(3.4.) Live: Nada Surf , Mojo, 19 Uhr

Indie-Nostalgie

Wer um die Jahrtausendwende zur Subkultur der Indie-Kids gehörte, Liebeskummer hatte und seinen Herzschmerz auf ein Mixtape bannen wollte, konnte stets bedenkenlos die CDs von Nada Surf aus dem Regal holen. Die Band aus New York, die mit ihrem Debütalbum „High/Low“ 1996 quasi das Genre College-Rock aus der Taufe gehoben hat, war mit Songs wie „Inside Of Love“ oder „Always Love“ stets verlässlicher Komplize, wenn es um die Vertonung des eigenen Gefühlschaos ging. Der mal wütende, mal traurige, aber immer irgendwie melancholische Gitarrenpop und Matthew Caws prägnante Stimme bescheren allen Indie-Kids von damals garantiert noch immer ein heimeliges Gefühl. (KGR)

Das Konzert ist ausverkauft, aber SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze. Schickt eine E-Mail mit dem Stichwort „Surf“ bis zmu 1.4. an verlosung@vkfmi.de

Mojo Club
Reeperbahn 1
3.4., 19 Uhr

(2.4.) Nachtleben: PUDEL GÄNG im VIERTEL, Gängeviertel, 20 Uhr

Kunst, Konzerte, Kampf

Nicht erst seit dem Brand im Februar wird sich weltweit mit dem Pudel solidarisiert. Rund um den 20. April, für den die Teilversteigerung des Gebäudes angesetzt ist, sind in Berlin, Dresden, Tokio, Glasgow, Montevideo oder Aarhus Soli-Partys geplant. Natürlich wird auch in Hamburg für den Erhalt des Pudels gekämpft und gefeiert. Der MFOC-Sonntag ist am 10.4. ins Hafenklang verlegt und im Park Fiction, Westwerk oder Störtebeker sind Aktionen vorbereitet. Den Anfang macht die große Pudel Gala im Gängeviertel. Neben Nick Currie alias Momus spielen hier Astral Taxi, L.C. Knabe, Stanley Ipkiss und zahlreiche weitere Künstler der Pudel Gäng auf – und das Viertel gibt dem Hündchen noch eine Botschaft mit: “Das ist wohl diese Phase in Ihrer Entwicklung, die sie fit macht für alle Eventualitäten, die da noch kommen mögen, bei Ihrem Kampf gegen überholte Strukturen und das Schweinesystem. Fight on Sister, fight on!” Und für euch gilt: Fight mit und geh feiern! (OMA)

Gängeviertel
Valentinskamp 39
2.4., 20 Uhr

(2.4.) Konzert: Turbostaat, Markthalle, 20 Uhr

Auf nach Abalonia

Wenn eine sperrige Punkband mit jedem neuen Album größere Hallen bespielt und trotzdem noch Schnappatmung bei den alteingesessenen Fans auslöst, hat sie offenbar vieles richtig gemacht. Die Rede ist von Turbostaat. Jan Windmeier singt auf „Abalonia“ noch immer mit der zartesten Hooliganstimme Norddeutschlands, ansonsten werden neue Pfade beschritten. Entrücktes Storytelling aus einer anderen Welt trifft auf Songs, die mehr denn je auf klassische Strukturen pfeifen. Mitunter wird sogar der Fuß vom Gaspedal genommen. Doch wer sich jetzt auf ein ruhiges Konzert einstellt, war noch nie in Abalonia. (BEN)

Markthalle
Klosterwall 11
2.4., 20 Uhr

Foto: Andreas Hornoff

(2.4.) Party: No Access All Areas, Docks, 24 Uhr

Und dabei klang es so verheißungsvoll: „Mit dem AAA-Pass erlangt ihr Zugang zu Räumlichkeiten, die ihr noch nie zuvor im Docks betreten habt.“ Uuuhhh! Auf ganzen fünf Floors hättet ihr euch zu Deep House, Techno und TechHouse den Stress und Frust von der Seele tanzen können. Da die Organisatoren aber nun Muffensausen haben, weil die Massenresonanz ausblieb, machen sie das Event doch ein wenig gemütlicher. “Wir verkleinern das Ganze auf Docks & Ziegelsaal! Das Line up passt sich an und ihr dürft euch weiter auf Re.You, Marcus Worgull, Hanne & Lore (Foto), Madmotormiquel, Midas 104 live, DirrtyDishes, Paul’s Büro, Surreal & Oliver Eich freuen!” Vielleicht verliert die Party an Quadratmetern, aber sicher nicht an gutem Sound. Also ab dafür! (AW)

Docks
Spielbudenplatz 19
2.4., Docks, 24 Uhr

(1.4.) Konzert: Isolation Berlin, Molotow, 19 Uhr

Eulen nach Athen tragen

Wer polarisiert, gewinnt. Ein wenig Koketterie dazu, und fertig ist die Mischung, die Bands in den Hype-Himmel schießt. Isolation Berlin liefern bereits mit ihrem Namen ordentlich ab: Dem Mekka des Szene-Hipstertums zu unterstellen, es könne dort Einsamkeit existieren, ist schon ein starkes Stück. In ähnlicher Manier wandelt die Band zwischen zurückgezogener Schüchternheit und ruppigem Zurschaustellen der eigenen Verletzlichkeit, überspielt durch das notwendige bisschen Aggression. Deutschsprachiger Indie-Gitarrenpop mit Anspruch, das ist – ja, richtig – Berliner Schule, so die Selbstbezeichnung der vier Twentysomethings. Mit ihrem Debütalbum „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ sind Isolation Berlin nun auf ausgedehnter Tour. (PAB)

Molotow
Nobistor 14
1.4., 19 Uhr
Ticket: 10 Euro

Foto: Noel Richter

(1.4.) Kellerhertz-Konzerte: Falk und Buddi, Birdland, 21 Uhr

Schon seit einem Jahr bringt die Kellerhertz-Crew der Bar Freundlich+Kompetent die Crème de la Crème der Hamburger Newcomer-Bands auf die Bühne des Birdlands. Sogar die Jungs von Eljot Quent haben den Laden schon ordentlich aufgemischt – die Qualität stimmt also. Zum Einjährigen haben die Veranstalter der monatlichen Konzertreihe nun zwei ganz besondere Schmankerl für euch aus dem Hut gezogen. Los geht’s am Freitag mit Falk, einem charmanten jungen Mann mit frecher Schnauze, bevor wir zu späterer Stunde zu BUDDI kommen – fünf Jungs, die mit ehrlicher, handgemachter Liedkunst und poetischen Texten zu verzaubern wissen. Ihr dürft gespannt sein! (IV)

Birdland
Gärtnerstraße 122
1.4., 21 Uhr

(1.4.) Nachtleben: Never keep quiet, Goldener Salon, 23 Uhr

Tanzfläche als Freiraum und gegen Diskriminierung

Selten gab es ein schöneres und in diesen Tagen passenderes Motto für eine Partyreihe: „love pop & postpunk – love indie & wave – love feminism – hate racism – hate homophobia – hate sexism“ hat sich das Djane-Kollektiv von never keep quiet auf die Fahnen geschrieben und gibt damit ein klares Statement ab. Mit Sounds aus Post-Punk und Pop, Synth Waves und Indie-Gitarren bitten die Damen zum Tanz und betonen: Wir verstehen unsere Tanzfläche als Freiraum, jeder ist willkommen, mit uns zu feiern und die Nacht zum Tag zu machen. Unbedingt alle hin da und alle Freunde mitschleppen. (KF)

Hafenklang/Goldener Salon
Große Gelbstraße 84
1.4., 23 Uhr

(31.3.) Musical: Tell me on a Sunday, Theater das Zimmer, 20 Uhr

Kleine Musical-Perle

Das Theater das Zimmer zeigt auf ihrer kleinen Bühne ein One-Woman-Musical – gespielt von Sandra Kiefer unter der Regie von Jan Holtappels. Aus der Zusammenarbeit der beiden Mitinhaber sind in der Vergangenheit bereits sehenswerte Inszenierungen entstanden, und sie ein gutes Händchen bei der Stückauswahl bewiesen haben. Dieser Stoff stammt aus der Feder des Musical-Papstes Andrew Lloyd Webber, der neben Welterfolgen wie „Cats“ auch Stücke für kleinere Bühnen geschrieben hat – mit weniger Pomp und mehr Tragik. Eine junge Frau bricht auf, um in einem ihr fremden Land ein neues Leben zu beginnen. Doch die anfängliche Euphorie verfliegt, als sie keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt, es sei denn, sie heiratet. So wird Liebe zum Kalkül. Und ihre Träume verblassen in einer Welt, in der ihre gesamte Hoffnung an verschiedenen Liebschaften hängt. (HB)

Theater das Zimmer
Washingtonallee 42
31.3., 20 Uhr

(30.3.) Kunstausstellung: Fluidity, Kunstverein, 12 Uhr

Zur Ausstellung „Fluidity“ hat der Kunstverein einen Ausstellungsraum zum Kino umfunktioniert. Dort sind Filme im Kontext der Schau zu sehen, die zeigt, wie die Konzeptkunst seit 50 Jahren auf die Veränderung der Welt reagiert. Heute im Programm: die gefeierte Dokumentation „Sweetgrass“ des Künstlers Lucien Castaing-Taylor, der Cowboys und ihre Herden in Montana beobachtete und ohne Text und Musik von Mensch, Natur und Landschaft und deren Veränderungen erzählt. Noch bis zum 10. April im Kunstverein. (SD)

Kunstverein in Hamburg
Klosterwall 23
30.3., ab 12 Uhr

Foto: Fred Dott

(29.3.) Live: Rejjie Snow + Kirk Knight, Kleiner Donner, 21 Uhr

Da bekommt man was für sein Geld: Im Kleinen Donner spielen gleich zwei junge Raptalente zusammen einen Gig. Kirk Knight aus Brooklyn ist gerade mal zwanzig Jahre alt, rappt aber schon seit Jahren. Als er auf Joey Bada$$ traf und Teil seiner Crew Pro Era wurde, stand die Karriere als Musiker endgültig fest. Und Kirk Knight haut richtig rein. Neben seinen Texten kreiert er auch meist die Beats seiner Song selbst – zu hören auf seinem Debütalbum „Late Knight Special“.

Ihm in nichts nach steht Kollege Rejjie Snow, der immerhin schon 22 Lebensjahre zählt. Der Junge aus Dublin, der mit 17 für ein Sportstipendium in die USA ging, hat sich zum Glück für die Musik entschieden. In seinen ersten Mixtapes und EPs bewies der Rapper mit der tiefen Stimme seine Redegewandtheit und den Hang zu fast schon surrealen Produktionen. Sein Debütalbum „All Around the World“ hat Aufmerksamkeit erregt – bei keinen Geringeren als dem A$AP MOB, Skepta und Madonna. Dopes Doppel also im Donner. (AW)

Kleiner Donner
Schulterblatt 73
29.3., 21 Uhr