(9.5.) Yes We Mystic, Kukuun, 20 Uhr

Winnipeg gilt nicht unbedingt als der schillerndste Ort Kanadas. Selbst die Einwohner verbindet mit ihrer Stadt, die in den Kriminalitätsstatistiken stets weit vorne landet, eine merkwürdige Hassliebe. Einen Kontrapunkt zu diesem rauen Image ihrer Heimatstadt setzen allerdings die Musiker von Yes We Mystic, die sich mit ihren Songs ganz der Harmonie und Schönheit verschrieben haben. Die fünfköpfige Band um Sänger Adam Fuhr frönt nämlich dem orchestralen Pop und benutzt dazu jedes Instrument, das ihnen über den Weg läuft. Das Ergebnis ist folkiger Indie-Rock mit Mandoline, Violine und Cello, der vermutlich selbst abgeklärten Winnipeggern ein Lächeln ins Gesicht zaubert. (KGR)

Kukuun
Spielbudenplatz 21
9.5., 29 Uhr
Ticket: 12 Euro

(8.5.) Endstation Sehnsucht, Thalia Theater, 15 Uhr

Raum für ausladendes Spiel gibt es kaum. Dies weiß das Bühnenbild zu verhindern: In einer sich nach hinten verengenden Höhle aus asymmetrisch angeordneten Schaumstoffquadern krabbeln, springen und taumeln die Darsteller umher. Dieser großartige Entwurf von Florian Lösche verweigert den Spielern einen sicheren, festen Stand(punkt) und macht aus jedem Positionswechsel eine wackelige Kletterpartie, lässt aber andererseits auch niemanden hart aufschlagen. In dieses Gefüge – bevölkert von Stella und ihrem Mann Stanley samt Schlagzeug spielenden Nachbarn und lärmenden Freunden – verirrt sich eines Tages Stellas Schwester Blanche, die vor dem materiellen und psychologischen Ruin steht. Als Tochter aus gutem Haus bietet sie dem Proleten Stanley reichlich Angriffsfläche; Stella, die sich bewusst von ihrer Vergangenheit distanziert, steht ratlos zwischen Schwester und Mann. Tennessee Williams’ berühmtes Südstaatendrama „Endstation Sehnsucht“ spielt in einem schwülen Sommer im New Orleans der 1940er-Jahre. Die gelungene Fassung von Regisseur Lars-Ole Walburg holt den Konflikt zwischen sogenannten besseren Kreisen und mittellosen Verlierern ins hier und jetzt. Am Sonntag ins Thalia. (DEF)

Thalia Theater
Alstertor
8.5., 15 Uhr

(8.5.) Premiere: Eine Sommernacht, Nachtasyl, 19 Uhr

Hoch unter dem Dach des Thalia Theaters treffen sich oft Theaterschaffende und andere Nachteulen auf ein Glas im Nachtasyl. Die Bar besticht durch eine ganz besondere Atmosphäre und ist durch ihre räumlichen Gegebenheiten wie geschaffen für intime Theaterabende, was die Abschlussarbeiten der hauseigenen Regieassistenten „Blind Date“ und „Rum und Wodka“, bereits gezeigt haben. Jetzt geht es im Rahmen dieser Tradition mit „Eine Sommernacht“ in die dritte Runde. Nach einem völlig besoffenen One-Night-Stand treffen sich Bob und Helena, beide Mitte dreißig, am nächsten Tag zufällig wieder. Obwohl sie angeblich nicht aufeinander stehen, verbringen sie ein Mittsommerwochenende der besonderen Art zusammen, mit einem Besuch im Fetisch-Club, Drogen und 15.000 Pfund. (HED)

Nachtasyl
Alstertor
8.5., 19 Uhr

Foto: Krafft Angerer

(7.5.) SPAM-Lesung mit Hafenfeuerwerk, Energieberg Georgswerder, 20 Uhr

Hamburg von oben

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde massenhaft Trümmerschutt aus der zerstörten Stadt auf der Elbinsel Georgswerder aufgehäuft. Später kamen Hausmüll und Industrieabfälle hinzu. Die Mülldeponie wurde 1979 stillgelegt. Vier Jahre später erlebte die Hansestadt einen seiner größten Umweltskandale: Aus dem Müllberg war giftiges Dioxin ausgetreten. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht: 1986 wurde der Hügel saniert. 200.000 Tonnen chemische Abfälle schlummern in seinem Inneren. Die Methangase, die dort entstehen, erhitzen die Schmelzöfen der Kupferhütte Aurubis. Dank Windkrafträdern und einer Photovoltaikanlage versorgt der ehemalige Schandfleck zudem über 4.000 Haushalte mit sauberem Strom. Seit 2013 ist das Gelände zwischen April und November für Besucher geöffnet. Eine Treppe und ein barrierefreier Weg führen zur begrünten Bergkuppe, die von einem 900 Meter langen Weg umrundet wird. Die Aussicht auf die Stadt ist fantastisch. Während des Hafengeburtstags hat der Energieberg auch bei Nacht geöffnet. Bei der SPAM-Lesung sorgt der Hamburger Aktionskünstler Andreas Lang für absurde Unterhaltung – er liest kuriose Junk-E-Mails, passenderweise der Müll unserer digitalen Postfächer. Nach der Lesung kann man vom Energieberg das Feuerwerk am Nachthimmel beobachten. (NAT)


Energieberg Georgswerder
Fiskalische Straße 2
7.5., 20 Uhr Uhr

(7.5.) Motorbooty mit Telegram live, Molotow, 24 Uhr

In bester Indierock-Tradition hatten auch die Londoner Telegram ihre Karriere mit einer aus dem Nichts in die Hotlists der britischen Musikpresse geschossenen Single gestartet. Das Schrammelschmuckstück „Follow“ mit seinem zauberhaften psychedelischen Gitarrensolo ist die Art Song, auf der man mit viel Schweiß und ein bisschen Glück und eine Karriere
aufbauen kann. Der logische nächste Schritt war die Veröffentlichung des Debütalbums „Operator“, mit dem man nun durch die goldenen Clubs von Europa tingelt. (FR)

Molotow
Nobistor 14
7.5., 24 Uhr

(7.5.) Shakey Graves, Nochtspeicher, 20 Uhr

Einer für alles

Zigarette, Hut, Gitarre, Fußtrommel. Mehr benötigte Shakey Graves anfänglich nicht, um seinen stampfenden, wüstensandtrockenen und trotzdem wunderbar melodischen Mix aus Folk, Blues und Rock ’n’ Roll vorzutragen. Der Mann aus Austin, Texas, der eigentlich Alejandro Rose-Garcia heißt, brauchte keine Band, keine Loops, nichts, um ziemlich groß aufzuspielen. Mittlerweile ist aus dem musikalischen One-Man-Entertainment ein Trio geworden, das Rose-Garcias Stil fortführt, nun natürlich mit noch wuchtigeren Arrangements. (EBH)

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze. Schickt einfach eine E-Mail mit Stichwort „Shakey Graves“ bis 5.5. an verlosung@vkfmi.de

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 65
7.5., 20 Uhr

Foto: Ben Weatherston

(6.5.) “Stay with me”, Gängeviertel (Fabrik), 15 Uhr

“Es war Hoffnung. Der Geist der Solidarität, die Herausforderung, Seite an Seite zu stehen. Dann … Nichts hat sich geändert. Wir zogen uns von der Außenwelt zurück. Jetzt sind wir müde. Ist es möglich, sich an diese Hoffnung noch einmal zu erinnern? Wir müssen irgendwo anfangen …“

Im Frühling/Sommer 2013 sind Hundertausende in Istanbul auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung zu protestieren. Mehrere Menschen starben – getötet von der Staatsgewalt. Jetzt zeigt die Ausstellung „Stay with me“ im Gängeviertel Notizbücher von 85 Künstler*innen, die darin ihre Erinnerungen an die Gezi-Proteste verarbeiten. Der Titel „Stay with me” beschreibe laut Veranstalter “den Moment letzter Anstrengung, in dem die Hoffnung zu schwinden drohte.” (AW)

Fabrik
Valentinskamp 34 (Neustadt)
6.5., 15 Uhr
Ausstellung vom 29.4. bis 8.4.
Öffnungszeiten: Di–So 15–19 Uhr

(6.5.) Hafengeburtstag Take A Disco, Frau Claudia, 19.30 Uhr

Während sich die Touris beim Hafengeburtstag gegenseitig auf die Füße treten, könnt ihr euren Feierabend heute ganz gediegen mit einer steifen Brise im Haar und einem kühlen Drink in der Hand an Bord der schönsten Perle der Elbe verbringen. Auf Frau Hedis „Frau Claudia“ erwarten euch jede Menge liebevoll ausgewählte Underground Disco-Perlen unter freiem Himmel, während ihr auf der alten Dame gemächlich durch den Hamburger Hafen schippert, vorbei an Kränen, Kuttern und dem bunten Treiben am Ufer. Besser könnte das Wochenende nicht beginnen! (IV)

Frau Hedis „Frau Claudia“
St. Pauli Landungsbrücken, Brücke 10, Innenkante
6.5., 19.30 Uhr

(6.5.) Stummfilmtage: Der Mann mit dem Laubfrosch, Metropolis Kino, 20 Uhr

Fast die Hälfte aller Filmproduktionen in den 1910er- und 20er-Jahren waren Kriminal- und Detektivgeschichten, auch wenn sie vom eher engstirnigen Bildungsbürgertum als gefährlicher Schund abgetan wurden. Das Metropolis Kino zeigt in seinen Stummfilmtagen bis 18. Mai knapp 20 Krimis aus jener Zeit, häufig mit Live-Musikbegleitung. Den Auftakt macht „Der Mann mit dem Laubfrosch“ von Gerhard Lamprecht (1928). Begleitet wird die schwarzweiße Mord-Geschichte von Robert Masou (Kontrabass), Beatrice Gamza (Gitarre), Frank Posiadly (Trompete) und Hans-Christoph Hartmann (Saxophon). (MAS)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
6.5., 20 Uhr

(5.5.) EGO-Air, Ballinstadt, 14 Uhr

Diynamic Himmelfrei

Vor 10 Jahren gründeten Adriano Trolio und Mladen Solomun die Hamburger Diynamic-Dynastie. Mittlerweile hat sich das Label zu einem Globalplayer für elektronische Musik entwickelt. Erste Gelegenheit dieses Jubiläum in Hamburg zu feiern, ist auf der Veddel. Auch in diesem Jahr heißt es „kein Mai ohne EGO-Air“, wenn die nach dem eigenen Ex-Klub benannte Freiluftveranstaltung gleich mit mehreren Aushängeschildern der House-Familie zu Gast ist. Neben Big-Boss Solomun, stehen Kollektiv Turmstraße und Organisatorin Magdalena (Foto) an den Plattenspielern. Der Sommer kann kommen! (OMA)

BallinStadt – Auswanderermuseum Hamburg
Veddeler Bogen 2
5.5., 14 Uhr