Selig? Und ob. 5 Fragen an Jan Plewka

Immer noch oder wieder Selig? Am 3. November erscheint das 7. Studioalbum der Hamburger Band Selig.  „Kashmir Karma“  heißt es, aufgenommen in Schweden, erstmals ohne den langjährigen Keyboarder Malte Neumann, der sich 2014 von der Band trennte. Wir haben Sänger Jan Plewka 5 Fragen zum Album gestellt.

Selig

Selig: Neue, alte Freundschaft auch im Viererpack. Jan Plewka, Christian Neander, Leo Schmidthals und Stephan „Stoppel“ Eggert. Foto: Mathias Bothor

SZENE HAMBURG: Jan, Kashmir Karma: Schöne Alliteration. Aber was genau meint der Titel?

Jan Plewka: Kashmir Karma ist die Beschwörungsformel für ein friedliches Miteinander und die Idee einer hellen warmen Zukunft durch ein freundliches Handeln im Jetzt.

Selig Kashmir Karma

Keine Zeit mehr für Experimente. Foto: Mathias Bothor

Klingt das Album so flauschig wie der Titel?

Flauschig. Krautig. Psychedelisch. Sphärisch laut und lyrisch heiter und tief im typisch seligen Soundgewand.

Also typisch Selig. Gibt es hörbare Entwicklungen und Veränderungen auf der neuen Platte erleben?

Nach all den Jahren der musikalischen Experimente besinnen wir uns wieder auf unsere Wurzeln und retten den Hippiemetaltraum rüber in die neue Zeit.

Welchen Stellenwert hat Selig in deinem Leben?

Selig ist meine Basis, mein Grundakkord, die Mutter aller Möglichkeiten.

Butter bei die Fische. Was gibt Selig dir, was dir die anderen Projekte, die du am Laufen hast, nicht bieten?

Leo, Christian und Stoppel


/REM /
Beitragsbild: Mathias Bothor


Selig Kashmir Karma Album Art WorkKashmir Karma erscheint am 3.11.17. Hier könnt ihr das Album vorbestellen.

Am 12. & 13. November 2017 treten die Jungs in der Hamburger Großen Freiheit 36 auf. Tickets ab 35,60 Euro gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Filmfest Hamburg. Interview mit Festivalchef Albert Wiederspiel

Seit Donnerstag, 5. Oktober läuft das 25. Filmfest Hamburg. Zehn Tage Bilderrausch: Festivalchef Albert Wiederspiel verrät im Gespräch, was zu sehen sein wird. Und was nicht.

SZENE HAMBURG: Sie sind seit 15 Jahren Filmfest-Chef. Worauf sind Sie stolz?
Albert Wiederspiel: Ich denke, mir ist es gelungen, es größer zu machen. Ich wollte ein breiteres Publikum erreichen und habe deshalb gehobenen Mainstream als Lokomotive für die anderen Filme mit hineingenommen. Ich finde, das gehört genauso dazu wie der sehr fragile Kunstfilm, den wir auch im Programm haben. Zum Beispiel hat der Kurator unserer spanischund portugiesischsprachigen Sektion „Vitrina“ einen sehr künstlerischen Geschmack, und so sind die Filme auch.

Trotzdem kritisieren manche, dass es an Glamour und großen Namen mangelt. Und dass Hamburg nur noch ein Nachspielfestival von Cannes und Venedig ist.Das mit dem Nachspielfestival stimmt. Nur die A-Festivals haben die ganz großen Filme. Wir anderen spielen alle nach, was in Berlin, Cannes oder Venedig läuft. Nicht nur, aber viel davon. Wir haben im vergangenen Jahr mit Ewan McGregor eröffnet, das Jahr davor mit Catherine Deneuve, ich finde, das ist mit Hinblick auf Glamour und Namen schon nicht schlecht.

 

„Wenn wir mehr Leinwände anbieten würden, dann würden auch mehr Leute ins Kino gehen, da bin ich mir sicher.“

 

Stimmt. Aber ein paar mehr Stars wären doch schön?
Es ist ja nicht so, dass wir keine Stars haben. In diesem Jahr kommen unter anderem François Ozon, Ruben Östlund, Claes Bang, Vanessa Paradis, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. Und viele mehr! Grundsätzlich ist das jedoch eine finanzielle Frage. Stars sind teuer. Die fliegen nicht mit Ryan Air für 29,90 Euro ohne Gepäck. Und unser Budget ist sehr eng, wir haben eine Zuwendung von 750.000 Euro. Davon kriegst du keine Stars, die Business Class fliegen wollen, nach Hamburg. Um das mal salopp zu sagen.

Hätten Sie gerne ein A-Festival?
Nein! Ein A-Festival in Deutschland reicht. Und dann ist auch das wieder eine Geldfrage. Ich glaube, die Berlinale hat eine Zuwendung von acht
Millionen Euro, das Jahresbudget liegt bei 24 Millionen. Das ganze Filmfest Hamburg kostet 1,1 Millionen. Wir reden da über völlig verschiedenen Ligen.

Trotzdem wäre es schön, wenn das Hamburger Filmfest mehr Aufmerksamkeit bekäme. Wie wollen Sie das erreichen?
Ich finde, in der Stadt haben wir mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad. Wir haben de facto überhaupt kein Marketing-Budget. Das Geld reicht aus, um ein anspruchsvolles Programm zusammenzustellen und die Gäste einzuladen – denn auch wenn das vielleicht nicht die ganz großen Stars sind, kostet das. Aber ohne Gäste kein Festival!

Wird Film von der Stadt zu wenig geschätzt?
Eine schwierige Frage. Ich würde behaupten, Hamburg hat einen eher konservativen Kulturgeschmack, man ist mehr auf die traditionellen
hohen Künste fixiert. Museum, Theater, Oper. Und vor allem legt die Stadt derzeit eine deutliche Priorität auf die Musik. Wir haben ja gerade die Elphi bekommen, die muss bekannt und gefüllt werden, das verstehe ich auch.

 

„Wir zeigen 130 Filme aus 59 Ländern. Letztes Jahr waren es noch 160, dieses Jahr mussten wir – mal wieder aus Geldgründen – reduzieren.“

 

Und bei den Bürgern?
Auch da gibt es meiner Meinung nach eine Präferenz für die klassischen Künste. Allerdings ist es aber auch eine Sache von Angebot und Nachfrage. Uns fehlen Kinos. Wir haben engagierte Stadtteilkinos, aber nur wenige echte Programmkinos. Zu wenige für eine Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnern. Ich wohne ja teilweise auch in Berlin, und wenn ich sehe, welche Filme da zu sehen sind, die hier nie herauskommen, dann blutet mir das Herz. Mich wundert, dass hier niemand ein zweites Abaton eröffnet.

Aber wäre das nicht Wahnsinn heutzutage, wo alle zu Hause sitzen und Serien gucken?
In Berlin machen immer wieder neue Kinos auf, und Berliner gucken ja auch Serien. Hier in Hamburg gab es in den vergangenen 20 Jahren dagegen ein massives Kinosterben. Warum? Wenn wir mehr Leinwände anbieten würden, dann würden auch mehr Leute ins Kino gehen, da bin ich mir sicher.

Haben wir trotzdem engagierte Filmemacher?
Ich finde, wir haben eine kleine, feine Filmszene. Es entstehen genügend spannende Sachen. Wir haben gute Leute, und denen versuchen wir mit dem Filmfest ein Forum zu bieten. Auch die Filmförderung pflegt sie, damit sie hierbleiben.

Dabei hat Maria Köpf, die Chefin der Filmförderung, doch erklärt, vermehrt große,internationale Produktionen fördern und nach Hamburg holen zu wollen. Der richtige Weg?
Ja, es ist gut, große Produktionen hierher zu holen. Schon allein wegen der Gewerke, die davon profitieren, denn große Produktionen
nutzen die Fazilitäten hier vor Ort. Von kleinen Independent-Produktionen könnendie Filmeditoren oder Kameramänner und -frauen oft nicht leben. Aber wir müssen selbstverständlich auch für die hiesige Branche sorgen. Das tut Maria Köpf auch.

Das heißt, Sie hatten eine tolle bunte Auswahl an lokal produzierten Filmen?
(Lacht) Wir hatten eine Auswahl. Aber was wir nicht haben, ist „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin. Warner wollte den Film nicht bei uns zeigen.
Ich finde das sehr schade, wir haben bislang alle Filme von Fatih gezeigt, und er ist ja der Hamburger Filmemacher mit der größten   internationalen Strahlkraft. Aber damit muss ich leben. Davon abgesehen haben wir zwei große Hamburger Filme, „Es war einmal
Indianerland“ und „Simpel“, die in der Sektion „Kaleidoskop“ laufen. Und dann haben wir noch den Film von der HfbK-Absolventin Helena
Wittmann, „Drift“, sehr arty, sehr edgy Autorenkino, der war in Venedig in einer Nebensektion.

Was bekommen wir denn sonst so dieses Jahr zu sehen?
Wir zeigen 130 Filme aus 59 Ländern. Letztes Jahr waren es noch 160, dieses Jahr mussten wir – mal wieder aus Geldgründen – reduzieren.
Deshalb gibt es zwei Leinwände weniger. Von den 130 Filmen haben nur 34 bisher einen Verleiher, die anderen 96 werden wahrscheinlich nicht
in die deutschen Kinos kommen. 32 Filme sind Debüts und 18 Zweitlingsfilme. Diese Initialzündung für junge Filmemacher, die dadurch bekannter werden und vielleicht auch einen Verleih bekommen, ist für mich eine Hauptaufgabe eines Festivals.

Eröffnet wird das Filmfest mit „Lucky“. Machen Sie uns den doch mal schmackhaft.
Der Regisseur heißt John Carroll Lynch, ist aber weder verwandt noch verschwägert mit David Lynch. Nichtsdestotrotz ist es irgendwie eine Hommage an David Lynch, der auch selber in einer größeren Nebenrolle mitspielt, und „Lucky“ steckt voller Zitate an seine Filme. Mich hat der Film auch deshalb sehr berührt, weil er ein sehr liebevoller, teilweise auch sehr lustiger Film über das Sterben ist. Der Hauptdarsteller Harry
Dean Stanton war 91 Jahre alt, in Wirklichkeit und im Film, und er verabschiedet sich so langsam vom Leben. Am 15. September ist er gestorben,sodass „Lucky“ jetzt zu seinem Vermächtnis wurde, das bewegt mich sehr. Es schließt sich so auch ein Kreis: Stanton
war 1984 Hauptdarsteller in „Paris, Texas“ von Wim Wenders, und dieser bekommt nun den Douglas Sirk Preis. So etwas finde ich schön.

Deshalb haben Sie ihn aber nicht als Preisträger ausgewählt, oder?
Nein (lacht). Mit „Submergence“ bringt er nach seinen Dokumentarfilmen wieder einen tollen, neuen Spielfilm ins Kino. Und er hat es einfach verdient.

/ Interview: Maike Schade / FOTO: NFP MARKETING & DISTRIBUTION/FILMFEST HAMBURG / WOLFGANG SCHILDT / ALAMODE FILM

www.filmfesthamburg.de

Gewinnt 2×2 Tickets für Sigur Rós

Der Begriff „Rockshow“ hat an Substanz verloren. Nicht, weil Künstler keine Shows mehr machen wollten, im Gegenteil.

Feuerfontänen, quietschige Farben, Konfettikanonen und Schwebeaktionen haben auf Musikbühnen derart Überhand genommen, dass die traditionelle Bedeutung von „Rockshow“ verloren ging, allein weil die Musik in den Hintergrund geriet.

Wenige Bands setzen nach wie vor auf eine „Rockshow“, wie sie einst Sinn machte, nämlich durch ein Verschmelzen von Sounds und Visuals. Unter ihnen: Sigur Rós. Bei den Isländern treffen bis ins Detail ausgeklügelte Popkunstwerke sowie wahre Biester von Rocksongs auf dazu passende Bühnenbilder. Musik und Szenerien werden eins, wahre Dramen entstehen, die Spannung bleibt bis zum Schluss – und der lässt beim kommenden Hamburg-Konzert auf sich warten.

Sigur Rós verzichten auf eine Vorband und spielen einfach mal zwei Sets, erste Einblicke ins neue Studioalbum inklusive.

Sporthalle
12.10.17., 20 Uhr

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistentickets. E-Mail mit Betreff „Sigur“ bis 10.10. an verlosung@vkfmi.de

 

Operation Ton #11. Das Festival für musikalische Zukunftsfragen

Unbändige Vorfreude jetzt! RockCity lädt vom 3. – 4. November zum 11. Mal die Crème de la Crème der musikalischen Szenen zum Festival für musikalische Zukunftsfragen nach Hamburg: Start frei für die Operation Ton

Operation Ton #11

Teil des Loop Session-Teams: Leila Akiny

Blick zurück: 2007 startete Operation Ton als lokaler Szenetreff. Elf Jahre später, sprich heute, hat sich dieses Format zu einem spannenden bundesweit in dieser Form einmaligen Festival gemausert.

Operation Ton, so die RockCity Hamburg e.V.-Crew um Geschäftsführerin Andrea Rothaug, ist popkultureller Aufschlag, Denktank, Entdeckerformat und Gegenstrombecken zugleich, nie gefällig und erfrischend nah am Herzschlag einer dissonanten Popkultur.

Oder anders: Einfach BÄM.

Killing me softly lautet das diesjährige Motto des Festivals.  Überall Krise, Klick sticht Inhalt, Qualität ist nicht relevant, das Musikbusiness windet sich. Ja, ein harter Wind bläst da draußen. Aber nein, hier wird nicht gejammert, sondern mit Sendungsbewusstsein aufbegehrt. Kreativität hat keine Grenzen. Nieder mit der Depression und den Ängsten, Netzwerke spinnen, Inspirationen suchen und gemeinsam Lösungen erdenken und erkunden, darum geht’s am 3. & 4. November.

In diesem Jahr präsentiert sich die bundesweite Festivalkonferenz mit neuer Mainstage im resonanzraum. Der OP-Plan ist gut gefüllt: Ein umfangreiches Programm aus Talks, Diskussionen, Konzerten, DJ-Sets, Demochecks, Performances, Installationen und ein erweitertes Workshop-Programm erwartet die Teilnehmer.

Operation Ton #11

Heimspiel: Der Hamburger Musiker Enno Bunger. Foto: Benedikt Schnermann

Neben handfesten Themen wie KSK, GVL oder Social Marketing behandelt das Festival für Musikmacher*innen auch kritische Fragen des Musikgeschäfts wie u.a. „How to survive prekäre Kunst“, „Artificial Intelligence“, „Ohne Noise keine Zukunftsmusik“ oder „Get Paid – The Technology behind Bitcoin“.

Operation Ton #11

Margarete Stokowski zündelt mit Worten

Lässige und kundige Speaker wie Josh Hall, das feminist punk Quartett Dream Nails, eine Lesung der wortstarken Kolumnistin und Autorin Margarete Stokowski inklusive Talk mit Linus Volkmann sind Teil des Programms. Weitere Appetizer:  ein intimes Konzert des Hamburger Songwriter-Paares JaKönigJa und die erstmals im Norden gastierenden LOOP Sessions mit Tribes Of Jizu, Pierre Sonality, Pöbel MC, Milli Dance (Waving the Guns), Mine, Maniac (Demograffics) & Keno (Moop Mama).

Operation Ton #11

Poebel MC. Foto: Jonas Friedrich

Weiterhin bestätigt für Abendprogramm, Workshops und Konferenz: Anna Schürmer, Booty Carrell, Blurry Future, Cosmic DJ, Die Achse (Farhot + Bazzazian), Fabian Reifarth, Gunnar Astrup, Hilde Kappes, Jan Dietrich, Joachim Griebe, Louise Vind Nielsen, Manuel Schwiers, Martina Mahnke, Marven Burchert, Michelle Leonard, Nils Finkeisen, Pfadfinderei, Tim Neuhaus, …, und, und, und.

Wir raten: Geht auf Entdeckungstour und lasst euch anstecken von einem Aufbruchsgeist voll knallbuntem Spaß und echter Inspiration.

Facts

  • Operation Ton #11 – Festival für musikalische Zukunftsfragen / Fr, 03.11.2017 + Sa, 04.11.2017
  • Orte: resonanzraum, Feldstr. 66 / Terrace Hill / Uebel & Gefährlich / Hamburg School of Music / SAE Institute Hamburg / Just Music / Groove City
  • Eintritt (beinhaltet Vorträge, Workshops und Festivalprogramm): 2-Tagesticket: 24€ zzgl. Gebühren // 1-Tagesticket: 15€ zzgl. Gebühren
    Tickets unter: www.operationton.de

/REM / Beitragsbild: Tim Rosenbohm

Gewinnt 3×2 Gästelistenplätze für Arnd Zeiglers Live-Show „Dorthin, wo es wehtut!“

„Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.“ Soweit die Einschätzung Helmut Schultes, ehemaliger Trainer des FC St. Pauli. Was er in seinem Gedankenspiel nicht mit einberechnet: Wären da nicht die Spieler, wären da auch nicht die Spielersprüche, diese teils genialen, teils absurden, nicht selten irritierenden und durchaus auch mal fern jeder Grammatik und Sinnhaftigkeit geäußerten Weisheiten.

Kostprobe:

„Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv.“

(O-Ton Toni Polster)

Oder:

„Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen.“

(Zitat Lothar Matthäus)

Einer, der eben diese faszinierenden Sätze seit vielen Jahren sammelt, archiviert und an der passenden Stelle wieder auspackt, ist der Journalist, Moderator, Stadionsprecher, Produzent, Sänger und Autor Arnd Zeigler. Mit seiner Radiokolumne „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ und der gleichnamigen Fernsehsendung sowie als Kuriositätenbeauftragter im „Sportschau Club“ lässt er sein Publikum teilhaben am Schönsten, weil Bescheuertsten, was die Fußballerrhetorik zu bieten hat (die drei genannten, mitunter ungewollten Späßchen stammen auch aus Zeiglers Kickerschlaumeierkiste). Besonders toll: Der Archivar wird nun auch mit einem eigenen Bühnenprogramm live zu erleben sein. Die Show trägt einen Titel, den Helmut Schulte sicher sofort teilen würde: „Dorthin, wo es wehtut.“

/ Erik Brandt-Höge

Markthalle

16.10., 20 Uhr

 Wir verlosen 3×2 Gästelistenplätze für die Show von Arnd Zeigler!

Wie könnt Ihr mitmachen? Na so:

Meet the Resident: Nina Hepburn

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. In der aktuellen Ausgabe beantwortet die zauberhafte Nina Hepburn unsere Fragen

Nina Hepburn, 24 Jahre – hat seit zwei Jahren Einfluss darauf, zu welcher Musik in den Clubs getanzt wird u.a. im Docks Hamburg oder im Waagenbau.

Schönste Gastfrage: Besonders freue ich mich immer, wenn ich nach meinem Set gefragt werde, wann ich das nächste Mal wieder spiele

Track des Monats: BALN feat. Arlekina – Power Of The Music (Brigado Crew Dub)

Lieblings-Tracks*: Das ist wirklich schwer einzugrenzen, aber momentan höre und spiele ich gerne: Space Motion – Green Waves, VONDA7 – Decompression, Simon Doty – Harmony in Chaos

Größter Moment als DJ: Es gab schon so viele schöne Momente… Das erste Mal, als ich im Ziegelsaal (Hamburg Docks) auflegen durfte und ich dachte, dass mir das Herz vor Aufregung aus der Brust springt – oder mein Set im Südpol, welches ich nochmals um 3 Stunden verlängerte, da weder ich noch das Publikum aufhören wollten zu tanzen.

Was nervt in Hamburg: Das wechselhafte Wetter

Party des Monats: Othercult

/ OMA

Othercult, 20.10., Übel&Gefährlich, 24 Uhr


*In der Print-Version ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen. Leider sind neben Ninas Lieblings-Tracks auch die Plattenempfehlungen aus dem letzten Monat mit reingerutscht. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen


 

BierSZENE: Sauer macht lustig

Biersommelier Daniel Elich über the next big Bier-Trend: Sauerbier. Klingt komisch, ist aber phänomenal lecker

Sauerbiere – das können viele verschiedene Braustile sein. Charakteristisch ist aber bei allen (Achtung: Überraschung!) der säuerliche Geschmack. Dieser kommt von der Milchsäure, die neben Alkohol und Kohlensäure während der Gärung entsteht.

Alle, die jetzt denken, „Was haben diese durchgedrehten Craft-Beer-Irren da jetzt schon wieder verbrochen?“, dürfen sich kurz entspannt zurücklehnen. Denn das sauer-köstliche Zeug war in früheren Zeiten schlicht normal.

Die Möglichkeiten der Pasteurisierung (= Abtöten von Keimen und Mikroorganismen) sorgten dafür, dass der säuerliche Geschmack Ende des 19. Jahrhunderts aus deutschen Bieren verschwand. Dabei wäre sogar fast die Berliner Weisse verloren gegangen. (Wir hätten dich sehr vermisst!)

Umso schöner, dass Brauer aus der ganzen Welt diesen Geschmack wieder aufleben lassen. Für manche mag dieser Trend etwas gewöhnungsbedürftig sein, für andere ist er die erfrischende Bieroffenbarung schlechthin.

Ich zähle (wie so oft) zu den Letzteren und präsentiere euch voller Stolz meine aktuellen Lieblingssauerbiere und etwas Passendes zu Futtern dazu. Viel Vergnügen.

Ratsherrn & Zagovor – Apricot Uprising
Sauerbier

Apricot Uprising

Ein Sauerbier nach Berliner Art, in Hamburg gebraut. Ein ordentlicher Weizenanteil und Milchsäurebakterien sind bei diesem leckeren Ding am Start. Die russische Brauerei Zagovor hat der Hamburger Brauerei Ratsherrn Pfirsiche mitgebracht, die schnurschtracks in den Braukessel gewandert sind. Herausgekommen ist ein leichtes, einsteigerfreundliches Sauerbier. Wieso? Es überfordert nicht mit zu viel Säure. Die fruchtigen Aprikosennoten schmeckt man deutlich.

Dazu: Omas Aprikosen-Sahne-Torte ist der Knaller zu diesem Bier. Sauer und süß machen verdammt lustig!

Buddleship – Aufklärung

Sauerbier

Die andere Hamburger Brauerei mit einem tollen Gose! Trocken, leicht salzig und herrliche Noten, die an Limette und Minze erinnern. Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Kombination liebe? Aus gutem Grund in den letzten Wochen ausverkauft und ab heute wieder im Handel erhältlich. Das Wochenende kann kommen!

Dazu: Buddleship und Hafen? Passt… Meine Empfehlung daher: Ein leckeres Fischbrötchen an den Landungsbrücken (Brücke 10!) und dazu eine Aufklärung, besser geht’s nicht!

Stone Brewing – White Geist Berliner Weisse

Sauerbier

Die Hauptstadt, auch in Sachen Craft Beer, darf hier natürlich nicht fehlen. Mit dem „White Geist – Berliner Weisse“ braut Stone Brewing ein Sauerbier, welches recht vollmundig für eine Weisse ist und nach reifen gelben Äpfeln schmeckt.

Dazu: Apfelkuchen mit Boskoop Äpfeln aus dem Alten Land.

 

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Theater Das Zimmer: Gut gegen Nordwind

Der Bestseller von Daniel Glattauer ist jetzt auf der Bühne des kleinen „Theater das Zimmer“ zu sehen. Ganz nah dran entfaltet diese ungewöhnliche Liebesgeschichte seinen eigenen Zauber

In „Gut gegen Nordwind“ zeigt sich die schöne Seite der Möglichkeiten im Netz. Eine falsch adressierte Email von Emmi landet zufällig in Leos Postfach. Aus zunächst kargen Aufklärungsmails des Missverständnisses wächst über Monate eine innige, virtuelle Brieffreundschaft, ohne dass sie sich währenddessen begegnen. Sie ist fasziniert von seinen klugen, oft ironisch verpackten, Gedanken, er von ihrem Sprachwitz und ihrer emotionalen Offenheit: „Schreiben ist küssen mit dem Kopf.“

Doch, trotz gegenseitig wachsender Zuneigung, merken sie mit der Zeit, dass sie sich in einer Blase bewegen, in der die reale Welt außen vor bleibt. Dass beide Welten nicht zusammengehen, zeigt sich, als der Wunsch nach einem Treffen in der Wirklichkeit nicht umsetzbar wird. Denn zum einen ist Emmi verheiratet, zum anderen hat beide die Frage eingeholt: Können eine reale Emmi und ein wirklicher Leo dem standhalten?

Fazit: Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die die virtuelle Annäherung zweier Menschen, weg vom schnellen tindern, auf kluge und witzige Weise darstellt.

Der Regisseur Lars Ceglecki macht ihre räumliche Distanz, obwohl beide gemeinsam auf der Bühne stehen, und emotionale Nähe geschickt deutlich. Besonders Sandra Kiefer ist als Emmi bezaubernd mit ihrer ganz eigenen Art Witz und Ironie in ihrem Spiel mitschwingen zu lassen ohne diese in den Vordergrund zu stellen. Ein schönes, unterhaltendes Stück, dass die Fahrt nach Horn lohnt.

/ Hedda Bülthaupt

Theater Das Zimmer / Termine: 29., 30.9., 1., 3., 12., 14.-15., 19.10.17

Mehr unter www.theater-das-zimmer.de