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„Lindenberg! Mach dein Ding!“: Biopic über Udo Lindenberg

Wer war eigentlich dieser Udo, bevor er seinen großen Durchbruch hatte? Hermine Huntgeburth erzählt in „Lindenberg! Mach dein Ding!“ die Geschichte des jungen Rockmusikers, der nach Hamburg kam

 Text und Interview: Patrick Heidmann

 

Eigentlich konnte niemand anderes dieses Biopic inszenieren als Hermine Huntgeburth, trägt die Regisseurin doch den gleichen Vornamen wie Udo Lindenbergs von ihm verehrte Mutter, nach der er 1988 sogar ein Album betitelte. Davon abgesehen natürlich, dass die Regisseurin seit mehr als 25 Jahren zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Film- und Fernsehschaffenden des Landes gehört, ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis, dem Deutschen Fernsehpreis und mehreren Grimme-Preisen.

In „Lindenberg! Mach dein Ding!“ erzählen sie und Drehbuchautor Alexander Rümelin nun nicht das komplette Leben von Deutschlands wohl bekanntestem Rockstar nach, sondern widmen sich seinen musikalischen Anfängen im Hamburg der 70er Jahre, inklusive Rückblenden in seine Kindheit im westfälischen Gronau. Die Hauptrolle spielt der aufstrebende Newcomer Jan Bülow, außerdem standen unter anderem Max von der Groeben, Julia Jentsch, Detlev Buck und Charly Hübner vor Huntgeburths Kamera. Wir trafen die Wahlhamburgerin zum Interview.

 

 

SZENE HAMBURG: Hermine Huntgeburth, welchen Bezug hatten Sie zu Udo Lindenberg vor der Arbeit an diesem Film?

Hermine Huntgeburth: Mich hat er eigentlich schon begleitet, seit ich bewusst angefangen habe, Musik zu hören. Da war er immer irgendwie da. Und als ich dann 1977 nach Hamburg zog, war er dort sowieso ganz präsent. Das war die Zeit, als er mit Peter Zadek arbeitete und immer im Atlantic war. Aber persönlich gekannt habe ich ihn nicht.

Was war denn Ihr erster Gedanke, als man Sie fragte, ob Sie die Regie bei „Lindenberg! Mach dein Ding!“ übernehmen wollen?

Erst mal wunderte ich mich, wie der Produzent Michael Lehmann auf mich kam, denn ich hatte so etwas ja noch nicht wirklich gemacht. „Die weiße Massai“ war zwar auch die Geschichte einer lebenden Person, aber natürlich doch ein anderer Fall als dieser. Was mich dabei besonders reizte, war der Gedanke, einen Musikfilm zu drehen. Und ausschlaggebend war auch die Tatsache, dass die Handlung nur bis zu Udos erstem großen Konzert ging, also bevor er zu dem wurde, der er heute ist. Kaum jemand kennt ja noch den jungen Mann, der damals aus Nordrhein-Westfalen nach Hamburg kam.

Gab es trotz der Beschränkung auf den jungen Lindenberg ein paar Biopic-Fallstricke, die Sie umgehen mussten?

Ich durfte natürlich nicht in die Falle geraten, ein Udo-Lookalike-Ding aus der Sache zu machen. Natürlich habe ich mich ein paar Mal mit Udo getroffen, aber dabei war für mich vor allem wichtig, so eine Essenz herauszufinden und der Figur eine Wahrheit zu geben. Ich konnte und wollte ihn nicht einfach kopieren.

Hatte er ein Mitspracherecht?

Natürlich war uns wichtig, dass Udo der Film gefällt, aber es ging nie um Gefälligkeiten. Dass ich meinen eigenen Film mache, war immer klar. Wir haben ihn von Anfang an mit einbezogen und ihm das Drehbuch zu lesen gegeben.

Er hat auch Jan Bülow kennengelernt, nachdem wir die Hauptrolle besetzt hatten. Und wenn es Kleinigkeiten gab, die ihm nicht behagt haben, sind wir auch darauf eingegangen. Aber Udo schenkte mir großes Vertrauen und war immer ausgesprochen positiv, was den Film angeht.

 

… eine Rampensau sein und das Rock’n’Roll-Gen haben

 

Wie viel Fiktion steckt denn eigentlich im Film?

Das lässt sich gar nicht so ohne Weiteres sagen. Denn auch viele seiner Songtexte, die ja sehr politisch sind, haben viel mit seinen Lebenserfahrungen zu tun. Wir haben zum Beispiel diese vier jungen Frauen im Drehbuch, die mir sehr wichtig waren, weil ich auch starke Frauenfiguren in der Geschichte haben wollte. Und die basieren teilweise auf realen Figuren, teilweise aber eben auch auf seinen Texten. Der Drehbuchautor Alexander Rümelin hat sehr kunstvoll versucht, das alles miteinander zu verweben.

Am Ende steht und fällt ein Film wie dieser natürlich mit dem richtigen Hauptdarsteller. Wie lange dauerte es, bis Sie Ihren Udo gefunden hatten?

Sehr lange! Die Casterin Simone Bär und ich haben uns eigentlich alle jungen Schauspieler angesehen, die es so gibt. Unser Protagonist musste natürlich viel mitbringen, denn man möchte ja keinen normalen Udo sehen. Wir brauchten jemanden, der nicht nur ein hervorragender Schauspieler ist, sondern er musste auch eine Rampensau sein und das Rock’n’Roll-Gen haben. Sensibel musste er sein und witzig, ein tolles Körpergefühl mitbringen und auch sexy sein.

Jan Bülow erfüllte alle diese Kriterien, und ist auch ein richtiger harter Arbeiter, der sich zum Beispiel Monate Zeit genommen hat, um Schlagzeugspielen zu lernen. Er musste den ganzen Film tragen, und das mit 21 Jahren, frisch von der Schauspielschule. Aber dass man ihn eigentlich noch gar nicht kennt, war auch von Vorteil.

Wer heute durch St. Pauli läuft, weiß, dass da kaum noch etwas an die 70er Jahre erinnert. Wie ist es Ihnen gelungen, diese Zeit wiederauferstehen zu lassen?

Das geht heutzutage nur mit VFX, also mit Computertricks. Dort zu drehen, ist ohnehin schwierig geworden. Kann man nur noch montags und dienstags, und alle Geschäfte müssen mitmachen. Am Ende versucht man dann, mit der Kamera alles nur bis zu einer gewissen Höhe einzufangen und alles, was zu modern aussieht, abzudecken. Der Rest wird dann später digital gemacht.

Das Schlimmste sind heutzutage eigentlich die Tags an den Wänden. In den Siebzigern gab es ja noch gar keine Sprayer, heute aber ist alles vollgeschmiert.

Eine Szene haben Sie auch im Alten Elbtunnel gedreht …

Ja, als Referenz an Roland Klicks Film „Supermarkt“ von 1974. Die Szene dort ist das Ende eines LSD-Trips von Udo und seinem Kumpel Steffi Stephan, der in der Gestaltung der Farben und der Stimmung wiederum an die Likörelle erinnert, die Udo heute malt, und entsprechend einen gewissen kindlichen Faktor haben sollte.

Regie: Hermine Huntgeburth. Mit Jan Bülow, Detlev Buck, Max von der Groeben. Ab 16.01.2020


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 20. Dezember 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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klub katarakt: Experimentelle Musik auf Kampnagel

klub katarakt ist ein Festival für experimentelle Musik, das sich auf sämtlichen künstlerischen Ebenen offen präsentiert

Text: Erik Brandt-Höge

 

Das Jahr 1992. Snap!, Dr. Alban und Die Prinzen bestimmen die deutschen Charts, schlichte Beats und noch schlichtere Lyrik laufen im Radio rauf und runter. In ebendieser Zeit gründen Kompositionsstudenten der Hamburger Musikhochschule den Verein katarakt – und stehen damit für das experimentelle Gegenteil zum Gedudel. Sicher, einerseits ging es den Studenten darum, ihre Kompositionen einmal außerhalb der Hochschule aufführen zu können, und zwar an eher ungewöhnlichen Orten dafür, etwa Rockclubs. Aber sie wollten auch nicht-radiofreundliche Sounds der breiten Masse vorstellen.

 

Springer zwischen multimedialen Welten

 

Das gelang ihnen spätestens mit der ersten Ausgabe des klub katarakt 2005. Sie machten Neue Musik zugänglich, indem sie eben diese sprengten, durch sich ständig im Wandel befindende Klang- und Bildinstallationen sowie durch Öffnung der bespielten Räumlichkeiten. Auf Kampnagel hat das Festival ein Zuhause gefunden, in dem die Macher gleich drei ineinander übergehende Hallen zur Verfügung haben. Besucher werden zu Springern zwischen multimedialen Welten, erleben Sounds und Bilder beim Flanieren.

Die klub katarakt-Eröffnung (15.1., 20 Uhr) wird auch in diesem Jahr ein Event der Wandelkonzerte. Viele Hamburger Musiker, Komponisten und Künstler stehe dafür bereit, zum Beispiel die Elektroniker Nika Son und Thomas Leboeg, die Violinistin Lisa Lammel, die Pianistin Daria Iossifova und der Harvestehuder Kammerchor unter der Leitung von Edzard Burchards.

 

 

Der zweite Festivaltag steht ganz im Zeichen einer Arbeit für Blechblasinstrumente und Elektronik, aufgeführt von der schwedischen Komponistin Ellen Arkbro zusammen mit dem Berliner Ensemble Zinc & Copper. An den beiden darauffolgenden Tagen werden das Splitter Orchester & The Pitch zu erleben sein, ein Kollektiv aus 24 international renommierten Musikern, es gibt eine sogenannte „Lange Nacht“ mit unter anderem einem Zusammenspiel von 17 akustischen Gitarren und ein Nachtkonzert mit Streichquartett und Klavier. Im Ganzen ein Spektakel für alle, nicht nur für Fans von Neuer Musik, und nach wie vor ein Gegenpol zu Charts-Stücken für das schnelle Hörerglück.


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Hamburger des Monats – Anne de Wolff

Die Musikerin Anne de Wolff spielte schon mit Popgrößen wie Bosse, Elif oder BAP zusammen. Eines ihrer Herzensprojekte neben der Musik ist das Benefizkonzert der Stiftung „Initiative Courage“

Interview: Hedda Bültmann
Foto: Rene van der Voorden

SZENE HAMBURG: Anne, du hast ja einen traumhaften Wintergarten hier bei dir zu Hause …

Anne de Wolff: Danke. Ja, hier haben wir auch schon oft geprobt. Zum Beispiel mit Bosse die „Leise Landung“. Oder mit Mark Forster das zdf@bauhaus. Mit Elif, mit Tokunbo, Stoppok und sogar mit BAP. Natürlich alles nicht in voller Lautstärke. Aber dennoch: Wir haben sehr freundliche Nachbarn, die das geduldig aushalten.

Erzähl doch mal, was du als Musikerin genau machst.

Ich bin Multi-Instrumentalistin. Angefangen hat alles mit der Geige, doch da fühlte ich mich später musikalisch zu sehr eingeschränkt. Nicht jede Band braucht in jedem Song ein Geigengeräusch, deshalb hatte ich schnell Lust, meine klangliche Bandbreite zu erweitern und es kamen unter anderem Bratsche, Akkordeon, Percussion, Cello, ein bisschen Gitarre, Mandoline und Posaune dazu.

Du spielst nicht nur auf der Bühne, sondern arbeitest auch im Studio, das praktischerweise auch hier im Hause ist …

Genau. Vieles nehme ich hier zusammen mit meinem Mann Ulle (Gitarrist Ulrich Rode, Anm. d. Red.) auf. Es kommen oft Musiker zu uns, die noch Farben für ihr Album suchen, so wie letzte Woche zum Beispiel Fayzen. Für Niels Frevert und Johannes Oerding haben wir gerade ein paar Streicher aufgenommen. Momentan bereiten wir das neue BAP-Album vor.

 

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In ihrem Wintergarten hat Anne de Wolff (48) schon mit Bosse geprobt

 

Hast du dir schon einmal gewünscht, du hättest einen anderen Beruf?

Nein, Musik spielte schon in meiner Kindheit eine wichtige Rolle und ließ mich seitdem nie los. Dazu kam noch ein bisschen Glück. Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich von Musik leben kann – erst recht nicht so lange. Ich dachte früher, Popmusik wäre eher etwas für junge Frauen, da ich quasi keine Instrumentalistinnen jenseits der 40 kannte.

Leider gibt es aber generell einfach ziemlich wenige „Sidefrauen“ – ich frage mich immer, warum? Mittlerweile spiele ich mit vielen unglaublich tollen, zum Teil auch erheblich jüngeren Musikern und Musikerinnen und empfinde dies als sehr bereichernd. Man kann sich gegenseitig inspirieren und voneinander lernen.

Ein anderes Thema. Du bist Schirmherrin der Stiftung Initiative Courage. Wie kam es dazu?

Ich habe die Initiatorin dieser Stiftung, Karin Schmedt, kennengelernt. Und als wir uns unterhalten haben, sprach sie mir so aus der Seele: Ich finde es schlimm, dass Leute sich die ganze Zeit über Missstände beschweren, ohne selbst initiativ zu sein. Dieses passive Gemecker strengt mich an. Ich habe lange nach etwas gesucht, wo ich mich engagieren kann.

Was macht die Stiftung?

Sie schenkt Kindern, denen das nicht möglich ist, schöne Momente. Momente, in denen sie respektiert und wertgeschätzt und dadurch gestärkt werden. Karin macht das beispielsweise für Kinder in Kinderheimen und für Flüchtlingskinder. Aber auch für Kinder, die es offensichtlich zuhause schwerer haben. Damit sie merken, dass es auch Gutes gibt.

 

Fußball-Camps und Reisen ins Wunderland

 

Welche Momente sind das?

Sie betreut mehrere kleinere Initiativen, für die sie Geld sammelt. Es gibt zum Beispiel ein Fußballcamp und die „Wunderlandreisen“, bei denen die Kinder aus schwierigen Verhältnissen mit ihren Familien eine Woche in den Urlaub fahren können. Es gibt Trommelgruppen und auch eine Zusammenarbeit mit der HipHop Academy. Diese Aktionen unterstützen wir mit dem Geld, das wir unter anderem bei dem jährlichen Benefizkonzert einnehmen.

Und die Organisation des Konzertes ist dein Part …

Genau. Ich kümmere mich um die Bands und stelle das Programm auf. Und natürlich wickle ich die Koordination im Vorfeld ab. Woher kommt der Flügel, wer sponsert den, wie bekommen wir ihn in unsere Location, die Markthalle? Ist der Fahrstuhl groß genug? Es ist übrigens ganz wundervoll, wie schnell alle Musiker immer Lust hatten, dabei zu sein. Das waren in den letzten Jahren unter anderem Aino Löwenmark, Jon Flemming Olsen, das Tingvall Trio, von Brücken, Johannes Oerding, Fayzen, Tokunbo, Diane Weigmann, Phil Siemers …

Die Markthalle steht ja unter anderem auch für soziale Nachhaltigkeit. Eine perfekte Partner-Location …

Die Markthalle ist so großartig und unterstützt uns seit Anfang an – jetzt schon das fünfte Jahr. Bis 2018 war das Konzert eher eine Veranstaltung für Sponsoren, in diesem Jahr wollten wir das Ganze öffnen, um auch andere Menschen für das Thema zu sensibilisieren und weitere Spenden zu generieren. Wir hatten Spendenboxen aufgestellt, und die Eintrittsgelder gingen komplett an die Stiftung. Es war toll, mit den Leuten von der Markthalle zusammenzuarbeiten. Die haben uns den kompletten Tag alles für einen sehr geringen Unkostenbeitrag für Personal zur Verfügung gestellt.

Zurück zum passiven Meckern: Woran liegt es, dass viele Menschen zwar ständig nörgeln, aber nicht aktiv werden?

Gefühlt prasseln auf uns täglich Unmengen von Geschichten ein über Gewalttaten, Umweltsünden, Kriege und Menschen, die betrügen oder schlecht zueinander sind. Zudem fällt es immer schwerer, Dinge in Gut oder Böse einordnen zu können, da alles unheimlich komplex ist in diesen Zeiten der Globalisierung und des Internets. Angesichts dessen fühlt man sich oft überfordert und neigt dazu, immer misstrauischer zu werden. Daraus entstehen dann oft diese Wut und Hilflosigkeit, die unser Leben eigentlich traurig macht, weil das Geschimpfe am Ende nur uns selbst schadet.

Hast du einen Vorschlag, wie es besser gehen kann?

Ich halte es für ganz wichtig, trotz allem davon auszugehen, dass die meisten Menschen gut sind. Dabei hilft ungemein, selbst die Initiative zu ergreifen, sich im Kleinen irgendwie zu engagieren. An jeder Ecke gibt es Gruppierungen, man kann sich etwas aussuchen, das einem liegt. Das könnte das Einkaufen für eine Oma sein und Gespräche mit ihr. Man verbessert so nicht nur das soziale Miteinander, sondern auch das eigene Leben. Man lernt andere tolle, liebevoll engagierte Menschen kennen und spürt die Dankbarkeit und Freude der Menschen, die man unterstützt. Diese kleinen Dinge machen am Ende das große Ganze aus und damit unsere Welt besser.

Annedewolff.de

Sic-stiftung.de


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Jamliner – die Musikschule auf Rädern

Der „Jamliner“ ist eine rollende Musikschule, die regelmäßig in die benachteiligten Viertel Hamburgs fährt und Jugendlichen ermöglicht, ihre eigene Musik aufzunehmen. Ein Besuch am Standort Steilshoop.

Text: Ulrich Thiele
Fotos: Jérome Gerull

Collin und Abdurrahman haben es sich draußen auf dem Steintisch bequem gemacht. Den Jungs bleibt nichts anderes übrig, als zu warten und sich die Zeit mit Gesprächen über Videospiele zu vertreiben, denn im Moment gibt es für sie nichts zu tun. Drinnen, im Jamliner, arbeiten ihre zwei Bandkolleginnen gerade an der Schlagzeugspur für ihren ersten gemeinsamen Song. Titel: „Mobbingopfer“.

Ein Lied über den Hilferuf eines Mädchens an ihren besten Freund, der aus Feigheit die Mobbingattacken seiner Mitschüler unterstützt – bis er am Ende des Liedes den Mut fasst, sich ihnen zu widersetzen und zu seiner Freundin zu halten. Ein ernstes Thema. „Hilf mir! Hilf mir! Ich brauche jemanden, der mit mir durch dick und dünn geht“, heißt es an einer Stelle. Collin hat den Text geschrieben. „Das ist wirklich bei uns so an der Schule passiert“, erklären Collin und Abdurrahman. Das Thema lag ihnen auf der Seele.

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Im Proberaum mit Tonstudio: Sänger Collin und die Band Jalac Foto: Jérome Gerull

Eine Band gründen, einen Song schreiben und diesen im Proberaum aufnehmen – der Traum vieler Jugendlicher. Hamburgs musikalische Buslinie erfüllt ihnen diesen Traum. Der Jamliner ist ein ehemaliger Linienbus, der in einen mobilen Bandproberaum inklusive Tonstudio umgebaut wurde. Auf den Straßen fällt das mit einem Graffiti-Gemälde übersäte Gefährt sofort auf – passend zu dem ungewöhnlichen Linienbus. Das Projekt der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg, des Förderverein der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg e. V. und Reinhold Beckmanns Stiftung Nestwerk e. V. richtet sich an Jugendliche ab zwölf Jahren, die von sich aus niemals eine Musikschule besuchen würden.

Vormittags kommen die Jugendlichen aus den naheliegenden Schulen, nachmittags können auch andere Gruppen – jede Band muss fünf Mitglieder haben – vorbeikommen und sich für das Projekt anmelden. Die „rollende Musikschule“ kommt einmal pro Woche mit zwei Pädagogen direkt in ihr Viertel, wo sie mit der Unterstützung von zwei Pädagogen – und an fünf Standorten auch zusätzlich mit einer FSJlerin – ein halbes Jahr lang an ihrem eigenen Song basteln. Am Ende der intensiven Probe- und Aufnahmezeit können die Jungs ihr eigene CD mit ihrem Song in den Händen halten.

Heute ist Donnerstag, der Standort Steilshoop steht auf dem Plan. Der Jamliner steht auf dem Verkehrsübungsplatz in der Gründgensstraße. Nach rund zehn Minuten ist die Wartezeit für Collin und Abdurrahman vorbei. Die Bustür öffnet sich, Angelina und Leonie kommen gut gelaunt heraus. Jasmine, das fünfte Bandmitglied, ist heute nicht da. Halb so wild, dann wird der Part fürs Keyboard eben auf nächste Woche verschoben. Die fünf Jugendlichen sind zwischen 12 und 13 Jahren alt und besuchen dieselbe Klasse an der naheliegenden Stadtteilschule, mit der der Jamliner eng zusammenarbeitet. Ihr Bandname Jalac setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Mitglieder zusammen.

 

„Die Kinder halten nach einem halben Jahr ihre fertige CD in der Hand“

 

Unterstützt werden die Nachwuchsmusiker in Steilshoop von Gesa Zill, Isabel Bonkat und Matthias Möller-Titel. Die 18-jährige Isabel absolviert gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr und ist jeden Tag im Jamliner unterwegs. Die Arbeit passt zu ihr, schließlich spielt sie Bass in einer Jazzband und will Musik auf Lehramt studieren. Der studierte Musikwissenschaftler Matthias Möller-Titel komponiert außerhalb des Jamliners Filmmusik in seinem Tonstudio. Seit mehr als zehn Jahren ist er zweimal pro Woche als Musikpädagoge für den Jamliner in Hamburg unterwegs. „Es ist ein sehr zielgerichtetes Arbeiten“, erzählt der 39-Jährige. „Die Kinder kommen her, um ein Ziel zu erfüllen – nämlich nach einem halben Jahr ihre fertige CD in der Hand zu halten.“

Dafür ist der ehemalige Linienbus bestens ausgerüstet. Der Jamliner ist in zwei Räume aufgeteilt: Direkt hinter der Fahrerkabine befindet sich der schallisolierte Bandraum mit einem Schlagzeug, einem Keyboard, einem Verstärker, Mikrofonen, Gitarren und einem Platz für die Sänger. Im hinteren Teil des Busses ist das mit Sitzecke gemütlich eingerichtete Tonstudio. Hier können die Kids an ihren Songs schreiben, proben und schwierige Parts bei Bedarf über Kopfhörer spielen. Der Laptop ist mit dem Tonstudio und dem Bandraum verbunden, wodurch Aufnahmen aus beiden Räumen möglich sind.

 

„Ab und zu singen auch Jungs über Liebe“

 

Zwei solcher Busse sind von montags bis freitags in Hamburg unterwegs, einen Tag in Jenfeld, den anderen in Harburg, auf St. Pauli oder eben in Steilshoop. Jedes Instrument steht spielfertig zur Verfügung und bedarf keiner aufwendigen Umbauzeit – was wichtig ist, denn jedes Details im Jamliner soll auf die Arbeit mit Jugendlichen ohne musikalische Vorbildung abgestimmt sein.

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Helfen den Jugendlichen bei den Songaufnahmen: Matthias Möller-Titel und Isabel Bonkat. Foto: Jérome Gerull

„Die Kinder müssen nichts können, wenn sie hier anfangen“, betont Matthias, sie lernen alles hier im Jamliner. Zuerst stehen einfache Rhythmusübungen auf dem Plan: stampfen, klatschen, einzählen. Dann geht es schon an die Instrumente, erste Töne werden geübt. Meistens bringen die Kids einen Song mit, den sie mögen. Davon inspiriert entwickelt die Crew gemeinsam mit der Band Ideen für einen eigenen Song. Momentan ist der Rapper Capital Bra am meisten angesagt. „Das ist gerade der heiße Scheiß“, sagt Matthias und lacht. In den meisten Songs geht es um Freundschaft, viele singen auch über ihre Herkunft: Steilshoop, mein Ghetto.

Ab und zu singen auch Jungs über Liebe, aber das ist eher selten der Fall. Meistens dominiert das für den HipHop typische „Wir sind die Geilsten“. Aber auch ernste Themen werden angeschnitten: das Thema Mobbing, über das Jalac singen, ist dieses Jahr in Steilshoop mehrfach vertreten.

Über 200 Bands hat Matthias schon bei ihren Songaufnahmen begleitet, darunter auch solche, die mit besonderen Themen auffielen. Zum Beispiel vor fünf Jahren, als fünf Jugendliche, die gerade Deutschland erreicht und den Arabischen Frühling miterlebt hatten, ein Lied über die Revolution aufnahmen. Auf Deutsch wohlgemerkt. Denn auch das ist eine der Regeln im Jamliner: gesungen werden nur eigene Lieder – Coverversionen sind nicht erlaubt – und immer auf Deutsch.

Die Regel gilt auch für Flüchtlingskinder aus den Vorbereitungsklassen, mit denen der Jamliner zusammenarbeitet. Vor drei Jahren, im Sommer 2015, gab das Projekt auch eine Woche lang einen Crashkurs in der Flüchtlingsunterkunft im Harburger Max Bahr. Eine Gruppe kurdischer Mädchen aus dem Irak nahm daran teil und besuchte auch unabhängig vom Workshop den Harburger Standort des Jamliner regelmäßig.

 

„Die Musik ist das Werkzeug für die Pädagogik“

 

Man habe beobachten können, wie schnell sich ihr Deutsch verbesserte, berichtet Matthias. Sie nahmen schließlich einen Song darüber auf, was sie sich für ihre Zukunft wünschen. Grundlegende Wünsche: eine Arbeit und ein Zuhause zu haben. „Für uns ist das selbstverständlich, für sie war es das aber eben nicht. Sie haben in dieser riesigen Halle mit 600 Menschen und ohne Privatsphäre gewohnt“, sagt Matthias. „Das hat mich sehr berührt.“

Das sind die schönen Momente einer Arbeit, die oft anstrengend ist. Die Schulen, mit denen der Jamliner zusammenarbeitet, entscheiden, welche Jugendlichen am Projekt teilnehmen können. Auch mit den lernschwachen Kindern aus den regionalen Bildungszentren arbeiten die Musiker zusammen. Gerade die Kinder, die im Klassenkontext Schwierigkeiten haben, sollen herkommen. Das kann schwierig sein, die Aufmerksamkeitsspanne bei manchen ist sehr gering, die drei Betreuer werden von den Bands schon mal auf Trab gehalten.

„Was ich gleich zu Beginn gelernt habe, ist, dass ungefähr 80 Prozent der Arbeit hier pädagogisch ist. Die Musik ist das Werkzeug, um den pädagogischen Teil zu vermitteln.“ Über die Musik sollen die Kinder lernen, zusammenzuarbeiten, aufeinander zu hören und auf andere Rücksicht zu nehmen. Soziale Grundwerte, die nicht alle von ihnen von zu Hause mit auf den Weg bekommen. Doch die Musik wirkt: „Wenn die Kinder an den Instrumenten sind, sind sie plötzlich ganz ruhig und vertieft“, sagt Matthias.

Um 13 Uhr müssen Collin, Abdurrahman, Angelina und Leonie los, sie sind spät dran, der Deutschunterricht fängt gleich an. Eilig haben sie es nicht, doch Matthias macht Druck. „Los jetzt, ihr seid schon zu spät!“ Eine Stunde hat jede Band Zeit, insgesamt sechs Bands pro Tag kommen in den Jamliner. Nach der Mittagspause kommt Lena von der nächsten Band. „Hey, pünktlich auf die Minute. Sonst seid ihr immer alle zu spät“, freuen sich Matthias und Isabel. Die anderen sind nicht pünktlich, nur ein Bandmitglied kommt später noch dazu, die anderen drei tauchen gar nicht auf. Heute müssen sie zu zweit an ihrem Song arbeiten. Thema des Lieds: Mobbing.

www.jamliner.net


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2018. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Chilly Gonzales-Doku – Punk war nicht genug

Mit Peaches, Leslie Feist und natürlich the one and only Chilly Gonzales führt Philipp Jedicke durch die rasende Karriere des kanadischen Entertainers. Wir haben den Regisseur von „Shut Up and Play the Piano“ getroffen.

Dieser Film muss einfach im Herbst starten. Möglichst an einem grauen, verregneten Tag. Rein ins Kino und heraus mit überbordend guter Laune und der Gewissheit, dass Leidenschaft ein unglaublicher Motor ist. So wie Chilly Gonzales sie lebt, Rapper, Klavierkünstler, begnadete Rampensau.

Er legt die Maske nur selten ab. Auch in Philipp Jedickes Dokumentation, die einmal quer durch die Karriere des Kanadiers führt. Von Montreal nach Berlin, Paris und Köln. Von den wilden Shows mit The Shit über die legendäre Pressekonferenz, die er ausrief, um sich zum Präsidenten des Berliner Undergrounds zu krönen bis hin zu aktuellen Auftritten in Puschen und seidenem Morgenmantel mit den Wiener Philharmonikern.

Steht Chilly Gonzales auf der Bühne, ist er schweißnass. Sich völlig zu verausgaben gehört zu seiner Kunst – genauso wie die verschiedenen Rollen, in die er schlüpft, ob mit Schnauzer und im rosa Anzug, mit dicker Goldkette und freigelegtem Brusthaar oder in ironisch gebrochener Oscar-Wilde-Pose. Eigentlich heißt er Jason Charles Beck und man sieht Fotografien seines Vaters, einem der größten Immobilienspekulanten Kanadas, mit Clinton und Bush. Über seine Familie aber sagt er einzig, dass sie vor den Nazis aus Ungarn nach Kanada flüchtete und ihre einzige Religion das Geld war.

Chilly Gonzales: Der Künstler ohne Grenzen

Über sich selbst sagt er, dass es ihm nicht gereicht hat, Punk zu sein. Er ist viele Performance-Artist, Klavierkünstler, Wortakrobat und lakonischer Poet. Die Dissonanzen mit seinem Bruder, der heute Musik für Blockbuster wie „Hangover“ schreibt, bringt er mit dem Satz „Er mochte Sting“ auf den Punkt.

Gonzo, wie seine Freunde ihn nennen, macht keine Kompromisse, sondern überschreitet unermüdlich Grenzen. Wenn er sich am Ende eines Klavierabends wie auf einem Rockkonzert auf den Händen der Besucher durch den ehrwürdigen Konzertsaal tragen lässt, möchte man sich unbedingt dazugesellen.

SZENE HAMBURG: Philipp Jedicke, wie wird man vom Musikjournalisten zum Filmemacher?

Philipp Jedicke: Ehrlich gesagt war das eine ziemlich spontane Entscheidung. 2014 habe ich ein Interview mit Chilly Gonzales geführt, es sollte eigentlich nur 20 Minuten dauern, doch dann wurde eine Stunde daraus. Wir haben entdeckt, dass ich zur gleichen Zeit, als Gonzo von Toronto nach Berlin zog, nach Toronto gegangen bin und auch, dass wir einige gemeinsame Bekannte hatten.

Und da hast du entschieden, den Film zu machen?

Ich habe ihn ganz spontan gefragt, ob ich ein Porträt über ihn drehen könnte. Und eigentlich hat er direkt zugesagt.

Und war es von Anfang an klar, dass es ein Kinofilm wird?

Eigentlich war es als Fernseh-Doku geplant, doch dann gab es Finanzierungsprobleme und es wurde ein Kinofilm. Das war erst mal ein Schock für mich, denn ich habe ja noch nie meinen eigenen Dokumentarfilm gemacht.

„Die Doku soll ein Fantasma sein, ganz so wie Gonzales“

War dir klar, dass es umfangreiches Archivmaterial gibt?

Gonzo hat mir eine Kiste in die Hand gedrückt. Drin waren VHS-Kassetten, Betacams, Festplatten, alles ziemlich lückenhaft beschriftet. Und dann gab es dann noch den Spielfilm „Ivory Tower“ von und mit Chilly Gonzales, der von der Konkurrenz zwischen Gonzales und seinem Bruder erzählt. Daraus zeigen wir Szenen ohne sie großartig zu kommentieren. Die Doku soll ein Fantasma sein, ganz so wie Gonzales es ist, ein Rausch aus Bildern und Musik, bei dem Erklärungen nicht allzu wichtig sind.

Woher stammt das Material von den ganz frühen Auftritten?

Von Peaches. Ich habe sie erst an einem der letzten Drehtage interviewt und plötzlich kam sie mit diesen ganzen unglaublichen Sachen um die Ecke. Kennt man ihre Bühnenpersona, kann man kaum glauben, wie ordentlich und fein säuberlich sie alles archiviert, in durchsichtigen Boxen, durchnummeriert und mit Datum versehen. Sie hat mir einfach einen Stick in die Hand gedrückt und meinte, ich sollte mir runterziehen, was ich brauche. Da waren dann auch die Auftritte von The Shit drauf. Ich dachte, ich spinne, denn das Material ist noch nie so gezeigt worden.

War es schwierig über jemanden einen Film zu machen, der vor Ideen so sprüht wie Chilly Gonzales?

Etwas Besseres als ihn kann man sich natürlich nicht wünschen. Er hat einen unglaublichen Antrieb, eine unermüdliche Energie und Kreativität. Das wollte ich unbedingt zeigen. Eingemischt aber hat er sich nicht. Bei der Sichtung hat er bei einigen Close-ups von ihm gestöhnt, aber nie gefordert, etwas rauszunehmen. Auf Nachfrage hat er auch Ideen geliefert. Der Part mit dem Casting, als er einen Doppelgänger sucht, der ihn bei Promo-Termin ersetzt, war seine Idee. Die trug er schon lange mit sich herum und hat sich gefreut, sie umzusetzen.

Bühnengefährtinnen wie Peaches und Leslie Feist kommen in dem Film vor, aber auch Sibylle Berg. Sie bringt man eigentlich nicht mit Musik in Verbindung.

Wir wollten, dass Gonzo mal richtig gegrillt und aus der Reserve gelockt wird. So kamen wir auf Sibylle Berg. Sie hat auch sofort zugesagt, auch wenn sie im Englischen nicht so firm ist. Aber ich finde, das macht es noch besser, weil Chilly deswegen umso mehr geredet hat.

Aber sie hat ihn nicht gegrillt.

Hat sie nicht und das lag wohl auch an der Sprachbarriere. Dafür bringt sie tolle Pointen, lässt ihre Blicke sprechen und hat ihn mega im Griff. Daran, wie eifrig er antwortet, sieht man, dass er ihr unbedingt gefallen will.

Eines muss ich unbedingt noch wissen. Warum bloß wohnt Chilly Gonzales ausgerechnet in Köln?

Er ist ein großer Fußgänger und dafür ist Köln genial. Außerdem hält er die Stadt für das geheime Zentrum Europas, denn in ein paar Stunden kann man mit dem Zug in Paris, Kopenhagen, London oder Mailand sein.

Text & Interview: Sabine Danek
Foto: Olivier Hoffschir

„Shut Up and Play the Piano“ ist ab 20.9. im Kino zu sehen; Hamburger Premiere mit Regisseur am 19.9., Abaton-Kino, 20 Uhr.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 

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Die Preisträger stehen fest!!! Diese fünf Musiker fördert der Hamburger Musikpreis Krach + Getöse langfristig.

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Text: Erik Brandt-Höge

Beitragsbild: Yannick Müller


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!