In den vergangenen Wochen ist viel los auf den europäischen Straßen. In zahlreichen Ländern gehen junge Menschen für Themen wie Bildung sowie steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten auf die Straße. Besonders prominent sind die Proteste in Frankreich und Italien, die aufgrund zahlreicher Ausschreitungen international für Aufmerksamkeit sorgten. Auf den Straßen ist primär die Generation Z zu sehen, welche Menschen, die zwischen 1997 und 2010 geboren sind, umfasst.
Nun sind auch in Deutschland zahlreiche Demonstrationen geplant. Die Initiative „Gen Z regelt“ rief auf Social Media für den 31. Oktober in zahlreichen Städten zu Protesten auf. Neben Bremen, Berlin, München, Nürnberg und Köln ist auch in Hamburg eine Demonstration geplant. Die Organisatorinnen und Organisatoren der Gen-Z‑Proteste positionieren sich gegenüber den Schülerprotesten in Frankreich solidarisch und möchten in Deutschland besonders die Themen Wehrpflicht und steigende Lebenshaltungskosten und mehr Klimaschutz in den Mittelpunkt stellen.
Jugendproteste in Hamburg am Jungfernstieg
Mit Blick auf die Ausschreitungen in Frankreich zeigt sich die Stadt Hamburg besorgt über die angekündigten Proteste. In den vergangenen Tagen waren auf sozialen Plattformen immer wieder Aufforderungen zu Plünderungen oder Ausschreitungen im Kontext der Proteste aufgetaucht. Der ehemalige Sprecher von „Gen Z regelt“, Gianni Matheja, nannte zudem als Gründe für seinen Rücktritt neben einer generellen Überarbeitung auch seine Angst vor den geplanten Ausschreitungen, die von verschiedenen Subgruppen der Initiative angekündigt worden waren. Die Gruppe selbst betont jedoch, friedlich für ihre Rechte demonstrieren zu wollen. Am 31. Oktober möchte sie in Hamburg über 8000 Menschen zu einer Kundgebung am Jungfernstieg auf die Straße bringen.
Trotzdem bereitet sich die Hamburger Polizei vor und plant einen Großeinsatz in der Innenstadt. Mit wie vielen Menschen auf der Demonstration in Hamburg letztlich wirklich zu rechnen sind, ist bislang nicht klar.
Die geplanten Proteste sorgen auch auf politischer Ebene für Diskussionen. Der innenpolitische Sprecher der Union, Alexander Throm, warnte in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ vor einer Unterwanderung der Proteste durch extremistische Kräfte. Auch die SPD zeigt sich vor den Demonstrationen besorgt. Die Linken und Grünen halten dagegen und warnen davor, junge Menschen unter Generalverdacht zu stellen. „Junge Menschen haben ein Recht darauf, gehört zu werden und friedlich für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann ebenfalls der „Rheinischen Post“. Die Linke-Innenexpertin Clara Bünger betonte zudem, dass die Bundesregierung die Anliegen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ernst nehmen solle, anstatt sie zu kriminalisieren.
Mehr zu der Gruppe „GenZ regelt“ gibt es hier.

