtüren würde das Risiko steigen, beim Schließen der Türen zwischen den Zug und den Bahnsteig zu geraten. Zudem sei die Bausubstanz der alten Bahnsteige teilweise zu schwach für das beachtliche Gewicht solcher Sicherheitstüren.
Wer die Petition unterstützen möchte, kommt hier auf die Seite von Change.org.

