Sport in Hamburg: Große Vereine setzen auf 2G

Seit Ende August hat Hamburg als erstes Bundesland die 2G-Option eingeführt. Mittlerweile setzt neben gastronomischen Betrieben auch ein Teil des Hamburger Sports auf 2G

Text: Felix Willeke

 

Am 13. September 2021 verschickte der FC St. Pauli eine E-Mail. „Zum kommenden Heimspiel am Sonntag werden wir im Rahmen des 2G-Modells ausschließlich geimpften und genesenen Personen den Stadionzutritt gewähren“, hieß es in der Mail. Damit kann der Zweitligist in Absprache mit den Behörden seine Kapazität auf 50 Prozent erhöhen und bis zu 15.000 Zuschauer:innen zum Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 begrüßen.

 

Der FC St. Pauli ist nicht alleine

 

Neben dem FC St. Pauli setzten noch mehr Sportvereine aus der Hansestadt auf das 2G-Modell. Den Anfang hatte der Eishockey-Oberligist Hamburg Crocodiles schon Ende August gemacht. Jetzt zieht der Handball Sport Verein Hamburg nach. Der Neu-Bundesligist setzt aus „rein betriebswirtschaftlichen Gründen“ auf das 2G-Modell, denn so könne man mehr Zuschauer:innen in die Halle bekommen und damit die laufenden Kosten über die Saison decken. Damit möchte der Verein am kommenden Sonntag statt 3.000 dann 5.000 Zuschauer:innen beim Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen begrüßen. Der entsprechende Antrag wird laut NDR derzeit geprüft.


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Schnell auf dem Wasser: Die Weltmeisterbesieger

Zu Gast beim ältesten Drachenbootclub Deutschlands, dem 1. Hamburger Drachenboot Club e.V.

Text: Mirko Schneider

 

Es ist ein unauffälliger Weg, der zum Bootshaus des USC Paloma am Barmbeker Stichkanal an der Saarlandstraße 38 führt. Hier ist eine echte Traditionsmannschaft dieser Stadt daheim, die Paddler des 1. Hamburger Drachenboot Club e. V. „Unser Verein war tatsächlich der erste Drachenboot-Club in Deutschland“, sagt Vorstandsmitglied Ulf Verboom, 49, bei der Begrüßung.

Gegründet wurde der Club (circa 80 Mitglieder) 1988, als Hamburger Kaufleute fasziniert von einer Drachenboot-Regatta in Taipeh zurückkamen, zu der sie eingeladen waren. Seitdem gab es Siege bei vielen Regatten. Die beeindruckende Pokalsammlung im Umkleidehaus erzählt davon.

„Wir haben ein Damenteam, ein Herrenteam und ein Mixed-Team. Trainiert wird aber fast nur noch im Mixed-Team“, erklärt Verboom. Heute mit 14 Paddlern plus Steuermann. Aber, aufgrund der Lärmschutzbestimmungen auf der Alster, ohne Trommler. Für eine Regatta benötigt man inklusive Ersatzleuten 26 Paddler, davon 20 im Boot.

 

Viel Erfahrung

 

Vor dem Start legen alle ihre wasserfeste Weste an. „Es kann schon mal passieren, dass Wasser ins Boot spritzt“, sagt Verboom. Er ist seit 1991 dabei, wurde mehr als ein Dutzend Mal Deutscher Meister, außerdem Europa- und Weltmeister. Vor über zehn Jahren hat er mit dem Team des 1. Hamburger Drachenboot Club sogar das deutsche Weltmeisterteam auf der Hamburger Binnenalster geschlagen. „In Anlehnung an den FC St. Pauli haben wir uns dann Weltmeisterbesieger-T-Shirts drucken lassen“, sagt St. Pauli-Fan Verboom.

Eine der Paddlerinnen ist Christin Müller, 38. Auch sie hat internationale Erfahrung, nahm sogar schon an einer Regatta auf der Londoner Themse teil. Zum Drachenbootfahren fand sie durch eine Zeitungsannonce in Holland. Danach ließ sie die Sportart nicht mehr los. „Ich habe hier sofort tolle Leute kennengelernt – und die Stadt Hamburg von der Wasserseite“, sagt sie. So wie ihr geht es vielen Teammitgliedern des Clubs, der sich 2017 auf der Suche nach einem neuen Zuhause befand und eine Kooperation mit dem USC Paloma einging. Der USC unterstützte den Club finanziell, dieser renovierte in Eigenarbeit das Bootshausgelände und alle Paddler wurden Mitglieder bei Paloma. Ein guter Deal für beide.

Dann geht’s los. Das 12,50 Meter lange und 250 Kilo schwere Kunststoffboot zum Start ins Wasser zu lassen, ist schwierig. Holzäste, Blätter und Dreck haben die Wassertiefe des Kanals an der Anlegestelle auf 40 Zentimeter sinken lassen. Eigentlich liegt die Säuberung in der Verantwortung der Stadt.

 

Kraft und viel Tempo

 

„Fertigmachen für zehn Dicke!“, ruft Steuermann Andre Busch schließlich. „Und ab.“ Dann flitzen wir los. Erst zehn kräftige Schläge, dann Schlagzahl 60, dann 50. Wie beim Kanufahren tauchen die Paddler das Paddel vorne ins Wasser ein, drücken es nach hinten seitlich weg. Die zweiköpfige Schlagbank vorne gibt die Schlagzahl vor. Alle Paddler drehen bei jedem Schlag ihren Körper ein, schauen sich dabei aus angestrengt-glücklich wirkenden Gesichtern an. Das Gewicht ist zwecks optimaler Wasserlage gleichmäßig im Boot verteilt „Der Zug und die Kraft beim Paddeln kommen vor allem aus dem Rumpf “, erklärt Verboom in einer Pause. Die Stimmung ist sportlich-freundlich. Es wird geackert und gescherzt.

Bewundernswert, wie viel Kondition hier alle haben – und wie schnell wir mitten auf der Außenalster sind. Als Spitzengeschwindigkeit erreichen wir in unseren Drei-Minuten-Terms 14 Stundenkilometer. Schwäne weichen uns aus, Kinder schauen vom Ufer aus mit großen Augen zu, der Blick über die weite Außenalster ist ein Traum. „Wenn wir sonntagmorgens trainieren, sehen wir oft Eisvögel. Ein echtes Schauspiel“, sagt Verboom.

Nach 70 Minuten sind wir wieder an der Anlegestelle. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, sagt Verboom noch zum Abschied. „Man muss am Anfang nicht viel können. Wer mag, soll einfach vorbeikommen.“

uscpaloma.de/drachenboot


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Maya Lindholm: Die Rückkehrerin

Würde im Leben immer alles nach Plan laufen, säße Maya Lindholm (30) bei diesen Paralympischen Spielen vor dem Fernseher. Nach dem dritten Platz bei der Heim-Weltmeisterschaft in Hamburg 2018 hatte Lindholm ihren Rücktritt erklärt. Jetzt startet sie am 26. August 2021 um zwei Uhr deutscher Zeit gegen Australien in ihr drittes paralympisches Turnier

Text: Mirko Schneider

 

Vor den Paralympics in Tokio dachte Maya Lindholm, die langjährige Aufbauspielerin des HSV, noch einmal um. Die mehrfache Deutsche Meisterin kehrte in die Nationalmannschaft zurück. „Mir hat die Nationalmannschaft einfach gefehlt. Sowohl körperlich als auch mental. Deshalb bin ich vor den Paralympics wieder eingestiegen“, sagt die 30-Jährige.

Nach dem Titel bei den Paralympischen Spielen 2012 in London und dem zweiten Platz 2016 in Rio möchte die dreifache Europameisterin nun zum zweiten Mal mit dem deutschen Team Gold bei den Paralympischen Spielen holen. „Wir haben das Potenzial für eine Medaille. Wenn wir alle fit und gesund bleiben, ist für uns alles drin“, sagt Lindholm.

 

Rollstuhlbasketball

 

Die als Ergotherapeutin im Ambulanten Rehazentrum am BG Klinikum Hamburg beruflich tätige Lindholm sitzt seit ihrem 14. Lebensjahr im Rollstuhl. „Ich konnte morgens auf einmal nicht mehr laufen. Der Grund dafür war eine Rückenmarksentzündung, deren Ursache nie herausgefunden wurde“, sagt Lindholm.

Sich aufzugeben war für sie jedoch keine Option. Lindholm suchte sich einen neuen Sport – und fand ihn im Rollstuhlbasketball. Bereits 2009 wurde sie in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Dort legte sie, wie auch national beim Hamburger SV, eine überragende Karriere hin. Das lässt sich nicht nur an Titeln messen. 2012, beim Sieg bei den Paralympischen Spielen in London, spielte die Frau mit den interessanten Hobbys (u.a. Geocaching und Wikingerschach) noch nicht die tragende Rolle auf dem Feld. 2016 in Rio sah das schon anders aus. Lindholm spielte mehr, agierte dominanter. Deshalb dürfte ihre Rückkehr die Chancen der deutschen Rollstuhlbasketballerinnen auf eine Medaille in Tokio erhöhen.

 

Eine gute Vorbereitung ist alles

 

Den letzten Schliff holte sich das deutsche Team in einem zehntägigen Trainingslager auf Lanzarote. „Wir haben alles noch einmal geübt. Angriff, Verteidigung, Wurftechnik, Taktik und Kommunikation, dazu eine Menge Krafttraining gemacht. Wir sind jetzt gut vorbereitet“, sagt Lindholm. Am 14. August fliegt das Frauenteam nach Tokio. Am 26. August geht es los. Die deutsche Gruppe mit Gastgeber Japan, Australien, Kanada und Großbritannien bietet happige Gegner und fordert von Beginn an höchste Konzentration.

Aber danach kann sich Maya Lindholm in Hamburg erholen. Sie weiß auch schon wie. „Ich wollte bald den Angelschein machen. Den habe ich jetzt wegen den Paralympischen Spielen verschoben. Aber wenn ich wieder da bin, werde ich ihn nachholen.“


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Owen Ansah: Auf der Überholspur

Owen Ansah (20) schmunzelt. „Das wusste ich noch gar nicht. Da muss man auf alle Fälle etwas tun“, sagt der Senkrechtstarter der HSV-Leichtathleten lachend. Angesprochen wurde Ansah von uns auf einen für einen Olympiateilnehmer wie ihn ungewöhnlichen Fakt: Er besitzt keinen Eintrag bei Wikipedia. Aber mit der 4×100-Meter-Staffel will der HSV-Sprinter auf jeden Fall ein starkes Ergebnis in Tokio holen

Text: Mirko Schneider

 

In der der 7. Klasse, im Jahr 2014, begann Owen Ansah, Sohn eines früheren Leichtathleten beim Athletik Team Hamburg mit dem Laufen. Doch der Leistungssprung folgte erst im Jahr 2019. „Für mich hängt das ganz eng mit meinem Trainer Sebastian Bayer zusammen. Er war selbst Weitsprung-Europameister, hat den Leistungssport erlebt und ich schaue mir wahnsinnig viel von ihm ab. Er ist zugleich ein entspannter und relativ harter Trainer. Diese Mischung passt zu mir“, sagt Ansah.

Doch ohne Corona würde er nun trotzdem nicht nach Tokio fliegen. Auch 2020 machte er rasante Fortschritte, zum Beispiel im mentalen Bereich und beim Start, war aber insgesamt noch nicht ganz so weit. Von der Verschiebung der Spiele profitiert Ansah. Denn am vorletzten Juni-Wochenende überzeugte er bei der Leichtathletik-Gala in Regensburg Bundestrainer Ronald Stein mit einer Zeit von 10,32 Sekunden auf 100 Metern im Vorlauf und 10,36 Sekunden im Finale (Rang drei). Stein nominierte Owen Ansah – ebenso übrigens wie den HSVTeamkollegen Lucas Ansah-Peprah (21) – für die 4×100-Meter-Staffel.

Owen Ansah im 200 Meter Halbfinale bei den Deutschen Meisterschaften 2021; Foto: WITTERS

Owen Ansah im 200 Meter Halbfinale bei den Deutschen Meisterschaften 2021; Foto: WITTERS

Nur zwei Wochen zuvor war Ansah über die 200 Meter in 20,89 Sekunden in Braunschweig Deutscher Meister geworden. „Ich hätte 2019 niemals gedacht, dass ich zwei Jahre später an den Olympischen Spielen teilnehme. Manchmal kommt mir das schon alles vor wie ein Traum“, sagt Ansah. Er, zu dessen liebsten Hobbys neben Restaurantbesuchen auch das Reisen zählt, darf nun nach Tokio. Die harte Arbeit mit sechs Trainingseinheiten in der Woche hat sich mehr als ausgezahlt. Die Ziele für Tokio sind hoch. Bundestrainer Stein gab schon vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio 37,80 Sekunden als Zielzeit für die Staffel aus. Über zwei Zehntel unter dem deutschen Rekord (38,02). Es klappte nicht. Doch diesmal soll der Rekord fallen. Es soll eine 37er-Zeit werden. Ansah selbst möchte dazu auf Position 3 der Staffel beitragen. „Die Position 3 liegt mir wegen der Kurve sehr gut. Aber das entscheidet natürlich der Bundestrainer“. Auf jeden Fall wolle man ins Finale. „Eine Medaille wäre ein wunderbarer Bonus“, so Ansah.

Wenn er wieder aus Tokio zurück ist, steht noch das Begleichen einer Wettschuld an. Ansah hatte in einem Interview mit leichtathletik.de gesagt, er wolle sich bei gelungener Qualifikation ein Olympia-Tattoo mit den Olympischen Ringen und der Jahreszahl 2021 stechen lassen. „Das werde ich auch machen. Es geht nur jetzt noch nicht, weil ein Tattoo den Körper reizt. Ich darf da vor Olympia kein Risiko eingehen“, sagt er.

Das Tattoo muss also noch etwas auf sich warten lassen. Ein baldiger Wikipedia-Eintrag für Owen Ansah dürfte hingegen nur eine Frage der Zeit sein.

Owen Ansah startet mit seinem Teamkollegen Lucas Ansah-Peprah am 5. August um ca. 3.09 Uhr deutscher Zeit im zweiten Vorlauf über 4×100 Meter der Männer bei den Olympischen Spielen in Tokio, live zu sehen bei den Olympia-Streams des ZDF. Ein eventuelles Finale steigt dann am 6. August um ca. 15.50 Uhr, zu sehen in der ARD.


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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Große Ehre: Hamburgerin trägt die deutsche Fahne bei Olympia 2021

Laura Ludwig aus Hamburg und Patrick Hausding sind die deutschen Fahnenträger:innen bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2021 in Tokio. Das Duo setzte sich bei einer Wahl von ARD, ZDF, Eurosport und „Bild“ durch

Text: Felix Willeke

 

Am 23. Juli 2021 ab 12.50 Uhr deutscher Zeit beginnt die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2021 in Tokio. Laura Ludwig und Patrick Hausding stehen dann hinter den Kulissen des Olympiastadions und freuen sich auf eines der Highlights ihrer Karriere: Die Hamburger Beachvolleyballerin und der Berliner Wasserspringer sind die Fahnenträger:innen des deutschen Olympia-Teams. Sie führen über 400 deutsche Sportler:innen zum Auftakt der Olympischen Spiele 2021 ins Stadion. Für die 35-jährige Ludwig sind es die vierten Spiele. 2016 gewann sie mit ihrer ehemaligen Partnerin Kira Walkenhorst Gold in Rio de Janeiro. In Tokio steht sie gemeinsam mit Margareta Kozuch im Sand.

 

Die Wahl

 

Erstmals in der olympischen Geschichte gibt es pro Nation zwei Fahnenträger:innen. Die Auswahl überließ der Deutsche Olympische Sportbund den Fans. Ludwig und Hausding gewannen eine von ARD, ZDF, Eurosport und „Bild“ durchgeführte Wahl, bei der auch die Athlet:innen des deutschen Teams abgestimmt haben. Bei den Frauen standen neben Laura Ludwig die Dressurreiterin Isabell Werth, Turnerin Elisabeth Seitz, Ruderin Annekathrin Thiele und die Tennisspielerin Angelique Kerber – die verletzungsbedingt nicht an den Start geht – zur Wahl. Hausding setzte sich bei den Männern gegen den Hamburger Hockey-Nationalspieler Tobias Hauke, Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov, Turner Andreas Toba und den Ruderer Richard Schmidt durch.
Die Olympischen Spiele beginnen am 23. Juli und enden am 8. August 2021 mit der Schlussfeier. Aus Hamburg sind 34 Sportler:innen in zehn Sportarten am Start. Vom 24. August bis zum 5. September 2021 folgen dann die Paralympics, hier nehmen voraussichtlich fünf Hamburger Sportlerinnen aus drei Disziplinen teil.


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Wasser und Marsch: Triathlon WM 2023 in Hamburg

Nach 2007 findet die Triathlon Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in Hamburg statt – 2023 mit neuen Disziplinen und Strecken

Text: Felix Willeke

 

Am 1. Juli 2021 gaben World Triathlon, die Deutsche Triathlon Union und die Stadt Hamburg bekannt, dass die World Triathlon Sprint & Relay Championships 2023 in der Hansestadt stattfinden werden. Nach 2007 ist es das zweite Mal, das Hamburg Austragungsort der Triathlon Weltmeisterschaft ist. Die WM 2023 wird allerdings nicht wie die WM 2007 in der olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen) ausgetragen, sondern findet in verschiedenen Wettbewerben über unterschiedliche Distanzen statt.

 

Neues Format

 

2023 werden die WM-Medaillen in neun Wettbewerben vergeben: Die Triathlon-Elite tritt im Einzel- und Mixed Relay-Rennen an, die Junior:innen sowie die Altersklassen-Athlet:innen tragen bei der WM Einzel- und Staffelrennen aus. Dabei werden die Wettbewerbe der Elite im neuen Eliminator-Format ausgetragen: Die Athlet:innen müssen sich über die Super-Sprintdistanz (300 Meter Schwimmen, 7 Kilometer Radfahren und 1,7 Kilometer Laufen) in Vorläufen und Halbfinalen für das Finale qualifizieren. Die Junior:innen und Altersklassen-Athlet:innen treten hingegen über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) an.


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Hamburgs Handballer sind wieder erstklassig

Der Handball Sport Verein Hamburg ist aufgestiegen und spielt in der nächsten Saison in der Handball-Bundesliga

Text: Felix Willeke

 

„Nie mehr 2. Liga“, schallte es am Abend des 22. Juni durch die Barclaycard Arena. Der Handball Sport Verein Hamburg spielte im vorletzten Saisonspiel vor 2.141 Fans gegen den ASV Hamm-Westfalen. Mit dem 32:28 (17:14) Sieg ist der Verein nicht mehr von den Aufstiegsplätzen zu verdrängen. Damit hat Hamburg – nach den Hamburg Towers im Basketball – den nächsten sportlichen Erstligisten.

Schien 2016 mit der Insolvenz der HSV-Handballer die sportliche Zukunft beendet, hat es der neu gegründete Handball Sport Verein Hamburg nach fünf Jahren zurück in die Handball-Bundesliga geschafft. Trainer Torsten Jansen spielte schon von 2003 bis 2015 in der Hansestadt und sagte noch im April der SZENE: „Wir sind optimistisch, dass wir es schaffen können und wir wollen es schaffen.“ Das ist jetzt vollbracht und Jansen wurde nach dem Spiel auch noch als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

 

Nach Ebbe kommt Flut

 

Zur neuen Saison hat sich der HSVH auch schon mit dem deutschen Nationaltorwart Johannes „Jogi“ Bitter den nächsten alten Bekannten in die Hansestadt geholt. Der 38-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2026.

Jetzt ist erstmal feiern angesagt: Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote trug, wie alle Beteiligten, das Shirt mit der Aufschrift „Aufstieg 2021 – Nach Ebbe kommt Flut“ und schrieb auf Twitter: „Diese Jungs ziehen‘s durch und bringen den HSVH dahin, wo er hingehört: In die 1. Liga!“


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Backboard: Surfbretter aus Hamburg

Wenn’s gut werden soll, muss man selbst ran, wie in diesem Fall: Surfboards. Massimo Calá fertigt in seiner One-Man-Manufaktur Unikate fürs Wasser an

Fotos: Anna Lehnert / Annagrafia

 

Die Sonne knallt. Es ist Sonntag. Während andere am Strand liegen, machen Tüftler keine Pause. In Stellingen in einem ehemaligen Aktengebäude werkeln und kreieren sie. Aus einem Raum ertönen Sägegeräusche. Zudem seien im Haus Nudelmacher, DJs und Graffitikünstler zu Gange, erzählt Massimo Calá, der im zweiten Stock seine Werkstatt hat und dort Surfbretter baut.

Massimo passt ins Klischeebild eines Surfers: Er trägt Cap über seine längeren, lockigen Haare, lässiges T-Shirt und Sneaker. Seine Hände können anpacken. Er hievt große Surfbrett-Rohlinge von einer Ablage und stellt sie zu den anderen. Es stehen leere Flaschen herum, in jeder Ecke ein Brett und überall ist Staub – eine Werkstatt eben, aber mit System: Links ein Werktisch für Farbund Vorbereitungsarbeiten, rechts die Schleifwerkstatt, ein zwei mal vier Meter Raum im Raum aus Pressspanplatten. Für den Kontrast ist er blau gestrichen, das Raumlicht auf halber Höhe montiert, um die Unebenheiten seiner Bretter besser erkennen zu können.

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Massimo surft schon seit er zwölf Jahre alt ist, durch Freunde habe er den Wassersport einst lieben gelernt. Schon als Teenager ist er viel auf Wellen geritten, unter anderem auf Sylt, in Dänemark, Portugal, Indonesien, der Karibik und bei den Deutschen U16- und U18-Meisterschaften in Frankreich. Dementsprechend groß war der Verschleiß seines Boards. „Ich hatte nie die Kohle, die Bretter reparieren zu lassen“, sagt der 26-jährige Hamburger, „also habe ich angefangen, das selbst zu machen.“

Massimo begann, indem er die Löcher in Surfboards von Freunden und Bekannten flickte. Die Nachfrage nach seinen Arbeiten wurde größer, sodass er sich kurzerhand seinen ersten Rohling aus Polyurethan bestellte und ein eigenes Brett anfertigte. Backboard war geboren und wuchs immer weiter. Für mehr Arbeitsplatz zog er 2017 in die Nähe von gleichgesinnten Machern und Tüftlern – in eine eigene Werkstatt in Stellingen. Seither verkaufe er seine Unikate an viele zufriedene Kunden. Er hat so aus einem Hobby ein zweites Standbein gemacht.

 

Zwischen Donauwelle und Duck Dive

 

Massimo ist hauptberuflich Bäcker in fünfter Generation. Eines Tages werde er den Familienbetrieb der Konditorei und Bäckerei Stechmann in Schnelsen übernehmen, sagt er. Massimo ist ein Menschenfreund, dem das Backen der Donauwelle zusammen mit seinem Opa morgens um 5.00 Uhr genauso viel Spaß macht, wie die Ideenentwicklung zusammen mit seinen Kunden in der Werkstatt und das Schnacken über den perfekten Duck Dive, das Durchtauchen einer Welle.

Durch das nächtliche Arbeiten in der Backstube hat Massimo tagsüber Zeit sich den Boards zu widmen. Er sei froh, beides, das Backen und die Boards, unter einen Hut kriegen zu können.

 

Schritt für Schritt

 

Sobald Massimo einen neuen Auftrag erhält, bestellt er den passenden Rohling aus Polyurethan. Er legt eine Messschablone auf, um für Symmetrie zu sorgen und zeichnet, je nach gewünschter Brettgröße, die Schnittpunkte ein. Dann prüft er die Dicke des Bretts, sägt die grobe Form aus und hobelt Unebenheiten ab. Um die Halterungen der Surffinnen zu verankern, fräst Massimo Löcher auf die Unterseite des Bretts und klebt sie hinein. Dann erhalten Massimos Bretter eine Glasfasermatte, sein Backboard-Logo, welches er mit Reispapier aufträgt und die Versiegelung mit dem Polyesterharz, bei dem eine Schutzmaske zu tragen, notwendig ist.

Massimo könne das Surfboard färben, indem er den Brettkern lackiert. Das Polyesterharz mit einem gewünschten Farbton zu vermischen, in Fachkreisen „resin tint“ genannt, sei seiner Erfahrung nach aber die bessere Methode. Nachdem das Harz getrocknet ist, sorge Massimo für den Feinschliff. „Zack, boom, bonjour – fertig ist der Hobel“, sagt Massimo, wenn er mit dem Ergebnis des Brettes zufrieden ist.

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Zusätzlich könne man laut Massimo auch Baumwoll- und Polyesterstoffe für spezielle Designs, oder Carbonfasern für die Stabilität, ins Brett einarbeiten. Eine Kundin hatte sich zum Beispiel einst ein zweifarbiges Surfbrett in den Farben ihres Bullis gewünscht.

Massimo geht auf fast alle Wünsche ein und fertigt Surfbretter in Größen von 5,4 bis 10,0 Fuß (1,68 bis 3,20 Meter) an. Preislich liegen Massimos Wellenreiter bei 490 und die großen bei 675 Euro, auch Workshops habe er schon angeboten. Massimo findet das fair, schließlich brauche er eine Woche für ein indivisualisiertes Surfbrett. „Für den europäischen Markt kommt lizenzbedingt alles aus einer Fabrik“, bemängelt der 26-Jährige, „da kommt nur eine andere Marke darauf und das Brett wird teuer verkauft.“ Zusätzlich gäbe es laut Massimo auch viele unzureichende Produkte aus Asien – weitere Gründe, warum Massimo sein Hobby selbst in die Hand nahm.

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Massimo schaut unterdessen bescheiden in die Zukunft, möchte aber auch neben seinem Beruf als Bäcker weiter tolle Surfbretter bauen. Auch stehe noch der Bäckermeister auf der To-do- Liste, er sehe das aber locker und schaue, was sich ergibt. Bei der Frage, welche die beste Surfbrettmarke sei, ist sich Massimo allerdings sicher: „Backboard!“

Massimo Calá
@backboard_surfboards


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Handball EM 2024 auch in Hamburg

In drei Jahren erwartet Hamburg ein Supersportjahr. Neben der Fußball EM finden auch Spiele der Handball EM in der Hansestadt statt

Text: Felix Willeke

 

Als 2018 die Handball-Europameisterschaft 2024 an Deutschland vergeben wurde, galt Hamburg als sicherer Spielort, das ist jetzt offiziell. Wie der Deutsche Handball Bund (DHB) am 10. Juni 2021 bekannt gab, sollen in der Hamburger Barclaycard Arena Spiele der Hauptrunde ausgetragen werden. Die Vorrunde findet in Berlin, München und Mannheim statt. Das Eröffnungsspiel soll vor 50.000 Zuschauer:innen im Düsseldorfer Fußballstadion gespielt werden und die Finalrunde und weitere Spiele der Hauptrunde finden in der Kölner Lanxess Arena statt.

Neben der Handball EM im Januar kann sich Hamburg auch auf einige Spiele bei der Fußball EM im Sommer 2024 freuen. Welche Partien im Volksparkstadion stattfinden sollen, steht noch nicht fest.


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