Internationales Sommerfestival: An Bismarcks Sockel sägen

Vom 4. bis 22. August 2021 wird die „Togetherness“ beim Internationalen Sommerfestival Kampnagel mit prall gefülltem Programmplan gefeiert

Text: Sören Ingwersen

 

Zwei nackte Menschen schmiegen sich im öffentlichen Raum der Stadt aneinander – in ihrer intimen Begegnung wie abgekoppelt vom Rest der Welt. Lässt sich ein deutlicheres Bild finden für die drängende Sehnsucht, Corona endlich hinter sich und die Nähe zum anderen wieder schutzlos zuzulassen? „This Is Not Normal“ nennt das Konzeptkunst-Duo Juan Dominguez & Arantxa Martínez seine Performance lebendiger Skulpturen, die im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals auf Kampnagel an verschiedenen Orten der Hamburger Innenstadt für Überraschungen sorgen dürften. Ein so vielfältiges und umfangreiches Programm wie in diesem Jahr hat Festivalchef András Siebold schon lange nicht mehr aufgetischt: „Das hat damit zu tun, dass wir eine Akkumulation aus wegen Corona verschobenen, neu geplanten und zusätzlichen Projekten haben, die durch umfangreiche Fördermittel des Programms ,Neustart Kultur‘ und des Fonds Darstellende Künste möglich wurden. Dazu kommt noch der von Carsten Brosda ausgerufene ,Hamburger Kultursommer‘, in dessen Rahmen wir praktisch noch ein Extra-Festival mit 14 Projekten im Stadtzentrum machen.“

 

13 Uraufführungen

 

Das Kernprogramm findet aber wie gewohnt auf den Kampnagel-Bühnen statt. Allein hier werden fünf Uraufführungen gezeigt, acht weitere verteilen sich auf das Stadtgebiet. Dass das Festival diesmal so viele Welt- und Deutschlandpremieren verzeichnet, ist für Siebold eine unmittelbare Reaktion auf die Pandemie, „weil sich viele Menschen, die bei uns auftreten, mit der Gegenwart beschäftigen“. Und die bot in den vergangenen 15 Monaten für Kulturschaffende in der Tat genügend Reibungspunkte, an denen sich die Kreativität entzünden konnte. Das gilt auch für die kanadische Sängerin Leslie Feist, die das Sommerfestival eröffnet: „In normalen Zeiten spielt Feist Konzerte vor Tausenden von Menschen.

Leslie Feist eröffnet das Internationales Sommerfestival Kampnagel 2021; Foto: Leslie Crisp

Leslie Feist eröffnet das Internationales Sommerfestival Kampnagel 2021; Foto: Leslie Crisp

Durch Corona gab es plötzlich keine Auftrittsmöglichkeiten mehr. Jetzt wird sie die Bühne zurückerobern und sich wieder an eine Art ,communal joy‘ herantasten: In ihrer Produktion ,Multitudes‘ steht sie mit dem Publikum auf der Bühne und singt ins leere Theater hinein.“

Auch die Deutschlandpremiere „Licht und Liebe“ der norwegischen Theatergruppe Susie Wang kann im Kontext der Pandemie gelesen werden: Zwei deutsche Urlauber erleben, wie sich ihr exotisches Urlaubsparadies durch übernatürliche Kräfte in einen Hort des Horrors verwandelt. Klingt böse, ist aber lustig. Komische Regieeinfälle konterkarieren auch den Titel von Christoph Marthalers Inszenierung „Das Weinen (Das Wähnen)“ nach Texten von Dieter Roth. Mit seinen Schimmelbildern betonte der Schweizer Künstler die ästhetische Komponente biologischer Zerfallsprozesse. Marthaler wiederum lässt Roths Sprachkunst im keimfreien Raum einer Apotheke – und im beschwörenden Tonfall von Mozarts Requiem – aufblühen.

„Das Weinen (Das Wähnen)“ nach Texten von Dieter Roth; Foto: Gina Folly

„Das Weinen (Das Wähnen)“ nach Texten von Dieter Roth; Foto: Gina Folly

Ebenfalls mit einem Schweizer Autor setzt sich die französisch-österreichische Bühnenkünstlerin Gisèle Vienne in „Der Teich“ von Robert Walser auseinander. Der verstörende Psychotrip in den Kopf eines Jungen, der seiner Mutter gegenüber einen Selbstmord vortäuscht, wird mit zwei Schauspielerinnen, Elementen des Puppentheaters und einer mächtigen Bildersprache in Szene gesetzt.

 

 Von Illusionen bis Schwyzerdütsch

 

Des Weiteren kann man mit den „Illusionen“ der drei Meisterzauberer Patrick Folkerts, Jan Logemann und Manuel Muerte dem Wesen der Täuschung auf den Grund gehen, das Ballet national de Marseille mit vier neuen Arbeiten erleben oder in die Fantasiewelt der belgischen Künstlerin Miet Warlop eintauchen, die mit ihrem anarchischen Bühnenhappening „After all Springville“ die Tücken des Objekts und der menschlichen Gemeinschaft erkundet. Und natürlich kommen auch Freiluftfanatiker im „Avant-Garten“ auf dem Kampnagel-Gelände wieder voll auf ihre Kosten: „Aufbauend auf den Erfahrungen im letzten Jahr, als wir draußen zum ersten Mal in größerem Stil Bühnen aufgebaut und Konzerte gemacht haben, haben wir unser Outdoor-Angebot im neuen Amphitheater, auf der Kanalbühne und auf weiteren Spielflächen noch erweitert. Die Gruppe JAJAJA wird jeden Abend ab 18.30 Uhr mit wechselnden Gästen Performances veranstalten, dazu kommen ein ausuferndes Konzertprogramm, Lesungen und Diskussionen wie ein Abend über Hate Speech mit Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski, Conférencier und Autor Michel Abdollahi und ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann“, verrät Siebold. Zusätzlich gibt es am Wochenende nachmittags ein Kinderprogramm. Außerdem hat man vier Veranstaltungen wieder zusammen mit und in der Elbphilharmonie ausgerichtet. So reist SingerSongwriter Rufus Wainwright diesmal mit seiner Schwester Martha an, um der 2010 verstorbenen gemeinsamen Mutter, der Folk-Sängerin Kate McGarrigle, mit eigenen und gecoverten Songs ein musikalisches Denkmal zu errichten, das zugleich eine Hommage an alle Mütter ist. Eine besonders reizvolle Verbindung sind auch Dino Brandão, Faber und Sophie Hunger für ihr aktuelles Programm „Ich liebe dich“ eingegangen. Die fein gesponnenen Lieder auf Schwyzerdütsch bilden für András Siebold „wahrscheinlich eines der schönsten Lockdown-Alben, die im letzten Jahr herausgekommen sind“. Überzeugen kann man sich davon im Großen Saal der Elbphilharmonie, wo die drei für lyrisch-intime Momente sorgen werden.

 

Das Kampnagel Sommerfestival zu Gast in der Stadt

 

Der „Brückenschlag zwischen dem eher klassischen Programm der Elbphilharmonie und dem eher popkulturell infizierten Programm auf Kampnagel“, wie Siebold die jährliche Kooperation der Festivalpartner beschreibt, strahlt derweil auch auf andere Bereiche ab. So ist in diesem Jahr auch die St.-Gertrud-Kirche in Uhlenhorst ein Spielort, an dem die klassische Musikkultur sich mit zeitgenössischen Ansätzen paart: Das Vokalensemble Graindelevoix aus Antwerpen feiert „The Liberation of the Gothic“ mit englischer Renaissancemusik und überraschender Besetzung: Anders als im 16. Jahrhundert, singen hier auch Frauen und man legt Wert auf den individuellen Ausdruck der beteiligten Stimmen. Ebenfalls dem Experiment verpflichtet sind Gewandhausorganist Michael Schönheit und Multiinstrumentalist P. A. Hülsenbeck, wenn sie im Kirchensaal auf der Grundlage musikalischer Improvisation die sakrale Klangsprache mit der des Pop verweben.

Vom Gotteshaus zum Konsumtempel: Im Gebäude des ehemaligen Kaufhofs in der Mönckebergstraße entfesselt das Hamburger Kollektiv LIGNA „Die Gespenster des Konsumismus“ mit einem performativen Audiowalk. „Es gibt kein besseres Symbol für die durch die Pandemie verschärfte ökonomische Krise als den leer stehenden Kaufhof “, findet Siebold. „Aber auch Diskurse über die Veränderung der Lebenswelten und die Zukunft der Innenstädte konzentrieren sich in dem Gebäude.“ Eine Änderung der Perspektive auf bestehende Lebenswelten fordert dagegen Yolanda Gutiérrez, wenn sie mit Videomappings und Performances rund um die Bismarck-Statue die deutsche Kolonialgeschichte aufrollt, während Nesterval & Queereeoké mit „Sex, Drugs & Budd’n’Brooks“ im Club Uebel & Gefährlich Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ mit einem immersiven Theater-Game der bürgerlichen Spießigkeit entreißen. „So viele Impulse und Motivationsanker für freie Künstler*innen wie durch die Corona-Hilfen hat es in Deutschland wohl noch nie gegeben“, freut sich Siebold. Freuen können sich auch die Besucher des Internationalen Sommerfestivals.

4.–22.8., Kampnagel; kampnagel.de/sommerfestival

Fast ein Vogelball: Federn richten

Karneval in Rio und Berliner Hipstertum treffen auf Fusion-Ambiente mit Queer-Faktor: Im zehnten Jahr des Bestehens stieg am 31. Juli die Pandemie-Edition des Vogelball Festivals

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Andreas Hornoff

 

Nach einem Jahr Pause hieß es auch dieses Jahr wieder „Ihr Vöglein kommet“ und auch wenn Corona-bedingt die Zuschauer:innenanzahl stark limitiert war, die Anwesenden genossen den Tanz zu elektronischen Klängen auf dem MS Dockville-Gelände in Wilhelmsburg sichtlich.

Schon von Anbeginn zeichnete die Veranstaltung im Hamburger Süden nicht nur der Umstand aus, dass der Begriff „Nachteule“ hier wortwörtlich genommen wurde: Bunte, ausgefallene, gekaufte, geliehene, selbstgemachte, wild kombinierte Kostüme und Schmuck garniert mit viel Schminke, Glitzer und Federn im Haupt, verwandelten die immer Farbenfrohen, genau wie graue Alltagsmäuschen aller Geschlechter in ravende Pfauen, Papageien oder quietschende Flamingos.

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Auch das Programm war nie, trotz deutlich elektronischem Einschlag, in eine stilistische Schublade, respektive ein Vogelnest gepresst. So bot sich auch bei der 2021er Edition ein wilder Genre-Mix der eingebettet in die Eckpfeiler Rap, Pop und elektronischer Musik die gegenwärtigen, progressiven Spielarten nicht nur im Line-Up als Gesamtes, sondern in der Musik einzelner Künstler:innen vereinte.

So brachten das Hamburger Kollektiv female treasure um Mariybu, die zu den vielversprechendsten Talenten am Rap-Kosmos überhaupt gehört und unlängst bei dem all-female Rap-Label 365XX ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben hat, die Rapper:innen Ostberlin Androgyn, Possy-Gangmember Best Boy Electric, oder die Performance-Gruppe Cointreau On Ice mit ihrer Drag-Show nicht nur die Beine der Gäste zum Tanzen.vogelball_c_a_hornoff2

Schon immer war auch die von der Bühne in Texten, Kostümen, Performance aber auch in den zahlreichen Workshops, Panels und anderen Angeboten verbreitete queer-freundliche, Grenzen aufhebende, Individualismus lebende oder Probleme enttabuisierende Message beim Vogelball wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Eine wichtige Veranstaltung, die 2022 hoffentlich wieder in voller Pracht erstrahlen kann.


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„These Girls“: Unbeschreiblich weiblich

„These Girls“ ist ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte. Ein Gespräch mit der Herausgeberin Juliane Streich vor ihrem Auftritt im Rahmen des Kultursommers im Garten des Golden Pudel Clubs.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

In der ersten deutschsprachigen Anthologie über Popmusikerinnen trifft Schauspielerin und Chansonsängerin Hildegard Knef auf Soul-Legende Aretha Franklin und Techno-Pionierin Marusha. Die Auswahl an besprochenen Musikerinnen in „These Girls“ umfasst jedoch nicht nur die üblichen Protagonistinnen, die sich durch feministisches Engagement auszeichnen, sondern auch die, deren Tun der Autor:innen als ein solches verstanden wird.

Das Buch verzichtet auf dröge, oftmals abschreckende Theorie – stattdessen öffnet es andere Blickwinkel durch die sehr persönlichen Geschichten der Autor:innen mit bekannten und weniger bekannten weiblichen Musiker:innen.

 

SZENE HAMBURG: Auf dem Markt gibt es zahlreiche Bücher, die sich mit verschiedenen Aspekten und Fragestellungen des Feminismus beschäftigen. Auch in deinem Verlag (Ventil, Anm. des Verfassers) sind bereits mehrere Werke zu dieser Thematik verlegt worden – etwa “Riot Grrrl Revisited!” oder “Rebel Girl – Popkultur und Feminismus”. Was hat dir an der existierenden Literatur gefehlt, wo hast du eine Lücke gesehen, die du schließen wolltest?

Juliane Streich: Lücken gibt es natürlich viele zu schließen, ganz konkret war der Anlass für dieses Buch, dass mir aufgefallen ist, dass es fast immer nur um Frauen in Punkbands, um die Riot Grrrl-Bewegung und diese Dinge geht. Oder zumindest immer nur um Frauen in einem Genre.

Zuletzt bin ich über eine Liste in einem englischsprachigen Online Magazin gestoßen, in der es um die 30 wichtigsten Punkbands für Frauen ging – die fand ich super, aber dachte mir, das könnte man doch ausbauen.

Wieso spielt das Geschlecht denn offenbar überhaupt eine große Rolle? 

Ich glaube, dass es lange dauert bis man überhaupt merkt, dass man eigentlich nur Musik von Männern hört. So war es jedenfalls in meiner Jugend. Ich habe lauter Jungsbands gehört. Indie- und Britpop-Zeug, ein bisschen Punk, ein bisschen Hiphop. Das waren fast alles Typen und eine Ausnahme, wenn dann mal eine Frau dabei war. 

Jungs machen natürlich auch tolle Musik, von Frauen wird man als Frau aber noch mal ganz anders angesprochen. Bei Bands wie Schnipo Schranke oder in den 90ern den Lassie Singers, habe ich als Frau mehr Berührungspunkte, weil die Sachen erzählen die ich selbst erlebt habe oder die ich besser mitfühlen kann, als beispielsweise bei Tocotronic, die ich aber auch sehr liebe. Fast alle Musikerinnen erzählen auch, dass sie erst angefangen haben Musik zu machen nachdem sie eine Frau auf der Bühne gesehen haben. Daher ist es wichtig, Frauen eine Bühne zu geben.

 

„Jede:r kann Feminist:in sein“

 

Du hast diesen klassischen Punk- / Riot Grrrl-Rahmen, wie schon angesprochen, nicht nur verlassen, neben wenig überraschend vertretenen Künstlerinnen wie Patti Smith, Madonna oder Kim Gordon, kommen in dem Buch auch viele Frauen vor, die nicht explizit durch feministisches Engagement auffallen. Welche, die sich vielleicht nicht mal als Feministin bezeichnen. Was musste eine Künstlerin mitbringen, um in „These Girls“ behandelt zu werden? Was ist für dich Feminismus?

Ich bin da sehr offen und weniger dogmatisch. Für mich reicht es schon, wenn man bewusst oder unbewusst fördert, dass Frauen die gleichen Rechte, die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer. Jede:r kann Feminist:in sein.

Das heißt auch, dass man nicht explizit Feminismus propagieren muss, um feministisch zu handeln?

Das ist eine spannende Frage. Nehmen wir die Spice Girls, die auch in dem Buch vorkommen. Die haben in ihrer Karriere sicher nicht bewusst feministisch gehandelt. – manchmal sich, zum Beispiel in Interviews, gar eher gegenteilig geäußert.

Wenn sie aber darüber gesungen haben, dass ein Mann, der auf sie steht, auch ihre Freundinnen mögen müsse und er für die Frau nicht das Wichtigste sei und sie im Video zum Song „Wannabe“ selbstbewusst eine Party crashen, dann hatte das schon feministische Ansätze. Oder konnte zumindest so gesehen werden.

Es geht in dem Buch auch ein Stück weit drum, was die betreffenden Künstlerin der Person, die über sie geschrieben hat, gab oder gibt.

Verfasst haben die rund 140 Texte über Frauen auch Männer. Maurice Summen, Chef des Labels Staatsakt etwa, die Journalisten Klaus Walter und Julian Weber, Linus Volkmann oder Musiker Andreas Spechtl. Gibt es nicht genug Texte von Männern über Frauen?

Ich finde es wichtig, dass Männer über Frauen schreiben. Warum sollten sie das auch nicht tun? Männer können schließlich auch Feministen sein und dabei helfen, Frauen, deren Geschichte und Anliegen weiterzubringen. 

Es war auch gar nicht mein Anliegen, ein Buch über Frauen nur zusammen mit Frauen zu machen, denn ich wollte bestimmte Leute nicht von vorneherein ausschließen. Aber das Verhältnis musste stimmen. Wären mehr als die Hälfte männliche Autoren gewesen, hätte ich das nicht gemacht.

 

„ … wie wichtig Musik für das persönliche Leben ist“

 

Hast du eine Lieblingsgeschichte?

Da gibt es natürlich viele, die von Maurice Summen beispielsweise. Er erzählt von einer Begebenheit, bei der er und befreundete Männer aus der Musikbranche in abendlicher Runde selbstsicher ein gehörtes Stück einem männlichen Produzenten zuschreiben, um dann festzustellen, dass die Produktion von einer Frau, Anne Dudley stammt, von der die Super Experten der Popmusik, wie Summen ironisch schreibt, bis dahin noch nie etwas gehört hatten. Das zeigt, wie man noch etwas dazu lernen kann, wenn man offen dafür ist. Und: Sich mal zu irren und zu korrigieren ist auch gar nicht schlimm.

Besonders schön finde ich auch die persönlichen Geschichten. Lea Matika schreibt über Brode Dalle, beziehungsweise ein Konzert deren Band The Distillers, das sie als Jugendliche Mitte der 2000er in Hamburg besuchte. Sie erzählt, wie sie und ihre Begleiter:innen die Nacht nach dem Konzert im Bahnhof Altona durchmachen mussten und dabei zuerst versucht haben im Aufzug zu schlafen, dessen Türen sie alle 10 Sekunden wieder schließen mussten, damit die Kälte draußen bleibt. Viele Geschichten zeigen, wie wichtig Musik für das persönliche Leben ist.

these_girlsWas möchtest du mit dem Buch erreichen?

Ein Ziel ist natürlich  – gerade was die weniger bekannten Künstlerin angeht – diese sichtbar zu machen. Auf längere Sicht würde ich mir wünschen, dass die Sichtbarkeit und Anerkennung der Arbeit von weiblichen Künstlern normal ist. So normal, dass diese nicht extra erwähnt werden muss. Dass beispielsweise in den 500 Beste-Alben-Listen des Rolling Stone mehr und selbstverständlich Werke von weiblichen Künstlerinnen auftauchen. Dass der ganze Musikkanon grundsätzlich weiblicher wird.

„These Girls – Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte“, Ventil Verlag 2020, 344 Seiten


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Theater Open Air: Start auf dem Rathausmarkt

Klassisches Theater, Performance, Oper, Improvisation – das bunte Programm des Theater Open Air hält für jedes Alters und jeden Geschmack die richtige Inszenierung bereit

Text: Kevin Goonewardena

 

Klassisches Theater, Performance, Oper, Improvisation: Das bunte Programm des Theater Open Air hält für jedes Alter und jeden Geschmack die richtige Inszenierung bereit.

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Zum Start gab’s einen echten Pionier bühnenfüllender Lach- und Krach-Geschichten hierzulande: Mit dem „Quatsch Comedy Club“ brachte Thomas Herrmanns einst das in den USA beliebte Stand Up-Comedy-Format nach Deutschland. In den folgenden zehn Tagen können sich die Zuschauer:innen auf ein Programm freuen, das so bunt ist wie die Welt des Theaters.

Theater Open Air: 30. Juli – 8. August 2021


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Stoff fürs Großhirn: Hippocampus Festival am Billhafen

Auf der Grünfläche der Rudervereinigung Bille findet vom 22. Juli bis 15. August das interdisziplinäre Kunstfestival Hippocampus statt

Text: Isabel Rauhut

 

Eingebettet zwischen der ruhigen Bille und dem Industriegebiet in Rothenburgsort, befindet sich das Hippocampus Festival. Ein volles Programm aus Bildender Kunst, Live-Musik und Workshops wird hier im Rahmen des Kultursommer Hamburgs noch bis zum 15. August geboten.

Um eine original Datsche aus DDR-Zeiten, das „Haus Seepferdchen“, die an der Ostseeküste vor über 50 Jahren gebaut wurde, ist eine grüne Bühne und Fläche für Kultur entstanden. Das Festival wird von der Galerie Oel-Früh kuratiert, die seit 2005 ihr Ausstellungs- und Atelierhaus in Rothenburgsort hat.

Studio C.A.R.E. und die Galerie Oel-Früh haben zusammen ein Highlight auf dem Gelände geschaffen: Den „Bunker Spa“. In einem alten, ehemals vermoderten Bunker, können Besucher:innen jetzt mit dem Geruch ätherischen Öle in der Nase, Brunnengeplätscher und seichter Musik auf den Ohren und einem angenehmen Fußbad kurz dem Alltag entfliehen.

Der Eintritt ist frei und auf hundert Pesonen limitiert. Der Zutritt ist nur mit tagesaktuellem Schnelltest möglich.

Hippocampus Festival: 22. Juli bis 15. August 2021


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Videointerview: Scotch & Water am Morgen

Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner trifft die Hamburger Indie-Band Scotch & Water zum idyllischen Schnack in Planten un Blomen. Im Gespräch geht’s um Heimat, Musik und natürlich den Kultursommer

Text: Isabel Rauhut

 

Die Hamburger Indie-Künstler Scotch & Water stehen mit Singles wie „Fear“ und „Floralia“ auf dem Radar der norddeutschen Musikindustrie. Ihr Debütalbum „Sirens“ ist im Mai 2021 erschienen. Am 11. August präsentiert die Band den Langspieler im Rahmen des Kultursommer Hamburgs auf der Bühne des Musikpavillons in Planten und Blomen.

Im Interview spricht Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner mit Sängerin Samira Christmann und Gitarrist Hansjakob Wedemeyer über ihre Leidenschaft zur Musik, Hamburg als Heimatstadt und die Möglichkeit beim Kultursommer ein Konzert zu spielen.


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Das Norden Festival: Top-Musik vor Top-Kulisse

Vom 26. August bis zum 12. September gibt es Live-Kultur an einem Ort der Idylle, beim Norden – The Nordic Arts Festival

Text: Andreas Daebeler

 

Es muss nicht immer der große Star von der Insel sein. Jedenfalls nicht von der britischen, Erhebungen im Meer haben wir ja auch. Das Norden – The Nordic Arts Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne. Und das ist in diesem Jahr, in dem die Pandemie das Kulturleben und die Live-Musikszene noch immer lähmt, nötiger denn je. Darum haben die Veranstalter zusammen mit der Stadt Schleswig ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, die Besucherzahl begrenzt und entschieden, das Gelände weitläufiger zu gestalten. Funktioniert.

Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert. Und zwar mit einem genreübergreifenden, aktuellen Programm, einer familiären und nachhaltigen Ausrichtung sowie günstigen Tagestickets für 9,50 Euro. Das Gelände ist in die Parklandschaft der Königswiesen eingebettet. Das Festival bietet bei kleinen Preisen einen Querschnitt aus aktueller Popmusik, Straßentheater, Literatur, DIY-Kursen, Film und sportlichen Aktivitäten. Dabei sind diesmal unter anderem die dänische Band Hvalfugl mit ihrem skandinavischen Folk und Nordic Jazz und das norwegische Theaterensemble Studium Actoris. Ganz aus Litauen reisen The Schwings an.

NORDEN Festival - Konzert auf Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

NORDEN Festival – Konzert auf der Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

Das Norden beginnt am 26. August, es steigt an zwölf Tagen. Und es bietet ein Festival im Festival, das sich Nordpop nennt. Die Idee ist, am Wochenende vom 26. bis 29. August bekannte Musiker mit Newcomern zusammenzubringen. Alle Bands und Solokünstler kommen aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf zwei Bühnen können Besucher die ganze Bandbreite aktueller Popmusik aus dem Norden erleben. Mit dabei: Tonbandgerät, Lina Maly, Helgen, Bernd Begemann, Catt und viele andere. „Der Headliner für den Samstagabend bleibt vorerst eine Überraschung und wird erst zwei Wochen vor dem Festival verkündet“, berichten die Festivalmacher Manfred Pakusius und Marno Happ.

The Nordic Arts Festival: 26. August – 12. September 2021


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Kulturelle Erweckung: Das Easterfield Festival

Unter dem Motto „Eine Stadt wacht wieder auf. Aber wie? Und wohin?“ bietet der Kunstverein Hamburg beim Easterfield Festival in der Osterfeldstraße in Eppendorf vom 30. Juli bis zum 15. August 2021 eine bunte Mischung aus Open-Air-Kino, Performances, Musik, Kunst und Talks

Text: Marco Arellano Gomes

 

Nein, das christliche Fest der Wiederauferstehung Christi wird nicht nachgeholt. Mit einer gewissen Wieder­auferstehung hat das Eas­terfield Festival hingegen schon zu tun: der Wiederauferstehung der Kul­tur – und zwar in all ihren schillernden Facetten. Die Kultur ist wieder da. Der Hamburger Kul­tursommer wurde ausgerufen – und der soll in der ganzen Stadt stattfinden. Das heißt eben auch in der Osterfeldstraße (nicht zu verwechseln mir der Osterstraße) – jener Verlängerung des Lok­stedter Weges, die nördlich von Eppendorf ver­läuft und den noblen Stadtteil mit dem etwas pragmatischeren Lokstedt verbindet.

Der Auftritt der Hamburger Erfolgssängerin Miu ist einer der Top Acts auf dem Festiva; Foto: Elena Zaucke

Die Hamburger Erfolgssängerin Miu tritt am 5. August auf dem Festival auf; Foto: Elena Zaucke

Von diesem Straßennamen leitet sich auch schon der Titel des Festivals ab, das sechs Tage lang – vom 30. Juli bis zum 15. August – in den Gärten der Osterfeldstraße 6 stattfindet. Auf dem ehemali­ gen Gelände der Galerie Levy gibt es somit nach dem pandemischen Winterschlaf ein kulturelles Erweckungserlebnis – ganz unreligiös, aber kul­turell wertvoll und abwechslungsreich. „Es geht darum, die Künste der Stadt Hamburg zu zele­brieren und ihre Vielfalt nach über einem Jahr Lockdown als gemeinsame Anstrengung zu feiern und wieder an die breite Öffentlichkeit zu bringen“, sagt die verantwortliche Intendantin Bettina Steinbrügge vom Kunstverein in Ham­burg.

Steinbrügge hat in Kooperation mit Donkey Products und &MYLK ein buntes Programm vorbereitet. „Aus Hamburg für Hamburg. Aus Liebe zur Kultur“, wie es im Programmheft heißt. Dass das nicht nur ein Spruch ist, erkennt man allein schon daran, dass alle Überschüsse „zurück in die Ham­burger Kultur“ fließen sollen.

 

Fünf Schwerpunkte

 

Eröffnung ist am 30. Juli, um 18 Uhr. Weitere Ver­anstaltungstermine sind am 1., 5., 6., 11. und 12. August, jeweils ab 18 Uhr. Das Festival hat fünf kulturthemati­sche Schwerpunkte: Kino, , Performance, Musik, Skulp­tur und Gespräch. Jede der Kulturdisziplinen wird von Kuratoren und Team verantwortet. Eingeladen werden vorrangig Hamburger Künstler und Künstlerinnen. Die Hamburger Kulturszenen sollen so zusammenfinden und sich gegenseitig befruchten. Das sollte bei einer Fläche im Freien von etwa 6.660 Quadratmetern auch pandemiekonform gelingen.

Während der gesamten Festivallaufzeit ist der Skulp­turenpark tagsüber für Besucher und Besucherinnen kostenlos zugänglich. Für die Abendveranstaltungen mit Performances, Filmen, Vorträgen und Konzerten wird hingegen ein Eintrittspreis erhoben, dessen Erlös wie bereits erwähnt der weiteren Unterstützung der Hamburger Kunstszene dient. Fürs Essen ist selbstver­ständlich gesorgt: Mehrere Foodtrucks werden vor Ort ihre Speisen anbieten. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch das eine oder andere Osterei dabei.

 

Kino

 

Im Bereich Kino wird es fünf Filmabende geben. Lie­bevoll zusammengestellt von Felix Grassmann (Abaton Kino), Maike Mia Höhne (Kurzfilmfestival Hamburg) und Marlene Denningmann von Veto Film.

Der Kurzfilm „Riot not diet“ (2018) von Julia Fuhrmann; Foto: Julia Fuhrmann

Der Kurzfilm „Riot not diet“ (2018) von Julia Fuhrmann; Foto: Julia Fuhrmann

 

Performance

 

Im Bereich Performances haben sich Tobias Peper (Kunstverein Harburger Bahnhof), Gabriel Schim­meroth (MARKK) und Sam Gora (HfbK) zusammen­getan, um ein Programm auf die Beine zu stellen. Vier Performances warten darauf, betrachtet zu werden.

 

Musik

 

Für die fünf Musik-­Acts verantwortlich sind die Kura­toren Björn Beneditz (Deichkind), Lars Meier (Gute Leude Fabrik) und Sebastian Tim (Koralle Blau).

 

Skulptur

 

Die knapp 20 Skulpturen werden durchgehend zu se­hen sein. Kuratiert wurden diese von Florian Berger (Donkey Products / &MYLK), Dr. Esther Ruelfs (MK&G Hamburg), Arne Vogler (Millerntor Gallery), Katha­rina Bittel (Neue Kunst in Hamburg) und Nicholas Tam­mens (Kunstverein in Hamburg).

Die Kunst-Skulpturen im Park sind tagsüber kostenlos zu sehen; Foto: Iris Helena Hamers

Die Kunst-Skulpturen im Park sind tagsüber kostenlos zu sehen; Foto: Iris Helena Hamers

 

Gespräch

 

Debatten sind ebenfalls eine kulturelle Errungenschaft und wollen gepflegt werden. Fünf Gespräche sind ge­plant, kuratiert von Dilara Kubitzki (Kunstverein in Hamburg), Christoph Twickel (Journalist & Autor), Timm Weber (Kunstverein in Hamburg), Luísa Telles und Luzia Cruz (beide HfbK).

Easterfield Festival: 30. Juli – 15. August


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„Mord am Mikro“: Mitmach-Krimi vor Hamburgs einziger Burg

Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm bietet die Bühne an der Burg Henneberg, einem ehemaligen gutbürgerlichen Familiensitz und Nachbau einer echten Ritterburg. Eines der Highlights vor märchenhafter Kulisse im Alstertal: Das Hörspiel „Mord am Mikro“ mit TV-Star Fabian Harloff

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

In wunderschöner, grüner Kulisse an der Poppenbütteler Alsterschleuse steht vor der einzigen Burg Hamburgs, der Burg Henneberg, eine kleine Open Air-Bühne. Das Surrounding aus dem Jahr 1804 prallt am Abend des 28. Juli auf eine Bühnengeschichte, die in den 1950er Jahren spielt: „Mord am Mikro“ heißt die Inszenierung eines gekonnt mit Slapstick und guten Gags gepickten Mitmachkrimi im Retro-Hörspielformat.

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Bibbern, zaudern, zetern – und natürlich mitraten: Ein Mörder versetzt das St. Pauli der 1950er Jahre in Angst und Schrecken. Gemeinsam mit den Zuschauer:innen begeben sich die Kommissare Hallig Stolz auf die Jagd nach dem mordenden Phantom. Vom Kiez, in noble Villen und städtische Behörden dringen sie dabei immer tiefer in eine Welt voller Gier, Hinterzimmer-Machenschaften, Lust und Rache vor.

Unterstützt von Publikum und Live-Musik, acht mörderisch gute Songs von Michael Jackson über Falco, Hildegard Knef, Eric Clapton und Tom Jones bis hin zu „Bonnie & Clyde“ von den Toten Hosen, lässt die Retro-Inszenierung des interaktiven Musikkrimis die einzigartige Atmosphäre alter Krimihörspiele wieder aufleben.

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Vol. 3: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Damit die Woche gut im Voraus geplant werden kann, gibt es hier eine Auflistung an Highlights, die diese Woche im Rahmen des Kultursommer Hamburgs stattfinden

Text: Henry Lührs

 

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen mehr als 1300 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche mit Calls, Kindern und kleinen Katastrophen gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann!

 

02. August 2021

Die Sommerferien in Hamburg sind schon fast wieder vorbei. Aber für die Kleinen gibt es gute Neuigkeiten: Die Spielzeit des Kidskinos im Sternschanzenpark ist gerade erst angelaufen. Vom 01. bis zum 16. August gibt es hier täglich zwei Open-Air Filme für Kinder ab sechs Jahren. Mit einer tagestauglichen LED-Leinwand wird auch vor Sonnenuntergang der volle Kinogenuss erreicht. Guter aber kindgerechter Sound wird den Kids per Funk-Kopfhörer direkt auf die Ohren geschickt. Eltern können ihre Lieblinge entspannt vom Café Bereich aus im Blick behalten. Strandliegen stehen bereit.

Am Montag läuft um 15 Uhr „Tabaluga – Der Film“ und um 17 Uhr „Die Heinzel – Rückkehr der Heinzelmänner“Der Eintritt ist im Rahmen des Kultursommer Hamburg für Kinder und Erwachsene kostenlos.

03. August 2021

Am Dienstag und am Mittwoch sticht der historische Alsterdampfer „St.Georg“ für mehrere kleine Rundfahrten auf der Alster in See. An Bord sind Künstler, Autoren und die verschiedensten Geschichtenerzähler. Unter dem Motto „Auf Kurzreise mit..“  werden die Passagiere in den Sog von Kurzgeschichten und Romanen gezogen.

Das Literaturhaus holt am Dienstag die Schriftstellerin Simone Buchholz und den Hamburger Schule-Sänger Bernd Begemann an Bord. Die beiden kennen sich seit 23 Jahren und haben eine gemeinsame Geschichte mit im Gepäck. Mit Erzählung und Musik steuern die beiden auf große Emotionen und viel Pathos zu. Los geht es um 15 Uhr beim Anleger Jungfernstieg. Tickets gibt es ab acht Euro.

04. August 2021

Welche Figur oder welchen Charakter verkörpern Frauen auf der Bühne, wenn es keine literarische Vorgabe gibt? Dieser Frage ist die Tänzerin, Musikerin, Choreografin und Allroundkünstlerin Katharina Oberlink nachgegangen und hat geforscht: Im Rahmen ihres Rechercheprojekts etablierte sie einen künstlerischen und performativen Raum der weiblichen Vernetzung. Daraus hervorgegangen ist die Tanz- und Performancegruppe „Performing Females“. Tänzerinnen aus Hamburg, Burkina Faso und Indonesien erarbeiten künstlerisch neue Narrative und Darstellungsformen der Frau im Kontext der Kulturindustrie.

Solidarität und geballte female power kommt mit der Performing Females Wonder Show am Mittwoch auf die Open Air Bühne im Hinterhof der WIESE Genossenschaft. Katharina Oberlink selbst, sowie Viola Heuss und Lia Anahita werden für eine Stunde Einblicke in ihre Ideen, Utopien aber vor allem ihre Kunst geben. Los geht es um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

05. August 2021

In der „Elbphilharmonie der Herzen“, der Barboncino Zwölphi im Obergeschoss des Golden Pudel Clubs, gibt es im Rahmen des Kultursommers feinste Beats und spannende Lesungen auf die Ohren. Bis zum 22. Augst lädt die Bar im Hamburger Szene-Club für die FKK – Funkhörer Kopf Kultur an ihren sogenannten „Golden Pudel Beach“ ein.

Der Donnerstagabend beginnt elektronisch mit DJane Moira. Im Anschluss kommen zwei Hamburger Kultfiguren vorbei: Rocko Schamoni und Gereon Klug. Beide kennen sich und den Pudel Club ewig. Rocko Schamoni war Anfang der 90er sogar Mitbegründer des ersten Pudel Clubs, damals noch in einer leerstehenden Kneipe. Er ist außerdem Musiker, Schauspieler, Künstler und vieles mehr. Wem das immer noch nichts sagt, dem helfen vielleicht  die Bandnamen Studio Braun oder Fraktus auf die Sprünge. Gereon Klug ist Tourmanager  beider gewesen, hat den Hamburger Plattenladen Hanseplatte gegründet und ausserdem stammt der Deichkind-Hit „Leider Geil“ aus seiner Feder.

Zusammen nehmen Klug und Schamoni live und vor Ort eine Folge ihres gemeinsamen Podcasts „Auf der Bahn“ auf. Tickets zur Veranstaltung gibt es zwar kostenlos, allerdings begrenzt ab 16:30 Uhr vor Ort zu ergattern.

06. August 2021

Sprudelpop. So nennen sie ihren Sound selbst: Die Hamburger Band Schorl3 mixt die Genrekiste bunt durch. Rausgekommen ist eine ganze Reihe an Disco-fähigen Tracks. Dass die Mischung aus Funk, R&B und Indie-Pop auch in deutscher Sprache funktioniert, hat die Band mit Singles wie “Pia”, “Gegenverkehr” oder “Zu arm” bewiesen. Seit letztem Jahr machen die drei Jungs zusammen Mucke und haben bereits den diesjährigen Krach und Getöse Newcomerpreis abgeräumt.

Bühnenoutfits, Musikvideos und das “I dont care”-Auftreten der Band lassen nicht erahnen, dass das Projekt Schorl3 eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt. Vielmehr klingen sie wie die Anwärter auf den nächsten großen Sommerhit.

Am Freitag spielt Schorl3 in der Zinnschmelze, dem ehemaligen Fabrikgebäude und Kulturzentrum in Barmbek. Los geht es um 20 Uhr. Tickets sind kostenlos, zur Anmeldung geht es hier.

07. August 2021

Es ist Pride in Hamburg. Das bedeutet normalerweise: Die großen bunten Paradetrucks fahren als krönender Abschluss der Pride Weeks wieder durch Hamburg Mitte, gefolgt von der feiernden Menge. Corona-bedingt wird die CSD-Demonstration am Samstag aber aufs Fahrrad verlegt. Um 12 Uhr geht es am Jungfernstieg los.

Das Gängeviertel möchte parallel zur offiziellen Demonstration einen Raum für Gegenentwürfe schaffen, der die queere Community in seiner Vielfalt repräsentiert. Beim Command Queer Spektakel wird es neben einer Kunstausstellung und einer Kundgebung auch jede Menge Open-Air-Veranstaltungen wie Vortrage, Konzerte und Dj-Sets geben.

Ab 14 Uhr wird das Gängeviertel am Samstag unter dem Motto „Command Queer – Escape the Binary“ mit einem vielfältigen Programm bespielt. Der Eintritt ist frei.

08. August 2021

Alles fing 1989 in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf an: Der Musiker und Heilerzieher Kai Boysen wandelt seine Idee in die Tat um und nimmt ein Album gemeinsam mit den Bewohnern der Wohngruppe 17 auf. Das Projekt Station 17 ist geboren und wird mit den Jahren größer. Es folgen viele Auftritte und auch über die Landesgrenze hinweg macht sich Station 17 einen Namen.

Als Kollektiv wächst eine Band heran, die sich immer weiter entwickelt. Musiker mit Behinderung und Musiker ohne Behinderungen sprengen gemeinsam alle möglichen Genregrenzen und entwickeln immer wieder einen einzigartigen Sound. Mittlerweile sind es zwölf Alben, die vor allem von der immensen Kreativität der Band leben. Die leidenschaftlichen und euphorischen Live-Konzerte begeistern.

Am Sonntag kommt die Band zum Südkultursommer nach Harburg und spielt um 11 Uhr auf dem Schwarzenbergplatz ein Konzert. Tickets gibt es ab 6,25 Euro.


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