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Mit Pomp und Plüsch: Happy Birthday, Corny Littmann!

Was wäre Hamburg ohne Corny Littmann? Kulturell sicherlich völlig anders und deutlich langweiliger. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag und SZENE HAMBURG gratuliert herzlich

Text: Marina Höfker

 

Als Theaterchef, Schauspieler, ehemaliger Präsident des FC St. Pauli und Aktivist hat er Hamburg und besonders die Reeperbahn mitgeprägt wie kaum ein anderer: Cornelius „Corny“ Littmann ist aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. Der gebürtige Münsteraner kam mit 15 Jahren in die Hansestadt und machte schon früh auf sich aufmerksam. Mit der Theatergruppe „Brühwarm“ setzte sich Littmann, der sein eigenes Coming-Out mit 18 Jahren hatte, für schwule Emanzipation ein. Auch als Mitgründer des Tourneetheaters „Familie Schmidt“ macht er sich anschließend auf seinen Touren durch Deutschland weiterhin für die Rechte der Homosexuellen stark.

 

„Wir sind überzeugt, dass es in Hamburg Hunderte von Sumpfblüten gibt, die nur zum Blühen kommen müssen.“
Corny Littmann 1988 anlässlich der Eröffnung des Schmidt Theaters

 

Dabei stets an seiner Seite: Schauspieler und Travestiekünstler Ernie Reinhardt – alias Lilo Wanders –, mit dem er sich am 8. August 1988 den Traum vom eigenen Theater auf dem Hamburger Kiez erfüllte. Mit dem Schmidt Theater wollte Littmann vor allem unbekannteren Künstler:innen eine Bühne bieten. Zur Eröffnung sagte er damals der SZENE HAMBURG: „Wir sind überzeugt, dass es in Hamburg Hunderte von Sumpfblüten gibt, die nur zum Blühen kommen müssen.“

 

Über Nacht berühmt mit der „Schmidt Mitternachtsshow“

Bei einem Theater blieb es nicht: Nur drei Jahre später kam das Schmidts Tivoli hinzu, 2015 schließlich das „Schmidtchen“. Doch als Theaterchef und Regisseur der Hausproduktionen blieb Littmann keinesfalls nur hinter den Kulissen aktiv. So stand er unter anderem in „Das Geheimnis der Irma Vep“, „Fifty Fifty“ und „Die Schmidtparade“ auf der Bühne.

Bundesweite Berühmtheit erlangte er in den 1990er-Jahren als Herr Schmidt mit seiner „Schmidt Mitternachtsshow“, die im NDR Fernsehen gezeigt wurde. Hier blieb die Provokationen selten aus: So hielt er einmal ein Plakat der Deutschen Aidshilfe in die Kamera, auf dem zwei Männer beim Oralverkehr zu sehen waren.

Schmidt Theater (c) Ingo Boelter

Am 8. August 1988 eröffnete das Schmidt Theater (© Ingo Boelter)

Mit Corny Littmann zum Aufstieg

Das Theater war allerdings nie seine einzige große Leidenschaft. Von 2003 bis 2010 war er Präsident des FC St. Pauli und schaffte es nicht nur, den damals finanziell angeschlagenen Verein vor dem Konkurs zu retten. Unter seiner Präsidentschaft gelang sogar der Aufstieg von der Regionalliga in die Bundesliga.

Ob auf der Reeperbahn oder am Millerntor: Was Littmann anpackt, wird zum Erfolg. Dabei drückt er allem seinen pompösen, plüschigen und unverwechselbaren Stempel auf. Davon werden Hamburg und der Kiez hoffentlich noch lange etwas haben. Herzlichen Glückwunsch, Corny!


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833. Hafengeburtstag: Leinen los!

Nach zweijähriger Corona-Pause wird der Hafengeburtstag vom 16. bis 18. September 2022 mit einem vielfältigen Programm gefeiert. In diesem Jahr gibt es einige Highlights, aber auch Veränderungen

Text: Johanna Zobel 

 

Zum 833. Hafengeburtstag heißt es „Leinen los – wir feiern wieder“. Mitte September schippern rund 300 Schiffe über die Elbe, lassen das Wasser über die Hafenkante schwappen und übertönen mit lauten Hupen sogar das Möwengeschrei. Vor allem bei der Ein- und Auslaufparade sind unzählige Schiffe zu sehen. „Es fällt mir allerdings schwer, jetzt genau zu sagen, wie viele Schiffe es insgesamt sein werden“, sagt Andrea Heyden, Pressesprecherin Hafengeburtstag Hamburg. Denn auch private Segelschiffe und Motorboote dürfen kurzfristig bei den großen Paraden dabei sein. Sicher ist aber: Der Großsegler „Dar Mlodziezy“, ein polnisches 3-Mast-Vollschiff, wird die Auslaufparade anführen. Einige Schiffe werden aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland werden jedoch fehlen: „Die russischen Großsegler dürfen die EU-Häfen nicht mehr anlaufen. Die russische Mir darf zum Beispiel nicht kommen“, so Heyden, „Seit ihrer Indienststellung 1987 ist sie seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast beim Hafengeburtstag Hamburg.“

Der Hafengeburtstag wird nachgefeiert

Trotz Corona, Krieg und Krise findet der Hafengeburtstag nach zwei Jahren Pause endlich wieder statt. Dass einige Schiffe fehlen, ist nicht die einzige Veränderung dieses Jahres. Seit 1977 feiert die Hansestadt den Hafengeburtstag immer im Mai – anlässlich der Gründung des Hamburger Hafens am 7. Mai 1189. Pandemiebedingt findet er diesmal im Spätsommer statt, vom 16. bis zum 18. September 2022.

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Die Ein- und Auslaufparade gehört Jahr für jahr zu den großen Highlights beim Hafengeburtstag (Foto: Mediaserver Hamburg/Jörg Modrow)

Wie das Publikum den neuen Termin annimmt, ist noch unklar. „Wir sind selber sehr gespannt, weil der Hafengeburtstag jetzt im September stattfindet. Anderes Wetter, andere Lichtverhältnisse. Pandemisch wissen wir auch nicht, was sich da tut“, so Heyden. Laut dem Deutschen Wetterdienst sollten die Temperaturen der Veranstaltung aber nicht im Wege stehen: Im Mai herrschen Durchschnittstemperaturen von 13 Grad, im September ist es sogar minimal wärmer mit durchschnittlichen 14 Grad. Allerdings sind die Tage kürzer, die Sonne geht früher unter. Auch andere Faktoren könnten den diesjährigen Hafengeburtstag beeinflussen, vermutet Heyden: „Viele waren vielleicht schon im Urlaub. Es kann sein, dass die Leute kein Geld mehr haben oder wegen der Pandemie nicht kommen.“

Programm-Highlights auf dem Hamburger Hafengeburtstag 

Neben der traditionellen Ein- und Auslaufparade hat der Hafengeburtstag ein vollgepacktes Programm. Beim Schlepperballett am zweiten Festtag, zeigen die wuchtigen Schiffe wie sie zu klassischer Musik über das Wasser gleiten. Die Darbietung wird nur zum Hafengeburtstag aufgeführt und ist weltweit die einzige ihrer Art. Musik gibt es zusätzlich an verschiedensten Orten. Mehr als zehn Bühnen schaffen Raum für alle Musikgeschmäcker – ob Rock, Jazz, Klassik oder maritimes vom Shanty Chor. Neu in diesem Jahr: Das Harbour Beatz, ein Elektro-Festival, das an allen drei Festtagen zum Raven direkt neben der Elbe einlädt. Ein Zeichen für ein tolerantes Fest: Nahe des Fähranlegers Altona bietet die Harbour Pride eine Plattform zum Austausch für die LGBTQIA-Szene und Freunde. Freitag und Samstag von 10 bis 24 Uhr sowie Sonntag von 10 bis 21 Uhr stehen verschiedene Künstler auf der Bühne. 

Weltoffen, maritim und unterhaltsam 

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Das Schlepperballett gehört zum Hafengeburtstag wie der Michel zu Hamburg (Foto: Hamburg Messe und Congress/Nicolas Maack)

Während des Hafengeburtstages 2017 wurde im Auftrag der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation eine repräsentative Besucherumfrage durchgeführt. Demnach stehen die Zeichen für ein erfolgreiches Fest sehr gut. Denn der Hamburger Hafengeburtstag, das größte Hafenfest weltweit, zieht viele Besucherinnen und Besucher an – 2017 insgesamt eine Million. Viele von ihnen sind kommen immer wieder (57 Prozent). 91 Prozent aller Besucherinnen und Besucher würden den Hafengeburtstag „bestimmt oder wahrscheinlich“ weiterempfehlen. 63 Prozent planten 2017 zudem einen erneuten Besuch. Vielleicht ja in diesem Jahr. Dann gibt es wieder ein umfangreiches Programm auf dem Wasser und am Land. Etwa mit kostenlosen Live-Konzerten, Besichtigungen auf Schiffen oder Vorführungen auf dem Wasser. Abwechslung wird hier groß geschrieben. Für die meisten Besucherinnen und Besucher ist der Hafengeburtstag aber vor allem weltoffen, maritim und unterhaltsam.

Kulinarisches Fest

Und natürlich lohnt sich der Besuch immer für das Essen! Die große Hafenmeile hat kulinarisch eigentlich alles, was das Herz begehrt: Pizza, Pommes, Pasta und jede Menge Drinks. Auch auf der Sonderfläche des jährlich wechselnden Länderpartners gibt es viel zu entdecken und schlemmen. In diesem Jahr zeigt Kroatien, was die mediterrane Küche zu bieten hat. Vielleicht bereiten die Anbieterinnen und Anbieter dieses Jahr dann auch einige Highlights der kroatischen Küche zu. Dazu zählen etwa Cevapcici (gegrillte, würzige Röllchen aus Hackfleisch) oder Peka (Fleisch oder Meeresspezialitäten, die unter einer Glocke gegart werden). Nur 30 Prozent der Hafengeburtstag-Besucher kommen aus Hamburg, vor allem für die Hamburger Hotellerie ist diese Zeit zusätzlich gewinnbringend. Etwas mehr als die Hälfte der auswärtigen Besucherinnen und Besucher entscheiden sich für eine Übernachtung in der Hansestadt. Auch der Hamburger Gastronomie bringt das Vorteile. Laut der Besucherumfrage unternehmen 67 Prozent noch Weiteres in der Stadt, besuchen etwa Sehenswürdigkeiten oder Restaurants. Dafür wird Geld in die Hand genommen: 2017 lag bei knapp 50 Prozent der auswärtigen Gäste das Budget bei mehr als 250 Euro. 

Auch wenn in diesem Jahr ein paar Veränderungen und Unsicherheiten mitschwingen: Der Hafengeburtstag gehört zu Hamburg wie der Michel, die Elbe oder eben der Hafen selbst. Und vor allem bietet er Unterhaltung, dem stimmten 2017 zumindest 63 Prozent der Besucherinnen und Besucher voll zu. Auch Andrea Heyden blickt mit Vorfreude auf das Event: „Es ist schön für die Besucherinnen und Besucher, mal wieder die Seele baumeln zu lassen, andere Eindrücke zu gewinnen, zu genießen und vielleicht die Probleme für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Das ist ja auch mal wichtig in den Zeiten, die wir gerade haben.“

 


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Hopfy Birthday, Ratsherrn!

Seit 2012 wird in der Schanze das Bier der Kult-Brauerei gebraut. Zum zehnjährigen Jubiläum lädt Ratsherrn am 26. und 27. August zum Hoffestival in die Schanzenhöfe ein

Text: Katharina Stertzenbach

Zehn Jahre ist es her, dass die Hamburger Brauerei Ratsherrn mitten in den denkmalgeschützten Schanzenhöfen zum ersten Mal ihr Bier abgefüllt haben. Das will gefeiert werden – und zwar ein ganzes Wochenende lang! Darüber hinaus ist eine Sonderedition geplant, die die einzelnen Hamburger Stadtteile auf den Flaschen-Etiketten abbildet – eine Hommage an die schönste Stadt der Welt.

Ein echter Familienbetrieb

„Historisch war Bier immer ein Kirchturm-Geschäft, diese Tradition greifen wir nun wieder auf und freuen uns auf zahlreiche Besucher anlässlich unseres zweitägigen Hoffestivals. Besonders stolz sind wir, dass mit Finanzsenator Dr. Andreas Dressel ein echter ‚Ratsherr‘ den exklusiven Festakt eröffnen wird“, sagt Niklas Nordmann, einer der beiden Geschäftsführer. Mit seinem Geschäftspartner Florian Weins leitet er Hamburgs größte inhabergeführte Brauerei, die zu 100 Prozent in Familienhand liegt.

Vom Edel- zum Kultbier

Ratsherrn wurde bereits 1951 als Edelmarke der Elbschlossbrauerei in Hamburg-Nienstedten eingeführt. 1970 war es, nach eigenen Angaben, bereits das meistverkaufte Premium-Pils in Hamburg und hielt seitdem einen kartellrechtlich bedingten Dornröschenschlaf.

2005 erwarb Oliver Nordmann die Vertriebs- und schließlich auch die Markenrechte, initiierte einen Relaunch und positionierte die Marke schwungvoll in der Stadt- und Gastroszene. 2012 erfolgte die Eröffnung der Brauerei in den Schanzenhöfen.

Das Angebot wurde erweitert – vom Hellen über ausgefallene Variationen wie „Matrosenschluck“ und „Moby Wit“ bis hin zu Merchandising-Artikeln, Brauereiführungen und Bier-Events und Kooperationen mit den Online Marketing Rockstars (OMR). 2013 folgte die Eröffnung des Craft Beer Stores. Hinzu kamen die eigenen Gastronomiekonzepte, „Altes Mädchen“, die „Ratsherrn Bar“ im hippen Winterhude und das „Lokal“ in Eimsbüttel. Die Biermarke mit dem Ratsherrn auf dem Logo ist überall, wo das Leben tobt. Wer sich zum Jubiläum austoben möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

ratsherrn.de


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Happy Birthday, Elbphilharmonie!

Mit der Elbphilharmonie feiert Hamburgs neues Wahrzeichen seinen fünften Geburtstag und bietet vom 9. bis 17. Januar 2022 ein Programm der Extraklasse

Text: Marco Arellano Gomes

 

Sind tatsächlich fünf Jahre vergangen, seit die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnete? Es kommt einem irgendwie länger vor. Als wäre sie immer da gewesen, als wäre Hamburg schon immer Teil der ersten Reihe der Musikstädte dieser Welt. Andererseits, kommt es einem kürzer vor – denn auch das strahlende Konzerthaus in der HafenCity musste aufgrund der Pandemie und der Lockdown-Phasen über Monate pausieren. Kein Beethoven, keine Klangwelten, kein Husten und Räuspern in den Pausen. Aber es stimmt: Im Januar feiert die Elbphilharmonie, die die Hansestadt schlagartig in die erste Liga der klassischen Musik katapultierte, ihren fünften Geburtstag. Und das will gebührend gefeiert werden!

 

Feier zum Fest

 

Zu diesem Anlass gibt es vom 9. bis 17. Januar 2022 eine spektakuläre Konzertwoche. Vielfalt, Dichte und Qualität lässt keine Wünsche offen. Das Festkonzert am 11. Januar übernimmt wie am Eröffnungstag das NDR Elbphilharmonie Orchester, diesmal unter Leitung des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert. Darüber hinaus gibt es jede Menge prominente musikalische Beiträge: Kent Nagano mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg (9.1./10.1.), der legendäre US-Jazzsaxofonist Charles Lloyd mit seinem Quartett (9.1.), das London Symphony Orchestra unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle (13.1./14.1.) sowie die Staatskapelle Berlin mit ihrem Stardirigenten Daniel Barenboim (15./16.1.), um nur die prominentesten zu nennen. Zudem spielt Pianist Kirill Gerstein gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester das jüngste, hochgelobte Klavierkonzert des britischen Komponisten Thomas Adès (12.1.). Ein Highlight ist das Licht-Kunstwerk des international gefeierten Künstlerduos DRIFT aus Amsterdam, das das Konzerthaus spektakulär in Szene setzt – passend zu der parallel beginnenden Ausstellung zum Duo im Museum für Kunst und Gewerbe.

  • Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)

    Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)
  • Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)

    Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)
  • Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)

    Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)
  • Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Das Foyer zum Großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Das Foyer zum großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)

    Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)
  • Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)

    Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)
  • Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)

    Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)
  • Der Kleine Saal ist akustisch nicht weniger beeindruckend, er bietet Platz für 550 Besucher:innen (Foto: Michael Zapf)

Elphi-Klänge

 

Die Elbphilharmonie ist eine einzige Offenbarung: Seit dem 11. Januar 2017 führt die etwa 80 Meter lange, leicht gekrümmt Rolltreppe durch einen hellen, mit Glaspailleten bestückten Tunnel (genannt „Tube“) Musikliebhaber und Neugierige hinein in den Kern des Gebäudes. Oberhalb der Plaza gelangt man durch das lichtdurchflutete Foyer schließlich in den Großen Saal mit seinen 2.100 Plätzen, der an einen Weinberg erinnert. Architektur zum Staunen und Musik zum Dahinschmelzen: Außen: Wow! Innen: Ohh! Für Letzteres sorgte nicht zuletzt der japanische Akustik-Experte Yasuhisa Toyota, der im Innenraum des großen Konzertsaals eine spezielle Wand- und Deckenstruktur, bestehend aus 10.000 millimetergenauen, individuell gefrästen Gipsfaserplatten, die „Weiße Haut“ genannt, verbauen ließ, um den perfekten Klang zu ermöglichen. Ein riesiger Reflektor unter der Saaldecke sorgt zusätzlich dafür, dass sich der Klang sich gleichmäßig im Raum verteilt.

 

Hohe Baukunst, hohe Kosten

 

Das kostete nicht nur Geschick und Nerven, sondern auch eine Menge Geld: Die ursprünglich vorgesehenen Baukosten von 77 Millionen Euro erhöhten sich letztendlich um mehr als das zehnfache auf 789 Millionen Euro – insgesamt kostete die Elbphilharmonie inklusive Spenden sogar 866 Millionen Euro. Keine Petitessen, aber inzwischen so gut wie vergessen! Die Hamburger sind stolz auf ihre „Elphi“, haben sich längst mit ihr versöhnt. Jeder Besucher gelangt zuerst auf die „Plaza“ geführt, eine kostenlosen Aussichtsplattform mit 360-Grad-Rundumblick. Schaut her: Das ist unser Wahrzeichen – mit Blick auf die Elbe! Wer darüber hinaus die begehrten Tickets ergattern konnte und den Klängen im Großen oder Kleinen Saal lauscht, verlässt das Gebäude berauscht, auf jeden Fall aber verändert.

Backstein und Glas – kein Gebäude vereint die Dualität der Stadt mit ihren wohlhabenden und weniger wohlhabenden Bevölkerungsteilen so gut wie dieses. Es hat dem Michel und Tele-Michel als Wahrzeichen dieser Stadt längst den Rang abgelaufen. Der Siegeszug begann vor fünf Jahren, abgeschlossen ist er noch lange nicht. 2,7 Millionen Menschen hatten in 2.500 Konzerten bis zum ersten Lockdown die Ehre. Viele folgen seit Wiederaufführung der Konzerte im Sommer 2021. Dieses Gebäude trotzt allem Ärger, allen Kostensteigerungen, allen Wellen. Gratulation!

elbphilharmonie.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Elphi und MK&G: Staunen oder wundern?

Die Elbphilharmonie feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit dem Künstlerduo Drift und dem Museum für Kunst und Gewerbe

Text: Sabine Danek

 

Sind die Installationen des Amsterdamer Duos Drift Kunst oder Design? Zeigen sie die Natur im neuen Licht? Oder sind sie einfach nur Kitsch? Auf jeden Fall ziehen sie einen erst mal in ihren Bann. Ob das ein Betonblock ist, den Lonneke Gordijn und Ralph Nauta scheinbar schwerelos schweben lassen, ob es Pusteblumen, die von innen leuchten oder Seidenblüten, die sich perfekt choreografiert bewegen. Während ihres Studiums an der Designakademie in Eindhoven haben die beiden sich kennengelernt, 2007 ihr Studio gegründet und sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die Natur durch Technologie neu erlebbar zu machen. Im Stedelijk Museum in Amsterdam haben sie ausgestellt, während der Biennale in Venedig und zu ihren 5. Geburtstag hat die Elbphilharmonie einen Werkauftrag an Drift vergeben.

 

Drift in der Elbphilharmonie

 

Bis zum Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, wie die entstehende Arbeit von Lonneke Gordijn und Ralph Naut konkret aussehen wird. Auf jeden Fall aber wird sie im Außenraum der Philharmonie zu sehen sein, Bezug auf das Gebäude nehmen – und auf die Musik. Und sie wird von einer Ausstellung von Drift im MK&G begleitet. Drei ihrer bekanntesten Werke sorgen dort für eine zweite Natur. Allen voran die kinetische Skulptur „Shylight“ (2016), die sich im Haupttreppenhaus des Museums gleich über zwei Etagen erstreckt. Fünf blassweiße Blüten schweben dabei unter der Decke, öffnen und schließen sich ganz so wie manche Pflanzen, es tun, um sich nachts zu schützen. Im Gegensatz zu menschengemachten Objekten, die eher statisch sind, ist alles natürliche, ganz so wie der Mensch auch, in ständiger Bewegung und Transformation, sagt Drift. Und das möchten sie nachahmen, aufgeladen mit Ausdrucksstärke und Gefühl. Fünf Jahre hat es gebraucht bis die Blüten aus hauchdünner Seide dafür mit der perfekten Mechanik ausgestattet waren. „In 20 Steps“ visualisieren Glasflügel den Traum des Menschen abzuheben während in der Skulptur „Fragile Future III“ Löwenzahnsamen digital zum Leuchten gebracht werden und nach der Zukunft der Natur fragen.

„Drift: Moments of Connection“, Eröffnung am 6. Januar, 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 8. Mai 2022 im Museum für Kunst und Gewerbe


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30 Years Molotow – gefeiert wird später

Seit 1990 da und mittlerweile legendär, das Molotow feiert 30. Geburtstag – schon wieder nicht

Text: Felix Willeke

 

Der legendäre Musikclub auf dem Hamburger Kiez wollte schon 2020 seinen 30. Geburtstag feiern, doch das klappte nicht und auch 2021 fällt die Party der Corona-Pandemie zum Opfer. Dabei hat das Molotow schon viele Krisen durchstanden, nicht zuletzt den Zwangsumzug 2013/14. Aber noch mehr prägten die Höhepunkte die Geschichte des Clubs.

Wurde er vor mittlerweile 32 jahren unter den Esso-Häusern am Spielbudenplatz eröffnet, hat er mittlerweile seine Heimat unweit der Großen Freiheit gefunden. Was sich dabei nie verändert hat: Es kamen immer die Kleinen und Großen ins Molotow, bevor sie alle kannten. Darunter sind Namen wie Billy Talent, Die Toten Hosen, die Killers, Kettcar oder Tocotronic. Außerdem gab es immer Lesungen und den legendären Poetry Slam „Hamburg ist Slamburg“, der seit dem Umzug im Nochtspeicher stattfindet. War das Molotow früher berühmt für seinen engen Keller, bietet es heute an seinem neuen Standort Platz für 530 Gäste. Am 17. und 18. Dezember sollte eigentlich auf die nächsten 30 Jahre angestoßen werden. Dafür hatten sich neben Grundeis auch Shitney Beers, Fritzi Ernst und Gym Tonic angesagt. Es bleibt zu hoffen, dass 2022 mit dann 33 Jahren in guter alter Molotow-Manier gefeiert werden kann.

molotowclub.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2021. Das Magazin ist seit dem 27. November 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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70 Jahre Ernst Deutsch Theater: Grund zum Feiern

Vor 70 Jahren eröffnete das heute größte Privattheater Deutschlands seine Pforten. Grund genug, sich selbst zu feiern und das macht das Ernst Deutsch Theater am 13. Oktober 2021

Text: Felix Willeke

 

Friedrich Schütter und Wolfgang Borchert gründeten 1951 das Junge Theater. Nach dem Umzug 1964 in das ehemalige UFA-Palast-Kino an der Mundsburg entwickelte sich das 1973 in Ernst Deutsch Theater umbenannte Theater in eines der führenden Häuser in Hamburg. Jetzt wird das größte Privattheater Deutschlands am 13. Oktober 2021 70 Jahre alt.

 

Grund zum Feiern

 

Zum Anlass des Jubiläums lädt das Ernst Deutsch Theater und seine Intendantin Isabella Vértes-Schütter alle Freund:innen, Gratulant:innen und Interessierte ein, gemeinsam bei der „Happy Birthday Hour“ anzustoßen. Dafür gibt es auf dem Friedrich-Schütter-Platz vor dem Theater am 13. Oktober ab 17.30 Uhr Live-Musik, Essen und Trinken. Außerdem bietet das Haus bis zur bereits ausverkauften Abendvorstellung („Best of Poetry Slam“) eine offene Bühne und lädt seine Gäste ein, den Theatersaal aus einer neuen Perspektive zu erleben. Dabei gilt für das Theater die 2G-Regel. Das heißt, wer rein möchte, muss seinen Nachweis bereit halten. Dann steht dem fröhlichen Miteinander zum 70. Geburtstag nichts mehr im Wege.

Die „Happy Birthday Hour“ des Ernst Deutsch Theater, 13.10. ab 17.30 Uhr, Friedrich-Schütter-Platz; ernst-deutsch-theater.de


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fritz-kola: „Die beste Idee war, Cola zu machen“

Eine Marke ist volljährig: fritz-kola feiert den 18. Geburtstag. Gründer und Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert über die ersten Schritte, einen Aha-Moment, ein langfristiges Ziel und das kürzlich erschienene Buch „fritz gegen goliath“

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Mirco, zunächst mal ein Blick weit zurück: Als du 2003 mit einem Freund fritz-kola gegründet hast, war das vor allem eine studentische Rebellion gegen das große Coca-Cola oder schon Unternehmertum mit Weitblick?

Mirco Wolf Wiegert: Prinzipiell ging es uns einfach darum, dass wir uns selbstständig machen wollten. Wir wollten lernen, wie das geht und was man dafür machen muss. Wir haben dafür in einem Ideenbuch mögliche Ansätze gesammelt und die beste Idee war eben, Cola zu machen. Die gab es zu der Zeit nur aus Plastikflaschen und das hat mich damals schon gestört. Also wollten wir eine Cola in der Glasflasche machen, die der Gastronom nur noch kalt stellen und unfallfrei zum Gast bugsieren muss, der am Ende ein schönes Trinkgefühl hat. Wir haben also mit 7.000 Euro angefangen und gesagt, wenn es nicht klappt, dann war es eine schöne Erfahrung und wenn’s funktioniert, umso besser.

 

Das wird groß

 

Wann hast du denn gemerkt: Das ist mehr als eine Gründung – das wird extrem groß?

Unser größter Aha-Moment war tatsächlich, als wir gemerkt haben, dass das, was wir machen, auch funktioniert. Ganz besonders erinnere ich mich an die legendäre Begegnung 2003 mit Matthias Onken, dem damaligen Redakteur der Hamburger „Morgenpost“. Wenige Tage nachdem Matthias uns im Studentenwohnheim besucht hatte und wir wussten, dass er etwas über uns schreiben wollte, steuerten wir eine Tankstelle an und wollten schauen, ob die „Morgenpost“ schon über uns geschrieben hatte: Ja – sie hatte! Eine Ankündigung auf der Titelseite und eine folgende Doppelseite. Diese Doppelseite in der „MoPo“ war unser Durchbruch, das war uns sofort klar. Ab diesem Zeitpunkt wussten wir, dass hier etwas richtig Großes entstehen würde.

In diesem Jahr wurde fritz-kola volljährig, ist europaweit etabliert, hat fast 300 Mitarbeiter. Kürzlich erschien das Buch „fritz gegen goliath“, für das du die Firmengeschichte aufgeschrieben hast. Gab es Jahre, an die du dich dabei besonders gerne erinnert hast?

Uns wurde im Laufe unserer Arbeit ziemlich schnell klar: Wenn wir besser und nachhaltiger sein wollen, brauchen wir authentische, natürliche Rezepturen. Wir haben deshalb bereits 2011 künstliche Aromen und Farbstoffe aus unserem Sortiment verbannt und sind auch zu diesem Zeitpunkt in die Bio-Welt eingestiegen. Darauf sind wir bei fritz sehr stolz.

 

Nach Corona und neue Ziele

 

2020 war sicher nicht dabei. Wie hart hat euch die Pandemie getroffen?

Wir wollen nicht klagen. Ein großer Dank gilt allen fritzen, die über die Kurzarbeiterregelung das Durchstehen der harten Monate ermöglicht haben. Viel schwerwiegender war im Nachhinein, dass der interne Zusammenhalt gelitten hat. Viele Monate im Homeoffice haben tiefe Spuren hinterlassen. Wir haben deshalb Anfang September den Neustart der europäischen Gastronomie bei unserer Sommersause mit rund 300 fritzen aus sechs verschiedenen Nationen auf einem Wakeboard-Camp nördlich von Berlin gefeiert. Dieses Beisammensein ist uns bei fritz ganz wichtig, wir haben es echt vermisst. Dafür haben wir dann auch PCR-Tests et cetera auf uns genommen.

Nach dem Blick zurück noch einer nach vorne: Gibt es bestimmte Ziele, die ihr bis zum 25. fritz-kola-Geburtstag erreichen möchtet?

Die nächste große Herausforderung ist tatsächlich, Mehrweg auf europäischer Basis durchzusetzen. In Österreich kommen wir gut voran. In Italien ist Mehrweg beispielsweise ein verschwindend geringer Teil vom Getränkemarkt. Wir wollen unsere Fans und Konsumenten also dahingehend aufklären, dass es etwas Gutes ist, wenn sie Mehrweg kaufen und nutzen. Damit werden wir uns wohl in den nächsten Jahren beschäftigen.

Mirco Wolf Wiegert: „fritz gegen goliath“, Econ, 304 Seiten, 20 Euro; fritz-kola.de


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Große Sause zum 30.: Schmidts Tivoli feiert Geburtstag

Die Traditionsbühne Schmidts Tivoli hat genullt – und entsprechend gefeiert

Text: Erik Brandt-Höge

 

Was ist los, wenn Andy Grote, Udo Lindenberg, Rolf Zuckowski, Mary Roos, Michael Otremba, Christina Block, Gayle Tufts und Jane Comerford zusammenkommen, um ordentlich zu feiern? Etwas Großes! Am 1. September 2021 war dieses Große der 30. Geburtstag der Reeperbahn-Traditionsbühne Schmidts Tivoli. Die genannten zählten zu den 280 geladenen Gästen, die ein kunterbuntes Jubiläumsprogramm geboten bekamen – präsentiert von Gastgeber Corny Littmann, der das Schmidts Tivoli gemeinsam mit Prof. Norbert Aust und zwei Partnern am 1.9.1991 eröffnet hatte.

Unter anderem wurden Songs und Szenen aus „Heiße Ecke“ aufgeführt, dem St. Pauli-Musical, das nach anderthalb Jahren Corona-Pause wieder dauerhaft (dienstags bis sonntags) im Kieztheater zu erleben ist.

tivoli.de


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Das Gängeviertel feiert 12. Geburtstag

Vom 19. bis 22. August 2021 feiert das Gängeviertel seinen 12. Geburtstag. Unter dem Motto „Access All Spaces: Raum in all seinen Facetten“ gibt es Ausstellungen, Musik, Workshops und Lesungen

Text: Felix Willeke

 

Besonders in der Zeit der Pandemie bekam der Begriff Raum eine ganz neue Bedeutung: Sei es durch Verlagerung von Arbeitsraum, durch Verknappung von Raum durch eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder durch fehlenden Raum für Künstler:innen. Hier setzt das Gängeviertel mit dem Motto „Access All Spaces: Raum in all seinen Facetten“ zu seinem 12. Geburtstag vom 19. bis 22. August 2021 an. Musikalisch, performativ und diskursiv wollen sie etablierte und ungewohnte Ecken des Viertels ausleuchten.

 

Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen und Musik

 

Das Programm reicht von Ausstellungen und Workshops über Lesungen bis zu Musik. Los ging es am Donnerstag, den 18. August 2021 mit einem Softopening, die Performance mit dem Titel „All my Loving“ orientierte sich an dem Roman „Wie wir begehren“ von Carolin Emcke. Dabei gingen sie auf eine kleine Zeitreise und verbanden die eigene Geschichte mit den Themen aus Emckes Buch. Das Ganze ist am Freitag um 18.30 Uhr nochmals zu sehen. Ebenfalls am Freitag ist unter anderem der Journalist und Autor Christoph Twickel mit einer Lesung und Podiumsdiskussion zum Thema Gentrifidingsbums 2021 zu Gast.

Am Sonntag liest Hengameh Yaghoobifarah aus ihrem Buch „Ministerium der Träume“. Darüber hinaus gibt es Musik von „Rapfugees“, „Knarf Rellöm“ und vielen anderen. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, bei vielen ist Corona-bedingt eine Voranmeldung nötig.

 

Das f.e.t.t. Kollektiv

 

Eines der Highlights des Geburtstags ist der interaktive Theater-Walk des f.e.t.t. Kollektiv. Das 2018 gegründete Kollektiv nimmt die Besucher:innen mit auf eine Reise durch das Internet. Dabei verarbeiten sie die Ambivalenzen dieses schier unendlichen Raumes mit einem interdisziplinären Team an Künstler:innen. Zu sehen nach Voranmeldung.

 

Das Gängeviertel auf der Suche

 

Mit diesem 12. Geburtstag beginnt für das Viertel eine neue Zeit: „Nachdem wir vor zwei Jahren den Erbpachtvertrag für 75 Jahre mit der Stadt abgeschlossen haben, haben wir unser Hauptziel erreicht: Das Gängeviertel zu retten. Nun geht es darum, sich zu überlegen, was für ein Ort wir in Zukunft sein wollen“, sagt Lena Frommeyer vom Gängeviertel. Als nächstes steht die Renovierung des vierten von zwölf Gebäuden an.

In einer Zeit der Wiederöffnung des kulturellen Lebens hat sich auch das Gängeviertel über die Förderung durch den Kultursommer gefreut. Sie wünschen sich allerdings, dass sich diese Förderung verstetigt. Das Viertel will sich unterdessen weiter öffnen und weiter entwickeln. „Wir sind eine Schlange, die sich gut häutet. Ständig kommen neue und oft auch junge Leute ins Viertel und prägen es. So lange wir immer wieder durch neue Ideen und Ansätze überrascht werden, dann geht es uns gut.“

Access All Spaces: Raum in all seinen Facetten, der 12. Geburtstag des Gängeviertels; 19. bis 22. August


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