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Fun auf Norwegisch: LINIE Aquavit Norweek in Hamburg

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LINIE Aquavit lässt bei der Norweek vom 18. bis 21. Mai 2022 die norwegischen Puppen zu Art, Beats und Drinks in der Schanze tanzen und wir verlosen Tickets zum Event!

Seit 2020 unterstützt LINIE Aquavit mit seinem Signature Drink LINIE Ginger die Gastronomie in Hamburg. Denn Zusammenhalt ist das, #waswirklichzählt. Da kommt ein Fest gerade recht. Und da ein Abend niemals ausreicht, werden gleich mehrere daraus: Gemeinsam mit dem Pallas, Hamburgs Hotspot am Neuen Pferdemarkt, lässt LINIE Aquavit bei der Norweek vom 18. bis 21. Mai 2022 die norwegischen Puppen tanzen. Die RFI Gallery, Raum für Illustration, kommt von Sankt Pauli aus zu einem artsy Besuch in die Schanze, Jolle, DJ KCL und GoMe sorgen von Donnerstag bis Samstag für rhythmisches Herzklopfen. Auch auf einen Auftritt von Niklas Paschburg, den viele sicher schon vom Reeperbahnfestival kennen, können sich Besucher:innen freuen.

Und mit etwas Gewinnspielglück bei Instagram unter @linieaquavitdeutschland kann man sich zur Stärkung einen Smørrebrød-Happen von Fabio Haebel hinter die Kiemen schieben. Überall mit dabei ist LINIE Ginger, der neue Signature Drink von und mit LINIE Aquavit, dem Klassiker aus Norwegen.

Tastings, Cocktail-Mix-Kurse und vieles mehr

Fans und Interessierte können auf aufregenden Events den LINIE Aquavit näher kennenlernen. Zum Beispiel lädt Spirituosen-Experte und First Aquavit Educator Jürgen Deibel zum Aquavit-Deep-Dive ein und bei der Experience World können Besucher:innen die Botanicals und Rohstoffe des einzigartigen LINIE Aquavit hautnah erleben.

Oder wie wäre es mit einem Cocktail-Mix-Kurs mit 5-Sterne Barprofi und Brand-Ambassador Michael Ehrenwirth? Jetzt gibt es nur noch eines zu tun: Bei Instagram vorbeischauen, das ein oder andere Special mitnehmen, die Tanzsneaker schnüren und ab ins Pallas – #waswirklichzählt.

Alle Events im Überblick

WannWasWo
Do, ab 19.00 Uhr, Fr ab 20.00 Uhr, Sa, ab 16.00 UhrRFI GalleryPallas
Mi, ab 19.00 Uhr, Do, ab 16.00 Uhr, Fr, 16-17.00 Uhr und 20.00 Uhr bis open end, Sa, ab 16.00 UhrExperience Pallas
Do, 19. Mai 19.00 UhrLive MusicJollePallas
Do, 19. Mai 20.00 UhrDJ Program DJ KCLPallas
Fr, 20. Mai 20.00 UhrDJ Program Niklas PaschburgPallas
Fr, 20. Mai ab 21.00 UhrDJ Program DJ KCL, Plazebo & Special GuestPallas
Sa, 21. Mai ab 14.00 UhrDJ Program DJ Saint OnePallas
Sa, 21. Mai ab 18.00 UhrDJ Program DJ RafikPallas
Sa, 21. Mai ab 20.00 UhrDJ Program GoMePallas

Egal, ob am Elbstrand oder auf dem heißen Asphalt zwischen Altona und Sankt Pauli: LINIE Ginger hat alles, was ein Sommerdrink braucht – bestehend aus würzigem LINIE Aquavit, abgerundet durch den besonderen Zitrusgeschmack von Limette, die Fruchtigkeit von Heidelbeeren und Frische von Gurke, getoppt mit prickelndem Schweppes American Ginger Ale. Wer sich schon mal in Stimmung trinken will, hier gibt’s das Rezept zur Norweek LINIE Ginger:

4 cl LINIE Aquavit  
2 cl frisch gepresster Limettensaft  
Schweppes American Ginger Ale 
ein paar Heidelbeeren  
2-3 Gurkenscheiben  
Eiswürfel

Ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln füllen, LINIE Aquavit und Limettensaft ins Glas geben, Heidelbeeren und Gurkenscheiben hinzugeben, mit Ginger Ale auffüllen und servieren. Skål and stay tuned @linieaquavitdeutschland.

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Der Knaller kommt zum Schluss: Wir verlosen 2×2 Tickets für einen Mixing-Kurs, am Freitag, dem 20.05, um 17:00 Uhr im Pallas! Zur Gewinnspielteilnahme gehts via unserem Instagram-Account @szene_hamburg.

Zurück ins Club-Glück

Auf ein Neues: Endlich machen Hamburgs Clubs wieder auf. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien, im Gespräch über die Spuren des vergangenen Corona-Winters und das Tanzen in Zeiten weltpolitischer Krisen

Interview: Anna Meinke

SZENE HAMBURG: Carsten Brosda, am 4. März 2022 öffneten Hamburgs Clubs ihre Türen erneut. Unter 2G+-Bedingungen darf seitdem ohne Maske gefeiert werden. Haben Sie die neue Freiheit schon ausgenutzt und mal wieder so richtig das Tanzbein geschwungen?

Carsten Brosda: Noch nicht. Ich bin ohnehin eher einer von denen, die bei einem Konzert mit einem Bier in der Hand im Raum stehen und die Musik aufsaugen. Ich freue mich aber sehr, dass endlich wieder die Clubkultur gefeiert werden kann!

Gleichzeitig wurde Hamburg am 30. März zum Corona-Hotspot erklärt. Haben Sie trotzdem ein gutes Gefühl dabei, das Feiern wieder möglich gemacht zu haben, oder ist Ihnen auch ein wenig mulmig zumute?

Es ist gut, dass Hamburg angesichts der noch immer hohen Infektionszahlen vorsichtig ist. Schließlich ist Corona noch nicht vorbei, die Infektionszahlen sind hoch. Mit wenigen Maßnahmen können wir uns vergleichsweise wirksam schützen. Neben der Notwendigkeit zum Impfen ist es deshalb klug, auch weiterhin vorsichtig zu sein, gerade auch damit der ganze Wahnsinn nicht im Herbst wieder von vorne beginnt.

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„Viele haben in den letzten Monaten gemerkt, was alles fehlt“, sagt Kultursenator Carsten Brosda (Foto: Bertold Fabricius)

Das Personalproblem

Nach dem zehnwöchigen Winterschlaf ist das Bedürfnis bei vielen groß, sich ins Getümmel zu stürzen und die Nächte durchzutanzen. Was zeigt denn die Erfahrung der letzten Wochen – gibt es gerade eine regelrechte Party-Explosion?

Mein Eindruck ist schon, dass viele in den letzten Monaten gemerkt haben, was alles fehlt, wenn diese Orte wegfallen, an denen wir mit anderen zusammenkommen. Wir sehen das auch in anderen Kultureinrichtungen. Es macht einen Unterschied, ob ich auf dem Sofa Netflix gucke oder ob ich zum Beispiel im Theater ein einmaliges Live-Erlebnis habe. Und dann steht man im Anschluss mit anderen Menschen zusammen und tauscht sich aus. Das gilt natürlich erst Recht für Clubs, die ja gerade von dieser physischen Enge leben. Ich hoffe sehr, dass wir uns dieses Bewusstsein für den Wert des gemeinsamen Erlebens bewahren!

Irgendwelche nennenswerten Corona-Ausbrüche?

Wie gesagt: Generell sehen wir, dass die Zahlen weiter hoch sind und wir noch vorsichtig seien müssen. Insofern ist es gut, dass wir in den Clubs weiterhin die 2G+ Regelung gilt. Mein Eindruck ist, dass wir damit die Situation derzeit ganz gut im Griff haben.

Und wie sieht es hinter den Bars, am Eingang und an der Club-Garderobe aus? Machen sich Fachkräftemangel und Personalnot bemerkbar?

Das ist ein echtes Problem. Darum ist es auch gut, dass zum Beispiel die Clubs auf dem Kiez jetzt mit einer Kampagne gezielt Personal ansprechen. Daher war uns aber auch wichtig, dass wir mit unseren Hilfen immer so weit wie möglich nicht nur Einnahmeausfälle gezahlt haben, sondern vor allem weiter das Veranstalten unter Corona-Bedingungen ermöglichen wollten. So konnte wenigstens ein Teil des Personals gehalten werden.

„Ich wünsche mir, dass diese Corona-Generation jetzt durchstartet“

Also, alles wie immer, getreu dem Motto „The Kiez is back“?

Ich bin mir nicht sicher, ob unser Ziel sein sollte, dass einfach alles zum Alten zurückkehrt. Wir können ja auch aus den Erfahrungen der letzten zwei Jahre lernen und manches besser machen. Vielleicht gehen wir mit den Kulturorten ja jetzt auch viel bewusster um und erkennen zum Beispiel den großen Wert der vielfältigen Clubkultur in der Stadt. Das wünsche ich mir jedenfalls. Vor allem aber muss sich das Publikum seinen Kiez jetzt wieder zurückerobern und mit Leben füllen. Man muss sich ja vor Augen führen, dass da jetzt auch eine Generation die Clubkultur ganz neu erleben wird, die eigentlich in den letzten Jahren die Nächte hätte erobern sollen, stattdessen aber zu Hause bleiben musste. Ich wünsche mir sehr, dass diese Corona-Generation jetzt durchstartet und die Erfahrungen machen kann, die man in dem Alter machen muss!

„How can we dance when our world is turning? How do we sleep while our beds are burning?“

Midnight Oil

Es hätte so schön sein können – bundesweit sinken die Fallzahlen und es darf endlich wieder getanzt werden. Doch vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine stellt sich die Frage, inwiefern eine hemmungslose Feierei gerade überhaupt möglich ist. Gegen den Weltschmerz antanzen – ist das eine gute Idee?

In meiner Jugend haben Midnight Oil gefragt: „How can we dance when our world is turning. How do we sleep while our beds are burning.“ Die Frage stellt sich immer wieder. Aber die Geschichte zeigt ja auch, dass gerade die Popkultur Veränderung fördern kann. Deswegen finde ich die Idee, gegen den Weltschmerz anzutanzen, eigentlich recht schön. Auch das bedeutet ja, diesem Wahnsinn unsere Haltung von einer freien Kultur entgegenzustellen. Aber ich gebe zu, dass das schwerfällt – und dass die Form immer wieder überprüft werden muss.

Momente der Gemeinschaft

Welchen Stellenwert haben das gemeinsame Feiern und Live-Musik-Erlebnisse Ihrer Meinung nach? Und was bleibt vielleicht auf der Strecke, wenn wir nicht tanzen gehen können?

Für mich sind das Momente, in denen Gemeinschaft spürbar wird. Kae Tempest beschreibt in ihrem Buch „Verbundensein“, dass sich bei einem Konzert sogar der Puls der Anwesenden angleicht. Das Wissen darum, dass wir einander brauchen und aufeinander reagieren, ist wichtig.

Ich finde die Idee, gegen den Weltschmerz anzutanzen, eigentlich recht schön.

Kultursenator Carsten Brosda

Clubbetreiber:innen beklagten in den vergangenen zwei Jahren vielfach eine gewisse Leichtfertigkeit, die den Umgang der Politik mit der Schließung von Clubs vermeintlich prägte. Kommt mit der „neuen Feierei“ auch eine neue, vielleicht absehbarere Corona-Strategie für die Kulturszene?

Da haben wir in den letzten Monaten schon eine Menge voneinander gelernt. Ich denke noch mit Schrecken an die ersten Corona-Verordnungen, in denen die Kultur mit Freizeiteinrichtungen und Puffs auf eine Stufe gestellt wurde. Das hat zu Recht einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Inzwischen wird der besondere Stellenwert der Kultur erkannt. Bund und Länder haben auch deutlich gemacht, dass es sehr genauer Begründungen bedarf, wenn die Freiheit der Kunst eingeschränkt wird. Mit Blick auf die Live-Musik macht mir Mut, dass die neue Bundesregierung nun erstmals Clubs als Kulturorte anerkannt hat und auch entsprechend schützen will. Wir in Hamburg wissen schon lange, wie wichtig eine lebendige und vielfältige Club-Szene für die Kultur ist. Da kann es nur helfen, wenn da künftig Bund und Länder mit der Szene an einem Strang ziehen.


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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„Wir haben eine Verantwortung“

Die Solidarität mit der Ukraine und mit den vor dem russischen Angriffskrieg fliehenden Menschen ist groß. Auch aus der erst kürzlich wieder hochgefahrenen Club- und Veranstaltungsszene gibt es Hilfe. John Schierhorn vom Schrødingers im Schanzenpark berichtet

Interview: Ole Masch

Benefiz-Flohmarkt im PAL, Ukraine Fundraiser-Party im Edelfettwerk oder der „Peace Please Soli-Rave“ am 1. April 2022 im Fundbureau sind nur einige Beispiele, wie innerhalb der Clubszene geholfen wird. Auch die Crew um John Schierhorn vom Schrødingers packt kräftig mit an. Bereits im letzten Jahr wurde das Kulturzentrum mit dem Sonderpreis des Club Awards geehrt. Diverse Soli-Veranstaltungen, unter anderem für Sea Watch, eine wöchentliche Essensausgabe für bedürftige Menschen oder im Winter Platz für ein Zeltlager, um Obdachlosen einen Ort zum Verweilen zu ermöglichen, waren Gründe für die Auszeichnung. In der aktuellen Situation, wo täglich Tausende Geflüchtete in Hamburg ankommen, konnte das Schrødingers sein Netzwerk ebenfalls nutzen, um Menschen direkt zu unterstützen.

„Erst einmal muss es meist schnell gehen“

SZENE HAMBURG: John, woher kommt der Antrieb immer wieder zu helfen?

John Schierhorn: Es wird halt gerade einfach Hilfe gebraucht. Wir sind ja nicht nur Konzertort, sondern vor allem auch Stadtteilkulturzentrum. Als solches haben wir eine Verantwortung. Und wir wissen: Die Welt wird nicht besser, wenn nicht alle daran mitarbeiten. Also begreifen wir uns als Team und Ort, an dem jeder Mensch mithelfen kann!

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„Es wird gerade einfach Hilfe gebraucht“ sagt John Schierhorn vom Schrødingers (Foto: ohne Credit)

Welche Hilfsaktionen habt ihr im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine initiiert?

Wir unterstützen die Helfenden an der Registrierungsstelle in Wandsbek. Dort sind jeden Tag mehrere Hundert Menschen. Wir haben ein kleines Logistikzentrum gebaut und koordi­nieren die Versorgung mit warmen und kalten Speisen, Hygieneartikeln, Decken et cetera mit. Zusätzlich werden wir ab dem Monatswechsel im Schrødingers eine Kinderbetreuung einrichten, damit die geflüchteten Kids ein wenig auf andere Gedanken kommen und die Eltern sich um Orga und so weiter kümmern können.

Wie baut man so eine Hilfsaktion auf ?

Erst einmal muss es meist schnell gehen. Dann aber geht es viel um Logistik. Es braucht eine gewisse Infrastruktur vor Ort, das erleichtert jeden weiteren Schritt erheblich. Dazu zählt auch allerhand Organisation. Dabei ist die freiwillige Mitarbeit von Menschen, die idealerweise eine solide Vorbildung haben, megawichtig. Insbesondere Menschen aus dem Veranstaltungsbereich haben natürlich einen guten Überblick, wie viele Menschen zu versorgen und die Abläufe zu planen sind.

Wie schafft ihr das neben dem eigent­lichen Betrieb?

Wir teilen uns auf, arbeiten richtig viel und haben Mut zur Lücke.

„Kriege einfach nicht mehr führen, wäre ganz geil“

Wie schätzt du die Solidarität inner­halb der Club­ und Veranstaltungs­szene ein?

Die Clubs sind gerade alle mitten in der Eröffnung. Aber viele stellen zum Beispiel ihre Bandappartements zur Verfügung und die Mitarbeitenden vor Ort sind oft Clubmenschen. Lieblingskommentar gerade gestern: „Eigentlich fehlt hier nur noch der DJ.“

Wie kann man sich als Einzelperson beteiligen?

Es gibt an allen Hilfsorten mittler­weile Orgateams, die über Facebook, Padlet und Whatsapp vernetzt sind. Im Zweifel einfach vor Ort vorbeischauen und dort fragen, wie man in die Gruppen kommt.

Was sollte man vermeiden?

Einfach mit irgendwelchen Sachen kommen. Insbesondere Klamotten­ spenden werden fast nirgends mehr angenommen. Vor Ort oder in den Gruppen nach den tagesaktuellen Bedarfen fragen. Oder gerne auch einfach Geld spenden, damit kann meist am schnellsten auf die aktuellen Bedarfe reagiert und in großen Mengen eingekauft werden.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Kriege einfach nicht mehr führen, wäre ganz geil. Und dafür sorgen, dass alle Menschen ein Dach über dem Kopf und genug gesundes Essen haben. Das kann verdammt noch mal nicht so schwer sein, wenn alle mitmachen!

schroedingers.hamburg/spenden

Eine Übersicht über weitere Hilfsaktionen, Soli-Veranstaltungen der Kultur, Demonstrationen und Informationen für Geflüchtete und Helfende gibt es im Ukraine-Ticker der SZENE HAMBURG.


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„Wir brauchen ernsthafte Perspektiven“

Anna Lafrentz, zuständig für Durchführung und Personalorganisation im Südpol, und Felix Stockmar, Booking, Finanzen und Technik auf der MS Stubnitz, gehören seit Herbst 2020 zum Vorstand des Clubkombinats. Im Interview sprechen sie über die Situation der Hamburger Musikspielstätten nach zwei Jahren Pandemie

Interview: Ole Masch

SZENE HAMBURG: Anna und Felix, wieso lässt man sich mitten in der Pandemie in den Vorstand des Clubkombinat wählen?

Anna: Wann denn sonst? Jetzt ist es akut und Arbeit, die reingesteckt wird, macht sich schnell bemerkbar. Wir können hier wirklich was für unsere Clubs erreichen und das macht neben der Anstrengung einfach super viel Spaß.
Felix: In der großen Pause ist ja eben auch ’ne Menge Luft, um sich mal aus seinem eigenen Kosmos rauszubewegen und für die Konzert- und Clublandschaft generell etwas zu bewegen. Das eigene Wissen mit anderen zu teilen, zu unterstützen und in eine gemeinsame Zukunftsgestaltung mit einzubringen.

Genervt und müde

Mit welchen Zielen seid ihr angetreten?

Anna: Meine persönlichen Ziele waren unter anderem mehr politische Wertearbeit – hier haben wir vergangenes Jahr eine wichtige Satzungsänderung in der Mitgliederversammlung verabschiedet. Zudem lag mein Fokus viel auf Öffentlichkeitsarbeit, also Pressemitteilungen oder Interviews. So haben wir die Hamburger Clubs in die bundesweiten Nachrichten gebracht und konnten zur öffentlichen Wahrnehmung unserer Kulturorte beitragen. Mein dritter Schwerpunkt ist die Awareness-Arbeit. Hier gründen wir gerade einen Round Table zum Thema und entwickeln mit weiteren Akteuren ein Weiterbildungsprogramm.
Felix: Ich habe mich vor allem viel mit der Zukunft der Live-Musik und Clubbranche auseinandergesetzt. Denn dieser große Einschnitt birgt auch die Chance, Dinge und Strukturen neu zu denken. Sich mal die Frage zu stellen: „Wollen wir bloß so ,prekär‘ weitermachen wie vor der Pandemie, oder schaffen wir es, dass sich Post-Corona wirklich strukturell etwas ändert.“ Durch den Stillstand ist vielen erstmals bewusst geworden, was die Kultur jenseits des durchsubventionierten kulturellen Erbes, die sonst ja immer selbstverständlich da war, eigentlich für einen Wert hat. Dieses Bewusstsein auch in die Politik und damit auch in Gesetzesänderungen zu bringen, ist immens wichtig.

Wie geht es der Hamburger Clublandschaft nach zwei Jahren Corona?

Anna: Ich würde sagen „erschöpft“ trifft es ganz gut. Klar sitzen wir auch in den Startlöchern, aber die letzten zwei Jahre waren für alle sehr kräftezehrend. Wenig war möglich und das mit enorm hohen Auflagen verbunden. Leere Tanzflächen und eine Absage nach der nächsten, das zieht enorm viel Energie.
Felix: Ja, genervt und müde. Das viele Hin und Her, die zunehmend fehlende Logik und Struktur hinter der Pandemiebekämpfung und das ständige „für die Tonne-Arbeiten“ wird immer frustrierender.

„Wann geht es endlich wirklich um die Menschen?“

Wie lange kann es noch so weitergehen?

Anna: Wir in Hamburg haben mit den bundesweiten Hilfen und dem Hamburger Club-Rettungsschirm erst mal alle laufenden Kosten gedeckt. Schwierig ist es, das Personal zu halten oder wiederzufinden, denn gerade selbstständige Veranstaltungsleute sind schon lange in andere Branchen abgewandert. Außerdem: Was sind die Clubs ohne die Bars und Kneipen? Da geht gerade ein großer Schwung unter, einige halten sich noch luftschnappend an der Kante. Ohne die Vielfalt dieser Läden ist auch der Clubbesuch nicht mehr dasselbe. Um eine Kultur der Nacht zu erhalten, muss sich schnell was ändern.
Felix: Ja, die finanziellen Hilfen decken vieles, aber das Geld ist im Kulturleben auch nur eine Seite. Die andere besteht darin, für andere Menschen durch kulturelle Inhalte besondere und vor allem auch soziale Erlebnisse zu schaffen. Das ist das Eigentliche, für das wir leben und das uns Kraft gibt. Je länger dieser Teil fehlt, desto schwieriger wird es die Energie zum Durchhalten aufzubringen.

Was fordert ihr von der Politik?

Anna: Wir brauchen ernsthafte Perspektiven und ehrliche Zusagen. Nach zwei Jahren und Impfungen stehen wir immer noch vor lauter Fragezeichen. Soll das jetzt jeden Herbst so gehen? Die Temperaturen sinken, die Zahlen steigen, die Läden gehen wieder zu? Wann endlich bekommen kulturelle Erlebnisse denselben Stellenwert wie Lohnarbeit? Wann geht es endlich wirklich um die Menschen und nicht nur um die Wirtschaft?
Felix: Ständig wiederholen wir die formalen Forderungen nach Inhaber:innengehalt, Lebensunterhalt für Selbstständige, keine Rückforderungen der ersten Corona-Hilfen (!), Abschaffung des bundesweiten Flickenteppichs, klare Perspektiven, Gleichbehandlung der Kultursparten und grundsätzlich die Anerkennung der Wichtigkeit von Kunst, Musik und Kultur für unsere Gesellschaft.

Es braucht Einheitlichkeit, bundesweit

Auf welche kurzfristigen Perspektiven hofft ihr?

Anna: Wir hoffen natürlich, dass wir bald wieder tanzen dürfen, mit vielen Leuten und ohne Abstand.
Felix: Mit Blick auf Frühjahr und Sommer wünschen wir uns unkomplizierte und frühzeitige Open-Air-Förderungen und sowieso eine Verlängerung der aktuellen Förderungen in vollem Umfang. Die Wiedereröffnungsszenarien müssen bundeseinheitlich geplant und rechtzeitig und transparent kommuniziert werden, sodass uns Zeit bleibt, uns vorzubereiten. Und dass diese Vorbereitung von einem wie auch immer gearteten „Konjunkturpaket“, Vorschläge an die Politik gibt es zur Genüge, begleitet wird.

Habt ihr bei den Öffnungen im Herbst Unterschiede zur Zeit vor der Pandemie bemerkt?

Anna: Die Freude der Menschen war unfassbar groß! So viel angestaute Energie, so viel Hunger nach anderen Leuten, Begegnungen, Ekstase, Rausch, laute Musik und beim Tanzen die Welt da draußen einmal kurz vergessen machen. Und damit Energie sammeln, um weiter durchzuhalten. Wie ich das bei unseren Openings beobachtet habe, fielen die ersten Unsicherheiten nach ein bis zwei Stunden im Laden von den Leuten ab. Körper und Kopf erinnern sich und lassen los. Gleichzeitig war genauso schnell bemerkbar, als die Infektionszahlen wieder stiegen. Gäste blieben vermehrt aus, enorm viele „No-Shows“, also Tickets, die nicht wahrgenommen werden. Na ja, und dann haben wir ja auch alle direkt wieder zugemacht.

Es gab auch Vorteile

Wie geht’s es euren Läden?

Anna: Puh! Viele Baustellen. Wir haben die Zeit genutzt, um uns strukturell neu aufzustellen, das wird jetzt in der Praxis geübt. Der Club ist erst mal gesichert, aber fast alle unserer Mitarbeitenden mussten sich andere Jobs suchen. Zu unserer kurzen Öffnung war unser Team zwar komplett mit vielen alten und vielen neuen, aber ohne klare Perspektive mussten die sich schnell wieder was anderes suchen. Das zehrt an den letzten Energiereserven. Aber wir haben Bock und freuen uns auf das Frühjahr mit neuen Überraschungen. Ich hoffe eigentlich nur, dass wir im Herbst nicht wieder schließen müssen und zurück in einen Rhythmus finden.
Felix: Auf der Stubnitz gab und gibt es auch eine Menge Baustellen. Die Corona-Zeit hatte diesbezüglich neben allen Nachteilen auch ein paar Vorteile, weil wir uns stark auf die Instandsetzung konzentrieren konnten. Die weitere Lebenserwartung unseres Denkmal- und Kulturschiffes ist damit ein gutes Stück vorangekommen. Vieles was im laufenden Betrieb gerne hinten überfällt wurde angegangen. Aber inzwischen sind wir heiß darauf, dass es im März bei uns wieder losgeht. Ich bin optimistisch, dass wir wieder voll loslegen und viele Menschen glücklich machen können.

Hat die Pandemie noch weitere Vorteile gebracht?

Anna: Ja! Die globale Erfahrung, dass sich alles ganz schnell ändern kann. Egal ob „das schon immer so war“. Das finde ich toll, denn es zeigt: alles ist möglich, auch die guten Veränderungen! Und persönlich weiß ich noch mal mehr, wieso ich das alles tue: für gemeinsame ästhetische Erlebnisse, die die Welt einfach zu einem besseren Ort machen. Ist so.
Felix: Dem habe ich nichts hinzuzufügen!

clubkombinat.de


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Clubkinder: „NICHT unterkriegen lassen“

Der Verein feierte kürzlich Jubiläum. Seit seiner Gründung vor zehn Jahren und mit über 1.000 Freiwilligen hilft er, die sozialen Herausforderungen der Stadt zu meistern. Der neue Vorstand um Larissa Gebken, Eloise Bossen und Julian Lee stellt sich vor, berichtet über erfolgreiche Aktionen und Projekte in Pandemiezeiten

Interview: Ole Masch

SZENE HAMBURG: Eloise, Julian und Larissa, wie ist eure NachtlebenVerbindung und was sind eure Aufgaben im clubkinder e. V?

Eloise: Ich bin seit 2014 bei den clubkindern dabei, eit 2015 im Vorstand. Organisiere und plane seit Beginn meiner Tätigkeit sämtliche Events und Formate, bin somit sehr aktiv im Nachtleben. Bis heute bin ich die eine, hauptamtliche Angestellte im Verein, koordiniere die Freiwilligen, organisiere das Backoffice und regle alles, was anfällt.

Julian: Meine Verbindung zum Nachtleben ist das nebenberufliche Dasein als Musiker in der Band „Kill Strings“. Ich sehe meine Aufgabenfelder eher in der Konzeptionierung neuer Projekte und im Netzwerken. Also Ideen in die Welt pusten, wie Seifenblasen, und schauen, wie man diese umsetzen kann. Dabei ist es vor allem wichtig, dass ich mit Larissa und Eloise zwei Kolleginnen im Vorstand habe, die mich immer wieder einfangen und auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Larissa: Ich bin seit gut drei Jahren bei den clubkindern und war vorher hauptsächlich im Bereich Jugend unterwegs. Tatsächlich bin ich über meine Tätigkeit als Stadtführerin auf dem Kiez dazugekommen. Immer, wenn ich mit einer Tour in die Ritze gegangen bin, bin ich am Unterm Strich vorbeigekommen, habe es gegoogelt und bin so über die Website an Eloise geraten. Ich war ab der ersten Mail verliebt. Ansonsten bin ich in der Tischfußball-Szene in Hamburg noch recht aktiv. Bei den clubkindern werde ich mich zukünftig um die Ehrenamtskoordination und alles rund ums Thema Digitalisierung kümmern.

Sich selbst verwirklichen

Mit welchen Zielen seid ihr als neuer Vorstand angetreten?

Larissa: Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst zu verwirklichen, selbstwirksam zu werden und Gutes zu tun. Insbesondere digital die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sich alle mit Freude beteiligen können. Darüber hinaus ist es mir ein persönliches Anliegen insbesondere bei Events Barrieren abzubauen und jedem Menschen die Möglichkeit zur Teilhabe zu geben.

Eloise: Die Pandemie weiterhin zu meistern, den Verein noch sichtbarer zu machen und das Netzwerk auszubauen. Wir wollen noch mehr eigene, soziale Projekte umsetzen; eine Richtung, in die wir uns schon seit 2019 entwickeln. Wir verstehen uns als Plattform für Menschen, die sich engagieren, eigene Ideen einbringen und selbst aktiv werden möchten. Einer unserer Schwerpunkte ist weiterhin junge Menschen, für das Ehrenamt zu begeistern.

Julian: Ehrenamtliches Engagement sollte so bunt sein wie Hamburg, und jeder Mensch sollte die Möglichkeit bekommen, zu spüren, wie gut es tut, sich für andere Menschen zu engagieren. Insbesondere die jüngere Generation, die die Welt verändern will, und der oftmals leider nicht genügend Gehör und Ressourcen dafür gegeben werden. Ich möchte dafür werben, gewisse Eigenschaften der jüngeren Generation bei uns Erwachsenen zu reaktivieren: Offenheit, Neugier und Mut. Ich habe noch nie ein rassistisches Kleinkind erlebt, was dafür spricht, dass Rassismus nicht in unserer Natur verortet ist, und wir im Kern offene, tolerante Menschen sind.

Tolle Aktionen

Welche Aktionen der vergangenen zehn Jahre sind euch besonders in Erinnerung?

Eloise: Puh, das sind so viele! Ich bin großer Fan unserer Tattoo Events. Unsere Welcome Dinner waren eine tolle Erfahrung und unsere sk8_Art 2020 war ein absolutes Highlight.

Julian: Meine absolute Lieblingsaktion war das ins Leben rufen des Sonnenschein Cafés. Ich kann mich noch genauer erinnern, wie Gülay, ewiges clubkind und Mitgründerin von GoBanyo, dazu aufrief, einen Ort für wohnungslose- und obdachlose Menschen zu schaffen, an dem sie sich aufwärmen und ausruhen können, sowie einfach mal Mensch sein dürfen. Die ersten zwei Wochen, in denen ich täglich beim Aufbau und der Umsetzung geholfen habe, haben mir so viel gegeben. Dort haben wir auch die mobilen Wagen für Obdachlose entworfen und gemeinsam mit Schüler:innen und obdachlosen Menschen gebaut.

Larissa: Für mich war es noch etwas ganz Besonderes die glänzenden Augen bei unseren Farb:Werk Kunstaktionen mit Kindern zu sehen. Aber auch unsere Kickerturniere im Kixx bei denen sich viele Menschen ganz schwerelos kennengelernt haben.

Von Bestehendem profitiert

Wie hat die Pandemie die Arbeit der clubkinder verändert?

Eloise: Uns fehlen Räume, in denen wir analog zusammenkommen können. Alle Veranstaltungen mit Publikum mussten wir absagen, was uns Sichtbarkeit kostet. Wir haben aber Glück und hatten auch vor der Pandemie schon eine digitale Struktur. Außerdem haben wir eigene Projekte aufgezogen, um Menschen, welche die Pandemie am schwersten getroffen hat, zu helfen. So konnten wir unser Sonnenschein Café in Altona größtenteils geöffnet lassen oder haben Kindern und Jugendlichen mit unserer KunstKladde Abwechslung nach Hause geschickt.

Julian: Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und so schöne Projekte auf den Weg gebracht, wie etwa die KlangVisite, bei der beschäftigungslose Musiker:innen aus Hamburg für einsame Senior:innen spielten.

Eloise: Aktuell arbeiten wir hinter den Kulissen stark an unserer Zusammenarbeit mit Hamburger Schulen. Auch im kreativen Bereich brodelt es. Sobald wir dürfen und die Pandemielage es zulässt, möchten wir unsere Reihen wie zum Beispiel den Comicslam wieder aufleben lassen.

Es geht immer weiter

Wie können sich Leute bei euch beteiligen?

Julian: Das Sonnenschein Café hat weiterhin geöffnet und lädt dazu ein, nette Bekanntschaften zu schließen, Kaffee zu trinken und leckeren Kuchen zu essen! Jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr in der Kleine Rainstraße 11 in Altona. Dort kann man sich auch super ehrenamtlich engagieren und wir freuen uns über alle, die dort mit anpacken!

Larissa: Oder einfach eine Mail über die Website schicken, sich über Social Media melden oder bei unseren Events vorbeikommen und Teil der clubkinder werden!

Wird es mit dem Spenden-Club Unterm Strich irgendwann weitergehen?

Eloise: Der ist weiterhin da und wird auch bespielt, sobald dies für uns wirtschaftlich wieder möglich ist. Letztes Jahr haben wir immerhin zwei Partys der hoodkinder ausrichten können, was uns sehr gefreut hat. 2022 werden wir unsere eigenen Formate auch vermehrt Unterm Strich ausrichten.

„Lieber etwas herunterfahren und Leben schützen“

Waren Spendensammlungen in Pandemiezeiten überhaupt möglich?

Larissa: Ja, auf jeden Fall, wir mussten uns dafür neu erfinden. Unsere sk8_Art war eines unserer größten Projekte in den letzten Monaten. Dabei haben bekannte Künstler:innen Skatedecks neugestaltet. Diese wurden bei einer wundervollen Ausstellung in der Galerie Pfund und Dollar gezeigt.

Eloise: Wir hatten Glück und wissen seit 2020 auch die Klaus und Lore Rating Stiftung als Unterstützerin an unserer Seite. Außerdem haben wir ein sehr lebendiges Netzwerk und freuen uns sehr über den finanziellen und auch alles weitere an Support.

Wie steht ihr zu den aktuellen Corona-Maßnahmen der Politik?

Eloise: Wir als Verein möchten dazu beitragen, dass wir diese Pandemie mit möglichst wenig Schaden überstehen. Daher halten wir uns an alle Vorgaben und berücksichtigen bei unseren momentan nur wenigen Aktionen diese Maßnahmen. Wir freuen uns schon sehr darauf, wenn entspannte Gemeinsamkeit und Miteinander wieder möglich sind. Damit wir da wieder hinkommen, sind gewisse Einschränkungen leider notwendig.

Julian: Es ist natürlich schade, um all die Events, die nicht mehr stattfinden können, aber lieber etwas herunterfahren und Leben schützen, als unnötige Risiken einzugehen.

clubkinder.de


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 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2022. Das Magazin ist seit dem 29. Januar 2022 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

30 Years Molotow – gefeiert wird später

Seit 1990 da und mittlerweile legendär, das Molotow feiert 30. Geburtstag – schon wieder nicht

Text: Felix Willeke

 

Der legendäre Musikclub auf dem Hamburger Kiez wollte schon 2020 seinen 30. Geburtstag feiern, doch das klappte nicht und auch 2021 fällt die Party der Corona-Pandemie zum Opfer. Dabei hat das Molotow schon viele Krisen durchstanden, nicht zuletzt den Zwangsumzug 2013/14. Aber noch mehr prägten die Höhepunkte die Geschichte des Clubs.

Wurde er vor mittlerweile 32 jahren unter den Esso-Häusern am Spielbudenplatz eröffnet, hat er mittlerweile seine Heimat unweit der Großen Freiheit gefunden. Was sich dabei nie verändert hat: Es kamen immer die Kleinen und Großen ins Molotow, bevor sie alle kannten. Darunter sind Namen wie Billy Talent, Die Toten Hosen, die Killers, Kettcar oder Tocotronic. Außerdem gab es immer Lesungen und den legendären Poetry Slam „Hamburg ist Slamburg“, der seit dem Umzug im Nochtspeicher stattfindet. War das Molotow früher berühmt für seinen engen Keller, bietet es heute an seinem neuen Standort Platz für 530 Gäste. Am 17. und 18. Dezember sollte eigentlich auf die nächsten 30 Jahre angestoßen werden. Dafür hatten sich neben Grundeis auch Shitney Beers, Fritzi Ernst und Gym Tonic angesagt. Es bleibt zu hoffen, dass 2022 mit dann 33 Jahren in guter alter Molotow-Manier gefeiert werden kann.

molotowclub.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2021. Das Magazin ist seit dem 27. November 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Endlich wieder da: das Leseclubfestival Hamburg

Lesen im Club, das geht und ist intim, intensiv und einfach gut. Nach seinem Debüt im Jahr 2019 feiert das Leseclubfestival Hamburg im Jahr 2021 seine zweite Auflage, Tickets gibt’s noch bis zum 31. Oktober

Text: Ulrich Thiele

 

Nach dem erfolgreichen Debüt 2019, geht das Leseclubfestival Hamburg im November endlich in die zweite Runde. Das Prozedere: Die Besucher suchen sich aus sechs aktuellen Büchern ihren Lieblingstitel aus, bekommen ihn vor der Veranstaltung zugeschickt und haben genug Zeit, ihn in Ruhe zu lesen. Im Leseclub können können sie sich dann mit dem Autor oder der Autorin und den anderen Gästen über das Gelesene austauschen.

Das Festival findet am Samstag, den 20. November 2021 um 18 Uhr statt. Sechs Autoren lesen zeitgleich an sechs verschiedenen Orten in Hamburg, für jede Lesung sind 15 Gäste zugelassen. Moderatoren führen in jedem Leseclub durch den Abend. Ein Ticket kostet 25 Euro (inklusive zugeschicktem Buch), der Verkauf endet am 31. Oktober 2021. Die Veranstaltungsorte werden kurzfristig bekannt gegeben. Stand 12. Oktober 2021 ist das Festival als 3G-Veranstaltung geplant, kurzfristige Änderungen zu 2G sind jedoch möglich.

 

Sechs vielversprechende Autor:innen

 

Und jetzt das wichtigste: Die sechs Autoren. Khuê Phạm liest aus ihrem Roman „Wo auch immer ihr seid“ über die 30-jährige Kieu aus Berlin, die sich auf einer Vietnamreise erstmals mit der Herkunft ihrer Eltern auseinandersetzt. Lukas Rietzschel, der mit seinem Debüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ über Rechtsextremismus in seiner sächsischen Heimat für Furore sorgte, liest aus seinem neuen Generationenroman „Raumfahrer“. Hannah Brinkmann ist mit ihrer Graphic Novel „Gegen mein Gewissen“ dabei, in der sie sich mit ihrem Onkel Hermann Brinkmann auseinandersetzt. Er nahm sich 1973 das Leben, nachdem seine Wehrdientsverweigerung nicht anerkannt wurde. Johannes Scheerer verarbeitet in seinem autobiografischen Roman „Unheimlich nah“ die Entführung seines berühmten Vaters Jan Philipp Reemtsma. Lisa Kreißler liest aus ihrem neuen Roman „Schreie & Flüstern“ über die Schriftstellerin Vera, die mit ihrem Umzug von der Stadt aufs Land hadert. Last but not least: Simon Urban mit „Wie alles begann und wer dabei umkam“, einem bitterbösen und schwarzhumorigen Schelmenroman über einen hochbegabten Jurastudenten, der in seinem Größenwahn ein eigenes Rechtssystem entwerfen will.

Leseclubfestical, 20.11., verschiedene Locations, 18 Uhr. Infos und Tickets unter leseclubfestival.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Clubszene: Wie „G“-eht es weiter?

Mit Einführung des 2G-Modells konnten Hamburgs Clubs Ende August erstmals wieder ohne Sperrstunde und Tanzverbot öffnen. Warum die neuen Möglichkeiten trotzdem heiß diskutiert werden und welches Modell für ihren Laden im Oktober gilt, erzählen Clubbetreibende aus Molotow, Nochtspeicher und Waagenbau

Text&Interview: Ole Masch

 

Am 28. August war es so weit. Hamburg wurde bundesweit Vorreiter bei der Einführung des sogenannten 2G-Optionsmodells. Weil es mittlerweile problemlos möglich ist, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, haben zahlreiche Bundesländer nachgezogen. Grundsätzlich gilt für Clubs: Wenn nur Geimpfte und Genesene eingelassen werden, entfällt Sperrstunde, Abstandswahrung und Tanzverbot. Wie immer ist die Umsetzung der Länder unterschiedlich. Für viele Musikclubs in Hamburg ist das Modell, wie es Mitte September galt, wirtschaftlich schwierig. Anders als in Berlin bestand eine Obergrenze von 150 Feiernden (in Berlin sind es 1.000) und Masketragen beim Tanzen war obligatorisch. Das Clubkombinat forderte eine Aufhebung der Maskenpflicht, die Anhebung der Kapazitätsgrenzen und Ausnahmeregelungen durch PCR-Tests für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Kurz vor Redaktionsschluss wurden Maskenpflicht und Personenbeschränkungen aufgehoben. Fenja Möller, Constantin v. Twickel und Claudia Mohr berichten, wie sie mit den neuen Möglichkeiten in ihren Läden umgehen.

 

Fenja Möller, Molotow

 

Fenja Möller, Molotow (Foto: Katrin Arfmann)

Fenja Möller, Molotow (Foto: Katrin Arfmann)

SZENE HAMBURG: Fenja, welches Modell gilt bei euch im Oktober?

Fenja Möller: Wir haben sowohl Veranstaltungen unter den 3G- als auch 2G-Regelungen. Welches Modell gilt, ist sehr von der Veranstaltung abhängig. Bei den Konzerten muss, um das 2G-Modell anzuwenden, die ganze Band geimpft sein, was noch nicht immer der Fall ist. Bei einigen Konzerten wenden wir aber auch das 2G-Modell an. Unsere Partys am Wochenende finden komplett 2G statt, da mit der 3G-Regelung noch ein Ausschankverbot ab 23 Uhr besteht, könnten wir diese gar nicht anders realisieren.

Warum habt ihr euch so entschieden?

Die nutzbaren Ressourcen aus Förderungen, Spenden und Merchverkäufen gehen langsam zur Neige, weshalb wir finanziell auf das 2G-Modell angewiesen sind. Außerdem stecken hinter dem Molotow viele Mitarbeitende, die seit Monaten auf ihre Einnahmen verzichten mussten. Darum konnten und wollten wir die Situation so nicht weiterführen.

Kritisiert ihr etwas an den aktuellen Bestimmungen?

Wir hoffen sehr, dass es möglichst bald eine Regelung für alle Menschen gibt, die sich wirklich nicht impfen lassen können.

Welche Erfahrungen habt ihr bei den ersten 2G-Abenden gemacht?

Insgesamt war das Feedback sehr positiv. Der Großteil unserer Gäste versteht den Schritt und hat sich sehr gefreut, endlich mal wieder im Molotow tanzen zu können und einen einigermaßen normalen Partyabend zu erleben. Für viele Anwesenden war es der erste Abend im Molotow nach fast zwei Jahren Pause. Auch für uns war es ein schönes Gefühl, endlich unsere Stammgäste wieder im Laden begrüßen zu dürfen und eine belebte Tanzfläche zu haben.

 

Constantin v. Twickel, Nochtspeicher

 

Constantin v. Twickel, Nochtspeicher (Foto: Martin D.)

Constantin v. Twickel, Nochtspeicher (Foto: Martin D.)

SZENE HAMBURG: Constantin, was macht ihr im Oktober?

Constantin v. Twickel: Wir haben uns im Nochtspeicher für die Hybrid-Variante entschieden. Also wahlweise nach Absprache mit Künstler*innen und Agenturen 2G oder 3G.

Warum?

Durch das Hybrid-Modell sind wir flexibel. Wirtschaftlich sind beide Varianten nicht, und es gibt auch derzeit nicht die optimale Lösung für alle. Das 2G-Modell ermöglicht uns zumindest die Möglichkeit einer höheren Auslastung und ein Näherkommen einer Vollauslastung. Die beiden Modelle 2G und 3G ermöglichen uns, zumindest für den Übergang wieder indoor zu veranstalten. Hier geht es in erster Linie darum, Kultur wieder stattfinden zu lassen, unser Publikum zu begeistern und alle Beteiligten wieder in Lohn und Brot zu bekommen. Die Kulturbranche liegt seit über anderthalb Jahren brach, mit ein paar Ausschlägen im Open-Air-Bereich.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Wir sind uns über den Ernst der Lage bewusst, jedoch benötigen wir mehr Perspektiven und wünschen uns mehr Austausch mit der Politik. In unserer Branche sind so viele erfahrene Fachkräfte bezüglich Veranstaltungen, sodass wir da mit Sicherheit helfen können, praxisnahe Modelle zu entwickeln und umzusetzen.

 

Claudia Mohr, Waagenbau

 

Claudia Mohr, Waagenbau (Foto: Claudia Mohr)

Claudia Mohr, Waagenbau (Foto: Claudia Mohr)

SZENE HAMBURG: Claudia, wie geht der Waagenbau mit der Situation um?

Claudia Mohr: Wir werden tatsächlich abwarten, ob und wie sich die Reglementierung weiterentwickelt, von daher: So, wie jetzt im Moment die 2G-Regelung aufgebaut ist, ergibt es für uns größere Clubs wenig Sinn aufzumachen. 150 tanzende Menschen mit Maske im Waagenbau sind unwirtschaftlich, unsolidarisch den Menschen gegenüber, die sich aus wichtigem Grund nicht impfen lassen können und nicht wirklich das, was wir unter einer „normalen“ Clubsituation verstehen.

Was heißt das für die Zukunft?

Wir stecken gerade in einer klassischen Pattsituation: Natürlich haben wir Bock, endlich wieder ausgelassen zu feiern. Die so wichtige Parallelgesellschaft gemeinsam mit den Menschen in den durchtanzten und durchfeierten Nächten zu kreieren, die einen so entscheidenden Gegenentwurf zum Hamsterrad des Kapitalismus und der Monotonie des immer gleichen Alltags der meisten Menschen darstellt. Um das in der jetzigen Gesetzeslage zu realisieren, müssten wir Menschen von der Teilhabe ausschließen, wo doch unser Credo und unser Schaffen auf Grenzenlosigkeit, Freiheit, Liebe und Gleichheit ausgerichtet ist. Da wir aber auch einen gewissen wirtschaftlichen Druck haben, stehen wir vor der schwierigen Entscheidung: Insolvenz anmelden – sobald die Wirtschaftshilfen wegfallen – oder 2G.

 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Reeperbahn Festival: Sicher, weil getestet

Das Club-Festival geht in die nächste Runde. Die erste Durchführung während der Pandemie im vergangenen Jahr lässt auf einen weiteren Erfolg hoffen

Text: Erik Brandt-Höge

 

Im September 2020 staunten Fans von Live-Kultur nicht schlecht: Die Pandemie war in vollem Gange, aber das Reeperbahn Festival fand statt. Dank eines ordentlichen Sicherheits- und Hygienekonzepts konnte das weltberühmte Club-Festival möglich gemacht werden.

Reeperbahn Festival-Spielort, das Molotowcocktail; Foto: Robin Schmiedebach

Reeperbahn Festival-Spielort, das Molotowcocktail; Foto: Robin Schmiedebach

Und: Es war ein voller Erfolg. RBF-Geschäftsführer Alexander Schulz: „Wir wollten zeigen und erleben, wie sich ein Festival unter Pandemiebedingungen anfühlt – und zwar für uns als Veranstalter, für das Publikum, die Künstlerinnen und Künstler, als auch die Spielorte selbst, immerhin gab es so eine Situation vorher glücklicherweise noch nie.“ Die Durchführung des RBF 2020 habe gezeigt, dass „der Kulturbetrieb auch in einer Krise nicht nur von großer Wichtigkeit ist, sondern sich dieser immensen Herausforderung mit viel Umsicht und Kreativität gestellt hat“. Es wären „weder unmittelbar, noch in einem längeren Zeitraum nach der Veranstaltung Infektionsketten bekannt“ geworden. Gründe genug, auch in diesem Jahr wieder loszulegen – in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und der Gesundheit aller Beteiligten stets im Blick. Das Musik- und Konferenzangebot ist auch in diesem Jahr wieder reich an Highlights.

 

Von Sting bis Jupiter Jones

 

An rund 35 Spielorten – davon drei Open-Air-Bühnen –, werden Bands und Solo-Künstler aus dem Pop und Rock ebenso präsent sein wie aus dem Punk, Soul, HipHop und Jazz. RBF-Besucher dürfen sich auf Shows von etwa Balbina, Die Höchste Eisenbahn und Jupiter Jones freuen. Ebenso auf internationale Acts à la Tom Odell und William Fitzsimmons. Der wohl größte Name spielt gleich zu Eröffnung: Neben Joy Denalane gibt sich Sting am 22. September im Stage Operettenhaus die Ehre – zu sehen via Stream.

Gewöhnungsbedürftig, aber immerhin: Reeperbahn-Festival-Live-Moment 2020; Foto: Tom Heinke

Gewöhnungsbedürftig, aber immerhin: Reeperbahn Festival-Live-Moment 2020; Foto: Tom Heinke

 

Mehr als Live-Musik

 

Auch Konferenztechnisch verspricht zum Beispiel der Beitrag von Speaker Lyor Cohen (Youtube/Google, Global Head of Music) spannend zu werden, der von dem Vorhaben erzählt, sein Unternehmen zum größten Umsatzträger des globalen Musikmarktes zu machen. Und wer sich ein paar Einblicke in die bunte Welt von „TikTok LIVE“ verschaffen möchte, bekommt diese von Dr. Yasmina Banaszcuk (Head of Content Programming & Strategy at TikTok Germany) und Michael Kümmerle (Head of Music Operations at TikTok Germany).

Reeperbahn Festival, 22. – 25.9.; reeperbahnfestival.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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