Literaturkritik: Solomons Lied

Sinnsuche II
Das Buchcover des Roman „Solomons Lied“
Das Buchcover des Roman „Solomons Lied“ (©Rowohlt Verlag)

Toni Morrison, die 2019 verstarb, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der modernen Literatur. 1993 wurde sie zudem als erste Afroamerikanerin mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, bereits fünf Jahre zuvor erhielt sie den Pulitzer-Preis für ihren Roman „Menschenkind“ (Originaltitel: „Beloved“). „Salomons Lied“ ist daher – logisch – kein neues Buch, sondern wurde in den USA bereits 1977, in Deutschland zwei Jahre später, veröffentlicht.

Doch wie immer bei Morrison gilt: Ihre Werke sind zeitlos und lohnen sich daher, auch Jahrzehnte später neu entdeckt (oder erneut gelesen) zu werden – und dank dieser Neuauflage von „Salomons Lied“ ist das auch für Neuentdecker ihres Œuvres problemlos möglich. An der Oberfläche handelt das Buch von einem jungen Mann, der sich auf die Suche nach einem mythischen Familienschatz begibt, doch unter der Oberfläche beschreibt der Roman (ähnlich wie bei „Richtig großes Glück“) vielmehr die Suche nach sich selbst und den eigenen Wurzeln – bloß in einem vollkommen anderen Setting. Auch knapp fünfzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen ist „Salomons Lied“ ein Roman von beeindruckender Unvergänglichkeit. 

Dieser Artikel ist zuerst in der Printausgabe der SZENE 06/26 erschienen. 

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