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YOU GIVE, WE GIVE – Hamburg hält zusammen

Hamburgs Kulturlandschaft leidet unter der Lockdown-Krise. Deshalb gibt es „YOU GIVE, WE GIVE – Hamburg hält zusammen“, ein neues Projekt, das die positive Macht und Reichweite sozialer Medien nutzt, um die Branche zu unterstützen

 

Ausgewählte Kulturbetriebe werden zur aktuellen Situation bei „YOU GIVE, WE GIVE – Hamburg hält zusammen“ interviewt und die Beiträge auf Instagram und Facebook veröffentlicht – mit der Idee, dass Clubs, Theater, Kinos und andere Kulturinstitutionen der Hansestadt für die Öffentlichkeit präsent bleiben und den Lockdown gut überstehen.

 

Altonaer Theater und Kammerspiele mit dabei!

 

In Interviews mit den Kulturschaffenden entsteht Platz für die Sonnen- und Schattenseiten der vergangenen Monate, für den Umgang mit den Corona bedingten Herausforderungen, für innovative Projekte, für Leidenschaft und Zusammenhalt in der Szene. Außerdem wollen die beiden Macherinnen Katrin Mengen und Isabella Hunstiger mit vereinten Kräften neue Impulse und Perspektiven entwickeln – Not macht erfinderisch, oder?!

Auch das Altonaer Theater macht mit: Ein Interview mit Intendant und künstlerischem Leiter Axel Schneider gibt’s hier:

 

Bei ihrem Besuch in den Hamburger Kammerspielen sprechen Katrin Mengen und Isabella Hunstiger mit dem Künstlerischen Leiter Sewan Latchinian und der Leitenden Dramaturgin Anja Del Caro und fördern zu Tage, was seit der Eröffnung des Hauses vor 75 Jahren zählt – die Wahrheit des Theaters, das gemeinsame Atmen der Theaterluft:

Für mehr Interviews folgt Katrin Mengen und Isabella Hunstiger auf Instagram!


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Home-Yoga: „Einatmen … und ausatmen“

Die aus Indien stammende Praxis geistiger und körperlicher Übungen ist längst vom Trend zum Massenphänomen geworden. Weshalb Yoga auch in Zeiten der Pandemie die Chance bietet, um zu einer inneren Ruhe zu gelangen. Eine Reportage

Text: Marco Arellano Gomes

 

Montagmorgen, 9:22 Uhr. Es ist frisch. Maike legt ihre schwarze Yogamatte auf dem hellen Laminatboden aus, stellt ihren Yoga-Block aus Kork links an die Seite. Vor der Matte stehen bereits eine weiße Kerze mit flackernder Flamme und eine schwarze Buddha-Figur, um deren Körper eine holzmelierte Mala-Kette hängt, die ein wenig an einen christlichen Rosenkranz erinnert. Neben dieser steht eine Flasche Wasser, aus einer Vulkangegend. Maike trägt schwarze Leggings, ein weißes, ärmelloses Shirt und eine Strickjacke. „Bequem muss es sein“, sagt sie. Die Art Direktorin schaut nach vorn zu Fredi, ihrer Yogalehrerin. Sanfte, stimmungsvolle Klänge füllen den Raum. „Das sind healing waves“ erklärt Maike, oder „Mantra-Sounds“. Klingt entspannend.

Monkey-Mind-Yoga_Sophia-Lenz„Wie geht es euch heute Morgen?“, fragt Fredi. Keine Antwort. Die Teilnehmer sind stummgeschaltet, denn Fredi ist über Zoom auf einem 13 Zoll MacBook zu sehen und zu hören – und wer will schon Rückkoppelungen mitten im Flow? Maike befindet sich nicht in ihrem geliebten Monkey Mind Yoga-Studio, gelegen in der Oelkersallee zwischen Schanzenviertel und Holstenstraße, sondern in ihrem knapp zehn Quadratmeter großen Wohnzimmer in Eimsbüttel. Die Matte liegt zwischen Couch und Flachbildschirm. Der Abstand beträgt jeweils einen halben Meter. So geht Yoga im Lockdown.

Maike sagt nichts mehr, genießt die Ruhe, im Schneidersitz – jener ikonischen Haltung, bei der die Arme über die Knie gehalten werden und die Kuppen von Daumen und Zeigefinger sich berühren, während die restlichen drei Finger wahlweise zusammengehalten oder gespreizt werden.

Die Stunde beginnt mit Fingerübungen und dem Kreisen von Becken und Schultern. Immer wieder lässt Fredi Begriffe fallen, sagt Sätze wie: „Yoga ist Das- zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geiste“ und „Es gibt nichts Gewaltigeres als die Stille“, und „Der Geist ist wie die aufgebrachte See: Man kann den Grund nicht sehen“ und „Die Welt ist nackt und die Wahrheit ist nackt bis auf die Knochen“. Dann spricht sie sie an, diese nackten Wahrheiten und stellt die Frage in den Raum, warum die Menschen durch die Welt hetzen, von einem Ziel zum anderen, unter Dauerbeschallung von Radio, Fernsehen, Computer und Handy; warum einem die Gesellschaft einredet, dass Pausen und Ruhephasen nur etwas für Faule seien; warum „wir ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir sagen: Halt! Stopp! Ich brauch Ruhe“.

 

Me and my Monkey

 

Die Antwort: Hinter all dem steht unser „Monkey Mind“. All das Machen und Tun entspringt diesem inneren, affigen Unruheherd. An dieser Stelle muss man dann schon mal tief durchatmen. Und tatsächlich: Es folgen einige Atemübungen. Die Arme werden über dem Kopf gehalten, Hände ineinander verschränkt. Die Arme sinken wieder und werden vor der Brust gehalten, Hände aneinandergedrückt. Dann geht es zur Sache: Es wird gedehnt, gestreckt, gehalten, gedreht, geatmet und geformt. Es gibt Übungen auf allen Vieren, mit hochgestrecktem Po, abstehendem Bein, hochgehaltenem Arm, den Körper zur Seite gedreht, nach vorne gebeugt, in der Hocke und auf den Schienbeinen sitzend, auf die Arme gestützt, mit aufliegenden Fersen oder auf den Zehenspitzen und auf einem Bein stehend. Nach 15 Minuten wirft Maike schwungvoll die Strickjacke zur Seite. Nun ist sie auf Betriebstemperatur.

„Spüre mit jedem Step die Ruhe und Erdung“, sagt Fredi. Und immer wieder kommt die zentrale Aufforderung: „Einatmen … und ausatmen. Einatmen … und ausatmen. Einatmen … und ausatmen.“ Ihr melodischer Sprachrhythmus erinnert ein wenig an die Stimmlage einer Stewardess, wenn die Borddurchsage kommt. Allein das Zuhören hat etwas Meditatives.

Maike folgt den Anweisungen, mal auf den Monitor schauend, mal intuitiv. Yoga wird bei Maike nicht exerziert, es wird zelebriert. Sie kennt die meisten Übungen, beherrscht sie, „inzwischen jedenfalls. Yoga ist ein Prozess und erfordert Geduld“, wird Maike nach der Stunde erklären. Während des Praktizierens gilt Ruhe. „Einatmen … und ausatmen.“ Der Laminatboden in Maikes Wohnzimmer knatscht, draußen ist ein Krankenwagen zu hören. Plötzlich ist der Fernsehabend in Gefahr: Ein Bein schwenkt links aus, wenige Zentimeter am Flachbildschirm vorbei.

 

Vom Sonnengruß bis zur Totenstellung

 

Die einzelnen Übungen werden Asanas genannt und haben lustige, teilweise aus dem Tierreich entlehnte Namen wie „Cobra“, „Herabschauender Hund“, „Heraufschauender Hund“, „Kamel“, „Fisch“, „Taube“, „Krähe“, „Adler“, aber auch abstrakte Namen wie „Baum“, „Sonnengruß“ oder „Totenstellung“. Die Asanas kräftigen den Körper, halten Muskeln und Wirbelsäule flexibel und geschmeidig. Die Organe werden besser durchblutet.

Yoga hat seine Wurzeln im Hinduismus und Buddhismus und bedeutet etymologisch so viel wie „Anspannen“ beziehungsweise „Anschirren (der Seele an Gott)“. Zunächst war es vor allem ein Meditationssystem. „Wenn man in die ganz alten Schriften guckt“, so Monkey Mind Yoga-Gründerin Sophia, „dann steht da, dass das Ziel darin besteht, dass man einen Zustand erreicht, in dem man eins wird mit dem Innen und Außen.“

Reichlich spirituell, was Patanjali, der „Vater des Yogas“ und Verfasser der Yogasutras (Yoga-Lehrtexte), der wahrscheinlich im 2. Jahrhundert vor Christus lebte, da im Sinn hatte. Der Yogi, wie jeder Lehrer und Bekenner des Yogas genannt wird, nutzt hierzu verschiedene Techniken, zum Beispiel bestimmte Körperhaltungen, die Beherrschung der Atmung und die dadurch möglich gemachte geistige Konzentration (Meditation). Von dieser Frühform ausgehend, haben sich unterschiedliche Richtungen des Yogas entwickelt: Der die sittlichen Werte betonende Karma-Yoga (Yoga der Tat), der die intuitive Einsicht betonende Radscha-Yoga (Königsweg-Yoga) und der vor allem die körperlichen Übungen betonende und im Westen weitverbreitete Hatha-Yoga (Anstrengungsyoga).

 

Siegeszug des Hatha-Yogas

 

Letzteres hat einen weltweiten Siegeszug angetreten. Yoga ist längst vom Trend zum Mainstream geworden. Es gibt Yoga- Shops, Yogi-Tee, sogar ein Tablet mit dem Namen „Yoga“. Seit 2016 gehört Yoga zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. „2010 ging die Trendwelle so richtig los“, erzählt Sophia.

Die gelernte Kauffrau für audiovisuelle Medien und gebürtige Augsburgerin kam in Hamburg 2001 erstmals mit Yoga in Berührung. Eine Freundin hatte sie zu einem Kurs mitgenommen, in den „Yoga Raum Hamburg“ im Karoviertel. Sie hatte schon vorher viel Sport und Bewegung in ihrem Leben, aber so etwas habe sie zuvor nie erfahren: „Am Ende der ersten Yogastunde hatte ich den Eindruck, nichts verstanden zu haben. Ich war total platt und dann hatte ich eine völlig neue Erfahrung, einen Moment der Stille, der Wertschätzung. Da geschieht etwas auf einer energetischen Ebene. Ich war ordentlich weggeschallert. Das war total angenehm.“ Dieses Gefühl ließ sie wiederkommen. Yoga war ihr Ding – das spürte sie.

 

Gründung von Monkey Mind Yoga

 

Sophia blieb dabei, lernte dazu, vertraute sich einer der Gründerinnen an, kam „vom Groben ins Feinere“, absolvierte Workshops, flog nach Bali, um sich drei Monate ausbilden zu lassen. „Für mich war damals klar, dass ich das stärker in meinem Leben einbauen wollte.“ Sie freundete sich mit Jette an, einer Yogalehrerin im Yoga-Raum Hamburg. Jette hatte die Idee, gemeinsam ein eigenes Studio aufzubauen: Monkey Mind Yoga. 2010 ging es los, erst in der Eimsbütteler Chaussee, später in der Oelkersallee 33, gelegen in einem charmanten Hinterhof mit kleinem Café und Schauspielschule.

 

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Das Studio von Monkey Mind Yoga in der Oelkersallee besticht durch Schlichtheit und bietet doch eine gemütliche Atmosphäre (Foto: SZENE HAMBURG)

 

„Eine Freundin hat das Logo entworfen, ein Freund die Website gebastelt. Alles chic und cool – und in unserer eigenen Sprache.“ Der Name Monkey Mind Yoga ist im Yoga ein bedeutungsschwanger Begriff. „Er beschreibt unseren Geist in seinem unkontrollierten, natürlichen Zustand. Affen sind ungebändigt, wild und spielerisch und meist nicht auf eine einzige Sache fokussiert, zumindest nicht für lange Zeit.“

Der Begriff drückt aus, dass es den Menschen schwerfällt, Ruhe im Kopf zu finden und den inneren Affen zu bändigen. Der Geist schwingt sich einem munteren Affen gleich ruhelos von Ast zu Ast und eilt unablässig von einem Gedanken zum nächsten. Jeder trägt diesen Affen in sich. Robbie Williams hat diesem Affen auf dem Album Escapology mit dem Song „Me and my Monkey“ ein musikalisches Denkmal gesetzt.

 

 

In Hamburg war die Situation zur Gründung noch überschaubar. Heute mangelt es weder an Yogastudios noch an Teilnehmern. Einer Erhebung des Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e. V. (BDY) von 2018 zufolge praktizieren insgesamt fünf Prozent der Deutschen Yoga, also knapp 4,1 Millionen. 2014 waren es etwa 2,4 Millionen (drei Prozent).

In jedem Quartier Hamburgs gibt es gefühlt ein oder mehrere Yogastudios. Die Yogalehrer arbeiten meist in mehreren Standorten. „Ich würde heute kein Yogastudio mehr eröffnen“, so Sophia. „Das Angebot ist einfach zu groß.“ Mitgründerin Jette ist inzwischen in die Algarve ausgewandert. Doch mit Sonja hat Sophia eine neue starke Yogapartnerin gefunden. Wie ist dieser Siegeszug von Yoga zu erklären? „Yoga ist im Kern sehr simpel: Augen schließen, atmen, Techniken nachahmen. Das reicht schon, um wacher und entspannter zu sein. Jeder fühlt das – unmittelbar“, erklärt Sophia. Wie findet man das für sich passende Programm? „Ausprobieren. Inzwischen gibt es so viele Yogaformen, dass ich da selbst nicht mehr durchblicke.“

Was spricht dafür, ins Studio zu gehen, wenn es unzählige Youtube-Alternativen gibt? „Der Austausch in der Community ist etwas sehr Wichtiges. Das gemeinsame Praktizieren hilft vielen, sich wohl zu fühlen. Auch kann ein Lehrer vor Ort besser auf die individuellen Bedürfnisse eingehen, weil man sich persönlich kennt“, sagt Sophia. „Und im Studio kann man sich auch besser konzentrieren als zwischen Wasch- und Spülmaschine.“ Sie bricht in ein herzliches Lachen aus. „Wenn es nicht so wäre, würde längst jeder nur die Youtube-Videos ansehen.“ Youtube bietet unzählige Yogakurse. Kostenlos. Werbefinanziert. Ganz vorn dabei: Yo tube-Star Mady Morrison – die Pamela Reif des Yogas. Die aus Potsdam stammende 30-jährige Yogalehrerin hat bereits 1,09 Millionen Abonnenten. Ihr Ziel: Yoga allen zugänglich machen.

 

Einfluss auf die Gesundheit

 

Der positive Effekt von Yoga gilt als wissenschaftlich erwiesen. Viele hochrangige Institute untersuchten die Wirkung von Yoga. So hilft Yoga bei vielen Problemen wie Schmerzen oder Schlafstörungen. Die Charité wies einen positiven Einfluss bei Nackenschmerzen nach; die University of Washington erkannte einen positiven Einfluss bei Rückenschmerzen; die University of California wies nach, dass Yoga einen größeren Einfluss auf das Wohlbefinden hatte als Aerobic; die Harvard University kam zu dem Ergebnis, dass Yoga einen gesunden Schlaf fördert; und die Boston University School of Medicine erkannte eine positive Wirkung auf die Stimmung, die auf den beruhigenden Effekt des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure im Gehirn zurückzuführen ist – was letztendlich gegen Depression oder Angstzustände helfen kann.

Den Krankenkassen ist das alles nicht entgangen. Seit Jahren bezuschussen sie Yogakurse, in der Hoffnung, dass ihre Mitglieder gesund bleiben und so weniger Kosten verursachen. Die Zeitschrift Finanztest bezifferte die Spanne der Zuschüsse zwischen 150 und 600 Euro im Jahr (2017). Das Deutsche Ärzteblatt berichtete 2014, dass es mit Yoga gelingt, die Höhen und Tiefen des Gefühlslebens auszugleichen. Yoga als Stimmungsaufheller? Ist es nicht genau das, was angesichts der Pandemie und der vielen damit einhergehenden Entbehrungen und Verluste nötig ist?

„Zum Glück ist uns innerhalb weniger Tage gelungen, die Kurse auch online anzubieten. Obwohl wir technisch keine Ahnung hatten“, sagt Sophia. „Aber für viele ist online kein Ersatz, die brauchen die Vibes, die Energien, die in so einem Studio mit anderen Menschen entstehen.“ Ein Video-Teacher kann auf individuelle Bedürfnisse keine Rücksicht nehmen. Wie auch? Die Lehrer bei Monkey Mind Yoga und anderen Studios schon – teilweise sogar online. Sophia, Fredi, Sonja Maria, Marie Delphine, Nina, Steffi, Agnes, Charlotte, Noëlle, Jule und Sonja – sie alle bringen ihre Erfahrungen, ihre Persönlichkeit und Empathie in den Unterricht ein.

 

Yoga and the City

 

„Wir Großstädter kennen und lieben das moderne Leben, wir gehen gerne Tanzen, Essen, widmen uns der Kultur und Unterhaltung. Auf der anderen Seite sitzen wir den Großteil unseres Tages vor dem Rechner, haben irre viel zu tun und sind superviel abgelenkt. Das alles ist wie der Zucker für den Affen. Es führt zu Stress und innerer Unruhe, zu Verspannungen und schlechten Körperhaltungen. Yoga hilft, zu entspannen, Geist und Körper miteinander zu versöhnen.“

Zurück im Wohnzimmer von Maike: „Wir alle leben ein Leben von außen nach innen“, sagt Fredi. „Wir probieren im Außen das zu finden, was uns innen fehlt, die Leere zu füllen. Aber das wird uns nicht gelingen, wenn wir nicht radikal anfangen, die Perspektive zu wechseln. Wir brauchen nicht immer mehr, wenn wir erkennen, dass wir im Inneren bereits alles haben“.

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Sophia und Sonja bei den Übungen „Friedlicher Krieger“ (l.) und „Seitlicher Winkel“ (r.) (Foto: SZENE HAMBURG)

Das gilt zu einem gewissen Grad – zumindest vorübergehend – auch für die eigene Wohnung. Man kann sich tagtäglich hinstellen und darüber meckern, dass man nicht mehr ins Kino, ins Restaurant, ins Museum, aufs Konzert oder ins Theater gehen kann, oder man schafft sich vorübergehend einen Ersatz im Inneren. „Wenn ich schon nicht mehr ins Yogastudio gehen kann“, sagt Maike, „dann schaffe ich mir meinen kleinen Yoga-Tempel eben im Wohnzimmer. Yoga ist schließlich ein Work-in, kein Work-out. Es geht darum, sich selbst zu spüren – egal wo.“ Das Studio vermisst sie trotzdem.

Am Ende der Sitzung klatscht Fredi in die Hände und sagt: „Lass alles von dir abfallen: körperlich, mental, emotional.“ Sie steht auf, tritt links aus dem Bild, tritt gute vier Meter weiter vorn wieder ins Bild, im Close-up. Stille. „Ich atme ein und komme zur Ruhe. Ich atme aus und lächle. (…) Wir können uns noch so sehr vormachen, dass wir vor den eigenen Gefühlen, Sorgen und Ängste weglaufen können, indem wir immer weiter machen, im Hamsterrad. Doch irgendwann macht es uns krank.“

Kann Yoga eine Antwort sein auf die Unruhe der Pandemie? Maike sitzt mit geschlossenen Augen im Schneidersitz, hält ihre beiden Hände gefaltet vor der Brust. Fredi fährt fort: „Wir können vor unseren Ängsten und Gefühlen und von uns selbst nicht fliehen.“ An der Wohnzimmerwand ist ein Ticket von einem Besuch im Thalia Theater zu erkennen. Datiert auf März 2020 – kurz vor dem ersten Lockdown. „Panikherz“ – eine Adaption des gleichnamigen Buches von Benjamin von Stuckrad-Barre – der leibhaftigen Monkey-Mind-Personifizierung. Fredi fährt fort: „Erlaubt der Stille Einkehr zu halten, von Zeit zu Zeit eine Rast einzulegen, damit eure Seelen Zeit haben, eure Körper wieder einzuholen. Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geiste.“ Maike rollt ihre Matte ein und geht in die Küche ins Home-Office zu einem Video-Call. „Namaste.“

monkeymindyoga.de


Cover_SZ0121 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Im Test: Grundkiste vom 100/200

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Diesmal haben wir die Grundkiste Hamburg der 100/200 Kitchen ausprobiert.

 

Die Bestellung

  • Restaurant: 100/200 Kitchen
  • Bestellung: Grundkiste Hamburg
  • Personenanzahl: Nicht eindeutig
  • Preis: 90 Euro

 

So kommt die Grundkiste vom 100/200 an

Wer wie Sternekoch Thomas Imbusch eng mit Landwirten, Fischern und Erzeugergemeinschaften zusammenarbeitet, weiß die Qualität ihrer Produkte und die harte Arbeit, die dahinter steckt, zu schätzen. Wenn die Profiküchen allerdings kalt bleiben, bleibt die Frage, wer ihnen die Produkte abnimmt. Die Idee hinter der sogenannten Grundkiste der 100/200 Kitchen ist so einfach wie genial: Der Erzeuger bleibt nicht auf dem Trockenen sitzen, der Koch kann seine Mitarbeiter bezahlen und die Gäste kommen weiterhin in den Genuss der viel gelobten Küche von Thomas Imbusch. Das berichtet mir der junge Service-Mitarbeiter vor meiner Wohnungstür, der in der Zeit des Lockdowns mit dem Firmenwagen an die 200 Kartons pro Monat voll Leckereien durch die Gegend fährt und den Kunden für ihre Unterstützung dankt.

Die Bestellung der Grundkisten, die über das Reservierungssystem Tock abgewickelt wird, ist einfach und unkompliziert. Für die Lieferung werden 15 Euro veranschlagt, wobei eine Abholung ebenfalls möglich wäre. Für mich keine Option, da ich weder ein Auto besitze, noch im Umkreis des Restaurants wohne. Eine Zusammenarbeit mit dem Elektro-Shuttleservice Moia sei im Gespräch gewesen, erzählt der Service-Mitarbeiter, jedoch an deren Preisangebot gescheitert.

 

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Pesto, Pastrami, Fischklöße: Das 100/200 verarbeitet Top-Zutaten von lokalen Erzeugern (Foto: Szene Hamburg)

 

Das ist in der Box drin und so wird es zubereitet

Erster Eindruck: Da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht. Das liebevoll zusammengestellte Rundum-sorglos-Paket für’s ganze Wochenende mit handgeschriebenen Zettelchen, mehreren Gläschen mit appetitlich aussehenden Inhalten (Pesto, Pastrami, Quarkbutter, Wildleberwurst, etc.), in Beuteln vakuuminierten Suppen, Klößen und Braten, einem Sauerteigbrot und einem vom Koch persönlich unterschriebenen Brief hat etwas sehr Erbauliches. Die mitgelieferte Anleitung für Freitag, Samstag und Sonntag ist verständlich, einfach gehalten und passt auf ein Blatt Papier. Das gefällt mir, da wird nicht lange geschwafelt und man kann sofort aktiv werden.

Am Freitag schneidet man einen Beutel mit Suppe und einen Beutel mit Fischklößen auf – fertig. Am Samstag schraubt man die Gläser auf und schiebt das Brot ein paar Minuten in den Ofen – fertig. Am Sonntag schneidet man den Beutel mit dem Sauerbraten auf und kocht eventuell noch ein paar extra Kartoffeln dazu – fertig. Man kann (fast) nichts falsch machen – außer vielleicht die Suppe zu lange auf dem Herd stehen zu lassen.

 

Einfach, aber oho

Bei aller Einfachheit überzeugen die Qualität und der Geschmack der Produkte durchweg. Die Fischklöße von der traditionsreichen Fischereiwirtschaft Reese etwa sind vollmundig und saftig, das hausgemachte Pesto ist unglaublich frisch und aromatisch, das Schnittlauchöl ein echter Hingucker und der Sauerbraten, der durch die mehrtägige Marinierzeit so zart ist, dass er auf der Zunge zergeht, hat eine feine, sehr erfrischende Säure.

 

Eine Empfehlung wert?

Die Grundkiste der 100/200 Kitchen ist zweifellos ein heißer Tipp. Warum? Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Man kann nur erahnen, wie viel zusätzliche Arbeit in das Einkochen, Einlegen, Passieren, etc. der verschiedenen Top-Zutaten gesteckt wurde. Die Zubereitung in der eigenen Küche stellt kaum einen Aufwand dar. Da alles schön eingeschweißt und verschraubt ist, muss man sich nicht auf den Tag genau an die Anleitung halten. Und: Die Auswahl ist bodenständig und bedient alle Geschmäcker.

Zwei Minuspunkte gibt es aber doch noch: Nirgendwo auf der Website wird darauf hingewiesen, dass die Kisten eigentlich nichts für Vegetarier sind. Muss ja auch nicht, aber ein Hinweis wäre schon schön. Außerdem ist unklar, für wie viele Personen die Gourmet-Box gedacht ist. Für zwei Personen reicht es allemal, zum Abendbrot am Samstag kann man sich sogar noch ein, zwei Freunde nach Hause einladen.

/JS

 

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Gastronomen verfassen erneut Brandbrief

Erneut haben Vertreter aus der Gastronomie einen Brandbrief an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder verfasst. Die Branchenvertreter kritisieren die aktuellen Corona-Maßnahmen und die Verspätung der finanziellen Hilfen.

 

Die finanziellen Einbußen des aktuellen Lockdowns sollen durch die Bundesregierung mit Novemberhilfen ausgeglichen werden. Dieses Geld ist laut Brandbrief bis jetzt nicht bei den Gastronomen angekommen. Warum das Geld nicht geflossen ist, ist für die Gastronomen nicht nachvollziehbar, denn der Finanzminister habe klargestellt, dass das Geld vorhanden sei und der Bund es sich leisten könne.

Die Verfasser des Brandbriefs erkennen in der verlangsamten Umsetzung der Politik „eine systematische Verzögerungsstrategie“ und werfen der Regierung vor, hierdurch Geld sparen zu wollen. Hilfen würden zwar versprochen, aber so spät ausgeliefert, dass für einige Betriebe die Hilfen zu spät kämen. „Die Politik lässt die Gastronomen am lagen Arm verhungern“, heißt es in dem Brief. Dieses Vorgehen vernichte bis zu zwei Millionen Arbeitsplätze.

 

Die Gastronomie fordert schnelle finanzielle Hilfe

 

Zudem seien die zugesagten Hilfen zu gering. Sie würden nur einen kleinen Teil der aufgelaufenen Verluste decken und viele Betriebe nicht mehr retten können, die in den vergangenen Monaten viel Geld in Hygienemaßnahmen investiert hätten.

Des Weiteren gehen die Gastronomen davon aus, dass der Lockdown über den November hinaus verlängert wird und fordern auch für diese Zeit eine finanzielle Entschädigung. „Wenn der Lockdown verlängert werden muss, müssen auch die Entschädigungen fortgesetzt werden“, steht in dem Brief. Ohne Unterstützung würden viele Betriebe nach dem Lockdown nie wieder öffnen können.

Unterzeichnet haben den Brief unter anderem Tim Mälzer (Bullerei), Mirco Silz (L’Osteria), Stephan von Bülow (Eugen Block Holding), Jan Kamp (Le Crobag), Yvonne Tschebull (Tschebull Restaurant) und viele weitere. /NF

Hier könnt ihr den Brandbrief lesen.

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Im Test: Taco Box To Go von der Mexiko Strasse Taquería

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Wir haben die DIY Taco Boxen To Go von der Mexiko Strasse Taquería ausprobiert.

Die Bestellung

  • Restaurant: Mexiko Strasse Taquería
  • Bestellung: DIY Taco Box To Go
  • Personenanzahl: 2 Personen
  • Preis: 27, 30 Euro

 

Tacos für zu Hause zum Selbstabholen

Tacos für zuhause? Das müssen wir testen! Die DIY Taco Boxen der Mexiko Strasse Taquería können nur direkt vor Ort auf St. Pauli oder am Eppendorfer Standort abgeholt werden. Einen Lieferdienst gibt es nicht. Wir entscheiden uns für die Filiale in der Detlev-Bremer-Straße und sind zu diesem Zeitpunkt (Freitag Mittag) die einzigen, die sich hier ihre Tacos abholen. 

Unsere Wahl fällt auf die Pollo con Mole und die Garlic Cauliflower Fresh DIY Taco Box To Go sowie die Guacamole Clásico To Go. Alles ist hübsch und recht nachhaltig verpackt: Hier kommt kaum Plastik zum Einsatz. Die Behälter für die warmen und kalten Zutaten bestehen stattdessen aus dunkler Pappe. Und tatsächlich hält diese auch überraschend gut warm. Selbst nach einer halben Stunde Heimweg halten wir ein erneutes Aufwärmen der heißen Komponenten für unnötig.  

 

Zarte Hähnchenbrust, gerösteter Blumenkohl und Sesamkrokant: Wir basteln uns Tacos

Alles ist komplett verzehrfertig und die Tacos bereit zur Zusammenstellung. Daher machen wir uns direkt fleißig ans Basteln. Als Taco-Laien wissen wir nicht so recht, in welcher Reihenfolge und Menge die einzelnen Zutaten in die kleinen Tortilla-Fladen gehören – und eine Anleitung ist in den Boxen nicht zu finden. Die Mole und Salsa erscheinen uns zunächst ein wenig zu sparsam abgefüllt worden zu sein, letztendlich sind die Mengen in Kombination mit der Guacamole aber perfekt abgestimmt. 

Geschmacklich hat es uns besonders die zarte Hähnchenbrust angetan, die in der angesagten Pulled-Variante daherkommt. Der Krokant aus Sesam und Erdnuss sorgt für süße Highlights in der würzigen, aber nicht zu scharfen Zusammenstellung des Pollo con Mole Taco. Auch ein paar Salatblätter sowie Lauchzwiebeln gehören hier dazu.

Die vegetarische Version mit geröstetem Blumenkohl, Chili-Kichererbsen und eingelegtem Rotkohl weiß mit den verschiedenen Geschmackskomponenten ebenso zu begeistern. Alle einzelnen Zutaten sind hochwertig verarbeitet und ausgesprochen lecker.  

 

Unser Fazit zu den Taco Boxen

Nach einer halben Stunde ist der Bastel-Spaß vorbei und wir sind satt und glücklich über ein neues Food-Erlebnis. Dennoch würden wir den DIY Boxen sofort einen Besuch im Restaurant vorziehen. Die eigenständige Zusammenstellung der Tacos hat uns ein wenig überfordert, das würden wir beim nächsten Mal gerne wieder entspannt den Profis überlassen. 

Insgesamt sind die DIY Taco Boxen der Taquería eher etwas für einen geselligen Abend mit Freunden, zu pannenanfällig ist das Beladen der kleinen Teigfladen – das eignet sich nicht bedingt für ein schickes Candle-Light-Dinner oder die schnelle Mittagspause. Für eine Taco-Party in den eigenen vier Wänden können wir die DIY Boxen der Mexiko Strasse aber definitiv weiterempfehlen!

/BD

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Im Test: Lieferservice vom Restaurant Henriks

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Wir haben den Lieferservice vom Restaurant Henriks ausprobiert.

Die Bestellung:

  • Restaurant: Henriks
  • Bestellung: Vegetarischer Burger Beyond The Meat mit Süßkartoffel-Pommes, Avocado, Cipriani
  • Personenanzahl: 1 Person
  • Preis: 20 Euro

 

Nette und fixe Lieferung ohne Plastik

So geht entspanntes Bestellen. Supernette Henriks-Mitarbeiterin am Telefon, die sich „freut, dass Sie sich für den Lieferservice entschieden haben“. Es gibt das Angebot, das gewünschte Essen zu einer bestimmten Uhrzeit zu bekommen, oder „dann, wenn es fertig ist“.

Fertig ist es ziemlich fix, der „Vegetarische Burger Beyond The Meat mit Süßkartoffel-Pommes, Avocado, Cipriani“ kommt 35 Minuten nach dem Telefonat an und wird ohne irgendwelches Plastikgedöns überreicht: Papiertüte, Pappschalen, Restaurantkärtchen.

 

Heiß, würzig, saftig: Burger und Pommes können was

Der Inhalt: tipptopp! Die Süßkartoffel-Pommes sind heiß und knusprig, gut gewürzt, weil nicht zu viel, und der Burger – der hat es in sich. „Beyond Meat“ ist hier keine schnöde Versprechung.

Patty: Eine extrem saftige mittlere Burger-Partie, die an feinstes Rindfleisch erinnert. Salat: knackig und voller Geschmack. Die cremige Avocado rundet den Deluxe-Burger ab.

 

Unser Fazit zum Beyond The Meat Burger

Satt geworden wären von dieser 1A-Henriks-Bestellung übrigens gut und gerne zwei Personen. Die Portion ist nicht nur lecker, sondern auch durchaus üppig.

/EBH

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Im Test: Genussbox von Cornelia Poletto

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Wir haben eine der “Genussboxen” von Cornelia Poletto ausprobiert.

Die Bestellung

  • Restaurant: Cornelia Poletto
  • Bestellung: Genussbox “Branzino al sale”
  • Personenanzahl: 2 Personen
  • Preis: 75 Euro (+Weißburgunder 17 Euro)

 

Verschiedenen Genussboxen stehen zur Auswahl

Auch das Restaurant von Cornelia Poletto ist seit November im Lockdown. Das heißt aber nicht, dass die Gäste bis zur Wiedereröffnung auf Polettos feine Küche verzichten müssen. Im Gegenteil: Während des Lockdowns kann man sich im Restaurant neben fertig zubereiteten To-go-Gerichten auch eine sogenannte Genussbox abholen. Diese enthält vorbereitete Produkte und eine Anleitung, mit der man sich “das perfekte Poletto Menü” selbst zu Hause zubereiten kann. Zur Auswahl stehen Fleisch-, Fisch- und vegetarische Gerichte mit jeweils passender Weinempfehlung.

Wir entscheiden uns für den “Branzino al sale”, einen mit Kräutern gefüllten Wolfsbarsch in Salzkruste mit Safrangemüse (75 Euro) und dazu den empfohlenen Weißburgunder (17 Euro). Bestellen muss man das Gericht einen Tag im Voraus. Die Abholung am nächsten Tag im Restaurant in Eppendorf läuft einfach und problemlos. Es dauert keine fünf Minuten bis man eine Papiertüte gefüllt mit allen Zutaten, Rezept und Wein in der Hand hält.

 

Wolfsbarsch in Salzkruste: Zutaten und Zubereitung

Zu Hause angekommen breiten wir die Zutaten auf dem Tisch aus: Das Gemüse, die beiden Soßen, die Salzkruste und der mit Zitrone und Thymianzweigen gefüllte Fisch sind ordentlich eingeschweißt, alles sieht appetitlich aus, nichts ist ausgelaufen und der Wein ist schön kalt. Die Anleitung findet man auf einem eingerollten Papier, also: Los geht’s!

Nur mit Aufwärmen ist es nicht getan, ein bisschen Einsatz erfordert die Genussbox schon. Der Fisch muss zunächst auf einem Backblech vollständig mit der vorbereiteten Meersalz-Eiweiß-Masse bedeckt werden. Das ist eine kleine Sauerei, aber nach ein paar Minuten ist der Fisch unter dem Salzteig verschwunden und geht für eine gute halbe Stunde in den Ofen.

Die Beilagen sollen in der Zwischenzeit erwärmt werden, also stellen wir das Safrangemüse und den Cacciucco-Sud auf den Herd. Was Cacciucco genau ist, steht nicht in der Anleitung, aber die Google-Suche lehrt uns, dass es sich um eine italienische Fischsuppe aus verschiedenen Fischen und Krebsen handelt.

Die Beilagen sind warm und wir holen den Fisch aus dem Ofen. In der Anleitung steht, man solle die Salzkruste nun ringsherum vorsichtig aufschneiden. Das ist gar nicht so leicht, denn der Salzteig ist im Ofen steinhart gebacken. Um den Fisch aus seinem Salzmantel zu befreien, brauchen wir einige Minuten und ein gutes Sägemesser. Am Fisch festgeklebt ist das Salz nicht, er liegt ganz unversehrt in seiner salzigen Höhle, bereit zum Filetieren.

 

Unser Fazit zu Cornelia Polettos Genussbox

Wir richten das Essen wie in der Anleitung angegeben an: Safrangemüse in einen tiefen Teller geben, mit Cacciucco-Sud angießen und eine Portion Wolfsbarschfilet drauflegen. Zuletzt noch etwas von der mitgelieferten Sauce Rouille über den Fisch und das Gemüse geben. Sieht großartig aus und riecht fantastisch.

Der Einsatz hat sich gelohnt: Durch das Garen in der Salzkruste ist der Fisch besonders saftig. Das Safrangemüse ist schön bissfest und die Mischung aus Tomaten, Kartoffeln und Fenchel passt perfekt zu dem Fisch. Der Safran gibt dem Gemüse eine feine Aromatik. Der Fischsud und die leicht scharfe Sauce Rouille runden das Gericht ab. Es schmeckt außergewöhnlich gut und der Weißburgunder ist wie erwartet der perfekte Begleiter. Man merkt deutlich, dass hier Profis die Vorbereitungen getroffen haben.

Die Portion ist für zwei Personen genau richtig. Die Genussboxen sind zwar relativ teuer, aber für einen besonderen Abend zu zweit unbedingt empfehlenswert. Wir freuen uns schon auf die nächste Box!

/NF

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Restaurants im Lockdown: Gastronomie to go

Der Lockdown light in Hamburg – alle Restaurants, Bars und Cafés der Hansestadt haben ihre Türen bis Ende November geschlossen. Doch die Gastro-Szene steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern tüftelt stattdessen an tollen neuen Food-Konzepten.

Seit dem 2. November sind für voraussichtlich vier Wochen alle gastronomischen Einrichtungen geschlossen. Nur noch Angebote zum Mitnehmen sind erlaubt. Und das nicht nur in Hamburg. Die Branche mit mehr als 2 Mio. leidenschaftlichen Menschen und über 80 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr steht vor einer erneuten großen Herausforderung. Doch anstatt zu verzweifeln oder gar aufzugeben, entwickeln die Gastronomen – wie schon im Frühjahr – neue, kreative Ideen:

Ready to eat

 

Eis und Salzig macht jetzt auch “richtiges Essen”

Das Eis und Salzig bietet wie auch schon im ersten Lockdown von Dienstag bis Sonntag hausgemachtes Eis, Kaffee und Kuchen zum Mitnehmen. Diesmal geht hier in Langenhorn aber noch mehr! Denn das Café und Bistro versorgt euch auch mit „richtigem Essen“. Zur Wahl stehen Köstlichkeiten wie Lammragout, Rotes Tandoori-Curry oder Gemüse-Couscous – alles jeweils verzehrfertig, ausgelegt für zwei Personen und vakuumiert, sodass die Gerichte nur noch erwärmt und eventuell durch ein paar Extras ergänzt werden müssen. Eis und Kuchen geht dazu natürlich trotzdem noch. 

Mehr Infos und Bestellungen unter eisundsalzig.de

 

Marta-Menü per App

 Hofly ist eigentlich eine App, über die frische Lebensmittel direkt vom Bauernhof nach Hause in die eigenen vier Wände bestellt werden können. Aufgrund der Einschränkungen für die Gastronomie durch den Lockdown light stellen die Macher ihre Plattform nun aber auch Restaurants zur Verfügung. Eines der Ersten ist das Marta in Ottensen. Hier bereiten Bobby und Freddy in ihrer Küche ein leckeres Menü vor, das dann per App den Weg zu euch findet. Fehlt nur noch der letzte Schliff und die kreative Küche landet direkt und coronasicher bei euch auf dem Teller.  

Mehr Infos und Bestellungen unter restaurant-marta.de und hofly.de

Köstliche Burger und mehr in Otto’s Lädchen

Auch Otto’s Burger schließt ab dem 2. November alle Filialen. Doch Fans der saftigen Burger müssen die nächsten vier Wochen nicht hungrig bleiben. Bis zum 30. November können im Otto’s Lädchen im Grindelhof 33 nämlich jeden Tag Burger und Burgerkits mit in die eigenen vier Wände genommen werden. Auch Saucen, Steaks, Würste, Wein und Bier warten auf ein neues Zuhause. Bestellen geht nicht nur vor Ort, sondern ebenso über den Onlineshop der Burger-Experten. Dann einfach nur noch abholen zwischen 16.30 und 22.30 Uhr. Toll!

Mehr Infos und Bestellungen unter ottosburger.com

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Restaurant Lockdown: Jetzt gibt’s Burger to go

 

Kuchen-Glück in the Box

Auch ohne Lockdown ist für viele ein gemütliches, ausgiebiges Schlemmer-Frühstück noch im Schlafanzug der perfekte Start ins Wochenende. Wie praktisch, dass die mit Herz und Zucker Cafés ihre Kuchen- und Frühstückskunst auch für zu Hause anbieten! Die Frühstücksboxen gibt es in zwei Versionen: Beide enthalten unter anderem großzügig belegte Stullen, hausgemachtes Granola und Müsli mit süßen Früchten. Die Special-Version hat außerdem köstlichen Kuchen aus der eigenen Konditorei und frisch gepressten Orangensaft im Gepäck. Auch Lunch-Gerichte und Kaffee gehören zum Take Away Menü des Frühstückscafés. Bleibt also gespannt und hungrig auf die hübschen Köstlichkeiten.

Mehr Infos und Bestellungen unter cafe-mitherzundzucker.de

 

Wein aus der Vinothèque Virtuelle

Schon vor einigen Wochen hat das Bistro Carmagnole seinen eigenen virtuellen Weinkeller ins Leben gerufen. In der Vinothéque Virtuelle wartet eine kleine, aber erlesene Auswahl an Bio- und Naturweinen, von denen ihr die meisten bereits von der Bistro-Karte kennen könntet, auf die bequeme Bestellung in die eigenen vier Wände. Dazu gehören Orange-Weine, prickelnde Pet-Nats oder auch Champagner. Die perfekten Begleiter für jede Indoor-Party – mit ausschließlich zwei Haushalten und höchstens zehn Personen natürlich! Das bedeutet nämlich auch wunderbar mehr Wein für jeden.

Mehr Infos und Bestellungen unter carmagnole.kr

Ready to cook

 

Tacos basteln mit dem Tortilla Guy

 Der Tortilla Guy bringt mexikanischen Flavor nach Hamburg und Deutschland. Über den Online-Shop können drei verschiedene Taco Kits – Carnivore, Classic und Veggie – in die eigenen vier Wände bestellt werden. Dazu gehören jeweils verschiedene Toppings, Sen und eine Anleitung für die Zubereitung der verschiedenen Bestandteile. Wer die Füllung der köstlichen Teigfladen selber auswählen möchte, kann auch einfach einen Stapel Tortillas ordern, die gibt es ebenfalls in drei Variationen. Die Taco Kits gab es schon vor dem Lockdown, wir finden sie immer noch super. 

Mehr Infos und Bestellungen unter thetortillaguy.com

 

Pekingente at Home

Das Dim Sum Haus in St. Georg kann noch viel mehr als die gleichnamigen, köstlich gedämpften Teigtaschen. In dem Traditionsladen von 1964 gibt’s auch herrlich knusprige und ganze (!) Pekingenten. Aktuell können wir diese aus bekannten Gründen leider nicht direkt vor Ort genießen, umso mehr freuen wir uns über den PekingentenShop! Denn über diesen könnt ihr und können wir die traditionell zubereitete Ente ganz bequem und sicher von zu Hause aus bestellen. Alles, was dann noch zu tun ist, ist die Finalisierung im eigenen Backofen und das Dämpfen der mitgelieferten Pfannküchlein im Wasserbad.  

Mehr Infos und Bestellungen unter pekingente.shop

 

Handcrafted Beer und Überquell-Pizza für’s Sofa

Kein Lockdown ohne das Überquell! Die Bier- und Pizzamacher von St. Pauli bleiben bunt und optimistisch – bald schon geht ein Onlineshop für die eigenen Produkte an den Start und die ÜberQuell Back-Box ist ebenfalls nicht mehr lange Zukunftsmusik. Dann heißt es zuhause: Ofen an, Pizza rein und Bierchen auf. Nur die schöne Location am Hafen könnt ihr euch leider nicht bestellen, höchstens bloß kurz beim Abholen genießen. Übrigens will das Überquell noch bis einschließlich Sonntag, den 1. November, so viel Bier aus den Zapfhähnen bekommen wie möglich. Also schaut in den Brauwerkstätten vorbei und helft beim feuchtfröhlichen Fässer leeren.

Mehr Infos und Bestellungen unter ueberquell.com

 

Der Ramen-Panda kommt

Von Hamburg in die ganze Welt. Na gut, das nun (noch) nicht – aber immerhin ganz Deutschland beliefern die Ramen-Experten aus dem Karolinenviertel mit ihren japanischen Nudelsuppen. Einfach die gewünschte Suppe auswählen – zur Wahl stehen auf der Panda-Webseite aktuell Shio Shoyu Ramen, Hatcho-Miso Ramen oder vegane Ramen – und alle Zutaten kommen gut verpackt bei euch zu Hause an. Dann heißt es: Kochlöffel schwingen und nach der ausführlichen Anleitung in der eigenen Küche köstliche Ramen zusammenbrauen. Schmeckt fast so gut wie im Restaurant! Also auf auf in den Online-Shop zum Bestellen.

Mehr Infos und Bestellungen unter lesser-panda-ramen.de

Ready to rumble

 

Kochen wie im 100/200

Die Grundkiste des Sterne-Restaurants in Rothenburgsort ist zurück! Die Zutaten stammen von genau den Erzeugern und Partnern, die die Küche auch außerhalb der Pandemie beliefern. Das 100/200 besteht darauf: Für die Grundkisten wird keine Ware bestellt, sondern – ganz im Sinne der Idee von Gemeinschaft und Verantwortung – abgenommen, was sowieso schon da ist. Für 90 Euro kann die Kiste in Hamburg abgeholt oder innerhalb Deutschlands geliefert werden. Enthalten sind bereits vorbereitete Mahlzeiten für zu Hause, zum Beispiel Fisch aus der Fischereiwirtschaft Reese, ein warmes Herbstgericht oder auch das 100/200 Sauerteigbrot sowie selbst gemachte Wurst. 

Mehr Infos und Bestellungen unter 100200.kitchen/die-grundkiste

 

Ihr kennt oder plant weitere tolle to go Konzepte? Dann schreibt uns eine E-mail an essen-trinken@szene-hamburg.com. Wir unterstützen die Hamburger Gastronomie – und wir lassen uns nicht unterkriegen!

/ BD

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