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IdeenExpo 2022: Mach doch einfach!

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IdeenExpo 2022 in Hannover: Berufe ausprobieren, Kontakte knüpfen und Live-Konzerte erleben!

Elektrik, Biochemie und Astronomie sind trocken und öde? Von wegen! Wie vielfältig, spannend und am Puls der Zeit Berufe in den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind, das zeigt die IdeenExpo auf dem Messegelände in Hannover. Vom 2. bis 10. Juli 2022 gibt es auf Europas größtem Jugendevent für Naturwissenschaften und Technik jede Menge zu entdecken, zu erfahren und auszutesten.

280 Aussteller bieten auf über 100.000 Quadratmetern mehr als 720 Erlebnis-Exponate, rund 750 Workshops und unzählige Einblicke in 13 Themenbereiche: von der MobilitätsMeile über das MediaLab bis hin zu den neuen Feldern PlanetNachhaltigkeit und Fazination:Weltraum.

Unter dem Motto „Mach doch einfach!“ sorgen die Aussteller dafür, dass MINT nahbar und nachvollziehbar wird. Wie in einem riesigen Versuchslabor können die Besucherinnen und Besucher die ganze Vielfalt der MINT-Berufe selbst ausprobieren. Als ein Highlight erwartet sie erstmals Tesla als Aussteller, das in Brandenburg die größte Elektroauto-Fabrik Europas aufbaut.

In diesem Jahr startet auch wieder ein mitreißendes Live-Programm in Zusammenarbeit mit N-JOY, dem jungen Radiosender des NDR. „Wir lassen es dieses Jahr richtig krachen – ein so großes Staraufgebot gab es bei der IdeenExpo noch nie“, verspricht Dr. Volker Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo. „Die IdeenExpo setzt bei ihrer achten Auflage noch einen drauf.“

Jan Delay, Casper und Secret Acts

Musikalisch kann sich das Programm sehen lassen: Am Eröffnungstag (Samstag, 2. Juli) stehen Jan Delay & Disko No. 1 auf der Bühne. Der Hamburger Rapper war schon 2011 auf der IdeenExpo und begeisterte die Massen.

Vorab spielt die Newcomerin Mathea. Für die österreichische Durchstarterin hätte 2020 nicht besser laufen können: Im Mai 2020 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „M“, das es direkt in die Top 5 der österreichischen Albumcharts geschafft hat.

Am Samstag, 9. Juli, können sich die Besucherinnen und Besucher der IdeenExpo auf Livemusik von Headliner Casper freuen. Mit seiner Musik hat Casper es geschafft, den Deutschrap zu revolutionieren. Sein neues Album „Alles war schön und nichts tat weh“, präsentiert die Indie-Rap-Institution jetzt auf der großen ShowBühne der IdeenExpo. Vorab sorgt Passepartout für ausgelassene Stimmung. Die Hannoveraner überzeugen mit ihren deutsch-französischen Texten im HipHop-Style.

Am Freitag, 8. Juli, stehen zwei Secret Acts auf der ShowBühne – Besucherinnen und Besucher dürfen gespannt auf die Überraschungsgäste sein, die im Juni bekanntgegeben werde.

ideenexpo.de

Jingle Wells: Der Viva con Agua Spendenmarathon

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Während in vielen TV-Sendern Prominente am Telefon hocken, lässt Viva con Agua am 21. Dezember 2021 die Korken knallen

Text: Felix Willeke

 

Jan Delay, Bela B, Antje Schomaker, Fynn Kliemann, Lena Meyer-Landrut – das Line-Up des ersten Viva con Agua Spendenmarathon liest sich wie das eines großen Festivals. Am 21. Dezember 2021 gibt es mit weiteren bekannten Gesichtern aus Punk und Fernsehen ab 18 Uhr insgesamt fünf Stunden Live-Programm mit einem Ziel: So viele Spenden wie noch nie für Wasser- und Hygieneprojekte zu sammeln. „Der Spendenmarathon ist die größte Live-Produktion, die Viva con Agua bisher gestemmt hat”, sagt Micha Fritz, Mitgründer von Viva con Agua.

Das Netzwerk will mit diesem Spendenmarathon seine Reichweite nutzen, um die weltweit 771 Millionen Menschen ohne Zugang zu einer Basisversorgung mit sauberem Trinkwasser, oder die 1,7 Milliarden Menschen ohne sanitäre Grundversorgung unterstützen. Alle Spenden und Erlöse des Abends gehen an das One WASH-Projekt in Uganda.

 

Noch mehr Programm

 

Neben den musikalischen Gästen gibt es eine große Auktion, bei der persönliche Sachen von Freunden des Netzwerks versteigert werden. Darunter die Fußballprofis David Alaba, Mats Hummels und Julian Brandt, Musiker Bill Kaulitz und Influencerin Caro Daur. Dazu gibt es eine Koch-Quizshow und natürlich kommt auch das Thema Kunst im Rahmen einer weiteren Auktion nicht zu kurz.

Zu sehen ist das breit gefächerte Programm auf verschiedenen Kanälen: Modertorin Aminata Belli führt auf jinglewells.org durch den Hauptstream, darüber hinaus wird das Live-Programm via TikTok und Streams auf twitch.tv und Instagram zu sehen sein.

vivaconagua.org


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Sounds of Hamburg: „Das hat WUMMS!“

Der Journalist Alf Burchardt hat mit seinem Kollegen Bernd Jonkmanns ein haptisch wie inhaltlich wunderschönes und üppiges Buch veröffentlicht. „Sounds of Hamburg“ streift durch sechs Jahrzehnte Hamburger Musikgeschichte

Interview: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Alf, in „Hamburg Calling“ hast du dich zusammen mit Bernd Jonkmanns dem Punk in Hamburg gewidmet. Warum jetzt dieser breite Überblick, anstatt noch mal einen Stil unter die Lupe zu nehmen?

Das war, wie schon beim Punk-Buch, Bernds Idee. Zu Beginn unserer Arbeit dachten wir eigentlich, dass es von Vereinen wie Rock City bereits einen Überblick darüber gibt, was in Hamburg musikalisch so alles passiert ist. Gibt es aber nicht. Deswegen haben wir uns selbst durch die Jahrzehnte und die Musikstile gewühlt, was ein großer Spaß war. Manche Jahrzehnte füllten sich schnell, andere waren mühseliger.

Welche denn?

Die Zeit ab der Jahrtausendwende. Ich habe mit Marcus Wiebusch von Kettcar telefoniert und ihm dabei auch unser Konzept erläutert. Er meinte: „Habt ihr überhaupt was für die Nuller- und die Zehner-Jahre? Da sind doch alle nach Berlin gegangen.“ Stimmt, einige sind gegangen. Aber wir haben zum Glück viele Namen auch von André Luth, dem Hamburger HipHop-Papst, von Peter Urban, den Jungs von Michelle und von der Hanseplatte bekommen.

 

Von Bernd Begemann bis Meute

 

Tomorrow’s Gift war die erste Hamburger Band, die Alf Burchardt live gesehen hat (Foto: Sebastian Dietrich)

Tomorrow’s Gift war die erste Hamburger Band, die Alf Burchardt live gesehen hat (Foto: Sebastian Dietrich)

Für wen ist das Buch?

Das Buch ist ein Bilderbogen für Leser mit Liebe zum Haptischen, der zeigt, wie reichhaltig die Musik dieser Stadt in den letzten 60 Jahren war. Im besten Fall werden die Leser dazu angeregt, sich in bestimmte Stile weiter zu vertiefen. Wir erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, das ist unsere subjektive Auswahl.

Was habt ihr weggelassen?

Es fehlt ganz viel Jazz aus Hamburg. Das Thema haben wir bewusst nicht so intensiv aufgenommen, weil es so groß ist, dass wir ihm nicht hätten gerecht werden können, ohne den Rahmen zu sprengen. Der Hamburger Jazz hat vielleicht mal ein eigenes Buch verdient.

Bernd Jonkmanns war vor allem für die Bilder zuständig, du für die Texte. Worauf hast du da geachtet?

Ich habe mit vielen Musikern persönlich gesprochen, weil die Texte über sie mehr sein sollten als ein Wikipedia-Eintrag. Ob Bernd Begemann oder Digitalism, ob Meute oder Trümmer: Ich habe mich bemüht, in die längeren Texte Kleinigkeiten einzuarbeiten, die auch Fans vielleicht noch nicht kennen.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Die Geschichte über die Beginner habe ich über DJ Mad aufgezogen, der kommt ja sonst gern mal zu kurz.

 

„Hamburg war immer ein guter Boden zum Experimentieren“

 

Hast du ein persönliches Lieblingsjahrzehnt?

Vielleicht von 1975 bis 1985, als der Punk nach Hamburg kam. Man kann gar nicht hoch genug einschätzen, was es für Hamburg bedeutet hat, als es damals losging mit Bands wie Abwärts und den Platten auf Albrecht Hilsbergs Label. Das erste Album von Abwärts, „Amok Koma“ von 1981, steht weiterhin vorn in meiner Sammlung. Gute Platte, wichtige Platte.

„Sound of Hamburg“, das neue Buch von Alf Burchardt und Bernd Jonkmanns

„Sound of Hamburg“, das neue Buch von Alf Burchardt und Bernd Jonkmanns

Was ist so gut daran?

Es nimmt diesen Punk-Geist, dieses Aufbruchsgefühl auf und macht etwas Eigenes daraus. Abwärts ist ein großer Wurf gelungen, weil ihre Musik sich absetzt von anderen Hamburger Punkbands, die einfach nur versucht haben, ihre englischen Idole zu kopieren. So war es ja schon zur Star-Club.Zeit: Manchen Bands wie den Rattles gelang das besser, anderen schlechter. Zu der Abwärts-Platte gibt es keinen vergleichbaren Stil.

Was macht die Sounds of Hamburg eigentlich Hamburg-spezifisch?

Ich weiß nicht, warum das so ist, aber Hamburg war immer ein guter Boden zum Experimentieren. Hier wurde immer genau hingehört, was an neuer Rock- und Popmusik unterwegs war, Musiker haben sich davon inspirieren lassen und es weiterentwickelt. Der frühe Krautrock zum Beispiel, der in Hamburg sehr gitarrenlastig war, oder die Hamburger Schule um Tocotronic mit diesem spröden Rock.

Tocotronic werden ja auch für ihre Texte gefeiert. Und da wir hier im Literaturressort sind: Was ist dir wichtiger – Text oder Musik?

Musik.

Die Texte müssen für dich also nicht unbedingt gut sein?

Schlecht sollten sie nicht sein. Bei englischen Texten aber ist es immer leichter, darüber hinwegzuhören. Bei deutscher Musik bin ich manchmal schon unglücklich, dass ich den Text verstehe. Aber vielleicht bin ich für die neue Befindlichkeit auch zu alt.

 

Jan Delays Texte haben Wumms

 

Wen magst du textlich?

Ich finde, dass Jan Delay immer ein gutes Niveau hinlegt und hält. Ich fand auch sein Album „Hammer und Michel“, das einhellig schlecht gemacht wurde, ganz in Ordnung. Bei ihm höre ich auch gerne den Texten zu.

Lieblingsline?

Lass mich mal kurz überlegen. Wie ging noch mal diese Stelle in „Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt“ über Axel Springer? Ach ja: „Ich möchte mich nicht in Köpfen befinden zusammen mit Gedanken, die unter Einfluss vom Axel Springer Verlag entstanden!“ Oder aus „Vergiftet“: „Meine Mudder mag RTL 2 nicht, denn das ist vergiftet. Und mein Vadder mag Phil Collins nicht, denn der ist vergiftet.“ Super, das hat Wumms!

Alf Burchardt, Bernd Jonkmanns, Frank Spilker (Vorwort): „Sounds of Hamburg. Die Musik der Stadt: 1960–2020“, Junius, 300 Seiten, 49,90 Euro.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Martin: „Es hilft zu verstehen, dass man Menschen nicht ändern kann“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Martin begegnet.

Protokoll & Foto: Kevin Goonewardena

 

„Jan Delay hat einen Song geschrieben, der heißt „Kartoffeln“ und den finde ich sehr bezeichnend – zumindest für mich. In dem Song rappt er darüber, dass wir Kartoffeln zwar viel Stärke haben, aber keinen Geschmack. Und deswegen in die Großstadt müssen, denn dort sind die vielen Gewürze.

Das sehe ich ganz genau so. Ich komme aus Emden in Ostfriesland und bin nach meiner Ausbildung weggezogen. Ich mag es mit unterschiedlichen Gewürzen in Berührung zu kommen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich hier in Wilhelmsburg so wohl fühle. Wo sonst hört man neun bis zehn Sprachen im selben Bus? Auch wenn ich die meisten davon nicht verstehe, finde ich das immer ganz geil, nicht so im eigenen Sud rumzuhängen. Dieses Blasen-hafte ist noch nie so meins gewesen. Ich war auch in Emden schon eher der Rucksack-Dude, der nicht HipHop, nicht Punk, nicht Metall oder sonst was war. Ich fand es schon damals geil, mit allen down zu sein, einen Abend bei den Metallern im Proberaum rumzuhängen, dann bei den Punks, später kam HipHop dazu. Mit möglichst vielen Sachen in Kontakt zu kommen und sich nicht in nur einem Freundeskreis zu bewegen, der ja eh meist nur dadurch zustande kommt, weil die Leute eine ähnliche Einstellung, eine ähnliche Haltung zum Leben haben, macht das Leben spannender.

Mich macht zwar eine Offenheit, eine Neugier, eine gewisse Unbekümmertheit aus, aber ich finde Vorurteile per se gar nicht schlimm. Ich habe mal gelesen, dass der Kopf automatisch Dinge in Schubladen einordnet, um nicht von dem was sonst ungefiltert auf einen einprasseln würde, überfallen zu werden. Wenn du einen Punker siehst, dann speicherst du den so ab. Aber man sollte den Leuten die Möglichkeit geben, da wieder raus zu kommen. Kann ja sein, dass ich am Wochenende einen Punker sehe und am Montag muss ich zur Bank und bei dem dann ein Girokonto eröffnen. Und das muss möglich sein. Um ein gewisses Denken, was man so hat, wenn man Leute sieht, die sympathisch findet oder nicht, da kommt man nicht drumherum, aber die Leute dann aus dieser Schublade nicht mehr raus zu lassen, das wäre wack.

 

Frage des Blickwinkels

 

Wenn man Menschen kennenlernen will, muss man in Kauf nehmen, dass sie nicht so denken wie man selbst, dass deren Meinung nicht deckungsgleich mit der eigenen ist. Wenn da jetzt der Arm hochgeht, dann geht das gar nicht, aber ansonsten … Ich mag mich lieber angeregt unterhalten, diskutieren, argumentieren – solange es nicht menschenverachtend wird. Aber man muss nicht immer einer Meinung sein.

Es ist aber auch eine Frage des Blickwinkels: Wenn du auf einem Stuhl in einem Raum sitzt und du kannst nur drei Ecken sehen, dann hat sich der Raum nicht geändert, wenn du den Stuhl verstellst und auch noch die andere Ecke sehen kannst. Aber vielleicht sehe ich dann in der Ecke die Tür, durch die ich raus kann.

Es hilft zu verstehen, dass man Menschen nicht ändern kann – das können nur sie selbst. Mal geht das besser, mal schlechter.“


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Hamburg: Globaler Klimastreik 2021

Am 24. September 2021 ist auch in Hamburg wieder globaler Klimastreik. Fridays for Future will damit kurz vor der Bundestagswahl mit reichlich prominenter Unterstützung noch ein Zeichen setzen

Text: Felix Willeke

 

Seit 2019 ruft die Fridays for Future-Bewegung zum globalen Klimastreik auf. Am 24. September 2021 um 12 Uhr ist es wieder so weit. In Hamburg findet dann die zentrale Veranstaltung auf der Willy-Brandt-Straße/Ecke Brandstwiete statt. Die vielen  Demonstrierenden werden auch in Hamburg prominent unterstützt. Auf der Bühne sind neben Enno Bunger und Zoe Wees auch Jan Delay und AnnenMayKantereit mit dabei. In Berlin steht neben Clueso auch Greta Thunberg auf der Bühne.

 

Die Forderung der Bewegung

 

„Strukturelle Veränderungen durch sozial gerechte und konsequente Maßnahmen, um die globale Klimaerhitzung auf 1,5°C zu begrenzen.“ Das ist nach wie vor die zentrale Forderung von Fridays for Future. Dieser wollen sie mit dem globalen Klimastreik genau zwei Tage vor der Bundestagswahl noch einmal Ausdruck verleihen. Weltweit finden an diesem Tag über 1.000 Aktionen statt.

fridaysforfuture.de


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#impfenschützt: Ein Aufruf der Musikszene

Die Ärzte, Sarah Connor, Max Herre, Jan Delay, Thees Uhlmann … diese Aufzählung ließe sich beliebig verlängern: Viele Künstler:innen, Veranstalter:innen und Konzertlocations haben unter #impfenschützt eine gemeinsame Impfkampagne gestartet

Text: Felix Willeke

 

„Wir als Band haben uns entschieden, uns impfen zu lassen“, schreiben Die Ärzte in ihrem Statement auf der eigenen Homepage. Der Hashtag #impfenschützt trended seit ein paar Tagen auf Instagram und Facebook. Mit der Impfkampagne rufen Musikgrößen aus Hamburg und ganz Deutschland dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Neben den Ärzten sind auch Bernd Begemann, Jan Delay, Thees Uhlmann, Miu, Sarah Connor, Howard Carpendale, Max Herre, Peter Maffay und Bands wie Element of Crime, Deichkind, Tocotronic, Einstürzende Neubauten, BAP, Madsen, Mia, Die Toten Hosen, Beatsteaks, Frittenbude, die Sterne und Silbermond mit dabei.

Dazu gesellten sich zudem Festivals und Spielstätten in Deutschland und Österreich. Gemeinsam hoffen sie mit der Aktion auf das, was auch die Ärzte am Schluss ihres Statements schreiben: „Damit das Leben weitergeht“.


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Villa Viva: Viva con Agua eröffnet Hotel

Das soziale Hilfsunternehmen Viva con Agua startet den Bau der „Villa Viva“ – einem Hotel, in dem man im Schlaf Gutes tun kann

Text: Felix Willeke

 

Viva con Agua setzt sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene ein. Mit der jährlichen Millerntor Gallery werden Spenden auch über eine Kunstausstellung im Stadion des FC St. Pauli gesammelt. Jetzt baut das soziale Hilfsunternehmen um Gründer Benny Adrion die „Villa Viva“, in der man im Schlaf Gutes tun kann

Im Münzviertel, direkt hinter dem Hamburger Hauptbahnhof, entsteht das neue Hotel von Viva con Agua. Finanziert von dem sozialen Unternehmen und bekannten Unterstützern wie Bela B. und Jan Delay, soll es ein Hotel für alle werden, wie Benny Adrion in einem Interview mit der Zeit berichtet. Neben dem Hotel sollen in dem Haus auch ein Studio für Podcasts und Musikaufnahmen, Büros für soziale Unternehmen, eine Rooftop-Bar und ein Restaurant Platz finden. Das zwölfstöckige Gasthaus mit circa 140 Übernachtungsbetten, einem Zauberkiosk, einem Office-Playground und Artrooms soll ein Ort der Kreativität und Innovation, der Interaktion und der Gastfreundschaft, des sozialen Engagements und der Zukunftsorientierung werden.

 

Schöne Träume ab 2023

 

Ziel ist es, Besucher:innen während der Übernachtung mit einem sozialen Aspekt bekannt zu machen und so Unterstützung für die vielen Projekte von Viva con Agua zu bekommen. Das Haus richtet sich laut Adrion nicht an eine spezielle Zielgruppe. Neben Familien, Menschen, die für weniger Geld auf der sogenannten Camping-Etage übernachten können, sind auch Gäste mit einem größeren Geldbeutel willkommen.

Der Baubeginn der „Villa Viva“ ist am 12. Juli 2021. Voraussichtlich Ende 2023 sollen sich die Türen des Hotels öffnen.

villaviva-gasthaus.de


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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Jan Delay: „Alles was ich bin, bin ich wegen dieser Stadt“

„Earth, Wind & Feiern“ ist der Titel des neuen Albums von Jan Delay – und der hält, was er verspricht. Die Songs behandeln teils ernste Themen, machen aber jederzeit Spaß. Ein Gespräch über den textlichen Umgang mit der Klimakatastrophe, Rassismus und Faschismus sowie Hamburg als ewige Liebe des Künstlers

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Jan, HipHop, Disco, Trap, Afrobeat, Dub – alles drauf auf deinem neuen Album. Hast du dir vorgenommen, möglichst viele Genres in den Songs unterzubringen, oder ist das einfach so passiert?

Jan: Als ich mit meinem musikalischen Partner und Produzenten Tropf zum ersten Mal über neue Songs gesprochen habe, meinte er: „Wenn wir ein neues Jan Delay-Album machen, dann halten wir uns nicht an ein Genre, auch nicht an eine Parole – wir machen nur, was uns Spaß macht!“ Das war auch mein Wunsch. Außerdem war mir wichtig: Fokus immer auf gute Laune! Ich wollte eine positive Platte machen, also das Gegenteil von meiner zuletzt erschienenen Platte.

Keinen Mittelfinger, kein „Leckt mich alle am Arsch, ihr seid alle scheiße!“ Was natürlich nicht bedeutet, dass man nicht auch mal ernste Themen anschneiden darf …

… was du jetzt ja auch mit Zeilen wie „Es sind finstere Zeiten“ tust. Wobei du damit nicht die Corona-Krise meinst, denn die Songs sind bereits vor der Pandemie entstanden.

Genau. Wovor ich damals Angst hatte und heute noch habe: die Klimakatastrophe und der Rechtsruck. Ich wollte diese Themen auf der Platte haben – aber mit positiven Gedanken besetzt.

Inwiefern?

Insofern, als dass, wenn man über so etwas redet, jemandem auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Man kann auch Songs zu solchen Themen machen, zu denen man tanzen und feiern kann. Songs, die Kraft geben. Denn: Feiern bedeutet ja nicht immer nur, dass man am nächsten Tag einen Kater hat, sondern auch, dass man aus der Feier neue Energie geschöpft hat. So geht es mir zumindest. Und wer es will, der kann es mit diesem Album genauso machen.

Man muss übrigens auch sagen, dass dieses die erste zeitgemäße Jan Delay-Platte ist. So was gab es ja bisher noch nicht. Selbst, als ich damals die Reggae-Platte gemacht habe („Searching For The Jan Soul Rebels“, 2001; Anm. d. Red.), war es keine Dancehall-Platte, sondern eine Roots-Reggae-Platte.

„Earth, Wind & Feiern“ hingegen sollte so werden, dass ich sie heute jederzeit auflegen kann. So, dass die Songs im Club nicht abkacken, wenn sie zwischen Cardi B und Major Lazer laufen.

 

Boogie und Disco im Hier und Jetzt

 

Wie seid ihr vorgegangen, um das zu schaffen?

Wie Mark Ronson oder Bruno Mars: Wir haben alte Musikrichtungen, zum Beispiel Boogie oder Disco, ins Hier und Jetzt geholt. Wir hatten Sessions, in denen wir die Rhythmen fertig gemacht haben – und danach haben wir einfach die Drums rausgeschmissen und nachprogrammiert (lacht). So haben wir beides in die Songs bekommen: Den Vibe der Band und den Rumms der digitalen Technik.

Textlich machst du in Songs wie „Gestern“ klare Ansagen zur musikalischen Ausrichtung, wenn du etwa singst: „Nichts ist so kalt wie der heiße Scheiß von gestern“ …

… stimmt! Wobei ich das auch mit einem zwinkernden Auge singe. Ich liebe die Musik, die ich früher gemacht habe, schließlich auch. Ich komme ja von da. Es gibt nur oft so ein paar Nasen, die sagen: „Mach doch mal wie früher! Mach doch noch mal Reggae, das war so geil!“ Aber ich habe das ja schon gemacht, warum sollte ich das noch mal machen? Wäre doch bescheuert!

Übrigens habe ich den „Nichts ist so kalt wie …“ Satz gemopst – von Sven Regener. Ich habe ihn mal in einer Talkshow gesehen, und da hat er den gesagt. Hat mich total weggeballert, der war zu gut! Deswegen habe ich den Satz im Song benutzt.

 

 

Du hast vorhin erwähnt, es sollte keinen Mittelfinger auf der Platte geben. Ein bisschen anti bist du aber schon, zum Beispiel im Song „Spaß“, wenn es heißt: „Sie hatten alle noch nie Spaß, und darum sind sie voller Hass. Sie wissen gar nicht, wie das geht, wie man liebt und wie man lebt.“

Hier geht es um die Ursprünge des besorgten Bürgers. Der Begriff „besorgter Bürger“ beschreibt die Anfänge des Rechtsrucks, der AfD und dieses ganzen Krams. Da muss man dann auch mal anti sein. Bei Umweltzerstörung, Rassismus und Faschismus bin ich immer anti. Trotzdem geht der Song auf eine unterhaltsame Weise mit all dem um. Er soll kein Referat sein, sondern rütteln, bewegen, Emotionen auslösen.

Wie ist es eigentlich, wenn du dich textlich mit den genannten Themen, bei denen du anti bist, beschäftigst: Regst du dich dann noch mehr darüber auf oder ist das Schreiben ein Stück weit ein Ventil und beruhigt dich?

Gute Frage (überlegt lange). Es ist eine Art Beschäftigungstherapie. Die Frage ist letztlich: Wohin mit meiner Wut? Schlage ich in einen Sandsack? Oder schreibe ich etwas dazu auf? Jeweils ist die Lage danach kein bisschen besser – aber vielleicht geht es mir ein bisschen besser, weil ich Dampf abgelassen habe. Es gibt auch Momente, wenn ich zum Beispiel einen Brief oder eine Mail von Leuten bekomme, die „danke“ sagen für etwas, das ich in einem Song transportiert habe, weil es ihnen geholfen hat. Da denke ich dann: Krass! Geil!

Man bekommt die Wirkung von den eigenen Texten ja oft gar nicht mit. Aber die Chance auf eine solche Wirkung besteht, wenn man etwas rausbringt, und das ist sehr viel wert.

 

„Hamburg, die pompöse Kulturstadt! Am Arsch!“

 

Als „Advanced Chemistry“ erschien, sagtest du uns im Interview, dass wenn Deutschland im Ganzen ein bisschen mehr wie Hamburg wäre, es in der Gesellschaft auch weniger Angst vor Fremden gäbe …

… ja, das denke ich immer noch.

Du hast es begründet mit der Offenheit Hamburgs, die der Hafen den Leuten nahelegen würde. Denkst du, dass Hamburg auch in der jetzigen Corona-Krise ein Stück weit Vorreiter war und ist für das gesamte Land, etwa, was die Politik angeht?

Nein, leider nicht. Was ich wirklich als Schlag ins Gesicht empfand, war, als erst nach einem gefühlten halben Corona-Jahr die ersten Hilfspakete von je 2.500 Euro eintrudelten – und in der Pleitestadt Berlin die selbstständigen Kreativen 5.000 Euro bekamen. Da war ich richtig sauer. Hamburg, die pompöse Kulturstadt! Am Arsch! Hamburg hat sich da während der Pandemie kein bisschen mit Ruhm bekleckert.

Auf kleine Liebeserklärungen an Hamburg verzichtest du allerdings auch auf „Earth, Wind & Feiern“ nicht.

Wenn ich über Hamburg meckere, dann wie eben in einer speziellen Sache. Da haben die Leute, die in Hamburg das Sagen haben, Scheiße gebaut. Aber das tut meiner Liebe zu Hamburg keinen Abbruch. Alles, was ich bin, bin ich wegen dieser Stadt. Die Musik, die ich mache, mache ich wegen dieser Stadt. Meine Offenheit, meine Toleranz – die habe ich von Hamburg. Wenn es Hamburg nicht geben würde, würde es auch diese Platte nicht geben.

Ich gehe den Leuten anderswo in Deutschland auch schon auf den Sack mit meiner Hamburg-Liebe (lacht). Die wird nie aufhören.

Wo in Hamburg würdest du denn am liebsten eine Release-Party für das neue Album machen?

Im Fernsehturm, für ein paar seelige Wenige. Danach würde ich auch gerne mit der Platte im Millerntor-Stadion spielen. Aber das haben wir mit den Beginnern schon drei Jahre hintereinander versucht, zusammen mit dem Verein und dem Präsidenten. Wir wollten es alle unbedingt. Aber der Bezirksamtsleiter hat es wegen einer DB-Beschränkung nicht zugelassen. 91 DB ist die Grenze. Zum Vergleich: Wenn St. Pauli ein Tor schießt und der Blur-Song ertönt, sind das 105 DB.

Also nicht im Millerntor-Stadion. Aber sehr gerne auf der Trabrennbahn. Dort herrscht eine tolle Atmosphäre und man kann so laut sein, wie es Spaß macht.

„Earth, Wind & Feiern“ ist am 21.5. auf Vertigo Berlin/ Universal erschienen


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Fettes Brot über „Viva La Bernie“ und Protestkultur

Fettes Brot: Die Hamburger HipHopper haben kürzlich gemeinsam mit weiteren Künstlern ihr Arbeitszuhause in der Bernstorffstraße 117 gerettet. Die Bewegung „Viva La Bernie“ wurde zum Symbol gegen Gentrifizierung nicht nur in Hamburg, sondern in allen deutschen Großstädten.

Wir haben Dokter Renz, König Boris und Björn Beton besucht und über Band- und Stadtpolitik gesprochen.

Interview: Erik Brandt-Höge
Fotos: Jens Herrndorff

SZENE HAMBURG: Fettes Brot, im Rahmen eurer Radioshow „Was Wollen Wissen“, zu der es nun auch ein Buch gibt, habt ihr erklärt: „Wir wissen zwar nicht alles, haben aber auf alles eine Antwort.“ Beschreibt das auch den Drang, zu allem etwas zu sagen?

Björn: Null! Ich finde, es ist eine bescheuerte Entwicklung unserer Zeit – vermutlich durch das Internet befeuert – zu allem seinen Senf abzugeben.

Bei anderen vielleicht auch eine Folge des ständigen In-der-Öffentlichkeit-Stehens? Viele prominente Künstler entwickeln mit der Zeit geradezu einen Äußerungszwang.

Björn: Ja, wobei wir Musiker mittlerweile ja auch zu den absurdesten Themen der Welt befragt werden – als ob wir dazu wirklich etwas sagen könnten.

Nie in Versuchung gekommen?

Boris: Ist ’ne Trainingssache. Ich spreche jetzt mal nur für mich: Als wir mit Fettes Brot anfingen, war ich deutlich ängstlicher, was das Dasein in der Öffentlichkeit angeht.

Inwiefern?

Boris: Ich war unsicher, wie ich reagieren sollte, wenn mich Leute ansprechen und mir sagen, dass sie mich entweder toll oder doof finden. Das musste ich erst mal lernen.

 

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Fettes Brot wollen Hamburg nicht als „Hort der Glückseligkeit“ erhöhen.

 

Wie hast du das geschafft?

Boris: Indem ich mir eine Distanz zu mir selbst bewahrt habe, also mich nicht all zu ernst genommen habe. Ich habe nie geglaubt, besonders wichtig zu sein, nur weil wir zum Beispiel gerade einen Chart-Hit hatten. Ich wusste immer: Es ist nur Musik – wir retten nicht die Welt.

Nicht die ganze, aber kleine Teile – etwa einen Hamburger Hinterhof, in dem ihr seit Jahren ein Arbeitszuhause habt – wie Dutzende andere Künstler. Um diesen Ort in der Bernstorffstraße zu erhalten, habt ihr euch klar positioniert …

Björn: … allerdings nicht, ohne vorher ausreichend darüber nachzudenken und zu reden. Wir sind da sehr besonnen.

 

„Es war eine sehr emotionale Geschichte für uns“

 

Was war das Contra-Argument bei „Viva La Bernie“?

Boris: Das generelle Problem, wenn wir uns äußern, ist dass es dann schnell heißt: „Fettes Brot sind gegen …“ Da geht es dann plötzlich nicht mehr um einzelne Berufe und Schicksale, sondern nur noch um unsere Fressen in der Presse. Aber damit muss man letztlich leben können.

War das Verantwortungsbewusstsein für euch und andere am Ende so groß, dass ihr euch entschieden habt, das Gesicht von der Bewegung zu werden?

Boris: Es war vor allem eine sehr emotionale Geschichte für uns. Hier auf dem Hof sind nur nette Leute, die sich kennen und ein solidarisches Miteinander pflegen. Wenn man so was hat und es bedroht wird, kann man sich aus der Sache eigentlich gar nicht raushalten.

Renz: Es war ein gemischtes Gefühl aus persönlicher Betroffenheit und eben diesem Verantwortungsbewusstsein einer Stadtentwicklung gegenüber, die letztlich nicht nur Hamburg, sondern ganz Deutschland betrifft.

 

„Geld regiert die Welt! Und das Kapital walzt die Freiräume nieder“

 

Viele fühlen sich dieser Entwicklung gegenüber nahezu ohnmächtig. Ihr euch auch manchmal?

Björn: Ja und nein. Einerseits denke ich: Verdammt, Geld regiert wirklich die Welt! Und das Kapital walzt die Freiräume nieder. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder kleine Siege, die mich optimistisch stimmen. Ein weiterer Grund zur Hoffnung ist, dass es ein Umdenken in der Politik gibt, zumindest kommt es mir so vor. Ich will da gar nicht von bestimmten Parteien sprechen, aber es scheint doch, als würden gewisse Werte von denen, die in den wichtigen Ämtern sind, mehr und mehr verstanden werden.

Den Immobilieninvestoren kann man mit Pop-Kultur, Coolness, Kreativität und Diversität nicht kommen. Den Politikern schon. Und wenn die Stadt daraufhin die ein oder andere Immobilie zurückkauft, finden wir das toll.

Apropos Politik: Auf eurem neuen Album „Lovestory“ gibt es den Song „Du driftest nach rechts“. Es geht um die persönliche Enttäuschung des lyrischen Ichs, als es merkt, dass sein Freund sich zum Negativen verändert. Der Song erscheint durch seine Ohrwurm-Melodie am massentauglichsten auf dem Album. Habt ihr das ganz bewusst so gestaltet, damit die Message auch ins Radio kommt?

Renz: Mir war erst mal wichtig, dass wir das Thema Rechtsruck in einem Liebeslied abhandeln. Es wird also ganz anders erzählt, als in den meisten Songs, die es darüber gibt. Weder geht es um Parteien, noch gibt es einen erhobenen Zeigefinger. Nur die persönliche Ebene.

Boris: Wenn der Song ins Radio kommt, freuen wir uns natürlich, aber es gibt keinen Trojanisches-Pferd-Gedanken dahinter. Das Stück ist eher einfach so passiert.

 

„Du driftest nach rechts“ von Fettes Brot könnt ihr hier hören

 

Passiert euch Politik in Songtexten immer einfach so?

Boris: Ja, Politik ist fest in unsere Band-DNA. Sie kommt immer vor, aber wir müssen sie uns nie vornehmen.

Was den Rechtsruck in Hamburg angeht, ist Kollege Jan Delay sehr entspannt und meint: „Wenn Deutschland ein bisschen mehr wie Hamburg wäre, gäbe es zum Beispiel viel weniger Angst vor dem Fremden …“

Boris: … und das sagt man über eine Stadt, in der mal 20 Prozent Schill gewählt haben.

Jan meinte, durch den Hafen hätten Hamburger gelernt, dass ein Zusammenkommen der Kulturen eine Bereicherung wäre.

Björn: Klingt für mich nach Seefahrerromantik.

Renz: Aber ich mag dieses romantische Bild.

Björn: Ja, wohl fühle ich mich auch damit, dass man in Hamburg theoretisch Heimund Fernweh haben kann.

Boris: Fakt ist: Es gibt eine starke linke Protestkultur in Hamburg, die über Jahrzehnte gewachsen ist und feste Strukturen geschaffen hat. Das kann man richtig gut finden – aber ein Rückkehrschluss, dass es hier deshalb nur noch Friede, Freude, Eierkuchen und keine Idioten mit falschen Gedanken mehr gibt, ist nicht zulässig. Das Erhöhen von Hamburg als Hort der Glückseligkeit stößt bei uns auf Ablehnung.

Fettes Brot: 25.3., Knust, 20 Uhr (Die Lesung ist bereits ausverkauft).


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2019. Das Magazin ist seit dem 28. Februar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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