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Naseeba: „Wir haben alles in Afghanistan gelassen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Naseeba begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich kann mich kaum noch an den Tag erinnern. Es war irgendwann kurz nach Weihnachten vor drei Jahren, als ich mit meiner Mama, meinem Bruder und meiner Schwester in Hamburg angekommen bin. Mein Papa war schon eine Weile hier. Wir haben von einem auf den anderen Tag unsere Freunde, unsere Heimat, unsere Liebe und unser Leben aufgegeben. Wir haben einfach alles in Afghanistan gelassen. Ja, ich vermisse es sehr. Aber wir wurden hier gut aufgenommen. Heute gehe ich zur Berufsschule und nächsten Monat fange ich in der Küche an zu arbeiten. Jetzt gerade noch mache ich ein Praktikum in der Grundschule. Außerdem will ich mich bald um eine eigene Wohnung kümmern.

Ich mag Hamburg wirklich sehr, es ist ein schöner Ort, das Wasser ist toll, die Leute sind es. Langsam wird auch mein Deutsch besser. Freunde habe ich in den drei Jahren hier aber noch keine gefunden. Woran das genau liegt, weiß ich nicht.

 

„Ich kenne die Schanze gar nicht“

 

Ich kenne auch die Stadt kaum. Meistens gehe ich mit meiner Cousine in den Stadtpark in Barmbek, weil wir da in der Nähe wohnen. Manchmal sind wir auch in Billstedt, denn dort lebt mein Onkel. Ansonsten habe ich so gut wie nichts von Hamburg gesehen. Die Schanze zum Beispiel kenne ich gar nicht. Lohnt es sich, dort mal hinzugehen? Vielleicht schaue ich mir die am Wochenende ja mal an.

Irgendwann, da bin ich mir sicher, will ich mal in London leben. Meine Eltern haben erzählt, dort ist es ein bisschen wie zu Hause. Jedenfalls vom Gefühl her. Vielleicht vermisse ich mein zu Hause dort auch nicht mehr so sehr. Aber erst einmal muss ich mir hier noch ein paar Orte ansehen. Außerdem will mein großer Bruder bald nachkommen. Er durfte vor drei Jahren nicht in Deutschland bleiben. Solange warte ich noch.“


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Anne: „Die Mitte von Konsequenz und Liebe finden“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anne begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Man sagt ja immer, wenn man die Erfahrung und das Wissen von heute schon ein paar Jahre früher gehabt hätte, dann würde man vieles anders machen. Bei mir ist es ähnlich. Wahrscheinlich hätte ich einige Dinge anders gemacht, gerade in der Erziehung meiner Kinder.

Ich bin sieben Jahre nach Kriegsende geboren, damals bekam ich eine Obrigkeitshörigkeit mit auf den Weg. Dinge wie Ordentlichkeit, Pünktlichkeit, Normalität waren entscheidend. Aber was heißt das denn? Ich habe das erst Jahre später genauer hinterfragt. Als meine Tochter geboren wurde, war ich Ende 20, da kam gerade das “Summerhill”-Modell heraus, die Idee einer antiautoritären Erziehung. Für mich bestand die Aufgabe darin, zwischen Autorität und Antiautorität einen guten Grad zu finden. Die Mitte von Konsequenz und Liebe zu finden. Leider habe ich das nie richtig hingekriegt. Dieses Obrigkeitsgehörige ist ganz stark in mir verwurzelt, ich habe als junge Mutter versucht dagegen anzukämpfen und tue es auch im Alter noch.

Heute ist das Verhältnis zu meiner Tochter sehr gut. Sie lebt mit ihrem Mann und meinem Enkel an der Ostsee. Mein Sohn ist vor drei Jahren gestorben. Er wurde 27.

Ich glaube, ich besitze die Gabe, mich aus Situationen herauszumanövrieren. Diese Zeit war schlimm, aber ich habe sie irgendwie überstanden. Auch weil ich viel gearbeitet habe und weil ich Menschen auf meiner Arbeit Gutes tue und ich mir im Gegenzug genauso. Ich bin Pflegehelferin.

 

Es sind die Berge, nicht die See

 

Ab Januar möchte ich aber erst einmal Pause von allem machen. Meine Schwester lebt in Spanien, unterhalb von Alicante. Dort will ich sie gerne ein paar Monate besuchen, weg von der Arbeit, von Hamburg, von der Familie und einfach mal für mich selbst da sein.

Ich war schon ein paar Mal in Spanien, auch mal in Thailand und in der Türkei. Am besten hat es mir aber tatsächlich im Schwarzwald gefallen. Da hatte ich so ein Gefühl, das ich erst im fortgeschrittenen Alter gespürt habe: Ich bin gar nicht so der See-Typ, obwohl ich aus Hamburg komme, sondern es sind die Berge, die ich noch viel toller finde.

Wenn Herz und Bauch im Einklang sind, dann ist es das richtige Gefühl. Ich habe gelernt, dass im Leben Wendungen kommen, dass man sich aber immer treu bleiben muss, nicht nach dem Wind gehen muss und auch nicht schauen muss, was der und der redet. Meine Erfahrungen und mein Wissen aus 69 Lebensjahren haben mich letztendlich gelehrt: Wenn ich Schuhe brauche und da fünf Paar Schuhe zur Auswahl stehen, dann kaufe ich das Paar, bei dem ich zuerst ein gutes Gefühl spüre.“


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Tim: „Wir haben gekündigt und zwei One-Way-Tickets gebucht”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Tim begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Wir waren beide super frustriert von unseren Jobs, haben keinen Bock mehr gehabt und gedacht: Wie geil wäre es, wenn wir einfach in den Flieger steigen und am anderen Ende der Welt wieder aussteigen?! Beide jung, ungebunden, haben keine krasse Verantwortung daheim. Also: Wenn, dann jetzt! Zwei Tage später habe ich gekündigt, drei Tage später hat mein Kumpel gekündigt, wir haben all unser Erspartes in die Rucksäcke gesteckt und zwei One-Way-Tickets nach Bangkok gebucht.

Vielleicht war das ein Anflug einer Midlife-Crisis, aber so haben wir 2016 eben sechs Monate in Südostasien verbracht – ohne danach irgendetwas Neues in der Hand zu haben. Das war schon ‘ne coole Zeit. Aber ganz ehrlich, jetzt ist auch ‘ne coole Zeit. Ich bin seit drei Jahren in Hamburg, mache gerade eine Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager, das gibt mir viel Zeit, wenig Sorgen und ich kann hier am Altonaer Balkon sitzen und diesen Frühling – oder was das darstellen soll – genießen.

Das Leben hier in Hamburg ist das komplette Gegenteil von dem, wie ich groß geworden bin. Ich komme ursprünglich vom Bodensee, aus einem 1200-Seelen-Dorf mit einer Stunde Fahrt zur nächsten größeren Stadt. Keine Frage, so ein Landleben ist schön. Ich hatte eine sehr behütete Kindheit in einem gesettelten Umfeld. Die Freunde aus Kindheitstagen sind noch immer meine engsten. Manche von ihnen sind dorthin zurückgegangen und leben mit ihren eigenen Familien nun wieder da, wo wir aufgewachsen sind.

 

„Ich bewundere meine Eltern“

 

Mich hat es irgendwann aber nicht mehr erfüllt, dort unten zu leben. Wenn ich noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde ich vielleicht ein paar Jahre eher nach Hamburg gehen. Insgesamt habe ich jetzt acht Jahre als Ingenieur im Vertrieb gearbeitet, bereuen tue ich es nicht, denn der Job hat mich in die schönste Stadt der Welt gebracht. Aber es war bisher eben nur Arbeit und keine Leidenschaft. Das habe ich 50 Stunden die Woche gemacht und dann geguckt, dass ich die zwei, drei Stunden Feierabend so gestalte, dass sich der Tag doch noch zum Positiven wendet. Das möchte ich gerne ändern und stelle mich neu auf, damit ich künftig einen Job mache, der mich komplett erfüllt.

Ich bewundere viele meiner Freunde für das, was sie erreicht haben. Auch meine Eltern bewundere ich dafür, dass sie seit einer Ewigkeit zusammen sind. Gleichzeitig kann ich mich selbst gut einschätzen und weiß, dass ich auch stolz auf mich sein kann. Ich habe gelernt, dass ich mich an niemandes Glück messen muss, außer an meinem eigenen.“


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Dieter: „Zack, kam die Welle und ich war über Bord”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Dieter begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich erzähl mal eine Geschichte, ob Sie es glauben oder nicht: Vor zwei Jahren waren da zwei junge Kerle in der S-Bahn nach Blankenese. Die haben ein älteres Ehepaar angemacht. Ich bin dazwischen gegangen, da meinte einer von denen: „Halt’s Maul, alter Mann“. Das habe ich nicht mit mir machen lassen, also hat „der alte Mann“ gesagt: „Pass auf, mein Freund. Nächste Station steigen wir aus und dann zeig‘ ich dir, wie alt ich bin“. Darauf er: „Du kannst auch gleich was haben.“ Und: zack, habe ich ihm eine geknallt, da lag er flach.

Ich bin jetzt 86. Ich kann auch Pech haben in dem Alter, wenn ich an den Falschen gerate. In diesem Fall hatte ich es nicht. Später kam der Vater von dem Jungen sogar noch zu mir und hat mir Recht gegeben.

Ich habe keine Angst, vor nichts und niemand. 1953 habe ich mit Karate angefangen und bin ausgebildeter Selbstverteidiger. Denn früher brauchtest du solche Nehmerqualitäten. Ich war zehn, als der Krieg zu Ende war. Später sind mein Bruder und ich in einer Pflegefamilie großgeworden. Mittlerweile ist er tot. Durch all das bin ich hart und kernig geworden.

1957 bin ich nach Hamburg gekommen. Ich hätte es nicht ausgehalten, in einer Fabrik oder einem Büro zu sitzen, ich wollte zur See. Und stünde ich heute noch einmal vor der Entscheidung, ich würde sofort wieder zur See fahren. Wenn wir damals aus dem Hafen ausliefen, waren wir im Schnitt 18 Monate weg. Da war nicht viel mit Freundschaften und Kontakten. Auch meine erste Ehe ist an der Seefahrerei kaputt gegangen. Sie war nun mal mein Leben. Die See.

 

„Ich freue mich drauf, die Augen zu schließen“

 

Einmal bin ich von Board gegangen. Ich musste Reparaturarbeiten an Deck machen, weil ein Mast weggeknickt war. Den habe ich neu verschweißen wollen, bei Windstärke 12. Mein Chief sagte noch, ich soll mich anschnallen. Da meinte ich natürlich, das brauche ich nicht. Und zack, kam die erste Welle und ich war weg, über Board. Mitten im Atlantik. Aber wie man sieht, haben die mich wieder raufgeholt. Meine Güte, war ich ein sturer Hund. Aber diese Sturheit hat mich weit gebracht.

Nach 15 Jahren habe ich zum Chief auf der Rückfahrt von Indien gesagt: „Wenn wir in Hamburg sind, ist Schluss, ich habe keine Lust mehr“. Ich bin von Board gegangen und nicht wiedergekommen. Fortan habe ich 25 Jahre lang eine Abbruchfirma geleitet, wir haben Häuser und Wohnungen eingeschlagen. War auch nicht schlecht.

Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so stur. Meine Frau hat mich einigermaßen hingebogen. Wir sind jetzt seit 36 Jahren verheiratet, haben eine Tochter und acht Enkelkinder. Was mir heute bleibt, ist also vieles und gleichzeitig wenig. Ich habe mein Leben gelebt, habe immer das gemacht, worauf ich Lust hatte, eine vernünftige Familie gegründet. Aber was soll jetzt noch kommen? Es gibt keine offenen Wünsche mehr. Sie wollen es vielleicht nicht hören, aber ich freue mich darauf, die Augen zu schließen.“


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Thomas: „Der Knast hat mich verändert“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Thomas begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Du bist machtlos. Dir gehen 97 Tausend Dinge durch den Kopf, aber du kannst nichts ändern. Es ist schon in der freien Welt schwer gegen eine Scheidung anzukommen, aber im Knast? Da ist es unmöglich. Das ist jetzt 15 Jahre her und es hat sehr lange wehgetan. Meine beiden Töchter habe ich seitdem nie wieder gesehen. Sie wollen nichts mehr mit mir zu tun haben.

Aber meine Beharrlichkeit und meine Einstellung zum Leben haben mich da herausgeholt: Lustig sein, herumkaspern, reden, viel reden – du merkst, ich labere wie ein Buch. Diese positive Gangart hat mich das durchstehen lassen. Mit einem ‚Ihr seid alle Schweine und mir geht’s so dreckig‘ erreiche ich doch nichts. Ich ziehe mich nur selbst herunter. Dabei will ich ja nach oben. Also winke ich und rufe: ‚Hallo, hier bin ich. Könnt ihr mich sehen?‘ Das ist das A und O. Damit tue ich mir selbst gut.

Dennoch haben mich die drei Jahre Knast verändert. Ich bin ein Einzelgänger geworden. Sich nicht mehr frei bewegen zu können, das macht was mit dir.

 

„Ich habe seitdem Panikattacken“

 

Auch die Zeit nach dem Gefängnis, war verdammt schwierig. Ich kam damals nicht wirklich alleine klar, bin mittlerweile schwerbehindert, habe zwei Stents und seit der Knastzeit regelmäßige Panikattacken. Also habe ich mir Hilfe geholt – was eher untypisch für mich ist. Meistens gehe ich die Dinge lieber selbst an. Aber es war eine unheimliche Erleichterung, jemanden um Unterstützung zu bitten. Seitdem habe ich eine Betreuerin – ein unglaublicher Glücksfall. Auf die lasse ich nichts kommen, eine ganz tolle Frau. Sie ist der einzige Mensch, dem ich alles, aber auch wirklich alles, auf den Tisch gelegt habe. Ich habe mich komplett nackig gemacht. Und sie hat mir wieder auf die Beine geholfen.

Wirklich vieles, was ich heute habe, ist ihr zu verdanken. Ich würde sie vom Fleck weg heiraten. Vielleicht hätte ich mich als junger Kerl mal ein bisschen genauer umgucken müssen, dann hätte ich jemanden wie sie kennengelernt.

Aber gut, mir geht es heute wunderbar, ich bin unabhängig. Von der Rente, dem Geld von der Krankenkasse und der Sozialhilfe kannst du zwar nicht leben und nicht sterben, aber es gibt genug, an dem ich mich erfreue. Ich habe mir zum Beispiel einen ewigen Traum erfüllt und endlich einen Beamer gekauft. Niemand kann jetzt gerade ins Kino gehen und ich? Schmeiß das Ding an, Edgar Wallace an die Wand und zack, habe ich mein eigenes Kino.

 

Seit 25 Jahren Insel Radio

 

Außerdem habe ich das Insel Radio, meine große Leidenschaft seit 25 Jahren. Früher haben wir das noch zusammen gemacht. Da hatten wir noch unseren Hüttenkracher, einen Anhänger, den wir selbst gebaut haben. Tutto completto mit Sendestudio. Mit dem sind wir auf Festivals gefahren, haben Live-Musik gespielt, da war immer richtig Party angesagt. Der Kollege ist vor ein paar Jahren verstorben, dann habe ich das Ganze etwas heruntergefahren.

Ich bin keine arme Sau. Ich bin froh, dass ich lebe, dass ich unter Leuten bin, Radio und all so’n Tüddelkram mache. Und wenn meine Töchter irgendwann ankommen und sagen: ‚Du, Papa, wir haben uns das anders überlegt‘, freue ich mich natürlich riesig. Wenn es nicht passiert, ist das auch okay.“


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Hamburger Nachwuchs: Taschenlabel OAK25

Aus dem Hamburger Stadtbild sind sie kaum noch wegzudenken: Die Rucksäcke und Bauchtaschen von Oak25, die nicht nur praktisch und stylish sind, sondern durch ihre reflektierende Oberfläche auch Sicherheit im Straßenverkehr bieten. Hinter dem Label stecken die beiden Hamburger Emil Woermann, 19, und Jacob Leffers, 21

Interview: Daniel Schieferdecker

 

SZENE HAMBURG: Emil und Jacob, wie habt ihr beiden euch kennengelernt?

Emil: Wir kennen uns seit Grundschulzeiten aus dem Chor. Mit Einsetzen des Stimmbruchs hatte sich das Singen jedoch erledigt, und das entstandene Freizeitvakuum haben wir mit unzähligen Projekten gefüllt.

Jacob: Wir hatten einen YouTube-Kanal, haben eine Website …

Emil: … und einen Computer gebaut. Vor zwei Jahren haben wir darüber sogar ein Buch geschrieben: „Secret Book For Digital Boys“.

Jacob: Für uns war so etwas immer erfüllender, als jeden Tag nur vorm Computer zu sitzen und Fifa zu zocken.

Meist waren es digitale Projekte, um die es ja auch in eurem Buch geht. Warum?

Jacob: Uns hat es immer schon Spaß gemacht, sich in die Komplexität digitaler Themen reinzudenken. Ein Buch darüber hätten wir damals selbst gerne gehabt, aber das gab’s nicht. Also haben wir es kurzerhand selbst geschrieben.

 

„Wir sind da sehr naiv rangegangen“

Jacob Leffers

 

Wie kam es dann zur Gründung von Oak25?

Emil: In der Stadt nutzen wir zur Fortbewegung vor allem das Fahrrad. Unsere Eltern wollten immer, dass wir Warnwesten anziehen, damit wir von Autofahrern gesehen werden. Das fanden wir aber immer semi-sexy und kamen daher auf die Idee, reflektierende Rucksäcke zu machen.

Jacob: Das war der Ausgangspunkt für unsere Luminant Bag.

Wie habt ihr das finanziert?

Emil: Uns selbst fehlte das nötige Geld, also haben wir gekickstartert. Mit dem eingesammelten Startkapital von 20.000 Euro konnten wir loslegen.

Was waren die ersten Schritte?

Jacob: Wir sind da sehr naiv rangegangen. Wir dachten, wir zeichnen das mal auf und zeigen das jemandem, der uns daraus dann ein Muster näht – aber so einfach funktioniert das natürlich nicht. Allein das Zeichnen der Rucksäcke war kompliziert. Erst habe ich das auf Papier gemacht, aber damit konnte niemand arbeiten. Daraufhin hat Emil sich in Photoshop reingefuchst und darin die erste Vorlage erstellt.

Warum habt ihr nicht andere Leute gebeten, das für euch zu übernehmen?

Jacob: Weil wir uns in sämtliche Bereiche unseres Unternehmens lieber selbst reinfuchsen. Das dauert zwar und ist manchmal auch frustrierend, kostet aber weniger Geld und führt dazu, dass wir ständig lernen, uns weiterentwickeln und uns in allen Bereichen, die unsere Firma betreffen, perfekt auskennen.

Klingt, als hättet ihr beide eine Menge Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz.

Jacob: Es gibt immer mal Phasen, durch die man sich ein bisschen quält, aber dass wir stets am Ball geblieben sind, hat uns eben auch erst vorangebracht. Und es dann geschafft zu haben, fühlt sich doppelt gut an.

„Wir haben uns gefühlt wie Steve Jobs“

Emil Woermann

 

Warum der Name Oak25?

Emil: Der hat mit dem Sitz unseres ersten Büros zu tun: in der Eichenstraße 25. Das war noch bei meinen Eltern. In deren Fahrradkeller.

Jacob: Büro ist leicht übertrieben – da stand halt ein Schreibtisch. (lacht) An dem saßen wir jeden Abend und haben gearbeitet.

Emil: Wir hatten immer die Vorstellung, ein Büro zu brauchen. Eigentlich voll unwichtig, aber das hat uns die Vision für das Ganze eröffnet. Wir haben uns dadurch ein bisschen wie Steve Jobs gefühlt, bei dem ja auch alles in seiner Garage angefangen hat. Mittlerweile haben wir aber richtige Büroräume in der Eimsbütteler Chaussee.

Wie sind eure Eltern mit eurer Geschäftstüchtigkeit umgegangen?

Emil: Die fanden das immer cool und haben uns unterstützt. Deren Sorge war bloß, dass die Schule dabei hintenüberfällt – oder später mein E-Commerce-Studium. Das pausiere ich aber gerade.

Gehst du davon aus, das Studium weiterzuführen?

Emil: Ich glaube nicht. Das hat zwar Spaß gemacht, war mir aber viel zu theoretisch.

Jacob: Ich habe meine E-Commerce- Ausbildung auch pausiert. Was uns immer gestört hat: Dass es immer darum geht, was man tun würde, wenn man mal in einem entsprechenden Unternehmen arbeitet. Wir haben stattdessen lieber ein Unternehmen gegründet und all unsere Ideen praktisch umgesetzt, nicht nur theoretisch.

 

„Wir zahlen uns keine Megagehälter aus, sondern konzentrieren uns vorrangig aufs Wachstum“

Emil Woermann

 

Könnt ihr von Oak25 schon leben?

Jacob: Ja. Im letzten Jahr haben wir Investoren gefunden, was es uns ermöglicht, das Ganze Vollzeit zu betreiben.

Emil: Wir zahlen uns aber keine Megagehälter aus, sondern konzentrieren uns vorrangig aufs Wachstum. Aber wir können davon leben und unsere Mitarbeiter bezahlen.

Wie viele Exemplare gab es von eurer ersten Kollektion?

Emil: 8.000 Stück. Die waren aber schnell ausverkauft.

Könnt ihr euch noch daran erinnern, als ihr das erste Mal auf der Straße einen Fremden mit einem eurer Rucksäcke gesehen habt?

Jacob: Ja. Da bin ich mit dem Fahrrad übern Jungfernstieg gefahren und hab da innerhalb von fünf Minuten drei Leute mit unserem Rucksack gesehen. Das war schon krass. Ich bin selten mit einem so breiten Grinsen nach Hause gefahren.

Ihr seid Freunde, die nun auch Geschäftspartner sind. Macht es das leichter oder schwieriger?

Emil: Sowohl als auch. Wir reden schon viel übers Geschäft. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir im Büro nicht nur ständig über Privates quatschen.

Ihr wohnt auch noch zusammen. Ihr seht euch also nur nicht, wenn ihr schlaft.

Jacob: (lacht) Abends sind wir schon auch gerne mal für uns alleine. Und im Büro hat jeder von uns seine Aufgabenbereiche, sodass wir auch da nicht ständig aufeinanderhocken. Ich bin vorrangig fürs Marketing zuständig … Emil: … und ich betreue die IT und die ganze Administration – von Steuern bis Personal.

Was waren bisher die wichtigsten Learnings?

Emil: Dass man keine Angst haben sollte, Dinge direkt anzugehen. Manchmal macht es zwar Sinn, vorher noch mal einen Schritt zurückzugehen und mit etwas Abstand draufzukucken, aber uns hat es immer geholfen, direkt loszulegen. Und wenn man mal einen Fehler macht – auch nicht schlimm. Beim nächsten Mal ist man schlauer.

oak25.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2021. Das Magazin ist seit dem 27. MÄRZ 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Ali-Reza: „Meinen Kindern wünsche ich eine normale Welt“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Ali-Reza begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Es ist eine krasse Zeit. Als Arzt wird dir das besonders bewusst. Als Vater noch viel mehr. Mein Sohn Arman ist jetzt sieben Jahre alt und geht in die erste Klasse. Eigentlich. Ich merke, wie unausgeglichen er ist, weil er nicht zur Schule kann. Ich muss viel arbeiten, wir haben einen weiteren Sohn, Dara, der vor sechs Monaten auf die Welt gekommen ist. Homeschooling ist für uns daher ziemlich schwierig.

Was ich mir für meine Kinder wünsche, ist eine Kindheit wie ich sie hatte. Simpel gesagt, eine normale Welt, eine Kindheit, in der sie ganz einfach Kind sein können und die Welt erleben und kennenlernen. In der sie ihre Familie im Iran besuchen können. Und in der die Erwachsenen nicht so negativ und voller Sorgen sind.

Nichts planen zu können, macht mich fertig. Wenn mir einer sagt ‘Mach doch mal einen Zehn-Jahres-Plan’ oder ‘Nimm einen Kredit auf’, kann ich nur den Kopf schütteln. Es ist nichts mehr vorhersehbar. Ob es besser oder schlechter wird? Keine Ahnung.

 

150 Gäste, DJ, Live-Percussion

 

Dabei liebe ich es, Dinge zu planen, ein Essen, eine Reise, ein Fest – und mich darauf zu freuen. Diese Mischung aus Vorfreude und Aufregung.

So wie im Mai vor zwei Jahren. Da habe ich meine Frau Shirin geheiratet. Wir haben den Tag monatelang geplant: 150 Gäste im Hotel Louis C. Jacobs, Freunde und Familie, Bärlauchsuppe, Zander auf Blattspinat, Ratatouille, ein DJ mit Live-Percussion. Es sollte ein Mix aus europäischer und persischer Kultur werden. Wir haben uns so drauf gefreut und waren beide unheimlich aufgeregt. Ich hatte all die Planungsszenarien im Kopf und dachte kurz vorher noch, das klappt alles nicht.

Doch am Ende war es wie im Film. Ein komplett unverkrampftes, wunderbares Fest. Ich kam mir vor wie ein Gast, weil es so entspannt war. Ich habe an diesem Tag so viel gefühlt, es war fast träumerisch. Irgendwie unvorstellbar heute, da fühle ich eine gewisse Leere. Aber an diesen Tag denke ich gerne, spüre eine Dankbarkeit. Und dann ist für den Moment einiges okay.“


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Emma: „Es ist okay, wenn es mal schlechter läuft”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Emma begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Wir waren ganz alleine an diesem superschönen Badesee, irgendwo in Niedersachsen, haben uns ausgezogen und waren Nacktbaden. Dieser komplette Tag in der Natur hat sich mir so krass eingebrannt. Das war letzten Sommer mit ein paar Freundinnen. Die Eltern der einen haben so einen ausgebauten Hof als Ferienhaus. Ach, ich freu mich auf den Sommer.

Und doch habe ich manchmal das Gefühl, ich nutze das Leben nicht so aus, wie man es ausnutzen könnte. Es ist ein bisschen die Angst, später zu merken, dass ich manches versäumt habe. Meistens geht es dabei aber um Kleinigkeiten: Wieso habe ich nicht zugesagt, bin nicht zu dem Treffen, zu der Party gegangen, wieso habe ich das schöne Wetter nicht genutzt?

Aber ich schaffe es auch immer wieder mich daran zu erinnern, nicht allzu hart zu mir selbst zu sein. Es ist okay, wenn es mal schlechter läuft.

Man sollte sich sowieso nicht so vom großen Ganzen stressen lassen. Das habe ich während meines FSJs gelernt. Ich habe in einem Atelier für Menschen mit Behinderung gearbeitet und die haben das gelebt. Sie waren so viel entspannter und jeden Tag dankbar. Dankbar für die kleinen Dinge, dankbar für all die Dinge, die sie machen können und nicht frustriert wegen der Dinge, die sie nicht machen können. Davon können wir eine Menge lernen.

 

„Ich bewundere sie sehr“

 

Und von meiner Mama. Von der können wir auch eine Menge lernen. Eigentlich finde ich, sollte jeder sie kennen, weil sie so toll ist. Für mich war sie schon immer die Frau, die weiß, wo es lang geht, die hat einen Plan und alles was sie sagt und denkt, da gebe ich etwas drauf. Als Kind war es noch doller, aber auch heute noch bewundere ich sie sehr. Meine Mama ist extrem taff. Ich glaube, das hat sie mir ein Stück weit mitgegeben.

Obwohl ich hier und da zur Einsamkeit neige. In der ersten Lockdown-Phase war es besonders stark. Da habe ich in einer blöden Zweier-Zweck-WG in Wandsbek gewohnt und hatte zu viel Zeit mit mir selbst. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich was ändern muss. Also bin ich in eine Achter-WG in Othmarschen gezogen. Es ist ein altes Pflegehaus, mit Garten, großer Küche, großem Wohnzimmer und einer Art Partykeller. Mega nice! Wir sind total bunt zusammengestellt, zwischen 20 und 31 Jahren ist alles dabei.

Irgendwie komme ich mit fast jedem Menschen klar. Das macht zum Teil auch die soziale Arbeit. Ich habe Bock auf Leute, bin offen und interessiert und habe auch für das meiste Verständnis und Empathie.

Wobei, wenn ich so drüber nachdenke: Für Billie Eilish irgendwie nicht. Wieso feiern die alle? Ich finde die öde. Genau wie Harry Potter.“


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Thomas: „Macht mich das gerade glücklich?“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Thomas begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Meine Frau hat diesen natürlichen Blick auf alles, sie hat so eine Bodenhaftung. Genau das, was mir manchmal fehlt. Ich bin freier Schauspieler, habe meist einen künstlerischen Blick auf die Dinge und bin irgendwie auch ein ziemlich luftiger Typ. Sie erdet mich immer wieder. Gerade wenn es um die Selbstbetrachtung geht. Ich habe von ihr gelernt, dass du dein Leben immer mal wieder anhalten musst. Durchatmen. Gucken, was mache ich gerade eigentlich? Wie fühlt sich das an? Macht mich das glücklich?

Wir waren Nachbarn, haben untereinander gewohnt. Sie hatte eine Ehe hinter sich, ich eine Beziehung. Es hat ein paar Anläufe gebraucht, weil wir sehr verschieden sind, konnten uns damals wie heute aber schon viel vom anderen abgucken. Inzwischen haben wir drei Kinder: 10, 14 und 16 Jahre alt.

Mein ältester Sohn ist 28. Ihn habe ich aus meiner ersten Beziehung. Der macht sein Ding, dem geht’s gut, später kommt er noch auf einen Kaffee vorbei.

Genau wie er werden auch meine anderen Kinder nicht den Weg gehen, den ich gegangen bin und das ist vollkommen okay. Die sollen alle ihr eigenes Ding finden, sich frei entscheiden.

 

Als John F. Kennedy auf der Bühne

 

Mein Leben ist ziemlich schlangenlinienförmig verlaufen. Oft wird dir erst im Nachhinein klar, warum du so und so gegangen bist. Da waren bislang viele schöne Tage bei. Es sind aber die Tage, an denen ich anderen wehgetan habe, die ich noch einmal erleben möchte, wenn ich denn könnte. Einfach um es rückgängig zu machen.

In der realen Welt ist das leider schwer umsetzbar. Am Theater jedoch hast du die Chance, dich zwischen Raum und Zeit frei zu bewegen. Es ist faszinierend. Du kannst jemand in irgendeiner Zeit sein, der dir vorher nie in den Sinn gekommen wäre. Vorletztes Jahr war ich John F. Kennedy, ein richtig cooler, lockerer Typ. Das fand ich unheimlich schwer zu spielen, weil mir so eine Coolness oft fehlt. Bewegte Rollen, wo du dich durch den Dschungel schlägst oder mit Degen kämpfst, fallen mir schon leichter. Ich liebe die Artistik und das physische Theater. Ich mache auch jährlich den Zirkus im Schanzenpark.

Momentan ist offensichtlich nicht so viel mit Schauspiel. Ich bin die meiste Zeit zu Hause und kümmere mich um das Homeschooling, während meine Frau arbeitet. Außerdem lerne ich Klavierspielen, bringe mein Englisch in Form und habe das Einradfahren neu für mich entdeckt.

Unsere Zeit zu Hause ist okay, wir kommen durch. Und es wird auch wieder besser. Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Frühling. Das riecht gerade so ein bisschen nach Aufbruch. Und ich liebe es, im Garten zu arbeiten, das hat auch so etwas bodenständiges. Man kehrt im wahrsten Sinne zum Boden zurück. Eben genau das, was mir manchmal etwas abgeht.“


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Anna: „Da habe ich fast angefangen zu weinen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anna begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Wir waren viereinhalb Jahre zusammen und ich möchte nichts davon missen, aber es hat einfach nicht mehr funktioniert. Man muss sich auch eingestehen, dass beide irgendwann aufgehört haben, in die Beziehung zu investieren. Jetzt bin ich gerade dabei, meine Sachen aus seiner Wohnung zu holen. In die neue kann ich erst in zwei Wochen. Klamotten kommen jetzt erst einmal bei meinen Eltern unter, ich bei einer Freundin.

Das ist gerade alles nicht so toll, zwischen Corona und Urlaubstagen fühle ich mich ein wenig alleine. Deshalb musste ich jetzt mal ein paar Tage raus und bin hier nach Hamburg gefahren. Zu Bachelor-Zeiten bin ich für ihn aus Hamburg weggezogen, in die Nähe von Osnabrück. Dort arbeite ich mittlerweile in einer forensischen Psychiatrie mit suchtkranken Straftätern zusammen. Das heißt, ich gestalte deren Alltag mit, führe Gespräche, mache Therapiegruppen oder wir sitzen abends einfach nur zusammen und spielen Karten. Ich mag den Job, man lernt viel über Menschen, sich selbst und vor allem mit Rückschlägen umzugehen.

 

Das Gefühl von früher

 

Wenn ich hier so entlanglaufe, kann ich mir aber gut vorstellen, zurück nach Hamburg zu ziehen. Eben bin ich an meiner alten Wohnung vorbeigegangen und habe so ein bisschen das Gefühl von früher gespürt. Das war schön.

Man sagt zwar immer, dass man sich in der Beziehung auf keinen Fall für den anderen verändert, das ist aber Quatsch! Natürlich verändert man sich. Man verändert sich durch jeden anderen Menschen, der einem näherkommt. Manche merken es bloß nicht. Oder erst zu spät.

Was mir jedenfalls momentan hilft, ist unglaublich viel Spazierengehen. Ich bin heute den ganzen Tag ziellos durch die Gegend gelaufen. Gerade saß ich in der Bahn und habe eine Sprachnotiz von einer Freundin bekommen, in der ihre Mutter sich nach mir erkundigt hat, wie es mir denn jetzt geht, was ich mache und mir gewünscht, dass ich glücklich werde. Die Nachricht ging ein paar Minuten und ich habe echt fast angefangen zu weinen, weil ich so gerührt war. Solche Herzenswünsche sind irgendwie das Schönste, was man jemandem sagen kann. Und sie helfen. Mehr noch als Spazierengehen.“


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