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Narren-Theater: „Tyll“ startet im Ernst Deutsch Theater

Till Eulenspiegel ist in „Tyll“ ein Seiltänzer und Jongleur, der sich elegant über jede Konvention hinwegsetzt und mit seinem subversiven Humor den Reichen und Mächtigen den Spiegel vorhält

Text: Dagmar Ellen Fischer

 

Falls ein gewisser Till Eulenspiegel je gelebt hat, dann im ausgehenden Mittelalter. Daniel Kehlmann indes rückt „Tyll“ in seinem 2017 erschienenen Roman ins 17. Jahrhundert und macht ihn zum Zeitzeugen des Dreißigjährigen Krieges. Auf fast 500 Seiten verschränkt der Autor dabei historisch nachweisbare Fakten mit einem fantasierten Tyll’schen Lebenslauf und bewegt sich sprunghaft zwischen Zeiten und Orten.

Der Übersichtlichkeit zuliebe verzichtet Erik Schäffler auf diese Sprünge in seiner Bühnen-Textfassung, mit der Kehlmann übrigens „sehr einverstanden“ sei. „Nach dem typischen Tanz auf dem Seil zu Beginn wird chronologisch erzählt“, so Schäffler, der auch Regie führt.

Tyll taucht in dieser Inszenierung doppelt auf, die Schauspieler Rune Jürgensen und Sven Walser teilen sich die Titelrolle als junger und alter Spaßmacher. Der versteht es meisterhaft, Schlagfertigkeit und Verschlagenheit hinter vorgetäuschter Einfalt zu verstecken und genießt Narrenfreiheit. Masken, Luftdrachen, Puppen und historische Kostüme lassen die Welt vor vierhundert Jahren auferstehen.

Ernst Deutsch Theater, 20.8. (Premiere), bis 26.9.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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4 Minuten Theater: „Wir sind noch da!“

Hamburgs Privattheater sind vielfältig. Das zeigt das digitale Format „4 Minuten Theater“, das den Zuschauer jede Woche mit in ein anderes Theater nimmt

Text & Fotos: Ulrich Thiele

 

Die Bühnenszene ist abgedreht, jetzt kommt der nächste Teil des Programms. „Willkommen an der längsten Tafel Hamburgs“, ruft Thomas Gisiger in die Kamera und zieht den massiven schwarzen Vorhang auf, der die Bühne vom Speisesaal trennt. Licht flutet den Bühnenraum, doch auf halbem Wege stockt der Vorhang. Also Vorhang wieder zu und noch mal von vorn. Es ist nicht der erste Patzer an diesem Drehtag, einmal wollte Gisiger eine Flasche öffnen, aber die Flasche wollte nicht. „Das ist der Corona-Rost“, sagt Kameramann Martin D’Costa und lacht. Die lustigsten Patzer sollen mit ins Video aufgenommen werden.

Thomas Gisiger ist Gastgeber und Schauspieler im Theater Die 2te Heimat im Quartier Phoenixhof in Ottensen, Martin D’Costa betreibt die Produktionsfirma Dschungelfilm. Gemeinsam drehen sie heute einen Film, der den Zuschauern die Atmosphäre und den Stil der 2ten Heimat vermitteln soll.

 

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Wenn es am Ende so aussehen soll, als würde der fiktive Gast „Riz Casimir“ essen …(Foto: Ulrich Thiele)

 

Das Salon-Theater kombiniert Kultur, Kulinarisches und Kommunikation: Nach einer – meist tragikomischen – Vorführung wird den Gästen an der 24 Meter langen Holztafel ein Essen serviert, bei dem sie sich über das Stück austauschen können. Wie vermittelt man das am besten? Mit einem gesamten Theaterabend aus der Perspektive eines Besuchers in maximal vier Minuten zusammengefasst. Einen genauen Plan gibt es nicht, die Szenen sind improvisiert. Nur die Grundstimmung steht fest: Gisiger begleitet den fiktiven Gast überschäumend vor Freude, endlich wieder einen Besucher empfangen zu dürfen. Der gebürtige Schweizer redet in hellster Aufregung, lacht, gestikuliert mit den Händen, winkt der Kamera zu, ihm zu folgen, rennt und rennt und rennt von Programmpunkt zu Programmpunkt.

 

Experimentierfreude

 

Der Dreh ist Teil des neuen digitalen Formats „4 Minuten Theater“ (4MT), das die Behörde für Kultur und Medien und Hamburgs Privattheater ins Leben gerufen haben. Und das bietet mehr als „nur“ den Stream einer Aufführung oder Szene: In kurzen, experimentierfreudigen Videos präsentieren Hamburgs Privattheater in kreativer Verdichtung ihre künstlerischen und kreativen Ansätze.

Unterstützt werden sie dabei von den Hamburger Produktionsfirmen Hirn und Wanst, Stu- dio17 und Dschungelfilm. Mit dabei sind unter anderem Geschichten aus dem Lichthof Theater, das sich an filmische Virtual-Reality-Experimente wagt, dem Ernst-Deutsch-Theater, dem St. Pauli Theater und dem Klabauter Theater. Das Projekt ist ein Lichtblick für Regisseure und Schauspieler, die in Zeiten der Pandemie nicht nur unter finanziellem Druck stehen, sondern auch kreativen Durst haben, die ihr Publikum vermissen, die Aura eines gemeinsamen Abends. Und natürlich für alle Kulturliebhaber, die es vermissen, ausgehen zu können. „Die Privattheater haben gemeinsam mit Produktionsfirmen aus Hamburg einen Weg gefunden, der Pandemie mit einer gehörigen Portion Charme und Optimismus zu begegnen und weiter sichtbar zu bleiben. Damit senden sie ein wichtiges Signal: Wir sind noch da, wir machen weiter, wir freuen uns auf euch!“, kündigte Kultursenator Carsten Brosda das Format an.

 

Opernstück in vier Minuten

 

Seit dem 4. Juni erscheint jede Woche ein Beitrag, den Anfang macht der Engelsaal, Hamburgs ältestes Privattheater. Der künstlerische Leiter Philip Lüsebrink zeigt in dem Video mit einem selbstironischen Augenzwinkern, wie Musiktheater in Zeiten des Lockdowns dem Publikum filmisch nach Hause gebracht werden kann. Und zwar mit einer One-Man-Kurzperformance (gewitzte Schnitttechnik macht’s möglich) der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Prinz Sou-Chong (Philip Lüsebrink) erkennt darin, dass die kulturellen Unterschiede zwischen ihm und seiner geliebten Lisa (Philip Lüsebrink) viel zu groß sind. Trotz ihrer Liebe finden sie nicht zueinander. Dazu gibt’s einen Blick hinter die Kulissen zum musikalischen Begleiter am Klavier (Philip Lüsebrink) und zum leicht versnobten Regisseur (Philip Lüsebrink).

 

Theater Engelsaal

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Ab heute erscheinen unter dem Motto „4 Minuten Theater“ jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Den Anfang macht der @Hamburger Engelsaal: Künstlerischer Leiter Philip Lüsebrink zeigt mit einem Augenzwinkern, wie Theater durch filmische Mittel in der aktuellen Situation stattfinden kann. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 4. Juni 2020

 

Eine Woche später folgt ein Video, das die Solidarität unter Hamburgs Theatern demonstriert. Weil im Hansa Varieté gerade umgebaut wird, hat das St. Pauli Theater die Hansa Boys zu sich auf die Bühne eingeladen, wo sie ein Mini-Konzert unter Einhaltung der Corona-Auflagen spielen. „Moin! Moin! Moin! Moin!“, röhrt Sänger Rolf Clausen ins Mikrofon und singt über Hamburger-Klischees: „Manche sagen, wir wären kühl / Hätten einfach kein Gefühl“. Stimmt natürlich nicht: „Ihr wisst nicht, was in uns geschieht / Also spielt nicht mit dem Feuer / Weil man nichts von außen sieht / Wir sind pures Dynamit.“

 

„Die Gäste fehlen mir“

 

Zurück ins Die 2te Heimat. Thomas Gisiger serviert dem Gast „Riz Casimir“, ein traditionelles Schweizer Gericht. „Damit zeigen wir unseren Gästen: So schmeckt die Schweiz“, sagt er und erzählt sehnsüchtig von seiner Kindheit in seiner ersten Heimat. Die Sehnsucht nach Betrieb, hier, in seiner zweiten Heimat, ist genauso groß: „Normalerweise sitzen hier 70 Menschen an der Tafel. Dieses gesellige Grummeln, das haptische Bei-den-Leuten-sein und ihnen auf die Schulter zu klopfen – das fehlt mir.“

Die letzten Monate waren schwer für Gisiger und seinen Mann Andreas Löher, mit dem er das Theater gemeinsam betreibt. Wie für alle Theaterbetreiber. Der Lockdown kam bekanntlich plötzlich, Veranstaltungen mussten abgesagt werden, Einnahmen fallen aus, gleichzeitig sind die laufenden Kosten hoch. Erst vor zwei Jahren sind Löher und Gisiger in die Räumlichkeiten am Phoenixhof gezogen und haben dafür viel investiert. Viele treue Kunden seien solidarisch und hätten darauf verzichtet, sich ihre Karten für abgesagte Veranstaltungen erstatten zu lassen, zudem sei die Soforthilfe der Kulturbehörde eine große Hilfe gewesen. Auch für das 4MT-Projekt ist er dankbar: „Es ist mir so wichtig, mit dem Publikum in Kontakt zu bleiben.“

Zum Abschluss gibt’s noch einen kleinen Absacker, genauer: einen „Absackerli“, wie der Schweizer sagt. Rhababerlikör von der eigenen Mutter. Dann ist der Abend vorbei. Ach, fast vergessen vor lauter Überschwang: Umarmen oder Handshake zum Abschied ist momentan ja nicht drin. Macht nichts, dann gibt’s eben den berühmten Corona-Footshake, ehe sich Martin D’Costa alias der fiktive Gast hinaus in die Abenddämmerung verabschiedet. „Komm bald wieder“, ruft Gisiger noch hinterher.

die2teheimat.de

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem 2te Heimat Theater:

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal kommt der Clip vom Theatersalon Die 2te Heimat. Thomas Gisiger und Andreas Löher laden die Zuschauer zu einem inszenierten Abend mit kultureller und kulinarischer Vollverpflegung ein. Dazu jede Menge Schwizerdütsch. Vorhang auf!Teile des Stücks stammen aus dem neuen Programm „Der Berg ruft!“, das im September gezeigt wird. Weitere Infos hier: https://die2teheimat.de/spielplan.php

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 2. Juli 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Lichthof Theater:

 

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal kommt der Clip vom LICHTHOF Theater und wurde übrigens schon vor den Einschränkungen durch Corona gedreht. Wenn euch das Video gefällt, gibt es hier Teil 2 und Teil 3 zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=O9ZeC_HDW1Y&feature=youtu.be Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 25. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Ernst-Deutsch-Theater:

4 Minuten Theater – Ernst Deutsch Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal proben Schauspieler unter Corona-Bedingungen das Stück „Das autoritäre Zeitalter des Megazorns“ für das Ernst Deutsch Theater und testen die Chancen und Grenzen zwischen Bühne, Bildschirm und Live-Chat aus. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 18. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem St. Pauli Theater:

4 Minuten Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal sind die Hansa Boys zu Gast im St. Pauli Theater. Dort spielen sie ein Konzert unter Einhaltung der Corona-Bedingungen. Vorhang auf!

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 11. Juni 2020

 

Seht hier „4 Minuten Theater“ aus dem Fundus Theater:

4 Minuten Theater – Fundus Theater

Was passiert eigentlich gerade an den Hamburger Bühnen? Unter dem Motto „4 Minuten Theater“ erscheinen jede Woche kurze Videobeiträge von verschiedenen Privattheatern. Dieses mal treten im FUNDUS THEATER Kinder gegen Erwachsenen an. Vorhang auf! Alle Clips der Hamburger Bühnen findet ihr unter https://szene-hamburg.com/4-minuten-theater-wir-sind-noch-da/

Gepostet von Szene Hamburg Stadtmagazin am Donnerstag, 9. Juli 2020


Szene_Juli_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Gegen das Holocaust-Vergessen – Erinnerungen an Rosa

Mit Theater, Musik und Kunst wird vom 20. bis 25. Mai im Wilhelmsburger „Tor zur Welt“ an deportierte Sinti und Roma erinnert

Text: Karin Jirsak
Foto: Tobias Corts

Ihr Markenzeichen war eine Rose im Haar, weshalb man die Kurzwarenhändlerin Amanda Mechau nach dem Krieg liebevoll „Rosa“ taufte. Nicht nur in den Straßen Wilhelmsburgs war sie sehr bekannt für ihre zupackende Art und ihre Großherzigkeit, aber auch wegen ihrer markanten Erscheinung. „Sie hat oft auf dem Stübenplatz gestanden und einen Zigarrenstumpen in einer kurzen Pfeife geraucht“, weiß Christiane Richers, Initiatorin der Veranstaltungsreihe „Zeich(n)en gegen das Vergessen“.

Heute gibt es nur noch zwei Zeitzeugen, die sich an dieses und andere Bilder der Hamburger Holocaust-Überlebenden Amanda „Rosa“ Mechau erinnern. Es gibt kein Buch über ihre bewegte Geschichte, keinen Wikipedia-Eintrag im Netz. Gerade deshalb ist Rosa die passende Patin für ein interdisziplinäres Kunstprojekt, das vom 20. bis zum 25. Mai im Wilhelmsburger Bildungszentrum „Tor zur Welt“ an die Geschichten deportierter Sinti und Roma erinnert – mit einer Ausstellung, Theaterstücken, Gesprächen und Musik.

 

Große und impulsive Porträts

 

Rosa Mechau, geboren 1913, starb Anfang der 1980er Jahre in Harburg. Seitdem sind fast vierzig Jahre vergangen. Mit den Zeitzeugen verschwinden auch die Erinnerungen – dem entgegenzuwirken hat sich der Maler und Fotograf Manfred Bockelmann seit sieben Jahren zur Lebensaufgabe gemacht; seine Porträts wurden unter anderem in Wien, Barcelona und New York ausgestellt. Insgesamt 35 seiner bislang 180 Zeichnungen werden nun in der Pausenhalle des Helmut-Schmidt-Gymnasiums zu sehen sein.

Die mit Kohle auf Jute gezeichneten Porträts zeigen vor allem Kinder und Jugendliche, die in Konzentrationslagern zu Tode kamen. „Ich wollte diese Porträts auf sperrige, große Formate bringen, weil der Betrachter einen stärkeren Impuls erhält, sich mit dem einzelnen Schicksal zu beschäftigen“, erklärt Bockelmann.

 

 

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Ein Porträt, das der Künstler eigens für die Ausstellung anfertigt, hebt nun auch Rosa Mechau aus dem Dunkel des Vergessens. Am 20. Mai wird die Ausstellung eröffnet – genau 79 Jahre nach dem Tag, an dem die vor dem Krieg in Harburg lebende Sintiza mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Belzec in Ostpolen deportiert wurde. Zwei ihrer Kinder verhungerten dort, Rosa überlebte. Traumatisiert kehrte sie zurück, aber zum Trauern blieb wenig Zeit.

Bald nahm sie ihre Händlerinnentätigkeit wieder auf. Auf ihren Geschäftswegen durch Wilhelmsburg und Harburg begegnete sie vielen, die im Krieg alles verloren hatten. Sie half, wo sie konnte, besorgte, was nötig war, brachte Brot, Leberwurst und Margarine in die sogenannten Nissenhütten, zu den Ärmsten der Armen, ohne Gegenleistung. „Iss erst mal“, sagte sie dann, wie Zeitzeugen und Theater-am-Strom-Regisseurin und Autorin Christiane Richers berichteten.

 

Rosa im Theater begegnen

 

Dank Gesprächen mit ihnen und umfangreichen Recherchen im Stadtarchiv ergab sich bei den Vorbereitungen der Veranstaltungsreihe ein sehr lebendiges Bild von Amanda Rosa Mechau, aus dem sich das Stück „Rosa begegnen“ entwickelte. Im Rahmen von „Zeich(n)en gegen das Vergessen“ stellt Theater am Strom die noch in der Entstehung befindliche Produktion erstmals vor, nach der Veranstaltungsreihe wird das Stück in das dauerhafte Programm des Theaters aufgenommen.

Mit „Fruchtschuppen C – Ab Hamburg Ab“ führt eine weitere Theater-am-Strom-Produktion in die HafenCity, wo eine bunt gemischte Besichtigungsgruppe mit der Geschichte der Verfolgung von Sinti und Roma konfrontiert wird. Dem Thema widmet sich auch die szenische Lesung „Spiel Zigeunistan“, basierend auf Gesprächen mit zwei Mitgliedern der Wilhelmsburger Sinti-Familie Weiss. Zum Abschluss der Reihe verbindet das Kako Weiss Ensemble Musikstücke der jiddischen und Sinti-Tradition mit modernen Jazz-Einflüssen.

Nach dem Auftakt in Wilhelmsburg wird die Reihe „Zeich(n)en gegen das Vergessen“ im September in der Zentralbibliothek weitergeführt, im Oktober zeigt die Studiobühne des Ernst-Deutsch-Theaters die Uraufführung von „Rosa begegnen“ – denn ihre Geschichte darf gerade heute nicht vergessen werden. Richers: „Uns ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen den in manchen Kreisen verbreiteten Wunsch, die Vergangenheit ruhen zu lassen.“

Zeich(n)en gegen das Vergessen: Bildungszentrum Tor zur Welt, 20.-25.5


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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