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Niels: „Hamburg hat ein enormes Potenzial“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Niels begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„In den 1990er-Jahren dachte ich, ich würde den Rest meines Lebens in Berlin verbringen. Dann bekam ich einen Job bei einer Zeitung in Hamburg, die Freundin war weg, alles war doof und aus zwei Jahren Hamburg sind mittlerweile 23 Jahre auf St. Pauli geworden. Hier habe ich erfahren, welch enormes Potenzial diese Stadt hat. Ein Potenzial, das sich in Diversem widerspiegelt: Wie in den Netzwerken ‚Recht auf Stadt‘, ‚Es regnet Kaviar‘, bei den Park-Fiction-Leuten, dem CentrO Sociale und vielem mehr. Alle waren in den 2000er-Jahren vom Konzept der ‚wachsenden Stadt‘ unter den verschiedenen Beust-Senaten angepisst. Sie wollten sich gegen die Art und Weise des Wachstums und den damit einhergehenden Begleiterscheinungen, die unter dem Begriff Gentrifizierung abgeheftet werden, wehren.

 

Der Klang nach mehr

 

Bei dem Gründungstreffen von ‚Recht Auf Stadt‘ im Jahr 2009 wurde der Begriff auch gleich neu geframet. Es hieß nicht mehr ‚Gegen Gentrifizierung‘, sondern ‚Für das Recht auf Stadt (für alle)‘. Niemand wusste, was das eigentlich heißen soll. Aber es klang nach einer besseren, gerechteren und sozialeren Stadt.
Jetzt, zwölf Jahre später, sind wir um diverse Erfahrungen reicher. Was das Mitspracherecht für alle angeht, empfinde ich Hamburg als lernresistent: Wer am lautesten schreit, bekommt zwar manchmal etwas zugesprochen, wie beim Gängeviertel oder beim Abriss der Esso-Häuser. Aber kaum ist so was dann durch, sagen viele in der Politik: ‚Das muss aber eine Ausnahme bleiben.

 

Das Fab City-Projekt

 

Man packt Hamburg am besten immer dann, wenn sich die Stadt im Wettbewerb mit anderen befindet oder wenn die Leute das Gefühl haben, man könnte was machen, was noch keine deutsche Stadt gemacht hat. Wie etwa das Fab City-Projekt. Dabei geht es darum, dass eine Stadt dahin kommen soll, für fast alles selbst zu sorgen, was die Menschen benötigen. Es wird nichts importiert oder exportiert, nicht einmal Müll. Das ist eine krass utopische Vision für 2054. Wir sind mit dem Fab Lab im Oberhafen ein Teil der Initiative. Mit Spenden und eigenem Geld haben wir uns in den letzten zehn Jahren einen Maschinenpark aufgebaut.

 

Man muss sich nicht mit allem zufriedengeben

 

Als wir 2014 mit einem 3-D-Drucker vier Wochen lang Open-Source-Handys gebaut, sind die Leute da voll drauf angesprungen. Dabei wurde mir klar, dass man Leuten manchmal auch eine Idee geben muss. In Hamburg läuft in diesem Punkt noch einiges falsch, aber es gibt ein enormes Potenzial. Was könnte Hamburg für eine Stadt werden? Was können wir anschieben? Wo beißen wir uns die Zähne aus? Diese Fragen bewegen mich. Es gibt genug Sachen, mit denen man sich nicht zufriedengeben muss. Und manchmal kommt man auch wie die Jungfrau zum Kinde, wie bei meiner anderen aktuellen Baustelle: Ich habe im letzten Jahr das Barkombinat mitgegründet.“


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Vakil-Mai: „Ich kann einfach nicht weggucken“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Vakil-Mai begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich bin ein Kriegskind, Themen wie Menschen, Umwelt und Krieg haben mich immer zutiefst berührt. Meine Welt hatte nie etwas mit Vertrauen zu tun. Ich hatte immer das Gefühl, ich sei daran mit Schuld. Es hat sehr lange gedauert, bis ich gelernt habe, mit diesem Thema und diesen Fragen anders umzugehen. Besonders an Tagen wie dem 9. November merke ich immer wieder, wie sehr mich die Geschichte berührt. Auch deswegen zieht sich dieser Blick nach links und rechts und das politische Engagement wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich kann einfach nicht weggucken und weghören.

 

Millionen Bilder im Kopf

 

Ich bin blind, wodurch mir die visuelle Welt doch überwiegend verschlossen ist, und die akustische Welt ist oft nicht einfach. Es ist alles sehr laut und gerät durcheinander. Seit gut 20 Jahren habe ich nun eine sogenannte Makuladegeneration. Bei mir löst sich die Netzhaut von innen nach außen. Ich kann nur noch Punkte abscannen, wenn sich etwas nicht bewegt, je nach Lichteinfall oder wenn etwas kontrastreich ist, kann ich ein bisschen mehr wahrnehmen. Aber ich kann nichts identifizieren. Die Millionen Bilder, die ich im Kopf habe, helfen mir, mir eine Vorstellung von dem zu machen, was ich nicht sehe. Darüber hinaus versuche ich auch am Ball zu bleiben, so gut es geht, ich bin bis vor Corona beispielsweise in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv gewesen und ich habe viel Kontakt mit Leuten von Fridays for Future, mit Hanseatic Help, teile gerne mein Netzwerk und gebe Erfahrungen weiter.

 

„Als Einzelhandelskauffrau war ich kreuzunglücklich“

 

Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Damals in den 1960er-Jahren war es noch üblich, einen Beruf zu lernen und den dann bis zur Pensionierung durchzuziehen. Als Einzelhandelskauffrau war ich kreuzunglücklich. Ich habe mich parallel immer engagiert und zum Beispiel mit anderen das Kinderhaus Heinrichstraße aufgebaut. Irgendwann hat mich eine Freundin gefragt: ‚Warum arbeitest du eigentlich im Büro? Das ist doch gar nicht dein Ding, wieso gehst du nicht in Richtung Kinder und Jugendliche?‘ Das war der Anstoß, überhaupt erstmal in eine andere Richtung zu denken. Ich habe dann als ihre Kollegin völlig ungelernt in den Alsterdorfer Anstalten angefangen. Später habe ich als Heilerziehungspflegerin in der Psychiatrie gearbeitet.

 

Nepal und Nicaragua

 

1985 hat es mich dann weggezogen aus Deutschland. Ich habe meinen Besitz verschenkt und bin nach Nepal, um dort zu arbeiten. In diesem Moment hatte ich immer das Bild einer Schale vor Augen gefüllt mit allem, was meine westliche Kultur ausmacht. Bevor ich mich auf fremde Kulturen einlasse, bin ich in ein Kloster gegangen und habe diese Schale in meinem Kopf geleert. Erst dann war ich in der Lage, die neue Kultur zu verstehen. Nach einem halben Jahr bin ich zurück nach Hamburg und habe mich hier einer Gruppe aus Leuten aus Nicaragua angeschlossen. Weil ich unglaublich viel Lust auf Arbeit hatte, war innerhalb von zwei Monaten klar: Ich gehe nach Nicaragua und habe mich so 1986 einer sogenannten Brigade angeschlossen. Mein politisches Engagement hat mir geholfen, so zu arbeiten, wie ich es mir vorstellte. Das habe ich nicht immer tun können.“


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Jan: „Das ist für mich der Ursprung der Musik“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Jan begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich bin in Drage in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Als ich ungefähr acht Jahre war, hat mich mein Vater auf mein erstes Konzert mitgenommen. Ein Irish Folk-Konzert im Nachbardorf von unserem 250 Seelen Nest. Das war nur ein Trecker mit einem Anhänger als Bühne, unglaublich intim. Die Musiker haben die Leute nur mit ihren Stimmen und Gitarren in ihren Bann gezogen. Ich kannte so was gar nicht. Aus dem Fernsehen kann ich nur große Pop-Konzerte und wusste nicht, dass es da noch andere Abstufungen gibt. Auch wenn ich noch klein war, fühle ich diese Stimmung heute noch und das Gefühl, was sie damals in mir auslöste.

Für mich ist es eines der schönsten Dinge bei der Kunst ein Gefühl zu vermitteln, dass man nicht unbedingt beschreiben können muss. Das möchte ich auch mit meiner eigenen Musik erreichen. Ich möchte, dass die Leute so nah wie möglich an mich rankommen und verstehen, was ich fühle und dass sie das fühlen, was ich als Kind auf diesen intimen Konzerten gefühlt habe.

 

Fernsehshow: Unauthentisch

 

Ich hoffe, ich ermutige die Leute, zu sein wie sie sind, indem ich ihnen zeige dass ich so bin, wie ich mich gebe. Zwischen mir und meiner Kunstfigur gibt es keinen großen Unterschied. Vor drei oder vier Jahren war ich in Köln, beim Vor-Vor-Entscheid des Eurovision Songcontest – quasi der Vorstufe zu der Fernsehsendung, bei der der deutsche Kandidat gekürt wird. Dort fragte mich eine Choreografin, ob ich eine Choreografie hätte und was ich denn auf der Bühne anziehen würde. Ich hatte ein schwarzes T-Shirt an und meinte: ‚Ja das hier, was ich jetzt auch gerade anhabe‘, eine Choreografie hätte ich nicht. Als mir dann eine angeboten wurde – ich sollte Halb-Playback spielen, ohne Gitarre –, habe ich schnell gemerkt, dass ich da nicht reinpasse. Ich bin kein Pop-Star, dessen Natur es mitbringt, unnahbar und unerreichbar zu sein.

 

Ein Kreis schließt sich

 

Auch heute noch liebe ich besonders die kleinen Konzerte. Da bin ich ganz nah am Publikum und kann nachher noch mit den Leuten schnacken. Ich spiele viele Sofa-Konzerte und Gigs in Kneipen, diese kleinen Sachen ohne Barriere zwischen Künstler und Publikum. Das ist für mich der Ursprung der Musik. Dieses Irish Folk-Konzert damals war sowas, wie ein Schlüsselmoment. Später hat sich dann auch ein ein Kreis geschlossen. ich habe irgendwann auf auf einem meiner eigenen Gigs eine Frau kennengelernt. Sie war damals auch auf diesem Folk-Konzert und kannte meinen Vater und mich.”


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Mike: „Macht einfach, traut euch!“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Mike begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Dieser etwas inflationär gebrauchte DIY-Begriff, zieht sich nicht nur seit zwanzig Jahren durch mein Leben. Der Gedanke dahinter ist mein Motor und die dazugehörigen Werte mein Kompass. Eine Orientierungshilfe für das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen. Ich ziehe aus der DIY-Szene den Antrieb, das zu tun, was ich tun will und möchte meine eigenen Regeln und das Tempo bestimmen.

Ich bin also ein Macher, ohne jetzt Bezos, Musk oder Maschmeyer zu sein. Für mich steht das DIY-Prinzip, also ‚Do it yourself‘, im Kontext von Punk- und Hardcoremusik. In dieser Szene ist das selbst organisieren von Konzerten, Herstellen von Magazinen am Kopierer oder das Herausbringen von Musik ohne Plattenfirma im Rücken immer auch das gewesen, was vieles erst möglich gemacht hat. Entweder man hat selbst was auf die Beine gestellt oder es hat halt niemand gemacht. Das ist eine ganz wichtige Lektion für das Leben.

 

Auf dem Land groß geworden

 

Als ich Mitte der Zweitausender Jahre als Teenager im Saarland aufwuchs, da war es normal, immer zehn, fünfzehn Konzerte jedes Wochenende im Umkreis von dreißig, fünfzig Kilometern besuchen zu können. Konzerte gab es in jedem Kaff. Wir sind einfach ins Auto und an einem Abend zu zwei oder drei Konzerten, später sind wir auch weiter gefahren, nach Mainz oder rüber nach Frankreich. Die Bands der Zeit, das, was sie verkörpert haben, das hat mich fasziniert. Ich wollte schnell auch Dinge ‚Selber machen‘, also in erster Linie Konzerte veranstalten. Das habe ich dann auch getan: Fjort zum Beispiel, Toxoplasma – eine legendäre Deutschpunkband der frühen 80er – oder Escapado hier aus dem Norden, und viele andere…

 

Arbeiter im Hintergrund

 

Das liegt mir mehr, ich habe mich nie auf der Bühne gesehen. Ich wollte immer im Hintergrund sein als der, der organisiert. Eine Zeit lang liefen die Shows auch ganz gut. Aber gerade im Saarland, wo insgesamt nicht viel los ist, ging die Rechnung auf Dauer nicht auf. Ich bin dann nach Mainz, wo ich studiert habe und feststellen musste, dass dort alles ein wenig anders lief. Einfach so was organisieren, das war nicht mehr möglich. Da hieß es dann: Plenum hier, Sitzung dort. Als der Kassetten-Hype einsetzte, habe ich begonnen, Tapes herauszubringen und heute ist es Vinyl. Ich möchte mit dem DIY eine Botschaft weitergeben: macht einfach, traut euch! Heute arbeite ich im Musikvertrieb, schreibe für ein Fanzine und betreibe mehrere kleine Labels, wo ich die Musik von Künstlern veröffentliche, die ich gut finde. Dass ich das heute von Hamburg aus mache, ist wahrscheinlich so was wie Schicksal, wenn man die Musik-History der Stadt kennt, könnte man das schon meinen.


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Silvana: „Ich bin dankbar für das, was ich habe“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Silvana begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich gehe immer gerne in eine kleine Bar, dort bin ich an einem Abend einer Frau begegnet, die ich schon öfters dort gesehen hatte. Sie wohnte in meiner Straße und man kannte sich vom Sehen. Ich wusste, sie ist Autorin und Journalistin. An diesem Abend fragte sie mich, ob sie sich zu mir setzen könne. Sie bestellte sich ein Bier und wir kamen ins Reden. Es stellte sich heraus, dass sie eine ziemlich erfolgreiche Krimiautorin ist. Ihr Name: Simone Buchholz. Sie hat unsere Begegnung in ihren damals aktuellen Roman Blaue Nacht einfließen lassen. Ich habe mich total gefreut und auch geehrt gefühlt.

 

Offen gegenüber Menschen

 

Diese Anekdote beschreibt ganz gut meine Offenheit gegenüber Menschen. Ich lerne oft neue Leute und ihre Geschichten kennen. Ich finde Menschen interessant, will wissen, wie sie sind, wo sie herkommen, was sie machen oder wie sie heißen. Man nennt es Pareidolie, wenn man in Dingen und Mustern vertraute Gesichter erkennt. So geht mir das immer wieder hier auf St. Pauli. Die ganzen Plakate, Street Art, Kreidezeichnungen, die Kinder auf die Straße gemalt haben, irgendwo hat irgendwer was weggeworfen, irgendwo steht Zeug rum, das sind alles Sachen, die Bilder erzeugen und Geschichten erzählen. Diese Dinge inspirieren mich zu den Illustrationen, die ich mache. Ich könnte gar nicht auf Dauer irgendwo abgeschnitten leben. Auf St. Pauli habe ich die Hälfte meines Lebens verbracht. Seit meinem Kommunikationsdesign-Studium lebe ich der Nähe der Elbe.

 

Verbindungen und eine Erkenntnis

 

Für mich lässt sich die am besten mit dem Fahrrad und zu Fuß entdecken. Dabei fügt sich Stück für Stück zusammen, stellen sich Verbindungen her. Hamburg auf diese Art zu entdecken, aber auch den Menschen zu begegnen, das war mir dieses Jahr so gut wie gar nicht möglich. Ich hatte eine längere, schwere Verletzung. Dadurch konnte ich nicht zeichnen. Das war eine Zeit, in der ich sehr große existenzielle Angst hatte, Angst, dass es nicht mehr wie früher gehen wird. In dieser Zeit habe ich gelernt, den Augenblick zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben. Ich möchte nicht mehr warten und denken ‚Irgendwann mal‘. Ich bin dankbar für das, was ich habe, diese Freiheit, dieses bunte Leben, diese Leichtigkeit, die man dann doch in allem so lebt und liebt. Dem liegt eine gewisse Ernsthaftigkeit zugrunde, die darf man nicht aus den Augen verlieren, auch wenn man immer so schnell dabei ist.“


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Osama: „Ich brauche die Freiheit zu leben, wie ich möchte“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Osama begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„In meiner Heimat, dem Jemen, wird man immer danach beurteilt, ob man sich religiös verhält oder nicht. Alle sind super eng miteinander: Familie, Freunde, Nachbarn, man hat eigentlich keine Privatsphäre. Egal was man macht, wohin man geht, man steht immer unter Beobachtung. Alle wissen immer alles. Das ist in Deutschland ganz anders und in Hamburg sowieso. Das Problem für mich ist, ich bin überhaupt nicht religiös. Deswegen konnte ich im Jemen nicht so leben, wie ich wollte: Bier auf der Straße trinken, so wie jetzt gerade, oder meine Frau in der Öffentlichkeit küssen, daran wäre überhaupt nicht zu denken gewesen. Im Jemen ist die Gesellschaft einfach eine andere, denn wenn man nicht religiös ist, dann ist vieles nicht möglich. Und ist man gläubig, dann wird man durch die religiösen Regeln beschnitten, auch wenn das natürlich viele Leute nicht so empfinden.

 

Viele haben ein schlechtes Bild“

 

Das hier in Deutschland viele Leute ein schlechtes Bild vom Jemen haben, kann ich verstehen. Aber kennst du einen Deutschen, der schon einmal im Jemen gewesen ist? In den Medien hört man immer nur vom Bürgerkrieg, von Hunger, Armut, den generell sehr schwierigen Bedingungen. Das Leben im Jemen ist für die meisten Menschen tatsächlich nicht einfach und auch überhaupt nicht angenehm. Angenehm ist es nur, wenn man die finanziellen Möglichkeiten hat. Die Mittelschicht im Jemen lebt superluxuriös. Auch wenn ich sehr eingeschränkt gewesen bin, finanziell ging es meiner Familie und mir nicht schlecht. Um hier in Hamburg das Leben wie im Jemen führen zu können, müsste ich wohlhabender sein. Aber die Freiheit, das Leben so leben zu können, wie man sich das vorstellt, wiegt mehr, deswegen bin ich gegangen. Und wirklich schlecht geht es mir ja hier auch nicht.

 

Veränderung durch die Jugend?

 

Die Bevölkerung im Jemen ist sehr jung und wird noch jünger, denn sie wächst sehr schnell. Die Jugendlichen werden hoffentlich irgendwann vermehrt den Weg gehen, den ich gegangen bin und den auch viele andere meiner Landsleute gehen, die etwas vom Leben haben wollen. Sie werden diesen Weg gehen müssen, wenn sich im Jemen nichts ändert. Vor allem wenn man nicht zu denen gehört, die Geld haben oder sich nicht religiösen Regeln unterwerfen möchte. Trotzdem vermisse ich meine Heimat. Perfekt wäre für mich wohl eine Gesellschaft, die ein bisschen so ist wie im Jemen und ein bisschen so wie in Deutschland. Aber die gibt es nicht.

 

Neuanfang in Deutschland

 

Im Jemen war uns alles einfach zu viel. Deswegen habe ich mich vor etwas mehr als vier Jahren auf den Weg gemacht und mich um einen Masterstudiengang in Wirtschaftsökonomie bemüht. Im Jemen und später auch in Beirut habe ich BWL im Bachelor studiert. Mit dem Studiengang hat es nicht geklappt, dann habe ich einen Asylantrag gestellt und erst einmal zwei Jahre in Berlin gewohnt, bevor ich hier noch Hamburg gekommen bin. Hier mache ich gerade einem C1-Sprachkurs und warte mit meiner Frau auf unseren Nachwuchs. Wie unser Leben aussehen soll? Anders als es im Jemen war, natürlich, aber genaue Vorstellungen habe ich noch nicht. Ich genieße die Möglichkeiten hier und lasse die Dinge gerne auf mich zukommen.“


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Dennis: „Ich glaube, jeder Mensch hat eine Geschichte, die es sich lohnt zu erzählen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Dennis begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich glaube an Geschichten. Das mag jetzt vielleicht ein wenig naiv klingen, aber ich glaube daran, dass Geschichten uns helfen, unsere Welt ein bisschen besser zu verstehen. Sie können irgendeine Form von Ordnung in dieses wahnsinnige Chaos bringen, das uns täglich umgibt. Darum bin ich Journalist geworden. Denn so habe ich die Möglichkeit, anderen Menschen zuzuhören, Menschen, die vielleicht eine ganz andere Lebensrealität haben als ich selbst. Ich kann ihre Geschichten aufschreiben und sie einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mich interessieren besonders die leidenschaftlichen Menschen. Dabei ist es in erster Linie egal, wovon die Geschichte handelt: von ihrem Glauben, dem Wunsch nach materiellem Wohlstand, von einer politischen Sache oder einem Hobby. Aber Menschen, die wirklich ihre gesamte Energie in etwas investieren, faszinieren mich. Ich glaube, dass wir von ihren Geschichten lernen können.

 

„Die Allerwenigsten sind bereit zuzuhören“

 

Abseits dieser großen und ungewöhnlichen Geschichten gibt es aber auch viele, die viel zu wenig gehört werden. Ich glaube, jeder Mensch hat eine Geschichte, die es sich lohnt zu erzählen. Denn jeder hat schon einmal in einen Abgrund geblickt, ist an seine Grenzen gestoßen oder hat etwas geleistet, was außergewöhnlich ist. Die allermeisten lassen es sich nur nicht anmerken. Und die Allerwenigsten sind bereit zuzuhören.

Genau das führt uns in diese komische Lage, in der wir uns gerade befinden. Diese Gesellschaft ist gespalten wie nie zuvor. In den sogenannten sozialen Netzwerken und mittlerweile auch im Alltag treffen immer häufiger Weltanschauungen aufeinander, die scheinbar nicht mehr miteinander kompatibel sind. Viel zu oft vergessen wir, dass es um die Menschen geht, die hinter diesen Weltanschauungen stehen. Sie vertreten ihre Standpunkte nicht aus Böswilligkeit, sondern weil sie davon überzeugt sind, auf der richtigen, vermeintlich guten Seite zu stehen, weil sie etwas Gutes wollen. Viele Konflikte und Probleme würden sich auflösen, wenn wir versuchen würden, die Motivation dieser Menschen zu verstehen. Das gelingt aber nur, indem man zuhört und indem Medienschaffende wie ich ihre Geschichte aufschreiben und auf irgendeine Weise weiter erzählen.

 

Häuser voller Geschichten

 

Hamburg steckt voller spannender Geschichten. Ich bin ein großer Fan von Hochhäusern. Dort leben auf kleinem Raum viele Menschen nebeneinander, die alle viele unterschiedliche Schicksale haben. Oft gehe ich an solchen Häusern vorbei und frage mich, wie es den Menschen geht, von was sie träumen, vor was sie sich fürchten, ob sie glücklich sind oder verzweifelt, ob sie gerade die Liebe ihres Lebens gefunden haben oder nicht wissen, wie sie am nächsten Morgen ihre Miete zahlen sollen. Ich glaube, wir sollten den Menschen mehr zuhören, denen sonst keiner zuhört. Weil die Summe ihrer Geschichten uns tatsächlich helfen kann, die Welt besser zu verstehen.”


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Martin: „Es hilft zu verstehen, dass man Menschen nicht ändern kann“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Martin begegnet.

Protokoll & Foto: Kevin Goonewardena

 

„Jan Delay hat einen Song geschrieben, der heißt „Kartoffeln“ und den finde ich sehr bezeichnend – zumindest für mich. In dem Song rappt er darüber, dass wir Kartoffeln zwar viel Stärke haben, aber keinen Geschmack. Und deswegen in die Großstadt müssen, denn dort sind die vielen Gewürze.

Das sehe ich ganz genau so. Ich komme aus Emden in Ostfriesland und bin nach meiner Ausbildung weggezogen. Ich mag es mit unterschiedlichen Gewürzen in Berührung zu kommen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich hier in Wilhelmsburg so wohl fühle. Wo sonst hört man neun bis zehn Sprachen im selben Bus? Auch wenn ich die meisten davon nicht verstehe, finde ich das immer ganz geil, nicht so im eigenen Sud rumzuhängen. Dieses Blasen-hafte ist noch nie so meins gewesen. Ich war auch in Emden schon eher der Rucksack-Dude, der nicht HipHop, nicht Punk, nicht Metall oder sonst was war. Ich fand es schon damals geil, mit allen down zu sein, einen Abend bei den Metallern im Proberaum rumzuhängen, dann bei den Punks, später kam HipHop dazu. Mit möglichst vielen Sachen in Kontakt zu kommen und sich nicht in nur einem Freundeskreis zu bewegen, der ja eh meist nur dadurch zustande kommt, weil die Leute eine ähnliche Einstellung, eine ähnliche Haltung zum Leben haben, macht das Leben spannender.

Mich macht zwar eine Offenheit, eine Neugier, eine gewisse Unbekümmertheit aus, aber ich finde Vorurteile per se gar nicht schlimm. Ich habe mal gelesen, dass der Kopf automatisch Dinge in Schubladen einordnet, um nicht von dem was sonst ungefiltert auf einen einprasseln würde, überfallen zu werden. Wenn du einen Punker siehst, dann speicherst du den so ab. Aber man sollte den Leuten die Möglichkeit geben, da wieder raus zu kommen. Kann ja sein, dass ich am Wochenende einen Punker sehe und am Montag muss ich zur Bank und bei dem dann ein Girokonto eröffnen. Und das muss möglich sein. Um ein gewisses Denken, was man so hat, wenn man Leute sieht, die sympathisch findet oder nicht, da kommt man nicht drumherum, aber die Leute dann aus dieser Schublade nicht mehr raus zu lassen, das wäre wack.

 

Frage des Blickwinkels

 

Wenn man Menschen kennenlernen will, muss man in Kauf nehmen, dass sie nicht so denken wie man selbst, dass deren Meinung nicht deckungsgleich mit der eigenen ist. Wenn da jetzt der Arm hochgeht, dann geht das gar nicht, aber ansonsten … Ich mag mich lieber angeregt unterhalten, diskutieren, argumentieren – solange es nicht menschenverachtend wird. Aber man muss nicht immer einer Meinung sein.

Es ist aber auch eine Frage des Blickwinkels: Wenn du auf einem Stuhl in einem Raum sitzt und du kannst nur drei Ecken sehen, dann hat sich der Raum nicht geändert, wenn du den Stuhl verstellst und auch noch die andere Ecke sehen kannst. Aber vielleicht sehe ich dann in der Ecke die Tür, durch die ich raus kann.

Es hilft zu verstehen, dass man Menschen nicht ändern kann – das können nur sie selbst. Mal geht das besser, mal schlechter.“


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John: „Manchmal gucke ich aus dem Fenster und sage mir: Du bist im Paradies“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir John begegnet.

Protokoll & Foto: Kevin Goonewardena

 

„Wenn ich jetzt die Menschen mit einem Lächeln auf der Straße sehe, die sich fast wieder normal bewegen können, dann ist das einfach schön. Jeder von uns war von diesem verdammten Ding betroffen und wenn ich Ding sage, meine ich Corona.

Jede:r hat seine eigene Idee, seine Philosophie entwickelt, wie er oder sie mit dieser verdammten Zeit umgeht. Meine war: Locker sein und abwarten. Ich habe nicht erwartet, dass das früher zu Ende geht, das hat mich beschützt. Anfangs glaubte ich noch, dass Corona schnell wieder vorübergehen würde. Nach drei Monaten habe ich mir gesagt: Mach dir keine Illusionen, das wird jetzt länger dauern, also stell dich darauf ein.

Meine Philosophie ist immer: Was ich entscheiden kann, ist kein Problem. Nur was andere für mich entscheiden – entscheiden können oder müssen – dass kann ein Problem sein. Ist das vermeintliche Problem wirklich ein Problem? Das muss man dann analysieren.

 

„Wir sind das Problem, nicht das Leben“

 

Das Leben ist doch schön. Die Menschen haben Probleme, die Menschen machen Probleme, aber das Leben an sich ist schön. Wir sind das Problem, nicht das Leben. Wenn man sagt, das Leben sei schwer, dann denkt man nur an den Menschen und ignoriert die anderen Lebewesen. Alles was atmet, sogar die Bäume, die gehören dazu. Alles was lebt, ist etwas sehr Einzigartiges.

Als Taxifahrer, ich sag dir, da fahre ich manchmal Leute, denen es sehr gut geht und andere, die haben nichts und sind dann auch noch schwer krank. Ich mache auch viele Krankentransporte. Wenn ich von da Geschichten höre, sage ich mir immer: Hey, du kannst noch laufen, du kannst noch klar denken, wo ist dein Problem?! Es geht dir gut. Ich freue mich immer wie ein Dummkopf über das Leben. Manchmal gucke ich aus dem Fenster und sage mir: Du bist im Paradies.“


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Anita: „Die Anthroposophie sagt: Alles in Rhythmen.“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anita begegnet.

Protokoll & Foto: Kevin Goonewardena

 

„Ich bin 1992 mit meinen Eltern wegen des Jugoslawienkrieges aus dem Kosovo nach Hamburg gekommen, damals war ich fünf. Die ersten Jahre haben wir in verschiedenen Flüchtlingsheimen gewohnt, keine einfache Zeit. Hamburg hilft Menschen wie mir, sich selbst auszuprobieren und kennenzulernen. Das habe ich gemacht, ich habe mich in Hamburg so ausgelebt, wie ich es mir als Jugendliche immer ausgemalt habe. Und als Mutter kann ich jetzt rückblickend sagen: Zum Glück ist alles gut gegangen. Und ich muss nicht sagen, ‘Das hätte ich gerne gemacht’.

 

„Streiten muss man lernen“

 

In Hamburg und anderen Großstädten scheinen viele zu denken, dass jeder und alles austauschbar ist. Das finde ich schade. Die Bereitschaft, an etwas zu arbeiten und sich Konflikten zu stellen, nimmt ab. Das kommt meiner Meinung nach daher, dass die Großstadt einem den Schein vermittelt, dass es so viele andere Menschen um einen herum gibt, die man wie Unterhosen austauschen könne. So geht jedem Menschen etwas verloren, wenn man nicht lernt, miteinander zu streiten. Das muss in einer Großstadt wie Hamburg gelernt werden. Was groß im Kommen ist, ist dieses Selfcare-Arschloch, was sich nur um sich selbst kümmert, mit so einer inneren Fuck-You-all-Haltung.

Achtsam sein, meditieren, beten, alle schön und gut, um mit sich selbst klarzukommen, aber bitte, bitte scheut nicht den Konflikt mit anderen, euch und eure Gefühle zu erklären und andere daran teilhaben zu lassen. Immer alles austauschen, auswechseln zu wollen, kostet viel mehr Energie, als das Gespräch zu suchen. Pflegt doch mal eure Freundschaften!

 

Hamburg, eine Durchfahrtsstadt?

 

Mir wurde mal gesagt, wenn man wirklich jede Ecke von Hamburg kennt, dann bleibt einem nur in die nächstgrößere Stadt zu gehen, Berlin beispielsweise. In Hamburg kann man unterschiedlichste Menschen treffen, hier trifft sich wirklich alles. Diesen Umstand und die Möglichkeiten, die man hier hat, schätze ich sehr. Aber Hamburg ist auch irgendwie so eine Durchfahrtsstadt. Ich habe viele Leute kennengelernt, die nur kurzzeitig hier waren und dann weiterzogen. In Hamburg gibt man und nimmt sich was mit und dann geht es für viele Leute, die ich in den fast 30 Jahren, die ich hier nun schon lebe, kennengelernt habe, weiter. Die Anthroposophie sagt immer: Alles in Rhythmen.

Ich mag’s, das Hamburg weiterhin politisch ist. Die Demos, die gute linksorientierte, grün-versiffte Stimmung, die mag ich gerne. Auch wenn ich da jetzt ein bisschen raus bin. Hamburg war schon immer eine geballte Kulturstadt für mich, das hat sich die Stadt bewahrt: Konzerte, Partys und Lesungen.

Heute kann ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen auszugehen. Ich habe immer noch viel Energie, ich glaube, deswegen kann ich auch eine Klasse so gut handeln, da kommt ja unglaublich viel Energie von den Kindern und Jugendlichen auf einen zu. In der Elternzeit musste ich dann neue Wege finden. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, das kommt jetzt so langsam wieder. Jetzt spanne ich mir meinen eigenen neuen Kosmos durch die Möglichkeiten, sich neu kennenzulernen, die es jetzt gibt. Ich habe durch die Waldorfpädagogik und die Anthroposophie ganz viel Werkzeug mitbekommen.

 

„Der Hafen ist nicht meins“

 

Was ich in Hamburg nicht so mag, ist der Hafen. Ich bin ´ne Zeit lang mit meinen Leuten auf Dächer gestiegen, durch diese Dachluken, die oft unverschlossen waren. Geklingelt, gesagt man habe den Schlüssel vergessen oder Ähnliches und dann über den obersten Stock aufs Dach, oft nachts. Es gibt viele Hochhäuser in Hamburg, von denen man einen Rundumblick hat.

Wenn man dann gefragt hat, was den Leuten am besten gefällt, haben die meisten gesagt, die Lichter am Hafen. Ich konnte dem nie was abgewinnen, ich musste immer an die Menschen denken, die tagsüber geschlafen haben, um nachts ihre Familien zu ernähren. Wenn ich Richtung Hafen gucke, sehe ich ganz viel Metall, ich sehe Kräne, ich sehe laute Dampfer, die wirklich nicht umweltfreundlich sind. Ich stelle mir das alles sehr kühl vor. Ich schaue nicht darauf und denke: Ist das schön.

Aber Wasser verbinde ich schon mit Hamburg. Ich kann Euch raten: Macht mal eine schöne Kanalfahrt, angefangen auf der Alster. Nicht die Einstündige für Touristen, sondern die große, die Zweistündige. Was ich mir für Hamburg wünsche? Dass die Mieten runter gehen.“


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