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Party des Monats – Opera House im Gruenspan

Im August 1968 öffnete das Gruenspan. Zum Ausklang des 50. Jubiläumsjahres gratuliert eine Veranstaltung, die von hier die elektronische Musikszene der Stadt nachhaltig prägte: Opera House.

Text: Ole Masch
Fotos: Ulrich Gehner

Freitagnachmittag. Mitte November. Auf der Großen Freiheit werden die ersten Leuchtreklamen eingeschaltet. Die Tür vom Monkey Clubbing ist offen. Im ersten Stock brennt Licht.

„Wir sind oben, komm hoch.“ Besitzer Kemal Kurum zieht an seiner Zigarre. Mit einem Mitarbeiter geht er Bestellungen für den Abend durch. Wir setzen uns an den Eckplatz am Fenster. Touristengruppen laufen vorbei. Fürs Partyvolk ist es zu früh. Kurum, dem heute auch Superfly und Nikki Tiger gehören, war Veranstalter der legendären Opera House Partys im Gruenspan. Während er anfängt zu erzählen, lächelt er. Es ist eine Zeit, an die er sich gerne zurückerinnert.

Veranstalter der Club-Legende Opera House im Gruenspan: Kemal Kurum

Kemal Kurum, ursprünglich aus Ankara, startete seine Nachtleben-Karriere Anfang der 80er Jahre in Berlin. Mit wenigen Mitteln übernahm er eine kleine Eckkneipe in Kreuzberg. Es lief nicht schlecht, doch der eigentliche Durchbruch gelang nach einer Londonreise. House Musik war neu damals und Kurum brachte den Sound von der Insel in die geteilte Stadt. Name des Ladens: Beehive.

Die Leute waren begeistert. Modemacher, Models, Schriftsteller, Musikfreaks. Alle kamen und wunderten sich, was da passiert. Mitten in Kreuzberg, nahe der Mauer.

Die Partys waren so erfolgreich, dass Kurum sein Konzept nach München, Frankfurt, Hamburg und Köln brachte. „Besonders Hamburg hat mir sehr gefallen. Es gab zu der Zeit das Front. Dort wurde auch House Musik gespielt und der Gigant Klaus Stockhausen hat Musik gemacht. Eine tolle Persönlichkeit, die dann auch für mich in anderen Städten auflegte“, erzählt er. „Nur immer diese Mauer. Es hat ewig gedauert über die Transitstrecke zu fahren und es gab ständig Strafzettel, wenn man ein bisschen zu schnell war. Berlin wurde mir damals zu langweilig und da dachte ich, ich pfeife auf die Stadt und gehe nach Hamburg.“

 

Puff-Besucher, Hafenarbeiter, naive Touristen: Das war der Kiez

 

Das war 1987 und der Kiez zu der Zeit eine ziemlich tote Angelegenheit. Bis auf ältere Puff-Besucher, Hafenarbeiter und einige naive Touristen war kaum jemand unterwegs. Junge Leute und Szenevolk mieden die Gegend rund um die Reeperbahn. Erst recht am Donnerstag.

„Meine erste feste Veranstaltung war im Caesars Palace am Millerntor. Unten Spielothek, oben Clubraum mit viel Plüsch und Engtanzfläche“, erinnert sich Kurum. Das Shag wurde Hamburgs erster Club im Club. Fremdveranstalter gab es damals nicht. Einladungen liefen über Flyer und Mundpropanda. Kurum brachte regelmäßig bis zu 800 Leute zum Tanzen. Er war der erste, der Partys am Donnerstag etablierte.

Doch das war erst der Anfang. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem Betreiber, suchte Kurum eine neue Location. Er traf den Geschäftsführer des Gruenspan. „Das war damals eher ein Rockschuppen und überhaupt nicht bekannt für elektronische Musik. Und er lief auch nicht so gut zu der Zeit. Unsere Musik ist dann eingeschlagen wie eine Bombe“, erzählt Kurum, während er aufsteht und die Asche seiner Zigarre durch das offene Fenster auf die Große Freiheit schnippt. Opera House, dessen Name auf einen House-Song zurückgeht, war geboren:

Das Ambiente trashig. Publikum szenig, viele gay. Einzigartige Lightshow, riesige Leinwand mit Animationen und ein Soundsystem, das selbst Vertretern der Londoner Ministry of Sound Respekt einflößte.

Mitten auf der Tanzfläche stand ein vier mal vier Meter großes Podest, auf dem sich nonstop Leute zum Takt der Musik bewegten. Der Künstler Thierry Noir, der mit seinen Motiven von rundlichen glubschäugigen Köpfen berühmt wurde, steuerte zehn von der Decke hängende Kunstwerke bei. „Hätte ich die aufgehoben, wäre ich heute reich“, meint Kurum und lacht.

In seinem Element: Pionier der House-Szene, Jens Mahlstedt, 1989 im Gruenspan

Was die Partys aber vor allem ausmachte, war die Musik. „Ich habe häufig Londoner DJs gebucht. Auch Moby aus New York war da und Derrick May. Damals für 100 Dollar.“ Kurum grinst. Auch House-DJ und heutiges Scooter-Mitglied Michael Simon, Westbam, Wolfgang Koch oder der junge Dr. Motte gehörten zu Opera House Künstlern. Und natürlich Jens Mahlstedt. Der ehemalige Berliner war schon im Beehive Resident und einer der bekanntesten Vertreter der damaligen Szene. Heute erinnert er sich: „Chicago House war neu. Acid House war neu. Garage House war neu. Diese Musik entstand gerade und wurde im Opera House direkt und frenetisch zelebriert. Das Team kam vor dem Mauerfall jede Woche eigens aus Westberlin angereist und fuhr morgens wieder zurück.“

Doch wie häufig, endete auch diese Ära. 1995 war nach sieben Jahren Schluss. House wurde zunehmend durch Techno ersetzt. Es gab Razzien wegen angeblicher Verletzung gegen das Jugendschutzgesetz und der Gruenspan schloss für einige Zeit seine Pforten. „Danach war es vorbei. Man konnte das nicht woanders machen“, erinnert sich Kurum.

 

Den Vibes von damals nachspüren

 

Im Dezember wird er den Spirit von damals für eine Nacht aufleben lassen. Im Zuge des 50. Gruenspan Geburtstagsjahres kehrt die Opera House Party in die Großen Freiheit 58 zurück. „Wir machen die Party just for fun. Mal schauen, was passiert“, so Kurum. Neben einigen DJs aus dem Nikki Tiger sind zahlreiche Künstler von damals dabei. Und natürlich wird Jens Mahlstedt etwas aus seiner Sammlung zum Besten geben. „Die Nacht bietet die einmalige Gelegenheit, die Vibes mit dem Originalteam am Originalplatz zu spüren. Dafür bin ich dankbar“, meint Mahlstedt und ergänzt: „Natürlich von Schallplatten.“

Kurum zieht ein letztes Mal an seiner Zigarre. Bevor die restlichen Vorbereitungen für die Revival Party getroffen werden, muss er sich ums laufende Geschäft kümmern. Draußen ist es mittlerweile dunkel geworden und die Leuchtreklame des Dollhouse scheint durchs Fenster. Zufrieden und ein wenig nachdenklich verabschiedet er sich. „Ich bin eigentlich der einzige von damals, der die ganze Zeit im Nachtleben geblieben ist. Mittlerweile bin ich 64. Vielleicht denken einige, das ist total crazy. Aber ich bleibe jung dadurch. Ich mache das vielleicht noch sechs Jahre, bis 70. Dann kann mal Schluss sein“.

Revival-Party Opera House: 22.12., Gruenspan, 23 Uhr


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Top 11 – Hamburgs coolste Silvester-Feten 2018

Silvester 2018 – „Was macht ihr Silvester?“ Um die passende Antwort parat zu haben, hat sich SZENE HAMBURG Nachtleben-Redakteur Ole Masch für euch umgehört und Hamburgs coolste Silvester-Feten zusammengetragen. Die letzte Nacht des Jahres muss nicht zwangsläufig lauter, voller und teurer sein. Lasst euch von unseren Top 11 Silvesterparties überzeugen.

1) Dein bestes Silvester

Von Motorbooty-Rock’n’Roll zu lauten Bässen und über Wolfgang Depri & Sad Damon mit Indie, HipHop und Pop. Im Molotow geht’s heute auf allen Floors und mit 200 Kilo Konfetti rund.

Molotow, 23 Uhr; www.molotowclub.com

 

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2) Drum’n’Bass Silvestro

Im Hafenklang tanzen Drumbule und Liquid Concrete mit ordentlich Bumms und für nur 10 Euro ins Bass-Jahr 2019.

Hafenklang, 23 Uhr; www.hafenklang.com

 

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3) Entern und kentern

„Same procedure as every year“ sagt die Stubnitz. Vom Indie-Feuerwerk der KingKongKicks bis Elektronisches mit Oliver Schories, Yetti Meissner und Foolik. Getreu dem Motto „Schnaps statt Böller“ gibt es – so lange der Vorrat reicht – Pfeffi und Kümmel für lau.

MS Stubnitz, 22 Uhr; ms.stubnitz.com

 

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4) Fuk schon wieder ein Jahr rum!

Freundlich & Kompetent sorgt für laute Musik, derbes Tresenpersonal, heiße Beats und kühle Drinks und meint: „Weil wir das so lieben, ist der Eintritt auch an Silvester bei uns frei, dafür kostet das Astra zwar 10 Euro, aber hey, irgendwo muss die Kohle ja herkommen – Spaß ’ne“.

Freundlich & Kompetent, 23 Uhr; www.freundlichundkompetent.de

 

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5) Hip Cat Club

„Look at the lights go up!“ Das ist das Motto des Hip Cat Clubs und dieser kehrt für eine Nacht zurück ins Nachtasyl: For a New Years Mod & 60s Happening.

Nachtasyl, 21 Uhr; www.nachtasyl.de

 

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6) Mojo Kickstart

2019 Im Club unter den Tanzenden Türmen spielt das DJ-Duo Suro & Mr.Tchu Soul und knallende Heartbeatz – ganz ohne nerviges Rumgeböller!

Mojo Club, 22 Uhr; www.mojo.de

 

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7) New Years Eve Extravaganza

Abseits von Kieztouristen und Ballermannvolk zelebriert das Monkeys das neue Jahr mit Buffet, DJs und jede Menge Spaß. Weiteres Argument: Eintritt frei!

Monkeys Music Club, 21 Uhr; www.monkeys-hamburg.de

 

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8) Silvester auf der Elbe

Die Hedi-Crew sticht mit zwei Booten in die Neujahrs-See. Während Malinka auf der MS 82 Claudia alles von Balkan bis Ska über Swing und Dub auf die Plattenteller haut, wird Stadler der Hedi eine Mischung aus Zirkus und Romahochzeit, Clubhit und Folkloreevergreen präsentieren.

Frau Hedi, 20.30 Uhr / Frau Claudia, 21 Uhr; frauhedi.de

 

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9) Silvesterfetz

Bevor ab 8 Uhr der Urknall Frühclub seine Türen öffnen, feiert das Uebel einen Indie-elektronischen Silvesterabend. Es spielen Ninze & Okaxy, JPattersson, Melbo, Bruna und das Mis-Shapes DJ-Team.

Uebel & Gefährlich, 24 Uhr; www.uebelundgefaehrlich.com

 

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10) Silvester Maskenball

Die Tächno-Crew feiert mit elektronischen Beats und einem ausschweifenden Maskenball unter der Sternbrücke. Für Musik sorgen u. a. Mitch & Bruno, Christoph Kippig und Steven Shade. Prost Neujahr!

Fundbureau, 24 Uhr; fundbureau.de

 

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11) Silvesterrave

Der Jahresausklang-Rave beginnt diesmal etwas früher. Bevor ab halb eins mit DJs wie Mathias Kaden, Sascha Braemer oder René Bourgeois die Luzi abgeht, wird im kleinen Kreis ab 22 Uhr in der Prinzenbar angestoßen.

Docks & Prinzenbar, 22 Uhr; www.docks-prinzenbar.de

 

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Noch mehr Tipps für Silvesterparties findest du im SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2018. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Vanessa Buena alias VABU

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Resident-DJs vor, diesmal: Vanessa Buena von Spieltrieb – präsentiert von Hamburg Elektronisch.

Vanessa, wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Tendiert zum melodischen Techno, besonders zutreffend war mal die Beschreibung vom Docks, dass ich keine Distanz zwischen mir und der Musik zulasse.


Der Hamburg Elektronisch Podcast zum Interview mit VABU:


Was war deine schrecklichste Gast-Frage?

Witzig ist immer, wenn ich nach meinem DJ-Namen gefragt werde und ihn gefühlt 100-mal wiederholen muss, weil er nicht verstanden wird.

Dein größter Moment als DJ?

Jeder Gig war für mich bisher individuell was ganz Besonderes. Die Euphorie die dabei entsteht macht mich jedes Mal aufs Neue sprachlos. Ganz groß war es für mich aber tatsächlich dieses Jahr das erste Mal auf dem Habitat Festival zu spielen, wo ich die Jahre zuvor immer als Gast war.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?

Spaß habe ich fast überall, aber der Südpol ist schon Favorit.

Wen würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Hidden Empire, finde den Sound der Jungs großartig!

Und auf wen sollte man ein Auge haben?

Surreal! Nicht weil’s einer meiner besten Freunde ist, sondern meiner Meinung nach ist er talentierter den je.

Dein nächster Gig?

Im Uebel & Gefährlich, Docks und in Berlin im Birgit&Bier und am 10.11. steigt meine Geburtstagssause im Waagenbau mit André Winter und vielen weiteren Acts.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Top 4 – Hamburgs beste Halloweenpartys 2018

Rock the Reformation – Im Hamburger Nachtleben wird nicht der Reformationstag, sondern der Abend davor zum Feiertag. Wo genau, erfahrt ihr hier.

Hamburg hat einen neuen Feiertag. Ab sofort darf ein Großteil der Bevölkerung am 31. Oktober zu Hause bleiben. Ob der Hintergrund dieses Tages die Hansestädter interessiert, sei dahingestellt. Nachtschwärmern ist das Datum ohnehin vor allem als Halloween bekannt. Damit nach der abendlichen Trick-or-Treat-Runde ordentlich weitergefeiert werden kann, sollte man sich überlegen, das schaurige Konsumfest einen Tag vorzuverlegen. Auch der von neoliberaler Seite herbeigeredete volkswirtschaftliche Schaden eines zusätzlichen freien Tages, könnte somit prima ausgeglichen werden. Zahlreiche Hamburger Clubs haben diesen, zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, bereits in die Tat umgesetzt.

1. Elektronisch im Übel & Gefährlich

Im Uebel & Gefährlich gleich im Doppelpack: Die Kölner DJs Simon Haehnel und Tobias Müller heizen am 30. Oktober bei „Halloween mit Andhim“ im großen Saal mit Deephouse und EDM der Veranstaltung ein. Außerdem dabei ist der Hamburger DJ Davidé. Für musikalische Abwechslung wird im Turmzimmer gesorgt. Hier kommen alle Afrotrap und Hip-Hop Fans mit Acts wie AplphaMob und Cri$spy C auf ihr e Kosten.

2. Rockig im Kaiserkeller

Im altehrwürdigen Kaiserkeller geht es am gleichen Abend standesgemäß rockiger zu. Bereits ab 22 Uhr startet DJ Claus seine Rockin Halloween Party. Mit Verkleidung 5 Euro Eintritt, sonst 8.

3. Abwechslungsreich im Molotow

Schrecklich schön und gruselig wird’s auch im Molotow. Der Zombie Ball ist der Tanzabend für alle Untoten der Stadt, die die Nacht bei Hits aus Indie, Oldies und Hip Hop durchtanzen wollen. Wer verkleidet kommt, zahlt an der Tür gar nichts!

4. Beseelt im Mojo

Ob nun auch der Mojo Club wirklich an Halloween gedacht hat, als er seine Soulfull Living Party plante darf bezweifelt werden. Den freien Tag nach der Feier nimmt man selbstverständlich trotzdem gerne mit. Daniel Dombrowe alias Dan D. präsentiert seit 30 Jahren echte Soulklassiker und Raritäten aus seiner Schallplattensammlung und im Club unter den Tanzenden Türmen gibt es die Gelegenheit, diese souligen drei Jahrzehnte abzufeiern. Neben einigen Überraschungsgästen sind unter anderem das Hamburger Urgestein Supergid, Miss Kelly Marie und der Londoner Soulsänger Myles Sanko am Start. Wer braucht da schon Schminke im Gesicht?!

Text: Ole Masch
Beitragsfoto: unsplash


 Dieser Text stammt aus hamburg:pur, Ausgabe Oktober 2018. Das Hamburg-Programm ist seit dem 29. September 2018 kostenlos erhältlich! 

 

 

 

 

 


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Meet the Resident – Paul Omen

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor, präsentiert von Hamburg Elektronisch. Diesmal: Paul Omen, Jahrgang 92, sorgte für „zornigen“ Sound bei den Power-Tower-Partys.

SZENE HAMBURG: Paul, wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Zornig.

Was war deine schrecklichste Gast-Frage?

Ein Tänzer hielt mir sein Handy hin, versuchte mir sein selbst aufgenommenes Video (low quali) zu zeigen und fragte mich, ob ich den Track habe oder einfach sein Handy (low quali) anschließen kann. Es war eine Art Folklore-Lied, gespielt auf Zupfinstrumenten – ich spielte gerade ein Techno-Set …

Dein Größter Moment als DJ?

Legendär war der Montagmorgen um 7 Uhr beim Power Tower Finale 2017. Synoid in der Griessmühle war auch episch.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Die liebenswerte und originelle Club-Szene ist gut vernetzt und weiß was sie nicht will.

Und die Schwächen?

Die liebenswerte und originelle Club-Szene weiß oft nicht, was sie will. Außerdem muss der Senat endlich wahrnehmen, wie wichtig eine freie und respektierte Clublandschaft und Open-Air-Flächen abseits der Melkmaschine Reeperbahn für unsere Kultur ist.

Wo findet dein nächster Gig in Hamburg statt?

Am 2.10. all night long auf dem Uebel & Gefährlich-Dach.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

Und hier kommt der Podcast zum Interview:

Mehr auf dem Soundcloud-Account von hamburg elektronisch.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Vogelball und Butterland – Maskenball und Dockville-Warm-up

Open Air Kurz vor dem MS Dockville Festival wird auf dem Gelände am Wilhelmsburger Reiherstieg unter freiem Himmel und zu elektronischer Musik getanzt.

Fast schon traditionell läutet der August die heiße hanseatische Festivalphase ein. Das erste Wochenende steht ganz im Zeichen des CSD, und so heißt es beim Vogelball endlich wieder „Vorhang auf für schräge Vögel!“. Der queere Maskenball erfreut sich im mittlerweile siebten Jahr größter Beliebtheit und lockt mit heißen Elektro-Beats vor der coolen Hafenkulisse Besucher jeglicher Couleur nach Wilhelmsburg. Natur und Industrie kreieren hier einen einzigartigen Vibe, verrückte Nachteulen treffen auf tanzfreudige Goldkehlchen, Federboas, Konfetti und Feenstaub so weit das Auge reicht. Zu den künstlerischen Performances lässt auch das internationale Lineup keine Wünsche offen: Die US-amerikanische Künstlerin Honey Dijon, Rapper Cakes da Killa oder die Sängerin Noga Erez aus Tel-Aviv sorgen neben weiteren Highlights für die passende klangvolle Untermalung der bunten Piepshow.

Butterland in Sicht.

Kaum ist der Glitzer vom Samstag abgewaschen und die letzte Feder aus dem Haar gezerrt, geht’s schon wieder los am Reiherstieg: Mit dem Butterland steht die größte Tanzveranstaltung auf dem malerischen Gelände an, ein besseres Warm-up fürs Dockville ist kaum vorstellbar. So sollte jeder Sonntag sein, unbeschwert, sommerlich, untermalt von energetischen Beats, nur tanzen, genießen und das Hafenpanorama bestaunen. DJ Pretty Pink schmeißt die heißesten Deep House-Perlen auf die Plattenteller, Kalipo und auch Amount sorgen mit ihren Dance-Tracks für Ekstase auf der Tanzfläche und Lexy und K-Paul sind sowieso Meister darin, die Menge zum Toben zu bringen. Sunday is fun day.

Text: Katrin Flenner
Foto (o.): Pablo Heimplatz

4.8.,Vogelball, 16 Uhr und 5.8., Butterland, 14 Uhr; Dockville-Gelände


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Gwen Wayne

Die gebürtige Frankfurterin Gwen Wayne, 31 Jahre, lebt seit über drei Jahren in Hamburg, ist Resident im Moloch, FSK-Moderatorin und Teil des feministischen Equal Kollektivs.

SZENE HAMBURG: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Gwen Wayne: Ich hab zu Anfang meinem Sound den Namen „Shitstormtechno“ gegeben, damit mir keiner ans Bein pissen kann, wenn es mal scheiße wird. Aber mittlerweile ist es kaum noch scheiße. Ich mag den Namen trotzdem gerne. Sachlich betrachtet ist es wohl prolliger, dumpfer Tech-House, mit Einflüssen aus HipHop und dem Frankfurter Sound der 90er Jahre und eine Prise UK Bassmusik.

Was war dein größter Moment als DJ?

Ui, ich denke die Fusion 2018 mit meinen drei Gigs, das ist schon so etwas. Aber auch beim G20-Demorave 2017. Da habe ich ganz vorne auf einem Wagen gespielt, hinter mir 30.000 Raver und circa 50 Bullen vor mir inklusive Wasserwerfer. Ich hab dann auf höhe Gängeviertel „Wildchild – Renegade Master (Friend Within Refix)“ gespielt. Just in dem Moment ging ein Banner im Gängeviertel runter, wo drauf stand „Power to the people“ das ist zufälligerweise der Refrain des Tracks. Das war schon geil – als ob sie es geahnt hätten.

Wo gehst du in Hamburg hin, um Spaß zu haben?

Da gibt es gar nicht mal so viel. Ich bin auch viel in Berlin. Aber sonst war natürlich das Moloch mein Zuhause, den Südpol mag ich auch gerne. Und den Kindergarten im Gängeviertel.

Welche DJs würdest du gerne mal wieder in unserer Stadt sehen?

Billy Kenny und Maksim Dark.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Man kann hier ziemlich schnell etwas rocken, wenn man die richtigen Leute um sich versammelt. Es ist konzentrierter als Berlin zum Beispiel. Das haben wir schon öfter gemerkt und gerade eine Booking-Agentur mit feministischem Ansatz gegründet, EQ:Booking, in der wir hauptsächlich weibliche Künstlerinnen fördern, aber auch coole Kerle, Queers etc. Wir finden das fehlt enorm in Hamburg und versuchen damit eine Lücke zu füllen. Es geht gut voran und vor allem mit schnellem Erfolg. Ich weiß nicht, ob das in einer anderen Stadt so fix über die Bühne gegangen wäre. Eine gute und starke, linke Community hat Hamburg.

Und die Schwächen?

Die Politik und die Polizei. Ohne Worte was letztes Jahr beim G20 abging. Das hat mich schon nachhaltig geschockt. Das musste als eine der größten Städte eines demokratischen Landes erst mal bringen. Na ja und dass Mama Moloch dicht machen musste, ist natürlich schwach. Schwach von der Stadt.

Dein Lieblingsort in Hamburg?

Die tolle HafenCity – nein, Spaß! Natürlich ist das das Gängeviertel. Ich hänge aber auch gern an der Dove-Elbe ab.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?

Na auf uns natürlich: EQ:Booking.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?

Puh, gute Frage, vielleicht die Eröffnung der Fabrique im Gängeviertel vor drei Jahren an Silvester – inklusive Feueralarm … Klang aber gut, hehehe.

Deine schrecklichste Gast-Frage?

Das war in Stuttgart vor vielen Jahren. Da hab ich noch mit Laptop aufgelegt. Und während des Gigs kommt einer an und fragt mich, ob ich mal kurz checken kann, wann die letzte Bahn Richtung Hauptbahnhof fährt! Ich hab mich schlapp gelacht.

Wo kann man dich als nächstes hören?

Die halbe Festivalsaison ist ja schon vorbei. Kommt noch der Vogelball, auch mit EQ: zusammen (siehe Seite 82). Auf dem „Bucht der Träumer“-Festival machen wir auch einen eigenen Floor, den Bassfloor. Und sonst sicher irgendwo zwischen Hamburg-Berlin-Bremen und natürlich auf dem Gängeviertel-Geburtstag am 23.8. Ach ja, und sonst könnt ihr meine Stimme jeden vierten Dienstag im Monat auf FSK Radio hören, beim DJ Battle des Todes. Das moderiere ich.

Interview: Ole Masch & Hamburg Elektronisch
Foto: Rio Schmidt


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Patlac

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG präsentiert von Hamburg Elektronisch Resident DJs vor. Diesmal mit Patlac (35), DJ seit 1999, beim Label liebe*detail.

Dein Sound?
House und Techno.

Größter Moment als DJ?
Immer dann, wenn sich etwas zwischen dir und dem Publikum entwickelt, eine Verbindung entsteht und die Gäste Spaß an der Musik haben die ich in dem Moment ausgewählt habe.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?
Mit Freunden kann ich überall Spaß haben. Wenn es um elektronische Musik geht würde ich wohl den Pudel oder das PAL ansteuern.

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?
Eurokai! Toller Dj, mit tollem Geschmack.

Platte des Monats?
Afriqua – Vice/Principle / R&S Records

Hamburgs Stärken?
Die „Unaufgeregtheit“ die in der Stadt herrscht. Und damit meine ich nicht „emotionslos“ sondern eher die entspannte Grundstimmung.

Und die Schwächen?
Schlechte Radwege.

Lieblings-Ort in Hamburg?
Unten am Hafen wo die großen Schiffe schlafen.

Schrecklichste Gast-Frage?
Schwer zu definieren, denn wenn sich mal ein Gast ein Bier bei mir bestellt hat oder sich einen Track wünscht, der so gar nicht passt, empfinde ich es eher als witzig als schrecklich.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?
Ich würde ungern einen einzelnen hervorheben wollen. Ich denke auf die ganze Hamburger Szene sollte man ein Auge haben.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?
Jeder Gig in Hamburg ist etwas Besonderes, denn es ist nicht immer leicht die Gäste sofort von dir zu überzeugen. Allerdings wenn du es schaffst bleiben sie treu bei dir.

Wo kann man dich als nächstes hören?

In Hamburg etwa alle zwei Monate im PAL, ansonsten werden Berlin, Barcelona, Kiel, San Francisco und New York die nächsten Stationen sein.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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DUB:KE – Mit Arab Techno gegen Club-Rassismus

Anas Aboura kam 2015 aus Syrien nach Deutschland. Heute arbeitet er als Kurator. Zusammen mit Kollegin und Dramaturgin Nadine Jessen, veranstaltet er seit zwei Jahren die erfolgreiche Oriental-Karaoke Reihe. Im Juni startet ihr neuestes Projekt. Mit DUB:KE wollen sie Hamburg in die weite Welt des Arab Techno einführen und gleichzeitig eine Party etablieren, die den im Nachtleben häufigen Rassismus überwindet.

SZENE HAMBURG: Techno und die Kultur der elektronischen Musik kann in vielen arabischen Ländern nur im Untergrund stattfinden. Welche Gründe seht ihr dafür?

Nadine: Zunächst ist dies sicher nicht nur ein Problem in arabischen Ländern. Kaum eine Regierung mag diese Art von Rave-Kultur, die häufig mit Drogen und einem freiheitlichen, alternativen Lebensstil verbunden wird. Bestes Beispiel dafür ist Georgien, wo es in der Hauptstadt Tiflis kürzlich zu groß angelegten Razzien gegen die Clubszene kam. Aber auch in Deutschland gibt es immer wieder Clubs die geschlossen werden. Die Reflexe der Regierungen sind immer gleich. Viele junge Leute hören Musik, wollen tanzen, feiern und frei sein und das könnte gefährlich werden.

Trotzdem ist die Situation in arabischen Ländern repressiver als in den meisten europäischen Staaten …

Anas: Natürlich und das liegt daran, dass es dort häufig Diktaturen gibt. Der Versuch von Leuten Freiheit zu erlangen oder auch nur Freiheit zu spüren, soll im Keim erstickt werden. Es gibt viele Versuche Rave-Festivals in arabischen Ländern zu veranstalten, aber die werden meistens schon nach ein paar Stunden von der Polizei kontrolliert und beendet.

Wie versuchen Leute, dies zu umgehen?

Anas: Als ich noch in Syrien war, gab es zwar einige Clubs mit Musik einer bestimmten Richtung, die erlaubt war, aber sobald wir irgendetwas Neues machen wollten, mussten wir es im Untergrund machen. Ich kenne ein Beispiel aus dem Libanon, wo während eines Festivals mehrmals die Location gewechselt wurde. Aber man muss auch sagen, dass die Kontrollen im Nachtleben nicht die größten waren. Im normalen Leben waren sie viel stärker.

Im Juni startet eure Partyreihe DUB:KE auf Kampnagel. Wie kam es dazu?

Nadine: Das Ganze ist aus dem Migrantpolitan entstanden. Dieses kleine Holzhaus im Kampnagel-Garten ist seit über zwei Jahren ein Treffpunkt, in dem neue Formate des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens erprobt und entwickelt werden. Ein Ort, der gesellschaftliche Zuordnungen in Flüchtlinge und Einheimische hinter sich lässt und wo gemeinsam kosmopolitische Visionen entworfen werden.

Anas: Mittlerweile ist Migrantpolitan auch zu einem kulturellen Café geworden, was fast täglich geöffnet hat und in denen wir Workshops und Jam Sessions veranstalten oder unsere eigene TV-Show „Hello Deutschland“ zeigen (Anm. d. Red: Neue Folgen ab 30.5. jeden Mittwoch, 20.15 Uhr). Einmal hatten wir dort eine Veranstaltung mit den Leuten der Hamburger Perfomance Studies und trafen den DJ des Abends. Er kam aus dem Iran und hat sehr viele interessante Tunes aufgelegt. So eine Art Slow Oriental-House. Wir kannten Ähnliches von der Hamburger Band Shkoon und uns wurde bewusst, dass es da noch viel mehr zu entdecken gibt.

Wofür steht DUB:KE?

Nadine: Viele orientalische Sounds klingen bereits sehr technoid. Aber mit DUB:KE wollten wir dem Ganzen einen Namen geben, der das Ganze ein bisschen lustig umschreibt und etwas überzieht. Es klingt einfach genau gleich wie der traditionelle Tanz. Natürlich ist Dub auch nicht Techno, aber wir wollen ja gerade nicht in diesen Kategorien denken, sondern solche überwinden.

Anas: Dabke heißt der traditionellen Tanzstil, der im Nahen Osten, aber auch in anderen Ländern wie Iran oder Afghanistan unter anderem Namen sehr beliebt ist. Wenn eine bestimmte Art der Musik anfängt, stellen sich alle in der Reihe auf, fassen sich an den Händen und fangen an zu tanzen. Das ist häufig sehr energetisch und hebt manchmal Grenzen zwischen den Leuten komplett auf und bringt sie alle zusammen.

Ist das auch das Ziel eurer Partyreihe?

Nadine: Auf jeden Fall. Es herrscht in Deutschland ein großer Rassismus im Partyleben. Das kommt natürlich nicht von der Regierung, aber von Clubbesitzern, die sagen, was für Leute sie im Laden haben wollen. Ich lehne diese Attitüde komplett ab. Und deswegen wollen wir neben Formaten wie Oriental Karaoke, dem noch mehr entgegenhalten und sagen „Hey, die Musik ist sehr cool, der Sound ist sehr cool, wir können zusammen feiern und du bist willkommen“. Wir glauben daran, dass wenn du nicht zusammen feiern kannst, kannst du auch nicht zusammen leben.

Der erste Gast bei DUB:KE ist DJ Dziri, a.k.a. Sadziky vom Soukcollective. Foto: Francois Huppertz

Was plant ihr für den Abend?

Anas: Unser erster Gast ist Sadziky. Sie ist in Brüssel aufgewachsen und hat tunesisch-belgische Wurzeln. Ihr großes Netzwerk mit dem Namen Soukcollective reicht bis Toronto. Eine unglaublich offene und inspirierende Persönlichkeit. Sie mischt tanzbare Folk-Musik aus arabischen Ländern mit Techno Beats oder hat zum Beispiel Oum Kalthoum geremixed. Aber es ist immer schwer Musik zu beschreiben, man muss sie spüren.

Nadine: Wir wollten zudem vor allem am Anfang unserer Reihe direkt klarmachen, dass es viele Frauen gibt, die in dieser Szene involviert sind. Und sie repräsentiert dieses Netzwerk.

Anas: Das Besondere am ersten DUB:KE Abend ist, dass er gleichzeitig mit dem Ende vom Ramadan zusammenfällt. Wir laden also alle ein, mit uns zusammen im Migrantpolitan das Zuckerfest zu feiern, um dann gemeinsam zur Party zu gehen.

Welches Publikum wünscht ihr euch?

Nadine: Wir sind absolut gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie, aber sonst ist jeder willkommen. Es soll ein Safe Space für jeden sein. Ein großes Problem ist ja auch, dass viele Menschen, die ihr Land verlassen müssen, immer von der großen Freiheit in Europa hören und dann in Deutschland teilweise nicht mal in Clubs gelassen werden. Ich hoffe, mit unserer Partyreihe können wir diesen Umstand überbrücken und diese Art von Rassismus überwinden. Wir wollen also auch gezielt Leute damit ansprechen, die neu in Deutschland sind.

Anas: Aus meiner Perspektive kann ich noch sagen, dass ich mir sicher bin, dass dies gelingt. Seitdem wir auf Kampnagel diese unterschiedlichen Events machen, habe ich schon viele arabische Leute getroffen, die sich willkommener fühlen. Hier wird keiner kontrolliert oder vorverurteilt und jeder zahlt, was er zahlen kann. Damit können wir das schöne Image des Lebens in Deutschland tatsächlich zeigen und für viele neue Leute sind solche Verbindungen eine große Hilfe um ihr soziales Leben zu erweitern.

Wie geht es weiter mit DUB:KE?

Nadine: Die Künstler, die wir für die kommenden Partys einladen werden, sind Leute, die aus diversen Ländern kommen und unterschiedlichen Sound spielen. Wir planen die Party alle zwei Monate, aber das hängt natürlich von unserem Budget ab. Am 29. September werden wir außerdem auf der großen We’ll come united-Demo dabei sein und den Abend vorher auf Kampnagel zusammen feiern. Für uns ist das Ganze eine Reise, die wir gerade erst beginnen.

Interview: Ole Masch
Beitragsfoto: Shahin Sheho

Die erste DUB:KE-Nacht steigt am 15.6.18, 23 Uhr, auf Kampnagel.

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

 


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Moin MOIN – Hamburgs jüngster Elektroklub

Hamburg hat einen neuen Club für elektronische Musik. Anfang März hat in der Friedrichstraße das MOIN eröffnet.

Der Hans-Albers-Platz ist nicht unbedingt bekannt für Clubs mit programmatischer Qualität. Doch der Laden, der kürzlich in der Friedrichstraße 21 öffnete, hat das Zeug, das Nachtleben auf dem Kiez auch für Musikliebhaber mit Anspruch wieder etwas interessanter zu machen. Gesetzt den Fall, man steht auf elektronische Musik. MOIN heißt der Club, der Mitte Februar mit Nick Curly sein Soft-Opening feierte und seit 9. März offiziell eröffnet ist.

Was sich hinter der unscheinbaren Altbaufassade verbirgt, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Und so überrascht das Innenleben umso mehr, wenn man den verschachtelten Laden von Florian Jürgs und seinen drei Partnern betritt. Die vier Freunde sind im Hamburger Nachtleben keine Unbekannten, kennen sich zum Teil über 15 Jahre. Im letzten Sommer entstand die Idee für den ersten gemeinsamen Club. Auf die Räume der ehemaligen Fritz-Bar sei man mehr oder weniger zufällig gestoßen. „Wir waren uns zunächst gar nicht sicher, ob wir auf dem Kiez einen Laden aufmachen wollen, aber in diesen Ort haben wir uns sofort verliebt“, erklärt Jürgs.

Zusammen mit Helfern habe man über 30 Tonnen Schutt rausgetragen, die Räumlichkeiten komplett entkernt und dann neu aufgebaut. „Wir leben die Harmonie der Kontraste.“ Entstanden ist ein dunkler und rougher Clubraum auf zwei Ebenen, mit hervorragender Anlage, klarem Lichtkonzept und viel Beton. Im Gegensatz dazu steht die Bar, die im warmen Licht mit viel Holz und edler Sofaecke daherkommt, in Zukunft auch vor und unabhängig vom Clubbetrieb ab 21.30 Uhr geöffnet haben wird und der man ansieht, dass hier einige Euro ausgegeben wurden.

Bis auf die elektronische Ausrichtung sei man nicht festgelegt. Tom Steiner, verantwortlich für das Booking, meint: „Wir sagen jetzt nicht, wir sind ein Techno- oder Deephouse-Club und sehen uns auch nicht als Konkurrenz zu anderen Läden, sondern eher als Ergänzung.“

Zunächst ist Freitag und Samstag geöffnet. Immer ab 24 Uhr. Das bis Redaktionsschluss feststehende Programm macht Lust auf mehr. Karfreitag steht Julian Wassermann hinter den Plattenspielern, Ostersamstag geht es mit dem international erfolgreichen Hamburger Techhouse-Duo Piemont weiter und Ostersonntag sorgt der Spanier Dennis Cruz für tanzbaren Sound. Für den 21. April steht außerdem Ninetoes auf dem Programm. Aktuelle Termine sind auf der Facebook-Seite des Clubs veröffentlicht. SZENE HAMBURG sagt Moin MOIN.

MOIN Club, Friedrichstraße 21, www.facebook.com/moininhamburg

Text: Ole Masch


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!