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Unsere Lieblingssommer-Spots

Manche zieht es ans Wasser, andere auf heißen Beton: SZENE HAMBURG-Autor:innen erzählen, wo sie sich an Sommertagen gerne aufhalten

Texte: SZENE-Redaktion

Heiligengeistfeld

„Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben.“

Anna Meinke, SZENE-Autorin
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Nicht immer ist so wenig los an warmen Tagen: Heiligengeistfeld (Foto: Erik Brandt-Höge)

Im Sommer, wenn sich die Mittagshitze zwischen den hohen Altbauten der Stadt nur so zu stauen scheint, weht auf dem Heiligengeistfeld stets ein frischer Wind. Dann hocke ich im Schatten der Stromkästen auf dem von der Sonne aufgeheizten Asphalt, und atme durch. Hunderte Menschen tun es mir gleich. In kleinen Grüppchen sitzen sie da. Wenn ich in die Sonne blinzele, erkenne ich sie, wie Farbtupfer auf dem harten Grau. Das muss schön von oben aussehen, denke ich.

Um mich herum höre ich das raue Tönen der Skateboards, irgendwo weiter hinten läuft Musik. Es ist nie laut hier, immer irgendwie angenehm ruhig. In der Weite des Feldes verschwimmen die Geräusche, und was bleibt ist nur ein Flimmern von Stimmen. Das Stimmenflimmern wird zum Sonnenflimmern. Die Hitze wird hier sichtbar, wenn sie sich in gleißenden Wellen über den Asphalt streckt – und trotzdem, zu heiß wird es mir nicht. Ich entfliehe der Enge der Stadt.

Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben. Die letzten Reste der Hitze zersetzen sich in der Abendsonne, legen sich nieder auf dem nun angenehm warmen Boden. Langsam schlendere ich auf dem Feld in Richtung Reeperbahn. Skater, Leute auf Fahrrädern, Rollschuhen oder mit Drachen kreuzen meinen Weg. Hier muss man immer aufmerksam sein. Ich bahne mir meinen Weg durch die rollenden Massen. Mit jedem kühlen Windstoß verblasst der Tag ein wenig mehr, und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf mein Gesicht.

Stuhlmannbrunnen

„Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese.“

Erik Brandt-Höge, SZENE-Redakteur
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Plitsch, platsch: Nicht viele Krokodile können behaupten, eine beruhigende Wirkung zu haben (Foto: Erik Brandt-Höge)

Der Weg vom Bahnhof Altona zum Platz der Republik ist ein steiniger. Ja, auch buchstäblich, höhö. Was ich jedoch meine, ist der Stadtstress, der sich auf den paar hundert Metern zwischen Busabfahrten und sattgrüner Liegewiese ballt. Wem man hier auch begegnet: Die Leute sind in Eile, der Zeitdruck, der nächste unangenehme Termin, die Überstunden stehen ihnen auf die Stirnen geschrieben. Viele fröhliche Gesichter sieht man nicht. Bis zum Platz der Republik.

Da hocken Pärchen, Jugendcliquen und Familien ganz entspannt herum, auf Bänken, dem Rasen oder – für viele Kinder am interessantesten – auf den Mauern rund um den Stuhlmannbrunnen. Darin kämpfen zwei Zentauren mit einem Fisch und verspritzen dabei ziemlich viel Wasser. Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der erwähnten, direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese. Die Wasserspiele haben von da aus eine ziemlich beruhigende Wirkung. Braucht man ja auch nach dem Weg.

Metropolis Kino

„Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!“

Marco Arellano Gomes, SZENE-Redakteur
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Das Metropolis Kino bietet angenehme Temperaturen und großartige Filme (Foto: Jann Wilken)

Zugegeben: Dieser Hotspot ist eher ein Cool-Spot. Satte zwei Etagen geht es hinunter, ehe man den schattig-kühlen Kinosaal des Metropolis erreicht. Die vielen Treppen hinab lohnen sich aber, denn hier unten im zweiten Untergeschoss gibt es nicht nur einen gut gelüfteten, mit 24 Grad Celsius angenehm temperierten, nicht überfüllten Kinoraum, sondern eine Etage höher auch eine atmosphärische, dezent beleuchtete Bar mit kühlen Getränken und jeder Menge Knabberzeug. Das erfrischt und stärkt einen – insbesondere an heißen Sommertagen.

Doch das Beste gibt es im wunderschönen, historisch gestalteten Kinosaal: Filme mit Tiefgang – von Fellini über Bergman bis Kubrick. Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!

Das Sommerprogramm sieht für den Juli eine Antikriegsreihe mit dem Titel „Make Peace Not War“ vor, bei der unter anderem die Filme „Die Brücke“ und „Schindlers Liste“ laufen. Zudem gibt es eine Reihe zum Modeschöpfer Tom Ford. Dieses Kino – so viel wird klar – bietet einzigartige thematische Zeitreisen, ohne auf modernste Technik zu verzichten. Da es so zentral liegt, bietet sich im Anschluss ein Spaziergang in eines der nahe gelegenen Restaurants oder durch Planten un Blomen oder die Innenstadt an – erfrischt und inspiriert statt platt und satt.

Fischmarkt

„Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen.“

Annarhea Stoffel, SZENE-Autorin
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Schattenplätze mit Top-Ausblick gibt es einige am Fischmarkt (Foto: Anarhea Stoffel)

Die Tage werden länger, das Wetter wärmer, da heißt es für mich: Endlich wieder runter zum Hafen fahren! Hamburg ist vor allem im Sommer immer gut besucht, da habe ich oft keine Lust auf große Menschenmengen, Gedränge und lange in der Sonne herumstehen. Umso schöner ist es dann abends am Fischmarkt.

Da ist zwar auch immer einiges los, unter der Terrasse des Hamburger Elbspeichers hat man aber meist gute Chancen auf einen ruhigen Platz an der Mauer. Vorher hole ich mir mit Freunden eine Limo oder ein Bier am Kiosk. Manchmal haben wir auch Lust auf ein Fischbrötchen vom Lütt & Lecker auf der anderen Straßenseite. Dann sind wir perfekt ausgerüstet und es kann losgehen, auf zum Wasser. Auch bei ganz heißen Temperaturen weht hier noch ein frischer Wind vom Hafen herüber. Und schattig ist der Platz unter der Terrasse auch, es lässt sich also super aushalten.

Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen. Da vergehen die Stunden ganz schnell, während man auf den weiten Hafen hinausschaut und das Treiben an den Docks beobachtet. Hin und wieder fährt ein riesiges Containerschiff vorbei, Richtung Meer in die weite Welt hinaus und ich frage mich, wo es wohl als nächstes anlegen wird.

Haynspark

„Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Bier auf der Wiese.“

Katharina Stertzenbach, SZENE-Volontärin
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Augenweide: Blick vom Haynspark auf die Alster (Foto: Erik Brandt-Höge)

Sommer ist, wenn ich wieder einen ganzen Tag im Haynspark verbringen kann. Bei der Joggingrunde am frühen Morgen ist das grüne Areal zwischen Eppendorfer Landstraße und Alster noch nahezu menschenleer, und ich genieße die Ruhe beim Sport. Gegen Mittag wird es schon voller und der Haynspark zum Treffpunkt für Familien, Stand-Up-Paddler, Schlauchbootbesitzer und Grillfans. Ein bunt gemischter Haufen, und das nicht bloß an Land.

Wer Lust auf eine Abkühlung hat, nutzt einen Wasserzugang und geht plantschen. Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Feierabendbier auf der Wiese. Manchmal treffen wir auch uns am historischen Pavillon, wo wir zu Live-Musik, die dort immer wieder ganz verschiedene Künstler spielen, schon viel getanzt und gefeiert haben. Auf die Anwohner haben wir dabei natürlich stets Rücksicht genommen.


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Shopping-Tipp: Das perfekte Sofa in Hamburg finden

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SOFACOMPANY ist der perfekte Ort für Menschen, die in Hamburg ein Sofa suchen: Eine riesige Auswahl, eigene Designer:innen, eine eigene Produktionsstätte und schöne Showrooms sind das Geheimnis

Wer kennt es nicht? Eine Jeans zu finden, die perfekt passt, gefällt und im Budget liegt, ist oft eine Aufgabe, die sich über mehrere Wochen hinzieht, in denen man von Geschäft zu Geschäft tingelt, um am Ende dann doch genervt aufzugeben. So oder so ähnlich geht es vielen auch bei der Suche nach dem perfekten Sofa. Zu groß, zu teuer, zu hässlich.

Es gibt viele Sofas auf dem Markt, aber DAS Traumöbelstück zu finden, ist eine große Herausforderung. Okay, zugegeben, eine Couch wechselt man nicht so oft wie eine Jeans, aber umso besser sollte sie dann auch passen. Eine Marke, die sich mit ihrer gesamten Leidenschaft diesem Herzstück jeder Wohnung widmet, ist SOFACOMPANY.

Oh lala! Das Traumsofa EMMA im Textil Mark Cobalt Blue (1.499 EUR) ist in jeder Wohnung ein Hingucker!

Skandinavisches Design für alle

Als sich Cathrine und Christian Rudolph vor 10 Jahren das Ziel setzen skandinavisches Design für alle zugänglich zu machen, ahnen sie nicht, wie erfolgreich diese Idee sein wird und wie viele Personen auf hochwertige Design-Polstermöbel zu fairen Preisen gewartet haben.

Um ihre Vision zu verwirklichen, verzichtet die dänische Marke bei der gesamten Wertschöpfungskette von Anfang an vom Design über die Produktion bis hin zum Vertrieb auf unnötige, kostspielige Zwischenhändler:innen oder Lagerkosten. Eigene Designer:innen, eigene Produktionsstätte, eigene Showrooms und eigener Webshop sind bis heute das Geheimnis hinter den fairen Preisen, der hohen Qualität und dem nachhaltigen Erfolg der Marke.

Alles im grünen Bereich? Bei Sessel JUDI (499 EUR) und 3-Sitzer Sofa ABBY (1.399 EUR) im neuen Samtstoff Moss Grass Green ganz sicher!

Showroom in Hamburg

Mittlerweile ist SOFACOMPANY nicht mehr nur in Dänemark erhältlich, sondern in mehr als zehn Ländern – so auch in den fünf Showrooms in Deutschland. Der SOFACOMPANY Showroom Hamburg ist erst kürzlich in die Nähe vom Fischmarkt in Altona gezogen, um auf einer noch größeren Fläche noch mehr Produkte zeigen zu können. Vom 2-Sitzer bis zum großen 4-Sitzer, vom Ecksofa bis zum Modul- oder Schlafsofa findet ihr hier eine riesige Auswahl an Modellen, die euch die Suche nach eurem Traumsofa sehr erleichtern wird. 

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Ideal für kleine Wohnungen ist das platzsparende 2-Sitzer Sofa ASTHA (899 EUR).

Der besondere Clou ist, dass ihr zusätzlich zu den regulär erhältlichen Standardvarianten und -stoffen über einen Sofa Konfigurator aus unterschiedlichen Farben sowie Stoffen euer ganz individuell passendes Traumpolstermöbel kreieren könnt. Das individualisierte Möbel wird anschließend speziell nach eurem Wunsch von Hand gefertigt und zu euch nach Hause geliefert. Vorbeischauen oder Durchklicken lohnt sich also!

Um die Suche noch weiter zu erleichtern, könnt ihr euch vor Ort individuell bei einem Kaffee beraten lassen, in Ruhe probesitzen und kostenlose Stoffproben mit nach Hause nehmen, um sie dort zu testen und mit eurer Einrichtung abzugleichen. Wer übrigens kein Sofa sucht – Sessel, Stühle, Tische, Teppiche, Kissen und Decken bietet SOFACOMPANY ebenfalls an!

Happy Birthday, SOFACOMPANY!

Wer bei der Sofa-Suche etwas mutiger ist und genug von Grau, Beige oder Weiß hat: Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums hat SOFACOMPANY eine einzigartige Geburtstagskollektion lanciert, die mit knalligen Farbtönen wie ein bunter Blumenstrauß der guten Laune für ordentlich Stimmung auf dem sonst oft viel zu grauen Sofamarkt sorgt!

Die zehn beliebtesten Produkte der dänischen Marke werden dabei als Hommage an die vergangenen 10 Jahre in strahlende Farbnuancen getaucht, um die Liebe von SOFACOMPANY zu mutigen Farbkreationen, dänischen Designs, hoher Qualität und fairen Preisen ausgiebig zu zelebrieren. Wir fühlen uns dabei wie in einem Farbenrausch gefangen und sind begeistert wie cool die einzigartigen Stücke wie das preisgekrönte Sofa PAULA oder das gemütliche Chesterfiel Sofa ABBY in Knallpink, Hellgelb, Grasgrün, Kobaltblau und Lavendel wirken!

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Mehr Flexibilität geht nicht: Modulsofas wie ELLIS lassen sich flexibel anordnen sowie erweitern und passen sich daher jeder Raumgröße und Anforderung an.

Ob euer Traumsofa klein oder groß, statisch oder flexibel, in weißes Bouclé oder leuchtenden Samt gehüllt sein sollte – bei SOFACOMPANY könnte die Suche nach eurem Traumsofa nun enden. Schaut also vorbei und hüpft mit einem Kaffee in der Hand von Sofa zu Sofa (keine Sorge: Polsterreiniger gibt‘s hier ebenfalls)!

SOFACOMPANY – Hamburg
Große Elbstraße 86
22767 Hamburg

Öffnungszeiten
Montag bis Samstag 10:00-20:00 Uhr

sofacompany.com

Urlaubsfeeling auf der „Aperol Piazza“ am Fischmarkt

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Sommergefühle an der Hamburger Waterkant: Aperol Spritz verwandelt den St. Pauli Fischmarkt in eine original italienische Piazza!

Oranges Urlaubsfeeling und italienisches „Dolce far niente“ mitten in Hamburg? Aperol macht es möglich! Direkt am Fischmarkt entsteht die „Piazza Aperol“. Großstadttrubel und Alltagsstress werden hier mit einem kühlen Aperol Spritz in der Hand schnell vergessen.

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Mit Freunden vom 10. bis 12. Juni 2022 auf dem Hamburger Fischmarkt St. Pauli einen Aperol Spritz trinken (Foto: Aperol)

Neben dem orangen Klassiker gibt es Musik, Pizza und natürlich einen traumhaften Blick aufs Elbufer – mit der „Aperol Piazza” schwappt so ein kleines bisschen Italienurlaub in den Norden nach Hamburg. Gemeinsam mit allen Hamburger:innen will die Aperol-Crew auf die Lebensfreude und den Sommeranfang anstoßen.

Die Piazza Aperol lädt an insgesamt drei Tagen zu einem Besuch ein: Vom 10. bis zum 12. Juni verwandelt sich der Fischmarkt auf St. Pauli in ein orangefarbenes Vergnügen! Los geht’s am Freitag ab 13.00 Uhr, Samstag und Sonntag ist die „Aperol Piazza“ ab 11.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos und ab 18 Jahren. Cheers!

aperol-spritz.de | Instagram


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Nach der Ebbe kommt die Flut

Die britische Economist-Gruppe hat nach einem Jahr Pause wieder eine Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt veröffentlicht. Der größte Verlierer dabei ist Hamburg – zu Unrecht.

Text: Felix Willeke

 

Im aktuellen Ranking verliert die Hansestadt 34 Plätze und landet nach Platz 13 im Jahr 2019 jetzt nur noch auf Rang 47. Unter den Top Ten liegen mit Ausnahme von Zürich und Genf Städte aus Japan, Australien und Neuseeland. Die Top drei sind Auckland, Osaka und Adelaide. Doch Hamburg hat gerade gegenüber diesen drei Städten große Vorteile.

Zum einen das Wetter: In Osaka und Adelaide steigen die Temperaturen im Sommer gerne über die 40-Grad-Marke, für Norddeutsche wäre das ein massiver Verlust an Lebensqualität. Denn Hamburg ist nicht umsonst stolz auf das mit Abstand schönste Grau der Welt am Himmel. Und Regen formt schließlich den Charakter.

 

Die gute Lage macht’s

 

Zum anderen gilt für Hamburg das, was viele Immobilienmakler:innen propagieren: Lage, Lage, Lage. Die Hansestadt hat mit der Nord- und Ostsee das Meer vor der Tür und dazu den schönsten Hafen. Hafen und Meer haben die Top drei zwar auch, doch der große Vorteil für Hamburg: Wir leben nicht gefährlich. Während Adelaide abwechselnd von Dürre und Überschwemmungen heimgesucht wird, schwappt in Hamburg die Elbe ab und zu über den Fischmarkt. Das ist den Norddeutschen maximal ein Schulterzucken wert. Osaka und Auckland liegen zudem auf dem pazifischen Feuerring, sind also von Vulkanen umgeben. In Hamburg bricht dagegen nichts so schnell aus, schließlich ist im Norden „Jo“ schon ein vollständiger Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt.

 

Den Aufstieg im Visier

 

Für seine Rangliste bewertet die Economist-Gruppe jährlich 140 Städte anhand von Faktoren wie dem Gesundheitssystem, der Bildung, der Kultur und Infrastruktur. Hinzu kommen soziale Sicherheit, politische Stabilität oder die Kriminalitätsrate. Alles Punkte, bei denen Hamburg eine positive Bilanz hat, erst recht bei der Kultur. Während es in Auckland und Adelaide schon seit langem keine Corona-Einschränkungen mehr gibt und die Kultur in voller Blüte steht, hatte Hamburg nicht nur durch den kalten Mai einen langsamen Start in den Frühling. Der Hamburger Kultursommer bringt die Hansestadt aber jetzt wieder nach vorne. Dazu sorgen die Hamburg European Open am Rothenbaum und der Sommerdom für Bewegung in der Stadt. Die Hamburger:innen sind also bereit. Das Überholen von 46 Städten ist für sie kein Problem, denn Aufsteigen können wir.


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Fischmarkt und Corona: Aale-Dieter auf 180

Monatelang musste der Hamburger Fischmarkt pausieren, war schlichtweg nicht erlaubt wegen Corona. Jetzt soll er wieder stattfinden – ganz anders als gewohnt, was Händlern wie Aale-Dieter ziemlich missfällt

*Dieser Artikel erschien zuerst im November 2020. Zu diesem Zeitpunkt wurde davon ausgegangen, dass der Fischmarkt mit entsprechendem Hygienekonzept wieder stattfinden kann. Am 12. November 2020 teilte das Bezirksamt Altona mit, dass die Wiedereröffnung des Hamburger Fischmarkts erneut verschoben wird. 

Text: Erik Brandt-Höge

 

Fischmarkt-Aale-Dieter-Credit-SZENE-HAMBURG

Dieter Bruhn alias Aale-Dieter (Foto: SZENE HAMBURG)

Blau-weißes Streifenhemd, rote Hosenträger, die Haare nach hinten gegelt: So steht er da, Dieter Bruhn alias Aale-Dieter, um fünf Uhr morgens in seinem Wagen draußen auf dem Fischmarkt. Und er legt direkt los. „Komm’ mal ran, meine kleine Zuckerschote, ist doch alles vom Feinsten hier, alles oberstes Regal!“

Eine Frau löst sich lachend aus der Menge vor Bruhns Wagentheke, ergreift seine ausgestreckte Hand – und hat innerhalb weniger Sekunden eine Tüte mit Aal und Lachs in der anderen. „Kostet eigentlich 30 Euro, ist ja nur das Beste“, meint Aale-Dieter, „aber weißt du was, du kriegst das alles für 20, meine Lütte.“

Eine Szene, wie sie der Fischhändler seit 62 Jahren kreiert. So lange ist er schon auf dem Fischmarkt, und so lange schon wird er geliebt von seinen Kunden, die teils von weit her anreisen, nur um seine Schnacks mal live zu hören. Doch mit Pandemie-Beginn war Schluss mit Schnacks.

Aale-Dieters Wagen, ja der gesamte Fischmarkt hatte dicht. Eine 300-jährige Stadttradition wurde von Corona unterbrochen. Für den 82-Jährigen nicht nur der Wegbruch seines Geschäfts, sondern auch einer für ihn wichtigen Aufgabe: „Mir fehlt es, was für Hamburg, meine Stadt, zu tun“, sagt er im Gespräch mit SZENE HAMBURG.

Dass die zuvor zigtausend sonntäglichen Fischmarkt-Besucher nicht mehr zusammenkommen können – logisch. Ebenso, dass es vernünftige Konzepte braucht, um den Fischmarkt wieder stattfinden lassen zu können. Solche Konzepte meint das Altonaer Bezirksamt nun auch erarbeitet zu haben.

In Kurzform bedeuten sie: Der Fischmarkt startet nicht mehr von 5 bis 9.30 Uhr, sondern von 11 bis 15 Uhr. Es gibt lediglich einen Ein- und einen Ausgang. Erlaubt sind 60 Händler und 500 Besucher, überwacht von allerhand Sicherheitskräften. Alles voraussichtlich ab November (Stand 23.10.).

 

Aale-Dieter: „Man sollte den Händlern mehr vertrauen“

 

Was Aale-Dieter davon hält? Nicht viel. Genau genommen: gar nichts. Vor allem die späte Ansetzung bringt das Markt-Urgestein geradezu auf die Palme: „Fischmarkt von 11 bis 15 Uhr – das ist doch Schwachsinn, da krieg ich so eine Krawatte!“ Schließlich sei das die Zeit für Kaffee und Kuchen, sicher aber nicht für frischen Fisch.

Und überhaupt: Die politische Begründung für die Maßnahme, nämlich dass man damit Betrunkene vom Kiez und aus der Schanze fernhalten könne, sei einfach falsch. Aale-Dieter: „Die Betrunkenen kommen doch schon lange nicht mehr. Das war früher mal so, aber der Fischmarkt hat sich in den vergangenen 25 Jahren extrem gewandelt. Heute ist er von 5 bis 7 Uhr wenig frequentiert, und um 7 kommen die ganz normalen Marktgänger. Stress gibt es da gar keinen.“

Seiner Ansicht nach sei die „verschwindend geringe Anzahl von Ständen“ schon in Ordnung, auch Maskenpflicht und Abstandsregeln seien notwendig, ebenso ein paar Polizisten, die kontrollieren. Ansonsten solle man aber den Händlern vertrauen, das Geschehen schon in den Griff zu kriegen, denn: „Wir sagen schon was, wenn jemand sich nicht an die Regeln hält, und die Leute hören auch auf uns.“

Gesundheit sei das höchste Gut, sagt Aale-Dieter immer wieder. Daran gebe ist nichts zu rütteln. Nur müsse die „Sorge um Gesundheit in ein vernünftiges Verhältnis gesetzt werden“. Ob der Spaßmacher in blau, weiß und rot bei der Fischmarkt-Wiedereröffnung genauso viel Freude haben und verbreiten wird wie in Nicht-Corona-Zeiten, bleibt demnach fraglich.

Fischmarkt Hamburg 


 Dieser Artikel erschien ursprünglich in der SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2020. Das Magazin ist im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Golden Pudel Club wieder mit Café: Barboncino Zwölphi

Seit Ende Juli ist der Pudel wieder ganz. Das Barboncino Zwölphi ist das neue Café im Obergeschoss des berühmten Clubs. Passionierter Pudel-Freund und Mitglied im VerFüGe e.V. ist der Musiker Viktor Marek. Im Interview spricht er über Architektur, geplante Veranstaltungen und gesellschaftliche Solidarität in Zeiten des Rechtsrucks

Interview: Jan Paersch
Foto (o.): Ole Masch

 

Der erste Eindruck: ganz schön bunt. Draußen scheinen Farbeimer explodiert zu sein, so sehr strahlen den Besucher die grünen, pinken und blauen Pastellfarben an. Im Innenraum: mehrere Holzwände mit verschieden gestalteten Tapeten, große Hängelampen, rot und giftgrün gepolsterte Stühle. Eine teuer aussehende Espressoma­schine blinkt hinterm Tresen. Etliche Fenster geben den Blick auf die Werft Blohm+Voss auf der anderen Elbseite frei.

Eine Etage darüber, in den Räumen direkt un­ter dem markanten Sheddach, ist die Unterbringung des Park Fiction­-Archivs geplant. Auf der Mittagstisch-­Speisekarte im Café: arabische Spezialitäten. Gebratene Möhren, Couscous­-Salat, Belugalinsen, Hummus und Falafel – der große Teller für 7,50 Euro, ermäßigt für 6 Euro.

Es ist Anfang August, das Barboncino Zwölphi im oberen Stockwerk des Golden Pudel Clubs ist erst seit ein paar Tagen geöffnet. Frischer Holzgeruch hängt noch im Raum. An der Theke lehnt ein Pärchen und lobt das Konzept des in der Karte verzeichneten Espressos zum „schnell am Tresen trinken und abhauen.“ Nur einen Euro kostet das im Stehen genossene Heißgetränk hier – wie an einer italienischen Autobahnraststätte.

„Den Preis habe ich durchgesetzt“, grinst Viktor Marek. Der Musiker und Produzent ist auch Mitglied im Verein für Gegenkultur e.V., kurz VerFüGe und war maßgeblich an der Planung des neuen Cafés und Kulturraums beteiligt.

Lange Jahre wurde die obere Etage von einem Pudel­fremden Betreiber dominiert. Mit finanzieller Unterstützung der Mara­-&-­Holger­-Cassens-­Stiftung kaufte der Pudel­-Verein im Juli 2016 den Anteil des damaligen Miteigentümers auf. Der Club war zu dem Zeitpunkt aufgrund von Brandschäden geschlossen – nun darf im Pudel wieder unten und oben gefeiert werden.

pudel-barboncino-credit-Jan-Paersch

„Müssen solidarisch miteinander umgehen“: Viktor Marek / Foto: Jan Paersch

SZENE HAMBURG: Viktor Marek, ihr habt euch schon in der Vergangenheit als „Elbphilharmonie der Herzen“ bezeichnet. Musstet ihr das jetzt noch einmal unterstreichen, indem ihr euch den Zusatz „Zwölphi“ gegeben habt?

Viktor Marek: Ja, wir können’s nicht lassen. Wir brauchen immer einen mehr als die Elphi. Lauter, teurer, besser (lacht). Barboncino war uns irgendwie zu wenig. Die Kombination mag schwer merkbar sein, aber vielleicht etabliert sich noch eine Abkürzung. „Pudel oben“ wäre für uns auch okay.

Ihr meintet mal, ihr würdet kein weiteres Café auf St. Pauli eröffnen wollen. Was ist das Barboncino dann?

Das ist einfach ein Pudelchen oben­ drauf – Barboncino heißt wörtlich „Pudelchen“ auf italienisch. Die reine Café-Idee reicht uns tatsächlich nicht. Man kann bei uns nett sitzen und auf die Elbe gucken, aber es soll schon politisch aufgeladen sein, und die Veranstaltungen sollen das auch widerspiegeln. Von Anfang an wollten wir unbedingt mit Geflüchteten arbeiten.

Der Mittagstisch kommt vom Catering- Service Chickpeace, der von geflüchteten Frauen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Irak und Somalia betrieben wird.

Genau. Wichtig ist uns, dass deren Bezahlung anständig ist. Momentan ist ihre Küche vor allem arabisch angehaucht, aber auch da werden sich die Dinge vielleicht noch ändern.

Ihr habt auch einen ermäßigten Preis beim Essen.

Auch wer wenig Kohle hat, sollte bei uns essen können. Wir wollen auf keinen Fall ein weiterer Gentrifizie­rungs-­Apparat in St. Pauli-­Süd sein. Wer hier schon seit Ewigkeiten wohnt, ist herzlich eingeladen, vorbei zu kom­men.

Seid ihr schon früher so auf die Nachbarn zugegangen?

Nun, als der Pudel gegründet wurde, war es wichtig, sich von der Gesellschaft abzugrenzen. Heute macht das keinen Sinn mehr, im Gegenteil: Wir müssen solidarisch miteinander umgehen. Der Rechtsruck ist eine riesige Gefahr. Wenn der Staat das schon nicht hinbekommt, müssen wir wenigstens untereinander zusammenhalten.

Uns haftete lange das Bild der hippen Künstler an, aber so wollen wir nicht mehr wahrgenommen werden. Wir bieten auch ein Flaschenbier für 2,20 Euro an – das ist fast so günstig wie in einer Eckkneipe.

 

„Wir wollen immer Raum für Quatsch lassen“

 

Im Golden Pudel Club kommen „Selbstbestimmtheit, Kratzbürstigkeit, Beklopptheit und Wärme zusammen“, heißt es in der Präambel eurer Stiftung. Wie verrückt darf ein Café sein?

Ich finde, es muss bekloppt sein. Hier oben wird vermutlich nicht ganz so viel mit Alkohol experimentiert. Aber wir wollen immer Raum für Quatsch lassen. Die Dinge sollen auch mal schiefgehen können.

Jetzt, wo das Grundstück gesichert ist und wir über die nächsten 40, 50 oder gar mehr Jahre nachdenken können, können wir eine gewisse Grundentspanntheit mitbrin­gen. Früher haben wir von Jahr zu Jahr gelebt und wussten gar nicht, ob wir nicht doch bald schließen müssen.

Jetzt habt ihr viel vor: Lesungen, Konzerte, Workshops.

Wir haben gleich den „Kaiserwetter“­-Dienstag wiederbelebt, der früher unten im Club stattfand. Da haben schon so illustre Gäste wie DJ Koze oder DJ DSL aufgelegt. Der Fokus liegt aber nicht auf Tanzmusik. Es darf stattfinden, was sonst auf der Strecke bleibt.

Ich selbst werde 7­inch-­Platten von Flohmärkten in Palermo, Athen und Tokio auflegen. Lesungen von Kathrin Weßling und Gereon Klug sind auch geplant, dazu Salonabende mit Rocko Schamoni und Schorsch Kamerun, Filmabende von der HfbK und eine Veranstaltung vom Hamburger Comicfestival. Die „Untüchtigen“ sollen auch wieder stattfinden, eine politische Reihe, die schon im mittlerweile geschlossenen Golem stattfand.

Was hat das Barboncino gekostet?

Wir haben circa 200.000 Euro an Spenden und 100.000 Euro an öffentlichen Geldern von der Bezirksversammlung Altona bekommen, aber die Summe hat nicht gereicht. Das fehlende Geld hat uns die Mara­-&-­Holger­-Cas­sens­-Stiftung geliehen, das zahlen wir über einen langen Zeitraum zurück.

 

Krone und Pudel-Frisur

 

Wie kamt ihr auf das markante Dach mit den drei aneinander gelehnten Pultdächern?

Wir tranken Bier mit dem Architekten, und der zeichnete diese Krone gleich auf eine Serviette. Die Gestaltung erinnert an eine alte Fabrik, die typischerweise mit einem Sheddach da­herkommt. Und es erinnert natürlich an das Logo des berühmten englischen New­-Wave­-Labels Factory Records. Es soll demonstrieren: Hier wird gearbeitet, hier soll etwas geschaffen werden. Aber es bezieht sich natürlich auch auf eine Pudel­-Frisur.

Wenn man sich drinnen so umschaut – ganz schön viel Holz hier.

Am Anfang war es zu holzig hier – es sah aus wie eine Sauna! Wir haben mit der individuellen Tapetengestaltung dagegen gearbeitet.

Mir gefällt besonders das Spielkartenmuster. Wie seid ihr die Gestaltung des Innenraumes angegangen?

Der Regisseur Lars Jessen hat ein­mal einen Film über sterbende Gasthöfe in Dithmarschen gemacht. Eine der Kneipen stand in Meldorf, und nachdem die schließen musste, übernahm Lars die komplette Einrichtung und lagerte sie ein. Er ist ein Freund von Rocko Schamoni, und kontaktierte uns gleich, als er von dem Projekt hörte.

Wir wollten die Möbel aber nicht bloß auf museale Art ausstellen. Also gab es eine Zwischenlösung: Lampen und Möbel sind zum größten Teil aus dem alten Gasthof, der Tresen mit seiner Sechzigerjahre­-Anmutung wurde dagegen komplett neu gebaut. Wir wollten auch keine hohe, brachiale Bühne, es sollte eher eine Stufe sein. Das macht das ganze demokratischer.

Der Pudel – ein Hort der Demokratie?

Nun ja. Letztlich sind wir wohl doch Anarchisten.

Barboncino Zwölphi: St. Pauli Fischmarkt 27


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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