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„Könnt‘ ja gut werden – Das Festival unserer Zukunft“

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„Könnt‘ ja gut werden – Das Festival unserer Zukunft“ lädt am 29. September in den Oberhafen zu Diskussion, Live-Musik und einigen Überraschungen

Am 29. September gibt’s gute Musik und die wichtigen Fragen unserer Zeit in einer außergewöhnlichen Location: „Könnt‘ ja gut werden – Das Festival unserer Zukunft“ im Oberhafenquartier bietet Diskussion mit hohem Unterhaltungsfaktor. Ein spannendes Bühnenprogramm, Live-Musik und weitere Überraschungen runden den Abend ab.

„Mein Land – dein Land. Wie tolerant sind Deutschland und Europa?“ und „Wozu das alles? – Sinnkrisen in der Klimakrise“ – darüber diskutieren junge Politiker:innen mit interessanten Gästen und dem Publikum. Mit dabei sind unter anderem Entertainer Michel Abdollahi, Europaabgeordnete Delara Burkhardt, Philosoph Christian Uhle und SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Organisiert wird das Ganze von der SPD-Fraktion Hamburg und den Jusos Hamburg.

Der Eintritt ist frei.

29. September ab 18:30 Uhr in „Die Halle – Parkour Creation Center“ im Oberhafenquartier

Mehr Infos unter koenntjagutwerden.de


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Kunst mal anders – die zweite INCorporating art fair

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Die INCorporating art fair setzt ihren Auftakterfolg vom August 2021 fort. Hamburgs neue, moderne Kunstmesse geht im Mai 2022 mit ihrer zweiten Ausgabe an den Start. Mit der „INCorporating art fair – Kunst entdecken und kaufen “ setzt sie erneut ein Zeichen für die Kunst- und Kulturszene der Hansestadt

Nach wie vor gilt: Kunst und Kultur live zu erleben, sich von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können, Gefühle und Reaktionen zu sehen und zu teilen – das ist es, was das Leben braucht. Kunst weckt Leidenschaft und Begeisterung.

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Kerstin Emrich -Thomas: urban walker 2021 (Foto: INCorporating art fair)

Das geht mit am besten bei der INCorporating art fair. Die Kunstmesse steht für Empathie, Innovation und Erfolg im Zusammenspiel von Kunst und Publikum, Technologie und Vermarktung – auch abseits klassischer Kunstansätze. Diesen Ansatz und den Schwung aus der Premiere im August 2021 nimmt das Team um Raiko Schwalbe mit und startet mit der zweiten Ausgabe vom 05. bis 08. Mai 2022 die Fortsetzung des jungen Kunstevents. Die Entdecker- und Verkaufsplattform für zeitgenössische Kunst möchte das Miteinander, sich Austauschen und in den Dialog treten in den ehemaligen Güterhallen wieder erlebbar und greifbar machen.

Keine Kunstmesse wie jede andere

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Joachim Schulz: Abwesend (Foto: INCorporating art fair)

Die INCorporating art fair verfolgt keinen gängigen oder rein dekorativen Ansatz. „Kunst ist mehr als das reine Betrachten eines Kunstwerks, sie inspiriert, regt zum Nachdenken an und soll einen Dialog ermöglichen“, sagt der Veranstalter Raiko Schwalbe. Deswegen ist Kunstvermittlung auch ein erklärter Schwerpunkt der Messe.

Neben knapp 20 internationalen Galerien stellen auch mehr als 75 internationale Künstler*innen und Kunstprojekte vor Ort selbst aus. Damit können Teilnehmer*innen als auch Besucher*innen vor Ort intensiv in einen Dialog über die Kunst und ihre Hintergründe gehen. Darüber hinaus werden geförderte, kostenlose Flächen zur Präsentation von Künstler*innen, Projekten und Verbänden bereitgestellt. Zu den ausgewählten Projekten zählen die GEDOK Hamburg, die GEDOK München, das DIGITAL.LAB des Messegründers Raiko Schwalbe und Viva con Agua.

Eine Messe voller Highlights

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Beranek: Waiting (Foto: INCorporating art fair)

Neben der Förderung von Frauen in der Kunst durch die Bespielung großer Flächen seitens der GEDOK Hamburg und GEDOK München sind auf der INCorporating art fair auch die Werke des langjährigen Professors der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und Berlin, Professor Max Kaminski, zu sehen. Kaminski gehört zu den bekannten deutschen Malern. Er prägte zusammen mit Markus Lüpertz, Georg Baselitz oder Jörg Immendorf eine Generation von Künstlern, die für ihre expressive, oft figürlichen, bisweilen auch abstrakten Werke bekannt sind. Auf der INCorporating art fair stellt sein Sohn Simon Kaminski zusammen mit dem Meisterschüler Sebastian Lübeck, ausgewählte Werke aus verschiedenen Lebensabschnitten Max Kaminskis aus.

Die INCorporating art fair findet vom 5. (mit der Vernissage von 19 bis 22:30 Uhr) bis 8. Mai 2022 im Oberhafenquartier (Stockmeyerstraße 41) statt.

Die Tickets für alle drei Tage kosten 15 Euro und sind an der Tageskasse erhältlich. Kinder/Jugendliche unter 16 Jahre und Rollstuhlfahrer*innen und der Begleitung haben freien Eintritt.


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Kunstperformance: SILK::ROAD experience

Vom Oberhafen auf die Seidenstraße führt die Performance beim Silkroad-Festival

Text: Felix Willeke

 

Die Seidenstraße, das ist doch das mit Marco Polo? Ja, auch, aber noch mehr, das beweist die SILK::ROAD experience. Im Oberhafen lädt das gleichnamige Festival vom 8. bis 10. Oktober (immer jeweils von 18 bis 22 Uhr in der Halle 3) dazu ein, den transkulturellen Austausch entlang der alten Handelsroute mit allen Sinnen nachzuerleben. Bei dem Festival verbinden sich Konzerte mit Installationskunst und Tanz und Tradition mit Innovation. Die Künstler aus aller Welt bedienen sich dabei der verschiedensten Stilrichtungen, von Weltmusik über Traditional und Elektro bis hin zu viel Jazz. Dabei will das Festival Grenzen und Vorurteile musikalisch, künstlerisch und gesellschaftlich abbauen. Die Tickets gelten immer für den gesamten Abend und kosten pro Tag 22,22 Euro.

silkroad-festival.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Entdecken & Kaufen: Die INCorporating art fair!

Vom 26. bis 29. August 2021 findet im Oberhafenquartier Hamburgs neuste Kunstmesse statt

Text: Felix Willeke

 

Begeistern, entdecken, fördern, informieren, motivieren: Darum geht’s bei der neuen Hamburger Kunstmesse „INCorporating art fair!“, die vom 26. bis 29. August 2021 im Oberhafenquartier stattfindet. „Kunst darf gefallen und Kunst darf gekauft werden“, sagt Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die Messe spricht dabei ein möglichst breites Publikum an, denn das „erklärte Ziel ist, der lokalen professionellen Kunstszene einen Raum zur Präsentation gegenüber einer breiten Öffentlichkeit zu ermöglichen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der Kunst- und Kulturschaffende vermehrt um ihre Existenz kämpfen, möchten wir unseren Beitrag leisten und ausgewählten Projekten und Künstlerinnen und Künstlern eine kostenlose Plattform bieten“, so Schwalbe weiter. Das heißt, bei der „INCorporating art fair!“ stehen ein Viertel der Ausstellungsfläche bestimmten Projekten kostenlos zur Verfügung. Darunter sind die L’apotheque aus St. Pauli und das Projekt „Millerntor Gallery“.

 

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Schwerpunkte und eine Perspektive

 

Darüber hinaus setzt die Messe Schwerpunkte, etwa mit einer Sonderausstellung zum Thema Textilkunst, „Frauen in der Kunst“ – in Kooperation mit „Viva con Agua ARTS“ – und der Konkreten Kunst, vertreten durch die „chiemgau galerie augustin“.

Zudem beschäftigt sich die „INCorporating art fair!“ mit neuen Trends auf dem Kunstmarkt, um sich damit bis 2025 zur innovativsten Plattform für zeitgenössische Kunst in Norddeutschland zu entwickeln.

INCorporating art fair!: 26.–29.8., Oberhafenquartier Hamburg


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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ART OFF Hamburg: Rundgang OST

Der ART OFF Kultursommer beginnt mit Kunst-Spaziergängen im Hamburger Osten. Kunstwege verbinden zahlreiche Veranstaltungen, die im Umfeld der teilnehmenden Kunsträume und im Freien stattfinden. Sie führen durch Wandsbek, St. Georg, Rothenburgsort und Hammerbrook

Text: Isabel Rauhut
Fotos: Andreas Hornoff

 

Kunstaktionen in Eilbek, St. Georg, Münzviertel, Hammerbrook und Rothenburgsort bilden den Inhalt eines Kunstweges, den man sich selbst zusammenstellen kann. Der Kunstweg OST, der vom 30. Juli bis 1. August abzuspazieren ist, führt zum Schimmelmann-Mausoleum und zu mehr als 40 Ausstellungen, Aktionen und Schaufensterperformances. Von künstlerischen Spurensicherungen wird zu Art & Crime-Führungen flankiert.

In der Akademie der Künste wird der Einstellungsraum aus Wandsbek sein 20-jähriges Jubiläum feiern, in der Fabrik der Künste ist der Berufsverband Bildender Künstler mit seinen „Positionen“ zu Gast. Und wer sich beim Gehen begleiten lassen möchte, kann dies mit dem gleichnamigen Podcast der noroomgallery tun.

 

Hier ein paar Impressionen des Walks:

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Indiecon: Das Independent Publishing Festival

Unabhängige Magazinkunst: Das Independent Publishing Festival zeigt an diesem Wochenende im Oberhafen, wie schrill und kreativ Heftmachen sein kann

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Malte Spindler / Die Brueder Publishing

 

Schon lange einer der fruchtbarsten Nährböden für Hamburgs Kreative: der Oberhafen. In den Lagerhallen des ehemaligen Güterbahnhofs wird getüftelt, gewerkelt, aus­probiert, verworfen und wieder neu angefangen. Zig kurz­ und langfristige Kulturprojekte entstanden und entstehen genau hier. Ein jährliches Highlight auf dem Areal zwischen Hauptbahnhof und HafenCity ist die Indiecon, ein Festival für unabhängige Publikationen aller Formen und Farben, das seit 2014 von Die Brueder Publishing organisiert wird.

Die Idee des in Hamburg und Berlin sitzenden Verlags: Macher von Magazinen, Zines, Comics und Artbooks präsentieren sich, tauschen sich aus, inspirieren und lassen sich inspirieren, vernetzen sich. Gut 80 Aussteller aus dem In-­ und Ausland haben sich für die Indiecon 2019 angekündigt.

 

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Konventionelles gibt es fast überall – aber nicht bei diesem Festival

 

An drei Tagen wird eine der Oberhafenhallen zum Ausstellungsort schlauer, schicker, schriller und vor allem unkonventioneller Arbeiten. Denn: Indie, das bedeutet nichts anderes, als dass die Publisher auch die Chefs der Magazine und des­halb inhaltlich und finanziell voll verantwortlich sind. Mehr redaktionelle Hoheit geht nicht. Und da wie immer jede Menge erfahrene Herausgeber, Coaches und Vermarktungsprofis vor Ort sind, ist ein schnelles Feedback garantiert – eine Messe also, von der alle profitieren.

In diesem Jahr zählt zu den Ausstellern unter anderem ein Wiener Kollektiv, das „Auslöser“ veröffentlicht, ein bilinguales Magazin (Deutsch und Eng­lisch) für Fotografen und Fotografie-­Fans, das sich vor allem auf die Geschichten hinter den Bildern fokussiert. Die erste Ausgabe ist im März erschienen.

Der Hamburger Dominik Ritter zeigt „Nox“, eine 2014 gegründete Zeitschrift für deutsch­sprachige Gegenwartsliteratur. Dreimal jährlich erscheint „Nox“ und ist vor allem für junge, oft unveröffentlichte Schriftsteller interessant, denen Ritter eine Bühne zu geben versucht.

 

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Ausstellen, entdecken, Horizont erweitern: Indiecon im Oberhafen

 

Ebenfalls Indiecon­-Gäste: Jack Hale und Eddy Rhead vom viertel­jährlich im Norden Englands herauskommenden „The Modernist“. Hale und Rhead bilden darin Architektur und Design aus dem 20. Jahrhundert ab – Nachrichten, Besprechungen und natürlich besondere Fotos inklusive.

„Design und Mobilität“ heißt auch ein Titel aus dem Fruehwerk Verlag, worin es zum Beispiel um die Frage geht, ob es tatsächlich bald ein Leben ganz ohne Autos geben könnte. Nicht weniger spannend ist das Frueh­werk-­Magazin „Kapsel“. Junge Science-­Fiction-­Literatur Chinas wird hierfür ins Deutsche übersetzt.

Es gibt vieles zu entdecken auf der Indiecon 2019, jedes Aufschlagen der ausgestellten Publikationen erweitert den Horizont von Heftmachern und Liebhabern unabhängiger Magazinkunst. Unnötig zu erwähnen, dass alle Teilnehmer beim feinen kulinarischen Rahmenprogramm sowie einer ordentlichen Party am Samstag (7.9. ab 22 Uhr) nach all dem Input auch entspannen und feiern können – und das vor eben jener kreativen Oberhafenkulisse.

Indiecon Festival 2019: 6.-8.9., Der Oberhafen, Stockmeyerstraße 43 (HafenCity) 


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Sport: Parkour – Die Kunst der Fortbewegung

„Hier geht es nicht um coole Posen“ – Sebastian Ploog erzählt, was diese neue Sportart so besonders macht.

Ich stehe mit einem Freund auf einer abfallenden Straße circa 100 Meter oberhalb der Altonaer Norderelbe. Zwei Meter weiter ein breites Dach, dazwischen der Abgrund. Es ist Juli, die Sonne bescheint unseren in geruhsamen Bahnen verlaufenden freien Tag. Plötzlich nimmt ein durchtrainierter Athlet Anlauf, springt zielsicher einige Meter neben uns ab, landet locker auf dem Dach gegenüber und läuft gutgelaunt weiter. Wir starren ihm nach. Fassungslos, schockiert. „Der ist ja wohl bescheuert“, entfährt es mir augenblicklich.

Drei Monate später

Drei Monate später erzähle ich die Story Sebastian Ploog. Der 31-Jährige ist Vorsitzender des Vereins „Die Halle Hamburg – Parkour Creation“. Ansässig im Kreativquartier im Oberhafen der Hafen-City. Im Juli wurde Eröffnung gefeiert. Also in dem Monat meines Dachspringer-Erlebnisses. Ploog lacht. „Witzig, dass du gerade so was zum ersten Mal gesehen hast. Natürlich sieht so etwas spektakulär aus und ruft dann auch besorgte Eltern auf den Plan. Aber so etwas machen wirklich wenige von uns.“ Mit „uns“ meint Ploog Menschen wie ihn. Parkour-Läufer.

Parkour ist eine Trendsportart, die gerade in Hamburg boomt. Auch dank Ploog und seinen Mitstreitern. Eine 800 Quadratmeter große Halle haben sie hier in vierjähriger Präzisionsarbeit in zwei Räume mit diversen Hindernissen verwandelt. Auf Matten rollen, über Böcke springen, Holzwände hochklettern, sich aus einigen Metern Höhe in luftige Schaumstoffkissen fallen lassen – so gut wie alles ist möglich. Während unseres Gesprächs schlägt ein kleiner Knirps unter Aufsicht von Trainern ein paar Saltos. Es sieht kinderleicht aus. Nun bin ich offen dafür, Neues zu erfahren. Worum geht es beim Parkour genau?

Es ist eine Kunst der Fortbewegung

„Es ist eine Kunst der Fortbewegung“, sagt Ploog. Ursprünglich komme die Sportart aus Frankreich. Ein Fremdenlegionär übertrug seine Fluchttechniken in den Stadtraum Paris. Per Internet verbreiteten sich Videos der sich ungewöhnlich fortbewegenden Menschen, die über Zäune springen oder mit Überschlägen Hindernisse überwinden, Anfang dieses Jahrtausends. Da setzte der Boom ein. „Parkour ist einfach die freie Art der Fortbewegung durch den urbanen Raum. Es geht darum, sich selber individuell in Bewegung mit seiner Umwelt auszudrücken. Ein Parkour- Läufer lebt die Freude an der Bewegung aus, aber ohne Gegner. Es ist kein Wettkampf “, sagt Ploog. Er selbst kam durch die berühmten „Matrix“-Filme dazu. „Ich fand die Filme super und dann hörte ich, es gibt Menschen, die können das ohne Seile und Computereffekte. Da fing ich an, mich für den Sport zu interessieren.“ Der ständige Nervenkitzel durch das dauernde Springen von Dach zu Dach werde aber nicht gesucht. „Wer so etwas tut, hat vorher jahrelang dafür trainiert. Kontrolle wird in der Szene sehr hoch angesehen. Statistisch gibt es auch wenige Verletzungen. Es gibt eben keine externen Einwirkungen wie beim Fußball, wo einem einer die Beine wegzieht oder man einen Ball ins Gesicht bekommt.“ Die Bandbreite der Sportler ist daher sehr hoch. Vom coolen Breakdancer bis zur Couch-Potato, die ihrem Leben einen neuen Drive geben will, ist alles dabei. Und seinen Körper in Schwung bringen kann letztlich jeder. Es müssen ja keine Tore erzielt oder Gegner gedeckt werden, jeder kann nach seinem Tempo lernen.

Gefördert wurde das Projekt

Gefördert wurde das Projekt durch aus einem Crowdfunding erlöste 28.000 Euro, diverse Mittel der Stadt Hamburg und durch den Hamburger Sportbund (HSB). „Die Stadt, die Poliktiker aller Parteien, der HSB – alle zeigten sich sehr aufgeschlossen und da haben wir wirklich zu danken“, erklärt Ploog. So ist der Verein „Parkour Creation“ beispielsweise Stützpunktverein im HSB-Programm „Integration durch Sport“ (IdS). Das IdS finanzierte zu einem großen Teil die beweglichen Sportgeräte und Ausrüstungsgegenstände für das Training sowie ein mobiles Parkour-Klettergerüst, um Integrationsprojekte auf diversen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen vorzustellen. Sogar einen Integrationslotsen gibt es, der mit Geflüchteten Projekte aufbaut und weitentwickelt. Das vielfältige Angebot schlug nach der Eröffnung sofort ein. Schon in den ersten drei Monaten nach dem Start strömten Tausende Leute in die Halle. Es gibt mittlerweile sechs Kurse für Kinder, sechs für Teenies, fünf für Erwachsene, und diverse Integrationskurse für Flüchtlinge. Damit sich niemand überfordert, wurden qualifizierte Trainer eingestellt.

So wie Mido

So wie Mido. Der junge 21-jährige Syrier steht geradezu sinnbildlich für die philosophische Dimension des Parkour- Sports. Auf Hindernisse trifft schließlich jeder immerzu und überall. Diese spielerisch und kreativ zu lösen, einen gesunden Umgang mit der eigenen Angst und den eigenen Grenzen ohne Leistungsdruck zu erlernen, kann zur befreienden Lebensaufgabe werden. Selbst unter den widrigsten Bedingungen. „Mit Parkour habe ich schon in Damaskus angefangen. Zusammen mit einigen anderen Hip-Hoppern. Parkour ist mein Leben“, erzählt der junge Flüchtling. Er lacht viel. Schon seit jeher faszinierte ihn die Beweglichkeit des menschlichen Körpers. Über die Türkei und den Libanon kam er 2015 nach Brandenburg, durch einen SPIEGEL- Artikel namens „Parkour“, in dem sich Autor Alexander Osang begeistert von seinen „Überschlägen und gehockten Saltos“ zeigte, entstand der Kontakt nach Hamburg. Hier hat Mido nun sein Glück gefunden. Trotz allem, was ihm widerfuhr, strahlt er. „Das Wichtigste beim Parkour ist das Miteinander. Nicht irgendwie einfach etwas machen, sondern miteinander sprechen, vor allem mit dem Trainer. Sich gut warm machen, Stück für Stück und mit System dazulernen“, sagt er. Passend zum Gemeinschaftssinn, ergänzt Ploog, sei daher der Leistpruch des Parkour: „Sei stark, um anderen nützlich zu sein.“ Ploog: „Wir gehen hier alle sehr ruhig und bedacht miteinander um. Ums coole Posen geht es uns nicht.

Als er das sagt, muss ich wieder an mein Erlebnis in Altona denken. Plötzlich ist mir mein damaliges Verhalten etwas peinlich. Wie sehr der erste Eindruck doch täuschen kann.

www.diehalle.hamburg

Text: Mirko Schneider

Beitragsbild: Olaf Janko


Dieser Artikel erschien erstmals in SPORT – Das Magazin der SZENE HAMBURG und des Hamburger Sportbunds 4/2017