SEAT Cruise Inn: Gentleman spielt Autokonzert

Gentleman ist nur einer von vielen Top-Künstlern, die auf dem Gelände des Cruise Centers Steinwerder Konzerte spielen – vor Menschen in Autos. Wie sich das anfühlt und welche Vorteile die Autokino-Shows bieten, erzählt Gentleman im Interview

Interview: Erik Brandt-Höge

 

Eine 154 Quadratmeter große Bühne, eine 220 Quadratmeter große LED-Leinwand und mehr als 600 Autos: Das ist das SEAT Cruise Inn in Zahlenform. Errichtet wurde dieser neue Hotspot für Film- und Konzertliebhaber auf dem Gelände des Cruise Centers Steinwerder. Und klar, Filmvorführungen in Autokinos waren, sind und bleiben Garanten für besondere Besuchererlebnisse – vor allem, wenn wie in Steinwerder im Hintergrund die Sonne zwischen den Hafenkränen untergeht. Aber Konzerte im Autokino? Geht das? Das geht – sagt zum Beispiel Gentleman, der kürzlich seinen ersten Live-Auftritt in einem Autokino hatte. Neben unter anderem Joris (8.7., 21 Uhr) und Alligatoah (11.7., 21 Uhr) tritt der Reggae-Star auch beim SEAT Cruise Inn auf (7.7., 21 Uhr).

 

SZENE HAMBURG: Gentleman, hast du aktuell ein Auto?

Gentleman: Habe ich, eine schöne A-Klasse.

Bist du damit mehr so der Racer oder der Cruiser?

Sagen wir es mal so: Ich bin der Zügige.

Auch in deiner regelmäßigen Wahlheimat Jamaika? Fährst du dort selbst?

Ich bin dort schon selbst gefahren, versuche es aber immer zu vermeiden – wegen des Linksverkehrs. Ich habe auf Jamaika mal ein Schild gesehen, auf dem Stand: „I survived the road to Negril.“ (lacht) Es ist einfach ein anderer Schnack, dort Auto zu fahren. Ich mache es wirklich nur, wenn ich muss, und dann auch lieber auf dem Land als in der Stadt. Der Verkehr in Paris ist ein Witz gegen den in jamaikanischen Städten.

Bist du auch schon mal als Gast in einem Autokino gewesen?

Noch nie! Obwohl es in Köln-Porz ein Autokino gibt, an dem ich schon oft vorbeigefahren bin. Bestimmt schon seit 15 Jahren sage ich: „Hey, nächste Woche gehe ich mal ins Autokino!“ Aber geschafft habe ich es bisher noch nicht. Dafür hatte ich gerade mein erstes Autokino-Konzert …

… in Hannover, darüber müssen wir auch gleich sprechen. Aber kurz vorweg: Hattest du vor Corona jemals die Idee, ein Autokino-Konzert zu geben?

Nee nee, so ein Konzert hatte ich nie im Kopf, die Idee dazu kam tatsächlich erst durch Corona. Ich sehe eine Autokino-Show auch nicht als Alternative zu einem normalen Live-Konzert, eher als Überbrückung.

Wie standest du der Autokino-Idee denn anfänglich gegenüber?

Ich war erst mal sehr skeptisch. Ich habe mich gefragt, wie man in einem Autokino eine Connection mit Leuten aufbauen kann, die hinter einer Scheibe sitzen. Ich wollte ja nichts Halbgares, sondern eine Beziehung aufbauen können. Außerdem konnte ich mir vorstellen, dass sich so eine Autokino-Show auch ziemlich lang anfühlen kann (lacht).

 

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Platz für mehr als 600 Autos: SEAT Cruise Inn (Foto: SEAT Cruise Inn)

 

Hast du die Skepsis noch vor deinem ersten Autokino-Konzert loswerden können?

Ich habe mit Künstlern gesprochen, die so was schon gemacht hatten, zum Beispiel Peter Brings. Der meinte zu mir: „Ich hätte nicht gedacht, dass mich Autos mal zum Weinen bringen könnten!“ Er hat sehr geschwärmt. Und dann hat sich irgendwann bei mir der Gedanke eingeschlichen, dass ein Konzert im Autokino gerade auch besser ist als nichts.

Es ist eine Live-Show und für mich und meine Band die Möglichkeit, mal wieder auf einer Bühne zu stehen und vor Leuten zu spielen. Es ist zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wir wissen ja nicht, wann das normale Spielen weitergehen wird. Ich wollte es irgendwann also einfach mal ausprobieren.

Und wie war’s? 

Sehr skurril (lacht). Aber so skurril, dass es auch schon wieder gut war. Eine richtige Beziehung zu den Menschen konnte ich am Anfang nicht aufbauen, auch wenn die Lichthupen gingen und viele Hände aus den Autos kamen. Ab der Mitte des Konzerts bin ich dann zwischen den Autos herumgegangen – und dann ist es auch passiert. Dann kamen Emotionen auf. Ich saß auf Motorhauben und bin auf Stoßstangen herumgehüpft – das war schon abgefahren! Da habe ich zudem gemerkt, wie sehr ich das direkte Feedback eines Publikums vermisst habe.

War der Gang in die Automasse geplant? Oder musstest du irgendwann zu den Leuten, um für dich mehr Konzertgefühle aufkommen zu lassen?

Vor Konzerten frage ich immer die Stage-Hands, wo der Bühnenabgang ist – falls es mich mal juckt. Und es juckt mich oft. Geplant ist davon nichts, auch im Autokino nicht. Allerdings gehe ich bei normalen Konzerten meistens erst beim letzten Song oder nach der Zugabe ins Publikum.

Im Autokino war das schon sehr früh, und ich habe dann tatsächlich auch den Rest des Konzerts auf dem Parkplatz anstatt auf der Bühne verbracht.

Wie hast du eigentlich die Momente hinter der Bühne erlebt, in denen an sich ja immer Spannung aufkommt?

Hinter der Bühne war es eine ganz eigene Spannung. Es war total ruhig, fast gespenstisch. Man hätte eine Nadel fallen hören können. Vor dem Konzert stand ich mit der Band da, und wir dachten: „Hoffentlich kriegen wir das Ding hier geschaukelt!“ (lacht)

Umso schöner war dann natürlich der Moment, als wir es auch geschaukelt haben. Es gibt ja Konzerte, da hat man vorher das Gefühl, gleich alles abzufackeln, und dann geht aber gar nichts. Umgekehrt, also wenn man ein hartes Stück arbeitet, erwartet und dann alles klappt, fühlt sich das auch besonders gut an. Letzteres war im Autokino der Fall. Die Autoscheiben konnten uns nicht aufhalten.

Und was war das Schönste am Autokino-Konzert?

Am schönsten war es, nicht zu wissen, was passieren wird. Das mag ich allgemein sehr. Außerdem war es vom Sound her eines der besten Konzerte, die wir je gespielt haben. Und der Sound, den wir auf der Bühne hatten, den hatten die Leute ja auch im Auto. Für beide Seiten war es klanglich fast wie im Studio, absolut perfekt. Da macht mir das Singen auch besonders viel Spaß.

cruise-inn.de


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4 Minuten Theater: „Wir sind noch da!“

Hamburgs Privattheater sind vielfältig. Das zeigt das digitale Format „4 Minuten Theater“, das den Zuschauer jede Woche mit in ein anderes Theater nimmt

Text & Fotos: Ulrich Thiele

 

Die Bühnenszene ist abgedreht, jetzt kommt der nächste Teil des Programms. „Willkommen an der längsten Tafel Hamburgs“, ruft Thomas Gisiger in die Kamera und zieht den massiven schwarzen Vorhang auf, der die Bühne vom Speisesaal trennt. Licht flutet den Bühnenraum, doch auf halbem Wege stockt der Vorhang. Also Vorhang wieder zu und noch mal von vorn. Es ist nicht der erste Patzer an diesem Drehtag, einmal wollte Gisiger eine Flasche öffnen, aber die Flasche wollte nicht. „Das ist der Corona-Rost“, sagt Kameramann Martin D’Costa und lacht. Die lustigsten Patzer sollen mit ins Video aufgenommen werden.

Thomas Gisiger ist Gastgeber und Schauspieler im Theater Die 2te Heimat im Quartier Phoenixhof in Ottensen, Martin D’Costa betreibt die Produktionsfirma Dschungelfilm. Gemeinsam drehen sie heute einen Film, der den Zuschauern die Atmosphäre und den Stil der 2ten Heimat vermitteln soll.

 

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Wenn es am Ende so aussehen soll, als würde der fiktive Gast „Riz Casimir“ essen …(Foto: Ulrich Thiele)

 

Das Salon-Theater kombiniert Kultur, Kulinarisches und Kommunikation: Nach einer – meist tragikomischen – Vorführung wird den Gästen an der 24 Meter langen Holztafel ein Essen serviert, bei dem sie sich über das Stück austauschen können. Wie vermittelt man das am besten? Mit einem gesamten Theaterabend aus der Perspektive eines Besuchers in maximal vier Minuten zusammengefasst. Einen genauen Plan gibt es nicht, die Szenen sind improvisiert. Nur die Grundstimmung steht fest: Gisiger begleitet den fiktiven Gast überschäumend vor Freude, endlich wieder einen Besucher empfangen zu dürfen. Der gebürtige Schweizer redet in hellster Aufregung, lacht, gestikuliert mit den Händen, winkt der Kamera zu, ihm zu folgen, rennt und rennt und rennt von Programmpunkt zu Programmpunkt.

 

Experimentierfreude

 

Der Dreh ist Teil des neuen digitalen Formats „4 Minuten Theater“ (4MT), das die Behörde für Kultur und Medien und Hamburgs Privattheater ins Leben gerufen haben. Und das bietet mehr als „nur“ den Stream einer Aufführung oder Szene: In kurzen, experimentierfreudigen Videos präsentieren Hamburgs Privattheater in kreativer Verdichtung ihre künstlerischen und kreativen Ansätze.

Unterstützt werden sie dabei von den Hamburger Produktionsfirmen Hirn und Wanst, Stu- dio17 und Dschungelfilm. Mit dabei sind unter anderem Geschichten aus dem Lichthof Theater, das sich an filmische Virtual-Reality-Experimente wagt, dem Ernst-Deutsch-Theater, dem St. Pauli Theater und dem Klabauter Theater. Das Projekt ist ein Lichtblick für Regisseure und Schauspieler, die in Zeiten der Pandemie nicht nur unter finanziellem Druck stehen, sondern auch kreativen Durst haben, die ihr Publikum vermissen, die Aura eines gemeinsamen Abends. Und natürlich für alle Kulturliebhaber, die es vermissen, ausgehen zu können. „Die Privattheater haben gemeinsam mit Produktionsfirmen aus Hamburg einen Weg gefunden, der Pandemie mit einer gehörigen Portion Charme und Optimismus zu begegnen und weiter sichtbar zu bleiben. Damit senden sie ein wichtiges Signal: Wir sind noch da, wir machen weiter, wir freuen uns auf euch!“, kündigte Kultursenator Carsten Brosda das Format an.

 

Opernstück in vier Minuten

 

Seit dem 4. Juni erscheint jede Woche ein Beitrag, den Anfang macht der Engelsaal, Hamburgs ältestes Privattheater. Der künstlerische Leiter Philip Lüsebrink zeigt in dem Video mit einem selbstironischen Augenzwinkern, wie Musiktheater in Zeiten des Lockdowns dem Publikum filmisch nach Hause gebracht werden kann. Und zwar mit einer One-Man-Kurzperformance (gewitzte Schnitttechnik macht’s möglich) der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Prinz Sou-Chong (Philip Lüsebrink) erkennt darin, dass die kulturellen Unterschiede zwischen ihm und seiner geliebten Lisa (Philip Lüsebrink) viel zu groß sind. Trotz ihrer Liebe finden sie nicht zueinander. Dazu gibt’s einen Blick hinter die Kulissen zum musikalischen Begleiter am Klavier (Philip Lüsebrink) und zum leicht versnobten Regisseur (Philip Lüsebrink).

 

Theater Engelsaal

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Ab heute erscheinen unter dem Motto „4 Minuten Theater“ jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Den Anfang macht der @Hamburger Engelsaal: Künstlerischer Leiter Philip Lüsebrink zeigt mit einem Augenzwinkern, wie Theater durch filmische Mittel in der aktuellen Situation stattfinden kann. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 4. Juni 2020

 

Eine Woche später folgt ein Video, das die Solidarität unter Hamburgs Theatern demonstriert. Weil im Hansa Varieté gerade umgebaut wird, hat das St. Pauli Theater die Hansa Boys zu sich auf die Bühne eingeladen, wo sie ein Mini-Konzert unter Einhaltung der Corona-Auflagen spielen. „Moin! Moin! Moin! Moin!“, röhrt Sänger Rolf Clausen ins Mikrofon und singt über Hamburger-Klischees: „Manche sagen, wir wären kühl / Hätten einfach kein Gefühl“. Stimmt natürlich nicht: „Ihr wisst nicht, was in uns geschieht / Also spielt nicht mit dem Feuer / Weil man nichts von außen sieht / Wir sind pures Dynamit.“

 

„Die Gäste fehlen mir“

 

Zurück ins Die 2te Heimat. Thomas Gisiger serviert dem Gast „Riz Casimir“, ein traditionelles Schweizer Gericht. „Damit zeigen wir unseren Gästen: So schmeckt die Schweiz“, sagt er und erzählt sehnsüchtig von seiner Kindheit in seiner ersten Heimat. Die Sehnsucht nach Betrieb, hier, in seiner zweiten Heimat, ist genauso groß: „Normalerweise sitzen hier 70 Menschen an der Tafel. Dieses gesellige Grummeln, das haptische Bei-den-Leuten-sein und ihnen auf die Schulter zu klopfen – das fehlt mir.“

Die letzten Monate waren schwer für Gisiger und seinen Mann Andreas Löher, mit dem er das Theater gemeinsam betreibt. Wie für alle Theaterbetreiber. Der Lockdown kam bekanntlich plötzlich, Veranstaltungen mussten abgesagt werden, Einnahmen fallen aus, gleichzeitig sind die laufenden Kosten hoch. Erst vor zwei Jahren sind Löher und Gisiger in die Räumlichkeiten am Phoenixhof gezogen und haben dafür viel investiert. Viele treue Kunden seien solidarisch und hätten darauf verzichtet, sich ihre Karten für abgesagte Veranstaltungen erstatten zu lassen, zudem sei die Soforthilfe der Kulturbehörde eine große Hilfe gewesen. Auch für das 4MT-Projekt ist er dankbar: „Es ist mir so wichtig, mit dem Publikum in Kontakt zu bleiben.“

Zum Abschluss gibt’s noch einen kleinen Absacker, genauer: einen „Absackerli“, wie der Schweizer sagt. Rhababerlikör von der eigenen Mutter. Dann ist der Abend vorbei. Ach, fast vergessen vor lauter Überschwang: Umarmen oder Handshake zum Abschied ist momentan ja nicht drin. Macht nichts, dann gibt’s eben den berühmten Corona-Footshake, ehe sich Martin D’Costa alias der fiktive Gast hinaus in die Abenddämmerung verabschiedet. „Komm bald wieder“, ruft Gisiger noch hinterher.

die2teheimat.de

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem 2te Heimat Theater:

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal kommt der Clip vom Theatersalon Die 2te Heimat. Thomas Gisiger und Andreas Löher laden die Zuschauer zu einem inszenierten Abend mit kultureller und kulinarischer Vollverpflegung ein. Dazu jede Menge Schwizerdütsch. Vorhang auf!Teile des Stücks stammen aus dem neuen Programm „Der Berg ruft!“, das im September gezeigt wird. Weitere Infos hier: https://die2teheimat.de/spielplan.php

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 2. Juli 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Lichthof Theater:

 

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal kommt der Clip vom LICHTHOF Theater und wurde übrigens schon vor den Einschränkungen durch Corona gedreht. Wenn euch das Video gefällt, gibt es hier Teil 2 und Teil 3 zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=O9ZeC_HDW1Y&feature=youtu.be Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 25. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Ernst-Deutsch-Theater:

4 Minuten Theater – Ernst Deutsch Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal proben Schauspieler unter Corona-Bedingungen das Stück „Das autoritäre Zeitalter des Megazorns“ für das Ernst Deutsch Theater und testen die Chancen und Grenzen zwischen Bühne, Bildschirm und Live-Chat aus. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 18. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem St. Pauli Theater:

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal sind die Hansa Boys zu Gast im St. Pauli Theater. Dort spielen sie ein Konzert unter Einhaltung der Corona-Bedingungen. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 11. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Fundus Theater:

4 Minuten Theater – Fundus Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal treten im FUNDUS THEATER Kinder gegen Erwachsenen an. Vorhang auf! Alle Clips der Hamburger Bühnen findet ihr unter https://szene-hamburg.com/4-minuten-theater-wir-sind-noch-da/

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 9. Juli 2020


Szene_Juli_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Hinter den Kulissen: Im Backstage der Stadt

Um die Backstagebereiche der Clubs ranken sich oft wilde Legenden. In Pandemie-Zeiten sind auch sie verlassen. Eine Bilderserie

Text: Ole Masch

 

Während verschiedene kulturelle Einrichtungen peu à peu und mit starken Einschränkungen öffnen dürfen, bleiben Musikclubs nach wie vor geschlossen. Um Nachtschwärmern trotzdem einen Einblick in ihre Lieblingsorte zu bieten, zeigt SZENE HAMBURG Fotos von Räumen, die Besucher in der Regel nicht zu sehen bekommen.

Entstanden ist eine Bilderserie aus den seit den Corona-Schließungen verwaisten Backstage-Bereichen der Clubs. Um zu verdeutlichen, wie lange sie als wichtiger kultureller Bestandteil bereits fehlen, zeigen Bildunterschriften, wer sich hier als letztes und zu welchem Anlass aufgehalten hat. Um zu verhindern, dass diese Personen dort auch die letzten geblieben sind, kann weiterhin für die Rettungskampagne S.O.S. – Save Our Sounds auf Startnext gespendet werden.

 

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Fundbureau: Seit dem 7. März ist zu. Damals waren die Racing Snails vom Gaggalacka-Festival geladen (Foto: Claudia Mohr)

 

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Hafenklang: Zuletzt saßen hier die Mitglieder der Band Blaue Bume aus Dänemark, die am 12. März das letzte Konzert vor Corona spielten (Foto: Claudia Mohr)

 

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Baalsaal: Yulia Niko legte hier zuletzt am 14. März bei Electronic Red Light auf (Foto: Claudia Mohr)

 

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Astra Stube: Am 12. März spielten Ryskinder aus Israel vor knapp 60 Leuten. Support war Grundeis aus Hamburg. Einen Tag später wurde, zunächst auf eigene Initiative hin, geschlossen (Foto: Claudia Mohr)

 

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Waagenbau: Am 7. März wurde hier die letzte Party gefeiert. Bei VER:Bunden spielten Martha von Straaten & Bebetta (Foto: Claudia Mohr)

 

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Yoko: Bei der großen b2b Nacht „Affaire d`amour“ spielten 3 DJ-Teams die ganze Nacht House Musik. Kurz darauf wurde dicht gemacht (Foto: Claudia Mohr)

 

Terrace-Hill-Backstage-credit-Claudia-Mohr

Terrace Hill: Letztes Konzert war Blind Ego am 2. März. Nach dem Social Developers Club am 7.3. wurde abgeschlossen (Foto: Claudia Mohr)

 

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Molotow: Der letzte Künstler im Laden war der Hamburger Poetry Slammer Hinnerk Köhn am 12. März mit seiner Solo- Show „Bitter“. Die letzte Band Pyogenesis am 6. März. In den zurückliegenden dreieinhalb Monaten hätten eigentlich knapp 100 Bands hier im Backstage abgehangen (Foto: Dorothea Bader)

 

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Mojo: Unmittelbar vor dem Lockdown, am 8. März, gab es für Blues-Rockstar Marcus King Getränke im Backstage (Foto: Ole Masch)

 

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Turtur: Am Donnerstag den 12. März gab es das letzte Mal Open Decks mit Tischtennis, Kicker, Techno & Oldies bei Lümmelkiez (Foto: Claudia Mohr)


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Meet The Resident – Wrangel

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Wrangel, 25 (Symbiosis) – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

 Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 

SZENE HAMBURG: Dein Sound?

Techno mit Trance-, Hypno-, EBM- und Acid-Einflüssen.

Wie lautet die schrecklichste Gastfrage, die du mal bekommen hast?

Dieses mit der Handynotiz vor den Decks rumfuchteln.

Was war dein bisher größter Moment als DJ?

Das war das PAL-Debüt Anfang des Jahres. Aliha und ich haben das Closing gespielt und es ist nochmal richtig voll geworden. Es waren viele Freunde da, die alle mit uns diesen Moment gefeiert haben.

Welche ist für dich die Platte des Monats?

„Body changes are natural“ auf Mama told ya und natürlich die OHNED001 (auch wenns keine Platte ist).

Auf wen sollte man momentan ein Auge haben?

Aliha, aitch, Lucinee, Lifka, Vuuduu, Obverso und blutrot.

Hamburgs Stärken?

Die Szene ist noch recht klein und man hat schnell die Möglichkeit aktiv daran mitzugestalten.

Und die Schwächen?

Es gibt kaum Auswahl was die Clubs angeht und dadurch oft wenig Platz für Neues.

 

Hört hier ein aktuelles Set von Linus


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Soundlotsen: Hamburger Tonstudios im Porträt

Thomas Soltau, Sascha Krüger (Autoren), Thomas Duffé (Fotograf), Florian Zeh (Grafiker) und Alex Gramlich (Ideengeber und Interviewkoordinator) haben für das Buchprojekt „Soundlotsen“ Hamburger Tonstudios und deren Betreiber porträtiert. Ein Gespräch mit Soltau über Frank Spilkers Rumpelhäuschen, Franz Plasas XXL-Aufnahmeareal und Dennis Rux’ 60s-Sound-Labor

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Thomas Soltau, im Vorwort von „Soundlotsen“, das am 24. April erschienen ist, heißt es, ihr hättet vor der Arbeit daran keine Ahnung gehabt, welche Schätze in Hamburgs Tonstudios auf euch warten würden. Was habt ihr euch denn zumindest erhofft, dort zu finden?

Thomas Soltau: Gute Geschichten! Denn eins war uns als Kollektiv, das das Buch ohne Verlag gemacht hat, von vornherein klar: Wir wollten keinen Hightech-Porn machen und nur von Ausstattungen und Maschinen erzählen.

Uns ging es darum, zu zeigen, wer die Leute in den Studios sind, was dort passiert, welche Anekdoten es gibt. Und ich muss vielleicht auch noch dazu sagen, dass die fast 20 Studios, die jetzt im Buch zu finden sind, von uns nicht im Vorfeld genauso aufgelistet wurden.

Vielmehr haben wir dieses Projekt peu à peu zusammen geschnibbelt und für die ganze Nummer rund 18 Monate gebraucht. In dieser Zeit kamen immer mehr Studios dazu, die uns von bereits besuchten Studiobetreibern empfohlen wurden. Die haben oft gesagt: „Wenn ihr schon bei uns seid, dann müsst ihr auch noch da und dort hin!“ Es war also ein Prozess.

Die Empfehlung von Studiobetreibern, auch bei Kollegen vorbeizuschauen, zeigt einmal mehr, dass Hamburger Musikschaffende an einem Strang ziehen. Waren sie euch gegenüber auch sofort offenherzig und angetan von der Buchidee?

Es war schon so, dass einige Betreiber uns erst mal ein wenig skeptisch gegenüberstanden. Als sie dann aber gesehen haben, wie viel Leidenschaft in unserer Arbeit steckt, ging die Vernetzung schnell.

Es gab auch überhaupt keine Berührungsängste zwischen Betreibern, die Indie produzieren, und welchen, die seichten Pop machen. Grenzen, von denen viele denken, dass sie da sind, waren einfach nicht da.

Soundlotsen – Die Tour durch das Buch

 

Und wann hast du den ersten Schatz in einem der von dir besuchten Studios entdeckt?

Das war gleich bei meinem ersten Studiobesuch. Ich war zu Gast bei Frank Spilker in dessen Die Sterne Studio. Das hat Spilker in einem kleinen, windschiefen Haus in Altona eingerichtet, es ist so ziemlich der Gegenentwurf zum schicken Hightech-Studio. Es ist ein wenig unaufgeräumt, überall liegen und stehen alte Geräte herum. Es hatte unheimlich viel Charme! Da war ich also zum ersten Mal geflasht.

Und eine richtige Studiomagie habe ich zum ersten Mal in den H.O.M.E. Studios von Franz Plasa erlebt. Plasa prägt die Hamburger Musikszene ja schon seit Jahrzehnten. Er hat ein 500 Quadratmeter großes Studio mit mehreren Räumen, in denen zig Musikgrößen ihre Alben aufgenommen haben, unter anderem Mariah Carey und Depeche Mode.

Und als Plasa erzählte, wie es mit Depeche Mode war, als die bei ihm über mehrere Monate diszipliniert an ihren Songs gearbeitet haben, wurde mir bewusst, was für ein historischer Ort das ist. So historisch, dass, wie Plasa meinte, dort sogar mal zwei Busse voller Depeche-Mode-Fans aus aller Welt vorgefahren sind.

Haben die Betreiber eigentlich häufig die gängigen Klischees erfüllt, die um sie kreisen? Etwa, dass sie kauzig, nerdig, irgendwie verrückt sind?

Da kann ich nur von den Betreibern sprechen, die ich besucht habe, nämlich die Hälfte derer, die im Buch sind, bei der anderen Hälfte war mein geschätzter Kollege Sascha Krüger. Und ich kann sagen, dass ich auf keine Leute gestoßen bin, die solche Klischees bestätigten.

Im Gegenteil: Ich habe die Betreiber als sehr in sich ruhend erlebt, als sehr klar bei allem, was sie im Studio machten, auch als sehr zugänglich. Und wenn ich Franz Plasa fragte, wie es denn im Studio mit dem alten „Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll“-Klischee aussehe, bekam ich nur die Antwort: „Die Zeiten sind vorbei.“

Soundlotsen_CoverSo was hätte es noch in den 80er und 90er Jahren gegeben, auch allerhand Extravaganzen von Künstlern, aber heute passiere das nicht mehr. Heute können die Leute sogar ihre Musik zu Hause aufnehmen, und die Betreiber wissen natürlich, dass das, was sie da machen, in Teilen anachronistisch ist.

Wobei man dann wiederum sagen muss, dass es auch Betreiber wie Dennis Rux gibt, der sich in seinen Yeah! Yeah! Yeah! Studios auf den Sound der 60er Jahre fokussiert, genauer: auf den Garage- und Beat-Bereich. Er hat dafür spezielles Equipment wie alte Schlagzeuge und Röhrengeräte, auch ein altes Mischpult, das es so nur zwei- oder dreimal gibt, und das er extra mit einem Lastwagen aus Holland geholt hat – einfach nur, um den gewünschten Sound hinzukriegen. Eine solche Leidenschaft gibt es dann eben doch nur in Tonstudios.

„Soundlotsen“, 24,50 Euro; bestellbar unter: copasetic.de 


Cover Szene Juni 2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Hamburger Theater: Hoffen auf Öffnung

Ralf Fiedler, Dramaturg am Schauspielhaus, über das, was ihm in dieser Zeit wichtig ist.

 

SZENE HAMBURG: Was war Ihre schönste Theatererfahrung?

Wenn das Theater zum Beruf geworden ist: fast nicht beantwortbar, weil sich irgendwann alles verbindet und verkettet und vergleicht. Das Erste, was aufleuchtet: „24 Stunden sind kein Tag“ von René Pollesch in der „Neustadt“ von Bert Neumann an Berliner Volksbühne. Einfach wegen der Wucht und Präsenz der Spielerinnen in diesem gigantischen Großraum, von dem man Teil war und sein wollte. Gleichzeitig das Gefühl totaler Relevanz der Themen und Theorien, Texte laut gerufen, ohne Psychologie, aber unmittelbar in Berührung mit dem Leben.

Ralf Fiedler, Dramaturg am Schauspielhaus (Bild: Dan Cermak)

Was ist die größte Herausforderung für Sie während der Corona-Krise?

Menschen, die mir nahestehen, physisch nicht mehr zu treffen – Freunde, weil sie im Ausland „EU“ leben, oder meine Mutter im Pflegeheim, mit der es gar nicht möglich ist, medial zu kommunizieren. Das ist hart, man wird das Gefühl nicht los, jemanden absolut alleinzulassen.

Was stimmt Sie momentan hoffnungsfroh?

Die Hoffnung, dass die Maßnahmen sich ausdifferenzieren, spezifischer und treffsicherer werden und die „Öffnung“ weitergehen kann.

Wem sind Sie in diesen Zeiten besonders dankbar?

Wenn ich die vielen beiseite lasse, die geholfen haben, eine gewisse Normalität aufrechtzuerhalten und die wirklich Dank verdient haben, dann bin ich absolut all den Freunden dankbar, die sich bei mir wieder gemeldet und mir das Gefühl geben haben, noch „in Verbindung zu stehen“.

Wer hätte mehr Dankbarkeit verdient?

Dankbarkeit ist da vielleicht nicht ganz der richtige Begriff, aber ich bin berührt und beschämt all denen gegenüber, die sich jetzt noch um die Not der Menschen in den Flüchtlingslagern, Kriegsgebieten und an den Grenzen kümmern und für deren Belange tatsächlich „kämpfen“. Und die vielleicht sogar bereit waren, ein derart privilegiertes Land wie unseres und eine sichere Versorgung hinter sich zu lassen, um vor Ort etwas zu bewirken.

 


 Der Text stammt aus dem SZENE HAMBURG DANKE!-Magazin. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Marc Degens’ Autofiktion: Oh, Kanada

Vier Jahre lang hat der Schriftsteller, Verleger und Neu-Hamburger Marc Degens in Kanada gelebt. Seine Aufzeichnungen sind in „Toronto“, erschienen im mairisch Verlag, zu lesen

Interview: Ulrich Thiele

 

Viel passiert nicht, zumindest auf der Plot­-Ebene. Degens berichtet in knappen Sätzen von Restaurant­ und Konzertbesuchen, Lesungen und entspannten Nachmittagen in Buchläden und Comicshops sowie von Reisen quer durchs Land. Zwischen den Zeilen passiert hingegen viel, denn diese charmante Zelebrierung des Lebens in einer offenen Gesellschaft macht glücklich und sehnsüchtig zugleich.

 

SZENE HAMBURG: Marc Degens, unter diesen Umständen stachelt „Toronto“ das Fernweh noch mehr an als ohnehin schon.

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Foto: Martina Steber

Marc Degens: Ich glaube, dass es ein Buch ist, mit dem man gut auf Reisen gehen kann, selbst wenn man zu Hause bleibt. Meine Hoffnung ist, dass es weniger ein Reiseführer ist, der anleitet, was man alles ma­chen könnte. Sondern dass man mit dem Buch tatsächlich eine Reise erlebt.

Sie sind seit zwei Jahren wieder in Deutschland. Was vermissen Sie am meisten?

Wunderbare Autofahrten mit Blicken auf Seen und bisher unbekannte Landschaften. Gerade in der jetzigen Zeit, in der ich auf meine eigenen vier Wände zurückgezogen lebe, vermisse ich das ganz deutlich.

Sie waren vier Jahre in Kanada, das Erlebte lesen wir in Ihrem Buch in verdichteter Form. Manche Ihrer Einträge schildern mehrere Tage am Stück, dann gibt es immer wieder mal einen Sprung von mehreren Wochen oder Monaten. Wie haben Sie Ihre Tagebucheinträge für das Buch selektiert?

In Hinsicht auf eine Pointierung. Die Frage war, was der rote Faden ist und welche Geschichte ich erzählen wollte.

Und zwar?

Die Facetten, die dieses Land aus­ machen, und wie man sie erlebt, wenn sie für einen Neuland sind. Also wie gesagt: Auf der einen Seite die Natur­erfahrung, die Weite und Schönheit dieses Landes.

Aber auf der anderen Seite auch die kanadische Mentalität in der Großstadt Toronto, die mich sehr berührt hat und die ich sehr einzigartig fand. Diese Herzlichkeit, Offenheit und Toleranz, die ich besonders in den Kulturveranstaltungen gespürt habe, und die Entspanntheit, die das Leben so angenehm macht.

In einer Szene schreiben Sie, wie Sie ein Bild auf Instagram als Erinnerung für Sie selbst veröffentlichen. „Dass andere das Foto auch sehen können ist allerdings ein schöner Nebeneffekt. Genauso verhält es sich mit dem Schreiben.“ Schreiben Sie also nur für Sie selbst?

Die Stelle bezieht sich auf mein Ta­gebuchschreiben. Dabei ist es tatsächlich so, dass es hauptsächlich einen Sinn für mich erfüllt. Indem ich auch ganz banale Dinge archiviere. Da ist auch der Bogen zu den sozialen Medien.

In­stagram wird gern als ein Medium der Selbstdarstellung gesehen, um Likes zu sammeln. Ich glaube aber, dass ein we­sentlicher Punkt des Postens wie beim Tagebuchschreiben das Archivieren für sich selbst ist. Und auf der Timeline kann man dieses Archiv dann immer wieder durchforsten.

Ich möchte aber nicht mein gesamtes Tagebuch veröffentlicht sehen. Das ist viel zu umfangreich und voller Banalitäten, die ich niemandem zumuten will. Deswegen die Selektion und Reduktion. Das ist dann der schriftstellerische Prozess: herauszufinden, was weggelassen werden kann.

Also das Kürzen als fast schon wichtigster schriftstellerischer Prozess?

Zumindest einer, der immer wich­tiger wird. Oft, wenn ich gefragt werde, woran ich schreibe, kann ich antworten: Ich schreibe gar nicht mehr, ich bin nur noch am Streichen.

 

„„Toronto“ ist ein Buch über das Glück.“

 

Hat das Schreiben umgedreht auch Ihren Blick auf Kanada geprägt?

Ich würde erst einmal bestreiten, dass die schriftstellerische Wahrnehmung zu einem anderen Erleben führt. Persönliche Vorlieben spielen eher eine Rolle als der Beruf. Bei mir ist es das Visuelle: Meine Liebe zu Comics zum Beispiel.

Das passt zu Ihrer Trennung von Kunst und Leben. Das Leben sei wichtiger als die Kunst, schreiben Sie.

Damit richte ich mich gegen dieses Bild, das man in Deutschland oft pflegt: vom gequälten Künstler, der sein eigenes Leben vernachlässigt, um große Kunst zu schaffen. Über Glück zu schreiben ist schwer und es wird eher selten gemacht.

Es gibt einen Satz von Marcel Reich­-Ranicki, der sinngemäß anmerkte, dass immer nur Romane über unglückliche Lieben geschrieben werden, aber nie über glückliche Ehen. Ich wollte etwas thematisieren, was ich in Kanada erfahren habe, nämlich ein großes Gefühl des Glücks und auch der Dankbarkeit. „Toronto“ ist ein Buch über das Glück.

Sie haben in Ihrem Verlag SUKULTUR eine Reihe für Autofiktionen gestartet. Ist „Toronto“ auch Autofiktion?cover-toronto-marc-degens

Das Tagebuch ist ja ein klassisch autobiografisches Format, das es schon gab, bevor es die Autofiktion gab. Autofiktion hat immer auch den Aspekt, dass sich zu dem autobiografischen Geschehen eine literarische Fiktion hinzu­gesellt. In „Toronto“ gibt es nur wenige Stellen, die in Richtung Fiktion gehen, etwa wenn Erinnerungen aufkommen und diese sich zu einer Geschichte ent­wickeln.

Der Begriff ist also literaturwissenschaftlich unscharf, aber wir wissen, was damit gemeint ist: Eine Form des autobiografisch verbürgten Schreibens, die im Gegensatz zum rein Fiktiven steht. Insofern ist „Toronto“ auch Autofiktion.

Warum ist autobiografisch gefärbtes Erzählen derzeit so populär?

Weil traditionelle Literaturgattungen wie der Roman ein bisschen in die Krise geraten sind. Heute wird sich weniger darüber ausgetauscht, welche Romane man gelesen hat, sondern welche Fernsehserien man gesehen hat.

Der Roman ist nicht tot, aber er hat mehr Konkurrenz, weil das epische Erzählen durch die veränderte Medienlandschaft andere Ausformungen bekommen hat. Dadurch sind andere literarische Formen im Aufwind, zum Beispiel kleine Beobachtungen in kurzen, pointierten Formen.

 

„In Hamburg ist das Fernweh am geringsten“

 

In Interviews mit berühmten Schriftstellern entsteht oft der Eindruck, dass sie über das Autobiografische als Stilmittel nicht reden wollen, weil sie die Frage danach als kränkende Nicht-Anerkennung ihrer Fantasiefähigkeit sehen. Teilen Sie den Eindruck?

Ich habe vor einigen Mo­naten das Buch „Das Tagebuch und der moderne Autor“ aus den 1960er Jahren gelesen. Darin melden sich Schriftstellergrößen wie Arno Schmidt, Heinrich Böll und Elias Can­etti zu Wort und man merkt noch deutlich ihre Reserviertheit gegenüber diesem Medium. Arno Schmidt etwa hat das Tagebuch-­Schreiben als literarische Kunstform komplett abgelehnt.

In den Ablehnungen schwingt oft auch noch diese alte Genieästhetik mit. Also die Annahme, dass das Genie von der Muse befeuert wird und dabei Kunst herauskommt, die schon immer da war und nur freigelegt werden müsse. Das ist ein recht überholter Gedanke.

Viele Texte beschreiben heute, unter welchen Schwierigkeiten und von welchen gesellschaftlichen Faktoren beeinflusst Kunst hergestellt wird. Kunst als etwas vom Menschen und nicht vom Genie Gemachtes zu sehen, ist in meinen Augen aber die zeitgemäßere und richtige Lesart.

„Die kanadische Freundlichkeit und das permanente Entschuldigen haben mich für das Leben in Berlin unbrauchbar gemacht“, schreiben Sie an einer Stelle. Sie leben seit letztem Jahr nicht mehr in Berlin, sondern in Hamburg. Was hat Sie hergezogen?

Tatsächlich war Hamburg seit Jahrzehnten ein Sehnsuchtsort für mich, obwohl ich nur selten hier war. Aber die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, waren immer außergewöhnlich.

Hamburg hat eine reiche und diverse Kunst­ und Kulturszene, und es herrscht eine Freundlichkeit in der Stadt, die mich sogar an Toronto erinnert. Ich dachte, wenn schon zurück nach Deutschland, dann ist Hamburg die ideale Stadt. Das Fernweh ist hier am geringsten. Ich befürchte aber, dass ich merken werde, wie sehr mir die weiten kanadischen Landschaften fehlen, wenn ich Ausflüge ins Umland mache.

Was ist das Schönste an der Rastlosigkeit?

(überlegt) Dass sie nicht zu Ende geht.

Marc Degens: „Toronto“, mairisch, 144 Seiten, 12 Euro


Cover Szene Juni 2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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#openbutsafe: Was die Hamburger Museen bewegt

Hamburgs Kultur lebt auf. Als erste der Kultur-Institutionen haben die Hamburger Museen seit dem 7. Mai ihre Türen für Besucher wieder geöffnet. Natürlich gilt es auch hier Regeln zu beachten wie unter anderem der Mindestabstand von 1,50 Meter, keine Gruppenbesuche außer Familien und häusliche Gemeinschaften sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Was die Museumswelt gerade bewegt, erzählen drei der Akteure

 

Interviews: Hedda Bültmann 

3 Fragen an Professorin Tulga Beyerle, Direktorin vom Museum für Kunst und Gewerbe

Professorin Tulga Beyerle, Direktorin vom Museum für Kunst und Gewere (Bild: Henning_Rogge)

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die jetzige Phase der Wiedereröffnung?

Es ist ein wunderbares Gefühl, wieder Men­ schen in unseren Räumen zu sehen. Man spürt, wie sehr unsere ersten Gäste den Museums­ besuch genießen. Kultur wird ja erst lebendig durch das gemeinsame Erlebnis und den Aus­ tausch darüber. Natürlich haben wir in der Zeit der Schließung weiter an unseren Projekten gearbeitet. Aber das Innehalten hat uns auch gezeigt, wie sehr unser Gegenüber, unser Publi­ kum fehlt. Nur gemeinsam entsteht Kultur und nur gemeinsam wird sie rezipiert. Sie gibt uns Orientierung und eröffnet neue Perspektiven, die helfen, in schwierigen Zeiten optimistisch zu bleiben. Museen können hier als kulturelles Gedächtnis wichtige Anregungen geben.

Hat sich während der Schließzeit etwas herauskristallisiert, das Sie zukünftig ändern werden?

Die siebenwöchige Schließung hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Verbindung zu un­serem Publikum über die digitalen Medien ist. Selbst wenn sich unser Alltag wieder normali­siert und die direkte Begegnung mit dem Objekt immer etwas Besonderes bleibt, wird es weiter­hin Menschen geben, die mobil eingeschränkt sind oder weit entfernt wohnen. Sie zu errei­chen war uns immer schon ein Anliegen. Die Schließzeit hat uns den nötigen Schub gegeben, sich noch konzentrierter und mit mehr Lust der Digitalisierung zu widmen. Wir werden diese Aktivitäten in Zukunft ausbauen, denn auch der digitale Besuch ist wertvoll. Die Gleichwertig­keit von analogem und digitalem Besuch wäre übrigens ein spannendes Thema für eine Dis­kussion mit unseren Förderern.

Welche Folgen tragen Sie aus der Zeit?

Ganz praktisch sind unsere Stationen zum Anfassen und Selbermachen aktuell nicht im Einsatz. Bis Ende Juni finden keine Veranstal­tungen, keine Führungen und kein Programm für Kinder und Jugendliche statt. Auf der einen Seite müssen wir kreativ sein und unter den gegebenen Sicherheitsbedingungen Angebote entwickeln. Darüber hinaus lohnt es sich, lang­fristig in Online­Vermittlungsprogramme zu investieren, seien sie für Schulen oder auch als zusätzliches Lehrangebot. Die Corona­-Pande­mie ist auch eine gute Gelegenheit, über den Stellenwert und die Wirkung unserer kulturel­len Arbeit jenseits der Zahlen nachzudenken.

Ausstellungen:
20.6.–1.11.2020 Peter Lindbergh: Untold Stories
Bis 20.9.2020 Das Plakat. 200 Jahre Kunst und Geschichte
www.mkg-hamburg.de 

 

Einige der wichtigsten Museen der Stadt gehören zur Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH). Was Corona für sie bedeutet, was sich verändert hat und wie es weitergeht, erzählt Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der STiftung Historische Museen Hamburg (Bild: Sinje Hasheider)

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die jetzige Phase der Wiedereröffnung?

Wir freuen uns in der SHMH riesig, dass wir mit unseren Dauer­ und Sonderausstellungen dem Publikum endlich wieder kulturelles Erleben vor Ort in denen Häusern ermöglichen kön­nen. Inzwischen sind die Maßnahmen zur Um­setzung der Kontaktbeschränkungen und der zusätzlichen Hygieneauflagen schon Teil einer neuen Betriebsroutine geworden. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir unseren Besucherin­nen und Besuchern auch unter den gegenwär­tigen Rahmenbedingungen einen angenehmen und sicheren Museumsbesuch bieten können.

Wie lange haben Sie für die Pläne zur Öffnung gebraucht?

Die ersten Überlegungen für ein abgestimm­tes Vorgehen im Falle der Wiedereröffnung zunächst mit den anderen staatlich getragenen Museums­ und Ausstellungshäusern haben un­mittelbar nach Ostern begonnen. Eine gemein­same Linie für die erforderlichen Abstimmun­gen mit der Behörde für Kultur und Medien war dann schnell gefunden. Die folgenden Wochen bis zum 7. Mai waren dann für uns voll erfor­derlich, um die gemeinsamen Beschlüsse auf die Gegebenheiten an den einzelnen Standorten un­serer Stiftung zuzupassen und die spezifischen Hygienekonzepte im Detail auszuarbeiten.

Wie lief dabei die Zusammenarbeit mit dem Senat?

Unsere Abstimmungen mit dem Kultursena­tor und der Behörde für Kultur und Medien verliefen zu jeder Zeit sehr konstruktiv und ermöglichten das gemeinsame, abgestimmte Vorgehen, an das sich dank der Vermittlung der Behörde dann erfreulicherweise auch viele Einrichtungen in nicht staatlicher Trägerschaft angeschlossen haben.

Waren strukturelle Veränderungen notwendig?

Es ist nach wie vor erforderlich, die Wegefüh­rungen für das Publikum in unseren Ausstel­lungsbereichen stärker als früher zu steuern und Engstellen, an den denen die notwendigen Ab­ stände schwierig einzuhalten sind, zu vermei­den. Das geschieht in manchen Einrichtungen der SHMH zum Beispiel durch die Abgrenzung von separaten Ein­ und Ausgangstüren.

Haben Sie aus der Lockdown-Zeit etwas mitgenommen, das Sie zukünftig ändern werden?

In meiner Wahrnehmung haben die digitalen Portale und Inhalte der SHMH nochmals mehr an Bedeutung für unsere Vermittlungsarbeit ge­wonnen. Ich glaube, das geht vielen Kulturein­ richtungen ähnlich, die während der pandemie­ bedingten Schließungen auch nur die digitalen Wege zur Verfügung hatten oder noch haben, um ihr Publikum zu erreichen. Wir werden in Zukunft darauf hinwirken, die Erstellung von digitalen Angeboten noch flexibler und schnel­ ler bewerkstelligen zu können.

Wie ist es Ihnen während der Schließung ergangen?

Die Zeit war für mich selbst, wie für unsere Museumsteams in jedem Falle sehr intensiv und arbeitsreich. Ich schulde allen Kolleginnen und Kollegen in unseren Häusern großen Dank und Respekt für das engagierte und ideenreiche Wirken während der Schließungsphase, ohne das weder die speziellen digitalen Angebote zusammengekommen wären, noch die kompli­kationsfreie Wiedereröffnung. Und obendrein haben wir alle Erfahrungen in neuen Formen der Zusammenarbeit gesammelt – angefangen beim Zusammenwirken aus dem Homeoffice bis zur extensiven Nutzung von Telefon­ und Videokonferenztools.

Ihr Projekt „CoronaCollectionHH“ dokumentiert die Zeit während der Pandemie. Was wird unsere Nachwelt daraus ableiten können?

Für uns als historische Museen ist es eine der wichtigsten Aufgaben, nicht nur Prozesse und Abläufe der Vergangenheit zu erschließen, son­dern auch die Ereignisse der Gegenwart syste­matisch zu dokumentieren. Was wir im Heute nicht aktiv sammeln und festhalten, steht uns und unseren Nachfolgern und Nachfolgerinnen im Amt morgen nicht für ihre Arbeit zur Verfü­gung. Es wird spannend sein, zu sehen, welche Schlüsse aus der Perspektive eines gewissen zeit­lichen Abstands in der Zukunft daraus gezogen werden können.

Ausstellungen:
Bis 23.11.2020 im Altonaer Museum: Fisch. Gemüse. Wertpapiere. Fide Struck fotografiert 
Bis 17.8.2020 im Museum für Hamburgische Geschichte: Reflect – historische Textilien im Prozess
Zu der SHMH gehören das Altonaer Museum, Museum für Hamburgische Geschichte, Mu­seum der Arbeit, Hafenmuseum, Jenisch Haus und das Speicherstadtmuseum 
shmh.de 

 

3 Fragen an Barbara Plankensteiner, Direktorin MARKK

Barbara Plankensteiner, Direktorin MARKK (Bild: Paul Schimweg)

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die jetzige Phase der Wiedereröffnung? 

Wir sind sehr froh, den Menschen in Zeiten wie diesen wieder Begegnung mit Kultur und auch einen gewissen sozialen Austausch ermöglichen zu können. Wir haben großes Glück, als Museum die räumlichen Gegeben­ heiten für eine Wiedereröffnung bieten zu können und konnten sogar unsere große Sonderausstellung „Im Schatten von Venus. Lisa Reihana & Kunst aus dem Pazifik“ bis Oktober verlängern. Sie wurde – kaum eröffnet – direkt wieder geschlossen. Nun können die Besucher und Besucherinnen das beeindruckende Videopanorama der neuseeländischen Künstlerin Lisa Reihana doch noch erleben.

Hat sich während der Schließzeit etwas herauskristallisiert, das Sie zukünftig ändern werden?

Einige digitale Formate, die sozusagen aus der Improvisation entstanden sind, möchten wir gerne weiterführen. So zum Beispiel unseren MARKK in Motion Podcast. Die Idee war, in Zeiten des Stillstands in Bewegung zu bleiben und die Veranstaltungen, die aufgrund der Schließung ausfallen mussten, digital als Videopodcast zu veröffentlichen. Durch die Interviews, die unser Kurator Gabriel Schimmeroth mit den PartnerInnen und Mit­ arbeiterInnen führt, erhalten die ZuschauerInnen einen spannenden Ein­ blick in die Entwicklungsprozesse, die während der Neupositionierung bei uns stattfinden. Solche Blicke hinter die Kulissen schaffen unabhängig von Ort und Zeit Zugang zu unseren Themen.

Welche Folgen tragen Sie aus der Zeit?

Die Ausstellungsplanung wurde durch Verschiebungen, die eine Ketten­reaktion auslösen, längerfristig beeinflusst und natürlich haben wir finan­zielle Einbußen zu verkraften, die uns einschränken und belasten. Wir hoffen vor allem, dass die Möglichkeit international zu reisen bald wieder gegeben ist, da ein Haus wie unseres vom Austausch und der Zusammenar­beit mit unseren PartnerInnen weltweit lebt. Wir haben zwar in dieser Zeit auch erprobt in Online­Meetings den Austausch weiterzupflegen, doch haben wir dabei festgestellt, dass diese Form der Kommunikation eine di­rekte, persönliche Interaktion nicht ersetzen kann.

Ausstellungen:
Seit Mai Ausgezeichnet: Künstlerinnen des Inventars
Bis Oktober 2020 Im Schatten von Venus
markk-hamburg.de

 

Es geht nur gemeinsam

Kultursenator Carsten Brosda, Hans-jörg Czech, Vorstand Historische Museen Hamburg, Tulga Beyerle, Direktorin Museum für Kunst und Gewerbe und Staatsoper-Intendant Georges Delnon (Bild:Philipp Göbel)

Für die Mitarbeiter der Hamburger Museen hat die Hamburgische Staatsoper in circa 70 Stunden 500 Schutzmasken angefertigt. Auch das Schauspielhaus hat mitgewirkt. Denn die Öffnung der Häuser unter den geltenden Hygiene- und Distanzregelung sei eine besondere Herausforderung wie Hans-Jörg Czech sagt, vor allem im Kassen-, Aufsichts- und Reinigungsdienst. Die Staatsoper zeigt sich solidarisch. Gerade in Krisenzeiten sei der Zusammenhalt sehr wichtig, wie Intendant Georges Delnon findet: „Wir alle vermissen unser Publikum schmerzlich. Dass die Museen nun schrittweise wieder öffnen, stimmt uns hoffnungsvoll. Deshalb freuen wir uns, den Hamburger Museen mit den Gesichtsmasken die Hand zu reichen.“

 

 


 Der Text stammt aus dem SZENE HAMBURG DANKE!-Magazin. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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