Resonanzraum Festival: Das besondere Club-Fest startet

Von romantischen Waldgesprächen, Liebesbriefen ins Ungewisse über elektronische Libellen zu analogem Techno: Das Resonanzraum Festival wird auch 2019 ein besonderes Club-Happening

Text: Friedrich Reip
Foto: Gerhard Kuehne

Mit fantastischen Bookings außerhalb von Konventionen in Klang, Struktur und Vermittlung hat sich der Resonanzraum als die womöglich spannendste Location im Konzert- wie Club-Kontext etabliert. Die zweite Ausgabe des hauseigenen Festivals darf daher auch als Feier des Umstands gelten, dass man nach wie vor in so sperriger, mutiger Weise programmieren darf und kann.

Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag (20. Juni) führt das Ensemble Resonanz mit der Sopranistin Christina Landshamer unter dem Titel „Waldgespräch“ zusammen, im Anschluss wird ein von Tausendsassa Felix Kubin neu vertonter Naturfilm von Wolfgang Lehmann gezeigt. Am Freitag (21. Juni) diskutiert Jan Plewka mit Sebastian Reier über Platten, ehe er für die Juliet Letters als Sänger hinters Mikro tritt. Ein DJ-Set mit Horatiu Serbanescu führt danach bis tief in die Nacht.

Am Samstag (22. Juni) findet ein romantischer Matinée-Salon statt, bevor mit Live-Electronica „Wider die Entzauberung“ aus dem Festival herausgetanzt wird.

Fotokunst ist derweil auch zu sehen: Eine Ausstellung versammelt Aufnahmen von Gerhard Kühne, Florian Schmuck und Hausfotograf Jann Wilken, die dem Ensemble Resonanz über die Jahre hinweg gefolgt sind.

Resonanzraum Festival: 20.-22.6., Resonanzraum, Feldstraße 66 (Bunker St. Pauli)


Szene-Hamburg-juni-2019Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juni 2019. Titelthema: Was ist los, Altona?
Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im 
Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Meet the Resident – Günni Gatzen

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Residents vor, diesmal: Günni Gatzen (Moloch / BassBotanik) – präsentiert von hamburg elektronisch

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Ich versuche in meinen Sets darauf zu achten, eine ähnliche Stimmung zu halten und mit treibenden Sound eine Art hypnotischen Zustand zu erreichen. Die Musikrichtung variiert dabei von Location, Stimmung, Zeit und Partner-DJ.

Was war dein größter Moment als DJ?

Viele Gigs waren auf ihre eigene Weise unvergesslich und einzigartig. Dabei hängt es auch nicht immer davon ab, wie beliebt der Club ist oder wie groß das Publikum war. Gerne denke ich zurück an den Gig mit Schense auf der Fusion in einer kleinen DJ-Booth am Roten Platz, mit Svn Stvr zum ersten Mal im Moloch in der Kuhle, solo unten im Südpol beim Warm-Up von Off the Radar oder den Auftritt mit meiner Twerkstatt-Gang letztes Jahr in einer ganz besonderen Bucht.

Wo gehst du in Hamburg hin, um Spaß zu haben?

Auf diese Frage gibt es für mich eigentlich nur 2 Antworten: Moloch und Südpol.

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Sehr gerne würde ich mal wieder Mihai Popoviciu oder Ida Daugaard in Hamburg sehen.

Was sind für dich Hamburgs stärken?

Die besten Menschen und der beste Club der Welt.

Und die Schwächen?

Das Wetter.

Dein Lieblingsort in Hamburg?

Münzviertel und Dove Elbe.

Deine Platte des Monats?

An dieser Stelle will ich einmal Promo für meine Brudis machen. Track: Metatext & Karhua – Turners Tales of Gravity auf Wayu Records. Geht zwar vom Sound her in eine andere Richtung als meiner, aber es ist ein supergeiler treibender Downtempo-Track geworden und die beiden sollte man absolut aufm Schirm haben.

 

Hört hier einen Track aus Günni Gatzens Platte des Monats

 

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?

Metatext & Karhua, Schense, Doe & Fils Rauscht sowie Linus & Svn Stvr.

Deine schrecklichste Gastfrage?

Da fallen mir gleich zwei ein: Die erste stellte mir jemand bei einem meiner ersten offiziellen Gigs 2012 in Damme, einem Dorf in Niedersachsen. Leider war Tech-House damals dort noch nicht angekommen und nach meinem ersten oder zweiten Übergang wurde ich gefragt, ob ich nicht bald mal was von Scooter spielen könnte.

Die zweite Situation war auf dem 30. Geburtstag meiner Stiefschwester. Da sie in der ländlichen Umgebung von Oldenburg wohnt, hatte ich mich schon darauf vorbereitet, dass ich irgendwann gefragt werde, ob ich noch etwas anderes spiele. Aber als ich nach zwei Stunden gebeten wurde, gegen eine Zahlung von 50€ meine Musik auszumachen und einen Schlagersender im Radio anzumachen, war ich platt.

Wo kann man dich als nächstes hören?

Artville Richtfest: 20. Juli 2019.

Habitat Festival: 24. Juli-28. Juli 2019.

 

Hier könnt ihr ein aktuelles Set von Günni Gatzen hören – im Podcast von hamburg elektronisch


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

MS Stubnitz: Das Kulturschiff muss ins Dock

Das Kulturschiff MS Stubnitz muss ins Dock und unter hohen Kosten wieder flott gemacht werden – dabei können Paten einen großen Beitrag leisten. Ein Interview mit Urs „Blo“ Blaser, der das Projekt Stubnitz vor 27 Jahren anstieß

Text & Interview: Jan Paersch
Foto (o.): Phalque

Hinten, in der Ecke eines dunklen Ganges, hängt die „Crew List“ der MS Stubnitz. Darauf: ein gewisser „Blaser, Urs“. Dahinter das Kürzel „Rat/eng wk“. Es steht für den „rating engine watch keeper“. Urs Blaser mag Querflöte und Saxofon studiert haben, doch er ist auch ein hochseetauglicher Seemann, der befähigt ist, an Bord des Schiffes die Maschinenwache zu übernehmen. Der Schweizer ist Geschäftsführer und Tontechniker des denkmalgeschützten Kulturortes.

Wer auf abseitigere Konzerte, aber auch auf trippige Electro-Sets steht, kennt die MS Stubnitz. Unten im Laderaum spielten schon Rammstein, Marteria und Feine Sahne Fischfilet – als Newcomer. Das Schiff, am 1. Juni 1964 in Stralsund vom Stapel gelaufen, gehörte zur Hochsee-Fischfangflotte der DDR, ehe es 1992 von einer Gruppe von Künstlern übernommen wurde. Seit 2014 hat die Stubnitz ihren festen Liegeplatz in der Hamburger HafenCity. Im hinteren Teil des 80 Meter langen ehemaligen Kühlschiffes, dort, wo früher die Heringe lagerten, ist Platz für Konzerte, vorne finden zumeist DJ-Sets statt.

Im letzten Jahr spielten hier 340 Live-Acts aus Dutzenden Ländern. Doch die kulturelle Vielfalt ist bedroht: im Juli muss die Stubnitz ins Dock, um die sogenannte Klassenerneuerung vorzunehmen, die den Betrieb für die nächsten fünf Jahre sichert. Das Geld dafür kommt nur zum Teil von öffentlichen Geldgebern. Die Stubnitz sucht nun Paten, um gegenüber den öffentlichen Förderern zu zeigen, dass eine Öffentlichkeit hinter dem technischen Denkmal und dessen Nutzung steht. Für jeden Euro eines Spenders werden aus den Töpfen des Denkmalschutzes sieben bewegt – so werden aus jedem Patenschafts-Euro acht.

 

Urs-Blo-Blaser-Stubnitz-c-Jan-Paersch

Kapitän des Kulturschiffs: Urs Balser / Foto: Jan Paersch

 

Urs Blaser, genannt „Blo“, leitet seit 1994 die Stubnitz. Der 1960 in Bern geborene strahlt die Gelassenheit eines erfahrenen Seemanns aus. An diesem sonnigen Freitagnachmittag herrscht auf dem Schiff schon reges Treiben, später wird dort eine griechische Stoner-Rock-Band auftreten, während im Bug-Raum zwei Jungs ihren 18. Geburtstag feiern. Das Interview findet bei Filterkaffee in der alten Offiziersmesse statt. An der Wand hängt, gerahmt hinter Glas, die damalige Sitzordnung.

SZENE HAMBURG: „Blo“, bevor es die Stubnitz gab, warst du Teil des Medienkunst-Projekts „Radio Subcom“ und fuhrst quer durch Europa.

Urs „Blo“ Blaser: Wir waren ein mobiles Kollektiv und sind mit Lkws voller Equipment herumgefahren. Wir haben offen stehende Industrieräume annektiert, denn wir brauchten Platz. Für die optimale Akustik braucht man mindestens vier Meter Höhe und 200 Quadratmeter Grundfläche. Wir hatten Veranstaltungen mit 50 Leuten, dann 100 Leuten, dann 400 Leuten – und dann kam die Polizei. Wir haben überall gespielt, bis wir verjagt wurden, so in London, Wien und im Ruhrpott.

Du hast ja Saxofon und Querflöte studiert. Verstehst du dich als Musiker?

Ich war Musiker, und bin dann mehr und mehr in die Elektroakustik abgedriftet. Irgendwann habe ich begriffen, dass für mich die Lautsprecher die Instrumente sind. Also habe ich für die komponiert. Ich war immer mit zwei Tonnen Lautsprechern unterwegs. Aber auf Dauer war es ermüdend, ich war Lkw-Chauffeur, Roadie und Bühnenbauer in Personalunion. Ein festes Set-up kam uns also entgegen.

 

 

Die Stubnitz habt ihr 1992 von der Treuhand übernommen, die die Hochsee-Fischfangflotte der ehemaligen DDR auflöste.

Das Schiff wurde ja ausgemustert, es hatte keinen wirtschaftlichen Wert mehr. Es war damals schon 25 Jahre alt. Das war eine coole Zeit damals, es herrschte richtig Aufbruchsstimmung in den neuen Bundesländern. Schon damals war die Idee, einen mobilen Kulturort zu haben, mit Heimathafen Rostock, in die verschiedenen Regionen Europas fahren und dort Kooperationen aufbauen. Die allererste Anlaufstation war St. Petersburg. Die sind richtig darauf abgefahren, zumal es in der Stadt nicht viele Szeneclubs gab.

Aber finanziell war es nie leicht, oder? Ihr arbeitet zum Teil mit Ehrenamtlichen.

Als kommerzieller Veranstaltungsraum ist die Stubnitz zu klein, als Schiff, das es zu erhalten gilt, ist es zu groß. Das ist ein schwieriger Kompromiss. Wenn wir alle Räume gleichzeitig bespielen, können wir 700 Leute indoor an Bord holen, aber für eine Veranstaltung ist die Obergrenze 400 Personen. Das reicht kaum zum Überleben. In Rostock haben wir 1998 mit Ach und Krach eine Projektförderung durchgesetzt. Die Förderung, circa 80.000 Euro, ist aber 15 Jahre gleich geblieben, während unsere laufenden Kosten gestiegen sind. Wir sind also oft mit hohen Verbindlichkeiten in den skandinavischen Raum gefahren, weil es dort wirtschaftlich am besten lief.

Und nun muss die Stubnitz wieder ins Dock.

Ja, für zehn bis 14 Tage. Man macht dort nur so viel wie nötig, denn die Zeit ist teuer. Das kann uns über 200.000 Euro kosten, die wir aus Bundes-, Landes- und Eigenmitteln bestreiten müssen. Die Konservierung vom Unterwasserschiff und die Überholung der großen Aggregate, Ruder und Propeller, sind die größten Posten. Wir haben noch die Zulassung als Seeschiff.

 

Die MS Stubnitz: Zeugin der Zeit

 

Wäre ein dauerhafter Liegeplatz nicht günstiger, ohne die Möglichkeit zu fahren?

Ich halte den Funktionserhalt des technischen Denkmals für wichtig. Wenn wir den Status als Seeschiff aufgeben, brauchen wir eine baurechtliche Genehmigung. Dann müssten wir die Türen umbauen, und auch die Stolperkanten, die auf See Sinn machen. Dann würde das Schiff aber auch an Authentizität verlieren. Es gibt Denkmalschiffe, die von außen die Silhouette haben, aber innen ist es auswechselbar.

Was macht die Stubnitz so besonders?

Sie ist eines der wenigen noch erhaltenen Schiffe mit einer überragenden Aussagekraft. Als Zeitzeugin erzählt sie von deutscher Schiffbauleistung und von der großen Hochseefischerei. Und natürlich hat es mittlerweile eine Historie als Ort der tausend Subkulturen. Als Spielstätte hat sie die richtige Größe, und auch die Flexibilität, diese Genres abzubilden. Und einen richtig guten Konzertsaal. Für mich hat der Laderaum 4 die ultimative Akustik.

Deshalb muss die Stubnitz erhalten bleiben?

Es geht um das Schiff, aber auch um die Musik. Solange aus der ganzen Welt spannende Bands hierherkommen, wäre es schade, aufzugeben. Künstler, die nicht von der Wirtschaft vermarktet werden, spielen gerne bei uns. Sie können an Bord übernachten und bekommen eine warme Mahlzeit. Schließlich wird in Deutschland fast nur die Musikkultur gefördert, die schon lange Vergangenheit ist. Das musikalische Erbe wird gepflegt – aber die aktuelle Musik wird dem Kommerz überlassen.

MS Stubnitz.com


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Das schräge Herz: Altona-Nord im Film-Porträt

Der Regisseur Christian Hornung porträtiert in „Das schräge Herz“ mit viel Charme die Einwohner und ehrenamtlichen Initiativen aus Altona-Nord. Ein Gespräch über den Blick hinter die Fassade eines zerfaserten Stadtteils

Text und Interview: Ulrich Thiele
Foto (o.): Christian Hornung

Während des Interviews wird deutlich, was sich auch im Film bemerkbar macht: Regisseur Christian Hornung ist eine zurückhaltende Person, niemand, der sich selbst gerne in den Vordergrund stellt, sondern lieber seine Bilder und Protagonisten sprechen lässt. Die „taz“ schrieb einmal über ihn, er könnte der Chronist Hamburgs werden. Darauf angesprochen, lacht er verlegen. Sicher, schmeichelhaft sei das, doch er wolle sich nicht auf Hamburg beschränken, sagt er – und im Subton schwingt mit, wie wenig er mit solchen Titeln anfangen kann. Wir treffen uns zum Gespräch in der Cantina im Gebäude der Genossenschaft Fux, die die Viktoriakaserne zu einem Künstlerhaus umgemodelt und in denen Hornung seine Arbeitsräume hat.

Christian-Hornung-c-Nele_Guelck

Hatte bei der Produktion alles in der Hand: Christian Hornung / Foto: Nele Gülck

Christian, freust du dich schon auf die Altonale?

Klar, ich freue mich, dass der Film nochmal groß und Open Air gezeigt wird. Ursprünglich dachte ich, der Film würde einige Male bei Stadtteil-Veranstaltungen des Bürgertreffs Altona-Nord gezeigt werden. Die Altonale-Vorführung wird abends und unter der Woche sein – ich hoffe auf gutes Wetter und bin gespannt, wie viele Leute kommen.

Der Bürgertreff Altona-Nord hat den Film in Auftrag gegeben …

Genau, Doris Foitzik, die Geschäftsführerin des Bürgertreffs hatte die Idee für ein Stadtteilportrait, damit der Stadtteil für die Bewohner greifbarer wird. Altona-Nord ist sehr zerfranst und diffus. Mir ist beim Drehen aufgefallen, dass viele Anwohner gar nicht wussten, dass ihre Wohnung zu Altona-Nord gehört. Der Film sollte identitätsstiftend und vernetzend wirken, damit sie wissen, was hier passiert und was für Menschen, Einrichtungen und ehrenamtliche Initiativen es gibt.

Musstest du lange überlegen, ob du den Auftrag annimmst?

Nein, ich fand das Angebot sofort interessant. Es gibt Aufträge mit sehr strikten Vorgaben, aber hier wurde mir bei der Umsetzung freie Hand gelassen – was ich immer gut finde.

Du hattest offensichtlich viele Ideen, das Projekt ist größer geworden als geplant. Was ist passiert?

Der Plan war, einen halbstündigen Film über ca. zehn Menschen bzw. Einrichtungen zu machen. Ich habe aber dann selber mehr Protagonisten und Orte eingebaut, so dass aus den geplanten zehn Drehtagen am Ende 25 wurden – was bei einem gedeckelten Budget natürlich ökonomisch nicht sehr schlau von mir war … Der Zeitaufwand für den Schnitt hat sich entsprechend verlängert und der Film wurde letztendlich 70 Minuten lang.

Eigentlich wollte ich den Film in einem halben Jahr nebenbei fertigstellen, so habe ich aber deutlich länger daran gearbeitet. Immerhin mit dem Vorteil, dass es ein abendfüllender Film wurde, der Anfang des Jahres auch im Lichtmess-Kino und eben jetzt auf der Altonale läuft.

Es ist ein Film für den zweiten Blick geworden. Warum interessieren dich die zunächst unscheinbaren Orte und Personen?

Das reizt mich grundsätzlich und zieht sich als Motiv auch durch meine anderen Filme. Ich möchte nicht prominente Personen und Orte zeigen, sondern hinter die Fassaden blicken. Ich bin überzeugt, dass man in jeder Straße in jeder Stadt Geschichten für einen Film entdecken kann, wenn man genau hinguckt und sich darauf einlässt.

Warum war es dir und dem Bürgertreff wichtig, auch die negativen Seiten des Stadtteils zu zeigen?

Es war nie beabsichtigt, nur die schönen Seiten zu zeigen, sondern auch die Probleme und Sorgen des Stadtteils zu beleuchten: Der laute Verkehr, die Angst vor der Mietentwicklung. Bei Robert, dem Inhaber des englischen Buchladens an der Stresemannstraße (Foto o.), wussten wir schon vorher, dass er eine kritische Stimme ist. Der Bürgertreff Altona-Nord als Auftraggeber wollte eine Momentaufnahme des Stadtteils und keinen Werbefilm.

Das Identitätsstiftende kann ja auch über das gemeinsame Wiedererkennen von Problemen stattfinden, wenn zum Beispiel über den Verkehr geklagt wird. Denn natürlich wäre es den Anwohnern lieber, dass der Stadtteil verkehrsberuhigter ist.

Wie würdest du die Identität des Stadtteils beschreiben?

Altona-Nord ist ein zerfaserter Stadtteil, der durch wenig zusammengehalten wird, allein wegen der großen Straßen, die den Stadtteil durchschneiden. Es gibt nicht diese Identität wie in St. Pauli oder Ottensen. Was die Leute verbindet, ist das Gefühl, dass man nicht in so einem super angesagten Stadtteil lebt, aber das oft auch gerne tut. Viele finden es gut, dass sie nicht mitten in Ottensen oder der Schanze wohnen und dass sie so ein bisschen in ihrer Nische sind.

 

Das-schraege-Herz-c-privat

Für die Außenaufnahmen von Altona-Nord ließ sich Christian Hornung auf dem Fahrrad kutschieren / Foto: privat

 

Manche deiner Protagonisten ziehen daraus regelrecht ihren Stolz. Woran liegt das?

Franz-Josef, der im Hochhaus am Alsenplatz wohnt, mag beispielsweise einfach diese Vielfalt, auch die soziale Vielfalt. Denn natürlich ist es, wenn man nicht viel Geld hat, angenehmer, in einem Stadtteil zu leben, in dem man sich nicht dauernd ausgegrenzt fühlt.

Überhaupt scheint das Zusammenleben gut zu funktionieren, sowohl die sozialen als auch die kulturellen Unterschiede betreffend, oder?

Das denke ich auch. Natürlich gibt es unterschwellige Abgrenzungen, aber im Prinzip ist Altona-Nord ein Stadtteil, in dem alle gut zusammenleben. Der Stadtteil ist in vielen Bereichen sehr gut durchmischt, da leben Menschen mit über 100 Nationalitäten und das funktioniert. Die AfD hat für die Bezirkswahlen keinen eigenen Stadtteil-Kandidaten für Altona-Nord aufstellen können – das finde ich bezeichnend. Es ist ein kulturell toleranter Stadtteil. Die Grenzen verlaufen hier eher über das Einkommen.

Zurück zur Entstehung des Films: Warum hast du eigentlich vom Ton über die Kamera bis zum Schnitt alles selbst gemacht?

Ganz klar aus Budgetgründen. Ich arbeite sonst lieber mit einem Team, denn es ist eine Herausforderung, gleichzeitig das Bild zu gestalten, den Ton zu pegeln und die Gespräche zu führen. Das hat auch dazu geführt, dass mal ein Bild unscharf oder der Ton in manchen Szenen nicht perfekt ist. Aber es hatte den Vorteil, dass ich sehr flexibel war und schneller das Vertrauen der Leute gewinnen konnte, als wenn ich mit einem ganzen Team angerückt wäre.

Die Reaktionen sind überwiegend positiv. Hat dich das überrascht?

Ich kenne es von anderen Filmen schon, dass die Zuschauer viel schneller andocken und mehr Begeisterung für einen Film zeigen, wenn er ihre Nachbarschaft oder ihr Lebensumfeld berührt.

Sind sie dadurch nicht aber auch umso kritischer, weil sie den Gegenstand des Films bestens kennen?

Absolut. Es gab auch Kritik nach den Vorführungen, weil die Menschen Einrichtungen oder Personen im Film vermisst haben oder bestimmte Probleme gerne thematisiert gesehen hätten. Ich sage dann ganz klar: Der Film kann nicht repräsentativ für alles in Altona-Nord sein und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, er kann nur Ausschnitte zeigen.

Was wurde zum Beispiel vermisst?

Es gibt zum Beispiel eine sogenannte „Trinkerszene“ rund um den S-Bahnhof Holstenstraße, wo auch Menschen mit Drogenproblemen den Tag verbringen. Ich wurde gefragt, warum die nicht Teil des Films wurden. In diesem Fall lag es daran, dass die Leute nicht gefilmt werden wollten.

Das_Schraege_Herz_Poster_DIN_A4

Mit etwas Fantasie sehen die Umrisse von Altona-Nord aus wie ein schräges Herz

Gab es Kritikpunkte, die dich ins Grübeln gebracht haben, dass du dachtest: „Ja, das wäre wirklich interessant für den Film gewesen“?

Da gibt es einige Sachen. Hier neben der Viktoria-Kaserne gibt es eine Kirche der Stille, und es gibt ein Hospiz – darauf wurde ich öfter angesprochen. Und so gibt es noch viele Einrichtungen und unzählige Menschen in Altona-Nord, die interessant sind und die ich hätte zeigen können. Aber irgendwann musste ich einen Cut setzten und sagen: Das ist jetzt der Film, und der kann eben nur ein Ausschnitt sein.

Ich verstehe mich übrigens auch nicht als Journalist, sondern ich bin Filmemacher. Mir geht es nicht um das Wiedergeben von Fakten, sondern darum, Geschichten und Charaktere herauszuarbeiten, eine Atmosphäre einzufangen.

Hast du Lieblinge unter deinen Protagonisten und Institutionen?

Dass hier im Fux und im frappant in der Viktoria-Kaserne viel passiert, wusste ich ja schon. Aber ich wusste vorher nicht, was alles im „FLAKS“, dem Zentrum für Frauen in der Alsenstraße, angeboten wird. Wie viele Frauen da tagsüber Kurse besuchen oder essen gehen! Als Person hat mich Robert, der Buchhändler, beeindruckt. Ich bin an diesem Schild „English Books & British Foods“ die letzten 20 Jahre vorbeigefahren, durch den Film jetzt aber erst reingegangen und habe den Inhaber kennengelernt – was sinnbildlich für den Film ist. Robert ist eine echte Persönlichkeit, und so etwas sieht man nicht von außen.

„Das schräge Herz“: 4.6., 22 Uhr, Platz der Republik (Eintritt frei)


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Top 10 – Kurzfilm Festival Hamburg: Das erwartet euch

Das Kurzfilm Festival Hamburg zeigt auch 2019 die große weite Welt im kurzen Format. Auf diese zehn Filme und Veranstaltungen dürfen Gäste sich besonders freuen

 

1) toons ’n’ tunes

Schon als die Brüder Lumière Ende des 19. Jahrhunderts ihre ersten Kurzfilme vorführten, spielte ein Pianist im Kino die Musik zu den ansonsten stummen Filmen. Mit „toons ’n’ tunes“ lässt das Kurzfilmfestival für Kinder, Mo&Friese, diese vergessene Kunstform wiederaufleben. Musiker erwecken Cartoons aus den 20er-Jahren und eigens produzierte Clips zum Leben.

Festivalzentrum Lampenlager: 5.6., 19 Uhr

Kurzfilm-Festival-2019-toons-n-tunes


2) Das Licht der Welt

In der Kategorie „Internationaler Wettbewerb 2“ sind fantastische Dinge zu sehen: Zum Beispiel „Dialogue“, ein filmisches Gedicht für die Stadt in Farben und Mustern. Der Film „The White Elephant“ gibt Einblicke in das von Techno geprägte Tel Aviv der 90er-Jahre, und in „III werden Eingriffe in den Körper zu Blumen auf der Leinwand.

Zeise Kinos: 5.6., 21:15 Uhr – Internationaler Wettbewerb 2


3) A Glimpse of XConfessions und Awakening Visions

Sex ist mehr als die Reeperbahn – und für viele weit davon entfernt. Die Filmemacherin Erika Lust stellt Filme vor, die sie produziert hat und einige, die sie inspiriert haben. Was sie verfilmt, sind ihr zugesandte Geschichten und auch ihre eigenen. Dabei hat Erika Lust vor allem ein Ziel: mit den Stereotypen zu brechen.

Metropolis Kino: 6.6., 19 Uhr und 21 Uhr

Kurzfilm-Festival-2019-erika-lust-Madly-in-Love


4) Framing the Beast

Im „Deutschen Wettbewerb 4“ erscheinen viele Biester, die eher menschlich als tierisch sind. Beispielsweise ein Stierkämpfer, der in „Tourneur einem Schaumbad entsteigt. Oder die „Nachbarn“ von Flüchtlingsheimen, die Molotowcocktails werfen – angeblich, weil sie sich selbst bedroht fühlen. Und die mythische Kreatur in Paul Spengemanns „Whoa, Hoo-ah, Huh! kann wahrlich Mauern einreißen.

Zeise Kinos: 7.6., 19 Uhr – Deutscher Wettbewerb 4


5) Cut it out! Von Avantgarden und Zensur

Zensur von Filmen beschränkt sich nicht nur auf Länder ohne Meinungsfreiheit – auch liberale Gesellschaften sind davon bedroht.

Ein Gespräch mit Dr. Wolf Iro, Leiter des Goethe-Instituts Tel Aviv und Initiator des Filmprojekts „Cut it out“, dem chinesischen Filmemacher im Exil Popo Fan sowie Vladimir Nadein, Direktor des Moscow International Experimental Film Festival. Namenhafte Regisseure haben Kurzfilme gegen Zensur gedreht, die das Gespräch begleiten.

Festivalzentrum Post: 7.6., 19 Uhr – Forum

Kurzfilm-Festival-2019-Forum_Cut it out


6) A Wall is a Screen: Diebsteich

Auch Wände aus Stein können zu Leinwänden werden. Die Kurzfilmwanderungen bringen Filme und Besucher an stimmungsvolle Orte in der Stadt. Das Publikum wandert mit der Technik von Wand zu Wand und damit von Film zu Film. In diesem Jahr wird rund um die S-Bahn-Station Diebsteich viel passieren. Dafür sorgt das Team von A Wall is a Screen – und das bereits seit 17 Jahren.

Start: Kleine Bahnstraße: 7.6., 22:15 Uhr


7) Sitting on the Earth of Tomorrow’s Sunrise

In einer exklusiven Installation im Open Space bespielt das brasilianische Künstlerpaar Barbara Wagner und Benjamin de Burca das Festivalgelände. Die beiden zeigen drei Videoarbeiten, die drei Musikstile und Länder porträtieren. Investigative Recherchen sorgen für Einblicke in diese Mikrokosmen – an der Grenze zwischen Fiktion und Dokumentation.

Barbara Wagner und Benjamin de Burca sind die diesjährigen Repräsentanten Brasiliens bei der 58. Biennale in Venedig

Festivalzentrum Post: 8.6., 13 Uhr – Einführung im Open Space


8) Changemakers oder von der Lust am Wandel

Oft erstickt die Welt in Konformität – dabei wäre etwas Neues angebracht. Die Kulturjournalistin Natascha Geier spricht mit Helene Hegemann, Erika Lust und Ula Stöckl über die Lust am Verändern und ihre Arbeit jenseits ausgetretener Pfade.

Denn diese Frauen sind Expertinnen, wenn es um originelle Filme geht: Erika Lust ist eine Pionierin feministischer Pornografie, Helene Hegemann hatte schon vor ihrem 20. Lebensjahr einen Film gedreht, ein Theaterstück sowie einen Roman geschrieben. Und Ula Stöckl setzte sich 1969 in einer Filmserie mit den gesellschaftlichen Spielregeln auseinander – und damit, wie sie sich brechen lassen.

Festivalzentrum Post: 8.6., 15 Uhr


9) Stars on 35 – Analog ist besser

Früher normal, heute ziemlich ungewöhnlich: Das Kurzfilm Festival holt 35mm-Filme aus dem Archiv und erweckt sie mit einem analogen Projektor aus dem Schlaf. Zu sehen sind: ins Material gekratzte Traumwelten und klassische Kulissen vergangener Zeiten.

Festivalzentrum Open-Air: 8.6., 22:15 Uhr


10) Post Nights – Open-Air: Preisrolle 2019

Alle Preisträger des 35. Kurzfilm Festivals sind am 9.6. um 22:15 Uhr beim Open-Air im Festivalzentrum zu sehen.

Festivalzentrum Post: 9.6., 22:15 Uhr

Kurzfilm-Festival-2019-Post_Open Air

Kurzfilm Festival Hamburg 2019: 4.-10.6., versch. Kinos und Orte


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Altonale21: Kultur im Überfluss auf Altonas Straßen

Altonale21: Hamburgs legendäres Kulturfestival befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema „Reichtum“ – und zwar so unterhaltsam wie nachdenklich stimmend.

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Nino Herrlich

Arm und Reich driften in unserer Gesellschaft immer weiter auseinander – soweit, so bekannt. Nur: Wer genau ist dafür verantwortlich? Die Politik? Die Spekulanten? Die Reichen? Die Armen? Alle? Eine fundierte, weil informative und dabei niemals langweilige Hilfestellung bei der Antwortfindung bietet das 21. Altonale-Festival. Zig Veranstaltungen stehen auf dem Programm von Hamburgs legendärem Kulturfestival. Etwa die Fotoausstellung „Rich & Richer!?“, bei der es darum geht, was es eigentlich bedeutet, unfassbar viel Geld zu besitzen (31.5.-16.6., Festivalzentrum/ Platz der Republik, ganztags). Schließlich gibt es weltweit ca. 2.000 Milliardäre und 27.000.000 Millionäre.

Auch die „Kunst im Schaufenster“ ist voll auf „Reichtum“ ausgerichtet, mehr als 50 Künstler zeigen ihre Arbeiten zum Oberthema (31.5.- 16.6., anliegende Geschäfte in Ottensen und rund um die Große Bergstraße, ganztags). Im „altonale Salon“ findet ein offener Austausch darüber statt, wie es im Quartier aktuell reichtumsmäßig aussschaut, anschließend wird der Dokumentarfilm „Nichts ist besser als gar nichts“ von Jan Peters gezeigt (8.6., Thalia in der Gaußstraße, ab 13 Uhr, Film ab 18 Uhr). Der ist sicherlich ebenso sehenswert wie die fünf Heimat-Kurzfilme über „Fremden Reichtum“ (12.6., Chistianskirche, 20.30 Uhr).

 

„Mach es möglich“

 

Ein besonderes Projekt zu extremem Konsumverhalten und dem Leben im Überfluss verspricht „Kulturfutter“ zu werden. Mit Unterstützung des Vereins Foodsharing e. V., der Hamburger Tafel und Hinz & Kunzt sind Anwohner, Besucher und Künstler dazu eingeladen, gemeinsam an einem langen Tisch Platz zu nehmen und unter freiem Himmel ein Essen aus überschüssigen Lebensmitteln zu genießen (2.6., Park am Platz der Republik, 19 Uhr). Überflüssig zu erwähnen, dass die Altonale auch auf ein wenig „Reichtum“ angewiesen ist. Alle Veranstaltungen, ebenso wie STAMP, das Internationale Straßenkunstfestival (14.-16.6.), sind kostenlos, deshalb gibt es die Kampagne „Mach es möglich“. Altonale-Teilnehmer, die einen roten Vogel an den Festivalspielorten sehen, können für die erlebte Kultur zahlen, was sie für angemessen halten.

Altonale21: 31.5.-16.6.2019


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Kurzfilm Festival Hamburg 2019: Weniger ist mehr

Das Kurzfilm Festival Hamburg hat eine neue Künstlerische Leiterin. Was bleibt: aufregende Filmkunst im extremen Destillat. Doch was ist neu?

Text: Maike Schade

Radikaler. Kontroverser. Streitbarer, ausschweifender und bunter. So soll das Kurzfilmfestival in diesem Jahr werden. Es weht frischer Wind durch die Filmrollen, denn Ex-„Berlinale Shorts“-Chefin Maike Mia Höhne hat in diesem Jahr das Zepter übernommen. Die Scheinwerfer aufgeblendet, das Konzept unter die Lupe genommen – und Bewährtes behalten, einiges entstaubt und manches auch umgestaltet. Das Motto: Weniger ist mehr. Das „International“ im Namen wurde gestrichen. Und es wird nur noch drei statt bisher fünf Wettbewerbe geben.

„Was wir brauchen, sind nicht mehr Preise, sondern mehr Diskurs“, erklärt die neue Künstlerische Leiterin. Und den gibt es nun, vor allem im neuen Format „Labor der Gegenwart“. Dahinter verbergen sich fünf Sonderprogramme; bei dreien wird im Anschluss an das Screening mit Gästen in einem Forum diskutiert.

 

„Wir müssen viel mehr feiern“

 

Der Hamburger Wettbewerb ging im Deutschen auf – was auch den Filmemachern zugutekommt, da ihre Arbeiten mehr Relevanz erhalten und zugleich auch in Relation zu den Produktionen des ganzen Landes betrachtet werden. Der Wettbewerb „Deframed“ wurde abgeschafft. Und so bleiben: Der Internationale sowie der Deutsche Wettbewerb und der Flotte Dreier, in dem Dreiminüter gegeneinander antreten. Das Thema in diesem Jahr: „Lost in Translation“.

Entscheidend für die Auswahl der gezeigten Filme ist für Maike Mia Höhne dabei nicht der Premierenstatus, sondern die Relevanz der Filme sowie die Haltung der Künstler. Erstmals wird es sogar einige Langfilme zu sehen geben, „denn da gibt es ja durchaus auch sehenswerte, die aber trotzdem bislang keinen Platz auf Festivals oder in den Kinos gefunden haben“, wie die Festivalchefin schmunzelnd sagt.

 

 

Insgesamt werden in acht Kinos mehr als 300 Kurzfilme aus 40 Ländern zu sehen sein. Das Herz schlägt dabei im Festivalzentrum in der Post Kaltenkircher Platz, das wie schon im vergangenen Jahr einen Infocounter, ein Extrakino, das Open Air und eine Videokunst-Installation des brasilianischen Künstlerpaares Bárbara Wagner und Benjamin de Burca beheimaten wird. Und den Festivalklub, in dem nachts Partys steigen. Denn auch hier will Höhne noch eine Schippe drauflegen: „Wir müssen viel mehr feiern.“

Kurzfilm Festival Hamburg 2019: 4.6.-10.6., versch. Orte


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?