„Er wollte vor dem Abgrund warnen, dem sich Deutschland und damit Europa näherten“, schrieb Erich Kästner 1956 über seinen autobiografisch geprägten Roman „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“, der 1931 erschienen war. Darin entfaltet sich ein Gesellschaftsbild Berlins kurz vor dem Untergang der Weimarer Republik. In der Zeit des wachsenden Faschismus werden Fabian und sein Freund Labude mit der Unmoral des Großstadtmolochs konfrontiert und nehmen ein bitteres Ende. Der ursprüngliche Buchtitel, den der erste Verleger zusammen mit „einigen krassen Kapiteln“ (Kästner) ablehnte, lautete: „Der Gang vor die Hunde“. Erst 2013 kam eine Rekonstruktion der Urfassung heraus. In einer szenischen Lesung stellt das Schauspielerpaar Christine Sommer und Martin Brambach das Werk jetzt in den Kammerspielen vor, begleitet vom Jazz-Ensemble The Babylon Syncopators.
Dieser Artikel ist zuerst in der Printausgabe 10/26 der SZENE HAMBURG erschienen.

