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Open Air: In Hamburg City herrscht Tanzverbot

Veranstaltungen unter freiem Himmel sind unter strengen Auflagen erlaubt. Doch was bedeuten diese Einschränkungen für die Technoszene und wie ergeht es freien Veranstaltern ohne festen Club? SZENE HAMBURG sprach mit Jörn Behrens, der seit 2011 mit Tekkno ist Grün elektronische Freiluft-Partys verantwortet

Interview: Ole Masch

 

SZENE HAMBURG: Jörn, vom kleinen Rave zum großen Techno-Festival. Im nächsten Jahr feiert ihr Zehnjähriges. Wie hat sich Tekkno ist Grün seit der Gründung entwickelt?

Jörn Behrens: Unser erstes Open Air war Tanzen & Pflanzen gegenüber der alten Schule Neuhof in Wilhelmsburg. Heute ist der Bolzplatz dort leider abgesperrt, weil danach zu viele unangemeldete Partys stattgefunden haben. Ab 2012 gab es das Hafengrün Festival auf dem ehemaligen Werftgelände am Neuhöfer Damm 98. Seitdem haben wir mit der Oster Air, dem Liebe Bass Freiheit Festival oder Tekkno am Teich weitere Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Und es gab es zahlreiche Gastproduktionen wie die Stil vor Talent, Katermukke oder Senso Sound Festivals.

Welche Highlights fallen dir spontan ein?

Die Oster Air 2016 und 2019 waren die besucherstärksten mit vielen Tausenden Menschen. Für mich persönlich war das Liebe Bass Freiheit Festival 2018 unsere schönste und aufwendigste Produktion, an denen über 200 Menschen mitgewirkt haben.

Unser Konzept war es immer, eine gesunde Mischung aus angesagten und etablierten Künstlern zu präsentieren, aber auch recht frische Locals, und ein paar interessante, auch internationale, Gast-Acts einzuladen. Durch die Gastproduktionen haben in den letzten Jahren sehr hochkarätige Künstler auf unserer leider nun ehemaligen Location performt.

Wieso ehemalig?

Die Hamburg Port Authority (HPA) hat sehr plötzlich und unerwartet im letzten Winter das Gelände gekauft. Dahinter stecken kurz-, mittel-, und langfristige Planungen. Die kurzfristige Absage kam unerwartet und hat uns überrumpelt. Wir sind von längerfristigen Planungen ausgegangen, welche mit dem Abriss der Köhlbrandbrücke und der Neuentwicklung des gesamten Quartiers zusammenhängen.

Nun ist aber ein konkreter Flächenbedarf für ein bestimmtes Hafenunternehmen entstanden. Alles etwas kompliziert, und die Tatsache, dass wir uns im Hafengebiet befinden, macht es rechtlich unmöglich, Einspruch einzulegen.

 

Dann kam Corona

 

Dass es an dieser Stelle irgendwann nicht weitergeht, war aber keine Überraschung, oder?

Wir wussten, dass es ein Ende auf der Location geben wird, aber nicht so plötzlich. Wir waren immerhin acht Jahre vor Ort, hatten mit drei bis fünf weiteren Jahren gerechnet. Ironischerweise ist uns ein sehr netter Mensch aus der Bauprüfabteilung der HPA in all den Jahren viel entgegengekommen. Und nun ist es auch die HPA, eine andere Abteilung, die es beendet, ohne Chance auf weitere Verhandlungen.

Und dann kam die Pandemie … Welche eurer Veranstaltungen sind durch Corona ausgefallen?

Im Grunde ist uns die Möglichkeit genommen worden, unser Finale auf dem Neuhöfer Damm zu zelebrieren. Das ist wirklich schade. Wir haben den ganzen Winter lang mit der Kulturbehörde und der HPA verhandelt und hatten einen letzten Deal für eine Nutzung der Fläche bis zum 30. Juni. Insgesamt ist die Oster Air 2020 ausgefallen, das neun Jahre alte Tekkno ist Grün Festival und drei Gastproduktionen.

Konntet ihr eure laufenden Kosten überbrücken?

Zum größten Teil sind dies Gelände- und Lagerkosten. Feste Mitarbeiter gab es in Form von 450-Euro-Jobs über den Sommer. Wir arbeiten viel mit Freiberuflern und privaten Freunden. Daher trifft es uns nicht ganz so hart, da keine weiteren Verpflichtungen bestehen. Die Mietkosten und ein paar weitere Kosten für die Saisonvorbereitung konnten durch die Soforthilfe gedeckt werden. Wie es finanziell weitergeht ist noch nicht ganz klar, aber wir nutzen die Zeit, um uns auf die Zukunft vorzubereiten.

Habt ihr weitere Hilfen in Anspruch genommen? In der Clubszene gab es ja zahlreiche Spendenaktionen.

Nein, daran hatten wir kein Interesse. Wir schätzen das Engagement dahinter, auch die Streaming-Aktionen, richten unseren Fokus aber lieber darauf, wie es draußen weitergehen kann. Das würden wir uns im Clubkontext auch mehr wünschen: Vorhandene Kapazitäten mehr in diese Richtung bündeln.

Für Tekkno am Teich in Harburg hattet ihr ein umfangreiches Corona-Konzept ausgearbeitet. Wie sähen Technopartys im Sommer 2020 aus?

Getrennte Platzbereiche für jeweils mehrere Menschen, ähnlich eines Bestuhlungsplans mit Mindestabstand und allen geforderten Hygieneanforderungen. Inklusive Besucherführung im Einbahnwegesystem, ausreichend Wartezonen, Kontaktdatenaufnahme, viel Sicherheitspersonal, durchgehende Desinfektion von sanitären Einrichtungen und Bereitstellung von Desinfektionsspendern.

Für die Tanzfläche haben wir uns an einem Konzept aus Münster orientiert, was dort vor ein paar Wochen stattfinden konnte. Es basiert auf kreisförmigen Bodenmarkierungen für jeweils eine Person als Tanzbereich und ebenfalls mit Mindestabstand. So hätten abwechselnd über 70 Personen tanzen können. Die gesamte Flächenkapazität war für maximal 550 Gäste ausgelegt, entsprechend der maximalen Kapazität der Platzbereiche.

 

„Wir müssen uns alle gemeinsam trauen wieder etwas zu wagen“

 

Warum habt ihr euch am Ende dagegen entschieden?

Wegen des allgemeinen Tanzverbots, welches auch nach den Lockerungen am 1. Juli seine Gültigkeit hat. An sich hätte die Veranstaltung stattfinden können. Man darf auf seiner Decke sitzen oder mit mehreren Personen stehen – aber nicht tanzen. Nicht unbedingt logisch, aber es ist nun mal im Moment noch so.

Wir hatten dann eine Umfrage auf Facebook gemacht. Das Ergebnis war sehr konstruktiv und zahlreich, aber klar mit der Tendenz, dass es keinem Menschen wirklich Spaß machen würde. Dann lieber abwarten und auf den September hoffen. Wir haben noch eine Terminreservierung für den 12. September auf der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark.

Was müsste passieren, damit eine nächste Veranstaltung stattfindet?

Ganz klar: Aufhebung des Tanzverbotes mit der neuen Corona-Verordnung ab September. Die aktuelle Formulierung ist einfach zu allgemein ausgeführt. Man hätte in jeden Bereich genauer reingehen und differenzierte Lösungen finden müssen.

Was wünscht ihr euch von den Behörden?

Mehr Flexibilität und die Bereitschaft, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen uns alle gemeinsam trauen wieder etwas zu wagen. Wir bedauern sehr, dass unsere Veranstaltung im Juli nicht stattfinden konnte. Alle anderen Punkte des Konzepts wurden ohne Beanstandung durch das Gesundheitsamt freigegeben.

Gescheitert sind wir an der für Deutschland leider so üblichen verhärteten Bürokratie, da Tanzen gerade grundsätzlich verboten ist. Auch dann, wenn man sich die Mühen gemacht hat, ein absolut sicheres Konzept auszuarbeiten. Das ist ein sehr starres und hinderliches Verhalten für den gesamten Entwicklungsprozess.

Gibt es trotzdem weitere Pläne für den Sommer?

Das ist ein spannendes Thema. Bisher sind die Aussichten, einen gleichwertigen Platz innerhalb Hamburgs zu finden, mehr als schlecht. Es gibt einfach keine freien Flächen. Das hat der Senat leider verschlafen und die Situation immer noch nicht erkannt. Letzte verbleibende Freiflächen werden der Kultur ersatzlos entzogen. Gerade in jetziger Hinsicht absolut unverständlich, da Open-Air-Flächen wegen Corona nun einen besonderen Stellenwert bekommen, um erste kulturelle Öffnungskonzepte zu ermöglichen.

Wir möchten unsere Projektaktivitäten innerhalb Hamburgs gerne weiterhin halten und versuchen, die Oster Airs in den nächsten Jahren auf einer anderen Location fortzuführen, sowie auch weiterhin die Tekkno am Teich in Harburg. Aber das alles hat uns dazu gebracht, den Blick etwas weiter zu werfen. Tatsächlich haben wir nun etwas gefunden. Etwas abseits von Hamburg, Richtung Osten. Der Plan ist es, auf dem Grundstück langfristig zu wohnen, zu arbeiten und auch Veranstaltungen und Projekte durchzuführen. Wir haben noch kein finales Go, aber bereits ein gutes Stück geschafft und sind optimistisch.

 

 

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 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Open-Air-Premiere am Thalia Gauß: “Opening Night”

Regisseurin Charlotte Sprenger hat ihre Inszenierung von “Opening Night” am Thalia Gauß kurzerhand in ein Open-Air-Stück umgewandelt. Im Zentrum der Handlung steht eine Theatergruppe, die um ihre Premiere fürchtet, weil die Hauptdarstellerin die Proben sabotiert

Interview: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Charlotte, deine Inszenierung hat durch die Corona-Krise eine unerwartete Meta-Ebene bekommen. Die Premiere im April musste abgesagt werden. Wie weit wart ihr, als der Lockdown kam?

Charlotte Sprenger: Wir hatten gerade erst mit den Proben angefangen. Nach fünf Tagen mussten wir aufhören, uns physisch miteinander zu treffen. Wir haben dafür direkt virtuell weitergemacht und bei Zoom-Treffen miteinander geprobt. Das ist aber im Endeffekt nicht vergleichbar, weil das Proben doch sehr stark von anwesenden Körpern lebt.

Wie kamst du auf die Idee, das Stück nach draußen zu verlegen? 

Ich hatte plötzlich das Bedürfnis, das Setting komplett zu verändern. Die Vorstellung, dass die Proben von den Hygienemaßnahmen dominiert werden, hat mich in meiner Fantasie blockiert. Draußen gibt es die Abstandsregeln auch, aber man ist sofort mit anderen Herausforderungen konfrontiert, wie das Stück dort zu übersetzen ist und das wird sofort wichtiger als die Maßnahmen. Man vergisst sie fast.

Wie läuft der Abend rein technisch ab?

Die Zuschauer haben Kopfhörer und die Schauspieler tragen Headsets und In-Ears. Die Dialoge sind dadurch sehr intim, die Schauspieler können leise miteinander sprechen obwohl sie weit voneinander entfernt sind. Dadurch müssen die Schauspieler nichts präsentieren, man schaut ihnen zu und belauscht sie.

„Opening Night“ basiert auf dem gleichnamigen Film von John Cassavetes. Was hat dich an dem Stoff gereizt?

Ich finde es faszinierend, wie eng Cassavetes mit Schauspielern zusammenarbeitet. Man spürt in seinen Filmen, dass sie eine vertraute Gruppe sind. Diese Form der Zusammenarbeit gefällt mir sehr. Das, was man am Ende dort sieht, ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung und das Sichtbarmachen von gemeinsamen Erlebnissen.

 

Diese ernste Kunsteitelkeit finde ich langweilig

 

Cassavetes hatte eine „Film-Familie“, mit der er immer wieder zusammenarbeitete. Du arbeitest erneut unter anderen mit Oda Thormeyer und Merlin Sandmeyer. Wie macht sich die Vertrautheit im Stück bemerkbar?

Wir arbeiten ja jetzt auch durch die Verzögerung bereits seit vier Monaten an dem Stück. Da muss man sich irgendwann nicht mehr so viel erklären und das befreit. Wenn man sich kennt, kommt man schneller in eine direkte Kommunikation. Cassavetes hat seinen Schauspielern verboten, privat über ihre Figuren zu sprechen, damit alles während der Dreharbeiten verhandelt wird, was ich sehr lustig finde und auch verstehe. Aber das funktioniert natürlich nur mit einer gewissen Vertrautheit. Natürlich reden wir viel bei den Proben, aber es ist toll, wenn man über das Miteinander-spielen kommuniziert.

Also das Gegenteil vom im Hollywood beliebten Method-Acting, das eine Verschmelzung von Rolle und Privatleben vorsieht – und das in „Opening Night“ verballhornt wird. 

Das ist in unserem Fall auch eine interessante Frage, weil wir draußen an einem realistischen Ort spielen. Dem Ort, an dem die Schauspieler normalerweise in ihren Probepausen sitzen. Der Ort ist auf eine Art „Method“.

Es geht also auch um die Frage nach „Authentizität“ – ein vergiftetes Wort. Was verstehst du darunter im Rahmen des Schauspiels?

Authentizität bedeutet nicht, möglichst glaubwürdig zu heulen oder sich echt ohrfeigen zu lassen. Sondern, dass man sich selbst als Mensch auf der Bühne ernst nehmen kann. Die Protagonistin Myrtle ist auf ihre Art eine Galionsfigur der Behauptung. Das Ende des Films ist zwar traurig, weil sie an sich selbst zerbricht und dem Alkoholismus verfällt. Aber ich habe es immer auch als ein Happy End empfunden. Sie befreit sich selbst, indem sie sagt: Ich bin ein autonomer Mensch auf der Bühne und kann mich auf der Bühne entscheiden, was ich tue. Deswegen finde ich es beim Inszenieren so wichtig, eine Struktur zu schaffen, in der die Schauspieler sich frei bewegen können. Ich will kein festes Konstrukt bauen, das sie abtanzen müssen.

Die sturzbesoffene Myrtle lässt das Stück als improvisierte Farce enden. Bei euren Proben wurde auch viel gealbert. Hat das Alberne eine bestimmte Funktion?

Mich interessiert Albernheit sehr, weil ich es schön finde, wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt. Diese ernste Kunsteitelkeit finde ich langweilig. Die Sachen, die mich am Theater berühren, wechseln immer zwischen großem Ernst und krassem Quatsch. Ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland ein merkwürdiges Verständnis von Spaß gibt. Es muss entweder eine dieser Blödel-Ko- mödien sein, oder nur bierernst. Mich interessieren Misch-Genres, egal, was für einen Stoff ich bearbeite.

Warum?

Weil so Klischees gebrochen werden können. Bei Cassavetes geht es immer um das Anti-Klischee. Er wühlt so stark in diesem klischeehaften Erzählmuster über eine zickige Diva, bis das Thema überhaupt nicht mehr klischiert ist. Weil Myrtle immer überraschend ist.

Letztes Jahr feierte Charlotte Sprenger mit “Vor dem Fest” ihren Einstand am Thalia Theater (Foto: Markus Bachmann)

Was ist das Interessante an Myrtle?

Sie ist eine Frau, die an sich selbst zerbricht. Es gab schon so viele Filme über Frauen, die an äußeren Umständen zerbrechen – an der Unterhaltungsbranche, am Patriarchat. Für mich als Frau ist es inspirierend, wie Gena Rowlands diese Rolle spielt. Ich darf sehen, wie sie sich selber widerspricht. Cassavetes zeigt: Man darf widersprüchlich sein, auch als Frau.

Myrtle hat Angst, auf die Rolle der alternden Frau festgelegt zu werden. Alternde Frauen in der Showbranche, das ist ja auch so ein besetztes Thema. 

Cassavetes greift dieses besetzte Thema auf und verändert es. Und dadurch verändert er auch ein bisschen die Welt, so pathetisch das klingt. Denn ich sehe mir den Film an und mein Weltbild verändert sich. Weil ich lerne, dass die Wahrheit nie so einfach, sondern viel komplizierter ist. Mich interessiert es, wenn Sachen emotional komplex sind. Eine Frauenrolle muss nicht vernünftig und die Aufklärung in Person sein, um sich zu behaupten. Sie darf auch eine Rotzgöre sein und dabei trotzdem etwas für sich begreifen. Frauenfiguren müssen nicht gesellschaftlich erkennbar und einordbar sein.

Du hast mal in einem Interview das Thema „Wehrlosigkeit“ als zentrales Motiv in deinen Arbeiten genannt. Gilt das auch für „Opening Night“?

Mich interessiert der Kampf gegen die Wehrlosigkeit. Myrtle wehrt sich gegen die Rolle, mit der sie nichts anfangen kann, indem sie sagt, dass sie nicht gut ist. Sie weiß noch nicht einmal genau, was nicht gut ist. Aber sie spürt es intuitiv und sagt es. Darin liegt so eine große Befreiung, durch die sie ihre eigene Position finden kann – egal, wie verrückt oder einsam diese Position ist. Durch das Wehren kommt erst die Schönheit ins Leben.

Thalia Gauß, (Innenhof)
16.8. (Premiere), 19., 27., 28., 29., 30.8. und weitere 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Stadtpark Open Air: Die aktuelle Lage der Freilichtbühne

Bis zum 31. August gibt es keine Konzerte auf der Freilichtbühne. Frehn Hawel, Head of Communications bei Karsten Jahnke Konzertdirektion, zur aktuellen Lage

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Frehn Hawel, eigentlich hätte Jamie Cullum am 20.5. die Stadtpark Open-Air-Saison eröffnen sollen – nun sieht es so aus, als würden bestenfalls die September-Konzerte stattfinden. Wie geht ihr mit der schwierigen Situation um?

Frehn Hawel: Aktuell versuchen wir mit Pragmatismus an die Sache heranzugehen und unsere Veranstaltungen entlang der aktuellen Verordnungen möglichst in die Herbstmonate oder direkt nach 2021 zu verschieben. Dabei müssen wir verlegte Termine teilweise zum zweiten oder dritten Mal nachjustieren, was natürlich ein gewisses Frustrationspotenzial birgt.

Da für uns das Wohlergehen unserer Kunden und Mitarbeiter stets das höchste Gut ist, verstehen wir die Notwenigkeit der aktuellen Verordnungen und tragen die Präventivmaßnahmen in der Hoffnung auf eine zeitnahe Gesamtverbesserung der Situation selbstverständlich mit. Dennoch ist ein Veranstaltungsjahr ganz ohne Konzerte in unserem „grünen Wohnzimmer“ für uns alle nur sehr schwer vorstellbar.

 

„Die Kulturlandschaft wird sich in ihrer Vielfalt massiv verändern“

 

Ausfälle von Open-Air-Shows und Festival-Absagen prägen gerade die gesamte Musikindustrie. Wie schätzt du die Folgen dessen generell ein? 

Ohne weitreichende Subventionen und weitere staatliche Hilfsmaßnahmen für Künstler, Kulturschaffende, Veranstalter und Venue-Betreiber ist leider mit dem Schlimmsten zu rechnen. Wenn Kultur nicht auch in einer gewissen Weise als „systemrelevant“ und „schützenswert“ anerkannt wird, wird sich die Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt, wie wir sie kennen, massiv verändern.

Es steht zu befürchten, dass vor allem Einzelunternehmer und kleinere Betriebe im Kulturkosmos den Zustand des „faktischen Berufsverbots“ nicht lange durchhalten können und sich zwangsläufig anders orientieren müssen. Das wird sich vom Veranstaltenden über Club-Betreiber bis hin zum einzelnen Veranstaltungstechniker oder zu Stagehands durch alle Ebenen der Veranstaltungswirtschaft ziehen.

Und noch ein hoffnungsvoller Ausblick: Sollte Erobiques Große Gartenparty am 4.9. erlaubt werden, würdet ihr die Freilichtbühne mit besonderen Vorkehrungen versehen, womöglich sogar teils umgestalten?

Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Grundsätzlich lässt uns der Umstand, dass wir auf der Freilichtbühne im Stadtpark Open Air und in überschaubarem Zuschauerrahmen spielen, erst mal hoffnungsvoll auf den Termin hinplanen.

Natürlich werden wir hier die aktuell geforderten Hygienestandards sowie alle weiteren von behördlicher Seite angeordneten Maßnahmen verantwortungsvoll umsetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich allerdings noch nicht abschätzen, wie sich die Situation in vier Monaten gestalten wird. Dafür ist die Entwicklung der aktuellen Lage einfach zu dynamisch.

Karsten Jahnke Konzertdirektion


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2020. Das Magazin ist seit dem 30. April 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Helge Schneider: „Ich lungere so rum“

Der Entertainer kommt für zwei Abende in den Stadtpark. Ein Sommergespräch über Gesundheitsschwimmen, Pommes und Pfefferminztee

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Helge Schneider

 

SZENE HAMBURG: Helge, wie verbringst du warme Sommertage am liebsten?

Helge Schneider: Ich gehe manchmal schwim­men. Morgens, wenn die noch nicht alle da sind.

Richtig mit Bahnenziehen und so?

Nee, mehr oder weniger Gesund­heitsschwimmen.

Was meinst du mit Gesundheits­schwimmen?

Wassertreten zum Beispiel. Ich gehe auch ins Solebad. Dann ins kalte Wasser­becken und dann mit den Füßen auf so Kieselsteine. Danach wieder ins Wasser­ becken. Oh, und danach schwimme
ich dann tatsächlich eine Bahn und tue dabei so, als wäre ich ein Wahnsinns­schwimmer.

Wie machst du das?

Ich schwimme unter Wasser. Zwei Züge. Das reicht, um klarzustellen, wie gut ich bin.

Und danach Pommes?

Kann im Moment keine Pommes essen.

Wieso nicht?

Weil ich die nicht mag. Die Pommes, die mittlerweile angeboten werden, sind oft richtig scheiße. Die kommen aus der Tiefkühltruhe. Für schöne Pommes muss man erst mal einen schönen Pommeswagen finden.

 

 

Was machst du sonst noch so, wenn das Sommerwetter gut ist?

Ich habe zu Hause so ein Fass mit kaltem Wasser. Da gehe ich rein. Einmal untertauchen: erfrischt! Manchmal tue ich auch Eiswürfel rein.

Hast du ein Lieblingssommergetränk?

Pfefferminztee.

Pfefferminztee?

Mach ich immer im Sommer, heißen Tee trinken. Als Kind habe ich das von den Tuaregs übernommen. Ich werde auch oft mit Pullover und Jacke gesehen, auch bei 35 Grad.

Was gibt’s zu essen bei solchen Tempe­raturen? Paar Möhrchen mit Dip?

Honigmelone. Und Brötchen mit Käse. Und Hühnerbeinchen aus dem Ofen. Oder mal Chili con Carne. Was auch lecker ist: Fischstäbchen mit Kar­toffelbrei und Spinat.

Und nach dem Essen auf die Garten­liege?

In die Hängematte. Manchmal auch arbeiten. Zum Beispiel komponieren.

Trittst du auch gerne auf, wenn es so warm ist?

Ja, das macht mir sehr viel Spaß, ist allerdings eine ganz andere Geschichte, als im Winter in Hallen zu gehen. Auch weil draußen alles anders klingt.

Irgendwelche Routinen vor den Open­-Air­-Auftritten? Vielleicht sogar eine Runde Schwimmen?

Nee. Ich mache vorher eigentlich gar nichts. Ich lungere so rum. Nur die Bühne bereite ich vor. Falls es mal regnet, spanne ich zum Beispiel einen Sonnenschirm übers Klavier.

 

„Ich mache, was ich will“

 

Kennst du Nervosität vor Shows?

Nö. Ich freu mich immer, wenn ich auftrete. Gibt Leute, die haben Lampenfieber. Ich kenne das nicht.

Im Stadtpark spielst du bestimmt auch Songs vom neuen „Partypeople“­-Album, über das du kürzlich sagtest: „Ich selbst bürge für die Qualität.“

Aber selbstverständlich.

Wann ist denn ein Album für dich qua­litativ hochwertig?

Wenn es ohne Kompromisse gestaltet ist, innen und außen. Und wenn es per­sönlich ist. Mein Album ist zum Beispiel sehr persönlich. Ich mache ja auch alles im Einmann­-Betrieb. Ich mache, was ich will, und das merkt man dem Endprodukt auch an.

Und wann ist ein Konzert nach deinem Empfinden tipptopp gelungen?

Wenn der Sound gut war und alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen.

 

 

Belohnst du dich dann mit irgendetwas? Vielleicht mit einem Cocktail mit Schirmchen im Schatten?

Ich trinke im Moment gar keinen Alkohol.

Cocktail geht ja auch ohne.

Fruchtcocktail?

Genau.

Nee.

Irgendeine andere Belohnung?

Manchmal ein Gläschen Rotwein mit meiner Band. Kann man mal machen. Und ein wunderschöner Schlaf.

Freilichtbühne im Stadtpark, Helge Schneider, 31.8.+1.9.19, 19 Uhr, Saarlandstraße 71 (Winterhude)


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Max Herre: „Meine Geschichten sind ein Schatz“

Nicht nur für Nostalgiker: Der einstige Posterboy des deutschsprachigen HipHops Max Herre kommt mit neuen Songs in den Stadtpark

Text: Erik Brandt-Höge
Foto (o.): Mikael Väisänen

 

SZENE HAMBURG: Max, auf einer Skala von eins bis zehn, wenn zehn am besten ist: Wie ist dein Sommer bisher?

Max Herre: Sieben.

Klingt ja noch nicht wirklich zufrieden.

Nee, ich war zwar kürzlich zweimal in Athen und hatte ein Stück weit Sommer, aber im Moment heißt es für mich: Nicht von der Sonne rauslocken lassen, sondern schön drinnen sitzen bleiben und das Album fertig machen – um dann, wenn die Live-Shows starten, den Sommer voll und ganz zu genießen.

Neue Live-Shows, neues Album: „Athen“ erscheint in Kürze. Der Titelsong erzählt die traurige Geschichte von zwei Liebenden auf Reisen. Warum wolltest du sie genau jetzt erzählen?

Vor zwei Jahren bin ich nach Tel Aviv gefahren und habe angefangen, an neuen Songs zu schreiben. Ich habe dorthin auch andere Songwriter eingeladen, jeweils für eine Woche kamen Maxim und Tua, die ich beide sehr schätze. Ich habe ihnen eine Geschichte erzählt, die ich vor ein paar Jahren erlebt habe. Und in den Gesprächen stellte sich heraus, dass Athen für mich einen echten Sehnsuchtsort darstellt …

… den du damals mit der Frau an deiner Seite besuchen wolltest. Wieso sollte es eigentlich unbedingt Athen sein?

Die Frau hatte griechische Eltern. Außerdem hatte mein Vater mal einige Jahre in Griechenland gelebt, genau wie mein Großvater, und mein ältester Onkel ist dort geboren. Es haben sich also viele Linien gekreuzt auf dieser Reise.

Und was das Songwriting angeht: Je mehr ich mich dabei erinnerte, wie alles war, umso mehr konnte ich erzählen. Wieder habe ich gemerkt, dass meine Geschichten – nicht nur, weil ich mit ihnen Musik generieren kann – ein Schatz für mich sind.

Hört hier Max Herre feat. Trettmann: „Villa Auf Der Klippe“

 

Diese Art von Beschäftigung mit den eigenen Geschichten zieht sich durch dein musikalisches Werk. Hast du einen Hang zur Nostalgie?

Zunächst mal ist die Musik, die ich am liebsten höre, auf eine Art und Weise nostalgisch. Ich höre jetzt nicht nur Fado, aber es gibt ein bestimmtes Gefühl im Soul und Jazz, das so eine nostalgische Traurigkeit transportiert, was ich sehr mag.

Was genau passiert beim Hören solcher Musik mit dir?

Irgendwie spüre ich dann etwas, das noch nicht verarbeitet ist, und das vielleicht auch einen inneren Konflikt darstellt.

Dein Erinnerungs-Songwriting ist also immer auch ein Lernprozess? Und wenn ja, was hast du bei der Arbeit an „Athen“ über dich gelernt?

Lernen ist ein großes Wort. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob man selbst so schnell weiß, was man da gelernt hat, wenn man sich mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt hat. Fest steht nur, dass Athen für mich heute Altes und Neues vereint, was ich sehr aufregend finde.

Stellst du bei den anstehenden Konzerten, auch bei dem im Stadtpark, vor allem Neues aus „Athen“ vor, oder sind die Shows auch etwas für Max-Herre-Nostalgiker?

Beides. Wir spielen ja Songs aus einer Platte, die zum Zeitpunkt des Konzerts noch nicht draußen ist. Ich habe Lust, den Leuten diese neuen Songs vorzuspielen, aber ich liebe es auch, mit ihnen zusammen Songs zu performen, die wir alle kennen und mit denen wir alle etwas verbinden.

 

„Alles kann passieren“

 

Das Schöne an Live-Konzerten ist ja, dass alles passieren kann, zu jeder Zeit. Ich gehe zwar immer mit dem Anspruch auf die Bühne, ein perfektes Konzert zu spielen. Aber wenn ich ehrlich bin, liegt die Chance im Scheitern.

Würdest du Open-Air-Shows eigentlich immer Konzerten in Hallen oder Clubs vorziehen?

Es kommt auf den Ort und die Leute an. Im Club habe ich schon sehr viel Intimität erlebt, die ich nicht missen möchte. Aber wenn ich an Open-Air-Bühnen wie die Freilichtbühne denke, habe ich auch viele schöne Erinnerungen.

Die Hamburger sind Freundeskreis und meiner jetzigen Band immer sehr verbunden gewesen, wir haben tolle Konzerte zusammen erlebt, vor allem auf der Freilichtbühne, die etwas sehr Arenenhaftes hat. Dort macht eigentlich jedes Konzert Spaß, sogar im Hamburger Regen.

Max Herre:  1.8., Stadtpark Freilichtbühne, 19 Uhr


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
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Kurzfilm Festival Hamburg 2019: Weniger ist mehr

Das Kurzfilm Festival Hamburg hat eine neue Künstlerische Leiterin. Was bleibt: aufregende Filmkunst im extremen Destillat. Doch was ist neu?

Text: Maike Schade

Radikaler. Kontroverser. Streitbarer, ausschweifender und bunter. So soll das Kurzfilmfestival in diesem Jahr werden. Es weht frischer Wind durch die Filmrollen, denn Ex-„Berlinale Shorts“-Chefin Maike Mia Höhne hat in diesem Jahr das Zepter übernommen. Die Scheinwerfer aufgeblendet, das Konzept unter die Lupe genommen – und Bewährtes behalten, einiges entstaubt und manches auch umgestaltet. Das Motto: Weniger ist mehr. Das „International“ im Namen wurde gestrichen. Und es wird nur noch drei statt bisher fünf Wettbewerbe geben.

„Was wir brauchen, sind nicht mehr Preise, sondern mehr Diskurs“, erklärt die neue Künstlerische Leiterin. Und den gibt es nun, vor allem im neuen Format „Labor der Gegenwart“. Dahinter verbergen sich fünf Sonderprogramme; bei dreien wird im Anschluss an das Screening mit Gästen in einem Forum diskutiert.

 

„Wir müssen viel mehr feiern“

 

Der Hamburger Wettbewerb ging im Deutschen auf – was auch den Filmemachern zugutekommt, da ihre Arbeiten mehr Relevanz erhalten und zugleich auch in Relation zu den Produktionen des ganzen Landes betrachtet werden. Der Wettbewerb „Deframed“ wurde abgeschafft. Und so bleiben: Der Internationale sowie der Deutsche Wettbewerb und der Flotte Dreier, in dem Dreiminüter gegeneinander antreten. Das Thema in diesem Jahr: „Lost in Translation“.

Entscheidend für die Auswahl der gezeigten Filme ist für Maike Mia Höhne dabei nicht der Premierenstatus, sondern die Relevanz der Filme sowie die Haltung der Künstler. Erstmals wird es sogar einige Langfilme zu sehen geben, „denn da gibt es ja durchaus auch sehenswerte, die aber trotzdem bislang keinen Platz auf Festivals oder in den Kinos gefunden haben“, wie die Festivalchefin schmunzelnd sagt.

 

 

Insgesamt werden in acht Kinos mehr als 300 Kurzfilme aus 40 Ländern zu sehen sein. Das Herz schlägt dabei im Festivalzentrum in der Post Kaltenkircher Platz, das wie schon im vergangenen Jahr einen Infocounter, ein Extrakino, das Open Air und eine Videokunst-Installation des brasilianischen Künstlerpaares Bárbara Wagner und Benjamin de Burca beheimaten wird. Und den Festivalklub, in dem nachts Partys steigen. Denn auch hier will Höhne noch eine Schippe drauflegen: „Wir müssen viel mehr feiern.“

Kurzfilm Festival Hamburg 2019: 4.6.-10.6., versch. Orte


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Vogelball und Butterland – Maskenball und Dockville-Warm-up

Open Air Kurz vor dem MS Dockville Festival wird auf dem Gelände am Wilhelmsburger Reiherstieg unter freiem Himmel und zu elektronischer Musik getanzt.

Fast schon traditionell läutet der August die heiße hanseatische Festivalphase ein. Das erste Wochenende steht ganz im Zeichen des CSD, und so heißt es beim Vogelball endlich wieder „Vorhang auf für schräge Vögel!“. Der queere Maskenball erfreut sich im mittlerweile siebten Jahr größter Beliebtheit und lockt mit heißen Elektro-Beats vor der coolen Hafenkulisse Besucher jeglicher Couleur nach Wilhelmsburg. Natur und Industrie kreieren hier einen einzigartigen Vibe, verrückte Nachteulen treffen auf tanzfreudige Goldkehlchen, Federboas, Konfetti und Feenstaub so weit das Auge reicht. Zu den künstlerischen Performances lässt auch das internationale Lineup keine Wünsche offen: Die US-amerikanische Künstlerin Honey Dijon, Rapper Cakes da Killa oder die Sängerin Noga Erez aus Tel-Aviv sorgen neben weiteren Highlights für die passende klangvolle Untermalung der bunten Piepshow.

Butterland in Sicht.

Kaum ist der Glitzer vom Samstag abgewaschen und die letzte Feder aus dem Haar gezerrt, geht’s schon wieder los am Reiherstieg: Mit dem Butterland steht die größte Tanzveranstaltung auf dem malerischen Gelände an, ein besseres Warm-up fürs Dockville ist kaum vorstellbar. So sollte jeder Sonntag sein, unbeschwert, sommerlich, untermalt von energetischen Beats, nur tanzen, genießen und das Hafenpanorama bestaunen. DJ Pretty Pink schmeißt die heißesten Deep House-Perlen auf die Plattenteller, Kalipo und auch Amount sorgen mit ihren Dance-Tracks für Ekstase auf der Tanzfläche und Lexy und K-Paul sind sowieso Meister darin, die Menge zum Toben zu bringen. Sunday is fun day.

Text: Katrin Flenner
Foto (o.): Pablo Heimplatz

4.8.,Vogelball, 16 Uhr und 5.8., Butterland, 14 Uhr; Dockville-Gelände


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Stadtpark Open Air 2018 – Highlife hinter der Hecke

Die Freilichtbühnensaison beginnt, und zwar eine, bei der Stars à la Beck und Beth Ditto ihre Shows hinter der berühmten Buchenhecke spielen.

Rasen, Hecke, Pflastersteine: Die Puzzleteile für die Freilichtbühne sind überschaubar, simpel zusammengesetzt und doch so wirkungsvoll. Die legendäre Konzertstätte im Stadtpark zieht die Massen seit Jahrzehnten in ihren Bann, mal ganz abgesehen von den Künstlern, die ebenso begeistert von der Location waren und sind wie ihr Publikum. Leonard Cohen, James Brown, Dave Gahan, Herbert Grönemeyer und Lady Gaga sind hier bereits aufgetreten, standen im Zentrum der saftgrünen, mit 4.000 Besuchern voll bevölkerten Wiese. Keine ­Frage: Die Freilichtbühne ist die Elphi unter den Open-Air-Auftrittsorten. Ein XXL-Rondell der Extraklasse. Einsame Konzerte-im-Grünen-Spitze.

Schon mehrere Saisons auf der Freilichtbühne hinter sich hat Lotto King Karl, Lokalmatador und HSV-Hymnen-Trällerer. Traditionell eröffnet und schließt er die Konzertserie, in diesem Jahr steigen nur Foreigner vor ihm auf die Bühne. Von Mai bis September wird es dann wieder musikalische Schmankerl aus allen denkbaren Genres geben, etwa Konzerte von Schlager-Duracellhäschen Roland Kaiser, Niedeckens Bap, Nena, Ina Müller & Band, Kaleo und, trommel­trommel­trommel, den beiden Superstars des Stadtpark Open Air 2018: Beth Ditto und Beck. Ditto, die mit ihrer Band Gossip zu Weltruhm kam und seit deren Auflösung auch alleine eine starke Show nach der anderen hinlegt sowie im Modegeschäft ordentlich Eindruck macht. Und Beck, der fünf­fache Grammy-Preisträger, der seit Beginn der 1990er Jahre unzählige Musiker mit seinen Songs („Loser“, „Guero“, „Modern Guilt“) beeinflusst hat.

Es ist also angerichtet, das nächste Highlife hinter der Hecke, das gleichzeitig reichlich Möglichkeiten bietet, sich mitten in der Stadt bei gut besuchten Konzerten auch noch zu entspannen, kann beginnen.

Text: Erik Brandt-Höge

www.stadtparkopenair.de

Alle Konzerte auf einen Blick:

20.5.18 Foreigner
25.5.18 Lotto King Karl & DBDB
1.6.18 The Sweet/Smokie
2.6.18 Hollywood Vampires
3.6.18 Roland Kaiser
7.6.18 2Cellos
8.6.18 Beck – präsentiert von SZENE HAMBURG
9.6.18 Niedeckens Bap
10.6.18 Ringo Starr & His All-Starr Band
12.6.18 Nena
14.6.18 Jessie J
15.6.18 Adel Tawil
22.6.18 A. R. & Machines
24.6.18 Michael Patrick Kelly
9.7.18 Beth Ditto – präsentiert von SZENE HAMBURG
12.7.18 Earth, Wind & Fire
22.7.18 Billy Idol
24. + 25.7.18 Ina Müller & Band
26.7.18 Wincent Weiss
4.8.18 Glasperlenspiel
10.8.18 Lina
11.8.18 Santiano
15.8.18 Kaleo
18.8.18 Max Giesinger
23.8.18 Roger Hodgson
24.8.18 Matthias Reim
25. + 26.8.18 Johannes Oerding
30.8.18 Atze Schröder
7. + 8.9.18 Dieter Thomas Kuhn & Band
15.9.18 Lotto King Karl & DBDB


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!