(18.3.) Nachtleben: Unterirdische Musik, Molotow Karatekeller, 23.30 Uhr

Techno ohne Schnörkel

Im Molotow tragen nur die Indie-Connaisseure ihr Bier spazieren? Schon längst nicht mehr. Mit dem Umzug ans Nobistor und den dazugewonnenen Ebenen widmet man sich auch verstärkt der basshaltigen Nachtgestaltung. So auch die Veranstaltungsreihe „Unterirdische Musik“, die monatlich am unteren Ende der Kellertreppe einen frischen Versammlungspunkt für umtriebige Freunde des unverschnörkelten Technos bietet. Im März namentlich in Form von: Hedonistic, John Silk und Treiber. Punktlandung. (MME)

Molotow Karatekeller
Nobistor 14
18.3., 23.30 Uhr

(18.3.) Festival: Viva Altona!, Fabrik Ottensen, 21 Uhr

Herzog Records wird zehn – und lässt zum Geburtstag einen springen. Das Label mit Sitz am Ottensener Spritzenplatz veranstaltet zum Jubiläum ein Festival, das fortan jedes Jahr stattfinden soll, und zwar nur einen Steinwurf entfernt in der Fabrik. Die Highlights bei “Viva Altona!” in diesem Jahr: die Hamburger Soul-Sängerin Miu (Foto), Jeff Cascaro aus demselben Genre, die Brassband Marschall Cooper und die Electro-Jazzer Nighthawks. (EBH)

Foto: Elena Zaucke

Fabrik
Barnerstraße 36
18.-19.3., 21 Uhr
Tickets ab 29 Euro

(17.3) Kino: Nord/Nordwest Surf Film Fest, Hamburger Botschaft, 19.30 Uhr

Leute, poliert schon mal die Bretter! Der schnöde Winter neigt sich dem Ende zu, und es dauert gar nicht mehr sooo lange, bis ihr wieder aufs Wasser könnt. Die passende Einstimmung gibt’s auf dem Nord\Nordwest Surf Film Fest, bei dem es vom 17. bis 19. März in der Hamburger Botschaft die geilsten Surf- und Skatefilme des Jahres zu sehen gibt: „Brørnøya“, „Peninsula“, „Uncharted Waters“, „View from a Blue Moon“ oder auch „Headache“ – um nur einige zu nennen.

In der ersten Etage der Hamburger Botschaft gibt’s außerdem eine Ausstellung von Fotografen und Beach-Art-Künstlern, und die Schleife auf dem Päckchen ist gute Mucke von Bands und DJs. Den Abschluss des Festivals bilden auch bei der vierten Auflage von NNW die „Homegrown Shorties Awards“ mit Kurzfilmen der Nordsee-Nationen. Das Publikum entscheidet. (MAS)

Nord\Nordwest Surf Film Fest
Hamburger Botschaft
Sternstraße 67
Eröffnung: 17.3., 19.30 Uhr
Festival: 17.–19.3.

SZENE HAMBURG verlost 2 x 2 Tickets für die Sessions 1 und 2 am Eröffnungsabend. Um 19.30 Uhr wird die Dokumentation “Fish” gezeigt, anschließend geben Heartbeast ein Konzert. Um 22 Uhr beginnt Session 2, dann läuft der Film “Danger Dave”. Schickt eine E-Mail mit dem Betreff “Session 1” oder “Session 2” und eurem Vor- sowie Nachnamen bis zum 16.3. (12 Uhr) an online-verlosung@vkfmi.de.

(17.3.) Theater: Liebeslügen, Ernst Deutsch Theater, 19.30 Uhr

Das Leben ist eine Beziehungskiste

Von Ildikó von Kürthys bislang neun Büchern wurden über sechs Millionen Exemplare in rund dreißig Sprachen verkauft. Ihre Heldinnen befinden sich meistens auf Identitätssuche irgendwo zwischen Heimchenfantasien, Liebeswahn und Karriereglück; Rollen- und Genderklischees weiß von Kürthy dabei mit gefälligem Augenzwinkern zu nutzen. Ihr erstes Bühnenstück „Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung“ zeigt drei gegensätzliche Freundinnen auf der ewigen Suche nach dem perfekten Beziehungskonzept für Frau und Mann. Aber funktioniert das, was als Nachttischlektüre so angenehm plätschernd amüsiert, auch auf der Bühne? Von Kürthys Texte könnten sich als Grundstoff ebenso eignen für sinnleere Gendercomedy wie für gewitzte Beiträge zum Feminismus, irgendwo zwischen Alice Schwarzer, Ronja von Rönne und Anne Wizorek. Die Inszenierung von Andreas Kaufmann wird es zeigen. (BIE)

Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1
17.3., 19.30 Uhr

(16.3.) Live: Macklemore & Ryan Lewis, Barclaycard Arena, 20 Uhr

„Ich wollte immer, dass meine Musik so viele Menschen erreicht, wie möglich, aber einen Erfolg wie den mit ‚Thrift Shop‘ hätte ich im Traum nicht erwartet“, sagt Ben Haggerty alias Macklemore, der seit dem Single-Hit mit genanntem Song über die Vorzüge von Secondhand-Shops weltweiten Zuspruch erhält. Der US-Rapper und sein Produzent Ryan Lewis haben es geschafft, und zwar nicht nur in die höchsten Regionen der Charts, auf die ganz großen Bühnen und in die Herzen auch von Nicht-HipHop-Fans. Es ist ihnen gelungen, einem oft testosteron- und egogesteuerten Genre mit gesellschaftskritischen Tracks, Geschichten über die Tücken von Drogen und einem Plädoyer für die gleichgeschlechtliche Ehe ein wenig Feinfühligkeit zu verleihen. „Wichtiger als Albumverkäufe und ausverkaufte Shows ist mir, dass ich Songs geschrieben habe, die einen Einfluss auf das Leben einiger Menschen haben und ein bisschen was bewegen können“, erklärt Haggerty. Mit seinem kürzlich erschienenen neuen und wieder textlich tief gehenden Album „This Unruly Mess I’ve Made“ unterstreicht er diesen Anspruch eindrucksvoll. (EBH)

Barclaycard Arena
Sylvesterallee 10
16.3., 20 Uhr

Ticket: ab 52,50 Euro

(16.3.) Kino: “Roque Dalton – Erschießen wir die Nacht!”, Metropolis Kino, 19 Uhr

Zweimal wurde Roque Dalton zum Tode verurteilt. Zweimal entging er der Exekution und schenkte der Welt seine Gedichte. Filmemacherin Tina Leisch lässt den Poeten und Revolutionär aus El Salvador 40 Jahre nach seiner Ermordung mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Roque Dalton – Erschießen wir die Nacht!“ wiederauferstehen, zeichnet ein feines Porträt, in dem sie auch Weggefährten zu Wort kommen lässt. Die Regisseurin kommt zur Vorstellung. (MAS)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
16.3., , 19 Uhr

(15.3.) Reisebericht: “Uebel unterwegs”, Nochtspeicher, 20 Uhr

Reisebericht Tina Uebel stellt ihr neuestes Buch vor: Noch vor hundert Jahren hieß Reisen vor allem die langsame Veränderung der Landschaften, Sprachen, Architekturstile, Menschen. Tina Uebel lebt ebendiese Kunst des Reisens, die uns in der globalisierten Welt abhanden gekommen ist. So wurde die Hamburgerin im Herbst 2010 vom Shanghaier Schriftstellerverband nach China eingeladen. Statt mit dem Flieger anzureisen, wählte Uebel die Überlandstrecke durch die Türkei, Serbien, Bulgarien, den Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan.

Die zweimonatige Fahrt beschrieb sie in Blog-Einträgen; nun erscheint der vollständige Reisebericht als Buch. In ihren Texten bleibt sie bescheiden, selbstironisch und sich des großen Glücks bewusst, mit einem europäischen Pass quasi keine Grenzen zu kennen. Ihr plastisches, bilder- und pointenreiches Bildungsbürgerdeutsch ist mit viel Hamburger Schnack gesprenkelt; auch sprachlich ist es ein Vergnügen zu lesen, wie Tina Uebel Abenteuer erlebt, die wir uns in der Billigflieger-Epoche nicht mehr zutrauen. Im Yachtclub stellt sie ihr neues Buch vor. (NAT)

Foto: Stefan Malzkorn

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 69a (St. Pauli)
15.3., 20 Uhr

(15.3.) Lesung: Helge Timmerberg, Uebel & Gefährlich, 20 Uhr

“Mein ziemlich wildes Leben zwischen Bielefeld, Havanna und dem Himalaja” heißt das Buch nicht umsonst im Untertitel. Als ein befreundeter Journalist vom Spiegel bei Helge Timmerberg auf einen Wein vorbeischaut, erzählt dieser von dem einzigen Einrichtungsstück in seiner Wohnung, einer Kiste. “Fo­tos und Er­in­ne­run­gen an mei­ne Frau­en auf Kuba sind da drin”, habe Tim­mer­berg gesagt. Manch­mal habe er be­zahlt für die­se Frau­en, manch­mal nicht. An die tau­send Frau­en sei­en es ge­we­sen. Die Zeit seines Le­bens. Auch in seiner Autobiografie “Die rote Olivetti” erzählt Helge Timmerberg von den Jahren als Journalist für Tempo und Playboy, von Frauen, Partys und Abstürzen – und auch davon, wie er zu sich selbst fand. Helge Timmerberg liest am 15. März im Bunker an der Feldstraße.

Foto: Frank Zauritz

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
15.3., 20 Uhr

(14.3.) Konzert: Sunrise Avenue, Barclaycard Arena, 20 Uhr

Popper mit Tiefgang

Denkt man an die finnische Band Sunrise Avenue, denkt man automatisch an Samu Haber, den wuscheligen Blondschopf aus dem Castingfernsehen. Auch denkt man an Popmusik, an melodiöse, fröhliche, runde Songs, die in keinem Formatradio stören und ihren Weg in die Hitlisten schnell finden, eben weil sie so massentauglich konzipiert sind. Woran man eher nicht denkt: auch nur ansatzweise unangenehme Dinge. Haber fühlt sich deshalb nicht vollends verstanden. Er sagt: „Es geht bei uns auch immer wieder um Themen wie Angst, Trauer und Einsamkeit.“ Speziell die Einsamkeit kenne Haber nur zu gut, denn: „Die ist ja die Kehrseite der Medaille, die dunkle Seite des Auf-Tour-Seins.“ Er wisse genau, wie es sich anfühlt, nach einem umjubelten Konzert allein zu sein und das weit entfernte Zuhause zu vermissen. Also: Denkt man an Sunrise Avenue, darf man ruhig an mehr denken als nur den hübschen Frontmann, glatte Arrangements und gute Laune. Diese Gruppe deckt mehr ab, als erwartet. (EBH)

Barclaycard Arena
Sylvesterallee 10
14.3., 20 Uhr

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze. E-Mail mit Stichwort „Sunrise“ bis 12.3. an verlosung@vkfmi.de.

(14.3.) Literatur: Stuckrad-Barre liest in “Panikherz”, Markthalle, 20 Uhr

Mit einer Sprache und Attitüde, die dem schnöden deutschen Literaturbetrieb bis dahin fremd gewesen waren, beschrieb Benjamin von Stuckrad-Barre wie kein anderer das Lebensgefühl seiner Generation Ende der 90er-Jahre. Dafür wurde er gehasst, gehyped und vergöttert. Nach zehn Jahren literarischer Abstinenz erzählt Stuckrad-Barre in „Panikherz“ von privaten Höhenflügen, Abstürzen und Selbstfindung und ganz nebenbei auch die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahren. (NAT)

Markthalle
Klosterwall 11
14.3., 20 Uhr