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Top 10 – Auf diese Festivals freuen wir uns im Mai

Konzerte, Festivals und Open Airs: Die Festivalsaison ist eröffnet und in Hamburg und Umgebung wird getanzt, was das Zeug hält – hier kommt unsere Top 10.

Text: Luisa Uhlig
Foto: Jens Schlenker

1) Hafengeburtstag – 10. bis 12. Mai

Der Hamburger Hafen feiert seinen 830. Geburtstag und auch in diesem Jahr sind alle Hamburger eingeladen mitzufeiern. Wie immer kommen jede Menge Schiffsgiganten zu Besuch, die mit Lichtshow und Feuerwerk begrüßt werden. Auch an Bühnen, Musik und Foodtrucks wird nicht gespart, um die Besucher in Feierlaune zu versetzen.

Hafengeburtstag: Hamburger Hafen

 

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2) Summer Opening – 11. Mai

Der Sommer wird eingeläutet. Das übernimmt auch in diesem Jahr das Summer Opening im Entenwerder Elbpark. Getanzt wird unter freiem Himmel zu Psytrance und Psychedelic Techno auf zwei Floors – perfekt um mit einem Knall aus dem Winterschlaf zu grooven. Eine Cocktailbar und Foodtrucks liefern die nötige Energie.

Summer Opening: Entenwerder Elbpark (Rothenburgsort)


3) Komm Tanzen – 11. bis 12. Mai

Für alle, die einen Kurzurlaub mitten in Hamburg gebrauchen können, lässt das Komm Tanzen- Festival keine Wünsche offen. Im Beachclub relaxen, kühle Drinks genießen und elektronischen Beats lauschen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Komm Tanzen: StrandPauli, Hafenstraße 89 (St. Pauli)


4) Afrikanischer Frühling – 11. bis 12. Mai

Wer Lust auf kulturelle Vielfalt hat, sollte den Afrikanischen Frühling nicht verpassen. Auf dem Festival dreht sich alles um die Kulturen in, genau, Afrika. Mit Live-Musik, Tanzperformances, Ausstellungen sowie eine bunte Palette an Workshops für Klein und Groß. Dazu jede Menge afrikanische Spezialitäten.

Afrikanischer Frühling: Marktplatz beim Museum der Arbeit (Barmbek Nord)


5) Stadtpark Open Air – 19. Mai bis 17. September

Jeden Sommer wird der Stadtpark aufs Neue der „Place to be“ für gute Konzerte unter freiem Himmel. Dieses Jahr eröffnet Element of Crime die Veranstaltungsreihe, auch Take That, Weezer und First Aid Kit lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die große Wiese zu bespielen. Zudem ist eine neue Food-Lane am Start.

Stadtpark Open Air: Stadtpark, Saarlandstraße 69 (Winterhude)

Stadtpark-Live-c-Lukas-Lau.jpg

Foto: Lukas Lau


6) Yoga.Wasser.Klang Festival – 24. bis 26. Mai

In einer Großstadt voller Trubel und Lärm kann es Balsam für die Seele sein, zu entschleunigen. Hier dreht sich alles um Yoga und relaxte Sounds. Erfahrene Yogis, aber auch Anfänger widmen sich den verschiedensten Yogaarten – zum gemeinsamen Üben, Dehnen und Meditieren im Grünen.

Yoga.Wasser.Klang Festival: Planten un Blomen, Glacischaussee 13 (St. Pauli)

 

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7) Heimatfestival – 25. Mai

Am gleichen Ort wie das große Hurricane, aber doch ganz anders: Das Heimatfestival setzt auf eine familiäre Atmosphäre und lokale Künstler. Sogar die kulinarische Versorgung ist regional ausgerichtet. Soundtechnisch wird ein buntes Programm aufgetischt, das von Rock ’n’ Roll über Indie-Pop bis hin zu Metal reicht.

Heimatfestival: Hurricane-Gelände, Industriegebiet Scheeßel (Niedersachsen)


8) Futur 2 Festival – 25. Mai

Dieses Festival wird im Sinne einer Zukunft ausgerichtet, in der Kultur und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Bühnen, die mit Sonnenenergie und Muskelkraft angetrieben werden sowie ein geringer Müllverbrauch zeigen, dass Klimaschutz und Feiern keine Gegensätze sind. Auch die kulinarische Versorgung und Sanitäranlagen sind ressourcenschonend konzipiert.

Futur 2 Festival: Entenwerder 1 (Rothenburgsort)

 

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9) Elbjazz Festival – 31. Mai bis 1. Juni

Hamburgs größtes Jazzfestival mit über 50 Konzerten mischt den Hafen auf. An verschiedenen Veranstaltungsorten treten renommierte Jazzmusiker auf, auch die Elbphilharmonie wird für sechs Konzerte eingespannt. Neben dem vielfältigen Programm finden unter anderem auch ein Jazz-Gottesdienst, Workshops für Gesang und Saxofon sowie ein virtuelles Konzert statt.

Elbjazz: Verschiedene Spielorte am Hafen


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Das Ensemble Reflektor entstaubt die Klassik-Szene

Ensemble Reflektor – Das 40-köpfige Orchester hat einen Plan: Klassikkonzerte ohne steifes Korsett, dafür mit Witz und Bier.

Interview: Lilli Gavrić
Foto: Heide Benser

SZENE HAMBURG: Conny und Selma, ihr seid zwei von vierzig jungen Klassikmusikern, die das Ensemble Reflektor gegründet haben. Warum?

Conny: Wir sind ausgebildete Klassikmusiker. Das Studium ist darauf ausgelegt, in einem Orchester zu spielen, was zwar großen Spaß macht, aber in festen Strukturen verläuft. Häufig stellt sich bereits während des Studiums eine Arbeitsroutine ein, die musikalisch dröge macht, ernüchternd ist. Bei einigen Kollegen war das aber nicht so. Die wollten auf der Stuhlkante ganz vorne sitzen. Hatten Lust die Musik, wie wir sie empfinden auch so zu spielen. Das war der Grundimpuls.

Selma: In staatlichen Orchestern hat man den Job nach der Probezeit sein Leben lang. Die Stücke werden festgelegt, der Dirigent, die Proben, dein Dienst. Wir waren Studenten, die darüber hinausgehen wollten. Lust hatten, vieles selbst und anders zu machen.

Auf das Publikum zuzugehen. Spielt man in der Oper, betritt man das Haus durch eine andere Tür als der Gast, sitzt unten im Graben, trinkt anschließend mit den Kollegen in der Kantine ein Bier und geht nach Hause. Das Publikum sieht man nicht. Es gibt diese Barriere, alles hat eine gewisse Starrheit. Das wollten wir aufbrechen.

Ihr fragt euch immer wieder: „Wie kann man als klassisch ausgebildeter Musiker Leidenschaft vermitteln?“ Ist das in sich ein Widerspruch?

Conny: Nicht unbedingt. Wir lernen im Studium vor allem das Handwerk. Natürlich auch leidenschaftliches Spielen. Aber in wieweit das Publikum berührt oder gar abholt wird, darum geht es nie. Was braucht es also, um dieBegeisterung rüberzubringen? Distanz abzubauen. Die Musiker sehen, ihnen in die Noten schauen, die Kommunikation untereinander spüren.

 

Ihr habt kein Geld? Dann bezahlt mir eben die Heizung

 

Wie seid ihr in eurem „Wohnzimmer“, dem Proberaum im Oberhafenquartier, gelandet?

Selma: Das war etwas chaotisch. Anfangs haben wir nur ein Konzert gespielt, ein halbes Jahr später waren es schon vier. Allerdings haben wir erst kurz zuvor überlegt, wo überhaupt. Allen Bescheid gesagt, aber null Euro für das Projekt gehabt und keine Location (lacht). Bei 40 Leuten gibt es zum Glück immer irgendeinen, der irgendwen kennt.

Einer arbeitete mit der Stadt Hamburg zusammen, hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und die Halle gefunden. Der Besitzer hat uns mit offenen Armen empfangen: „Ihr habt kein Geld? Dann bezahlt mir eben die Heizung.“ Das war 2015, die Heizung gab es da noch nicht. Wir saßen mit dicken Wintermänteln in der Probe.

Conny: Es gab zu dem Zeitpunkt auch nur eine Toilette für 40 Leute.

Was zeichnen eure Konzerte neben der Musik noch aus?

Conny: Jeder kann so, wie er ist, auch direkt nach der Arbeit, zum Konzert kommen, sich ein Bier aufmachen und einfach entspannen. Niemand muss sich verbiegen.

Eure Konzerte im Gruenspan sind auch anders. Moderiert von Jannes Vahl, werden auch viele Witze gerissen. Nimmt das der Klassik den Staub?

Selma: Seine Art nimmt den Staub. Seit eine Kollegin ihn auf der Tagebuchlesung der Clubkinder kennengelernt hat, ist er dabei. Es ist etwas Neues und Eigenes zwischen ihm und uns.

Eure Arbeit folgt einem Beethoven-Zyklus, zuletzt habt ihr Beethovens Achte „Liebeslied“ im Gruenspan gespielt. „Eine Schaffensphase, in der Beethoven stark verliebt war.“ In der Fünften, eurer Debüt-CD „Gewaltakt“, war er demnach mies drauf?

Selma: Als er die Fünfte schrieb, äußert er im „Heiligenstädter Testament“, ein Brief an seine Brüder, depressive Gedanken. Der Moment, in dem er merkt, er wird taub. Die Fünfte ist aber keine aggressive Musik. Am Ende eher strahlend und triumphal. Wir hatten den Wunsch, seine innerlich düsteren Aspekte herauszuarbeiten. Man kann den Schluss als Überwindung des Schmerzes sehen, oder gezwungenes Glück hören. Das überlassen wir dem Publikum.

Ensemble Reflektor


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2019. Das Magazin ist seit dem 28. März 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Operation Ton #12 – Konzerte und Workshops im Bunker

Initiiert von RockCity Hamburg e. V., werden bei Operation Ton #12 musikalische Zukunftsfragen am 29. und 30. März per Konferenz und Festival geklärt.

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Robin Hinsch

Judith Holofernes, PeterLicht, H. P. Baxxter, BOY, Enno Bunger: Die Liste der Operation Ton-Gäste seit der Erstausgabe 2007 liest sich so imposant wie divers. Liegt natürlich an der Ausrichtung der Konferenz- und Festivalreihe: Alle denkbaren popkulturellen Bereiche sollen beleuchtet, besprochen und weitergedacht werden.

Musiker und Musikschaffende aus dem gesamten Bundesgebiet kommen hierfür zusammen, im Resonanzraum, dem OT-Hauptquartier und an vielen weiteren Spielorten rund um den Hamburger Medienbunker, um ihre Themen zu diskutieren. Workshops, Labore, Lesungen, Konzerte: Das Programm ist immer pickepackevoll, auch in diesem Jahr. Die Organisatoren von RockCity Hamburg e. V. – Zentrum für Popularmusik haben keine Mühen gescheut, um den OT-Teilnehmern zwei Tage lang bestmögliches Infotainment zu bieten.

Das jetzige Motto: „UNITY!“ Logisch, dass ein Ziel der Veranstaltungen die Verschworenheit aller Anwesenden ist. Es geht um Schulterschlüsse und die gemeinsame Entwicklung von Ideen, wie ein Überleben im Musikgeschäft auf Dauer möglich ist.

 

Bühnengespräche, D. I. Y. und Fehler, die voranbringen

 

Unter anderem sicherlich erlebenswert: ein Bühnengespräch mit Gudrun Gut über D. I. Y. und Selbstvermarktung, das ebenso für den ersten OT-Tag angesetzt ist wie ein Panel zum Thema „Welche Stadt braucht die Musik?“, bei dem auch Andrea Rothaug von RockCity anwesend sein wird. Und ein Talk am Tag darauf mit Gereon Klug und Andreas Dorau über Fehler. Ja genau: Fehler, und wie diese einen irgendwie doch weiterbringen und womöglich zum nächsten großen Hit führen können.

Diese und alle weiteren Programmpunkte von Operation Ton besitzen freilich eine ziemliche Branchenwichtigkeit. Denn wo und wie sonst können diejenigen, die mit und für die Musik arbeiten, so viele spannende Gleichgesinnte und neue Impulse finden?

Holt euch eure Tickets für Operation Ton im SZENE HAMBURG Ticketshop, in Kooperation mit Reservix.

 

Operation Ton: 29. + 30.3., an diversen Orten in Hamburg.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2019. Das Magazin ist seit dem 28. Februar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Die Hebebühne: Neues Goldstück für Hamurgs Kultur

Wie aus einer verkommenen Hinterhofwerkstatt ein Goldstück für die Hamburger Kulturlandschaft wurde.

Am Anfang war der Schutt. Die Autowerkstatt, die Max Reckleben (Frontmann der Band Brett) und Kai Schulz vor drei Jahren in einem Ottensener Hinterhof entdeckt und für ihr gemeinsames Projekt ausgewählt hatten, war dermaßen heruntergekommen, dass an einer Kernsanierung kein Weg vorbeiführte.

Also schufteten die beiden, karrten Dreck weg, Container für Container, und runderneuerten die Bude. Die Backsteinwände ließen sie nackt, quasi industriell-schick, verlegten allerhand Perserteppiche und schleppten gebrauchte Möbel an, tiefe Sessel, Sofas, Tische und ein Klavier wie aus einem Uralt-Western-Film. Sie zimmerten Barbereiche aus Paletten, bauten im Erdgeschoss eine professionelle Auftrittsbühne und im ersten Stock einen Coworking-Space sowie zahlreiche Proberäume.

Mit dem Vermieten von Proberäumen kannte sich Kai aus. Er betrieb damit schon ein Geschäft in Stellingen, wo er auch Max kennengelernt hatte, der dort mit seiner Band Brett spielte. Am Ende der anderthalbjährigen Arbeiten stand die Hebebühne: ein Ort, an dem Konzerte, Fotoshootings, Partys, Ausstellungen und noch viel mehr stattfinden können. Ein Interview mit den Machern verdeutlicht, wie wichtig das alles für Hamburg ist.

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Schutt raus, Schmuck rein: Szenerie der Hebebühne.

SZENE HAMBURG: Max und Kai, wie habt ihr die Räumlichkeiten für euer Projekt namens Hebebühne gefunden?

Kai Schulz: Wir haben auf den üblichen Immobilien-Portalen gesucht und irgendwann diese ehemalige Kfz-Werkstatt entdeckt. Dann haben wir beim Makler angerufen, haben uns alles angeschaut und verhandelt. Es gab nur einen weiteren Interessenten.

Und warum ging das Gebäude letztlich an euch?

Kai: Wir haben dem Eigentümer erzählt, dass wir uns einen Präsentationsraum für Künstler vorstellen, und er fand, dass das ganz gut zu Ottensen passen würde. Auch fand er unsere Geschichte ansprechend, zum Beispiel, dass Max schon länger in dieser Musikszene aktiv ist und ich zuvor bereits Proberäume vermietet hatte.

Was hatte denn der Mitbewerber mit dem Haus vor?

Kai: Hätten wir die Räumlichkeiten nicht bekommen, wären sie abgerissen und Eigentumswohnungen gebaut worden. Allerdings hätte das Fundament kein zweites Oberschoss getragen. Auch ein Grund, warum wir gute Karten hatten.

 

„Naivität kann ein super Antrieb sein“

 

Als die Entscheidung gefallen war, wurde losgearbeitet. Wie lange habt ihr gebraucht, bis die Hebebühne stand?

Kai: Anderthalb Jahre. Wir haben wirklich alles kernsaniert. Am Anfang standen wir buchstäblich im Dreck. Es hatten sich sogar schon Ratten eingenistet. Zusammen mit Freunden haben wir den Schutt dann hier rausgetragen. Am Ende waren es fünf volle Container, jeweils zu zehn Fuß.

Habt ihr zwischendurch mal gedacht, dass das Projekt eine Fehlentscheidung war?

Max Reckleben: In unserem jugendlichen Leichtsinn war uns die ganze Arbeit relativ egal. Naivität kann ein super Antrieb sein. Wir hatten wirklich immer nur das Ziel vor Augen.

Was genau war denn das Ziel?

Max: Einen Ort so aufzubauen, dass dort eine Community Platz hat und wachsen kann.

Kai: In dem Kulturbereich, in dem Max und ich arbeiten, musste sich auch etwas tun. Es kann nicht immer nur konsumiert werden, es geht auch darum Schnittstellen zu schaffen, und zwar menschliche.

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Gitarrenrock im Keller: Max und Kai haben Künstlern ein Zuhause gegeben.

Aber ein Geschäftsmodell war und ist die Hebebühne ja auch. Wird es von der Stadt gefördert?

Max: Nein. Wir hatten immer eine ganz klare Vorstellung davon, wie wir diesen Ort gestalten und die Kommunikation zwischen den Menschen ermöglichen wollen. Wir wollten niemanden, der uns sagt, wann wir bestimmte Gelder in bestimmte Dinge investieren müssen. Wir wollten alles selbst entschieden.

Kai: Wir wollten etwas Autonomes auf die Beine stellen und nicht mit einem Scheck zu Ikea fahren und dann sagen: So, fertig! Wir wollten organisches Wachstum und dass dieser Ort an Persönlichkeit gewinnt.

Max: Ein Beispiel: Derjenige, der die vordere Bar gebaut hat, probt heute mit seiner Band oben im ersten Stock und hat kürzlich das Release-Konzert zu seinem neuen Album hier gespielt. Für uns steht das Netzwerk und die Möglichkeiten, die daraus entstehen, immer vorne an.

Neben dem Coworking-Space werden im ersten Stockwerk sieben Proberäume vermietet …

Kai: … und zwar fest. Wir brauchen ja auch eine gewisse Struktur, eine Konstante. Die haben wir uns geschaffen.

Bedeutet: Die Hebebühne bietet Künstlern die Möglichkeit, zu üben, zu produzieren und zu präsentieren.

Kai: Genau. Das „Hebe“ in Hebebühne steht dafür, Künstler hochzuheben. Dafür investieren wir auch regelmäßig in Neuerungen, unter anderem in ein Top-Soundsystem und eine ebenso hochwertige Lichtanlage.

Ist die Hebebühne heute so, wie ihr sie immer haben wolltet, vielleicht sogar fertig?

Max: Wenn man fertig ist, kann man keine Impulse von außen mehr aufgreifen. Die prallen dann einfach ab. Wir wollen ja aber Ideen aufnehmen und sie unterstützen.

Was ist denn aktuell noch in Planung?

Kai: Oben ist noch eine Fläche frei. Um daraus zum Beispiel einen Aufnahmeraum zu machen, müsste man noch mal Geld in die Hand nehmen. Auf mittelfristige Sicht ist das auch denkbar.

Zum Schluss natürlich noch wichtig zu wissen: Läuft der Laden?

Kai: Es gibt einen Business-Plan, und der funktioniert.

Max: Wir sind da, und wir kriegen das auch in Zukunft hin. Die Leute haben Lust auf die Hebebühne, das wissen wir schon länger.

Interview: Erik Brandt-Höge
Fotos: Jérome Gerull

Die Hebebühne: Barnerstraße 30 (Ottensen); Nächste HVV-Station: Bf. Altona, S+U



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

 


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Sommer in Altona – Zappeln im Zelt

Festival mit Hippie-Charme am Nobistor.

Sommerzeit ist traditionell Festivalzeit, und in dieser Zeit sticht der „Sommer in Altona“ aus dem Meer von Festivals allein schon in optischer Hinsicht heraus. Ab Ende Juli verwandelt sich der Park am Nobistor für vier Wochen wieder in einen großen Zirkus, denn der Schauplatz des „Sommer in Altona“ ist keine gewöhnliche Bühne, sondern ein Zirkuszelt. Akrobatik und Zauberei werden dort zwar nicht im eigentlichen Sinne zur Schau gestellt – allerdings sorgen dafür nationale und internationale Pop-Künstler für akrobatische Gesangseinlagen und Sprachzauber in (hoffentlich) warmen Sommernächten. Im Herzen Hamburgs, nicht weit von Kiez, Hafen und Reeperbahn entfernt, stehen dann insgesamt 20 hochkarätige Kulturveranstaltungen auf dem Programm. Das Hauptaugenmerk liegt dabei wieder auf der Konzertreihe.

Den Anfang des sehenswerten Line-ups machen am 28. Juli die Briten von Deaf Havana, deren jüngste Platte „All These Countless Nights“ Platz fünf der britischen Charts erreichte und auch in Deutschland für Aufsehen sorgte, wie die fast ausverkaufte Deutschland-Tour im vergangenen Frühjahr und Herbst demonstrierte. Am 31. Juli folgt der Singer-Songwriter Moritz Krämer mit seiner Band. Im August folgen weitere Schmankerl wie die Berliner Künstlerin Amanda, die in ihrer Musik Rap, Soul und Pop verbindet sowie die Singer-­Songwriterin Madeline Juno, die letztes Jahr ihr erstes deutsch­sprachiges Album veröffentlichte und die Hamburger-Schule-­Heroen Die Sterne. Außerdem: Mount Kimbie, Yo La Tengo, The Dead South und lilly among clouds & Tex sowie Lesungen von SICK – Shore, Stein, Papier. So wie es sich für ein Fes­tival gehört, ist in Form von Getränkeständen und Food-Trucks natürlich auch für kulinarische Verpflegung und Biergarten-Atmosphäre gesorgt.

Text: Ulrich Thiele
Beitragsbild: Alexander Schliephake

27.7.-31.8.2018; www.sommerinaltona.de

Ihr habt noch kein Ticket?
Dann hier entlang 👉 www.szene-hamburg.reservix.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 



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Stadtpark Open Air 2018 – Highlife hinter der Hecke

Die Freilichtbühnensaison beginnt, und zwar eine, bei der Stars à la Beck und Beth Ditto ihre Shows hinter der berühmten Buchenhecke spielen.

Rasen, Hecke, Pflastersteine: Die Puzzleteile für die Freilichtbühne sind überschaubar, simpel zusammengesetzt und doch so wirkungsvoll. Die legendäre Konzertstätte im Stadtpark zieht die Massen seit Jahrzehnten in ihren Bann, mal ganz abgesehen von den Künstlern, die ebenso begeistert von der Location waren und sind wie ihr Publikum. Leonard Cohen, James Brown, Dave Gahan, Herbert Grönemeyer und Lady Gaga sind hier bereits aufgetreten, standen im Zentrum der saftgrünen, mit 4.000 Besuchern voll bevölkerten Wiese. Keine ­Frage: Die Freilichtbühne ist die Elphi unter den Open-Air-Auftrittsorten. Ein XXL-Rondell der Extraklasse. Einsame Konzerte-im-Grünen-Spitze.

Schon mehrere Saisons auf der Freilichtbühne hinter sich hat Lotto King Karl, Lokalmatador und HSV-Hymnen-Trällerer. Traditionell eröffnet und schließt er die Konzertserie, in diesem Jahr steigen nur Foreigner vor ihm auf die Bühne. Von Mai bis September wird es dann wieder musikalische Schmankerl aus allen denkbaren Genres geben, etwa Konzerte von Schlager-Duracellhäschen Roland Kaiser, Niedeckens Bap, Nena, Ina Müller & Band, Kaleo und, trommel­trommel­trommel, den beiden Superstars des Stadtpark Open Air 2018: Beth Ditto und Beck. Ditto, die mit ihrer Band Gossip zu Weltruhm kam und seit deren Auflösung auch alleine eine starke Show nach der anderen hinlegt sowie im Modegeschäft ordentlich Eindruck macht. Und Beck, der fünf­fache Grammy-Preisträger, der seit Beginn der 1990er Jahre unzählige Musiker mit seinen Songs („Loser“, „Guero“, „Modern Guilt“) beeinflusst hat.

Es ist also angerichtet, das nächste Highlife hinter der Hecke, das gleichzeitig reichlich Möglichkeiten bietet, sich mitten in der Stadt bei gut besuchten Konzerten auch noch zu entspannen, kann beginnen.

Text: Erik Brandt-Höge

www.stadtparkopenair.de

Alle Konzerte auf einen Blick:

20.5.18 Foreigner
25.5.18 Lotto King Karl & DBDB
1.6.18 The Sweet/Smokie
2.6.18 Hollywood Vampires
3.6.18 Roland Kaiser
7.6.18 2Cellos
8.6.18 Beck – präsentiert von SZENE HAMBURG
9.6.18 Niedeckens Bap
10.6.18 Ringo Starr & His All-Starr Band
12.6.18 Nena
14.6.18 Jessie J
15.6.18 Adel Tawil
22.6.18 A. R. & Machines
24.6.18 Michael Patrick Kelly
9.7.18 Beth Ditto – präsentiert von SZENE HAMBURG
12.7.18 Earth, Wind & Fire
22.7.18 Billy Idol
24. + 25.7.18 Ina Müller & Band
26.7.18 Wincent Weiss
4.8.18 Glasperlenspiel
10.8.18 Lina
11.8.18 Santiano
15.8.18 Kaleo
18.8.18 Max Giesinger
23.8.18 Roger Hodgson
24.8.18 Matthias Reim
25. + 26.8.18 Johannes Oerding
30.8.18 Atze Schröder
7. + 8.9.18 Dieter Thomas Kuhn & Band
15.9.18 Lotto King Karl & DBDB


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Sommerzeit ist Schanzenparkzeit

Musik, Artistik, Kinderunterhaltung. Einmal mehr haben die Macher vom Schanzenzelt im Park an der U Sternschanze ein großartiges Programm auf die Beine gestellt. Höhepunkt: die Rap-Show von Akua Naru.

Sommerzeit ist Schanzen­parkzeit, eh klar. Hipster, Yuppies, Kiddies, Omis und Opis treffen sich auch in diesem Jahr bei gutem Wetter auf den Wiesen des ewigen Szenevier­tels, in dessen Zentrum natürlich eins nicht fehlen darf: das Schanzenzelt. Schon von Wei­tem sind sie ein Hingucker, die gelben und roten Streifen der Dachplane, auch das blaue Vor­zelt strahlt einem entgegen. Es entsteht eine Zirkusatmosphä­re ohne Affen, Löwen und Ele­fanten, stattdessen mit einem erneut tollen Programm für alle Altersklassen. Logisch, dass es keinen passenderen Saison Opener geben kann als den clubkinder Kosmos (17.5.), gefolgt vom großen Hip­ Hop­Tanzabend, präsentiert von MC Rene am Tag darauf. In den zwei Zelt­-Monaten stehen fortan genreübergreifend zig empfehlenswerte Abende an, etwa der mit DeWolff (31.5.), die The Grand East als Support mit­ bringen, und Pohlmanns Nachtschicht (7.6.). Für die Kleinen gibt es die Circusschule TriBüh­ne (15.6., 30.6., 1.7.) und den Zir­kus Regenbogen (23.6.) – um nur zwei Highlights zu nennen.

Besonders eindrucksvoll verspricht das Konzert von Akua Naru (Foto) zu werden. Die US-­amerikanische Rappe­rin hat nicht nur ein besonderes Gespür für federleichte musi­kalische Arrangements, in de­nen HipHop auf Jazz, Blues und Soul trifft. Sie ist auch eine Mei­sterin in Sachen Lyrics. Eines ihrer textlichen Ziele: schwarzen Frauen eine Stimme geben. Narus Geschichten haben auch deshalb Hand und Fuß, weil sich die mittlerweile in Köln lebende Künstlerin bereits in ihrem Ur­banistik­ Studium in Camden, New Jersey mit den Faktoren be­schäftigt hat, die zur Benachtei­ligung von Menschen mit dunk­ler Hautfarbe führten und nach wie vor führen.

Und wem gerade nicht nach Konzerten und sonstigem Zelt­-Trara ist, der kann sich jeder­ zeit vor dem Ort des Geschehens auf den Liegenstühlen nieder­ lassen, in der einen Hand ein Kaltgetränk halten und mit der anderen durchs Gras fahren. Die Szenerie allein ist näm­lich schlichtweg ein Genuss.

Text: Erik Brandt-Höge

Schanzenzelt im Schanzenpark
17.5.-15.7.18


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!