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Neuer Club: Aus Moloch wird die Anderswelt

Das Oberhafenquartier ist ständig im Wandel. Über fünf Jahre war das Moloch ein subkultureller Club-Stachel in der fortschreitenden Bebauung der HafenCity. Nun verkündete die Betreiber-Crew das Ende. Doch es geht spannend weiter. Für mindestens zehn Monate wird aus Moloch die Anderswelt.

Interview und Fotos: Ole Masch

Lange wurde gehofft, spekuliert, Gerüchte gestreut. Es folgte Abschiedsparty nach Abschiedsparty. Anfang September war es offiziell. Die Kerncrew des beliebten Underground Clubs Moloch, von Gästen liebevoll Mutti genannt, verkündete ihr „Closing ohne Closing“ und beendete damit nach fünf Jahren ein Projekt unzähliger legendärer elektronischer Nächte (und Tage). Man sei sich mit dem Gängeviertel, welches die Fläche verwaltet, nicht über die Modalitäten zur Fortführung einig geworden.

 

Neues Clubprojekt

 

Damit verliert Hamburg eines der innovativsten und mehrfach ausgezeichneten Clubprojekte der letzten Jahre – und gewinnt gleichzeitig etwas Neues. Wie das Gängeviertel mitteilte, geht im Oberhafen die Anderswelt an den Start: „Ein kollektiver, partizipativer und basisdemokratischer Ort für kulturelle und künstlerische Projekte und natürlich exzessive Clubkultur“.

Mehrere Wochen sei von zahlreichen Kollektiven und über 100 Beteiligten geplant, gebaut und entworfen worden. SZENE HAMBURG sprach mit Freya und Gwen vom Anderswelt-Kollektiv über das neue Kulturprojekt.

 

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Die Tür zur Anderswelt steht offen (Foto: Ole Masch)

 

SZENE HAMBURG: Freya und Gwen, wer genau macht die Anderswelt?

Freya: Es ist ein Projekt des Gängeviertel e. V., welches aus einem neuen internen Betreiber-Kollektiv und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern aus der subkulturellen Club- und Kreativszene besteht.

Wir als Kollektiv wollen einen Freiraum für Kunst und Kultur aller Art schaffen und sehen uns nicht nur als reinen Club-, sondern auch als Kreativbetrieb, den man in Form von Dekoration, Licht, Ton und Entertainment in zehn verschiedenen Welten erleben kann. Ein bisschen Hippie-Charme ist auch dabei (grinst).

Wofür steht der Name?

Freya: Anderswelt klingt so schön unkonventionell. Nach Utopie, nach Freiheit und nach Möglichkeiten. In unserem Fall durch Partizipation im Projekt in vielerlei Form, besonders bei der Gestaltung.

Die keltische Mythologie hinter dem Begriff haben wir erst danach entdeckt, finden sie aber auch sehr inspirierend – unsere erste Welt hatte diesen mystischen Look, die nächste wird ganz anders, versprochen!

 

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Arbeit im Kollektiv: neuer Außenbereich (Foto: Ole Masch)

 

Welche Veränderungen gibt es gegen­ über des Molochs?

Gwen: Musikalisch wollen wir ein breiteres Publikum ansprechen, das dennoch in die Location passt. Also Countrymusic wird es nie werden (lacht). Beim Opening hatten wir zum Beispiel das erste Mal eine reine Bassnight mit Trap, Grime und ordentlich Ghetto-Tech! Auch Psy-Trance, DnB, und eine Menge Live-Acts sind geplant.

Freya: Außerdem möchten wir die Diversität von Geschlechtern, Herkunft und so weiter zur Normalität werden lassen – das ist uns ein großes Anliegen.

Und räumlich?

Freya: Wie es bei uns aussieht? Kommt vorbei! Wir haben zwei neu gestaltete Floors und einen neuen Außenbereich, drei Bühnen, Installationen und interaktives Geschehen, das sich jeden Monat verändert und erweitert.

Es geht also auch draußen weiter?

Gwen: Ja! Wir hoffen, den goldenen Oktober nutzen zu können, um noch mal ein bisschen Festival-Feeling in den Herbst zu holen – ansonsten geht es im nächsten Frühjahr draußen weiter. Vielleicht überlegen wir uns auch noch was für den Winter, lasst euch überraschen!

 

„Die Anlagen sind der Shit und die Halle scheppert nicht mehr!“

 

Kämpft ihr für eine dauerhafte Nutzung?

Freya: Das ist geplant, ja. Wir sind in Gesprächen mit den entsprechenden Stellen wie Kreativgesellschaft oder Hafencity GmbH und generell daran interessiert, dass Hamburg wichtige subkulturelle Orte erhalten bleiben. Wie genau eine langfristige Nutzung der Fläche aussehen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Wann endet die aktuelle Betriebs­erlaubnis?

Freya: Im Juni 2020.

Das Moloch hatte immer wieder mit Lärmbeschwerden zu kämpfen. Wie geht ihr damit um?

Gwen: Wir haben ein paar Dinge an der Soundtechnik und den Einbauten so verändert, dass wir Lautstärke einsparen können, aber nicht auf besten Klang verzichten müssen. In anderen Worten: Die Anlagen sind der Shit und die Halle scheppert nicht mehr!

Außerdem hoffen wir auf die Akzeptanz eines Clubbetriebs, der auf ein Veranstaltungswochenende im Monat reduziert ist und kommunizieren so viel wie möglich mit unseren Nachbarn im Oberhafen.

Und wie öffnet ihr an diesen Wochen­enden?

Gwen: Die Winteröffnungszeiten – je nach Wetterlage ab Oktober oder November – sind: Freitag 24 Uhr – Samstag 11 Uhr, dann wieder Samstag 24 Uhr – Sonntag 22 Uhr. Ab dem Frühjahr werden wir wieder durchgängig drei Tage geöffnet haben. Das Ganze von September 2019 bis Juni 2020. Zehn Monate, zehn Parallelwelten.

 

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Die Discokugel dreht sich schon (Foto: Ole Masch)

 

Welche Gäste wünscht ihr euch?

Freya: Wie schon erwähnt, versuchen wir musikalische Vielfalt anzubieten, daher auch ein breiteres Spektrum an Gästen. Das kann auch mal bunt werden, aber so und nicht anders, soll es ja auch sein. Das gilt auch für unsere Clubpolitik: Generell wollen wir die größtmögliche Freiheit für jeden; und niemanden – abgesehen von Rassisten, Sexisten, Homophoben und andere – aufgrund von Äußerlichkeiten oder Verhalten ausschließen.

Wir haben während der Veranstaltungen ein Awarenessteam, Psy-Care und Deutschlands einzige reine Frauentürstehercrew, die sich um Wohlbefinden und Sicherheit kümmern. Aber allem voran schreien wir „Rave on, Hamburg!“.

Anderswelt: Stockmeyerstraße 43 (HafenCity), Anderswelt #Zwei, 11.-13.10., 24 Uhr


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Hamburgerin des Monats – Navina Nicke von Safe Night

Laute Musik, Nebel, eine ungewollte Hand am Hintern – bei Übergriffen im Nachtleben sind Betroffene oft hilflos. Akute Unterstützung bei Gewalt-Erfahrung bietet in einigen Clubs der Verein Safe Night. Die Mitinitiatorin und Türsteherin Navina Nicke über stereotypische Erwartungen und wie harmlose Momente ganz schnell kippen können.

Interview: Hedda Bültmann
Beitragsbild: Jakob Börner

SZENE HAMBURG: Navina, wer steht hinter Safe Night?

Navina Nicke: Das ist ein Zusammenschluss aus vier Clubs und einigen Freien, wie ich. Mit dabei sind das Uebel & Gefährlich, Moloch, Hafen- klang und Kulturelles Neuland e. V., die den Südpol betreiben. Den Verein haben wir Mitte 2017 gegründet und wir vom Club-Plenum arbeiten seit zweieinhalb Jahren ehrenamtlich.

Warum nur vier?

Das sind die, die sich anfangs zusammengetan haben und Lust dazu hatten. Mittlerweile gibt es auch Anfragen von anderen Clubs, aber wir können momentan leider strukturell nicht noch mehr Clubs aufnehmen.

Wo hakt es?

Die Mitarbeiter der Clubs würden dann mit im Plenum sitzen, das sich re- gelmäßig tri , um zu besprechen, wie wir weiterarbeiten können. Das wäre ein noch größerer Orga-Aufwand. Und diese Clubs würden auch das Aware- ness-Team für seine Partys buchen. Außerdem würden wir auch die Mitarbeiter der Clubs schulen wollen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt oder Handlungsstrategien bei Verdacht auf K.O.-Tropfen. Dafür haben wir aber zurzeit keine Kapazitäten.

 

„Ich weiß nicht, wie oft ich verfickte Feministin genannt wurde.“

 

Wofür ist das Awareness-Team auf Partys zuständig?

Das ist eine Dienstleistung, die wir anbieten und die ein Club buchen kann. Das Team ist verkürzt gesagt der Gegenpol zur Tür. Wenn in einem Club etwas passiert, gibt es eine gewaltausübende Person, die von der Tür rausgeschmissen wird. Aber es gibt ja auch eine betroffene Person, um die sich niemand im Club kümmern kann. Dafür ist das Awareness-Team da. Sie unterstützen Betroffene, wenn diese das möchten.

Wer ist das Awareness-Team?

Mittlerweile haben wir einen Pool von über 20 Leuten, die ausgebildet wurden in Krisenintervention und Gesprächsführung und die sich viel untereinander austauschen, wie sie Betroffene in Clubs unterstützen können.

 

„Wir helfen nicht nur Frauen.“

 

Wie kann man sich das vor Ort vorstellen?

Wenn das Team für eine Party gebucht wird, haben sie dort einen festen Stand. Dort können sie angesprochen werden, auch, wenn sich jemand generell für die Arbeit interessiert. Aber sie laufen im Club rum und sind durch ein leuchtendes A auf der Kleidung gekennzeichnet. Allerdings greifen sie nicht in akuten Situationen ein, sondern vermitteln den Leuten, dass sie da sind, wenn Unterstützung gewünscht wird. Es sind zweier Teams, die alle sechs Stunden wechseln.

Und welche Rolle spielt dabei Safe Night?

Der Verein kümmert sich zum einen um die Awareness-Teams und zum anderen veranstalten wir zukünftig Schulungen für Mitarbeiter der Clubs. Damit Leute vor Ort sind, die im Ernstfall vorbereitet sind. Die Bar zum Beispiel sieht am meisten, da sie am dichtesten am Dancefloor ist. Die Tür ist am weitesten weg, ist aber eigentlich dafür da, als erstes zu intervenieren, wenn etwas passiert. Deshalb ist es total wichtig, die Mitarbeiter zu schulen, wie sie bei Konflikten unterstützen können.

 

„Leider ist Gewalt schon lange normalisiert, auch im Kontext einer Party.“

 

Es scheint immer wichtiger zu werden, Frauen zu unterstützen …

Wir helfen nicht nur Frauen, es gibt auch Gewalt beispielsweise gegenüber Queers und Transmenschen. Viel Gewalt findet im Nachtleben statt, aber das war schon immer so. Nur wird das Bewusstsein dafür größer, Betroffene werden lauter und die öffentliche Aufmerksamkeit ist da. Dadurch werden dringend notwendige Diskussionen angestoßen. In der Vergangenheit wurde darüber einfach nicht geredet.

Aber im Nachtleben scheint es eine besondere Dringlichkeit zu haben …

Partys sind ein sehr spezieller Raum, der sich unkontrollierbar anfühlt. Dort ist viel Nebel, laute Musik, die Leute sind berauscht und für manche ist es ein Freibrief, um an anderen Gewalt auszuüben. Die ist oft so normalisiert ist, dass sie nicht wahrgenommen wird, wie zum Beispiel die Hand am Hintern. Oft ist es ein vermeintlich geregelter Ablauf, man geht in eine Bar, trinkt, fängt an zu knutschen und dann versucht man mit irgendjemand nach Hause zu gehen. Das ist ein großer Teil von dem, was Leute vom Feiern wollen. Was aber auch zur Katastrophe führen kann.

Da es ab einem gewissen Punkt ausartet?

Leider ist Gewalt schon lange normalisiert, auch im Kontext einer Party. Es liegt an der weit verbreiteten stereotypen Vorstellung, wie es abzulaufen hat und die nicht auf Konsens ausgelegt ist. Männern wird vermittelt, wenn sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten, dann passt das schon bei der Frau. Wenn nicht, dann ist sie eine Spaßbremse. Wir leben in einer Gesellschaft, die Männern jederzeit ermöglicht, Gewalt auszuüben, ohne dass dies irgendeine Form von Sanktionierung erfährt.

Scheitert das Finden eines Konsenses oft am Alkohol?

Es scheitert an den nicht gestarteten Versuchen. Es ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem, dass in bestimmten Situationen vorausgesetzt wird, dass beide Parteien einverstanden sind und beide dasselbe wollen. Und klar,ab einem bestimmten Pegel ist es nicht mehr möglich, eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Stimmt der äußere Eindruck, dass meist Männer auffällig werden?

Wenn es um sexualisierte Gewalt geht, ja, dann sind es meistens Männer, die gegenüber Nicht-Männern gewalttätig werden.

Wie reagieren Männer, wenn du, als weibliche Türsteherin, sie aus einer sexuell übergriffigen Situation raus aus dem Club ziehst?

Ich weiß nicht, wie oft ich allein gestern Nacht während meiner Schicht an der Tür, verfickte Feministin genannt wurde. Ich bekomme keine einzige Beleidigung ab, die nicht darauf abzielt, dass ich eine Frau bin. Letztens wurde ich Punkerfotze genannt und fand das mal eine Abwechslung (lacht).

 

„Die Tür ist das Medium, worüber der Club vermittelt, was für ein Ort er sein will.“

 

Wie wirkt sich die Türpolitik auf das Geschehen im Club aus?

Ich bemühe mich immer sehr, eine Anti-Rassistische und Feministische Türpolitik zu fahren und gucke, wie die Leute auf bestimmte Fragen von mir reagieren, wie sie überhaupt drauf sind, oder ob schon extrem betrunken. Die Tür ist das Medium, worüber die Kommunikation zwischen Club und Publikum stattfindet, wo der Club vermittelt, was für ein Ort er sein will. Einer, an dem sich alle Menschen wohlfühlen können, an dem darauf geachtet wird, dass alle miteinander respektvoll umgehen. Somit kann ich auch Einfluss darauf nehmen, welches Publikum im Laden ist oder aber auch als Argumentation, wenn ich jemanden rauswerfe.

Gibt es noch viele Türen, die anders handeln und denken als du?

Ich glaube, es gibt viele Orte, die sich dringend mit diesem Thema befassen sollten und das überhaupt nicht auf dem Radar haben, weil es einfach nicht Teil ihrer Philosophie ist.

Es muss also an beiden Seiten gearbeitet werden, die Einstellung der Gäste und der Clubs?

Genau. Die Philosophie der Clubs zeigt sich dann aber an vielen Stellen, wie beispielweise die Frauen-Männer- Quote beim Line-up. Das sind ganz viele Faktoren, die auf das gleiche abzielen aber sehr unterschiedlichen Einfluss auf die faktische Party haben.

Hat eure Arbeit in den Clubs schon etwas merklich bewirkt?

Ja. Vor allem erlebe ich es in dem Club, wo ich an der Tür stehe, und das Awareness-Team regelmäßig arbeitet. In dem letzten halben Jahr hat sich viel verändert. Anfangs war seitens der Gäste viel Neugierde da, aber auch ein kleiner Schock nach dem Motto: „Ist es hier so schlimm, dass ihr das braucht?“ Was nicht der Fall war, aber die Betreiber und die Mitarbeiter wollen, dass es den Gästen gutgeht und sie einfach eine gute Zeit haben können. Es ist eher wie ein Goodie obendrauf. Die Gäste haben es dann sehr schnell angenommen und mittlerweile es auch oft ein Kriterium für die Leute geworden, ob sie in den Club gehen oder nicht.

Safe Night e.V.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Magdalena bringt neue Partyreihe Shadows ins PAL

Bookerin, Festival-Veranstalterin, Produzentin: Magdalena, die Hamburger DJ und ehemalige Ego-Chefin, ist mittlerweile weltweit unterwegs. Im Februar kommt sie mit ihrer Ibiza-Partyreihe Shadows ins PAL.

Interview: Ole Masch
Foto: Randy Rocket

SZENE HAMBURG: Magdalena, wir erreichen dich in Tulum, Mexiko. Was führt dich dortin?

Magdalena: Ich bin gerade auf Tour. Hinter mir liegen sieben Gigs, unter anderem in Mexico City, Guadalajara, Acapulco und Puerto Escondido. Morgen steht hier der wichtigste Gig an. Es geht um die Shadows-Reihe. Die Gäste die ich begrüßen darf sind meine guten Freundinnen Nicole Moudaber und Anja Schneider sowie Art Department und Radio Slave.

Was ist „Shadows“?

Eine Partyreihe die ich ursprünglich mit meinem Team entworfen habe, um eine wöchentliche Residency auf Ibiza zu spielen, freitags im Blue Marlin. Am späten Nachmittag geht es mit einem Gast los, die Sonne geht langsam unter, die Schatten werden länger, es gibt eine tolle Lichtshow. Zum Schluss des Abends gibt es häufig noch ein b2b von dem Gastkünstler und mir. Nun übertragen wir das Konzept in andere Länder.

Wo geht’s hin?

Wir starten mit Francesca Lombardo am 14. Februar in Berlin, im Watergate. Dann weiter nach Zürich ins Hive und zu guter Letzt in meine Heimat Hamburg, ins PAL. Alles an einem Wochenende. Das Ganze wiederholen wir am 14. März mit La Fleur. Es ist ziemlich schwierig, eine Tour mit einem Gast in so kurzer Zeit in drei Venues zu veranstalten. Die Clubs müssen ihr ok geben, die Gage muss hinhauen, die Künstler müssen rechtzeitig angefragt werden. Es war wirklich ein schwieriges und zeitaufwendiges Unterfangen. Ich bin froh, dass jetzt alles steht.

Was kannst du über die Künstlerinnen erzählen?

Seit ich La Fleur im Ego-Club gebucht habe, kreuzten sich unsere Wege unregelmäßig aber stetig. Ich habe sie im letzten Jahr zu „Shadows“ in Ibiza eingeladen, jetzt freue ich mich besonders, dass sie wieder mit am Start ist. Francesca Lombardo lernte ich vor circa zwei Jahren im Lost Beach Club in Ecuador kennen. Ich habe freitags gespielt, sie samstags. Sonntags haben wir eine lange Afterparty b2b gespielt, seitdem sind wir tief verbunden.

 

„Irgendwann habe ich angefangen, mit dem Mixer zu experimentieren“

 

Hast du bewusst zwei Frauen dafür ausgewählt?

Ich würde nicht sagen, dass ich Frauen generell Männern vorziehe, aber schon, dass ich Freunde eher einlade als mir unbekannte Künstler.

Du bist seit Beginn ein Teil der Diynamic-Label-Familie. Wie bist du zum Auflegen gekommen?

Da ich lange Zeit den Ego-Club geleitet habe, war ich oftmals bis zum Schluss da, um zu schauen, dass alles gut läuft. Irgendwann habe ich angefangen mit dem Mixer zu experimentieren. Da habe ich schnell bemerkt, wie viel Spaß mir das macht – und so kam eins zum anderen.

Was macht das Label für dich aus?

Es ist halt Familie für mich. Innerhalb von Diynamic sind wir alle sehr eng miteinander verwachsen, es gibt einen regen Austausch über Musik, wir sehen uns alle häufig bei den Diynamic Events, die Diynamic Festivals oder Showcases. Ich fühle mich einfach sehr eng mit diesem Label und deren Künstlern verbunden.

Bei Diynamic bist du die einzige Frau. Was meinst du, ist der Grund dafür?

Das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Noch vor einigen Jahren gab es nicht so viele Frauen, die produzierten. Mittlerweile werden es immer mehr, was ich sehr begrüße. Ich denke nicht, dass es sehr lange dauern wird, bis eine weitere Frau auf Diynamic releasen wird.

Welche Erfahrungen hast du mit Sexismus im Nachtleben gemacht?

Ich bin in Hamburg aufgewachsen und hatte mit dem „Ego“ einen Club mitten auf dem Kiez. Mitten im Rotlichtmilieu, habe ich früh gelernt, mich mit dummen Sprüchen auseinanderzusetzen und auch zu kontern. Ich fühle mich auf dem Gebiet ziemlich abgehärtet.

Vermisst du das „Ego“?

Einerseits ja, andererseits habe ich durch die Schließung auch viele neue Freiheiten bekommen. Da ich sehr viel Herzblut in den Laden gesteckt habe, habe ich auch viele Stunden dort verbracht – denn wenn ich mir etwas vorgenommen habe, gebe ich immer 100 Prozent. Jetzt ist meine Passion das Auflegen, und ich darf jetzt in der Welt umherreisen, was natürlich auch wunderschön ist.

Verschiedene Länder, unterschiedliche Feierkulturen. Jede Nacht ein anderer Club. Was für viele traumhaft klingt, ist sicher auch anstrengend. Wie erholst du dich davon?

Hin und wieder nehme ich mir ein Wochenende frei, aber generell bin ich noch zu „hungrig“ und möchte so viel spielen wie möglich. In der Woche kann man sich kurz ausruhen, aber meistens liegen dann viele andere Sachen an: Man möchte ins Studio, dort arbeiten oder mit seinem Team über die nächste Schritte sprechen. Ich versuche wenigstens am Montag für niemanden erreichbar zu sein, auch wenn das leider häufig nicht klappt …

 

Magdalena live in Beirut

 

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Wie häufig bist du überhaupt noch in Hamburg?

Ich würde sagen, dass ich circa sechs Mal im Jahr vorbeischaue. Manchmal länger, manchmal kürzer. Meine Familie lebt zum Teil noch dort und meine Agentur hat ihren Sitz in Hamburg. Manchmal bin ich auch zum Auflegen dort. Das Ego-Air veranstaltete ich die letzten Jahre ja außerdem auch noch. Ich nehme quasi jede Gelegenheit wahr um meiner Lieblingsstadt einen Besuch abzustatten.

Wird es dieses Jahr wieder ein Ego-Air geben?

Dazu kann ich leider noch nichts sagen. Ehrlich gesagt, hatte ich noch keine Zeit das final zu besprechen.

Neben dem Auflegen, hast du angefangen zu produzieren. Wie kam es dazu?

Nico Plagemann von Kollektiv Turmstrasse half mir auf die Sprünge. Er hat mich in sein Studio eingeladen, mir alle Basics erklärt und mir ans Herz gelegt, mit Ableton zu arbeiten. Damit ist man einfach schneller und kreativer und kommt zu einem super Ergebnis.

Stimmst du der Aussage zu, dass, wer als DJ wahrgenommen werden will, auch produzieren muss?

Generell schon. Das Publikum wünscht sich nicht nur DJs, sondern Musiker. Ausnahmen bestätigen hierbei natürlich wie immer die Regel.

Was hat dich bei deiner ersten EP Elementum inspiriert?

Die Vocals aus dem Track „Mountains of Es Cubells“ kamen von meinem Freund Steve. Er hatte mir eine Whats-App-Nachricht geschickt, die mich total an die Afterparty-Kultur von Ibiza erinnert hat – da musste ich einfach einen Track draus machen.

 

Hört hier „Mountains of Es Cubells“ von Magdalena

 

Verarbeitest du auch deine Hamburger Herkunft in deiner Musik?

Nun ja, ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen – somit trage ich Hamburg immer im Herzen.

Wo kann man dich in diesem Jahr noch auflegen sehen?

Im Mai spiele ich beim Diynamic Festival in München, ansonsten spiele ich in nächster Zeit hauptsächlich außerhalb Deutschlands.

Und was sind deine aktuellen musikalischen Projekte und planst du sonst für 2019?

Im Februar kommt ein Remix auf Timeless raus, dann arbeite ich noch an einem Remix für Hot Since 82, der im März veröffentlicht wird. Außerdem gibt es ein Herzensprojekt von mir, welches klassische Musik kreuzen wird, aber das ist noch nicht ganz spruchreif!

„Shadows“ mit Magdalena und Gästen live in Hamburg: 16.2. und 16.3., PAL, 24 Uhr


 Dieses Interview stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Cadus: Club-Netzwerk für Hilfe auf der Balkanroute

Aus dem Umfeld von Hafenklang und Off the Radar Festival engagieren sich Menschen wie Thomas Lengefeld, um Tausenden auf der Balkanroute Gestrandeten über den Winter zu helfen. Spenden werden dringend benötigt. Auch feiern hilft.

Text: Jan Paersch
Fotos: Christoph Löffler

Sebastian Kurz frohlockte: „Wenn die Flüchtlinge sehen, dass es kein Durchkommen nach Europa gibt, werden die Ströme weniger werden“, so der österreichische Bundeskanzler im Februar 2016. Kurz darauf wurde in einer Konferenz aus EU-Staaten und Westbalkan-Ländern offiziell beschlossen, die sogenannte Balkan-Route zu schließen. Problem gelöst, alle zufrieden?

Anfang 2017 konstatierte der Tagesspiegel, der Andrang sei ungebrochen, der Weg lediglich „schwieriger, teurer und brutaler geworden“. Über Griechenland, Albanien und Montenegro führt die Route die Geflüchteten bis an die EU-Außengrenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Dort ist Endstation.

„Wenn die Kroaten dich erwischen, schlagen sie dich, nehmen dir das Geld ab, zerbrechen deine SIM-Karte und bringen dich wieder nach Bosnien zurück“, zitiert die „Zeit“ einen Marokkaner, der im Juli 2018 in der Grenzstadt Velika Kladuša gestrandet war. Dort gab es vier Toiletten und zwei Duschverschläge – für mehr als 500 Menschen. Seitdem hat sich die Lage noch verschlechtert.

 

„Wir wollten die Netzwerke der Partyszene für Hilfsaktionen nutzen“

 

Im Dezember 2018 ist die Situation in Sarajevo angespannt. „Die Menschen verbrennen alles, was sie finden, um sich zu wärmen“, beschreibt Thomas Lengefeld die Lage in der bosnischen Hauptstadt, 250 Kilometer südlich der Grenze. „Die Geflüchteten hausen in der Wildnis, zum Teil in besetzten Häusern. Bosnien lässt niemanden mehr aus Sarajevo heraus oder schickt Menschen in Bussen zurück.“

„Wir sind es gewohnt, viele Leute zu versorgen“, Thomas Lengefeld

Thomas Lengefeld ist keiner, der um seine Taten großes Aufsehen macht. Der ruhige Mann mit Hoodie und blauroter Wollmütze ist der Typ, der einem den Kaffee bezahlt, ohne es zu erwähnen. Der Hamburger gehört zum Verein Off the Radar (OTR), der jeden Sommer das gleichnamige Festival in der schleswig- holsteinischen Provinz durchführt. Lengefeld, seit Jahren als Booker im Hafenklang tätig, hat die Geschäftsführung inne. „Musik war schon immer Vehikel neuer Strömungen, aber auch konkreter Ideen“, schreiben die OTR-Macher auf der Homepage.

Die Idee in diesem Fall: Die Festival-Skills für höhere Ziele benutzen. Lengefeld: „Wir wollten nicht nur Müll und verkaterte Leute hinterlassen, sondern versuchen, die Netzwerke der Partyszene zu nutzen, um auf unsere Zwecke hinzuweisen. Wir sind es gewohnt, auf freiem Feld viele Leute zu versorgen. Im Winter aber werden Generatoren, Gaskocher und Kochtöpfe nicht genutzt.“

Off the Radar sammelte Geld und Equipment für das Projekt NoBorder-Kitchen, das sich auf den griechischen Inseln und der Balkanroute für Geflüchtete engagierte. Später schloss man sich dem Berliner Verein Cadus an.

Die Hilfsorganisation gründete sich 2014 aus dem Umfeld des Fusion Festivals und der Berliner Clubszene. Ihr Geschäftsführer, der lange Jahre in leitender Funktion im Rettungsdienst arbeitete, hat sich vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe auf die Fahnen geschrieben. Cadus begann 2014 mit Erste-Hilfe-Kursen in Nord-Syrien. Dort sind auch vier Jahre später noch zwei Lkws als mobile Krankenhäuser unterwegs. Cadus – der Name kommt von einer syrischen Wüstenblume. Es ist eine sehr robuste Distel, die nur einmal im Jahr blüht.

 

„Die großen NGOs sind in Sarajevo kaum sichtbar“

 

Bosnien-Herzegowina hatte nach Schätzungen der UNHCR allein bis zum Juli 2018 mehr als 10.000 Neuankömmlinge zu verkraften. Und noch immer kommen mehr. Im November ist der erste Schnee gefallen. „Der Winter ist kälter als in Deutschland“, sagt Thomas Lengefeld. „Die Geflüchteten in Sarajevo laufen mit Flipflops herum und haben schwere Erfrierungen. Dazu kommen die Traumatisierungen.“ Cadus ist mit einem ausgebauten Sprinter und einem Pick-up vor Ort, ein 50 Jahre alter Unimog soll zum Duschwagen umgerüstet werden. Parallel zur Essensausgabe wurden schon in der ersten Woche 200 Bedürftige medizinisch versorgt.

Neben Ärzten braucht Cadus auch Logistiker und Crowdmanager, denn, so Lengefeld: „Man muss schauen, dass niemand bei der Ausgabe untergebuttert wird.“ Müssten Rotes Kreuz und Co. nicht eigentlich in Sarajevo helfen? „Die großen NGOs sind dort kaum sichtbar“, sagt Lengefeld. „Die sind auf die Politiker angewiesen. Die sehen nicht, wie wichtig es wäre, sich auf den Weg zu machen.“

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Medizinische Hilfe vor Ort: Cadus in Sarajevo

Bis Ende Februar läuft das Projekt zunächst, die Kosten für drei Monate belaufen sich auf etwa 80.000 Euro – medizinisches und technische Equipment, das bereits vor Ort ist, nicht enthalten. Thomas Lengefeld wird Anfang Januar nach Bosnien reisen. „So etwas Sinnvolles habe ich das ganze Jahr nicht gemacht.“

Um bis zum Ende des Winters in Sarajevo vor Ort sein zu können, braucht Cadus Geld. Damit könnte die Organisation auch speziellere Stationen aufbauen, darunter eine Gynäkologie oder einen radiologischen Bereich.

Wer Cadus unterstützen mag, kann neben Spenden noch etwas anderes tun: Feiern. Der Verein Off the Radar spendet einen Großteil seines Jahresüberschusses an humanitäre Projekte. Vom gleichnamigen Festival, 2019 vom 25. bis 28. Juli, wird also auch Cadus profitieren. In der Hoffnung, dass 2019 weniger Menschen mit Flipflops durch den Schnee laufen müssen.

CADUS – Redefine Global Solidarity e.V.: Spendenkonto: CADUS e. V. Volksbank Berlin, IBAN DE55 1009 0000 2533 5240 04, BIC BEVODEBBXXX


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Vanessa Buena alias VABU

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Vanessa Buena von Spieltrieb – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

Vanessa, wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Tendiert zum melodischen Techno, besonders zutreffend war mal die Beschreibung vom Docks, dass ich keine Distanz zwischen mir und der Musik zulasse.


Der Hamburg Elektronisch Podcast zum Interview mit VABU:


Was war deine schrecklichste Gast-Frage?

Witzig ist immer, wenn ich nach meinem DJ-Namen gefragt werde und ihn gefühlt 100-mal wiederholen muss, weil er nicht verstanden wird.

Dein größter Moment als DJ?

Jeder Gig war für mich bisher individuell was ganz Besonderes. Die Euphorie die dabei entsteht macht mich jedes Mal aufs Neue sprachlos. Ganz groß war es für mich aber tatsächlich dieses Jahr das erste Mal auf dem Habitat Festival zu spielen, wo ich die Jahre zuvor immer als Gast war.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?

Spaß habe ich fast überall, aber der Südpol ist schon Favorit.

Wen würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Hidden Empire, finde den Sound der Jungs großartig!

Und auf wen sollte man ein Auge haben?

Surreal! Nicht weil’s einer meiner besten Freunde ist, sondern meiner Meinung nach ist er talentierter den je.

Dein nächster Gig?

Im Uebel & Gefährlich, Docks und in Berlin im Birgit&Bier und am 10.11. steigt meine Geburtstagssause im Waagenbau mit André Winter und vielen weiteren Acts.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident: Melbo

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im Januar 2017 ist Melbo an der Reihe. Gebürtig aus London, aufgewachsen in Wien, steht die 32-Jährige seit 2013 in Hamburg hinter den Decks.

Schrägster Gast- Kommentar: Du hast richtig gut aufgelegt, aber ich bin besser.

Platte des Monats: Ryan Murgatroyd – Something Said.

Lieblingsplatten:
Kruder & Dorfmeister – The K&D Sessions, Röyksopp – Melody A.M., Trentemøller – The Last Resort, Dj Shadow – Entroducing.

Größter Moment als DJ:
Ich habe einmal vor „nur“ drei Leuten aufgelegt, aber einer von ihnen ist nach meinem Gig zu mir gekommen und meinte, dass es wunderschön war und dass er sich so richtig fallen lassen konnte. Das hat diesen eigentlich bescheidenen Gig völlig aufgewertet und mich daran erinnert, dass es egal ist, vor wievielen Leuten man als DJ spielt. Das Wichtigste daran bleibt, dass man eine Geschichte erzählt, die jemanden berührt hat.

Was nervt in Hamburg:
Eindeutig das Wetter und der hohe Mietspiegel.

Party des Monats (Februar 2018): Recondite live (16.2.18, Uebel & Gefährlich, 24 Uhr) / Konzert: Mars Mobil im Jazz Café (1.2.18).

/ OMA 

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Februar 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Meet the Resident: Oskar.

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im Januar 2017 ist OSKAR. an der Reihe.

OSKAR., 24, seit 2011 DJ, Seit der Eröffnung Resident im PAL, Veranstalter von POWER TOWER im Uebel & Gefährlich.

Schrecklichste Gast-Frage: Mich hat mal jemand beim Auflegen gefragt, ob er einen Track auf YouTube anmachen kann … Im Club!

Platte des Monats: Burial – Rodent (Original Mix).

Lieblingsplatten: Alles von Aphex Twin, alles von Daft Punk bis 2005, Burial’s Untrue LP & Veröffentlichungen auf Labels wie Ostgut Ton, Ilian Tape, R&S, Running Back, L.I.E.S. und Ninja Tune.

Größter Moment als DJ: Jedes Mal wenn ich Support für die Vorbilder spielen darf. Wenn die Tanzfläche komplett gefüllt ist, aber keiner spricht, stattdessen sich alle wie in Trance verhalten. Die Reaktionen der Gäste wenn mein letzter Track ausläuft. Oder wenn man die Fortschritte der eigenen Crew beobachten kann. An dieser Stelle Shout Outs an meine Residents im PAL, Funky Kartell und an alle die mich immer unterstützt und inspiriert haben.

Was nervt in Hamburg: Keine Spätis.

Party des Monats: Die erste Party im PAL nach einer kurzen Winterpause.

/ OMA

PAL
20.1.18, 24 Uhr


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2017. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Club Award 2018: Eine Krone für den Club

Weit über 11.000 Veranstaltungen, geschätzte vier Millionen Besucher. Die Hamburger Liveclub-Szene brummt. Clubkombinat und Kulturbehörde finden das ausgezeichnet und vergeben die Club Awards 2018

Manch Clubbetreiber mag sich eben erst von den Silvesterfeierlichkeiten erholt haben, da steht bereits das nächste große Nachtleben-Event ins Haus. Am 25. Januar werden im Docks die Hamburger Club Awards verliehen. Bereits zum achten Mal gibt es die begehrten Trophäen. „Auch 2018 verschafft der Award den Leistungen der Clubszene die notwendige Aufmerksamkeit“, meint Lucas Paradies vom Clubkombinat. „Er bringt all diejenigen zum Feiern zusammen, die trotz zahlreicher Bedrohungslagen allabendlich mit Herzblut und Idealismus dafür sorgen, dass Clubgängerinnen eine schier endlose Zahl an Live-Konzerten und Partys erleben können“.

Und genau das soll belohnt werden. Im Rahmen der Verleihung werden Awards in Kategorien wie Bester neuer Club, Stärkste Newcomer-Förderung oder Clubnacht des Jahres verliehen. Das im letzten Jahr überarbeitete Jury-Verfahren, setzt auch diesmal auf die Schwarmintelligenz von rund 250 Personen aus der Hamburger Musikszene. „Es steht vor allem für mehr Fairness und Transparenz im Auswahlprozess,da persönliche Präferenzen weniger ins Gewicht fallen“, so Paradies. „Aus der Clubszene erreichte uns vielfach das Feedback, dass eine solche Ehrung nunviel mehr bedeutet“. Für den Award Beliebtester Musikclub des Jahres gilt das schon lange. Er wird seit jeher vom Publikum vergeben: Auf der Seite des Clubkombinats kann jeder noch bis zum 21. Januar für seinen persönlichen Lieblingsladen stimmen und seinem Club die Krone verleihen.

Text: Ole Masch

Foto: Ulrike Schmidt

Abstimmen unter award.clubkombinat.de

Meet The Resident: Safari Collective

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im Dezember 2017 ist das Safari Collective an der Reihe. 

Safari Collective (Funcky & Martin), 44 & 40 Jahre, seit 2004 im Yoko Mono, seit 2012 im Fundbureau (Nachtflohmarkt), seit 2016 im John Lemon.

Schrecklichste (oder schönste) Gast-Frage:
„Eeehm, du, ich bin jetzt nicht verliebt in dich oder so, aber darf ich mal ein Foto von deiner Playlist machen, dann gibst du mir deine Nummer und ich schicke es dir dann auch …“.

Platte des Monats:
Rising Appalachia – Alive

Lieblingsplatten:
Sehr schwer, das einzugrenzen, aber acht für die einsame Insel mit dampfdruckgetriebenem Plattenspieler wären wohl:
SNFU – Better than a stick inthe eye
Luke Winslow-King – The Coming Tide
Jakob – Subsets of Sets
Pink Floyd – A Saucerful of Secrets
Omnia – Musick and Poetree
Tschaikowsky – Ouverture Solennelle 1812
Soundtrack von „Cold Mountain“
The Cure – Standing on a Beach

 

Größter Moment als DJ:
Es ist immer das Großartigste, wenn man mit Leuten, die eigentlich nur mit Freunden quatschen und trinken wollten, dann gemeinsam mit vorher Fremden auf den Tischen tanzt.

Was nervt in Hamburg:
Nervig sind letztlich nur einige Menschen, aber die gibt es auch in Moskau oder in der Wüste… oder sonstwo.

Party des Monats:
Jeder Freitag und Samstag im neuen Yoko – Club und Bar.

/ OMA

Yoko – Club und Bar
Valentinskamp 47 ( im sehrehemaligen Madhouse); Bar 17 Uhr, Club 23 Uhr