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Stadtpark Open Air: Die aktuelle Lage der Freilichtbühne

Bis zum 31. August gibt es keine Konzerte auf der Freilichtbühne. Frehn Hawel, Head of Communications bei Karsten Jahnke Konzertdirektion, zur aktuellen Lage

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Frehn Hawel, eigentlich hätte Jamie Cullum am 20.5. die Stadtpark Open-Air-Saison eröffnen sollen – nun sieht es so aus, als würden bestenfalls die September-Konzerte stattfinden. Wie geht ihr mit der schwierigen Situation um?

Frehn Hawel: Aktuell versuchen wir mit Pragmatismus an die Sache heranzugehen und unsere Veranstaltungen entlang der aktuellen Verordnungen möglichst in die Herbstmonate oder direkt nach 2021 zu verschieben. Dabei müssen wir verlegte Termine teilweise zum zweiten oder dritten Mal nachjustieren, was natürlich ein gewisses Frustrationspotenzial birgt.

Da für uns das Wohlergehen unserer Kunden und Mitarbeiter stets das höchste Gut ist, verstehen wir die Notwenigkeit der aktuellen Verordnungen und tragen die Präventivmaßnahmen in der Hoffnung auf eine zeitnahe Gesamtverbesserung der Situation selbstverständlich mit. Dennoch ist ein Veranstaltungsjahr ganz ohne Konzerte in unserem „grünen Wohnzimmer“ für uns alle nur sehr schwer vorstellbar.

 

„Die Kulturlandschaft wird sich in ihrer Vielfalt massiv verändern“

 

Ausfälle von Open-Air-Shows und Festival-Absagen prägen gerade die gesamte Musikindustrie. Wie schätzt du die Folgen dessen generell ein? 

Ohne weitreichende Subventionen und weitere staatliche Hilfsmaßnahmen für Künstler, Kulturschaffende, Veranstalter und Venue-Betreiber ist leider mit dem Schlimmsten zu rechnen. Wenn Kultur nicht auch in einer gewissen Weise als „systemrelevant“ und „schützenswert“ anerkannt wird, wird sich die Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt, wie wir sie kennen, massiv verändern.

Es steht zu befürchten, dass vor allem Einzelunternehmer und kleinere Betriebe im Kulturkosmos den Zustand des „faktischen Berufsverbots“ nicht lange durchhalten können und sich zwangsläufig anders orientieren müssen. Das wird sich vom Veranstaltenden über Club-Betreiber bis hin zum einzelnen Veranstaltungstechniker oder zu Stagehands durch alle Ebenen der Veranstaltungswirtschaft ziehen.

Und noch ein hoffnungsvoller Ausblick: Sollte Erobiques Große Gartenparty am 4.9. erlaubt werden, würdet ihr die Freilichtbühne mit besonderen Vorkehrungen versehen, womöglich sogar teils umgestalten?

Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Grundsätzlich lässt uns der Umstand, dass wir auf der Freilichtbühne im Stadtpark Open Air und in überschaubarem Zuschauerrahmen spielen, erst mal hoffnungsvoll auf den Termin hinplanen.

Natürlich werden wir hier die aktuell geforderten Hygienestandards sowie alle weiteren von behördlicher Seite angeordneten Maßnahmen verantwortungsvoll umsetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich allerdings noch nicht abschätzen, wie sich die Situation in vier Monaten gestalten wird. Dafür ist die Entwicklung der aktuellen Lage einfach zu dynamisch.

Karsten Jahnke Konzertdirektion


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2020. Das Magazin ist seit dem 30. April 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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