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Altona und Eimsbüttel – Pop-Up-Bikelanes bleiben

Was im September und November 2020 eingerichtet wurde, soll nun bleiben: Die Fahrradstreifen auf der Straße Beim Schlump und auf der Max-Brauer-Allee

Text: Felix Willeke

Eine Idee aus den USA: Einfach kurzfristig mit gelben Markierungen einen Radfahrstreifen entstehen lassen, eine sogenannte Pop-Up-Bikelane. Damit soll getestet werden, welchen Effekt die Einrichtung eines dauerhaften Radfahrstreifens haben kann. Genau das ist im September 2020 in der Straße Beim Schlump und im November 2020 auf der Max-Brauer-Allee passiert. In beiden Fällen wurde eine der zwei Fahrspuren pro Richtung in eine Pop-Up-Bikelane verwandelt und so vom Auto- zum Radfahrstreifen. Für ein Jahr wollte die Stadt testen, welchen Effekt dieser Radfahrstreifen haben kann und ob er dauerhaft installiert werden soll. 

Ein positives Fazit

Jetzt steht fest: Beide Radstreifen sollen bleiben. Grund dafür ist unter anderem, dass sich die Zahl der Unfälle in beiden Fällen reduziert, beim Schlump sogar halbiert hat. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.

Aktuell werden außerdem auf der Hallerstraße und in der HafenCity ebenfalls mit Pop-Up-Bikelanes die Einrichtungen dauerhaften Fahrradstreifen getestet.


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Hier wird Fahrradkultur zelebriert

Endlich – es wird Frühling in Hamburg! Die Sonnenstrahlen kommen raus und und die Lust nach luftigen Tagesausflügen steigt. Der Weg zur Arbeit könnte auch wieder vergnügt mit dem Rad zurückgelegt werden. Bei diesen Adressen könnt ihr klapprige Drahtesel wieder flott machen, euch Tipps abholen oder Workshops machen und das eigene Traumfahrrad basteln.

Text: Fabio Zamboni

The #Brake

The #Brake ist eine kollektiv organisierte, für jeden offene Community im Gängeviertel, wo sich alles um DIY-Kultur und Fahrräder dreht. Es gibt eine Selbsthilfewerkstatt, in der man sich mit Anderen austauschen kann und ein Café, in dem immer wieder Events wie Vorträge, Open-Air-Filmvorführungen oder Release-Partys stattfinden.

Valentinskamp 28 A-B (Gängeviertel); brake.ilmondoegran.de

Fahrradhafen Hamburg

Christian und Ralph sind so verrückt nach Fahrrädern, dass sie sich dazu entschlossen haben, neben ihren eigentlichen Berufen spendenbasierte Workshops zum Fahrradselbstbau anzubieten. In einer alten Kakaolagerhalle auf dem Grasbrook haben sie dazu eine Werkstatt eingerichtet. Da man jedes einzelne Teil nach seinem Geschmack konfigurieren kann, ist dies wohl der beste Weg zum persönlichen Traumrad. Für Individualist:innen, die es lieben selber Hand anzulegen.

Am Windhukkai 5 (Kleiner Grasbrook); fahrradhafen.hamburg

XYZ CARGO

XYZ CARGO bauen individuell konfigurierbare, super robuste Lastenfahrräder. Nutzlasten bis 400 kg sind möglich. Ein XYZ-Fahrrad erkennt man sofort als solches, dank der Riffelblech-Optik, die einige Modelle auszeichnet, und dem typischen schlanken, minimalistischen Aluskelett. In Kopenhagen hat das kleine Unternehmen einen zweiten Laden.

Stockmeyerstraße 43, Halle 4K (Oberhafenquartier); xyzcargo.com

Le Vélo

Bei Le Vélo gibt es komplett generalüberholte Retrobikes. Wert legt Inhaber Senad Sarac insbesondere darauf, an den Oldtimern so wenig Teile wie möglich auszutauschen – sonst wären es ja keine Oldtimer mehr. Das ladeneigene Coffee Bike, das man zum Beispiel für Hochzeiten mieten kann, wartet mit frisch gebrühtem Kaffee.

Große Bleichen 31 (Neustadt); levelo-bikes.de

Suicycle

Bei den zwei Meistern und mehreren Angestellten sind reparaturbedürftige Bikes in guten Händen. Es werden auch Fahrräder nach Wunsch individuell aufgebaut und Workshops angeboten. Auf der Seite findet sich eine beeindruckend lange Fotogalerie aller als Unikat aufgebauten Fahrräder. Es gibt ein umfangreiches Ersatzteillager, das auch über den eigenen Onlineshop einsehbar ist. Der Laden ist mittlerweile so kultig, dass sie auch eigenen Merch verkaufen. 

Wohlwillstraße 12 (St. Pauli); suicycle-store.com

Fahrradzentrum Hoheluft

Das Fahrradzentrum in der Gärtnerstraße beinhaltet gleich 3 Fahrradläden: Der Name Brompton steht für kompakte Falträder, die Filiale im Center ist die größte Norddeutschlands.Gazelle, eine der beliebtesten und tradtionsreichsten Hollandradmarken, ist ebenfalls dort vertreten, der offizielle Store umfasst auch eine Serviceabteilung und Werkstatt.

Gärtnerstr. 18e (Hoheluft-West); fahrradzentrum-hoheluft.com


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Hamburg mit dem Rad: 10 Ausflugsziele

Hamburg und das Fahrrad, das wächst immer mehr zusammen und jetzt in den Sommerferien ist Zeit für einen Ausflug mit dem Drahtesel. Hier kommen zehn Orte, die das perfekte Ziel sind für einen Ausflug mit dem Rad

Text: Felix Willeke

Klövensteen

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Mitten im Klövensteen liegt das wunderschön verwunschene Schnaakenmoor (Foto: Hedda Bültmann)

Nur eine knappe Stunde dauert es aus der Innenstadt raus bis in den Klövensteen. Kürzer geht es mit der S-Bahn nach Rissen, wo man gemütlich das Rad mitnehmen kann. Rissen ist der westlichste Hamburger Stadtteil direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Und direkt auf dieser Grenze liegt der Klövensteen. Über 513 Hektar erstreckt sich das Waldgebiet bis ins benachbarte Bundesland. Ein Mischwald, wie er im Buche steht. Wer hier entlang radelt, sieht neben Moos auch viel Sand – aufpassen mit dünnen Reifen. Dazu kommen kleine, dicht bewachsene Pfade, die sich durchs Gehölz schlängeln und die auch häufig besser zum Spazieren als zum Radeln geeignet sind. Aber auch die Schnellen kommen im Klövensteen auf ihre Kosten. Kaum befahrene und gut geteerte Forststraßen bieten sich perfekt fürs Rennradtraining an.

Für die besonders Naturinteressierten gibt es im Südwesten des Klövensteen einen kleinen Geheimtipp: das Schnaakenmoor. Hier treffen Binnendünen auf Feuchtwiesen und Heidegräser, Kanäle ziehen sich durch das Hochmoor und in den unterschiedlichen Gräsern und Pflanzen hocken der Moorfrosch, die Kreuzkröte und die Sumpfschrecke. Ein rund 100 Hektar großes Naturschutzgebiet, bei dem besonders Radler:innen Rücksicht auf die Natur nehmen sollten. Dann lässt sich auch bei einer Pause auf der Picknickdecke gut durchatmen und den Rest der Welt vergessen.

Mit dem Rad durch die Stadt

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Die Veloroute 4 führt über die Fahrradstraße an der Außenalster(Foto: Mediaserver Hamburg/Doublevision/K. Beck)

Hamburg will Fahrradstadt werden und dafür passiert einiges. Die Stadt bemüht sich, das Radeln in der Stadt einfacher, sicherer und angenehmer zu machen. Und natürlich wollen im Sommer viele mit dem Rad in die Stadt, ins Restaurant oder zum Date fahren. Am besten und schnellsten geht das, wenn man dafür Wege nutzt, auf denen das Rad bevorzugt wird. Genau dafür hat die Stadt Fahrradstraßen eingerichtet. So soll man in Zukunft zum Beispiel die komplette Außenalster auf breiten Wegen schnell umrunden können. Hinzu kommen etliche weitere Fahrradstraßen, die abseits der Hauptverkehrsachsen ein Vorankommen auf zwei Rädern erleichtern, so zum Beispiel auf dem Horner Weg, mit 1,4 Kilometern aktuell Hamburgs zweitlängste Fahrradstraße.

Der Horner Weg ist dabei nicht nur Fahrradstraße, sondern auch Teil der Veloroute 8 von der Innenstadt nach Bergedorf. Die Velorouten sollen Pendler:innen mit dem Rad den Weg in die Stadt erleichtern, sie sind aber auch perfekt für Ausflüge. Insgesamt hat Hamburg 14 Velorouten, von denen viele schon befahrbar sind und einige, an denen auch noch fleißig gebaut wird. Also, egal ob ein Essen in Rahlstedt, ein Date in Heimfeld oder der Weg aus Sasel in die Stadt, im Sommer ist maximal schlechtes Wetter eine Ausrede, um das Rad nicht zu nutzen.

Friedhof Ohlsdorf

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Auf dem Friedhof Ohlsdorf herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Für Radler:innen gilt: Bitte die Totenruhe beachten (Foto: Hamburger Friedhöfe – AöR)

Der Ohlsdorfer Friedhof kann ruhig mal ein bisschen angeben: Er ist nicht nur beliebte letzte Ruhestätte der Hamburger Prominenz und Hamburgs größte Grünanlage, sondern mit rund 390 Hektar Fläche auch der größte Parkfriedhof der Welt. Früher nutzten viele Pendler:innen den Friedhof jedoch als Abkürzung zwischen Ohlsdorf und Bramfeld, das ist heute anders. Seit ein paar Jahren machen Schranken den Friedhof ruhiger und verkehrsärmer. Für Radler:innen sind die Straßen aber immer noch ein ideal, um den neuen Drahtesel zu testen und schneller in den Osten der Stadt zu kommen.

Wenn man jedoch mehr Zeit hat, ist der Friedhof die perfekte Grünfläche zum Durchatmen. Geschichtsexpert:innen können die vielen historischen Gräber und Mausoleen bestaunen, Hobbybotaniker sich der Rhododendren erfreuen und kleine Entdecker:innen den Naturlehrpfad erforschen. Kerzengerade Alleen und verschlungene Pfade führen vorbei an Blumengärten, Waldstücken, Tümpeln und Seen. Ein besonders Highlight ist der Garten der Frauen. Hier wurde den berühmten Hamburger Frauen wie Domenica Niehoff ein Gedenkort gewidmet und auf den gusseisernen Platten lässt sich noch viel über das weibliche Hamburg lernen.

Die Wandse

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Viel Grün und ein Paradies zum Radfahren: der Höltigbaum kurz hinter der Wandse-Quelle (Foto: Felix Willeke)

Fast jeder weiß: Hamburg hat mehr Brücken als Venedig, Amsterdam und London zusammen. An den dazugehörigen kleinen Flüssen gibt es außerdem häufig schöne Radwege. Hier fühlt man sich nicht wie in der Stadt, sondern hat den Eindruck, mitten durch die Natur zu radeln. Ein Beispiel dafür ist die Wandse. Der rund 20 Kilometer lange Fluss entspringt bei Siek in Schleswig-Holstein und schlängelt sich auf seinem Weg bis zur Mündung entlang einiger Highlights. Erster Halt ist das Naturschutzgebiet Höltigbaum, ein ehemaliger Militärübungsplatz, der heute nicht nur eine große Vielfalt an Fauna und Flora beherbergt, sondern auch flauschige Galloway- und Highland-Rinder.

Hamburg begrüßt die Wandse in Rahlstedt mit viel Grün. Hier verschwindet sie zwar kurz auch unterm Einkaufszentrum, taucht aber sogleich wieder auf und spätestens ab dem Liliencronteich kann man an ihr entlang radeln. Durch den Botanischen Sondergarten Wandsbek und den Eichtalpark geht es dann bis zur S-Bahn-Station Friedrichsberg. Hier, im Eilbek Park, wird die Wandse zum Eilbekkanal und fließt durch den Kuhmühlenteich schließlich in die Außenalster. Insgesamt ist die Tour 25 Kilometer lang und die letzten 15 Kilometer ziehen sich wie ein grüner Streifen durch Hamburg. 

Boberger Dünen

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Sand in der Stadt: die Boberger Dünen (Foto: Marco Arellano Gomes)

Schon lange kein Geheimtipp mehr, aber bei vielen noch immer nicht auf dem Radar: die Boberger Dünen. Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Hamburger Südosten ist weitläufig, sehenswert und an Wochenenden durchaus ein beliebtes Zeil. Mit dem Rad fährt man einfach die Veloroute 8 entlang, biegt Höhe Mümmelmannsberg rechts ab und schon ist man mitten im Grünen. Die Boberger Dünen sind 350 Hektar groß und von vielen kleinen Wegen durchzogen, aber Obacht! Es heißt nicht umsonst Boberger Dünen, denn eine Dünenlandschaft gibt es hier tatsächlich noch – wenn auch längst nicht in dem Ausmaß einstiger Zeiten.

Einige Wege sind deswegen durchaus sandig und schwer zu befahren. Doch auch schieben lohnt sich. Wer den Sand an den Füßen entlang rinnen spürt, bei dem stellt sich schnell eine Prise Strand-Feeling ein. Jetzt einfach das Rad abstellen und rücklings in den Sand fallen lassen, den mitgebrachten Apfelsaft aus dem Rucksack ziehen und die Sonne genießen. Neben Sand, Natur und Dünen gibt es im Naturschutzgebiet auch einen See. Die Badestelle ist am nordöstlichen Ufer. Wer die Badeklamotte vergessen hat, kann den See aber auch umrunden und dabei den Anblick des funkelnden Wassers genießen. Auch darüber hinaus gibt es hier viel zu entdecken – auch ein Blick gen Himmel kann sich lohnen.

Vier- und Marschlande

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Entlang der Vier- und Marschlande fließt die Dove Elbe und lädt bei einer Pause zum Sonnenbaden oder Sprung ins Wasser ein (Foto: Mediaserver Hamburg)

Über 10.000 Hektar groß und zwölf Stadtteile – was andernorts eine ganze Stadt ist, ist in in Hamburg die größte landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Vier- und Marschlande liegen im Südosten der Stadt und sind im Sommer nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch die wohl größte Trainingsstrecke für Hamburgs Rennrad-Community. Mit Start in der HafenCity fahren die meisten über die Elbinsel Entenwerder und den Kaltehofe-Hauptdeich bis zur Tatenberger Schleuse, dem Tor zu den Vier- und Marschlanden. Hier trennen sich dann aber auch die Wege von Rennradfahrer:innen und Hobby-Bikern.

Für die Ambitionierten geht es am Deich entlang in Richtung Oortkatensee oder sogar bis zur Grenze nach Schleswig-Holstein kurz vor Geesthacht. Unterdessen fahren die Gemütlichen mit dem Rad nach der Schleuse links in Richtung des Marschbahndamm. Dieser rund 30 Kilometer lange und nahezu komplett autofreie Weg war früher die Hamburger Marschbahn. Eine Kleinbahn, die 1921 eröffnet wurde und während der Nazizeit als Transportverbindung für Waren und Häftlinge des KZ Neuengamme diente – dessen Gedenkstätte immer einen Besuch wert ist. Heute sind die Gleisanlagen längst abgebaut und der Marschbahndamm ist einer der schönsten Radwege der Stadt. 

Die Elbe runter

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Das Falkensteiner Ufer ist perfekt für eine Pause und nur wenige Kilometer weiter in Wedel locken leckere Fischbrötchen (Foto: Felix Willeke)

Doch nicht nur in Richtung gibt es rund um die Elbe viel zu entdecken: Vom Fischmarkt aus Richtung Westen kann man zum Großteil direkt an der Elbe entlang radeln. Wasser, Sonne und Ausblick! Über den Altonaer Balkon und vorbei an der Strandperle geht es bis nach Teufelsbrück. Zwischen Övelgönne und dem Alten Schweden ist jedoch Schieben angesagt, außer man weicht auf die Elbchaussee aus. Nach sechs Kilometern erreicht man dann Teufelsbrück. Hier hat man die Wahl: Entweder noch rund zehn Kilometer weiterfahren über Blankenese, das wunderschöne Falkensteiner Ufer bis Wedel in Schleswig-Holstein. Oder auf die südliche Elbseite übersetzen.

Einfach in Teufelsbrück auf die Fähre, eine Station fahren und direkt hinter Finkenwerder und dem Airbus-Gelände eröffnet sich mit dem Alten Land ein riesiges Gebiet, in dem es sich wunderbar radeln lässt. Besonders schön ist es im Alten Land zur Apfelblüte im Frühling oder zu Ernte im Herbst. Wer im Norden bleibt, legt vom Fischmarkt bis Wedel rund 20 Kilometer zurück. Zur Belohnung gibt es am Willkomm-Höft – der Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel – ein Fischbrötchen oder man läutet im Strandbad Wedel die Afterhour ein. Zum Glück ist man mit der S-Bahn ab Wedel auch schnell und ohne Anstrengung wieder in der Stadt.

Loop Wilhelmsburg

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Auf dem Loop in Wilhelmsburg kommt man einmal durch den ganzen Stadtteil (Foto: Bezirk Hamburg-Mitte)

Los geht es an den Landungsbrücken: Ab in den Aufzug des Alten Elbtunnels und einmal unter der Elbe hindurch. Auf der anderen Seite radelt man vorbei an Blohm+Voss, über die Argentinienbrücke und entlang der Klütjenfelder Straße nach Wilhelmsburg. Hier erreicht man nach wenigen Metern den Loop. Die fast zehn Kilometer lange Strecke ist dank guter Beschilderung und ebenem Belag sehr angenehm zu fahren, außerdem erreicht man sowohl die imposanten Industrieanlagen wie auch das Dockville-Gelände bestens.

Nach einer Pause im Wilhelmsburger Inselpark kann man entlang der Velororute 11 entweder noch weiter bis nach Harburg fahren oder sich von der S-Bahn ab Wilhelmsburg bequem zurück auf die andere Seite der Elbe bringen lassen. Wer noch einen Blick über die Stadt werfen will, für den geht es weiter zum Energieberg Georgswerder. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über den Hafen, die Elbphilharmonie bis zum Michel. Zurück nach Hamburg geht es dann über die Veddel und die Elbbrücken.

Die Alster bis nach Schleswig-Holstein

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Links die Alster und rundherum Grün: das Alstertal (Foto: Felix Willeke)

Hamburg kann Wasser, das dürfte mittlerweile allen klar sein. Der berühmteste Fluss neben der Elbe ist die Alster. Sie ist nicht nur die blaue Mitte der Stadt, sondern fließt auch über 20 Kilometer durch Hamburg. Dabei ist fast der gesamte Verlauf von Rad- und Wanderwegen gesäumt. Startet man in der Nähe von Dammtorbahnhof und Kennedybrücke, geht es entlang der Außenalster bis zum südlichen Ende des Alsterlaufs. Diesem folgt man über den Hayns Park, wo die Tarpenbek in die Alster mündet bis nach Ohlsdorf. Vorbei an der Fuhlsbütteler Schleuse beginnt hier der Teil des Alsterlaufs, der auch als Alstertal bezeichnet wird.

Durch eher wohlhabende Teile der Stadt führt der Weg durch pures Grün, vorbei an großen Gärten und riesigen Villen. Hat man die Burg Henneberg links liegen gelassen, geht es vorbei an der Alten Mühle Bergstedt – wunderschön gelegen und perfekt für eine kleine Pause – ins Rodenbeker Quellental. Kurz vor der Stadtgrenze werden die Wege dann auch ein bisschen anspruchsvoller für das Rad. Aber eh man sich versieht, ist man schon in Duvenstedt, direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Und wer nach fast 30 Kilometern noch nicht genug hat, kann hier dem Fluss noch weiter bis zur Quelle in Henstedt-Ulzburg folgen, Wander- oder Radwege gibt es aber außerhalb der Stadt am Fluss nur noch wenige.

Der 2. Grüne Ring

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Der 2. Grüne Ring führt auch durch den Altonaer Volkspark (Foto: Thomas Krenz)

Jetzt wird’s richtig sportlich. Waren die Strecken bisher nicht länger als 30 Kilometer in eine Richtung, verdreifacht der Grüne Ring dies glatt. Über 100 Kilometer zieht sich der 2. Grüne Ring durch und um Hamburg – ein grünes Band und ein Paradies für Wanderlustige und Radler:innen. Von den 100 Kilometern verlaufen 60 nördlich und 40 Kilometer südlich der Elbe. Im Norden beginnt die Route an der Elbe bei Teufelsbrück und verbindet zunächst die großen Park- und Grünanlagen bis zum Altonaer Volkspark und seinem berühmten Dahliengarten. Weiter geht es durch das Niendorfer Gehege, die Kleingärten in Groß Borstel und den Friedhof Ohlsdorf.

Direkt dahinter führt der Weg durch den Osten der Stadt. Nach der ehemaligen Trabrennbahn Farmsen geht es durch den Jenfelder Moorpark und den Öjendorfer Park bis in die Boberger Dünen. Nach einem Abstecher in die Vier- und Marschlande führt der Grüne Ring über die Elbbrücken in den Süden der Stadt. Fährt man nun durch den Wilhelmsburger Inselpark, ist nach einiger Zeit die Süderelbe erreicht. In Harburg angekommen führt der Grüne Ring am Neuländer See vorbei durch den Harburger Stadtpark und das Göhlbachtal an den Rand der Harburger Berge, in denen sich besonders gerne die Mountainbiker:innen austoben. Angekommen in der Süderelbmarsch, die Hafenanlagen in der Ferne im Blick, geht es durch die Obstanbaugebiete in Francop weiter bis nach Finkenwerder. Hier geht es dann mit mit dem Rad auf die Fähre zurück auf die Nordseite der Elbe zum Ausgangspunkt nach Teufelsbrück.

Hilfe, wo bin ich?!

Um sich bei der nächsten Radtour besser orientieren zu können, setzen viele Hobbyradler:innen auf GoogleMaps. Dabei gibt es für die Tour auf zwei Rädern deutlich bessere und zum Teil auch kostenlose alternativen. Zwei Beispiele sind die Apps von Bike Citizens (zum Teil kostenpflichtig)und komoot (ideal auch für Spaziergänger:innen und in der Pro-version kostenpflichtig). Bei Letzterer gibt es viele dieser Routen und mehr zum nachfahren: Einfach bei komoot.de anmelden, unter „Freunde finden“ nach der Stadt Hamburg suchen, folgen und die Strecken selbst entdecken.


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Silvana: „Ich bin dankbar für das, was ich habe“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Silvana begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich gehe immer gerne in eine kleine Bar, dort bin ich an einem Abend einer Frau begegnet, die ich schon öfters dort gesehen hatte. Sie wohnte in meiner Straße und man kannte sich vom Sehen. Ich wusste, sie ist Autorin und Journalistin. An diesem Abend fragte sie mich, ob sie sich zu mir setzen könne. Sie bestellte sich ein Bier und wir kamen ins Reden. Es stellte sich heraus, dass sie eine ziemlich erfolgreiche Krimiautorin ist. Ihr Name: Simone Buchholz. Sie hat unsere Begegnung in ihren damals aktuellen Roman Blaue Nacht einfließen lassen. Ich habe mich total gefreut und auch geehrt gefühlt.

 

Offen gegenüber Menschen

 

Diese Anekdote beschreibt ganz gut meine Offenheit gegenüber Menschen. Ich lerne oft neue Leute und ihre Geschichten kennen. Ich finde Menschen interessant, will wissen, wie sie sind, wo sie herkommen, was sie machen oder wie sie heißen. Man nennt es Pareidolie, wenn man in Dingen und Mustern vertraute Gesichter erkennt. So geht mir das immer wieder hier auf St. Pauli. Die ganzen Plakate, Street Art, Kreidezeichnungen, die Kinder auf die Straße gemalt haben, irgendwo hat irgendwer was weggeworfen, irgendwo steht Zeug rum, das sind alles Sachen, die Bilder erzeugen und Geschichten erzählen. Diese Dinge inspirieren mich zu den Illustrationen, die ich mache. Ich könnte gar nicht auf Dauer irgendwo abgeschnitten leben. Auf St. Pauli habe ich die Hälfte meines Lebens verbracht. Seit meinem Kommunikationsdesign-Studium lebe ich der Nähe der Elbe.

 

Verbindungen und eine Erkenntnis

 

Für mich lässt sich die am besten mit dem Fahrrad und zu Fuß entdecken. Dabei fügt sich Stück für Stück zusammen, stellen sich Verbindungen her. Hamburg auf diese Art zu entdecken, aber auch den Menschen zu begegnen, das war mir dieses Jahr so gut wie gar nicht möglich. Ich hatte eine längere, schwere Verletzung. Dadurch konnte ich nicht zeichnen. Das war eine Zeit, in der ich sehr große existenzielle Angst hatte, Angst, dass es nicht mehr wie früher gehen wird. In dieser Zeit habe ich gelernt, den Augenblick zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben. Ich möchte nicht mehr warten und denken ‚Irgendwann mal‘. Ich bin dankbar für das, was ich habe, diese Freiheit, dieses bunte Leben, diese Leichtigkeit, die man dann doch in allem so lebt und liebt. Dem liegt eine gewisse Ernsthaftigkeit zugrunde, die darf man nicht aus den Augen verlieren, auch wenn man immer so schnell dabei ist.“


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„Fahr ein schöneres Hamburg“ auf dem Kultursommer

Fitte Beine, besseres Klima und mehr Sicherheit: Fahrradkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“

 

Hamburg will Fahrradstadt werden und die Anfänge sind gemacht. Inzwischen wissen wir alle: das Rad ist das perfekte Verkehrsmittel um die Stadt zu entdecken und schnell, unkompliziert und umweltbewusst von A nach B zu kommen. Perfekt auch, um den Kultursommer zu genießen und von einer Veranstaltung zur nächsten zu radeln. So entfällt auch die lästige Parkplatzsuche und der Besuch des Kultursommers ist gleich viel entspannter. Mit der Kampagne “Fahr ein schöneres Hamburg” macht die Stadt momentan auf den eingeschlagenen Weg hin zur fahrradfreundlichen Stadt aufmerksam.

 

Fahrradinfrastruktur

 

Tattoo- Fiete, Fahrrad-Testimonials wie der Blödel-Barde Otto, die “lächelnde Kreuzung”, der ÖPNV-Knoten und Fahrradparkhaus Kellinghusenstraße und Hamburgs erste „Protected Bikelane“ im südlichen Harburg, all diese Projekte stärken die städtische Fahrradinfrastruktur und werden über die Kampagne bekannt gemacht. Mit Spaß Radfahren lernen und dabei sicher ans Ziel kommen, können derweil Kids diesen Sommer ab dem 22. Juli auch beim Erlebnis-Parcours „Fiete und der Schatz der Speichenstadt“.

Im Kultursommer ist aktuell das Fahrradfahren sehr empfehlenswert. Die vielen Bekannten und auch unbekannteren Locations lassen sich im Rahmen des Kultursommer Hamburgs prima als Fahrradtour mit Kultur-Highlights planen. Tschüss Parkplatzsuche, hallo Kulturrausch!

 

Kultursommer-Reporterin Daphne war schon etwas mit dem Bike unterwegs:

Mehr radfreundliche Informationen zu den Aktionen gibt es auf fahrrad.hamburg


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Fahrradstadt Hamburg: In sechs Gängen zum Ziel

Das ambitionierte Ziel, die Verkehrswende zu schaffen, ist nicht im Singlespeedmodus zu erreichen. Nun ist Hamburg dabei, einige Gänge hochzuschalten

Text: Matthias Greulich

 

Sechster Gang: Ungeplanter Rückenwind

 

In der Mobilitätsforschung wird von push-Maßnahmen gesprochen, die Menschen dazu bewegen, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Der größte Push-Moment der Stadt kam dann allerdings ungeplant: Im Frühjahr 2020 stieg die Mobilität auf zwei Rädern binnen weniger Wochen Corona-bedingt so stark an wie noch nie. Viele Städter holten in der Pandemie das Rad aus dem Keller, um mal rauszukommen. Andere, um mangels anderer Sportangebote fit zu bleiben. „Die Pegelmessungen haben für 2020 einen Anstieg von 33 Prozent im Radverkehr ergeben. Deshalb sind die tollen Werte aus 2020 für uns auch ein großer Ansporn, im Jahr 2021 genauso weiterzumachen“, so Verkehrssenator Anjes Tjarks (Bündnis 90/Die Grünen).

 

Fünfter Gang: Sprechende Räder

 

Fiete und Fienchen sind zwei Räder, die sprechen können. Mit ihnen fahren Paula und ihr kleiner Bruder Ben durch den Stadtpark. In zwei Pixi-Büchern, die kostenlos unter anderem in Kitas verteilt wurden, lernen Kinder schon früh, wie viel Spaß es machen kann, in der Stadt auf zwei Rädern unterwegs zu sein.

Die Bilderbücher sind Teil der Imagekampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“, die 2019 startete und auf drei Jahre angelegt ist. Es gibt innovative Events rund ums Zweirad. Im vergangenen Sommer radelten 1.500 Besucher zum 1. Hamburger Fahrradkino auf dem Heiligengeistfeld. Auf der Kampagnenwebsite sind alle Angebote der Stadt zum Fahrradfahren übersichtlich zusammengefasst.

 

Vierter Gang: Mobil ohne eigenes Rad

 

Mit der Fähre zur 260. Stadtrad-Station der Stadt: Seit April stehen nun auch rote Räder am Fähranleger Finkenwerder. 2009 wurden die ersten Stationen eingeweiht, bis 2022 sollen Stadträder an allen U- und S-Bahnstationen verfügbar sein. Momentan bekommen rund 3.100 Bikes einen QR-Code unterhalb des Lenkers und am Schutzblech des Hinterrads verpasst. Beim Scannen mit dem Smartphone geht das Entleihen damit schneller als über die Stadtrad-App.

Mit fünf Euro im Jahr ist das Angebot, das von der Deutschen Bahn betrieben wird, deutlich günstiger als in Städten wie Berlin, wo daue haft zehn Cent pro Minute fällig sind. In Hamburg fährt man in der ersten halben Stunde abgesehen von der Jahresgebühr umsonst. Wechselt man das Rad alle 30 Minuten, kann man den ganzen Tag für null Euro fahren.

Anders als die Stadträder mit ihren roten Rahmen erkennt man die Bikes von Swapfiets an den hellblauen Vorderreifen. Es sind Fahrräder im Abo, die praktisch sind, wenn man wenig Stress mit Reparaturen haben will. Swapfiets verspricht, einen „Swapper“ genannten Mitarbeiter bei Problemen vorbeizuschicken. Fährt das Rad dann immer noch nicht, soll es in spätestens 48 Stunden ausgetauscht werden. Das auf Hamburger Radwegen sehr präsente „Deluxe 7“ mit – man ahnt es – sieben Gängen, ist für 19,90 Euro im Monat zu haben, zusätzlich werden einmalig noch einmal 19,50 Euro fällig.

Der niederländische Anbieter will demnächst auch ein robustes E-Bike für monatlich 75 Euro in Hamburg ausliefern. Abholen kann man die Räder im Swapfiets-Laden in der Holstenstraße 167 oder sie werden vom Swapper vorbeigebracht.

 

Dritter Gang: Bike+Ride

 

Die städtische P + R-Betriebsgesellschaft mbH macht nun auch in Fahrrädern. Sie ist dabei an allen U- und S-Bahnhöfen im Stadtgebiet neue Fahrradplätze zu schaffen. Die neuen Bike+Ride-Stationen sind gut auf die Bedürfnisse von Pendlern zugeschnitten. Es gibt überdachte kostenlose Plätze. Und wer sein teures E-Bike dort abstellt, kann den Akku im Schließfach verstauen und ebenso wie den Stellplatz abschließen. Kostet allerdings 126 Euro im Jahr. An der Kellinghusenstraße entsteht gerade das erste städtische Fahrradparkhaus mit 600 Plätzen. Es soll in diesem Frühjahr eröffnet werden, die Karte dazu gibt’s hier.

 

Zweiter Gang: Luft

 

Nicht an allen Tankstellen sind Radfahrer mit niedrigem Reifendruck willkommen. Eine charmante Idee ist es daher, dass auch an den silbernen Hightech-Toiletten der Stadtreinigung, die etwa am U- Bahnhof Feldstraße oder in Harburg Rathaus aufgestellt wurden, Luftstationen integriert sind. Und auch Kay Gätgens (SPD), passionierter Radler und Leiter des Bezirksamts Eimsbüttel, braucht ebenso wie Mitarbeiter und Besucher keine Luftpumpe mehr mitzunehmen. Mittlerweile gibt es hamburgweit über 20 Stationen, da ist, hüstel, aber noch Luft nach oben.

 

Erster Gang: Radwege

 

Beim Bau neuer Radwege muss Hamburg auf dem größten Ritzel fahren. Es wird eine gewaltige Kraftanstrengung nötig sein, bis das Radwegenetz komplett umgebaut sein wird. Für den leidenschaftlichen Radfahrer Anjes Tjarks mag es sich anfühlen, als ob er den Waseberg mit Bleiweste hinaufradeln müsste. Dabei hört sich Tjarks’ Bilanz zunächst nicht schlecht an: 62 Kilometer Radwege hat Hamburg im Jahr 2020 neu gebaut oder saniert.

Insbesondere beim Veloroutennetz tat sich einiges. Die Koordinatorin der Mobilitätswende Kirsten Pfaue bilanzierte: „Wo früher hubbelige und enge Radwege waren, entstehen mehr und mehr breite und komfortable Angebote und echte Verbindungen.“ Zusätzlich ließ ihre Behörde drei Pop-up-Radwege anlegen: Beim Schlump, in der Max-Brauer-Allee und zwischen Sandtorkai und Brooktorkai wurde der Platz für Radfahrer mit gelber Farbe verbreitert. Zum ersten Mal sind in Hamburg „Kopenhagener Radwege“ geplant. Auf Teilstücken der Elbchaussee wird die Radspur „baulich vom Kfz-und Fußverkehr getrennt“.

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 wurden die Anstrengungen der Stadt von den 4.257 Befragten allerdings nicht honoriert. Hamburg bekam wie so oft in den Jahren zuvor ein schwaches Ausreichend (Durchschnittsnote 4,1) auf die Frage „Und wie ist Radfahren in Deiner Stadt?“. Die größten Kritikpunkte: Die Radwege seien häufig viel zu schmal und nicht vom Autoverkehr abgetrennt. Dadurch werde durch zu schnell fahrende oder falsch parkende Autos die Sicherheit der Radfahrer gefährdet. Tom Jakobi, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Hamburg, kritisierte: „Obwohl in Hamburg punktuell Lichtblicke in Form von Protected Bike Lanes oder Kopenhagener Radwegen entstehen sollen, fehlen spürbare, hamburgweite Fortschritte. Wo wenig Verkehrsraum ist, wird bei Neuplanungen in der Regel nach wie vor zuerst an der Radwegebreite gespart, wie sich in der Umfrage bestätigt.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Alles muss raus: Zentrales Fundbüro startet Auktion

Viele Kleinigkeiten aus dem Zentralen Fundbüro werden demnächst in Umzugskartons verpackt und ziehen an den neuen Standort in Bahrenfeld. Damit so wenig wie möglich mitgenommen werden muss, gibt es eine große Versteigerung

Text: Anna Meinke

 

Schnäppchenjäger aufgepasst: Das Zentrale Fundbüro Hamburg zieht um und versteigert bis zum 16. April etliche Fahrräder und andere FundstückeInteressierte können bis dahin online ihre Gebote einreichen – der Höchstbietende erhält den Zuschlag. 

Für das Fundbüro geht’s von Altona an die Trabrennbahn in Bahrenfeld. Die rund 4.700 Quadratmeter in der Luruper Chaussee 125 bieten künftig noch mehr Platz für die Lagerung der Fundstücke. Insbesondere die vielen gefundenen Fahrräder können so besser untergebracht werden, bis sie ihren neuen (oder alten) Besitzer finden.


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Hamburg-Flucht: Die besten Ausflugsziele ins Umland

Wer Hamburg  – trotz aller Schönheit – ein wenig satt hat, der sollte den Blick auf das schöne Umland der Hansestadt werfen. Hier sind fünf Tipps für Ausflüge und Aktivitäten, die eine dringend benötigte Stadtflucht versüßen und leere Akkus wieder aufladen.

*Anmerkung der Redaktion: Öffnungszeiten und Verfügbarkeit können aufgrund der Corona-Krise eingeschränkt sein

Text: Felix Kirsch

 

Pilates und Maislabyrinth auf dem Erlebnisbauernhof Almthof

Vor den Toren Hamburgs befindet sich in Ahrensburg ein Bauernhof der ganz besonderen Art. Auf dem Erlebnisbauernhof Almthof kann man den Stadtblues so richtig loslassen und sich den verschiedensten Aktivitäten hingeben und ein wenig Landluft schnuppern. Wer für einen Tag das Landleben genießen will, kann das mit der einen oder anderen Attraktion nochmal aufwerten. Mit Golf und Pilates könnt ihr euch körperlich ertüchtigen, während euch Hühner und Kühe über die Schulter gucken. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: Nach dem Sport könnt ihr euch am sogenannten Regiomat verschiedenste regionale Köstlichkeiten wie Eier, Käse und Nudeln ziehen. An der Milchtankstelle könnt ihr frische Milch in Flaschen abfüllen und euch für die nächsten Wochen in der Stadt eindecken.

Besonders zu empfehlen ist das Almthofer Maislabyrinth, das zwischen Juni und September für Besucher geöffnet ist. Zu der Zeit schießt der Mais in die Höhe und man muss sich einen Weg durch das Corn Maze suchen. Als Belohnung für geduldige Besucher warten an bestimmten Checkpoints Gutscheine und Stempelkarten, die zum Beispiel im Hofcafé eingelöst werden können.

 

Kayak-Tour über die Dove-Elbe

Als Großstädter will man es oft nicht zugeben, aber auch wir brauchen doch manchmal eine ordentliche Portion Wildnis. Wer es satt hat, sogar auf dem Wasser das wunderschöne, aber ewig gleiche Panorama zu sehen, der sollte den Blick gen Osten richten. Die Dove-Elbe ist ein stillgelegter Seitenarm der Elbe, der vor Jahren renaturiert wurde. Hier gibt es Natur pur und man begegnet höchstens einer Hand voll Menschen. Also einfach das eigene Kayak (oder sonst irgendeine Art von Boot) schnappen und flussabwärts paddeln.

Versprochen: Nach dem Ausflug seht ihr Hamburg mit ganz anderen Augen, denn der Kontrast zur hektischen City ist echt krass. Alle Outdoor-Fans mit gültigem Angelschein dürfen übrigens sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus den Fischen nachstellen. Auf der Plattform “HejFish”  kann man sich die entsprechende Angelkarte besorgen. Petri Heil!

Die Dove-Elbe hat für Naturfreunde einiges zu bieten. Foto: Felix Kirsch

 

Picknick an der Oberalsterniederung

Ein paar Kilometer nordöstlich von Norderstedt befindet sich das Naturschutzgebiet Oberalsterniederung. Wie der Name bereits verrät, ist diese Moorregion ein optimaler Rückzugsort für gestresste Großstädter, die einfach mal wieder in die Natur wollen. Feuchtgebiete durch kleine Alsterärme, saftig grüne Wiesen und Wald wechseln sich ab und bilden einen perfekten Lebensraum für Reptilien, Vögel und Fische. Die volle Dröhnung Natur.

Unser Tipp: Packt euch einen Picknickkorb zusammen, sucht euch einen ruhigen Platz und picknickt mitten im Grünen während ihr die Umgebung auf euch wirken lasst. Aber passt auf jeden Fall auf die geschützten Arten in diesem besonderen Gebiet auf. Auf der Website des NABU könnt ihr nachschlagen, auf welche Tiere ihr besonders Acht geben solltet. Mit einem Fernglas könnt ihr dennoch alle Eindrücke der Oberalsterniederung hautnah aufsaugen, ohne das empfindliche Ökosystem zu stören.

 

Radtour durch das alte Land

Als Radfahrer lebt man in Hamburg einen stressigen Alltag. Etwas entspannter geht es südöstlich der Elbe im alten Land zu. Auch wenn die Region für ihren Obstanbau bekannt ist, gibt es im alten Land mehr zu sehen als Apfelbäume. Mit dem Drahtesel geht es vorbei an alten Fachwerkhäusern, urigen Cafés und mitten durch die berühmten Obstplantagen hindurch. Auf der Tourismusseite des alten Landes könnt ihr euch je nach Präferenz eine Route aussuchen. Besonders beliebt bei Radfahrern ist die sogenannte Altländer Route.

Die Tour führt euch mitten durch das schönste Grün direkt zu kleineren oder größeren Sehenswürdigkeiten der Region. Unter anderem das Museum “Altes Land” oder die St. Matthias Kirche. Alle Wasserraten können beruhigt sein: Mit dem Rad seid ihr nie weit von der Elbe entfernt und überquert sie sogar hin und wieder mit Hilfe von Brücke oder Fähre. Auch das nächste Fischbrötchen ist nicht weit – die Fahrradwege führen euch ohne Umwege zum Matjesbrötchen, das ihr mit direktem Blick auf die Elbe verzehren könnt.

 

Im alten Land gibt es mehr als nur Apfelbäume zu sehen. Ein Besuch lohnt sich. Foto: Marek Studzinski via Unsplah

 

Corona-konform: Einfach mal losfahren!

In Zeiten von Social Distancing und Lockdowns kann der Alltag in den eigenen vier Wänden ganz schön aufs Gemüt schlagen. Spontanität gibt es so gut wie gar nicht mehr momentan. Deswegen hier ein Spezial-Tipp um die Sehnsucht nach Abenteuer zumindest ein wenig zu stillen. Schnappt euch euer Fahrrad oder das Auto und fahrt einfach los.

Macht euch keine Pläne, setzt keine Ziele, zwingt euch keine Aktivitäten auf. Fahrt einfach drauf los und haltet dort an, wo ihr gerade sein möchtet. Ob einsamer Waldsee, eine Schotterstraße, die parallel zum Weizenfeld verläuft oder direkt zum Strand. Bleibt spontan und erkundet trotzdem eure Umgebung. Vielleicht wartet dort das eine oder andere Mikroabenteur, das den Großstadtblues zumindest temporär heilen kann.


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Umsatteln: Fahrräder in Hamburg kaufen & leihen

Radfahren ist stark angesagt – nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie. Viele satteln nun um, die Fahrradhändler kommen mit ihrem Angebot kaum nach. Doch wo erhält man das passende Fahrrad? Ein Überblick über Fahrradverleiher und -verkäufer in der Hansestadt

Text: Marco Arellano Gomes

 

Fahrrad leihen

StadtRAD Hamburg

Das rote StadtRAD ist aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken und denkbar einfach auszuleihen. Die ersten 30 Minuten pro Fahrt sind kostenlos. Das macht mobil und ist eine gute Alternative zu Bus und Bahn.

Swapfiets

Das Start-up Swapfiets ist auf Wachstumskurs. Die Bikes mit ihren charakteristischen blauen Vorderrädern erfreuen sich großer Beliebtheit in den Städten Europas und haben bereits Kultstatus. Vorteil: Die gemeinsam mit Premiumhersteller Gazelle hergestellten Räder werden im Abo für längere Zeiträume ausgeliehen und werden im Schadensfall umgehend repariert.

nextbike

Nextbike ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Bike Sharing. Seit 14 Jahren entwickelt das Leipziger Unternehmen nachhaltige Räder und bieten diese bereits in über 200 Städten an. Die Stiftung Warentest krönte das Unternehmen zum Testsieger 2019.

Zweiradperle

Zentral und nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, bietet die Zweiradperle nicht nur den Verleih von Fahrrädern an, sondern auch Touren für bis zu 8 Personen durch den Hafen, die Szene oder bis nach Wilhelmsburg. So bringt das Erkunden der Stadt Spaß.

Erfahre Hamburg

Der Anbieter Erfahre Hamburg hat sich auf E-Bikes spezialisiert. 70 Modelle sorgen für ein elektrisierendes Fahrerlebnis und ein entspanntes Ankommen. Wer Beratung benötigt, erhält diese samt Kartenmaterial und Geheimtipps vor Ort am Hafen.

 

Fahrrad kaufen

Bikefactory

In der Bikefactory wird das Fahrrad nicht als Fortbewegungsmittel, sondern als Lebenseinstellung betrachtet. Und so individuell wie der Mensch sollte auch dessen Fahrrad oder eBike sein. Ob im Alltag in der Stadt, zum Pendeln, oder auch als Dienstfahrzeug: Hier wird beraten, bis das passende Rad gefunden ist.

Altona (Stresemannstraße 130), Sternschanze (Rosenhofstraße 20)

Velo54

Diese Fahrrad-Manufaktur im Reiherstiegviertel in Wilhelmsburg ist ein echter Geheimtipp und steckt voller Überraschungen – unter anderem bietet er die für Kinder äußerst beliebten Räder der Marke Woom: der Porsche unter den Kinderfahrrädern.

Wilhelmsburg (Veringstraße 54)

Bergamont

In ihrem stylischen Flagshipstore in der Budapester Straße ist das Staunen vorprogrammiert. Nicht nur die Innenarchitektur ist überzeugend, auch die Bikes sind State of the Art. „Straight from St. Pauli“ nennen das die Inhaber. Hier sind ganz offensichtlich Menschen am Werk, die das, was sie tun, lieben, nämlich fantastische Bikes anbieten.

St Pauli (Budapester Straße 45)

Max Lange Zweiradfachgeschäft

Hier gibt es Qualität zu fairen Preisen, jede Menge Know-how und ein breites Angebot von 600 Rädern – mit oder ohne elektrische Unterstützung. Seit über 80 Jahren lebt dieses Familienunternehmen den Radsport und wird inzwischen in dritter Generation geführt.

Rahlstedt (Rahlstedter Str. 215)

Fahrrad.de Hamburg

Ob online oder in dem großzügigen Store in der Kieler Straße: fahrrad.de bietet eine unfassbar große Auswahl an Fahrrädern für Groß und Klein, für Spendable oder Sparsame. Wer hier nicht fündig wird, ist entweder zu wählerisch oder beratungsresistent.

Stellinger Höfe, Kieler Straße 561-573, 22525 Hamburg

B.O.C. Hamburg

Gleich an drei Standorten ist die Bike & Outdoor Company (kurz: B.O.C.) in Hamburg zu finden. Aus Begeisterung am Fahrrad wurde das Unternehmen 1999 in Hamburg gegründet und hat sich inzwischen deutschlandweit (36 Filialen) als auch online unter boc24.de breit aufgestellt.

Altona, Nedderfeld, Wandbek


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Bikes und Blockbuster: Erstes Hamburger Fahrradkino

Am 7. August ab 17 Uhr heißt es Fahrradkino statt Autokino: Gemeinsam mit dem Autokino „Bewegte Zeiten“ wird das Areal auf dem Heiligengeistfeld für einen Tag in das erste feste Freiluft-Fahrradkino Hamburgs umfunktioniert

Mitten im Herzen der Stadt auf dem Heiligengeistfeld, wo in den letzten Wochen nur Autos in den Kinogenuss gekommen sind, sind nun die Fahrräder dran! Im Rahmen der Hamburger Radkampagne „Fahr ein solidarisches Hamburg“ wird das Autokino zum Fahrradkino verwandelt und zeigt am 7. August ab 17 Uhr auf zwei Großleinwänden vier Filme für Jung und Alt: Das perfekte Geheimnis, die Känguru Chroniken, Knives Out – Mord ist Familiensache und Lindenberg! Mach dein Ding.

Zu den Zuschauern an diesem Abend werden auch der Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Anjes Tjarks, sowie Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH gehören, die zwischen 21 Uhr und 21:10 Uhr in einer kurzen Pause mit dem Geschäftsführer des Zeise-Kinos, Matthias Elwardt, über das Thema Fahrradmobilität in Hamburg sprechen werden.

Tickets für die Filme können ab sofort hier gekauft werden.


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