Die Geschichte des CSD: Von der kleinen Demo für Schwule und Lesben zum riesigen Gesellschaftsevent
Der CSD wächst und wächst. Immer mehr Menschen zeigen ihren Stolz auf ihre queere Identität öffentlich, laut und bunt. Heute ist der Christopher Street Day eine riesige Demonstration und Partymeile, die sich in Hamburg und andernorts durch die halbe Stadt zieht. In seinen Anfängen war der CSD noch deutlich mehr hauptsächlich auf politischen Protest für Lesben und Schwule ausgelegt. Gegenwärtig stellen die Mitglieder der queeren Community neben ihrer Sexualität ihre Gender-Zugehörigkeiten, Fetische und ihre diversen Volkszugehörigkeiten aus und feiern gemeinsam auch mit Allys.

Die erste CSD-Parade fand 1969 in New York statt. Sie war ein Protest gegen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Homosexuellen und der Polizei in der Bar Stonewall Inn. Von New York aus strahlte die Bewegung in die gesamte westliche Welt aus. In Deutschland fand der erste CSD noch vor der offiziellen Einführung 1972 in Münster statt. Der erste offizielle CSD fand dann, zum zehnjährigen Jubiläum der New Yorker Proteste, 1979 in Berlin statt – damals mit rund 450 Teilnehmenden. Es folgten im selben Jahr Köln, Bremen und Stuttgart. Seit 1980 gibt es den Christopher Street Day offiziell auch in Hamburg. Die Hansestadt ist damit eine der ersten Städte Deutschlands, in denen Menschen der LGBTQ+-Community ihre queeren Identitäten lautstark und sichtbar zelebrieren.
Termine rund um die CSD-Demo

Das diesjährige Motto des Christopher Street Days spiegelt die aktuelle gesellschaftliche Problemlage in Deutschland wider: »Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!«.
Die Pride Week rund um den CSD findet in Hamburg vom 25. Juli bis zum 2. August statt.
Eröffnung der Pride Week: Die Pride Night am 25. Juli im CURIO-HAUS

Die Pride Night findet in diesem Jahr an einem neuen Standort im CURIO-HAUS an der Rothenbaumchaussee statt. Bei der Pride Night gibt es Talks, Musik und Tanz. Zudem werden die Pride Awards vergeben. Mit dem Preis werden LGBTQIA+-Aktivist:innen, Initiativen und Organisationen geehrt. Gäste auf der Bühne sind unter anderem die iranische Sängerin Faravaz, der Musikperformer A Simple Black Boy (SIBB), Slam Poet*in Sammy Rivers und Boylesque-Künstler*in The Dia Show. Gastgeber:innen sind Annie Heger und Brix Schaumburg.
- Tickets ab 20 Euro
Pride Week Opening Party
Am 25. Juli ab 22 Uhr findet in der Kasematte20 ab 22 Uhr zudem die Pride Night Aftershow Party.
Pride House
Das Pride House in St. Georg ist der zentrale Ort für Veranstaltungen, die während der Pride Week in Hamburg stattfinden. Vom 26. Juli bis zum 30. Juli werden in den Räumen des Integrations- und Familienzentrums (IFZ) Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, Workshops und vieles mehr veranstaltet. Zum Beispiel der Workshop Queere Superpower. Die nonbinary Drag Queen, Autorin und Speakerin aus Hamburg Didine zeigt den Teilnehmenden des Workshops dabei, wie sie ihre Power entdecken.
Queerer Flohmarkt
Im Magnus Hirschfeld Centrum findet am 26. Juli zwischen 11 und 16 Uhr der Queere Flohmarkt statt. Hier können alte Schätze neue Besitzer:innen finden und bei Kaffee und Kuchen kann der Nachmittag genossen werden.
Regenbogentag auf dem Sommerdom
Bereits zum 10. Mal findet der Regenbogentag auf dem Sommer-DOM statt. Am 30. Juli ziehen Hunderte Teilnehmer:innen bei der Parade über das Gelände auf dem Heiligengeistfeld. Die Sambaformation „Sambahia“ ist in diesem Jahr wieder mit dabei. Treffpunkt ist ab 18.30 Uhr unter dem Riesenrad. Die Parade endete am Biergarten „Dock 12“ bei einem entspannten Get-together.
Dragführung x Pride Week
Zur Pride Week finden in der Hamburger Kunsthalle regelmäßig die bekannten Dragführungen statt. Sie bieten einen besonderen Blick auf die Sammlung der Kunsthalle. Wechselnde Drag-Artists und Kunstvermittler:innen führen die Teilnehmenden mit ihrer queeren Expertise durch die Ausstellungsräume.
11. Hamburger Dyke* March – für mehr lesbische* Sichtbarkeit
In diesem Jahr sind wieder alle inter, trans, cis, nicht-binär, agender, Lesben* und Allies zum 11. Hamburger Dyke* March eingeladen. Die Demo soll die lesbische* Sichtbarkeit in gesellschaftlichen Räumen fördern. Er steht für Solidarität, Empowerment und Protest. In diesem Jahr findet der Dyke* March am 31. Juli ab 18:30 Uhr statt.
CSD-Straßenfest vom 31. bis zum 2. August
Rund um die Binnenalster, vor allem auf dem Rathausmarkt, dem Jungfernstieg und dem Ballindamm, gibt es drei Tage lang Infostände, kulinarische Angebote und Live-Musik. Das Pride-Zelt am Jungfernstieg bietet Informationen rund um den CSD. Hier können auch Tickets für die CSD Afterparty „Pink Pauli Party“ erworben werden.
CSD-Demonstration am 1. August: Diese Route führt durch Hamburg

Die 46. Pride in Hamburg beginnt um 12 Uhr. In diesem Jahr führt die Demo wieder nicht durch die lange Reihe. Die Aufstellung in der Lübecker Straße (zwischen Mühlendamm und Wartenau) statt und verläuft wie folgt: Lübecker Straße – Steindamm – Kreuzweg – Adenauer Allee – Steintorwall – Steinstraße – Bergstraße – Mönckebergstraße – Steintorwall – Glockengießerwall bis Lombardsbrücke. Dort endet die Demo.
In diesem Jahr haben sich ganze 150 Gruppen für die CSD-Demo angemeldet, ein neuer Rekord. Allerdings wird es in diesem Jahr deutlich weniger Wagen geben, als noch im Vorjahr. Viele Unternehmen bringen in diesem Jahr keine Trucks mehr auf die Demo, haben sich aber mit Fußgruppen angemeldet. Die Veranstalter:innen der Pride Week sehen in dieser Entwicklung vor allem eine Folge der Wirtschaftskrise.
Offizielle CSD-Afterparty: PINK PAULI Festival auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli
Unter dem Titel PINK PAULI versammeln sich alle namhaften Partyveranstaltenden, DJs, Künstlerinnen und Künstler, Dragqueens und viele Social-Media-Stars der Hamburger LGBTQ+-Szene auf dem Kiez. Mit einem Ticket hat man Zugang zu insgesamt 15 Locations, die Pride-Party zum Christopher Street Day in Hamburg nicht enden lassen. Darunter unter anderem die WunderBar, das Docks, Glanz & Gloria, Bahnhof Pauli, Mojo Club, Alte Liebe und das Schmidts Tivoli.
- Tickets ab 20 Euro

