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Umsatteln: Fahrräder in Hamburg kaufen & leihen

Radfahren ist stark angesagt – nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie. Viele satteln nun um, die Fahrradhändler kommen mit ihrem Angebot kaum nach. Doch wo erhält man das passende Fahrrad? Ein Überblick über Fahrradverleiher und -verkäufer in der Hansestadt

Text: Marco Arellano Gomes

 

Fahrrad leihen

StadtRAD Hamburg

Das rote StadtRAD ist aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken und denkbar einfach auszuleihen. Die ersten 30 Minuten pro Fahrt sind kostenlos. Das macht mobil und ist eine gute Alternative zu Bus und Bahn.

Swapfiets

Das Start-up Swapfiets ist auf Wachstumskurs. Die Bikes mit ihren charakteristischen blauen Vorderrädern erfreuen sich großer Beliebtheit in den Städten Europas und haben bereits Kultstatus. Vorteil: Die gemeinsam mit Premiumhersteller Gazelle hergestellten Räder werden im Abo für längere Zeiträume ausgeliehen und werden im Schadensfall umgehend repariert.

nextbike

Nextbike ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Bike Sharing. Seit 14 Jahren entwickelt das Leipziger Unternehmen nachhaltige Räder und bieten diese bereits in über 200 Städten an. Die Stiftung Warentest krönte das Unternehmen zum Testsieger 2019.

Zweiradperle

Zentral und nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, bietet die Zweiradperle nicht nur den Verleih von Fahrrädern an, sondern auch Touren für bis zu 8 Personen durch den Hafen, die Szene oder bis nach Wilhelmsburg. So bringt das Erkunden der Stadt Spaß.

Erfahre Hamburg

Der Anbieter Erfahre Hamburg hat sich auf E-Bikes spezialisiert. 70 Modelle sorgen für ein elektrisierendes Fahrerlebnis und ein entspanntes Ankommen. Wer Beratung benötigt, erhält diese samt Kartenmaterial und Geheimtipps vor Ort am Hafen.

 

Fahrrad kaufen

Bikefactory

In der Bikefactory wird das Fahrrad nicht als Fortbewegungsmittel, sondern als Lebenseinstellung betrachtet. Und so individuell wie der Mensch sollte auch dessen Fahrrad oder eBike sein. Ob im Alltag in der Stadt, zum Pendeln, oder auch als Dienstfahrzeug: Hier wird beraten, bis das passende Rad gefunden ist.

Altona (Stresemannstraße 130), Sternschanze (Rosenhofstraße 20)

Velo54

Diese Fahrrad-Manufaktur im Reiherstiegviertel in Wilhelmsburg ist ein echter Geheimtipp und steckt voller Überraschungen – unter anderem bietet er die für Kinder äußerst beliebten Räder der Marke Woom: der Porsche unter den Kinderfahrrädern.

Wilhelmsburg (Veringstraße 54)

Bergamont

In ihrem stylischen Flagshipstore in der Budapester Straße ist das Staunen vorprogrammiert. Nicht nur die Innenarchitektur ist überzeugend, auch die Bikes sind State of the Art. „Straight from St. Pauli“ nennen das die Inhaber. Hier sind ganz offensichtlich Menschen am Werk, die das, was sie tun, lieben, nämlich fantastische Bikes anbieten.

St Pauli (Budapester Straße 45)

Max Lange Zweiradfachgeschäft

Hier gibt es Qualität zu fairen Preisen, jede Menge Know-how und ein breites Angebot von 600 Rädern – mit oder ohne elektrische Unterstützung. Seit über 80 Jahren lebt dieses Familienunternehmen den Radsport und wird inzwischen in dritter Generation geführt.

Rahlstedt (Rahlstedter Str. 215)

Fahrrad.de Hamburg

Ob online oder in dem großzügigen Store in der Kieler Straße: fahrrad.de bietet eine unfassbar große Auswahl an Fahrrädern für Groß und Klein, für Spendable oder Sparsame. Wer hier nicht fündig wird, ist entweder zu wählerisch oder beratungsresistent.

Stellinger Höfe, Kieler Straße 561-573, 22525 Hamburg

B.O.C. Hamburg

Gleich an drei Standorten ist die Bike & Outdoor Company (kurz: B.O.C.) in Hamburg zu finden. Aus Begeisterung am Fahrrad wurde das Unternehmen 1999 in Hamburg gegründet und hat sich inzwischen deutschlandweit (36 Filialen) als auch online unter boc24.de breit aufgestellt.

Altona, Nedderfeld, Wandbek


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Bikes und Blockbuster: Erstes Hamburger Fahrradkino

Am 7. August ab 17 Uhr heißt es Fahrradkino statt Autokino: Gemeinsam mit dem Autokino „Bewegte Zeiten“ wird das Areal auf dem Heiligengeistfeld für einen Tag in das erste feste Freiluft-Fahrradkino Hamburgs umfunktioniert

Mitten im Herzen der Stadt auf dem Heiligengeistfeld, wo in den letzten Wochen nur Autos in den Kinogenuss gekommen sind, sind nun die Fahrräder dran! Im Rahmen der Hamburger Radkampagne „Fahr ein solidarisches Hamburg“ wird das Autokino zum Fahrradkino verwandelt und zeigt am 7. August ab 17 Uhr auf zwei Großleinwänden vier Filme für Jung und Alt: Das perfekte Geheimnis, die Känguru Chroniken, Knives Out – Mord ist Familiensache und Lindenberg! Mach dein Ding.

Zu den Zuschauern an diesem Abend werden auch der Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Anjes Tjarks, sowie Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH gehören, die zwischen 21 Uhr und 21:10 Uhr in einer kurzen Pause mit dem Geschäftsführer des Zeise-Kinos, Matthias Elwardt, über das Thema Fahrradmobilität in Hamburg sprechen werden.

Tickets für die Filme können ab sofort hier gekauft werden.


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7 Orte zum Spazieren und Radeln in Hamburg

Ein Spaziergang in der Stadt gleicht einem Slalomlauf, wobei Abstand halten nicht immer möglich ist. Sich breitmachen und durchatmen geht hervorragend an diesen sieben Orten

 

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Die Boberger Dünen bieten Platz, reichlich Sand und viel Erholung (Foto: Marco Gomes)

Spazieren

Klövensteen

 

Kürzer als viele denken: 36 Minuten braucht man mit der S1 vom Hauptbahnhof bis nach Rissen. Und für die, die nicht wissen, wo Rissen liegt: Es ist der letzte westliche Hamburger Stadtteil vor Schleswig-Holstein. Und liegt direkt am Klövensteen, der sich über 513 Hektar bis ins benachbarte Bundesland erstreckt. Ein Mischwald wie er im Buche steht. Wer hier spazieren geht, läuft auf Moos, Sand oder Mulch und kleine, dicht bewachsene Pfade schlängeln sich durch das Gehölz. Man kommt an Teichen vorbei und gelangt auf Lichtungen. Natürlich sind auch gut ausgebaute Wanderwege vorhanden und Hamburgs größtes zusammenhängendes Reitwegenetz.

Ein besonders schönes Fleckchen liegt im Südwesten: das Schnaakenmoor. Hier treffen Binnendünen auf Feuchtwiesen und Heidegräser, Kanäle ziehen sich durch das Hochmoor und in den unterschiedlichen Gräsern und Pflanzen hocken der Moorfrosch, die Kreuzkröte und die Sumpfschrecke. Stundenlang kann man durch das rund 100 Hektar große und wunderschöne Naturschutzgebiet streifen, immer wieder Neues entdecken und zwischendurch am Bach die Picknickdecke ausbreiten – durchatmen und den Rest der Welt vergessen.

 

Friedhof Ohlsdorf

 

Der Ohlsdorfer Friedhof darf ruhig mal ein bisschen angeben: Er ist nicht nur beliebte letzte Ruhestätte der Hamburger Prominenz und Hamburgs größte Grünanlage, sondern mit rund 390 Hektar Fläche auch der größte Parkfriedhof der Welt. Die überwältigende Größe garantiert auch eine gigantische Vielfalt – hier findet wirklich jeder das perfekte Stückchen Grünfläche zum Durchatmen. Geschichtsexperten können die vielen historischen Gräber und Mausoleen bestaunen, Hobbybotaniker sich der Rhododendren erfreuen und kleine Entdecker den Naturlehrpfad erforschen. Kerzengerade Alleen und verschlungene Pfade führen vorbei an Blumengärten, Waldstücken, Tümpeln und Seen.

Wer hin und wieder etwas vom Pfad abweicht, entdeckt alte, moosbewachsene Grabplatten, die von der Natur langsam zurückerobert werden. Neben der großen landschaftlichen Palette birgt die schiere Fläche des Ohlsdorfer Friedhofs noch einen ganz anderen Vorteil: Entzerrung. Da kann es schon mal vorkommen, dass man beim Streifzug über den Friedhof eine gute halbe Stunde keinem anderen Besucher begegnet.

 

Wandse

 

Jeder weiß: Hamburg hat mehr Brücken als Venedig. Die dazugehörigen Kanäle, Bäche und Flüsse eignen sich hervorragend für lange Spaziergänge, im Hamburger Osten zu empfehlen: die Wandse. Der rund 20 Kilometer lange Fluss entspringt bei Siek in Schleswig-Holstein und schlängelt sich auf seinem Weg bis zur Mündung durch einige botanische Highlights. Erster Halt ist das Naturschutzgebiet Höltigbaum, ein ehemaliger Militärübungsplatz, der heute nicht nur eine große Vielfalt an Fauna und Flora beherbergt, sondern auch flauschige Galloway- und Highlandrinder.

Über die Hamburger Stadtgrenze hinweg fließt die Wandse anschließend durch Rahlstedt, wo sie kurz unter dem dortigen Einkaufszentrum verschwindet. Ab hier zieht sich die Wandse entlang einer grünen Ader vorbei am Friedhof Tonndorf, durch den Botanischen Sondergarten Wandsbek und den Eichtalpark bis zur S-Bahn-Station Friedrichsberg. Hier, im Eilbek Park, wird die Wandse zum Eilbekkanal und fließt durch den Kuhmühlenteich schließlich in die Außenalster. Für einen ausgiebigen Spaziergang lohnt sich der Streckenabschnitt zwischen den Bahnstationen Friedrichsberg und Tonndorf oder Rahlstedt.

 

Boberger Dünen

 

Ein Geheimtipp sind die Boberger Dünen schon lange nicht mehr: Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Hamburger Südosten ist weitläufig, sehenswert und an Wochenenden durchaus rege besucht. Dennoch ist der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ohne Weiteres einhaltbar. Eine Dünenlandschaft gibt es hier tatsächlich noch – wenn auch längst nicht in dem Ausmaß einstiger Zeiten. Sie lässt eine abgesagte Fahrt an die Nordseeküste zwar nicht verschmerzen, wer aber den Sand an den Füßen entlangrinnen spürt, bei dem stellt sich immerhin eine Prise Strand-Feeling ein. Jetzt einfach nach hinten in den Sand fallen lassen, den mitgebrachten Apfelsaft aus dem Rucksack ziehen und die Sonne genießen: Das flenst!

Einen See gibt es auch, die Badestelle ist am nordöstlichen Ufer. Und auch hier gilt 1,5 Meter Abstand zu Sande und zu Wasser. Oder man umrundet ihn ruhigen Schrittes und genießt dabei den Anblick des funkelnden Wassers. Wer ausgedehntere Wanderungen schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten: Vier Wanderwege stehen zur Auswahl. Für Radtouren ist die Boberger Niederung ebenfalls bestens geeignet: Wer auf zwei Rädern unterwegs ist, sieht auch mehr von der beeindruckenden Landschaft. Das Areal umfasst immerhin satte 350 Hektar. Wie auch immer man dieses Naturschutzgebiet erkundet

 

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Ab aufs Fiets: mit dem Fahrrad entlang der Elbe (Foto: Hamburg Marketing)

 

Radeln

Die Elbe runter

 

Nicht nur nach Osten hat die Elbe viel zu bieten: Vom Fischmarkt aus Richtung Westen kann man zum Großteil direkt an der Elbe entlangradeln. Wasser, Sonne und Ausblick! Über den Altonaer Balkon und vorbei am Rosengarten geht es bis nach Teufelsbrück. Wer keine kompletten 19 Kilometer zurücklegen möchte, kann auch von hier starten. Ab Teufelsbrück geht es immer entlang der Elbe, links das Wasser und rechts das Grüne.

Wer möchte, kann einen Abstecher durch Blankenese machen, oder immer weiter gerade- aus fahren, vorbei am Falkensteiner Ufer und durch die Wittenberger Heide bis zur Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft. Hier kann man entweder auf der Wiese entspannen und Landeshymnen erraten oder im Beachclub Wedel ein kühles Bier schlürfen. Zurück geht’s mit der Fähre.

 

Loop Wilhelmsburg

 

Los geht es an den Landungsbrücken, ab in den Aufzug des Alten Elbtunnels und einmal unter dem Fluss hindurch. Auf der anderen Seite radelt man über die Argentinienbrücke und dann die Klütjenfelder Straße entlang. Immer geradeaus kommt man schließlich auf den Loop Wilhelmsburg. Die Strecke ist durch gute Beschilderung und ebenen Belag angenehm zu fahren, außerdem kann man sowohl die imposanten Industrieanlagen und das ausnahmsweise mal leere Dockville-Gelände sehen. Von dort aus geht es entweder gleich zur S-Bahn – oder auf einen Abstecher in den Wilhelmsburger Inselpark.

Für Aussichtsfanatiker liegt außerdem der Energieberg Georgswerder in der Nähe, von dem aus man einen fantastischen Blick über Hafen, Elbphilharmonie und bis zum Michel hat. Zurück nach Hamburg fährt man über die Veddel.

 

Alster bis Tonndorf

 

Wassernähe bieten in Hamburg nicht nur Elbe und Alster – auch die Kanäle, die an vielen Stellen umgeben sind von Grünanlagen, sind im Sommer Anlaufpunkt für Spaziergänge, Kanufahrten oder Sonnenbaden. Startet man am unteren Ende der Außenalster in der Nähe von Dammtorbahnhof und Kennedybrücke, fährt man zunächst mit der Alster zur Linken bis zum Mundsburger Kanal.

Vorbei am Kuhmühlenteich wird dieser dann zum Eilbekkanal, und auf der Höhe des Eilbek Parks schließlich zur Wandse, die hier mündet. Durch den Eichtalpark erreicht man nach knappen zehn Kilometern Strecke schließlich das Ziel: das Freibad Ostender Teich. Hier lassen sich prima die Zehen in den Sand stecken.


 SZENE HAMBURG Stadt, Land, Sommer 2020/2021. Das Magazin ist seit dem 4. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Mobil im Job: Hamburger erzählen vom bewegten Alltag

Ein Kurierfahrer, ein Rettungssanitäter, ein Eiswagenfahrer und ein Schiffsführer: Vier Hamburger erzählen, wie es ist, jeden Tag für den Job durch die Straßen der Stadt zu düsen

Text & Protokolle: Erik Brandt-Höge

 

Alex (40), Kurierfahrer

Fahrradkurier

Alex hat mit Bringbock seinen eigenen Kurierdienst gegründet.

“Arschloch!” Keine hundert Meter unterwegs, wird Alex schon beschimpft. Im Zickzacksprint hat er es durch eine Menschenmenge geschafft, und nicht alle in der viel belaufenen Fußgängerzone waren von seinen fahrerischen Fähigkeiten angetan. Egal, Alex muss weiter, ein Kunde wartet auf eine Lieferung, und Zeit ist in Alex’ Job buchstäblich Geld. Seit drei Jahren ist der gebürtige Stuttgarter in Hamburg, seit einem Jahr als Kurierfahrer unterwegs. Wichtigstes Arbeitsgerät: sein orangefarbenes Cargobike. Damit transportiert der 40-Jährige alle denkbaren Dinge von A nach B: Blutproben für Labore, vergessene Schlüssel, Ladekabel, Dokumente wie Gerichtsurteile, Kündigungen und Hafenfrachtscheine. Auch ein Blumenstrauß für Helene Fischer lag schon in der schwarzen Box, die vor Alex’ Lenker installiert ist.

Was im schuhkartongroßen Paket ist, das jetzt in der Box liegt, weiß Alex nicht, nur, dass es in wenigen Minuten beim Adressaten sein soll. Also düst er weiter durch die City, rasend schnell, aber den Rest des Stadtverkehrs immer im Blick. Umgekehrt ist das nicht immer so. „Einmal hat mich ein Auto voll erwischt“, sagt er, „vorne an der Box, und dann lag ich da. Ist eben so: Die ein oder andere Narbe haben alle Kurierfahrer.“ Was laut Alex auch alle Fahrer haben: zig Fahrstuhl-Selfies. „Alter Fahrertrick: Am Ziel angekommen, geht es im Fahrstuhl hoch zur angegebenen Etage, runter auf der Treppe – weil dort Funkempfang ist und schon der nächste Auftrag angenommen werden kann.“ Und genauso macht er es dann, als das Paket sicher beim Empfänger gelandet ist. Ein paar Knopfdrücke auf die umgeschnallten Geräte, und weiter geht’s, nun sollen Klamotten von einer Boutique in ein Hotel gebracht werden.

Dass Alex in der Kurierfahrerbranche arbeitet, ist übrigens nur konsequent. Im Saarland arbeitete er lange selbstständig im Bereich der E-Mobilität, half anderem dabei, Hoverboards in Europa zu etablieren, indem er sie gekonnt platzierte, etwa in Sendungen wie „Schlag den Raab“. Alex: „Durch die ständige Beschäftigung mit alternativer Mobilität habe ich mich auch privat verändert, mein Auto verkauft und mir ein Lastenfahrrad angeschafft. Und irgendwann dachte ich: Das wäre doch auch ein Job für mich, also das Übermitteln von Waren per Lastenfahrrad.“

Er fing bei der Kurier AG an, um ein Gespür für den Beruf zu entwickeln, und baute nebenher schrittweise seine eigene Firma Bringbock auf, über die er heute zusätzlich Aufträge zum Ausliefern von Paketen von einem Berliner Onlineshop annimmt, der auf der letzten Meile via Lastenfahrrad ausliefern lässt. Das Geschäft läuft gut und macht Alex weiterhin Spaß – mal abgesehen von seltenen Unfällen, starkem Materialverschleiß, Passantengemecker und dem nicht immer fahrerfreundlichen Wetter. Auch Hamburg habe er immer besser kennen- und lieben gelernt durch den Job: „Die Stadt ist überall anders, riecht sogar überall anders, hier nach vermodertem Wasser, dort nach süßem Sanddorn. Ich nehme alles war, verbinde jeden Ort mit einem Duft.“ Und womöglich mit dem nächsten Auftrag.

 

Finn (21), Rettungssanitäter

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Finn ist bereits seit fünf Jahren für das Deutsche Rote Kreuz tätig

Vor fünf Jahren habe ich angefangen, ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz zu arbeiten, zum Beispiel im Katastrophenschutz. Nach der Schule war ich ein Jahr mit dem DRK in Namibia, habe unter anderem Hygienekampagnen organisiert und gegen den Ausbruch von Hepatitis E gekämpft. Und seit sechs Monaten bin ich Rettungssanitäter und fahre einen Rettungswagen in Hamburg. Die Ausbildung hierfür dauerte drei Monate, außerdem brauchte ich einen Führerschein für kleine Lkw, weil der Wagen über dreieinhalb Tonnen wiegt.

Mein Arbeitsalltag sieht ungefähr so aus: Wenn ich die Frühschicht habe, die von 7 bis 19 Uhr geht, komme ich morgens zur DRK-Rettungswache und treffe die Kollegen aus der Nachtschicht, die mir und einem Kollegen das Auto übergeben. Das prüfe ich dann genau, zum Beispiel, ob genug Sprit vorhanden ist und alle medizinischen Geräte da sind. Sobald der Pieper, den wir immer an der Hose tragen, piept, geht es in den Einsatz – und manchmal auch um Leben und Tod. Wir fahren zu den Patienten, helfen ihnen und bringen sie gegebenenfalls ins Krankenhaus. Was wir versuchen, ist den Zustand des Patienten stabil zu halten und ihn dann einer Fachkraft zuzuführen.

Im Verkehr müssen wir natürlich extrem wachsam sein und aufpassen, was wir tun, besonders wenn wir mit Blaulicht unterwegs sind. Wir können ja nicht einfach in hohem Tempo über Kreuzungen und rote Ampeln fahren, wir dürfen trotz der gebotenen Eile schließlich keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Wir müssen immer für andere mitdenken und auch damit rechnen, dass sich nicht alle vorschriftsmäßig verhalten. Das kann natürlich stressig sein. Bei den Autofahrern erleben wir zwei Extreme: eine Schockstarre, in die manche aufgrund der Ausnahmesituation verfallen, und ein Platzmachen der meisten, die alles versuchen, um uns nicht zu behindern. Zwischen den Einsätzen haben wir relativ entspannte Phasen unter Kollegen, was auch sehr viel wert ist. Wir ticken alle ähnlich, wollen alle das Gleiche: Menschen helfen.

 

Long (43), Eiswagenfahrer

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Eiswagenfahrer im Sommer, Taxifahrer im Winter

Seit über 20 Jahren bin ich schon Eisverkäufer in Hamburg und mit meinem Wagen unterwegs. Mein Arbeitsgebiet ist Altona, dort fahre ich so ziemlich überall hin, auch auf Bestellung zum Beispiel zu Betriebshöfen. Mein Auto ist alt, aber es läuft und läuft und läuft (lacht). Und wenn mal Kleinigkeiten anfallen, kann ich mittlerweile schon selbst die Reparaturen vornehmen. Hier mal ein bisschen flicken, da mal ein bisschen Silikon nachziehen – das ist alles kein Problem.

Wie ich zum mobilen Eisverkauf kam? Es war 1991, ich war erst 15 Jahre alt, fast noch Kind, als ich von Vietnam nach Deutschland kam. Damals habe ich angefangen, in einer Eisfirma zu arbeiten. Irgendwann habe ich gesehen, dass es Bedarf an Eiswagenfahrern gibt, da habe ich mich selbstständig gemacht und bin es bis heute.

Ich könnte das Eis auch selbst machen, aber dafür habe ich kaum Zeit, wenn ich den ganzen Tag herumfahre. Deshalb beziehe ich es von einer Firma. Ich habe übrigens noch einen zweiten mobilen Job, den allerdings in meiner Heimat. Von März bis Oktober fahre ich mit meinem Eiswagen durch Altona, im Winter fliege ich nach Vietnam – und arbeite dort als Taxifahrer.

 

Alexander (32), Schiffsführer

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„Wollte schon immer Kapitän sein“: Alexander

Ich bin gelernter Tischler, habe jahrelang in der Holzbranche gearbeitet – aber eigentlich wollte ich schon immer Kapitän sein. Es war vor gut vier Jahren, als meine Frau schließlich zu mir sagte: „Versuch’s doch einfach mal!“ Also habe mich umgehört, was machbar ist. Mit drei Kindern wollte ich ungern als Kapitän zur See fahren, aber die Fähren im Hafen haben mich sehr gereizt.

Ich habe dann eine Ausbildung zum Hafenschiffer und ein Hafenpatent gemacht, also alles gelernt, was zum nautischen Betrieb dazugehört: allgemeine Schifffahrtsgesetze und die besonderen Gesetze, die hier im Hafen gelten, Maschinenkunde und Englisch. Seitdem bin ich auf der Elbe unterwegs, fahre Linien wie die 62 (zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder), 72 (zwischen Landungsbrücken und Elbphilharmonie) und 73 (zwischen Landungsbrücken und Ernst August Schleuse). Die frühste Schicht beginnt für mich um 4.15 Uhr und geht bis circa 13 Uhr, die späteste fängt um 15 Uhr an dauert bis 23 Uhr.

Stress kenne ich in diesem Job nicht. Das liegt sicher auch daran, dass es keine wechselnden Herausforderungen gibt, wie sie zum Beispiel ein Projektmanager zu bewältigen hat, der jeden Tag vor neuen Aufgaben steht. Ich mache einfach zu Arbeitsbeginn das Schiff klar, und dann fahre ich meine Touren. Klar, das ist manchmal ein wenig monoton, aber mir macht es trotzdem großen Spaß. Auch, weil ich eben im schönen Hamburger Hafen arbeite, in dem ich immer wieder neue Ansichten und tolle Sonnenauf- und -untergänge mitbekomme. Und ich meine: Ich fahre ein Schiff! Allein das ist schon toll. Maximal befördere ich 250 Personen. Das Schiff würde zwar 500 bis 600 Leute aushalten, aber solange nur ein Schiffsführer an Bord ist, sind laut Hafenfahrzeugattest maximal 250 Personen erlaubt. Mehr könnte ich im Notfall gar nicht evakuieren.


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Fahrrad-Stadt: So baut Hamburg den Radverkehr aus

Velorouten, Stadtrad und mehr Stellplätze: Hamburg baut die Infrastruktur für Fahrradfahrer aus. Warum ein funktionierender Verkehr auch immer einen guten Mobilitätsmix braucht, erklärt Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue

Interview: Sophia Herzog
Foto (o.): Fahrrad.Hamburg

 

SZENE HAMBURG: Frau Pfaue, Hollandrad oder Fixie-Bike?

Kirsten Pfaue: Hollandrad.

Ist das Fahrrad Teil Ihres Alltags?

Ja, definitiv. Entweder ich bringe meine Tochter zur Kita, oder ich fahre zum Einkaufen oder zur Arbeit. Ein Leben ohne Rad könnte ich mir gar nicht vorstellen.

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Kirsten Pfaue macht Hamburg Stück für Stück zur Fahrradstadt / Foto: BWVI Hamburg

Verbinden Sie besondere Erinnerungen mit dem Fahrradfahren?

Für mich steht das Fahrrad für Unabhängigkeit und Freiheit. Früher habe ich mit dem Fahrrad viele Reisen durch Europa gemacht. Dabei konnte ich das Land immer ganz unmittelbar erleben. Es ist so schön, einfach an einem französischen Marktplatz anzuhalten und vor Ort Obst oder Käse einzukaufen. Das Lebendige am Radfahren hat mich schon immer begeistert.

Diese Leidenschaft ist 2015 schließlich Teil Ihres Jobs geworden – was genau macht eine Radverkehrskoordinatorin?

Meine Aufgabe ist es, Hamburg jeden Tag ein Stück fahrradfreundlicher zu machen. Das Wichtigste dabei ist, dass alle, die sich in der Verwaltung der Stadt Hamburg um dieses Thema kümmern, an einem Strang ziehen. Deshalb laufen bei mir alle Fäden zusammen. Jede Entscheidung, die ich treffe, soll den Radverkehr in Hamburg nach vorne bringen. Dazu spreche ich natürlich mit meinen Kollegen, mit Staatsräten, und auch mit Polizisten vor Ort oder den Hamburgern selbst.

Wie motivieren Sie die Hamburger dazu, öfter mal aufs Rad umzusteigen?

Erst einmal bauen wir natürlich stadtweit die Infrastruktur und die Services aus, wir wollen aber auch mit den Hamburgern ins Gespräch kommen. Deshalb haben wir die Kampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“ ins Leben gerufen. Mit dieser Kampagne wollen wir die Bereitschaft der Hamburger für das Radfahren steigern, das Engagement der Stadt sichtbar machen und über unsere Angebote informieren.

 

Hört hier den Song „Von Hamburg bis zum Meer“ zur Kampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“

 

Wie verändern sich Städte, wenn mehr Menschen das Fahrrad nutzen?

Ziel des Hamburger Senats ist es, bis Ende der 2020er Jahre einen Fahrradverkehrsanteil von 25 Prozent zu erreichen. Gerade sind wir bei rund 15 Prozent. Ein hoher Radverkehrsanteil steht für die Lebensqualität einer Stadt, weil Städte durch Radverkehr viel lebendiger werden. Und er löst auch viele Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Radverkehr bringt bessere Luft, weniger Lärm und weniger Stau. Daher ist es ganz wichtig, dass wir den Radverkehr in Hamburg fördern.

Grundlage für diese Förderung ist auch das „Bündnis für den Radverkehr“, das unter Olaf Scholz 2016 unterzeichnet wurde. Was hat sich seitdem konkret getan?

Sehr viel! Seit der Unterzeichnung des Bündnisses haben wir in Hamburg eine Radverkehrsförderung, wie es sie vorher noch nie gab. Wir haben seitdem vorangebracht, dass an allen U- und S-Bahnhöfen hochwertige Abstellanlagen gebaut werden. Unser Stadtrad-System ist erweitert worden, sogar um E-Lastenräder. Und natürlich wird auch das Velorouten-Netz ausgebaut. Das wird immer sichtbarer, an der Ecke Krugkoppelbrücke und Harvesterhuder Weg ist beispielsweise gerade ein Kreisel auf der Veloroute 4 fertig geworden.

Jährlich entstehen rund 30 bis 40 Kilometer Radverkehrsanlagen. Das findet auch bundesweit Anerkennung, wir werden 2021 den Nationalen Radverkehrskongress mit dem Bund hier in Hamburg als Gastgeber durchführen. Dies ist ein großes Kompliment an das, was wir in den letzten Jahren geschafft haben.

 

„Wir müssen den Stadtraum völlig neu aufteilen“

 

Es wird oft kritisiert, dass Radfahren auf Hamburgs Straßen nicht sehr sicher ist, was vielerorts auch an den Konflikten zwischen Autofahrern, Radlern und Fußgängern liegt. Wie lässt sich dieses Konfliktpotential verringern?

Gute Radverkehrsförderung bedeutet auch immer Förderung für den Fußverkehr. Hamburg wächst, wir werden bald die Zwei-Millionen-Marke knacken. Das heißt, dass wir auf den Fußwegen mehr Platz brauchen, die aber gerade häufig von schmalen Radwegen besetzt sind. Der Radverkehr muss also von dort auf die Straße gelenkt werden, wo es wiederum sichere und breite Fahrradspuren braucht. Wir müssen den Straßenraum also völlig neu aufteilen.

Deshalb der Ausbau des Velorouten-Netzes in der Stadt…

Genau, beim Veloroutenausbau setzen wir auf mehr Platz für die Radfahrer. Wir wollen loskommen von diesen hubbeligen, handtuchbreiten Wegen. Stattdessen wollen wir breite Radrouten, auf denen die Fahrradfahrer sicher, zügig und komfortabel fahren können. Platz schafft Sicherheit. Wie das aussieht, können die Hamburger zum Beispiel schon an den Fahrradstraßen Chemnitzstraße oder Leinpfad sehen. Ab August wird der Ballindamm umgebaut, Radfahrer bekommen dort bis zu 2,75 Meter breite Radstreifen.

Ab wann kann die Stadt denn auf dem fertigen Velorouten-Netz erkundet werden?

Als ich meinen Job als Radverkehrskoordinatorin angefangen habe, war das Thema Velorouten ein unbeackertes Feld. Der Plan lag zwar in der Schublade, wurde aber nicht umgesetzt. Inzwischen haben wir 253 Maßnahmen über das ganze Stadtgebiet angestoßen, die gerade in Planung oder im Bau sind. Bis Ende 2020 werden wir dafür 30 Millionen Euro Bundesmittel verbaut haben. Dann wird auch das Streckennetz überwiegend fertig sein. Allerdings gibt es auch Maßnahmen, die erst danach umgesetzt werden, was einfach daran liegt, dass manche Planungen länger brauchen, weil beispielsweise Grundstücke gekauft oder Bauzeitfenster gefunden werden müssen.

 

„Bis 2025 bauen wir an S- und U-Bahnhöfen rund 25.000 Abstellplätze für Fahrräder“

 

Nicht jede Strecke lässt sich mit dem Rad fahren. Wie bringen sie Menschen dazu, die beispielsweise mit dem Auto zur Arbeit in die Innenstadt pendeln?

Da arbeiten wir an zwei Strängen. Zum einen sind das die Velorouten, die sternförmig aus dem Hamburger Umland in die Stadt hineinführen. Durch E-unterstütze Räder kann man inzwischen auch ganz andere Strecken zurücklegen als mit dem herkömmlichen Rad. Und zum anderen brauchen wir wirklich gute Mobilitätsketten. Das heißt, ein Pendler muss wissen, dass es beim nächsten Bahnhof sichere Abstellanlagen gibt, bei denen das Rad tagsüber gut aufgehoben ist.

Deshalb bauen wir bis 2025 an allen S- und U-Bahnhöfen rund 25.000 Abstellplätze in einem hohen, einheitlichen Standard. Und in der Stadt angekommen, können sich die Pendler dann ein Stadtrad schnappen und damit in die Nähe des Arbeitsplatzes fahren.

Apropos Stadtrad: Im letzten Jahr wurden neue Stationen gebaut, und die Flotte wurde erweitert. Wie geht es weiter?

Vor einem Jahr hatten wir noch 214 Leihstationen mit 2.450 Fahrrädern. Heute gibt es bereits 224 Stationen, diese werden in den kommenden Jahren schrittweise auf 350 Stationen mit 4.500 Leihrädern ausgebaut. So erreichen wir eine Vollabdeckung in der Stadt. Unser Ziel ist es, dass die Hamburger im ganzen Stadtgebiet an allen S- und U-Bahnhöfen und in allen Stadtteilzentren eine Station finden. Die erste halbe Stunde der Nutzung ist kostenlos, und per App kann man vorher prüfen, an welcher Station noch Fahrräder verfügbar sind. Das Stadtrad ist damit ein sehr komfortables Verkehrsmittel, das viele Hamburger schätzen und lieben.

Das Stadtrad scheint ein elementarer Teil des Mobilitätskonzepts der Stadt zu sein. Aber sind 4.500 Stadträder wirklich genug, um ganz Hamburg zu versorgen?

Ja, das Stadtrad erfreut sich großer Beliebtheit. Es ist sogar das meist genutzte Fahrradverleihsystem Deutschlands. Unser Ziel ist eine große Stationsdichte, die an Orten mit hohem Kundenpotenzial sowie mit hoher Einwohnerzahl im Umkreis von 500 Metern liegt. Wichtig ist uns dabei stets auch ein qualitativ hochwertiges und gepflegtes Erscheinungsbild des Stadtrad-Systems. Deshalb wachsen wir lieber im guten Tempo als zu rasant.

Gibt es andere Fahrradstädte, Kopenhagen zum Beispiel, die Hamburg sich als Vorbild nehmen könnte?

Ganz bestimmt. In diesen Städten wird schon viel weitergedacht, das merkt man oft an den Feinheiten. In Groningen zum Beispiel gibt es Radfahr-Ampeln, die bei Regen längere Grünphasen haben. So werden die Radler bei Rot nicht so lange im Regen stehen gelassen. Schöne Sache. Das sind Kleinigkeiten, die zeigen: Wir nehmen den Radfahrer ernst und geben ihm eine hohe Priorität im Straßenverkehr.

Können Sie sich vorstellen, dass in Hamburg irgendwann nur noch Radfahrer unterwegs sind?

Nein, das ist auch nicht unser Ziel. Es gibt auch gute Gründe, in einer so großen Stadt den öffentlichen Nahverkehr stark auszubauen und dem Fußverkehr einen großen Stellenwert einzuräumen. Und natürlich wird es weiter Autos und Lieferwagen geben. Das ist doch selbstverständlich, gerade in einer Wirtschafts- und Logistikmetropole wie Hamburg. Es muss uns aber nur allen klar sein, dass es so, wie es jetzt ist, nicht weitergeht. Wir brauchen neue Angebote, um gerade den individuellen Autoverkehr zu reduzieren. Sonst steht der Verkehr. In einem zukunftsfähigen Mobilitätsmix wird das Fahrrad eine zentrale Rolle spielen, aber sicher bleibt auch: Die Mischung macht’s.

Fahrrad.hamburg


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Dieses Wochenende: Fahrraddemo

Anfang des Monats ist erneut eine Radfahrerin tödlich verunglückt. Am Samstag, den 19.5.18 um 14 Uhr, werden Hamburgs Radfahrer in Eimsbüttel für sichere Straßen demonstrieren. Treffpunkt: Kaifu-Ufer.

Am 7. Mai 2018 wurde eine Hamburger Radfahrerin von einem LKW überrollt. Sie verstarb an den Folgen des Unfalls. Auf ihren Tod folgte eine Mahnwache, bei der sich am Unglücksort niederlegten. Außerdem wurde ein sogenanntes Ghost Bike aufgestellt. Die weiß gestrichenen Fahrräder weisen weltweit auf tödlich verunglückte Radfahrer hin. Eine Demonstration ist nun für Samstag, den 19.5. geplant.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Organisator ist der Verein „Kurs Fahrradstadt“, der sich seit mehreren Jahren für die Sicherheit von Radfahrern einsetzt. Dieser kritisiert die Mobilitätspolitik des Hamburger Senats und fordert  ihn zum Handeln auf. An der Demonstration am kommenden Samstag (19.5.2018) beteiligen sich auch der ADFC, Radentscheid Hamburg und Politiker der Grünen (Anjes Tjarks und/oder Martin Bill) und Linken. Sie fordern eine Tempo-30-Zone im Eppendorfer Weg und auf der Osterstraße sowie eine umfassende Wende hin zu einer fahrradorientierten Verkehrspolitik.

Auf ihrer Facebookseite schreiben die Veranstalter: „Bastelt Tempo 30 Schilder, lasst eure Kinder Bilder malen, wie sie sich ihre Straßen in Eimsbüttel wünschen und bringt – wer mag – gerne auch Blumen mit, die wir an den Unfallstellen ablegen werden. Damit auch wirklich alle dabei sein können, gilt diesmal: Wer sein Rad liebt, der schiebt.”

Demo:
Sa. 19.5.18, 14 Uhr; Bundesstraße – Wiese hinter der Haltestelle Kaiser-Friedrich-Ufer; Kursfahrradstadt.wordpress.com

Critical Mass:
jeden letzten Freitag im Monat, 19 Uhr (nächster Termin: 25.5.18; Treffpunkt: Kaifu Ufer) https://criticalmass.hamburg/

Text: Sabrina Pohlmann
Foto: Kurs Fahrradstadt

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