DUB:KE – Mit Arab Techno gegen Club-Rassismus

Anas Aboura kam 2015 aus Syrien nach Deutschland. Heute arbeitet er als Kurator. Zusammen mit Kollegin und Dramaturgin Nadine Jessen, veranstaltet er seit zwei Jahren die erfolgreiche Oriental-Karaoke Reihe. Im Juni startet ihr neuestes Projekt. Mit DUB:KE wollen sie Hamburg in die weite Welt des Arab Techno einführen und gleichzeitig eine Party etablieren, die den im Nachtleben häufigen Rassismus überwindet.

SZENE HAMBURG: Techno und die Kultur der elektronischen Musik kann in vielen arabischen Ländern nur im Untergrund stattfinden. Welche Gründe seht ihr dafür?

Nadine: Zunächst ist dies sicher nicht nur ein Problem in arabischen Ländern. Kaum eine Regierung mag diese Art von Rave-Kultur, die häufig mit Drogen und einem freiheitlichen, alternativen Lebensstil verbunden wird. Bestes Beispiel dafür ist Georgien, wo es in der Hauptstadt Tiflis kürzlich zu groß angelegten Razzien gegen die Clubszene kam. Aber auch in Deutschland gibt es immer wieder Clubs die geschlossen werden. Die Reflexe der Regierungen sind immer gleich. Viele junge Leute hören Musik, wollen tanzen, feiern und frei sein und das könnte gefährlich werden.

Trotzdem ist die Situation in arabischen Ländern repressiver als in den meisten europäischen Staaten …

Anas: Natürlich und das liegt daran, dass es dort häufig Diktaturen gibt. Der Versuch von Leuten Freiheit zu erlangen oder auch nur Freiheit zu spüren, soll im Keim erstickt werden. Es gibt viele Versuche Rave-Festivals in arabischen Ländern zu veranstalten, aber die werden meistens schon nach ein paar Stunden von der Polizei kontrolliert und beendet.

Wie versuchen Leute, dies zu umgehen?

Anas: Als ich noch in Syrien war, gab es zwar einige Clubs mit Musik einer bestimmten Richtung, die erlaubt war, aber sobald wir irgendetwas Neues machen wollten, mussten wir es im Untergrund machen. Ich kenne ein Beispiel aus dem Libanon, wo während eines Festivals mehrmals die Location gewechselt wurde. Aber man muss auch sagen, dass die Kontrollen im Nachtleben nicht die größten waren. Im normalen Leben waren sie viel stärker.

Im Juni startet eure Partyreihe DUB:KE auf Kampnagel. Wie kam es dazu?

Nadine: Das Ganze ist aus dem Migrantpolitan entstanden. Dieses kleine Holzhaus im Kampnagel-Garten ist seit über zwei Jahren ein Treffpunkt, in dem neue Formate des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens erprobt und entwickelt werden. Ein Ort, der gesellschaftliche Zuordnungen in Flüchtlinge und Einheimische hinter sich lässt und wo gemeinsam kosmopolitische Visionen entworfen werden.

Anas: Mittlerweile ist Migrantpolitan auch zu einem kulturellen Café geworden, was fast täglich geöffnet hat und in denen wir Workshops und Jam Sessions veranstalten oder unsere eigene TV-Show „Hello Deutschland“ zeigen (Anm. d. Red: Neue Folgen ab 30.5. jeden Mittwoch, 20.15 Uhr). Einmal hatten wir dort eine Veranstaltung mit den Leuten der Hamburger Perfomance Studies und trafen den DJ des Abends. Er kam aus dem Iran und hat sehr viele interessante Tunes aufgelegt. So eine Art Slow Oriental-House. Wir kannten Ähnliches von der Hamburger Band Shkoon und uns wurde bewusst, dass es da noch viel mehr zu entdecken gibt.

Wofür steht DUB:KE?

Nadine: Viele orientalische Sounds klingen bereits sehr technoid. Aber mit DUB:KE wollten wir dem Ganzen einen Namen geben, der das Ganze ein bisschen lustig umschreibt und etwas überzieht. Es klingt einfach genau gleich wie der traditionelle Tanz. Natürlich ist Dub auch nicht Techno, aber wir wollen ja gerade nicht in diesen Kategorien denken, sondern solche überwinden.

Anas: Dabke heißt der traditionellen Tanzstil, der im Nahen Osten, aber auch in anderen Ländern wie Iran oder Afghanistan unter anderem Namen sehr beliebt ist. Wenn eine bestimmte Art der Musik anfängt, stellen sich alle in der Reihe auf, fassen sich an den Händen und fangen an zu tanzen. Das ist häufig sehr energetisch und hebt manchmal Grenzen zwischen den Leuten komplett auf und bringt sie alle zusammen.

Ist das auch das Ziel eurer Partyreihe?

Nadine: Auf jeden Fall. Es herrscht in Deutschland ein großer Rassismus im Partyleben. Das kommt natürlich nicht von der Regierung, aber von Clubbesitzern, die sagen, was für Leute sie im Laden haben wollen. Ich lehne diese Attitüde komplett ab. Und deswegen wollen wir neben Formaten wie Oriental Karaoke, dem noch mehr entgegenhalten und sagen „Hey, die Musik ist sehr cool, der Sound ist sehr cool, wir können zusammen feiern und du bist willkommen“. Wir glauben daran, dass wenn du nicht zusammen feiern kannst, kannst du auch nicht zusammen leben.

Der erste Gast bei DUB:KE ist DJ Dziri, a.k.a. Sadziky vom Soukcollective. Foto: Francois Huppertz

Was plant ihr für den Abend?

Anas: Unser erster Gast ist Sadziky. Sie ist in Brüssel aufgewachsen und hat tunesisch-belgische Wurzeln. Ihr großes Netzwerk mit dem Namen Soukcollective reicht bis Toronto. Eine unglaublich offene und inspirierende Persönlichkeit. Sie mischt tanzbare Folk-Musik aus arabischen Ländern mit Techno Beats oder hat zum Beispiel Oum Kalthoum geremixed. Aber es ist immer schwer Musik zu beschreiben, man muss sie spüren.

Nadine: Wir wollten zudem vor allem am Anfang unserer Reihe direkt klarmachen, dass es viele Frauen gibt, die in dieser Szene involviert sind. Und sie repräsentiert dieses Netzwerk.

Anas: Das Besondere am ersten DUB:KE Abend ist, dass er gleichzeitig mit dem Ende vom Ramadan zusammenfällt. Wir laden also alle ein, mit uns zusammen im Migrantpolitan das Zuckerfest zu feiern, um dann gemeinsam zur Party zu gehen.

Welches Publikum wünscht ihr euch?

Nadine: Wir sind absolut gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie, aber sonst ist jeder willkommen. Es soll ein Safe Space für jeden sein. Ein großes Problem ist ja auch, dass viele Menschen, die ihr Land verlassen müssen, immer von der großen Freiheit in Europa hören und dann in Deutschland teilweise nicht mal in Clubs gelassen werden. Ich hoffe, mit unserer Partyreihe können wir diesen Umstand überbrücken und diese Art von Rassismus überwinden. Wir wollen also auch gezielt Leute damit ansprechen, die neu in Deutschland sind.

Anas: Aus meiner Perspektive kann ich noch sagen, dass ich mir sicher bin, dass dies gelingt. Seitdem wir auf Kampnagel diese unterschiedlichen Events machen, habe ich schon viele arabische Leute getroffen, die sich willkommener fühlen. Hier wird keiner kontrolliert oder vorverurteilt und jeder zahlt, was er zahlen kann. Damit können wir das schöne Image des Lebens in Deutschland tatsächlich zeigen und für viele neue Leute sind solche Verbindungen eine große Hilfe um ihr soziales Leben zu erweitern.

Wie geht es weiter mit DUB:KE?

Nadine: Die Künstler, die wir für die kommenden Partys einladen werden, sind Leute, die aus diversen Ländern kommen und unterschiedlichen Sound spielen. Wir planen die Party alle zwei Monate, aber das hängt natürlich von unserem Budget ab. Am 29. September werden wir außerdem auf der großen We’ll come united-Demo dabei sein und den Abend vorher auf Kampnagel zusammen feiern. Für uns ist das Ganze eine Reise, die wir gerade erst beginnen.

Interview: Ole Masch
Beitragsfoto: Shahin Sheho

Die erste DUB:KE-Nacht steigt am 15.6.18, 23 Uhr, auf Kampnagel.

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

 


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Meet the Resident – JmO

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Ab sofort präsentiert von Hamburg Elektronisch. Diesmal mit JmO (33), seit 2002 DJ, seit 2011 arbeitet er beim Hamburger Musikvertrieb Wordandsound.

Dein Sound:
Deep Vibes und Dope Grooves von damals bis heute die irgendwo zwischen House, Disco, Techno und Electro umher wandern. Insgesamt landet aber alles in meiner Auswahl, was für mich diese gewisse Magie hat.

Schrecklichste Gast-Frage:
Mal ganz davon abgesehen, dass die Versuche, Getränke am DJ Pult zu bestellen, ein wenig peinlich sind, war die unangenehmste Situation, als sich ein Gast mal mit mir darüber streiten wollte, dass das, was ich da spiele, keine House Music ist, nachdem ich nicht wie gewünscht David Guetta bedienen konnte… Sowas nervt tatsächlich, kommt aber glücklicherweise eher selten vor.

Platte des Monats:
Ex-Terrestrial – Portal Vision (Erschienen auf NAFF)

Größter Moment als DJ:
Ich glaube diesen EINEN Moment auszumachen, ist für mich nicht möglich. Es gab reichlich tolle, irre, herzliche und unvergessliche Momente. Das Schönste bleibt zu merken, welch universelle Sprache Musik sein kann und welche Verbindung sie zwischen Freunden und unbekannten Menschen herzustellen vermag. Egal, ob man an einem Abend zusammen in einem Club ist, oder durch das Internet über Kontinente hinweg eine Leidenschaft teilt – es ist immer wieder schön, wenn es zu diesem besonderen Austausch über die Musik kommt.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?
Wenn’s um musikalische Ausgehbedürfnisse geht, dann sind hier definitiv das Pal bzw. Moiré und der Pudel ganz weit vorne!

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?
Zur Zeit bin ich absolut geflasht von C.K., Nicolas Lutz und The Ghost. Alles grandiose Selectors mit einer Plattenauswahl, zu der mir keine andere Beschreibung als mind-bending einfällt!

Was sind für dich Hamburgs Stärken?
Dass es eine Struktur bietet, die es erlaubt, ein familiäres Gefühl aufkommen zu lassen und gleichzeitig groß genug ist, um nicht langweilig zu werden.

Und die Schwächen?
Ich habe oft das Gefühl, dass es neue Projekte und Veranstaltungsreihen etwas schwer haben und so, trotz der eben erwähnten Größe, doch manchmal die Alternative fehlt.

Dein Lieblings Ort in Hamburg?
An der Elbe und mit Blick auf den Hafen ist es eigentlich immer schön… ansonsten meine Wohnung. Da ist meine ganze Musik, mein Bett und nebenan eine überdurchschnittlich verständnisvolle und tolerante Nachbarin. *haha

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?
Es gibt aktuell tatsächlich einige wirklich gute DJs und Producer. Zu nennen sind da auf jeden Fall die Lehult Gang mit Epikur, Eddie Ness, Liem, Lucky Charmz, DJ Assam …! Dann defintiv noch DJ Fips, BL Brixton, Jacobbe Knob, David Lenk, Momo, die Power Suff Girls, Levente, Oskar. … alles Menschen, die es verstehen ihre Begeisterung so zu teilen, dass sie beim Hörer in Bewegungsenergie umgesetzt werden möchte.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?
Meine liebste Partyreihe war wohl die Earlee. Der geilste Gig, der an meinem Geburtstag vor 2 ½ Jahren. Ich durfte nicht nur in meinen Geburtstag hinein auflegen, sondern dann noch außerplanmäßig einfach 3 Stunden (oder so) länger weiterspielen. Die Erinnerungen an das Zeitliche sind leicht vernebelt aber die Stimmung an diesem Abend war grandios… Definitiv ein selten erreichtes Highlight für mich!

Nächster Gig:
Erst zweimal Berlin, dann Magdeburg. Erst im Süß war Gestern am ersten Juni Wochenende und dann in einem super freaky frischen neuen Laden Namens Zur Klappe am 8.6.18 in der Yorkstraße 2. Die gesamte Location war früher mal eine öffentliche Toilette und man steigt eine recht unscheinbare Treppe von einer Verkehrsinsel aus hinab in den Club – sehr zu empfehlen! Danach kommt dann noch Madgeburg am 16.6.18.

PAL
15.6.18, 24 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

Clubkultur – Doin‘ the Hop

Seit Jahren erfährt Swingmusik ein großes Revival. Hamburg gehört zu den Hochburgen der Szene. Regelmäßig treffen sich Tanz- und Musikbegeisterte, um in den Clubs der Stadt stilecht zu feiern. Ein Ortsbesuch.

Sie trägt ein rotes 40er-Jahre-Wickelkleid mit Kreismuster und einen Cocktail-Hut mit Netz. Wie viele andere an diesem Abend im Nochtspeicher, erscheint Inga in Tanzschuhen mit leichtem Absatz. Sie hat sich schick gemacht. Ihr Freund Holger präsentiert sich passend dazu mit Hemd, Bundfaltenhose und Hosenträgern. Einmal im Monat verwandelt sich der Club in der Bernhard-Nocht-Straße 69 in einen „Ballroom“, ähnlich wie in den 20er, 30er und 40er Jahren des glamourösen New York. Dort entstand der Swingtanz Lindy Hop und die Gäste der Dockside Swing Party im Nochtspeicher sind hier, um zu tanzen. Viele sind wie Inga und Holger dem Zeitgeist entsprechend gekleidet. Inga erzählt: „Für mich ist es eine richtige Kultur. Ich trage schon seit vielen Jahren auch privat immer wieder Kleidung im 40er-Jahre-Stil.“ Seit zwei Jahren tanzen sie und ihr Partner Holger zusammen. „Wir sind oft auf Swingtanzveranstaltungen und genießen es sehr.“ Holger spielt Posaune, daher verbinden sie auch sonst viel mit der Musik.

Wie der 36-Jährigen geht es vielen Menschen in Hamburg.

Sie freuen sich über jede Swingtanzparty, die die Hansestadt zu bieten hat.

Das weiß auch Veranstalterin Nina Kamp. Zusammen mit ihrem Partner Konstantin betreibt sie die Swingwerkstatt. Wenn sie davon erzählt, was hinter der Swingtanzkultur steckt, kommt sie ins Schwärmen, fast so als sei sie bei der Entstehung dabei gewesen: „Lindy Hop ist die populärste Swingtanzart weltweit. Sie hat ihren Ursprung in Harlem, New York. Eine Tanzart, die nicht in Studios entstanden ist, sondern im Volk – genaugenommen durch afroamerikanische Jugendliche.“ Damals gingen die Menschen abends in Ballrooms, wo Bands spielten und sie dazu tanzen konnten. Der rhythmische Paartanz Lindy Hop bietet dabei viel Freiraum für Improvisation der Tänzer.

Doch Lindy Hop ist nicht die einzige Swingtanzart. In den frühen 20er Jahren tanzten die Menschen Twenty Partner Charleston. „Den kennt man aus Filmen“, sagt Nina, „da tragen die Frauen immer die Charleston Kleider.“ Die Tänzer haben twistende Füße und Knie und tanzen in einer sehr engen Position zum Partner. „Das ist ganz anders als beim Lindy Hop.“ Außerdem gibt es hier keine festen Partner, man wird aufgefordert und inspiriert sich gegenseitig. Zudem tanzt man Lindy Hop in einer „Open Positon“, steht also nur mit einer Hand mit dem Partner in Kontakt. „So viel Freiheit war damals völlig neu im Paartanz, auch im Vergleich zu Europa. Zu der Zeit sind auch schon Hebefiguren entstanden, die sich dann später im Rock ’n’ Roll wiederfanden. Damals in New York war Frankie Manning dafür bekannt.“

Swingen im Nochtspeicher: The Bandwagon Swing Orchestra. Foto: Sofia Jansson – Mokkasin

Heute wird Lindy Hop in vielen Tanzschulen angeboten. Bevor Nina zum Swing kam, tanzte sie Salsa und wagte irgendwann in ihrem Tanzstudio einen Schnupperkurs. Für sie war alles neu, die Musik und die Art sich zu bewegen. „Ich war aber schnell so begeistert, dass ich den Anfängerkurs mitmachte.“ So hat sie Konstantin kennengelernt, der schon seit mehr als 15 Jahren Swing tanzt. Heute betreiben beide neben ihren Berufen die Swingwerkstatt, um ihr Hobby auszuleben. Ihnen ist es wichtig, nicht nur in Studios zu tanzen, sondern den Ursprung der Tanzkultur zu leben. Denn die ist für beide fest in die Ausgehkultur verankert. Deshalb feiern sie Abende wie im Nochtspeicher, wo derweil The Bandwagon Swing Orchestra zu spielen beginnt.

Die Band ist extra aus Stockholm angereist: das dritte Jahr in Folge. Die neunköpfige Truppe ist noch sehr jung, einige tanzen selbst Swing und so sind auch sie zur Musik gekommen. Sie spielen Posaune, Trompete, Saxofon, Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Banjo und Bass. Nina freut sich: „Es ist immer sehr besonders, wenn sie da sind. Sie machen Party auf der Bühne und für die Menschen auf der Tanzfläche.“ Voller Energie und Herzlichkeit, das finden auch Inga und Holger. Sie sind mitgerissen. Dockside Swing im Nochtspeicher gibt es einmal im Monat. Auch an den anderen Abenden, an denen die Stockholmer Band nicht spielt, geht es schwungvoll zur Sache. Swingbands und Jazzmusiker aus ganz Deutschland stehen bei den Events auf der Bühne.

Doch nicht nur Livemusiker, widmen sich dieser Musikrichtung, sondern auch DJs, mit denen die Swingwerkstatt zusammenarbeitet. Als Nina vor 17 Jahren auf den Tanz aufmerksam wurde lebte Swingin’ Swanee noch in Hamburg. „Sie ist ein bekannter Swing DJ und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass in Hamburg die Swingtanzszene entstanden ist. Sie hat die Leute musikalisch nachhaltig geprägt“, so Nina.

Neben der Swingwerkstatt ist der Tanz auch in vielen Musikschulen der Stadt fest verankert. Und es gibt den Verein New Swing Generation, der ebenfalls dazu beigetragen hat, die Hamburger Swingszene aufzubauen und noch heute regelmäßig Veranstaltungen organisiert. Für Inga und Holger indes gibt es keine Swingtanzparty, die so so kultig ist wie heute im Nochtspeicher. Und so sind sie mit Sicherheit wieder dabei, wenn sich für einen Abend die Zeit 90 Jahre zurückdreht.

Text: Melina Seiler

Beitragsbild: Thomas Marek 

Swinging Ballroom Stage Club
25.5.18, 21 Uhr (mit 45-minütigem Crashkurs)

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Meet The Resident: Felix Lorusso

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Ab sofort präsentiert von Hamburg Elektronisch. Diesmal mit Felix Lorusso (32) vom Label Cirque du Minimaliste.

Dein Sound:
Techno …

Schrecklichste Gastfrage:
Spielst du auch noch Deep House?

Platte des Monats:
Neueheimat – Nichtlicht (Cirque du Minimaliste; VÖ Mitte Mai)

Lieblingsort in Hamburg:
Der Großensee am Hamburger Stadtrand. Seit meiner Kindheit verbringe ich dort gerne Sommertage im Grünen. Gerade als absoluter Stadtmensch muss man manchmal einfach raus und die Natur genießen.

Größter Moment als DJ:
Mein erster Gig in Tiflis 2010. Durch dieses Booking habe ich viele meiner langjährigen Freunde aus Georgien kennenge- lernt und mich in die Stadt verliebt. Heute ist Tiflis ein absoluter Hotspot für Techno, damals war die lokale Szene gerade erst am Entstehen. Es war absolut magisch und wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben:
Zum Hauptbahnhof um nach Berlin zu fahren. Spaß beiseite, den einen Ort gibt es nicht. Für mich kommt es eher darauf an mit meinen Freunden unterwegs zu sein – da kann schon mal die letzte Eckkneipe zum Highlight werden! Zum privaten Feiern auf jeden Fall Uebel&Gefährlich, PAL und Südpol.

Auf wen man in Hamburg momentan ein Auge haben sollte:
Lifka, Valura, Stute, Neueheimat.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit:
Das fällt mir schwer zu sagen, in den knapp 10 Jahren die ich Hamburg aufgelegt habe, gibt es viele tolle Momente. Auf der einen Seite spiele ich gerne im großen Saal vom Uebel&Gefährlich, z.B. wenn wir dort Ben Klock zu Gast haben. Auf der anderen Seite mag ich auch die kleineren etwas privateren Partys wie zum Beispiel die „Power Tower“ oder die von meinem Kumpel Florian und mir organisierte „Plastik“-Reihe. Dort kennt man oftmals so gut wie die Hälfte der Leute und die Stimmung ist eine völlig andere.

DJ den du gern in Hamburg sehen würdest:
SHXCXCHCXSH! Passt nicht 100%ig, da die beiden live spielen und nicht auflegen, aber ich bin ein absoluter Fanboy.

Hamburgs Stärken:
Die Mischung aus Metropole und Dorf.

Und was nervt in Hamburg:
Gefahrengebiete, G20 Schikane, Davidwache, Lerchenwache und neuerdings Montagsdemos.

Wo kann man dich als nächstes hören?
B2B mit meiner Kollegin VUU- DUU im Uebel & Gefährlich am 11.5.2018.

/OMA

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

Chains – Immer laut, immer forsch!

Ein neuer Club auf dem Kiez widmet sich internationalen Subkulturen des HipHop. SZENE HAMBURG sprach mit den Macherinnen Carina Lue und Jana Federov.

Ein eiskalter Freitagabend auf der Reeperbahn. Draußen prangt kein Schild, nur die Hausnummer „25“ weist den Weg. Hier, in den Räumen des ehemaligen Neidklubs, ist jetzt das Chains beheimatet. Der schwarz getünchte Raum im zweiten Stock ist kaum gefüllt, als wir um halb zwölf vorbeischauen. An den Wänden prangen in schnörkeliger Schrift HipHop-Zitate, „Only god can judge me“ darf da nicht fehlen. Aggressive, aber nicht unangenehme Sounds kommen aus den Boxen. „Treaggaeton“ nennen die Macherinnen den Style, der diesen Freitag gespielt wird, eine Mischung Trap und Reggaeton, die aber auch Platz für Grime, Dancehall und Latin lässt.

Seit Anfang Januar machen die beiden Endzwanzigerinnen jeden Freitag Partys im Haus 25. Jana Federov und Carina Lue kuratieren das Chains. Als Designerin kümmert sich Jana alias Xuli um die Raumgestaltung, Carina aka Cri$pyC legt als Resident DJ auf. Hier finden Sounds statt, die angesagt sind, aber auch ein wenig radikaler als das, was unter dem Sammelbegriff „HipHop“ im Radio und bei den angesagten Playlists läuft. Mit sichtlicher Begeisterung sprechen die beiden von ihrer Liebe zur Musik und einer Club-Kultur, die anders ist: Man setzt auf fette Beats und Streetwear, geht aber gleichzeitig entschieden gegen Rassismus und Sexismus vor. Das Gespräch beginnt mit dem Kunst-Hintergrund der Frauen: Carina studiert an der Hochschule für Bildende Künste, Jana studierte an der HAW, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Es ist halb zwei in dieser Freitagnacht im Chains, die Stripperin hat kurzfristig abgesagt. Dafür steht nun Lizz, eine stark geschminkte Frau mit hellgelb gefärbten Haaren und Pelzmantel hinterm DJ-Pult und legt derbe Beats auf, aber auch traditionellen Cumbia aus ihrer Heimat Chile. Der Club hat sich gefüllt, eine entspannte Grundstimmung herrscht, die Hälfte des Publikums besteht aus Frauen. Menschen aller Hautfarben tummeln sich auf dem Dancefloor, es wird geflirtet, Zigaretten werden geschnorrt: Toleranz statt Proll-Gehabe.

SZENE HAMBURG: Mit Cap, Kapuzenpulli und Trainingshose entsprecht ihr nicht unbedingt dem typischen Bild von Kunststudenten.
Carina: Stimmt, als ich vor zehn Jahren nach Hamburg kam, hatte ich nicht viele Freunde. Ich war eher Außenseiter an der Uni, unter all den Mädels mit Anzughose und Lederschnürstiefeln. Ich war denen immer zu prollig mit meinen HipHop-Freunden.
Jana: So richtig habe ich zum typischen Studentenleben an der HAW nicht gepasst. Ich war immer ein bisschen zu laut, immer zu forsch. Viele konnten mich einfach nicht einordnen. Und dann kamen dumme Sprüche, weil ich auf Rap-Partys ging. „Yo, Jana, Gangsta, yo“, das war die Standardreaktion. HipHop war vor zehn Jahren einfach nicht cool. Jetzt fangen auch Mainstream-Künstler an, sich für Trap und Grime zu interessieren.

Was kam nach der Uni?
Carina: Ich bin noch da, ich bin die Langzeitstudentin von uns beiden. Ich habe zuerst Literatur und Philosophie studiert, jetzt promoviere ich zu den Themen neue Technologien und Virtual Reality.
Jana: Nach meinem Bachelor im Kommunikationsdesign habe ich direkt angefangen, selbständig zu arbeiten. Ich hatte keine Lust, für 400 Euro im Monat in einer Agentur meine Seele zu verkaufen. Ich habe dann bald Design- Aufträge bekommen. Viel Geld gab es nie, aber dafür war ich unabhängig. Im Bereich Kalligrafie und Typografie ar- beite ich bis heute. Und dann gab’s noch die Musik Projekte.

Dafür werdet ihr auch auf der Reeperbahn unterwegs gewesen sein. Man hört immer wieder, dass Menschen mit anderer Hautfarbe dort Schwierigkeiten haben, in Clubs zu kommen.
Carina: Das Wort „Schwarzkopf “ habe ich auf der Reeperbahn zum ersten Mal gehört. Es bezeichnet Menschen mit bestimmten Merkmalen, nicht nur Nordafrikaner, die generell nicht in Clubs gelassen werden. Bei uns ist das anders, unsere Türsteher sind auch entsprechend gebrieft.

Wie ist das mit den Typen, die mit Geldscheinen wedeln?
Carina: Tja, Jungs mit Geld, Mädels mit High Heels – so funktioniert die Reeperbahn.Wir haben eine ganz klare Clubpolitik. Grölende Anzugjungs, die 200 Euro auf den Tisch knallen, kommen nicht rein. Junggesellenabschiede auch nicht, Nazis sowieso nicht.
Jana: Wir beziehen übrigens alle Arten von Frauen mit ein, nicht nur linke Feministinnen. Wir arbeiten auch mit Stripperinnen.
Carina: Manche leben so ihre Sexualität aus. Eine Frau, die strippt, ist nicht automatisch ein Opfer. In den USA ist Strippen ein Sport, das sind leidenschaftliche Tänzerinnen, tolle Frauen, die Macht haben.

Läuft euer Club schon gut?
Carina: Wir sind zufrieden, sind aber noch am Anfang. Natürlich könnten wir etwas machen, von dem wir wissen, dass es sofort funktioniert. Aber das ist künstlerisch uninteressant. Es ist etwas anderes, ob man HipHop von Charts-Playlists spielt oder Experimentelles aus ausländischen Subkulturen. Auf der Reeperbahn gibt es kommerzielle Strukturen, die haben mittlerweile entdeckt, dass auch Trap funktioniert. Wenn wir dagegen irgendwo am Strand eine Unterart von Samba hören, versuchen wir herauszufinden, wer das ist. Das ist ganz organisch.
Jana: Ausländische Acts können wir uns nur durch Sponsoren leisten. Wir buchen viele DJs auf Freundschaftsbasis. Aber wenn es nicht läuft, fange ich nicht an zu heulen und fange in einer Werbeagentur an. „Get rich or die tryin’“, sagte schon 50 Cent.

Chains, Reeperbahn 25, Freitags ab 23 Uhr

„Only God can Judge me.“ Foto: Nikolaj Rohde

Text und Interview: Jan Paersch

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Moin MOIN – Hamburgs jüngster Elektroklub

Hamburg hat einen neuen Club für elektronische Musik. Anfang März hat in der Friedrichstraße das MOIN eröffnet.

Der Hans-Albers-Platz ist nicht unbedingt bekannt für Clubs mit programmatischer Qualität. Doch der Laden, der kürzlich in der Friedrichstraße 21 öffnete, hat das Zeug, das Nachtleben auf dem Kiez auch für Musikliebhaber mit Anspruch wieder etwas interessanter zu machen. Gesetzt den Fall, man steht auf elektronische Musik. MOIN heißt der Club, der Mitte Februar mit Nick Curly sein Soft-Opening feierte und seit 9. März offiziell eröffnet ist.

Was sich hinter der unscheinbaren Altbaufassade verbirgt, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Und so überrascht das Innenleben umso mehr, wenn man den verschachtelten Laden von Florian Jürgs und seinen drei Partnern betritt. Die vier Freunde sind im Hamburger Nachtleben keine Unbekannten, kennen sich zum Teil über 15 Jahre. Im letzten Sommer entstand die Idee für den ersten gemeinsamen Club. Auf die Räume der ehemaligen Fritz-Bar sei man mehr oder weniger zufällig gestoßen. „Wir waren uns zunächst gar nicht sicher, ob wir auf dem Kiez einen Laden aufmachen wollen, aber in diesen Ort haben wir uns sofort verliebt“, erklärt Jürgs.

Zusammen mit Helfern habe man über 30 Tonnen Schutt rausgetragen, die Räumlichkeiten komplett entkernt und dann neu aufgebaut. „Wir leben die Harmonie der Kontraste.“ Entstanden ist ein dunkler und rougher Clubraum auf zwei Ebenen, mit hervorragender Anlage, klarem Lichtkonzept und viel Beton. Im Gegensatz dazu steht die Bar, die im warmen Licht mit viel Holz und edler Sofaecke daherkommt, in Zukunft auch vor und unabhängig vom Clubbetrieb ab 21.30 Uhr geöffnet haben wird und der man ansieht, dass hier einige Euro ausgegeben wurden.

Bis auf die elektronische Ausrichtung sei man nicht festgelegt. Tom Steiner, verantwortlich für das Booking, meint: „Wir sagen jetzt nicht, wir sind ein Techno- oder Deephouse-Club und sehen uns auch nicht als Konkurrenz zu anderen Läden, sondern eher als Ergänzung.“

Zunächst ist Freitag und Samstag geöffnet. Immer ab 24 Uhr. Das bis Redaktionsschluss feststehende Programm macht Lust auf mehr. Karfreitag steht Julian Wassermann hinter den Plattenspielern, Ostersamstag geht es mit dem international erfolgreichen Hamburger Techhouse-Duo Piemont weiter und Ostersonntag sorgt der Spanier Dennis Cruz für tanzbaren Sound. Für den 21. April steht außerdem Ninetoes auf dem Programm. Aktuelle Termine sind auf der Facebook-Seite des Clubs veröffentlicht. SZENE HAMBURG sagt Moin MOIN.

MOIN Club, Friedrichstraße 21, www.facebook.com/moininhamburg

Text: Ole Masch


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Meet the Resident: Carlai

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Diesmal mit Carlai, 25, seit Februar 2018 im MOIN Club.

Schrecklichste Gast- Frage:

Während des Sets. „Darf ich ein Foto mit dir machen?“ oder „Ich bin der/die Freund/in von soundso. Darf ich mal ganz kurz unsere Jacken bei dir verstauen?“ oder „Wann fängt der nächste DJ an?“.

Schönste Gast-Frage:
Nach dem Set. „Mir hat dein Set sehr gefallen. Darf ich dich auf einen Shot einladen?“ oder „Wann spielst du das nächste Mal?“.

Platte des Monats:
Doctor Dru – Mind Parad

Lieblingsplatten:
David August – Peace of Conscience EP / David August – Times / Rampa – Hall of Violence / Skream – Let It Go

Schönster Moment als DJ:
Die Nervosität kurz bevor ich das allererste Mal vor Publikum spielen durfte 2012. Ich weiß noch genau, was mir damals alles durch den Kopf geschwirrt ist und welchen Druck ich mir selber aufgebaut habe.

Was nervt in Hamburg:
Im Nachtleben nicht wirklich viel. Ich finde es nur bemerkenswert, dass speziell Hamburger einen Moment länger brauchen sich auf eine Nacht einzulassen. Und schnell urteilen. Und verurteilen. Da wünsche ich mir nicht nur als DJ, sondern auch als Gast mehr Offenheit und Geduld.

Party des Monats:
Neben den schönen Bookings im MOIN Club (siehe links), kommt gegen Ende des Monats Sven Väth ins Uebel & Gefährlich

Text: Ole Masch


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#7 Kellerkneipe: Herr Buhbe

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. Nummer 7: Herr Buhbe.

Wir ziehen den Bauch ein, stellen uns auf die Zehenspitzen und machen uns so dünn wie möglich, damit wir durch den Türspalt im vollgestellten Hinterzimmer passen. Von hier aus führt uns Chefin Tina Popovic eine schmale Treppe hinunter in die Katakomben des Herr Buhbe. Vor uns liegt ein langer Laubengang. Rechts reiht sich eine Nische an die nächste, links gelangt man in einen großzügigen Kellerraum. Anfang des 20. Jahrhunderts lagerte der Gastronom und Winzer Eduard Buhbe hier unten seine Weinfässer. In den 00er Jahren fanden in dem Haus, dessen Eigentümerin die SAGA ist, geheime Sadomaso-Partys statt.

Tina Popovic, die mit ihrer Mutter Dubravka Popovic seit 2007 das Thämers ein Stockwerk höher und seit 2012 das Herr Buhbe betreibt, erinnert sich noch an einschlägig gekleidete Gäste, die manchmal vor der Tür Schlange standen, als Herr Buhbe noch SittsaM hieß. Erst seit 2012 geht es hier tatsächlich sittsam zu.

Die Frauen Popovic haben einen charmanten Umgang mit den Fußstapfen ihrer Vorgänger gefunden. Die holzvertäfelten Wände, das alte Mobiliar, Weinflaschen aus den 70er Jahren mit vergilbten Etiketten. Herr Buhbe ist mehr Restaurant als Kneipe. Man kann hier gut Bratkartoffeln oder Burger essen, aber mindestens genauso gut am Abend einen Gin Tonic trinken. Wirklich besonders ist die familiäre Stimmung, die das Lokal verbreitet. Herr Buhbe und das Thämers sind heute sowas wie die Seele der Neustadt. Nur wer die Augen offen hält, findet hier und da einen Hinweis auf vergangene Tage.

Kneipengründungsjahr: 1898 Weinstube Buhbe, seit 2012 Herr Buhbe
Fassbiere: Ratsherrn Pils, Zwickel, Rotbier, Pale Ale, Augustiner
Musikstil: Chansons, Indie, Pop, Hauptsache modern
Rauchen: Im Raucherraum oder vor der Tür
Besonderheit: Katakomben & Tradition (Eduard Buhbe & Söhne)

Text: Alessa Pieroth

Foto: Michael Kohls

Herr Buhbe: Wexstraße 42 (Neustadt), Tel 34 66 89, Mo-Fr 12–15 und 18–24; Sa 18–24 Uhr, Küche bis 23 Uhr; www.thaemers.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Meet the Resident: Bandulera

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im März 2018 ist Bandulera an der Reihe. Die 25 Jährige ist seit Tag 1 im Game.

Bandulera, 25, seit Tag 1 im Game Schrecklichste und schönste Gast-Frage:
Nervig sind so Aussagen wie „für eine Frau legst du aber ziemlich gut auf“ oder „ob mir das Auflegen mein Freund beigebracht hat“. Besonders schön hingegen ist es, wenn Gäste nach dem Namen eines Tracks fragen, ich freu mich, wenn ich Gästen neue Musik zeigen kann. Aber bitte immer erst nach dem Set fragen. 😉

Platte des Monats:
Eva808 – Prrr – Mega Frau, mega Track!

Lieblingsplatte(n):
Digital Mystikz – Anzi War Dub, Rabit – Tearz, Sir Spyro – Topper Top und sämtliche Adriano Celentano Platten aus der Sammlung meiner Familie.

Größter Moment als DJ:
Mir fallen gerade viele schöne Dinge ein, aber am schönsten ist es, wenn du andere Menschen mit deiner Musik inspirieren kannst. Ob das jemand im Publikum ist, der von der Musik vollkommen mitgerissen wird oder jemand aus deinem Umfeld, der durch dich beschließt Musik zu machen.

Was nervt in Hamburg:
Nachbarn die sich über Lärm von Clubs beschweren. Es ist schade, dass sich Anwohner in den angesagten Vierteln über die Lautstärke von Clubs und Bars aufregen. Dabei tragen gerade diese Orte essenziell zu dem Bild und dem Wert der Viertel bei.

Party des Monats:
Die zweite „Item Box“ von David Garage, Shorty Banks und mir.

/ OMA 

Mono
30.3.18 , 23 Uhr


 

Februar-Ausgabe SZENE Hamburg

 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, März 2018. Das Magazin ist seit dem 24. Februar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

#6 Kellerkneipe: Nowa Huta

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. #6 Nowa Huta.

Nowa Huta ist ein Stadtteil Krakaus, der dem Muster einer Planstadt folgend in Form eines halben Achtecks mit zentralem Platz angelegt wurde. Der zentrale Platz der Nowa Huta in Eimsbüttel ist selbstverständlich die Bar, die neben den typisch polnischen Spirituosen so besondere Schätze wie selbst gemachte Sirups (Sanddorn, Quitte, Cassis, Petersilie), Birkenschnaps und Moosbeersaft bereithält. Daraus werden fantasievoll klingende Drinks à la Rosa Albrecht, das letzte Einhorn und – als zeitgenössisches Special – Covfefe Royal (Gin Tonic mit Moosbeersaft) kreiert.

Wer sich einmal entschieden hat, kann sein Getränk direkt am Tresen, in kleinen gemütlichen Sitznischen oder im Sommer auch draußen auf dem großzügigen und mit bunten Lichterketten dekorierten Vorplatz einnehmen und den Klängen wechselnder DJs lauschen. Die Zeiten, in denen in der Huta Klassiker der polnischen Küche wie Borschtsch, Soljanka oder Bigos angeboten wurden, sind zwar vorbei, aber so ein Cocktail mit Dill und Gurke ist ja auch ’ne halbe Mahlzeit. Na zdrowie!

Kneipengründungsjahr: 2011
Fassbiere: Pilsener Urquell
Musikstil: Je nach Barkeeper oder DJ, meist HipHop, Soul oder Elektro
Rauchen: Nein
Besonderheit: Selbst gemachte Sirups und polnische Spirituosen-Spezialitäten

Text: Julia Kleinwächter 

Foto: Michael Kohls

Lindenallee 37 (Eimsbüttel), Mi-Sa 19–3 Uhr; www.facebook.com/HutaNowa

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!