(15.4.) Kino: VETO Film Edition #04, Metropolis, 21.15 Uhr

Es gibt in Hamburg viele gute Filmemacher abseits des Mainstreams. Nur: Kaum einer kennt sie, kaum einer guckt sie. Das wollten Filmstudentin Maya Connors und sechs Kommilitonen von der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ändern und gründeten 2014 VETO Film, eine Plattform für Filme „zwischen Kunstraum und Kino“, wie Connors sagt. Im April erscheint nun Edition #04, eine Sammlung aus neun aktuellen Arbeiten von poetisch bis experimentell. Bei der Premiere werden sechs Kurzfilme gezeigt, die Filmemacher sind vor Ort. (MAS)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
15.4., 21.15 Uhr

(15.4.) Kunst: Freitagssalon reloaded, Große Bleichen, 19 Uhr

Der Ort ist perfekt. Wo um die Jahrhundertwende bereits Kunstsalons stattfanden, gibt es jetzt den Freitagssalon reloaded. Hieß es dort einst „Nur Werke erster moderner Meister gelangen zur Ausstellung“, sind dort nun ausgesuchte Künstler der Galeristen Ralf Krüger, Iris Wehberg und Sandra Kramer zu sehen. Nach ihrem großen Erfolg in St. Pauli finden die Salons jetzt mit leicht verändertem Team nahe des Jungfernstieges statt – und das unregelmäßiger und eher nach dem Pop-up-Prinzip.

Malereien von Lukasz Chrobok sind dort zu sehen, Objekte von Patricia Huck, Isabell Kamp und Nina Maria Küchler, Fotografien von Franziska Ostermann, Collagen von Ruth May, Installationen von Stefan Vogel, Zeichnungen von Klaus Waschk und auch die großartigen Reliefs von Annette Streyl, die sich auf Porträtreihen von Hans Holbein d. J. beziehen. (SD)

freitagssalon
Große Bleichen 34
Eröffnung 15.4., 19 Uhr

(15.4.) Bewerbungsschluss: Schreiblabor für 19- bis 25-Jährige

151217_Schreiblabor_flyer_fin.inddSchreiblabor: Die Schriftstellerin Mareike Krügel vermittelt Grundlagen des literarischen Schreibens. Co-Dozent ist der großartige Michael Ebmeyer (Foto: Steffen Jänicke) – Autor, Übersetzer, Blogger und Mitglied der legendären, mittlerweile leider nicht mehr existierenden Gruppe „Fön“. Die zehn Kursabende und eine Abschlusslesung kostet keine 60 Euro. Bewerbungsschluss ist der 15.4. Aufgerufen sind alle Schreibwütigen zwischen 19 und 25 Jahren, die schon erste Erfahrungen haben, sich über Texte austauschen und literarisch weiterentwickeln möchten.

Foto: Steffen Jänicke

Literaturhaus Hamburg
Gartenzimmer, 2. Stock
Schwanenwik 38 (Uhlenhorst)
Kurse: 27.4., 4.5., 11.5., 25.5., 1.6., 8.6., 15.6., 22.6., 29.6., 6.7. (immer mittwochs)

Für die Bewerbung bitte Lebenslauf und Textprobe/n (max. 2 Seiten Prosa) bis 15.4. elektronisch oder per Post ans Literaturhaus schicken!

(14.4.) Mutiges Kino: “Much Loved”, 3001 Kino, 19 Uhr

Die attraktive Noha ist die Anführerin eines Callgirl-Trios. Zusammen mit ihren Kolleginnen geht sie in den Clubs und Bars von Marrakesch auf Kundensuche. In einer Villa geben ein paar zahlungskräftige Saudis eine Party. Eine Menge käuflicher Mädchen sind geladen. Sie kämpfen mit ausgefahrenen Ellbogen um die Gunst – oder vielmehr die Geldscheine – der Männer. Die Zudringlichkeit der umgarnten Paschas kann jederzeit aggressive Züge annehmen. Diese Situation wird der Film noch diverse Male wiederholen.

Regisseur Nabil Ayouch interviewte vor dem Dreh Hunderte marokkanische Prostituierte. Seinen Film sieht er als Aufschrei gegen ihre Arbeitsbedingungen. Nach seiner Premiere in Cannes entfachte „Much Loved“ in der Heimat einen Skandal und wurde aus den Kinos verbannt, weil er, so die offizielle Erklärung, die Ehre marokkanischer Frauen beschmutze. Noha-Darstellerin Loubna Abidar floh gar aus der Hauptstadt Casablanca, nachdem sie auf offener Straße angegriffen wurde. Vor dem Mut und der Hingabe aller an diesem Film Beteiligten kann man nur den Hut ziehen. (Calle Claus)

Kino 3001
Schanzenstraße 75
14.4., 19 Uhr

(14.4.) Geschwister-Konzert: Hundreds, Knust, 20.30 Uhr

Verspielte Sehnsucht live

Das Hamburger Geschwisterpaar Eva und Philipp Milner ist ein ernsthaft anschlussfähiges Künstlerduo, was den internationalen Musikmarkt betrifft. Elektronische Sehnsuchtsverspieltheit zwischen Everything But The Girl, Fleetwood Mac und State-Of-The-Art-Electro-Pop wird von ihnen mit unaufdringlicher Schönheit und Klasse verhandelt. Dass solch intime Stücke wie „Ten Headed Beast“ auch vor großer Kulisse funktionieren, liegt schlichtweg an der Verve, mit der Milners live agieren. Sie liefern eine Art Begleitmusik zum Erwachsenwerden, mit einer Träne der Jugend im Augenwinkel. (MF)

Knust
Neuer Kamp 30
14.4., 20.30 Uhr
Ticket: 24,10 Euro

Foto: Konrad Schmidt

(13.4.) Konzert: William Fitzsimmons, Gruenspan, 20 Uhr

William Fitzsimmons definiert rein äußerlich das Hipstertum in Perfektion: überlanger Rauschebart, Hornbrille, Holzfällerhemd, Rapper-Mütze. Im Gegensatz zu den meisten seiner modischen Artgenossen ist der Mann aus Pittsburgh, Pennsylvania jedoch weit mehr als eine gewollt coole Erscheinung. Aufgewachsen als Sohn blinder Eltern, lernte Fitzsimmons schnell die Kraft von Sprache und Musik kennen, spielte bereits als Kind mehrere Instrumente: Klavier, Posaune, Gitarre – um nur einige zu nennen. Nach der High School schien alles auf eine Karriere als Musiker hinauszulaufen – aber Fitzsimmons hatte zunächst andere Pläne.

Er wurde Psychotherapeut. Nur nebenher schrieb er Songs, spielte hier und da, ohne ernsthafte Ambitionen, den Beruf zu ändern. Erst als seine Lieder über Umwege in der Fernsehserie „Grey’s Anatomy“ landeten und Fitzsimmons quasi über Nacht berühmt wurde, entschied er sich um und tauschte Praxis gegen Bühne. Wobei, so Fitzsimmons selbst, seine ruhigen, immer sehr persönlichen Singer-Songwriter-Stücke auch eine Art Fortführung seines ursprünglichen Jobs seien: „Durch meine Musik lasse ich den Leuten, die sie hören, so etwas wie musikalische Therapie zukommen.“ (EBH)

Gruenspan
Große Freiheit 58
13.4., 20 Uhr

(13.4.) Diskussion: Richard David Precht, Kampnagel, 20 Uhr

Richard David Precht neues Buch HamburgEr gilt als Popstar unter den Philosophen. Das mag an seinen langen Haaren liegen – oder daran, dass sein Buch “Wer bin ich und wenn ja wie viele” durch die Bestsellerdecke schoss und in allen Bevölkerungsschichten gelesen wurde. Fest steht: Richard David Precht schafft es, die großen Fragen des Seins unterhaltsam und scharfsinnig zu analysieren und Antworten zu geben, die einleuchten.

In seinem neuen Buch “Erkenne die Welt” (Verlag Goldmann, 22,99 Euro) ergründet Precht die Grundlagen unseres Verhaltens und die wahre Natur des Menschen. Es ist der erste von drei Bänden, in denen er sich die Geschichte entlanghangeln wird – von der Antike bis heute. Klingt anstrengend, ist es aber nicht, denn er stellt Fragen, auf die man brennend Antworten erhalten möchte: Warum handeln wir das eine Mal selbstlos, das andere Mal egoistisch? Wie kommt es eigentlich, dass sich fast alle Menschen mehr oder weniger für die “Guten” halten und es trotzdem so viel Unrecht in der Welt gibt? Dabei zieht er große Denker unterschiedlicher Epochen heran und bringt seine Leser dazu, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen.

Richard David Precht kommt am 13. April als Gast der Buchhandlung Heymann nach Hamburg und diskutiert auf Kampnagel mit Moderator Kester Schlenz darüber, wie die Erkenntnisse der Philosophie die Gesellschaft verändern und verbessern können. SZENE HAMBURG verlost 2 x 2 Tickets. Sendet eine E-Mail mit dem Betreff “Precht” sowie eurem Vor- und Nachnamen bis zum 12.4. (15 Uhr) an online-verlosung@vkfmi.de.

Foto: Jens Komossa

Kampnagel
Jarrestraße 20 (Winterhude)
13.4., Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 16 Euro zzgl. Gebühren, Tickets in der Buchhandlung Heymann oder online via Kampnagel

(13.4.) Gypsy-Jazz trifft Reggae: Bukahara, Fabrik, 21 Uhr

Ihr Bandname klingt wie ein neues, hippes, vor allem aber scharfes Gewürz: Bukahara. Musikalisch gesehen ist diese Assoziation auch gar nicht so weit hergeholt. Die Band, deren Mitglieder teils in Berlin, teils in Köln beheimatet sind, schmeißen alles zusammen, was vor allem live zu einer chilischotenstarken Mischung wird: Gypsy-Jazz, Balkan-Sounds, Swing, Folk und Reggae. Es Gibt Gruppen, die behaupten, sie würden Genregrenzen überschreiten. Diese hier hat scheinbar nie welche gekannt. (EBH)

Fabrik
Barnerstraße 36
13.4., 21 Uhr

(12.4.) Lesung: Rasha Khayats “Weil wir längst woanders sind“, Thalia Nachtasyl, 20 Uhr

Saudi-Arabien gilt nicht gerade als Paradies für junge emanzipierte Frauen. Und doch entscheidet sich Layla, selbstbewusste Mittzwanzigerin aus Hamburg, für die Heimkehr in dieses Land, um einen Mann zu heiraten, den sie kaum kennt. Entsetzt reist ihr der Bruder Basil nach, er will Erklärungen für diese Entscheidung finden.

(…)

Rasha Khayat will mit ihrem Debütroman nicht schockieren, vielmehr wolle die Autorin „zu dem Gedanken einladen, ob Laylas Weg nicht auch eine Möglichkeit ist, mit einer Sehnsucht umzugehen.“ Khayat, die in Dortmund geboren wurde, im saudi-arabischen Jeddah und im Ruhrpott aufwuchs, kennt dieses Leben zwischen zwei Kulturen: „Es geht mir um die Entwurzelung – du gehörst zwar irgendwie in deine Umgebung, aber dir fehlt der Anker.“

(…)

Es ist dieses Fremdheitsgefühl, mit dem die Protagonisten Basil und Layla sehr unterschiedlich umgehen; dabei waren die Geschwisterkinder einer deutschen Mutter und eines arabischen Vaters einst unzertrennlich. Obwohl die Thematik des Romans sehr konfliktgeladen ist, erzählt Khayat diese Familiengeschichte zwischen West und Ost leicht und liebevoll – am Dienstag live in Hamburg.

Text: Astrid Schwaner
Foto: Anna Maria Thiemann

Thalia Nachtasyl
Alstertor 1
12.4., 20 Uhr

Szene April PublikationenDie ungekürzte Besprechung des Buches von Rasha Khayat findet ihr in der April-Ausgabe der SZENE HAMBURG

(12.4.) Theater: “Die Wand”, Hamburger Kammerspiele, 20 Uhr

Das Wiener Burgtheater ist zu Gast in den Hamburger Kammerspielen. Im Gepäck das Solostück „Die Wand“. Eines Morgens wacht eine Frau (Dorothee Hartinger) mitten in den Bergen in einer Hütte auf, eingeschlossen von einer unsichtbaren Wand hinter der kein Leben mehr existiert. Ein Leben ohne andere Menschen – eine Bedrohung und zugleich eine Sehnsucht? Der Roman von Marlen Haushofer ist in seiner Deutung vielschichtig: Ein Symbol für Barrieren, die uns von den Mitmenschen trennen? Für Ausgrenzung und Depression? Sozialisationskrankheiten, die eines gemein haben: Einsamkeit. (HB)

Hamburger Kammerspiele
Hartungstraße 9-11
12.4., 20 Uhr

Foto: Reinhard Werner

Trailer zum gleichnamigen Fernsehfilm