Beiträge

Kreative Räume: Programm Frei_Fläche wird fortgesetzt

Seit Juli 2021 bietet Hamburg „Raum für kreative Zwischennutzung“. Jetzt wird das Programm Frei_Fläche bis Ende 2023 fortgesetzt

Text: Felix Willeke

 

Eigentlich sollte Ende Dezember 2022 Schluss ein, doch jetzt kommt es anders: Das laut Hamburger Senat „erfolgreiche Programm Frei_Fläche“ wird bis Ende 2023 verlängert und mit weiteren rund 4,3 Millionen Euro gefördert. Im Juli 2021 viel der Startschuss für das Programm von Senat und der Hamburg Kreativ Gesellschaft, mit dem es Kreativen ermöglicht werden sollte, nicht genutzten Raum zwischen zu nutzen – für die Finanzierung stellte der Senat damals neun Millionen Euro bereit. In den vergangenen anderthalb Jahren ist daraus unter anderem das Projekt Artstadt im ehemaligen Karstadt Sport Gebäude in der Mönckebergstraße hervorgegangen. Bis zum 15. November 2022 wurden insgesamt 227 Kreativ-Konzepte in 53 Zwischennutzungen realisiert.

Impulse und ein neuer Planet

„Das Programm Frei_Fläche ist in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn für die Stadt. Es verhindert Leerstand, gibt Kreativen den Raum für ihre innovativen Ideen und befördert den Wandel hin zu einer vielfältigen und lebendigen Stadt. Wir brauchen diese kreativen Impulse, um die Stadt zukunftsfähig zu machen“, sagt Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien. Für einen Großteil der aktuell laufenden Projekte soll es jetzt auch 2023 weitergehen. So sollen beispielsweise im ehemaligen Karstadt Sport Gebäude in der Mönckebergstraße unter dem Namen „Jupiter“ weiterhin Ausstellungen, Pop-ups stattfinden und kreative Konzepte umgesetzt werden.


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Neuer Direktor für das Planetarium

Das Planetarium Hamburg bekommt zum 1. Februar 2023 mit Dr. Björn Voss einen neuen Direktor. Der bisherige Leiter des Hauses geht nach über 20 Jahren in den Ruhestand

Text: Felix Willeke

 

Er wolle das Planetarium Hamburg als „Wissenschaftstheater“ und als Hamburgs „Tor zum Universum“ weiterentwickeln, sagt Dr. Björn Voss. Der international anerkannte Astronom wurde 2006 in Kiel in Astrophysik promoviert. Seit 2007 leitet er das Planetarium Münster und wird am 1. Februar 2023 der neue Direktor des Hamburger Sternentheaters. 

Eine Ära geht zu Ende

Wenn der Neue kommt, geht der Alte: Professor Thomas Kraupe leitet das Haus im Stadtpark seit 22 Jahren und geht zum Jahresende in den Ruhestand. Unter seiner Leitung wurde das Planetarium mehr als einmal umgebaut und erstrahlt seit 2017 in neuem, modernen Glanz. Björn Voss „kann auf die erfolgreiche Arbeit von Prof. Kraupe und dem Team des Planetariums aufbauen, die das Haus technisch und baulich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt und zu einem der erfolgreichsten Planetarien im deutschsprachigen Raum gemacht haben“, sagt Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Senator für Kultur und Medien.


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Ein Gründungsdirektor für das Deutsche Hafenmuseum

Das Deutsche Hafenmuseum auf dem Areal des historischen Schuppen 50A am Hansahafen hat mit Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann seinen Gründungsdirektor und dieser steht vor großen Aufgaben

Text: Ronja Güldner

 

Am 1. November 2022 trat der Historiker Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann seine Aufgabe als Direktor des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg an. „Häfen waren für mich schon immer besonders faszinierende Orte.“, so Staubermann. Jetzt steht er auch als ein Teil des Direktionsteams der Stiftung Historischer Museen (SHMH) vor den nächsten Herausforderungen.

Entwicklung in Sicht

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Die Peking ist der Besucher:innenmagnet des Deutschen Hafenmuseum (©Mediaserver Hamburg/Martin Elsen, luftbild.fotograf.de)

2021 strömten rund 44.000 Besucher:innen ins Hafenmuseum. „Die aktuellen Besucherzahlen am Standort Schuppen 50A und auf der Peking zeigen, welche Faszination der Hafen ausübt.“, sagt Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Senator für Kultur und Medien. Deswegen soll es nicht bei dem einen Standort bleiben. „Die Herausforderung, an zukünftig zwei attraktiven Standorten die historischen, gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Zusammenhänge des Welthandels sowie die soziokulturellen Auswirkungen der damit verbunden Vernetzungen anschaulich zu machen, liegen bei Herrn Staubermann in fachlich hochqualifizierten Händen“, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH. Der zweite Standort für das Deutsche Hafenmuseum soll in dem geplanten Stadtteil Grasbrook entstehen. Der Bund stellt dafür 185,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Zwei Standorte, ein Museum

So soll das Museum zukünftig „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des globalen Handels und der Globalisierung erzählen“, sagt Kultursenator Brosda. Die Entwicklung des Museums mit dem Highlight, der Viermastbark Peking, liegt ab sofort in den Händen von Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann, der damit eines der anspruchsvollsten Museumsprojekte Europas verantwortet.

 


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Untreue in der Fabrik? Neue Entwicklungen

Am Vormittag des 31. Mai 2021 hatte die Hamburger Polizei und Staatsanwaltschaft die Fabrik Hamburg und die Privaträume ihrer Geschäftsführerin durchsucht. Der Verdacht der Veruntreuung von Stiftungsgeldern und Spenden steht seitdem im Raum. Jetzt hat sich Kultursenator Carsten Brosda zu den Vorfällen geäußert  

Text: Felix Willeke

Laut dem Hamburger Abendblatt gibt es neue Entwicklungen rund um die Fabrik in Altona. Das Blatt hatte schon im Juli 2021 von einer Razzia im Mai 2021 berichtet, die auf den Vorwurf der Untreue zurückgeht. Der Fabrik-Leiterin wurden die Veruntreuung von Stiftungsgeldern und Spenden vorgeworfen. Konkret geht es bei den Anschuldigungen laut dem Abendblatt um die Abrechnung von vermeintlich privaten Flug- und Zugreisen, von Wohnungsumzügen und anderen vermeintlich privaten Ausgaben. Jetzt hat sich der Kultursenator zu diesem Sachverhalt geäußert.

Brosda fordert Veränderungen

Laut dem Abendblatt fordert Kultursenator Carsten Brosda Veränderungen in der Fabrik. „Die im Raum stehenden Vorwürfe wiegen schwer, und ich hoffe sehr, dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bald abgeschlossen sind“, so zitiert das Abendblatt Brosda. Man habe der Fabrik und seinem Stiftungsrat „geraten, die Aufsichtsstrukturen zu verändern“. Jetzt bleibt das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten. Unterdessen geht der Konzert- und Veranstaltungsbetrieb in der Fabrik weiter. Das Kulturzentrum wird zwar von der Stadt gefördert, trägt sich aber zum größten Teil selbst.


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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Bedrohte Räume #22: #stopshopping #startthinking

Investoren shoppen Hamburg kaputt. 

Aus der Ferne betrachtet, sieht alles besser aus, heißt es. Ich sage: „Papperlapapp.“ Während ich nämlich fernab auf den Wogen der thailändischen Küstenregion surfe, sieht Hamburgs Raumsituation auch aus der Ferne betrachtet grauslig aus. Unsere wichtigsten Kulturräume, die uns Erker einer l(i)ebenswerten Zukunft sind, verschwinden. Hamburg wirkt auch aus der Distanz bald wie eine kulturell und kreativ ausgedorrte Savanne. Hamburg Ciddy, Du stirbst!

Nun, betrachten wir das neue Rettungsteam aus der Nähe: The Scholzing ist ja nun Geschichte. Stattdessen wird ein durchsetzungsstarker, ökologisch, kulturell, sozial und wissenschaftlich hoch kenntnisreicher und motivierter Mann, der sogenannte rote Peter, unser Kapitän. Er will dafür Sorge tragen, dass die Stadt in Zukunft eine kulturelle Perspektive bekommt. Die New York Times und The Guardian sprechen bereits vom sog. Tschentscherism. Was zunächst nach Zungenbrecher klingt, ist mehr als die Summe seiner Konsonanten. War er erst Balken im Auge vieler Hamburger, wird er dieser Tage zum Hoffnungsträger für die „No art – no future“-Bewegung.

Auch Carsten Brosda, unser Kultsenator, weiß, er muss nur alle Moleküle an einem Ort haben und dann … wusch, schon kann sein beständiger Versuch, kulturelle Herkunft mit kreativer Zukunft zu verknüpfen, gelingen. Er kennt die wahre Bedeutung von Kultur, deshalb gilt auch sein Fokus ihrem Erhalt. Schon mal ganz geil, oder? Bei all den bedrohten Räumen auf dem Globus, deren Dichte die Übersicht auch aus dem fernen Thailand verstellt, scheinen beide den Blick für das Wesentliche zu haben. Und wenn nicht, sei hier ein wenig Nachhilfe geboten:

Lieber Herr Tschentscher, lieber Herr Brosda,

wir begrüßen Ihr Vorhaben, den Berliner Investoren Raffke & Müll, die den Hinterhofkomplex Bernstorffstraße 117 gekauft haben und jetzt paragraphenreitend das Kackebeil schwingen und dabei so tun, als hätten sie von einer „Gemeinschaftsimmobilie“ nichts gewusst, den Riegel vorzuschieben. Wir sagen Bravo und gehen mit Ihnen und dem Bezirk durch dick und dünn.

Wir sind Fans von Ihren Ideen, Investoren via städtebaulicher Erhaltungsordnung zu regulieren, Mietwucher durch städtischen Ankauf abzufedern und damit den galoppierenden kulturellen Ökozid in Hamburg zu stoppen. Immerhin, die Bernie117 ist nicht irgendein Hinterhof. Die Band Fettes Brot hat ihr Studio hier, der Künstler Rocko Schamoni seine Werkstatt. Es ist eine gewachsene Gemeinschaft von mehr als 100 Menschen mit handwerklichen Betrieben, die das Viertel inhaltlich mit konstituieren.

Auch Ihr Engagement zum Thema Barner42 ist äußerst lobenswert. Selten haben wir so engagierte Verantwortliche in den Bezirken gehabt, die sich am Berliner Modell orientieren und von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, um Immobiliendeals zum Schutz der Mieter selbst abzuschließen oder denen die Klamotte bei Missbrauch wieder abzujagen. Wir sind da voll dabei, denn das Beteiligungsverfahren der Immobilien-Entwickler Köhler & von Bargen ist Bullshit und bietet den Mietern nur eines: Sie wählen Henker und Todesart selbst.

Und wenn alles gut läuft, dann könnten Sie sich auch gleich um Schnelsen49 kümmern, der Hof verfällt schneller als Sie das Problem googlen können. Auch die alte Likörfabrik in Harburg kracht jeden Moment zusammen. Lösung: Sie shoppen, wir erhalten! Die Sternbrücke mit ihren Clubs, dem Bauwagenplatz Zomia und den Altbauten drum herum warten auf Sie, greifen Sie zu! Ihre Fanbase macht den Rest und baut Ihnen Leuchttürme. Sie haben eine Vision – wir haben die Inhalte! Lassen Sie es uns tun!

Eure Raumsonde

Andrea

Beitragsbild: David Königsmann


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

 

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie unter www.andrearothaug.de