Âme Nue: Matcha-Goji-Blütenbilder von Roman Moriceau

Das Projekt Âme Nue verjüngt die hiesige Kunstszene: mit coolem Elan, neuen Ideen und den Matcha-Goji-Blütenbildern von Roman Moriceau.

Text: Katrin Schulze
Foto: Gregory Copitet 

Die beiden Relief-Figuren an der Fassade des Aztekenkontor scheinen segensreich zu wirken. Trifft man Liberty Adrien, 31, und Bettina Freimann, 36, die in dem Gründerzeithaus zusammen mit Niels Bacher den Kunstraum Âme Nue betreiben, wird man fast hinweg gestrudelt vom Elan und der Begeisterung der beiden. Ein Enthusiasmus, der sehr genau weiß, was er will oder nicht will, und gerade deshalb programmatisch offen sein kann, um immer wieder Anregungen aufzunehmen.

 

Ein warmherziger Ort, der jedes auch zögerliche Interesse willkommen heißt.

 

Im letzten Jahr etwa war das die Begegnung mit dem Hamburger Start-up Rundblick 3D, das 2019 die großen Schauen des multidisziplinären Kunstraums dreidimensional aufnimmt. So sind die Ausstellungen im Netz künftig auch für alle zu durchwandern, die es nicht in die Räume an der Herrengraben-Fleet-Brücke schaffen. Denn die internationale Ausrichtung von Âme Nue soll sich einerseits in der Herkunft der Künstler zeigen: Während etwa im letzten September die überwältigenden Farb- und Formenextravaganzen „Electromagnetic Brainology“ der Chinesin Lu Yang gezeigt wurden, stellt in diesem Jahr die so junge wie kraftvolle indische Künstlerin Sarah Naqvi aus. Andererseits soll Âme Nue weit über Hamburg hinaus auch in der Ferne wahrnehmbar sein.

Zwischen Subkultur und etablierter Galerie: Âme Nue in der Hamburger Neustadt

Als Liberty Adrien vor sechs Jahren nach einem Designstudium in Paris nach Hamburg kam, um hier im Bereich Architektur zu arbeiten, fiel ihr auf, wie viele Menschen in ihrem Umfeld den Kontakt zur zeitgenössischen Kunst verloren hatten. Sie beschloss einen zwischen Subkultur und etablierten Galerien angesiedelten, neuartigen Raum zu entwickeln. Er sollte junge, ernsthafte Kunst als wichtigen Beitrag zum gesellschaftlicher Ideen-Austausch zeigen und zugleich ein warmherziger Ort sein, der jedes auch zögerliche Interesse willkommen heißt.

Für 2019 sind acht große Ausstellungen geplant, dazwischen aber auch kurze Präsentationen: kleine Schauen hier lebender Künstler und auch mal ein kleiner Markt für Kunstbücher und Editionen. Damit die aufwendigen großen Ausstellungen finanziert und für die Künstler auch durch Produktionsbudgets großzügige Bedingungen geschaffen werden können, werden die makellosen Räume mit Fleetblick zwischenzeitlich für Präsentationen, Dinner-Events oder als Showroom vermietet.

Die erste Ausstellung in diesem Jahr zeigt ab 22. Februar die hypnotisierend schönen Blumen-Siebdrucke des Pariser Künstlers Roman Moriceau. Der versteckte Stachel seiner „Blüten-Blätter“: Die Farben stammen aus pudrigen Partikeln des Matcha-Tee, der Goji-Beere oder der Chlorella-Alge. Ein Paradox: Während die Superfoods ihren Adepten Jugend und Schönheit versprechen, altern und verblassen ihre Partikel auf dem Papier besonders schnell.

 

„Unsere Generation hat keine Wahl: Wir müssen aktiv werden.“

 

Auch Moriceaus andere Arbeiten thematisieren das Verhältnis von Mensch und Natur. Am Eröffnungsabend wird Fritz Habekuß, Redakteur des Wissensressort bei der Zeit, dieses Thema aufgreifen. Damit startet Âme Nue die Gesprächsserie „Entering the Anthropocene“. Sie widmet sich den Herausforderungen des neuen Erdzeitalters, in dem menschliches Handeln zu einem maßgeblichen Einflussfaktor geworden ist. Denn, so steckt Liberty Adrien den gesellschaftlich und ökologisch durchaus kämpferischen Rahmen des Kunstraums ab: „Unsere Generation hat keine Wahl: Wir müssen aktiv werden.“

 Âme Nue: Roman Moriceau: Our exquisite replica of „eternity“, 22. Februar – 16. März 2019 (Eröffnung 21. Februar 2019, 19 Uhr).


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Auf einen Song mit … Sepalot

Der einstige Blumentopf-DJ Sepalot führt mit dem Sepalot Quartet Beats und Jazz zusammen und gibt Empfehlungen aus beiden musikalischen Lagern.

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Nico Reger

SZENE HAMBURG: Sepalot, wir brauchen Beats und Bässe! Welche drei Tracks hauen uns von jetzt auf gleich vom Hocker?

Son Lux: „Easy“. Ich liebe den arty und verspulten Ansatz von Son Lux. Ist einfach eine super interessante Band. Von „Easy“ gibt es auch eine gute Orchesterversion, zusammen mit Woodkid.

Uffe: „My Love Was Real“. Das ganze Album „Radio Days“ ist sehr fein. Ich mag die Mischung aus BoomBap-Sample-Ästhetik und UK Dance Music.

World’s Fair: „Elvis’ Flowers (On My Grave)“. Das ist der Rap-Song, der mich 2018 am meisten umgehauen hat. So schön durchgeknallt. Wie ein Update von „ The Pharcyde“.

 

„HipHop hat sich schon immer viel beim Jazz ausgeborgt.“

 

Okay, und jetzt wieder runterkommen – am liebsten mit Jazz! Hast du hierfür auch drei Stücke parat?

Web Web: „Land Of Arum Flower“. Web Web ist das Jazz-Projekt meines geschätzten Kollegen Roberto Di Gioia aus München. Roberto ist ein begnadeter Pianist. Diese Platte im Stil des Spiritual Jazz der 70er Jahre ist einfach fantastisch.

Fazer: „White Sedan“. Das Münchner Quintett um Martin Brugger (a. k. a. Occupanther) ist New Generation Jazz. Die Jungs sind sowohl mit Clubmusik als auch mit dem Jazz bestens vertraut.

Matthias Lindermayr: „Massave“. Schon wieder ein Münchner! Ja, es tut sich gerade was in der Stadt. Matthias hat nicht nur den schönsten Trompetensound, er ist auch ein Teil des Sepalot Quartets und hat 2018 sein zweites Soloalbum „New Born“ über Enja Records veröffentlicht.

Du mixt nun auf der Bühne die Vom-Hocker-Hauer-Beats mit Jazz. Warum gehören diese musikalischen Puzzleteile zusammen?

Ich war viele Jahre im HipHop zu Hause. Ein Genre, dass sich schon immer viel beim Jazz ausgeborgt hat. Und jetzt, da ich nach meiner Zeit bei Blumentopf ohne Rapper auf der Bühne stehe, ist wieder Platz in meiner Musik. Der Jazz schließt die Lücke, und es fühlt sich ganz natürlich an.

Sepalot: 15.2.19, Birdland, 20 Uhr

 

Hört hier „Rainbows“ von Sepalot


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Kurz vorgestellt: Nachwuchs-Regisseur Mate Ugrin

Drei Fragen an den Nachwuchsfilmemacher Mate Ugrin, der mit dem „First Steps Award“ 2018 ausgezeichnet wurde.

Interview: Maike Schade

Wieder hat ein Studierender der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) den wichtigsten deutschen und mit 10.000 Euro dotierten Nachwuchspreis für Filmemacher gewonnen: Mate Ugrin. Der in Kroatien geborene 32-Jährige überzeugte die Jury des „First Steps Awards“ mit seinem Kurzfilm „In der Zwischenzeit / Meanwhile“, besonders lobten sie die „klare Bildsprache und Erzählökonomie“. Es war die zweite Auszeichnung für Ugrin in 2018: Beim Filmfest Dresden erhielt er den „Goldenen Reiter“ der Jugendjury.

SZENE HAMBURG: Was machst du mit den 10.000 Euro?

Mate Ugrin: Diese zusätzliche finanzielle Sicherheit hilft mir, dass ich mich auf verschiedene laufende Projekte konzentrieren kann. Außerdem liebäugele ich mit einer Reise nach Asien …

Wie sieht dein nächstes Projekt aus?

Ich arbeitete gerade an zwei Projekten: „ The Dormitory“, eine Kurzdoku, die die Freizeit eines Hafenarbeiters in einer kroatischen Küstenstadt porträtiert. Und dann „Brank“, ein fiktionaler Kurzfilm über eine junge Krankenschwester aus Zentralkroatien, die auf eine Adria-Insel gezogen ist, um sich um eine wohlhabende ältere Dame zu kümmern. Beide Filme beschäftigen sich also mit dem Zustand der Trennung und Isolation, die der aktuelle Arbeitsmarkt oft mit sich bringt.

Was ist dein Lieblingsfilm?

Das ist definitiv ein Film von Robert Bresson, „Au Hasard Balthazar“.

Seht hier den Kurzfilm „MJESTA U BLIZINI“ von Mate Ugrin


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Dendemann – Deutsch-Rap braucht den Schmutz

Nach dem „Neo Magazin Royale“ ist vor dem Solo-Comeback: Dendemann hat mit „da nich für!“ ein neues Album veröffentlicht und erklärt im Interview, wie sich seine Arbeitswelt seit dem TV-Engagement verändert hat.

Interview: Erik Brandt-Höge
Beitragsfoto: Nils Müller

SZENE HAMBURG: Dendemann, gleich im ersten Track deines neuen Albums, „Ich Dende also bin ich“, hälst du über dich fest: „Er stinkt nach Mythos.“ Wie ist dein Verhältnis zur eigenen Vergangenheit?

Dendemann: Was meine Zeit im Rap angeht, bin ich damit auf jeden Fall mehr im Reinen, als ich es eigentlich sein dürfte (lacht).

Wie meinst du das?

Ich empfinde auch für meine schwachen Momente so gut wie keine Scham. Mich stört fast nichts. Im Laufe meiner Karriere habe ich allerdings auch sehr darauf geachtet, dass ich das im Nachhinein sagen kann.

 

„Ich empfinde auch für meine schwachen Momente so gut wie keine Scham

 

Und das Genre Deutschrap an sich: Siehst du die Veränderungen, die es in den vergangenen 20 Jahren gab, ähnlich entspannt?

Wenn ich die heutige Gesamtsituation beschreiben sollte, würde ich sagen: Es gibt sowohl Sodom und Gomorrha als auch Milch und Honig. Was aber auch gut so ist. Früher war ich überzeugt, dass es am besten wäre, wenn es im Deutschrap nur Gutes geben würde. Das war aber eine ganz schwache Denke von mir.

Inwiefern?

Die Vielfalt bringt zwar auch alles Hässliche ans Tageslicht, aber dieses Genre braucht den Schmutz, damit Perlen daraus hervorgehen können.

Beide Extreme sind heute schnell verbreitet. Während du noch aus der Demo-Tapes-aus-dem-Kofferraum-verkaufen- Generation stammst, laden Kids heute fertig produzierte Tracks hoch und gelangen per Mausklick in jedes Jugendzimmer. Eine gute Entwicklung?

Letztendlich ist das doch sehr HipHop, weil es völlig frei ist und sich die Künstler niemandem gegenüber anbiedern müssen.

Hast du deine Arbeitsweise auch verändert?

Ja, und das ist vor allem durch mein Engagement beim Fernsehen passiert. Bis ich beim „Neo Magazin“ war, dachte ich, ich müsste nie etwas anders machen, müsste mich nicht von Projekt zu Projekt neu erfinden. Um den Slot in der Show aber zu erfüllen und dabei auch meinen Ansprüchen gerecht zu werden, musste ich umdenken.

 

„Ich habe schnell gelernt, dass jedes Thema ein Songthema ist“

 

Erzähl mal!

Ich sollte ja jede Woche ein kleines Lied abliefern, und das sollte auch noch immer zu einem bestimmten Thema passen. Ich habe also schnell gelernt, dass jedes Thema ein Songthema ist, aber auch, dass wenn das Thema brisant ist, also z. B. politisch aufgeladen, es gefühlt gleich doppelt so viel Arbeit macht.

Wie hast du dich also auf eine Sendung vorbereitet?

Immer dienstagsnachmittags kam eine Mail aus der Redaktion mit den neuen Themen. Dazu habe ich mir dann ein brauchbares fremdes Stück Musik aus den Neuheiten gepickt und bis zum Abend an die Band geschickt. Und mittwochs, auf dem Flug nach Köln, habe ich angefangen, den Songtext zu schreiben.

Klingt nach Stress. Wie gut kannst du unter Druck arbeiten?

Ich bin relativ druckresistent bei Sachen, die viele andere Leute unter Druck setzen – nicht aber bei der Bringschuld, die ich in der Show und gegenüber dem Gebührenzahler hatte. Anfänglich habe ich mich bei der Arbeit echt ein bisschen gequält.

 

„Ich hab mich bisher definitiv nicht kaputt gemacht “

 

Was hat es besser gemacht?

Ich habe einen Sinn und irgendwie auch eine Notwendigkeit in dem gesehen, was wir da auf die Beine gestellt haben. Und ich hatte den Rückhalt einer Satireshow mit dem Auftrag, den Zeigefinger voll auszufahren und dabei auch noch zynisch zu lachen. Das hat mir Sicherheit für bestimmte Themen gegeben, genau wie die Gewissheit, dass wir immer wieder etwas bewirken können.

Apropos Arbeit: Auf dem Album sticht jetzt ein weiterer Song heraus, nämlich „Menschine“. Darin geht es um ein Nur-noch-Arbeiten und ein Sich-selbst- Ausbeuten. Geschrieben aus eigener Erfahrung?

Nee, dieses Gefühl von zu viel Arbeit habe ich eigentlich schon immer und konstant verhindert, schon bevor ich etwas mit Rap gemacht habe. Ich habe mich bisher definitiv nicht kaputt gemacht und immer pausiert, wenn ich fand, dass es richtig war.

Liegt dir das saisonale Arbeiten, wie es in der Musikindustrie gepflegt wird, also besonders gut?

Genau. Die Seasons sind hier immer gleich: Promo-Rutsche, Veröffentlichung, Tour, Festivals. Wie diese Zahnräder ineinandergreifen, kann man sich gar nicht schöner ausdenken. Sie können eigentlich nur vom Burn-out angehalten werden. Deshalb ist es auch immer noch eine perfekt funktionierende Industrie. Ich kann nicht meckern (lacht).

26.+27.2.19, Mehr! Theater, 20 Uhr – SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze für den 27.2. E-Mail mit Betreff „Dende“ bis 15.2. an verlosung@vkfmi.de


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Auf einen Song mit … Jan Böhmermann

Denn Jan Böhmermann kennt einen gemeinen Ohrwurm und ein Lied zum Zufrieden-dazu-Schmunzeln.

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Heavy German Shit GmbH & Co KG

SZENE HAMBURG: Jan, wir brauchen deutschsprachige Musik mit Wumms, textlich wie musikalisch, und wenn es geht, wollen wir beim Hören auch mal grinsen oder sogar lachen. Was sind deine drei Empfehlungen?

Jan Böhmermann: Empfehlung 1: „Nummer unterdrückt“ von 187 Straßenbande-Boss Bonez MC. Ist mir überraschend bei Spotify über den Weg gelaufen. Musikalisch so Zwei minus, aber humoristisch ist der Text dafür ganz weit vorne.

Empfehlung 2: „Murmel“ von Blumfeld-Boss Jochen Distelmeyer. Wunderbare Zufriedenheitslyrik für Väter auf Spielplätzen. Der Song hat absolut keinen Wumms, aber ich muss immer schmunzeln eigentlich. Eher so ein zufriedenes Schmunzeln.

Empfehlung 3: „Meine (Ex-)Plodierte Freundin“ von Die Ärzte. Blutig, gemein und auch noch ein Ohrwurm. Als ich das Lied als Teenager zum ersten Mal gehört habe, habe ich mir gar nicht vorstellen können, dass man so ein Lied machen darf. Darf man aber, weiß ich inzwischen.

Auf welchen von deinen eigenen, wummsigen Texten bist du besonders stolz?

Uff. Darüber habe ich mir noch nie so richtig Gedanken gemacht. „Stolz“ ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber bei einigen „Pol1z1stens0hn“- Tracks freue ich mich auch im Nachhinein noch über gelungene Textzeilen. Das dritte „Pol1z1stens0hn“-Stück „Recht kommt“ ist textlich zum Beispiel ein kleines Suchspiel für Juristen. Da steckt schon viel drin.

 

Hört hier „Recht kommt“ von Pol1z1stens0hn Jan Böhmermann

 

Kann man textlichen Wumms eigentlich lernen? Oder anders gefragt: Ist die deutschsprachige Radiopopdudelei-Szene noch zu retten? Kannst du sie vielleicht retten?

Nein, ich bin zum Glück nur ein Spaßvogel und muss gar nix retten. Im Gegenteil, für mich ist es umso besser, je beschissener die Texte und Songs sind. Das ist ja alles Material dann zum Drüberlustig-machen. Hihi.

Jan Böhmermann und das Rundfunk Tanzorchester Ehrenfeld: 28.1.19, Sporthalle, 20 Uhr


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Jobs – Assistenz für Print-Magazin gesucht!

Für die kommenden SZENE HAMBURG Sondereditionen Summer Guide (März–Juni 2019), Living Guide (März–Juni 2019), Event Guide (Mai–September 2019) und Shopping Guide (September–Dezember 2019) suchen wir eine oder mehrere Projektassistenz(en) auf Basis einer freien Mitarbeit.

 

Erfahrungen in der redaktionellen/journalistischen Arbeit sowie im Bereich Projektmanagement werden vorausgesetzt. InDesign-Kenntnisse wünschenswert. Stressresistenz dringend zu empfehlen. Kreativität auch, genauso wie Schreibtalent und Lösungsorientiertheit. Geschlecht egal.

Bewerbungen an:

Jenny V. Wirschky
Redaktionsleitung Sondereditionen
jenny.wirschky@vkfmi.de

Für mehr Jobs in unserem Verlag hier entlang: www.szene-hamburg.com/jobs

Club Award – die besten Bühnen der Stadt

Das Hamburger Clubkombinat zeichnet die besten Musikbühnen der Stadt aus. Auch in diesem Jahr kann das Publikum für seinen Lieblingsladen abstimmen.

Text: Ole Masch

Neues Jahr, neue Runde. Am 24. Januar verleiht das Clubkombinat den Hamburger Club Award. Zum neunten Mal werden die begehrten Trophäen an (dann) ausgezeichnete Musikbühnenbetreiber und Veranstalter vergeben. Bereits Ende November startete die Bewerbungsphase für Kategorien wie Musikclub des Jahres, stärkste Newcomerförderung oder das beste Konzert. Eine Jury bestehend aus über 200 Personen der Hamburger Musik- und Medienwirtschaft, unter anderem von SZENE HAMBURG, wählt die Preisträger per Punktevergabe.

 

Green Clubs und die „zerbrochene Gitarre“

 

Erstmals in diesem Jahr, wird der Preis für den Green Club des Jahres vergeben. „Die Einführung dieser Kategorie ist der Versuch, das Engagement der Clubszene für eine zukunftsfähige Entwicklung sichtbar( er) zu machen“, erklärt Clubkombinat-Geschäftsführer Thore Debor. „Es gewinnt derjenige, der die Fachjury in den sechs Handlungsfeldern Licht, Technik und Energie, Gastronomie & Catering, Reinigung & Hygiene, Produktion & Büro, Mobilität und besonderes Engagement zur Integration von Umweltthemen, überzeugt.“

Der Vorstand des Clubkombinats verleiht zudem einen Ehrenpreis an eine Person oder Institution, die sich besonders für die Hamburger Clubkultur und ihr Fortbestehen eingesetzt hat und den Negativpreis „Zerbrochenen Gitarre“, der auf Missstände in der Clublandschaft aufmerksam macht.

Und natürlich darf in diesem Jahr auch das Publikum selbst abstimmen und den beliebtesten Musikclub des Jahres küren. Auf den Seiten des Clubkombinats sind Hamburgs Clubgänger ab sofort aufgefordert, für ihren Lieblingsladen abzustimmen. Das Voting läuft bis 20. Januar. Vier Tage später folgt die große Preisverleihung mit einer Gala im Docks.


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Hört der Welt zu! – die Lessingtage am Thalia Theater

Lessingtage: Zum zehnten Mal findet am Thalia Theater das internationale Festival für eine offene Gesellschaft statt und vereint die unterschiedlichsten Stimmen. Wie das auf der Bühne aussieht, erzählt die Chefdramaturgin Julia Lochte.

Interview: Hedda Bültmann
Foto: George Udeze

Julia Lochte setzt sich für den Toleranzgedanken ein

SZENE HAMBURG: Julia Lochte, das diesjährige Motto der Lessingtage ist „Hear Wor(l)d!“. Was bedeutet das?

Der Titel ist aus dem Namen eines zentralen Gastspiels entwickelt, „Hear Word! Naija Woman Talk True“, in dem Schauspielerinnen aus Nigeria erzählen, was die Frauen in ihrer Heimat bewegt. Wir haben daraus „Hört der Welt zu!“ gemacht. Wir wollen die Vielstimmigkeit zulassen, auch Stimmen, die sonst nicht gehört werden. Das ganze Festival ist ein Plädoyer für die offene Gesellschaft, entgegen der Ausgrenzungsmechanismen, die leider überall entstehen. Das Theater entwickelt eine große Kraft, wenn es so viele Stimmen aus den verschiedensten Ländern versammelt.

Die Stücke erheben eine Stimme, um auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen?

Ja, oder sie sind in sich selbst schon vielstimmig. Das russische Gastspiel „Who is Happy in Russia“ ist eine der großen Inszenierungen von Kirill Serebrennikov, der im Moment mundtot gemacht werden soll. Er befindet sich gerade in einem Prozess und steht schon lange unter Hausarrest. Trotzdem arbeitet er unter schwierigsten Bedingungen, kommuniziert nur über seine Anwälte. Aber sein Gogol Center in Moskau spielt weiterhin. Deshalb ist es so wichtig, dass das Stück auch außerhalb von Russland gezeigt wird.

Ebenso haben wir zwei Exil-Ensembles eingeladen. Collective Ma’louba mit syrischen Geflüchteten, die hier in Deutschland leben, reden über ihre Exil-Situation, und das Exil-Ensemble vom Maxim Gorki Theater Berlin zeigt die „Hamletmaschine“ von Heiner Müller.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die postkoloniale Emanzipation …

Der Postkolonialismus ist ja generell ein Thema. Wir zeigen zwei Stücke aus Afrika. Es ist uns wichtig, die Menschen, die es direkt betrifft, über sich und ihre Emanzipationsgeschichte sprechen zu lassen und ihnen Gehör zu verschaffen.

 

Seht hier den Trailer zu den Lessingtagen am Thalia Theater

 

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Noch 3 Tage! #vorfreude #lessingtage #lt19 #Thaliatheater #thaliagauß #uaidw #thaliainternational #moinhamburg #theaterinhamburg

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Worauf habt ihr bei der Auswahl der Produktionen geachtet?

Joachim Lux, Emilia Heinrich und ich kuratieren gemeinsam das Festival. Mindestens einer von uns hat die Produktion gesehen, die in Frage kommt und dann besprechen wir uns. So entsteht ein Programm, das natürlich immer in Gedenken an Lessing mit einer offenen Gesellschaft und dem Toleranzgedanken zu tun hat.

Was muss ein Stück mitbringen, damit ihr euch dafür entscheidet?

Sie dürfen sehr unterschiedlich sein. In der Gaußstraße zeigen wir zum Beispiel eine Tanztheater-Truppe aus dem Libanon, die das Stück „#minaret“ über die Zerstörung von Aleppo auf die Bühne bringt. Es zeigt, mit welchen anderen Mitteln als denen des Sprechtheaters künstlerische Formulierungen entstehen können. Beirut stellen wir, neben Hamburg und New York, auch auf der Langen Nacht der Weltreligionen vor.

Der Abend dreht sich um das Zusammenleben der verschiedenen Religionen in der Stadt. Dazu wird die deutsch-amerikanische Autorin Deborah Feldman kommen, die in ihrem Buch „Unorthodox“ erzählt, wie sie in der ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft der Satmarer im New Yorker Stadtteil Williamsburg aufgewachsen ist.

Lessingtage „Hört der Welt zu!“: Thalia Theater,  18.1.–2.2.19


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