Afro-Party: Kalakuta in Hamburg

Afro-Party: Im Oktober kehrt die Kalakuta-Reihe aus der Sommerpause zurück. Martin Moritz, Teil des erfolgreichen Hamburger Slow-House-Trios Sutsche, veranstaltet den Abend seit fünf Jahren im Golem

Zwirbelt gerne Afrobeats: Martin Moritz. / Foto: Beta Lounge Hamburg

SZENE HAMBURG: Kalakuta in Hamburg. Was ist das?
Martin Moritz: Ein Afro-Allnigter in der Bar vom Golem, zu dem ich jeweils Gast-DJs einlade. Ich widme mich dort ausschließlich der Musik des afrikanischen Kontinents mit Schwerpunkt auf die sogenannte goldene Ära: Afrobeat, Soukous, Highlife, Makossa, Benga und artverwandtes aus West- und Zentralafrika der 70er bis 90er. Aber auch Kwaito aus Südafrika, Coupé Décalé von der Elfenbeinküste oder Naija Pop aus Nigeria. Im Partykeller, der Krypta, gibt es vom Golem parallel häufig House-Veranstaltungen. Das ist immer schön, weil es große Schnittmengen gibt und eine tolle Erfahrung, wenn Leute, die eigentlich wegen House oder Techno kommen, zu Afrobeats tanzen.

Du bist auch in der Krypta gestartet. Mittlerweile bist du an die Bar gezogen. Warum?
Ich finde den Raum schöner und mag es, auf eine musikalische Reise zu gehen, wo nicht die ganze Zeit gefordert wird. Von jedem an Disco orientierten Floor ist man es als DJ eher gewohnt zu pushen, aber ich finde es spannend, auch mal deepe Sachen zu spielen und die ersten Stunden ein bisschen ruhiger anzugehen. Man kann die Leute dort in einer Bar-Situation abholen und ihnen von hier die Polyrhythmen in die Hypophyse zwirbeln (lacht).

Woher stammt der Begriff Kalakuta?
Das ist der Name einer Kommune, die Fela Kuti 1970 in Lagos, Nigeria, gegründet hat. Der Übervater des Afrobeat, Yoruba-Priester und spätere Präsidentschaftskandidat, hat sich damals politisiert und festgestellt, dass er emanzipatorische Lebensformen sucht. Er zog mit seiner Familie und gesamter Entourage von Tänzern bis Anwälten dorthin. Es gab ein Aufnahmestudio, den legendären Nachtclub The Shrine und sogar eine Krankenstation. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort durch wiederholte brutale Überfälle durch das Militär, die in diversen Fela-Songs thematisiert wurden.

Wie bist du zur afrikanischen Musik gekommen?
Vor zehn Jahren habe ich angefangen, solche Platten zu kaufen. Ich befand mich beim Auflegen in einer kleinen Sinnkrise. Das war die Techhouse-Zeit und ich hatte das Gefühl, mich damit ein bisschen in die Ecke gespielt zu haben. Afrika fand ich schon immer interessant und war damals ein blinder Fleck auf meiner musikalischen Landkarte. Gleichzeitig hat so gut wie jede westliche Popmusik ihre Ursprünge in Afrika. Deswegen habe ich mich darauf gestürzt, weil es so viel zu entdecken gab und gibt. Als ich mich später entschlossen habe, eine Party im Golem zu machen, musste ein Name her. Nach langem Hin und Her habe ich mich für Kalakuta entschieden, was eine sehr weit verbreitete Referenz in Afro-Kontexten ist.

Langes Hin und Her?
Ja, weil ich nicht einen ausschließlichen Afrobeat-Abend machen wollte. Fela Kuti gilt als Schöpfer des Genres und ist sicher mein Favorit. Aber eigentlich gilt mein Interesse dem ganzen afrikanischen Kontinent und den verschiedenen lokalen Musik- formen, ihren vielfältigen Tonalitäten und Rhythmen. Afrobeat liegt auch die abstrakte Idee einer panafrikanischen Musik zugrunde, als Utopie eines vereinten, emanzipierten Afrika. Die hat auch Fela Kuti aufgeführt, um die Einheit aller afrikanischen Menschen weltweit, unabhängig von ihrer Ethnie oder Nationalität, zu propagieren. Ich würde gerne dieser Vision von Afrika und nicht zuerst einer geografischen Idee Tribut zollen.

Wer besucht dich im Oktober?
Das wird ein Gipfelchentreffen, von dem ich schon seit langer Zeit träume. Das in Bochum ansässige Label Kalakuta Soul Records verwöhnt seit 2013 mit exklusiven Produktionen und Edits. Die entsprechenden Kalakuta Soul Partys sind bereits Legende. Ich freue mich, mit Guy Dermosessian endlich einen der beiden DJs und Labelbosse hinter den Plattenspielern zu begrüßen. Er ist in ganz Europa unterwegs und deren Partys spannen einen Bogen aus allen vier Ecken der Welt. Wir werden dann aber einen rein afrikanischen Fokus haben. Mune_Ra und Sinza Musila machen den Abend komplett.

Du sagtest, dass du selber vor zehn Jahren angefangen hast, solche Platten zu kaufen. Wo?
Meine Plattenläden hier in Hamburg sind allen voran Groove City und Zardoz. Und natürlich kann man in Secondhand-Läden Glück haben. Aber zur Orientierung habe ich immer das Internet genutzt. Allein schon deswegen, weil die Stadt keine Hochburg für afrikanische Musik ist. Die Szene ist sehr klein und Hamburg eher konservativ, was Trends angeht. Als ich vor fünf Jahren anfing, kannte ich hier kaum Afro-Partys. Ich fand es immer sehr bedauerlich, dass es kaum interkulturellen Austausch gibt. Die Kalakuta-Party sollte daher immer eine Brücke schlagen und möglichst offen und niedrigschwellig Leuten unabhängig vom Hintergrund eine Plattform zum Treffen und Tanzen geben.

Funktioniert das?
Total. Und deswegen wollte ich mit meiner Afro-Party auch nicht etwa in einen Black-Music-Club oder in einen Techno-Club, sondern möglichst in einen Laden, der zwar anerkannt ist, aber unterschiedlich bespielt wird. Sich also keine Tradition vorschreibt und die Regeln für sich formuliert hat. Ich möchte lieber Leuten afrikanische Musik vorspielen, die zufällig dabei sind oder sich nicht ständig auf HipHop- oder Reggae-Partys aufhalten. Die schönsten Momente sind die, wenn unterschiedliche Leute zueinander finden. Neulich habe ich beim Auflegen bemerkt, da tanzen 60-jährige Muttis, die die Bands von früher kannten mit 20-Jährigen, die wegen des Ladens da waren. Wenn man sich mit denen hinsetzen würde, haben die wahrscheinlich komplett unterschiedliche Ideen davon, was gerade läuft. Aber genau das ist doch spannend.

Interview: Ole Masch / Beitragsbild: Kalakuta Soul Besuch – Guy Dermosessian. Foto: Atmir_Dolci

21.10., Golem, 22 Uhr

Selig? Und ob. 5 Fragen an Jan Plewka

Immer noch oder wieder Selig? Am 3. November erscheint das 7. Studioalbum der Hamburger Band Selig.  „Kashmir Karma“  heißt es, aufgenommen in Schweden, erstmals ohne den langjährigen Keyboarder Malte Neumann, der sich 2014 von der Band trennte. Wir haben Sänger Jan Plewka 5 Fragen zum Album gestellt.

Selig

Selig: Neue, alte Freundschaft auch im Viererpack. Jan Plewka, Christian Neander, Leo Schmidthals und Stephan „Stoppel“ Eggert. Foto: Mathias Bothor

SZENE HAMBURG: Jan, Kashmir Karma: Schöne Alliteration. Aber was genau meint der Titel?

Jan Plewka: Kashmir Karma ist die Beschwörungsformel für ein friedliches Miteinander und die Idee einer hellen warmen Zukunft durch ein freundliches Handeln im Jetzt.

Selig Kashmir Karma

Keine Zeit mehr für Experimente. Foto: Mathias Bothor

Klingt das Album so flauschig wie der Titel?

Flauschig. Krautig. Psychedelisch. Sphärisch laut und lyrisch heiter und tief im typisch seligen Soundgewand.

Also typisch Selig. Gibt es hörbare Entwicklungen und Veränderungen auf der neuen Platte erleben?

Nach all den Jahren der musikalischen Experimente besinnen wir uns wieder auf unsere Wurzeln und retten den Hippiemetaltraum rüber in die neue Zeit.

Welchen Stellenwert hat Selig in deinem Leben?

Selig ist meine Basis, mein Grundakkord, die Mutter aller Möglichkeiten.

Butter bei die Fische. Was gibt Selig dir, was dir die anderen Projekte, die du am Laufen hast, nicht bieten?

Leo, Christian und Stoppel


/REM /
Beitragsbild: Mathias Bothor


Selig Kashmir Karma Album Art WorkKashmir Karma erscheint am 3.11.17. Hier könnt ihr das Album vorbestellen.

Am 12. & 13. November 2017 treten die Jungs in der Hamburger Großen Freiheit 36 auf. Tickets ab 35,60 Euro gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Filmfest Hamburg. Interview mit Festivalchef Albert Wiederspiel

Seit Donnerstag, 5. Oktober läuft das 25. Filmfest Hamburg. Zehn Tage Bilderrausch: Festivalchef Albert Wiederspiel verrät im Gespräch, was zu sehen sein wird. Und was nicht.

SZENE HAMBURG: Sie sind seit 15 Jahren Filmfest-Chef. Worauf sind Sie stolz?
Albert Wiederspiel: Ich denke, mir ist es gelungen, es größer zu machen. Ich wollte ein breiteres Publikum erreichen und habe deshalb gehobenen Mainstream als Lokomotive für die anderen Filme mit hineingenommen. Ich finde, das gehört genauso dazu wie der sehr fragile Kunstfilm, den wir auch im Programm haben. Zum Beispiel hat der Kurator unserer spanischund portugiesischsprachigen Sektion „Vitrina“ einen sehr künstlerischen Geschmack, und so sind die Filme auch.

Trotzdem kritisieren manche, dass es an Glamour und großen Namen mangelt. Und dass Hamburg nur noch ein Nachspielfestival von Cannes und Venedig ist.Das mit dem Nachspielfestival stimmt. Nur die A-Festivals haben die ganz großen Filme. Wir anderen spielen alle nach, was in Berlin, Cannes oder Venedig läuft. Nicht nur, aber viel davon. Wir haben im vergangenen Jahr mit Ewan McGregor eröffnet, das Jahr davor mit Catherine Deneuve, ich finde, das ist mit Hinblick auf Glamour und Namen schon nicht schlecht.

 

„Wenn wir mehr Leinwände anbieten würden, dann würden auch mehr Leute ins Kino gehen, da bin ich mir sicher.“

 

Stimmt. Aber ein paar mehr Stars wären doch schön?
Es ist ja nicht so, dass wir keine Stars haben. In diesem Jahr kommen unter anderem François Ozon, Ruben Östlund, Claes Bang, Vanessa Paradis, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. Und viele mehr! Grundsätzlich ist das jedoch eine finanzielle Frage. Stars sind teuer. Die fliegen nicht mit Ryan Air für 29,90 Euro ohne Gepäck. Und unser Budget ist sehr eng, wir haben eine Zuwendung von 750.000 Euro. Davon kriegst du keine Stars, die Business Class fliegen wollen, nach Hamburg. Um das mal salopp zu sagen.

Hätten Sie gerne ein A-Festival?
Nein! Ein A-Festival in Deutschland reicht. Und dann ist auch das wieder eine Geldfrage. Ich glaube, die Berlinale hat eine Zuwendung von acht
Millionen Euro, das Jahresbudget liegt bei 24 Millionen. Das ganze Filmfest Hamburg kostet 1,1 Millionen. Wir reden da über völlig verschiedenen Ligen.

Trotzdem wäre es schön, wenn das Hamburger Filmfest mehr Aufmerksamkeit bekäme. Wie wollen Sie das erreichen?
Ich finde, in der Stadt haben wir mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad. Wir haben de facto überhaupt kein Marketing-Budget. Das Geld reicht aus, um ein anspruchsvolles Programm zusammenzustellen und die Gäste einzuladen – denn auch wenn das vielleicht nicht die ganz großen Stars sind, kostet das. Aber ohne Gäste kein Festival!

Wird Film von der Stadt zu wenig geschätzt?
Eine schwierige Frage. Ich würde behaupten, Hamburg hat einen eher konservativen Kulturgeschmack, man ist mehr auf die traditionellen
hohen Künste fixiert. Museum, Theater, Oper. Und vor allem legt die Stadt derzeit eine deutliche Priorität auf die Musik. Wir haben ja gerade die Elphi bekommen, die muss bekannt und gefüllt werden, das verstehe ich auch.

 

„Wir zeigen 130 Filme aus 59 Ländern. Letztes Jahr waren es noch 160, dieses Jahr mussten wir – mal wieder aus Geldgründen – reduzieren.“

 

Und bei den Bürgern?
Auch da gibt es meiner Meinung nach eine Präferenz für die klassischen Künste. Allerdings ist es aber auch eine Sache von Angebot und Nachfrage. Uns fehlen Kinos. Wir haben engagierte Stadtteilkinos, aber nur wenige echte Programmkinos. Zu wenige für eine Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnern. Ich wohne ja teilweise auch in Berlin, und wenn ich sehe, welche Filme da zu sehen sind, die hier nie herauskommen, dann blutet mir das Herz. Mich wundert, dass hier niemand ein zweites Abaton eröffnet.

Aber wäre das nicht Wahnsinn heutzutage, wo alle zu Hause sitzen und Serien gucken?
In Berlin machen immer wieder neue Kinos auf, und Berliner gucken ja auch Serien. Hier in Hamburg gab es in den vergangenen 20 Jahren dagegen ein massives Kinosterben. Warum? Wenn wir mehr Leinwände anbieten würden, dann würden auch mehr Leute ins Kino gehen, da bin ich mir sicher.

Haben wir trotzdem engagierte Filmemacher?
Ich finde, wir haben eine kleine, feine Filmszene. Es entstehen genügend spannende Sachen. Wir haben gute Leute, und denen versuchen wir mit dem Filmfest ein Forum zu bieten. Auch die Filmförderung pflegt sie, damit sie hierbleiben.

Dabei hat Maria Köpf, die Chefin der Filmförderung, doch erklärt, vermehrt große,internationale Produktionen fördern und nach Hamburg holen zu wollen. Der richtige Weg?
Ja, es ist gut, große Produktionen hierher zu holen. Schon allein wegen der Gewerke, die davon profitieren, denn große Produktionen
nutzen die Fazilitäten hier vor Ort. Von kleinen Independent-Produktionen könnendie Filmeditoren oder Kameramänner und -frauen oft nicht leben. Aber wir müssen selbstverständlich auch für die hiesige Branche sorgen. Das tut Maria Köpf auch.

Das heißt, Sie hatten eine tolle bunte Auswahl an lokal produzierten Filmen?
(Lacht) Wir hatten eine Auswahl. Aber was wir nicht haben, ist „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin. Warner wollte den Film nicht bei uns zeigen.
Ich finde das sehr schade, wir haben bislang alle Filme von Fatih gezeigt, und er ist ja der Hamburger Filmemacher mit der größten   internationalen Strahlkraft. Aber damit muss ich leben. Davon abgesehen haben wir zwei große Hamburger Filme, „Es war einmal
Indianerland“ und „Simpel“, die in der Sektion „Kaleidoskop“ laufen. Und dann haben wir noch den Film von der HfbK-Absolventin Helena
Wittmann, „Drift“, sehr arty, sehr edgy Autorenkino, der war in Venedig in einer Nebensektion.

Was bekommen wir denn sonst so dieses Jahr zu sehen?
Wir zeigen 130 Filme aus 59 Ländern. Letztes Jahr waren es noch 160, dieses Jahr mussten wir – mal wieder aus Geldgründen – reduzieren.
Deshalb gibt es zwei Leinwände weniger. Von den 130 Filmen haben nur 34 bisher einen Verleiher, die anderen 96 werden wahrscheinlich nicht
in die deutschen Kinos kommen. 32 Filme sind Debüts und 18 Zweitlingsfilme. Diese Initialzündung für junge Filmemacher, die dadurch bekannter werden und vielleicht auch einen Verleih bekommen, ist für mich eine Hauptaufgabe eines Festivals.

Eröffnet wird das Filmfest mit „Lucky“. Machen Sie uns den doch mal schmackhaft.
Der Regisseur heißt John Carroll Lynch, ist aber weder verwandt noch verschwägert mit David Lynch. Nichtsdestotrotz ist es irgendwie eine Hommage an David Lynch, der auch selber in einer größeren Nebenrolle mitspielt, und „Lucky“ steckt voller Zitate an seine Filme. Mich hat der Film auch deshalb sehr berührt, weil er ein sehr liebevoller, teilweise auch sehr lustiger Film über das Sterben ist. Der Hauptdarsteller Harry
Dean Stanton war 91 Jahre alt, in Wirklichkeit und im Film, und er verabschiedet sich so langsam vom Leben. Am 15. September ist er gestorben,sodass „Lucky“ jetzt zu seinem Vermächtnis wurde, das bewegt mich sehr. Es schließt sich so auch ein Kreis: Stanton
war 1984 Hauptdarsteller in „Paris, Texas“ von Wim Wenders, und dieser bekommt nun den Douglas Sirk Preis. So etwas finde ich schön.

Deshalb haben Sie ihn aber nicht als Preisträger ausgewählt, oder?
Nein (lacht). Mit „Submergence“ bringt er nach seinen Dokumentarfilmen wieder einen tollen, neuen Spielfilm ins Kino. Und er hat es einfach verdient.

/ Interview: Maike Schade / FOTO: NFP MARKETING & DISTRIBUTION/FILMFEST HAMBURG / WOLFGANG SCHILDT / ALAMODE FILM

www.filmfesthamburg.de

Gewinnt 2×2 Tickets für Sigur Rós

Der Begriff „Rockshow“ hat an Substanz verloren. Nicht, weil Künstler keine Shows mehr machen wollten, im Gegenteil.

Feuerfontänen, quietschige Farben, Konfettikanonen und Schwebeaktionen haben auf Musikbühnen derart Überhand genommen, dass die traditionelle Bedeutung von „Rockshow“ verloren ging, allein weil die Musik in den Hintergrund geriet.

Wenige Bands setzen nach wie vor auf eine „Rockshow“, wie sie einst Sinn machte, nämlich durch ein Verschmelzen von Sounds und Visuals. Unter ihnen: Sigur Rós. Bei den Isländern treffen bis ins Detail ausgeklügelte Popkunstwerke sowie wahre Biester von Rocksongs auf dazu passende Bühnenbilder. Musik und Szenerien werden eins, wahre Dramen entstehen, die Spannung bleibt bis zum Schluss – und der lässt beim kommenden Hamburg-Konzert auf sich warten.

Sigur Rós verzichten auf eine Vorband und spielen einfach mal zwei Sets, erste Einblicke ins neue Studioalbum inklusive.

Sporthalle
12.10.17., 20 Uhr

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistentickets. E-Mail mit Betreff „Sigur“ bis 10.10. an verlosung@vkfmi.de

 

Operation Ton #11. Das Festival für musikalische Zukunftsfragen

Unbändige Vorfreude jetzt! RockCity lädt vom 3. – 4. November zum 11. Mal die Crème de la Crème der musikalischen Szenen zum Festival für musikalische Zukunftsfragen nach Hamburg: Start frei für die Operation Ton

Operation Ton #11

Teil des Loop Session-Teams: Leila Akiny

Blick zurück: 2007 startete Operation Ton als lokaler Szenetreff. Elf Jahre später, sprich heute, hat sich dieses Format zu einem spannenden bundesweit in dieser Form einmaligen Festival gemausert.

Operation Ton, so die RockCity Hamburg e.V.-Crew um Geschäftsführerin Andrea Rothaug, ist popkultureller Aufschlag, Denktank, Entdeckerformat und Gegenstrombecken zugleich, nie gefällig und erfrischend nah am Herzschlag einer dissonanten Popkultur.

Oder anders: Einfach BÄM.

Killing me softly lautet das diesjährige Motto des Festivals.  Überall Krise, Klick sticht Inhalt, Qualität ist nicht relevant, das Musikbusiness windet sich. Ja, ein harter Wind bläst da draußen. Aber nein, hier wird nicht gejammert, sondern mit Sendungsbewusstsein aufbegehrt. Kreativität hat keine Grenzen. Nieder mit der Depression und den Ängsten, Netzwerke spinnen, Inspirationen suchen und gemeinsam Lösungen erdenken und erkunden, darum geht’s am 3. & 4. November.

In diesem Jahr präsentiert sich die bundesweite Festivalkonferenz mit neuer Mainstage im resonanzraum. Der OP-Plan ist gut gefüllt: Ein umfangreiches Programm aus Talks, Diskussionen, Konzerten, DJ-Sets, Demochecks, Performances, Installationen und ein erweitertes Workshop-Programm erwartet die Teilnehmer.

Operation Ton #11

Heimspiel: Der Hamburger Musiker Enno Bunger. Foto: Benedikt Schnermann

Neben handfesten Themen wie KSK, GVL oder Social Marketing behandelt das Festival für Musikmacher*innen auch kritische Fragen des Musikgeschäfts wie u.a. „How to survive prekäre Kunst“, „Artificial Intelligence“, „Ohne Noise keine Zukunftsmusik“ oder „Get Paid – The Technology behind Bitcoin“.

Operation Ton #11

Margarete Stokowski zündelt mit Worten

Lässige und kundige Speaker wie Josh Hall, das feminist punk Quartett Dream Nails, eine Lesung der wortstarken Kolumnistin und Autorin Margarete Stokowski inklusive Talk mit Linus Volkmann sind Teil des Programms. Weitere Appetizer:  ein intimes Konzert des Hamburger Songwriter-Paares JaKönigJa und die erstmals im Norden gastierenden LOOP Sessions mit Tribes Of Jizu, Pierre Sonality, Pöbel MC, Milli Dance (Waving the Guns), Mine, Maniac (Demograffics) & Keno (Moop Mama).

Operation Ton #11

Poebel MC. Foto: Jonas Friedrich

Weiterhin bestätigt für Abendprogramm, Workshops und Konferenz: Anna Schürmer, Booty Carrell, Blurry Future, Cosmic DJ, Die Achse (Farhot + Bazzazian), Fabian Reifarth, Gunnar Astrup, Hilde Kappes, Jan Dietrich, Joachim Griebe, Louise Vind Nielsen, Manuel Schwiers, Martina Mahnke, Marven Burchert, Michelle Leonard, Nils Finkeisen, Pfadfinderei, Tim Neuhaus, …, und, und, und.

Wir raten: Geht auf Entdeckungstour und lasst euch anstecken von einem Aufbruchsgeist voll knallbuntem Spaß und echter Inspiration.

Facts

  • Operation Ton #11 – Festival für musikalische Zukunftsfragen / Fr, 03.11.2017 + Sa, 04.11.2017
  • Orte: resonanzraum, Feldstr. 66 / Terrace Hill / Uebel & Gefährlich / Hamburg School of Music / SAE Institute Hamburg / Just Music / Groove City
  • Eintritt (beinhaltet Vorträge, Workshops und Festivalprogramm): 2-Tagesticket: 24€ zzgl. Gebühren // 1-Tagesticket: 15€ zzgl. Gebühren
    Tickets unter: www.operationton.de

/REM / Beitragsbild: Tim Rosenbohm