Literaturkritik: „Selbstregulierung des Herzens“

Deutscher Buchpreis: Peggy Mädlers „Selbstregulierung des Herzens“ beleuchtet die DDR von innen und erzählt von Widersprüchen, Staat und Leben
(©Galiani Berlin) 

Nach Anne Rabes „Die Möglichkeit von Glück“ aus dem Jahr 2023 steht mit „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler in diesem Jahr auch wieder ein DDR-Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Und zwar einer, der auf vergleichsweise ruhige Art und Weise das damalige Gesellschaftsbild der DDR (und des dann wiedervereinigten Deutschlands) mit all ihren Widersprüchen wiederzugeben versucht – und das sehr erfolgreich.

Zwei Figuren stehen dabei im Zentrum: der technikbegeisterte Georg, der versucht, sein Land mithilfe von entsprechenden Apparaturen voranzubringen, und die Künstlerin Mona, die das charakterliche Gegenteil von Georg zu sein scheint. Bis ihre Wege sich kreuzen, haben sie mit all den Dingen zu tun, die man eben tut: Beziehungen führen, Familien gründen, leben. Doch es ist gar nicht so leicht, ein „normales“ Leben unter den politischen Voraussetzungen zu führen. Auch nicht, als der Staat letztlich scheitert – und genau das ist das Tolle an „Selbstregulierung des Herzens“. Denn der Roman ist hochpolitisch, ohne dabei plakativ oder lehrbuchhaft zu wirken, und erzählt von der DDR in erster Linie von innen heraus durch die Menschen, die darin leben. 

Diese Kritik ist zuerst in SZENE HAMBURG 10/26 erschienen. 

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