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Metropolis Kino zeigt Kurzfilme aus Hamburg

Am 23. Januar 2022 lädt das Metropolis Kino zu „Der Animationsfilm in Hamburg hat viele Gesichter“ und widmet sich damit dem Kurzfilm. Gezeigt werden Animationskurzfilme von verschiedenen Hamburger Künstler:innen

Text: Felix Willeke

 

Zehn Filme in rund 100 Minuten gibt es bei der Kurzfilmmatinee „Der Animationsfilm in Hamburg hat viele Gesichter“ am 23. Januar 2022 um 11 Uhr im Metropolis Kino. Hamburg hat eine große Film- und Kinogeschichte. Das zeigt nicht zuletzt die aktuelle Ausstellung „Close-up“ im Altonaer Museum. Begleitend dazu sind im Metropolis Kino noch bis Mitte Juli zahlreiche Filme zu sehen. Mit „Der Animationsfilm in Hamburg hat viele Gesichter“ widmet sich das Kino einer besonderen Form dieser Kunst: dem Animationskurzfilm.

Zu sehen sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Animationskurzfilme Hamburger Künstler:innen. Darunter Filme unterschiedlichster Techniken und Längen. Neben dem Urgestein der Hamburger Filmszene Mariola Brillowska sind außerdem Hanna Nordholt, Fritz Steingrobe und Jim Lacy zu Gast. Moderiert wird die Matinee vom Kurator der neuen Animationsausstellung „Trickkiste und Wolkentheater“ im Altonaer Museum, Till Penzek.

„Der Animationsfilm in Hamburg hat viele Gesichter“, am 23. Januar 2022 um 11 Uhr im Metropolis Kino
Die Martinee ist eine 2G-Plus-Veranstaltung.

 

Vorgeschmack gefällig? Hier gibt’s den Kurzfilm „Stampede“:

 


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Der kürzeste Tag ist Kurzfilmtag

Am kürzesten Tag des Jahres gibt es in ganz Deutschland Kurzfilme zu bestaunen, auch Hamburg ist mit zehn Spielstätten dabei 

Text: Rosa Krohn

 

Am 21. Dezember 2021, dem kürzesten Tag des Jahres, findet zum zehnten Mal der bundesweite Kurzfilmtag statt. Unter dem Motto „Fundstücke“ wurden über 170 Events auf die Beine gestellt. Das Besondere: Jeder kann sich beteiligen und selbst eine Veranstaltung organisieren. Zusätzlich zur herkömmlichen Heimat des Films – den Leinwänden eines Kinos – werden am Kurzfilmtag alle möglichen Orte zur Projektionsfläche. Ob in Kirchen, Kneipen, WG-Küchen oder im Freien – der Kreativität und Produktivität sind keine Grenzen gesetzt. Auch in Hamburg stehen zahlreiche Veranstaltungen fest. So zeigt der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg im Louis-Braille-Center beispielsweise, wie Kurzfilmkunst barrierefrei funktioniert. Sehende Besucher können anhand einer Simulationsbrille erfahren, wie blinde Menschen Kino erleben. Das einzig Bedauernswerte am kürzesten Tag des Jahres: Er ist eben kurz. Kopf hoch: Dafür gibt es dieses Jahr erstmalig zusätzlich die Möglichkeit, vom 22. bis zum 31. Dezember 2021 auf der Plattform „Cinemalovers“ einige der Programme digital zu bestaunen.

kurzfilmtag.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2021. Das Magazin ist seit dem 27. November 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hammer Sommer in Hamm: Das Sommerfestival

Es begann 2009 mit einem Fest im Hammer Park, 2018 wurde daraus das Hammer Sommerfest und 2021 veranstaltet der Kulturladen Hamm vom 6. bis 22. August 2021 im Rahmen des Hamburger Kultursommers das Hammer Sommerfestival 

Text: Felix Willeke

 

Das Hammer Sommerfestival findet vom 6. bis 22. August 2021 im Hammer Park, dem Hammer Süden und auf dem Platz der Kinderrechte statt. Außerdem gibt es unter dem Titel „Von Hamm bis Horn“ verschiedenste kleine Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten wie der Jungen Kirche Hamm, der Christuskirche oder der Kita Kinderschlupf. Zu den Highlights zählen in diesem Jahr die Konzerte im Hammer Park, die in Zusammenarbeit mit „Kunst 2 Go“ stattfinden. Hier sind dann unter anderem Celine Love, Clara Bauer und die aus dem Zwick bekannten Rudolf Rock & Die Schocker zu sehen. Die Konzerte kosten fünf Euro, Tickets gibt es bei „Kunst 2 Go“ (tixforgigs.com). Wenn der Kultursommer und damit auch die Konzerte im Hammer Park am 14. August vorbei sind, geht das Hammer Sommerfestival noch weiter.

Das breit gefächerte Programm reicht dabei von einem Fußball-Freundschaftsspiel über das Hammer Kinderfest am 14. August, „Klassik im Park“ am 15. August bis zu Kurzfilmen und Gespräche zu Themen wie der Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer oder das Leben junger geflüchteter Männer in Hamburg.

Fast alle Veranstaltungen des Hammer Sommerfestivals sind kostenlos. Bei einigen ist allerdings eine Anmeldung notwendig. Für das komplette Festival gelten die aktuellen Hygienebestimmungen wie das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske und der Nachweis eines negativen Schnelltests, einer vollständigen Schutzimpfung oder einer Genesung. Zudem werden bei allen Veranstaltungen die Kontaktdaten zur Kontaktverfolgung erfasst.

6. – 22.8., Hamm, verschiedene Orte; hh-hamm.de/sommerfestival/ 


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Kurz vorgestellt: Nachwuchs-Regisseur Mate Ugrin

Drei Fragen an den Nachwuchsfilmemacher Mate Ugrin, der mit dem „First Steps Award“ 2018 ausgezeichnet wurde.

Interview: Maike Schade

Wieder hat ein Studierender der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) den wichtigsten deutschen und mit 10.000 Euro dotierten Nachwuchspreis für Filmemacher gewonnen: Mate Ugrin. Der in Kroatien geborene 32-Jährige überzeugte die Jury des „First Steps Awards“ mit seinem Kurzfilm „In der Zwischenzeit / Meanwhile“, besonders lobten sie die „klare Bildsprache und Erzählökonomie“. Es war die zweite Auszeichnung für Ugrin in 2018: Beim Filmfest Dresden erhielt er den „Goldenen Reiter“ der Jugendjury.

SZENE HAMBURG: Was machst du mit den 10.000 Euro?

Mate Ugrin: Diese zusätzliche finanzielle Sicherheit hilft mir, dass ich mich auf verschiedene laufende Projekte konzentrieren kann. Außerdem liebäugele ich mit einer Reise nach Asien …

Wie sieht dein nächstes Projekt aus?

Ich arbeitete gerade an zwei Projekten: „ The Dormitory“, eine Kurzdoku, die die Freizeit eines Hafenarbeiters in einer kroatischen Küstenstadt porträtiert. Und dann „Brank“, ein fiktionaler Kurzfilm über eine junge Krankenschwester aus Zentralkroatien, die auf eine Adria-Insel gezogen ist, um sich um eine wohlhabende ältere Dame zu kümmern. Beide Filme beschäftigen sich also mit dem Zustand der Trennung und Isolation, die der aktuelle Arbeitsmarkt oft mit sich bringt.

Was ist dein Lieblingsfilm?

Das ist definitiv ein Film von Robert Bresson, „Au Hasard Balthazar“.

Seht hier den Kurzfilm „MJESTA U BLIZINI“ von Mate Ugrin


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Kurzfilm in Hamburg

Mit einer großen Party hat die KurzFilmAgentur im Oktober ihren 25. Geburtstag gefeiert. Schön, schön, happy birthday! Aber – wer oder was ist die KFA eigentlich? Und was machen die da genau? Wir haben bei der Geschäftsführerin Alexandra Gramatke nachgefragt

SZENE HAMBURG: Frau Gramatke, wer ist die Kurzfilmagentur, und was machen Sie genau?

Alexandra Gramatke: Entstanden ist das Ganze aus dem NoBudget Kurzfilmfestival, das schon vor 33 Jahren das erste Mal stattfand. Da gab es immer mehr Nachfragen von Kinos und anderen Veranstaltern, die Kurzfilme auch außerhalb des Festivals zeigen oder sehen wollten. So entstand zunächst der Kurzfilmverleih, der vorrangig an Kinos Kurzfilme verleiht – als Vorfilm oder auch in speziell zusammengestellten, abendfüllenden Programmen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich dann immer mehr Bereiche.

Mittlerweile haben wir rund 45.000 Filme, die in unserer Datenbank gespeichert sind.

Zum Beispiel?

Der Vertrieb, der sich um den Lizenzhandel mit Fernsehsendern, Internetportalen oder Bildungseinrichtungen kümmert. Dann haben wir noch den Bereich Kurzfilm Schule, wo Filmemacherinnen Workshops mit Kindern aller Altersklassen und Schulformen veranstalten. Dann haben wir natürlich ein riesiges Archiv, das sich hauptsächlich aus den Einreichungen zum Filmfestival speist. Mittlerweile haben wir rund 45.000 Filme, die in unserer Datenbank gespeichert sind. Wir nutzen das beispielsweise auch dazu, unsere Filmprogramme zusammenzustellen, die wir für unterschiedlichste Veranstaltungen anbieten. Aktuell hatten wir beispielsweise mit dem DESY eine tolle Kooperation: Wir haben zum “Dark Matter Day” ein entsprechendes Kurzfilmprogramm zusammengestellt. Oder letztens im Rahmen der India Week ein Programm aus indischen Kurzfilmen, die man hier sonst auch nicht sehen kann. Wir bekommen relativ häufig solche Anfragen, auch von außerhalb Hamburgs, weltweit.

Das heißt, Sie sind ein riesengroßes, internationales Unternehmen?

Kann man so sagen, ja. Auch wenn wir nicht so aussehen (lacht). Wir sind tatsächlich dadurch, dass unsere Mitarbeiter durch die ganze Welt reisen und auf Festivals auch in Panels sitzen oder Vorträge halten, weltweit ziemlich gut vernetzt.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie denn?

Feste Mitarbeiter? 15, aber nicht alle arbeiten Vollzeit. Und zwei davon kümmern sich um die organisatorische und künstlerische Leitung des Internationalen Kurzfilmfestivals, das ja unter dem Dach der Kurzfilmagentur stattfindet.

Wenn ich jetzt einen Kurzfilm produzieren würde – könnte ich Ihnen den einfach zuschicken?

Ja, genau, ein wichtiger Punkt. Das Schlaueste wäre wahrscheinlich, den bei unserem Festival einzureichen. Da klopfen wir ohnehin alle Filme darauf ab, ob sie beispielsweise als Vorfilm im Kino geeignet sind. Oder ob eventuell Interesse bei einem der Fernsehsender bestehen könnte, mit denen wir zusammenarbeiten. Dann sprechen wir den Filmemacher an und machen einen Vertrag für Verleih oder Vertrieb. Man kann uns den Film aber auch direkt anbieten, dann gucken wir uns das an und melden uns gegebenenfalls zurück.

Wir sehen den Kurzfilm als eigenständige Kunstform und haben mit vielen gestandenen Filmemachern Kontakt, die sich dieser Form verschrieben haben.

Wer schickt Ihnen denn Filme? Hauptsächlich Nachwuchsfilmemacher?

Ja, Nachwuchs ist ein wichtiger Bereich. Aber bei weitem nicht nur. Wir sehen den Kurzfilm als eigenständige Kunstform und haben auch mit vielen gestandenen Filmemachern Kontakt, die sich dieser Form verschrieben haben. Oder beides machen, Kurz- und Langfilm. Natürlich gibt es den finanziellen Aspekt, ein Kurzfilm kostet einfach weniger Geld. Aber ein Kurzfilm ist auch ästhetisch oder inhaltlich interessant, weil man viel mehr Freiheiten als im Langfilm hat, wo man meistens doch recht fest an Genre- oder Formatvorgaben gebunden ist. Man kann viel mehr ausprobieren.

Wie lang darf ein Kurzfilm denn sein, gibt’s da offizielle Grenzen?

Das ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland ist die Vorgabe für Förderung, dass er bis zu 30 Minuten lang sein darf. Die meisten Festivals handhaben das auch so. Wir auch. Natürlich machen wir Ausnahmen, wenn uns ein Film wirklich begeistert. Wir haben auch schon welche gezeigt, die 45 Minuten lang waren, auch wenn das offiziell ein “mittellanger” Film ist. Für den Vertrieb, also die Ausstrahlung bei Fernsehsendern, sind am besten Filme geeignet, die zwischen 15 und 20 Minuten lang sind. Aber auch hier sind Ausnahmen immer möglich.

Wie viele Filme werden bei Ihnen eigentlich eingereicht?

Die meisten beim Festival, das sind zwischen 5000 und 6000 pro Jahr. Das ist natürlich ein ganz schöner Aufwand, die alle zu sichten. Jeder Wettbewerb hat eine eigene Sichtungsgruppe, und die müssen sich dann tage- und nächtelang da durchsehen. Außer der Reihe werden uns auch noch mehrere Filme pro Woche zugesandt.

Aus der ganzen Welt …?

Ja, genau. Unser Archiv ist sehr international.

Wir haben einen eigenen Youtube-Channel, auf dem wir in regelmäßigen Abständen Filme kostenlos zur Verfügung stellen.

Kann ich als Privatperson eigentlich auch bei Ihnen Filme ausleihen? Zum Beispiel für einen Filmabend mit Freunden?

Das ginge, klar. Allerdings müssten Sie dafür ein bisschen Geld bezahlen. Es für uns sehr wichtig, dass die Filme nicht umsonst rausgehen. Zum einen müssen wir natürlich einen gewissen Umsatz machen. Vor allem wollen wir aber, dass die Urheber in irgendeiner Form finanziell irgendetwas zurückbekommen. Auch wenn das manchmal nur kleine, eigentlich symbolische Beträge sind. Schließlich ist so ein Kurzfilm ja auch ein Wert. Wir haben aber trotzdem auch einen eigenen Youtube-Channel, auf dem wir in regelmäßigen Abständen Filme kostenlos zur Verfügung stellen. Das sind normalerweise Filme, die ihre Verwertung schon größtenteils hinter sich haben, also auf Festivals gelaufen sind oder vom Fernsehen gekauft wurden. Davor wird Werbung geschaltet, sodass die Urheber dafür dann auch eine kleine Vergütung erhalten, je nach Klickzahl.

Kurzfilme werden häufig belächtelt. Fühlen Sie sich in Hamburg trotzdem ernst genommen?

Auf jeden Fall! Das hängt auch mit dem Festival zusammen, dadurch werden wir sehr viel besser wahrgenommen. Die Agentur ist für den Endverbraucher ja gar nicht so sichtbar. Der sieht höchstens vielleicht im Kino einen Kurzfilm als Vorfilm oder eine Filminstallation im Museum, weiß aber gar nicht, dass das über uns dort gelandet ist. Wir wünschen uns natürlich mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit für den Kurzfilm, und dass er nicht nur als Nachwuchsformat gesehen wird. Nach oben hin ist da natürlich immer alles offen.

Interview: Maike Schade

www.shortfilm.com


Der KFA-Kurzfilm des Monats Dezember 2017:

 


Dieser Text ist ein Auszug aus der SZENE HAMBURG, Dezember 2017. Das Magazin ist seit 30. Oktober 2017 am Kiosk und zeitlos in unserem Online Shop erhältlich!