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Elbtonal Percussion: Mit Schlagwerk um die Welt

Das Hamburger Schlagwerk-Ensemble Elbtonal Percussion nahm die Zuschauer:innen beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air mit auf eine klangliche Reise um die Welt

Text: Felix Willeke

 

Nur Trommeln, das füllt einen Konzertabend? Ja, und wie. Aber zuerst ist wichtig zu wissen: Elbtonal Percussion trommelt nicht. Jan-Frederick Behrend, Sönke Schreiber und Francisco Manuel Anguas Rodriguez sind Schlagwerker. Das heißt egal ob Vibrafone, Gongs, Trommel, zweckentfremdete Alltagsgegenstände oder eigenartige Trash-Instrumente, Elbtonal Percussion machen Musik mit allem und auf allerhöchstem Niveau. Normalerweise treten Elbtonal Percussion als Quartett auf, am 20. Juli 2021 stehen sie jedoch als „Spezial Trio“ auf der Bühne. Beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air im Rahmen des Kultursommer Hamburgs nimmt das Ensemble die Zuschauer:innen mit auf eine Reise durch die Welt der Schlagwerke.

 

Zarte Klänge und starke Bilder

 

Los geht es in Japan: Ausgestattet mit Marimbas, chinesischen Trommeln und vielen weiteren Schlagwerken führen Elbtonal Percussion die Zuschauer:innen in die klangliche Vielfalt des fernöstlichen Landes. Die Marimba wird dabei mit derartig viel Gefühl und Emotionen gespeilt, dass schon vom ersten Moment an auf dem Platz alle gebannt lauschen. Der Rhythmus der großen Trommeln ist dabei zusätzlich am ganzen Körper zu spüren. Wer vor Konzertbeginn dachte, es bräuchte mehr Instrumente oder gar Gesang, ist spätestens jetzt vom Gegenteil überzeugt. Das Ensemble holt aus jedem Instrument das Maximale heraus: Von leisen, hohen, zarten Klängen bis hin zu imposanten, tiefen Rhythmen, die die Zuschauer:innen bis in den Bauch hinein spüren.

Elbtonal Percussion beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air ©Andreas Hornoff

Elbtonal Percussion beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air; Foto: Andreas Hornoff

Die Reise um die Welt führt weiter nach Serbien. Zwei Marimbas sorgen für anspruchsvolle und ineinander fließende Melodien, bei denen sich metaphorisch ein Bach in einen reißenden Strom verwandelt. Am Ende geht es dann nochmal zurück nach Japan. Begleitet von zwei chinesischen Trommeln spielt einer der Drei ein Solo auf der Marimba und die Mal­lets – die Schlägel der Marimba – fliegen dabei regelrecht über das Instrument. Das Publikum ist begeistert und fordert eine Zugabe, in der das Ensemble dann noch seinen Humor unter Beweis stellt: Als Köche verkleidet kehren sie zurück und schlagen rhythmisch auf alles, was ihnen vor die Kochlöffel kommt. Diese Reise durch die Klangwelt hat nicht nur Spaß gemacht, sie lohnt sich auch immer wieder.

elbphilharmonie.de/hope-n-air


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Stade: Konzertsommer an der Elbe

Hamburgs Umland rockt. Das gilt im Sommer 2021 mehr denn je. Denn jenseits der Stadtgrenze gibt’s das, was in der City rar, in Zeiten der Pandemie aber bitter nötig ist: Platz!

Text: Andreas Daebeler

 

Dass Thees Uhlmann ausgerechnet in Stade spielt, überrascht kaum. Schließlich kommt der Frontmann der Band Tomte aus dem beschaulichen Hemmoor, das im nahen Kreis Cuxhaven liegt. Nachdem Uhlmann auch als Autor von sich reden gemacht hat, dürfen Besucher sich auf manch flockig erzählte Anekdote freuen. Prima erzählen kann auch Olli Schulz, der nach seinen Abenteuern mit dem alten Hausboot von Gunter Gabriel und den großen Erfolgen mit seinem Podcast an der Seite von Jan Böhmermann mal wieder zur Klampfe greift.

Weitere Acts beim Konzertsommer in Stade werden vom 23. Juli bis 8. August mit Provinz eine der besten deutschen Newcomerbands der letzten Jahre und zum Abschluss Michael Schulte sein. Der erfolgreiche Singer/Songwriter und Eurovision-Songcontest-Teilnehmer 2018 war schon Headliner der letzten Spielzeit und begeisterte mit zwei stimmungsvollen und ausverkauften Konzerten.

 

Prima Vorraussetzungen für Spaß

 

Auf die Beine gestellt wird der Konzertsommer von der Stade Marketing und Tourismus GmbH, die dafür sorgt, dass alles konform zu den zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Corona-Auflagen abgeht. Das hatte schon 2020 geklappt. Das Konzertgelände an der Altländer Straße bietet prima Voraussetzungen für Spaß trotz noch nicht ganz überstandener Pandemie. Tickets kosten zwischen 32 und 43 Euro.

stade-tourismus.de


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Hamburgs Klassiker: Das Stadtpark Open Air ist zurück

Im Stadtpark liegt wieder Musik in der Luft. Ab dem 21. Juli 2021 gibt es wieder Open Air Konzerte im Hamburger Stadtpark

Text: Andreas Daebeler

 

Ohne Open Air im Stadtpark geht nicht. Nicht mal im für die Live-Musik so frustrierenden Corona-Jahr 2020. Trotz Pandemie schafften es die Orga­nisatoren um Veranstalter Karsten Jahnke, eine Handvoll ­kleiner Gigs an den Start zu bringen. Johannes Oerding ­hatte gleich eine ganze Reihe von Auftritten absolviert. In diesem Jahr ist auf der legen­dären Freilicht­bühne an der Saarlandstraße wieder musikalische Vielfalt angesagt. Dank eines mit den Behörden abgestimmten Sicherheitskonzepts.

Mit reduzierter Kapazität und festen Sitzplätzen sollen dabei die aktuell gültigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Zudem gibt’s klare Wegeregelungen und keine Tageskasse. Die online bestellten Tickets sind ­personalisiert, um bei Infektionen eine Nachverfolgung zu gewährleisten. Rein kommt nur, wer eine Maske trägt. Auf den Plätzen darf die dann abgenommen werden.

 

Volles Programm

 

Das Programm startet am 21. Juli mit einem Auftritt der schwedischen Songwriterin Anna Ternheim. Es gibt in ­diesem Jahr auch Poetry Slams, Comedy und Lesungen. Mit Element Of Crime, Fury in The Slaughterhouse, Philipp Poisel und natürlich Lotto King Karl sind gern gesehene Stamm­gäste mit von der Partie, bevor Olli Schulz und Deine Freunde Anfang September die Schluss­akkorde setzen. Trotz ­Corona wird die Food Lane rund um die Freilichtbühne im Stadtpark geöffnet sein. Auf den Tellern landet modernes, mit Liebe ­gemachtes Streetfood – frisch zubereitet und serviert aus umgebauten Seecontainern.

stadtparkopenair.de


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Zeise Open Air: „Nordsee ist Mordsee“

Bald 50 Jahre alt, gehört das Coming of Age-Drama „Nordsee ist Mordsee“ auch heute noch zu den beliebtesten Hamburg-Filmen überhaupt – denn Regisseur Hark Bohm gelang es, die von vorenthaltener Liebe geprägten Lebensverhältnisse der Arbeiterkinder der Nachkriegsjahre glaubhaft zu portraitieren. Die moderne Abenteuer-Geschichte aus Wilhelmsburg wird bei der diesjährigen Open Air-Kino Saison des Zeises im Innenhof des Altonaer Rathauses gezeigt – in Anwesenheit des Regisseurs.

Text: Kevin Goonewardena

 

Der 14-jährige Uwe (gespielt von Bohms späterem Adoptivsohn Uwe Enkelmann) wächst mit seiner Familie in prekären Verhältnissen in einer Hochhaussiedlung in Wilhelmsburg der 1970er Jahre auf. Der Vater trinkt, schlägt ihn und auch die Mutter. 

Als Anführer einer Jugendbande lässt Uwe seinen Frust außerhalb der Familie an anderen ab, Dschingis, ein asiatischer Junge, ist eines der Opfer der Halbstarken. Eines Tages beobachtet Uwe Dschingis dabei, wie dieser ein Floß baut; gleichzeitig fängt Uwes Gang an ihm wegen einbehaltener Beute aus einem geknackten Spielautomaten zu misstrauen. Nach der erneuten Misshandlung durch seinen Vater (in dessen Rolle Bohms Bruder schlüpfte), beschließen Uwe und Dschingis mit dem Floß abzuhauen. Ihre abenteuerliche Reise soll sie bis auf die Elbe führen …

 

Filmisches Denkmal

 

Mit seiner modernen Tom Sawyer und Huckleberry Finn-Geschichte schuf Bohm eine glaubhafte Erzählung der Lebenswirklichkeit ohne Liebe heranwachsender Nachkriegs-Arbeiterkinder, wie Kritiker:innen befanden. 

Der emeritierte Professor für Film und Mitbegründer des Hamburger Filmfests Hark Bohm setzte mit seinem Werk insbesondere dem Stadtteil Wilhelmsburg ein filmisches Denkmal, lange bevor Fatih Akin die Elbinsel durch seinen Film „Soul Kitchen“  von 2009 weit über Hamburg hinaus bekannt machte. 

Mit Akin wiederum hatte Bohm seine letzten Erfolge – zusammen schrieben sie die Drehbücher zur Kino-Adaption des Buches „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und dem Golden Globe-prämierten „Aus dem Nichts“, für das Hark Bohm auch den Deutschen Filmpreis gewann.

 

 

Viele Drehorte von „Nordsee ist Mordsee“ sind auch heute noch besuchbar – größtenteils wurde der Film im Wilhelmsburger Bahnhofsviertel, rund um die die S-Bahn-Station und das Luna-Einkaufszentrum gedreht. Uwes Familie wohnt im Film beispielsweise in einer Wohnung in der Neuenfelder Straße 86, die Kneipe in der Uwes Mutter im Film arbeitet, befand sich in der Ladenzeile in der heute unter anderem eine Filiale der Kette Schweinske angesiedelt ist.

„Nordsee ist Mordsee“ bildet den filmischen Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe im Rahmen des Kultursommers, die neben Filmen (u.a. auch den diesjährigen Oscar-Gewinner „Nomadsland“, „Der Rausch“, die Klassiker „Der Hauptmann von Köpenick“ und Fatih Akins-Durchbruchfilm „Gegen die Wand“ oder die Kult-Mockumentary „Fraktus – Der Film“), Lesungen (u.a. der Bestseller-Autor:innen Kübra Gümüsay und Johann Scheerer, sowie Benjamin Maack und die Vorstellung der Biografie Dieter Kosslick, der über  20 Jahre die Fäden der Berlinale zog), Poetry Slams und Konzerte beinhaltet. 

 

Von Allem etwas

 

Vor allem Film-Fans kommen erwartungsgemäß auf ihre Kosten: Neben Sneak-Previews, sind bei vielen Vorführungen Gäste anwesend, andere Filme feiern im Rahmen des Programms ihre Hamburg-Premiere – etwa „Fabian – oder der Gang vor die Hunde“, eine Adaption des Klassikers von Erich Kästner mit Tom Schilling in der Hauptrolle. Auch „Alles ist eins. Ausser der 0“ des ehemaligen Managers der Band Einstürzende Neubauten, Gesellschafter des ersten Punk-Plattenladens Rip Off (heute Ruff Trade in der Feldstraße), Gründer des Freibank Musikverlags und einer gemeinsamen Filmproduktionsfirma mit Fatih Akin, Klaus Maeck, gibt’s im Zeise Open Air zuerst zu sehen. 

Die Doku „Bis die Gestapo kam – das Chinesenviertel auf St. Pauli“ behandelt hingegen eines der dunkelsten Kapitel der NS-Zeit der Hansestadt: Die Auflösung des Chinesenviertels auf St. Pauli durch die Gestapo, welche mit Inhaftierung, Enteignung und dem Tod einiger chinesischer Mitbürger:innen handelte. Unter den Gefangenen war damals auch Chong Tun Lam, der Gründer des 1934 eröffneten Hotels HongKong auf dem Hamburger Berg. Das ehemalige Chinesenviertel ist auch Standort der zuletzt verlegten und des insgesamt 6000. Stolpersteins, mit denen dort an 13 durch die Nazis ermordete chinesische Mitbürger:innen erinnert wird.

zeise.de


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MS Artville: Wie wir leben wollen

Nach der Corona-bedingten Verlegung in den digitalen Raum im letzten Jahr, starten die Macher:innen des MS Artville Festivals für urbane Kunst 2021 endlich wieder auf gewohntem Gelände in Wilhelmsburg durch. Noch mit Handbremse, aber voller Vorfreude, spannender Kunst und einigen Neuerungen

Text: Kevin Goonewardena | Fotos: Andreas Hornoff

 

Vor fast fünfzehn Jahren mit dem 2007 erstmals veranstalteten MS Dockville-Festival begann die all sommerliche Transformation des einst unscheinbaren Geländes gegenüber des architektonisch auffälligen Getreideterminals am Reiherstieg in Wilhelmsburg. Heute sind das Mutterfestival Dockville und deren in den folgenden Jahren entstandenen Geschwister-Veranstaltungen Spektrum, Vogelball, Butterland und Artville fest etablierte Termine für Popkultur-Begeisterte verschiedener Strömungen.

Längst kommen die Besucher:innen nicht mehr nur aus Hamburg, die Acts sind international. 2019 gelang mit der Verpflichtung des aufstrebenden Superstars Billie Eilish dem Dockville gar ein echter Coup – und dann kam Corona.

 

Die Kunst kommt zurück

 

Nach der, der Pandemie geschuldeten, Pause der Veranstaltungen und einer digitalen Ausgabe des MS Artville im letzten Jahr, ist nun erstmals wieder eine physisches Beisammensein möglich: Zum gemeinsamen Nachdenken über Gegenwart und Zukunft laden die Macher:innen, beteiligte Künstler:innen und Publikum ab dem 17. Juli 2021 auf das Gelände zum MS Artville-Festival für urbane Kunst, auf dem wie gewohnt aus den vorherigen Jahren erhaltene und neu angefertigte Werke unter freiem Himmel zu erleben ist.

Flankiert wird das Ganze von einem Begleitprogramm aus Workshops, Panels, Diskussionsrunden, Musik, auch ein Kinderprogramm ist darunter. Fast ein Festival nennt sich die Post-Lockdown-Ausgabe, für die sich die Verantwortlichen über mehrere Termine und Wochen erstreckende Mini-Festivals unter  Berücksichtigung der geltenden Hygieneregeln konzipiert haben – Fast ein Artville ist ein Teil davon.

 

Spieglein, Spieglein

 

Das wohl  hervorstechendste Werk dort ist der im Stile einer Discokugel umgestaltete alte Saab 900 der Künstlerin Sasha Gold. Why not? Everybody’s darling heißt ihre Arbeit, die auch schon auf Kampnagel die Besucher:innen begeisterte und in einem Video der Rapperin Haiyti zu sehen ist – die auch am Sonntag, 14. August 2021, auf dem Gelände auftreten wird.

 

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„Why not? Everybody’s darling“ der Künstlerin Sasha Gold funkelt in der Sonne auf dem Gelände des MS ARTVILLE

 

Gold, die dem schrottreifen Gefährt mit tausenden Spiegelscherben zu neuem Glanz verhalf, möchte mit der Transformation, die, die Bruchstellen der Scherben sichtbar lässt, auf den Umstand aufmerksam machen, dass weiblich gelesene Personen immer noch hauptsächlich nach ihrem Aussehen bewertet werden. Das Auto selbst, geschlechtslos, aber untrennbar mit der Männerwelt verbunden, bekommt von ihr wiederum eine weibliche Identität zugeordnet. Why not? Everybody’s darling wird sich definitiv ganz vorne unter den  meist fotografierten Arbeiten des Festivals einfinden.

 

Mast und Stäbchen

 

Genau andersrum verhält es sich bei der begehbaren Installation Combi Ticket. Man könnte fast an dem Artwork des belgischen Künstlers Karl Philips vorbeilaufen – es würde jedenfalls nicht verwundern, wenn man es auf den ersten Blick nicht als solches registriert, denn die Arbeit besteht aus Dixi-Toiletten, Absperrzäunen, einem Flutlichtmast, einem Zelt. Also, aus einem für Festivalgelände nicht ungewöhnlichen Mobiliar. Hinter der scheinbar losen Ansammlung steckt jedoch bei genauerer Betrachtung System: Die Zäune stecken die Wege eines Labyrinths ab, als dessen Eingänge die Dixi-Häuschen fungieren.

 

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Dixie-Klos, Flutlicht und dazwischen das Zelt: Der Künstler Karl Philips installiert einen Festival-Moment

 

Das Zelt, aufgestellt am denkbar schlechtesten Schlafplatz: Unter greller Beleuchtung, in der Nähe von Dixies, eingehüllt in den Umgebungslärm, die Zeltenden jedoch nehmen den Platz in Kauf. Dafür wird nicht nur an physische und psychische Grenzen gegangen, sondern auch darüber hinaus: sie werden verschoben – nicht nur hier, auch anderswo.

Wie Philips für sein Werk, bedienen sich auch Vera Drehbusch und Daniel Wrede einem weltweit bekannten Gegenstand; genauer dem Mikado-Spiel beziehungsweise dessen Stäben. Sie fixieren bei ihrer aus riesigen Spielstäben bestehenden Installation den freien Fall des Anfangsmoment des beliebten Spiels und schaffen so ein Werk, das sich stets im Prozess befindet, anstatt in einen abgeschlossenen Zustand aufzugehen.

 

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Spiel und Spaß: Mikado der Künstler Vera Drehbusch und Daniel Wrede

 

Es scheint nur konsequent, dass die Arbeit Mikado durch die Künstler so geplant wurde, das es noch weitere Jahre im Rahmen des Festivals die Hamburger Kulturlandschaft bereichern kann.

 

Kunst in Zeiten der Pandemie

 

Für die Auswahl der vertretenen rund 20 internationalen Künstler:innen griff man sowohl auf jene zurück, die bereits für die 2020 Ausgabe eingeplant waren, die dann in Teilen digital stattfand, sprach aber auch neue Künstler.innen an, wie Martina Marschalk vom Organisationsteam verrät. Neben den behördlichen Vorgaben und einer lange Zeit unsicheren Finanzierung, die unter anderem Dank der Hamburger Kulturbehörde gestemmt werden konnte, hatte die Pandemie auch auf andere Bereiche der Festival-Vorbereitung erheblichen Einfluss und stellte die Organisator:innen vor neue Herausforderungen: So konnten bis auf Karl Philips keine:r der internationalen Künstler:innen nach Hamburg reisen, um ihre Werke selbst aufzubauen und instruierten deswegen teilweise per Videocall den Aufbau, nach vorheriger Begehung des Geländes auf die gleiche Art und Weise.

Die Künstlerin Taba geht für ihr zusammen mit ihrer Partnerin Shooki entstandenes Werk With(out) You gar noch einen Schritt weiter: Sie ruft die Besucher.innen dazu auf das über Videocall entstandene Werk zu vollenden und erörtert so nicht nur die Möglichkeiten wie wir trotz Pandemie-Beschränkungen über Ländergrenzen hinweg miteinander arbeiten können, sondern auch, ob es möglich ist Künstler:in zu sein, wenn man das Werk selbst nicht erschaffen hat.

MS Artville Festival: 17. Juli – 14. August 2021


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Zeise Open Air: Kino unter freiem Himmel

Der lauschige Innenhof des Altonaer Rathauses verwandelt sich in diesem Jahr endlich wieder in ein einzigartiges, sommerliches Freilichtkino. Gezeigt werden Arthouse-Filme, Sneak Previews und Oscar-Gewinner

Text: Marco Arellano Gomes

 

Das exquisite tägliche Filmprogramm beim diesjährigen Zeise Open Air, welches vom 1. Juli bis 19. September läuft, bietet nicht nur grandiose Premieren, sondern auch namhafte Gäste und tut sich in diesem Jahr nicht nur mit dem Hamburger „Kultursommer“ (15. Juli bis 16. August), sondern auch mit der Altonale zusammen.

Es gibt jede Menge Gäste – unter anderem den jahrelangen Berlinale-Leiter Dieter Kosslick, Beatles-Expertin Stefanie Hempel mit zwei Konzerten, aber auch die Deutschlandpremiere von der Doku „Together Free“ (3. Juli, 21.30 Uhr), die zwei Hamburgerinnen zeigt, die mit einem Rucksack und einer Kamera ausgestattet das atemberaubende Himalaya-Gebirge erklimmen.

 

 

Zudem kann das Zeise Open Air mit der Hamburg-Premiere des Films „Bad Luck Banging or Loony Porn“ (Goldener Bär auf der Berlinale 2021) aufwarten. Mit dabei: Hauptdarstellerin Katia Pascariu. Die Plätze sind um etwa 50 Prozent reduziert. Also: schnell sein und Tickets sichern.

 

zeise.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Unterstützung der Kultur: Barbara Kisseler Theaterpreis 2021

Der Barbara Kisseler Theaterpreis zeichnet dieses Jahr kreative Projektideen für den öffentlichen Raum aus

 

Zum fünften Mal wird der Barbara Kisseler Theaterpreis ausgelobt. Angepasst an die aktuelle Lage, wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-bedingten Schließungen der Häuser 2020/2021 keine abgeschlossene Produktion ausgezeichnet, sondern eine kreative Produktionsidee. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und ehrt Privattheater oder Freie Gruppen normalerweise für herausragende Leistungen der jeweiligen Spielzeit durch einen anonymen Juror – im Andenken an die im Oktober 2016 verstorbene Kultursenatorin.

„Diese Zeiten erfordern von uns allen neue Wege. Barbara Kisseler schätzte ungewöhnliche Ideen, wenn sie klug durchdacht waren. Sicher hätte ihr diese besondere Preisvergabe, die der flexiblen Unterstützung der Kultur in herausfordernden Zeiten dient, sehr gefallen“, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien.

 

Ausschreibung

 

Die Bewerber können sich bis zum 25. Mai 2021 mit ihrer Idee für eine Projektrealisierung im öffentlichen Raum (Open-Air-Veranstaltung) bei der Behörde für Kultur und Medien bewerben. Die Bewerbung muss Angaben zum Bewerber, zum Projektort, der Projektidee (max. 1.500 Zeichen) sowie zu Mitwirkenden enthalten. Anfang Juni folgt die Entscheidung des Jurors. Eine erste Umsetzung der ausgezeichneten Projektidee soll möglichst im August/September 2021 erfolgen, grundsätzlich sollten mindestens drei weitere Vorstellungen folgen. Das Bewerbungsformular steht zum Download auf der Website der Behörde für Kultur und Medien bereit. Die Bewerbung erfolgt per Mail an folgende Adresse: kb-theater@bkm.hamburg.de.

Die offizielle Auszeichnung der Projektidee ist für den 31. Oktober 2021 im Ernst Deutsch Theater geplant. Hier soll auch die verschobene Auszeichnung aus 2020, mit dem Preisträger Plattform Festival, nachgeholt werden. / HED


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Wegen Corona: Sieben große Open-Air-Festivals abgesagt

Und wieder nichts: Sieben Festivals werden wegen der andauernden Pandemie 2021 nicht stattfinden. Darunter auch das Hurricane und auch das Deichbrand Festival.

Text: Anna Meinke

 

Erneut fallen sieben große Open-Air-Festivals wegen der andauernden Corona-Pandemie und der allzu unsicheren Infektionslage in diesem Sommer aus, wie das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live kürzlich mitteilte. So werden unter anderem „Rock am Ring” am Nürburgring, „Rock im Park” in Nürnberg, das „Hurricane Festival” in Scheeßel und dessen süddeutsches Pendant „Southside” in Neuhausen ob Eck, das „Deichbrand” bei Cuxhaven, „SonneMondSterne” bei Saalburg-Ebersdorf und das „Greenfield Festival” auf dem schweizerischen Flugplatz Interlaken 2021 nicht stattfinden. 

Bedauernswert – vor allem für Mitarbeitende, Künstler und Künstlerinnen sowie Fans, die bereits im vergangenen Sommer ohne Großveranstaltungen dieser Art auskommen mussten. Ob und wann Tickets auf 2022 umgebucht werden können, muss abgewartet werden. Einzig „Rock am Ring” und „Rock im Park” kündigten schon einen Ersatztermin im Juni 2022 an.


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Schanzenkino gerettet: Open-Air Vorführungen können stattfinden

Gute Nachrichten aus dem Hamburger Westen: Das Schanzenkino hat trotz Corona-Pandemie und Sponsoring-Verbot grünes Licht vom Bezirksamt bekommen und kann sein 21-jähriges Bestehen zwischen Juli und September dieses Jahres feiern

Text: Felix Kirsch

 

Filmfans können Pandemie-konform ab Ende Juli wieder in den Schanzenpark pilgern und Blockbuster sowie Kultfilme genießen. Der Veranstalter Outdoor Cine GmbH freut sich über die Möglichkeit und dankt vor allem den zahlreichen Unterstützern des Open-Air-Kinos: „Turbulente Wochen liegen hinter uns, welche als Drehbuchvorlage für einen spannenden Serienmehrteiler dienen könnte. Es war eine Achterbahn an Emotionen, zahllosen Gesprächen und einem Happy End mit Beigeschmack.“ sagt Dirk Evers, Geschäftsführer und Veranstalter des Schanzenkinos.

 

Sponsoring-Verbot bedrohte wirtschaftliche Existenz

 

Hintergrund für den existenziellen Kampf des Schanzenkinos war ein vom Bezirksamt Eimsbüttel ausgehängtes Sponsoring-Verbot für den Schanzenpark, das die Einnahmen des Kino drastisch reduziert hätte. Eine spezielle  Ausnahmegenehmigung für das Schanzenkino hatten die Grünen in ihrem Beschluss nicht vorgesehen. Für das weitere Bestehen des Schanzenkinos glich das drohende Sponsoring-Verbot einem Super-GAU: „Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf reichen nicht aus, um die Kosten zu decken“, mahnte Dirk Evers Anfang des Jahres.

Dass man nun doch eine Einigung erzielen konnte, freut die Veranstalter ebenso wie Fans von Film und Kultur: „Nun kann das Open-Air-SchanzenKino in diesem Jahr sein 21-jähriges Bestehen feiern. Im Vorjahr waren wir als Freiluftkino so ziemlich die einzige große Kulturveranstaltung in Hamburg, die trotz der Corona-Pandemie unbeschwerte und sichere Filmabende unterm Sternenhimmel anbieten konnte.“ Das Schanzenkino beginnt mit den Vorstellungen am 31. Juli 2021 und gastiert bis zum 31. September im Schanzenpark.

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Open-Air-Kino: Schanzenkino vor dem Aus?

Das Bezirksamt Altona könnte nach einer Vorlage der Grünen das Sponsoring im Schanzenpark komplett untersagen. Damit fiele eine wichtige Finanzierungsquelle des Veranstalters weg. Droht das Ende des Schanzenkinos?

Text: Marco Arellano Gomes

 

Man stelle sich vor, es ist Sommer, aber das Schanzenkino ist weg. Dieses vor Kurzem noch undenkbare Szenario könnte dieses Jahr Wirklichkeit werden, denn aufgrund eines Antrags der Grünen plant das Bezirksamt Altona Sponsoring in Parkanlagen gänzlich zu untersagen.

Zwar gilt in öffentlichen Parkanlagen seit einer Verordnung von 1975 grundsätzlich die Regel der Werbefreiheit, doch für das Open-Air-Kino im Schanzenpark gab es seit knapp 20 Jahren von Jahr zu Jahr eine Ausnahmeregelung seitens der Bezirksverwaltung. Eine solche Ausnahmeregelung ist in der entsprechenden Verordnung auch explizit vorgesehen.

 

Wirtschaftliches Überleben

 

Für 2021 sieht die Beschlussvorlage der Grünen jedoch vor, die Ausnahmegenehmigung nicht mehr zu erteilen. Das hätte gravierende Folgen für das Schanzenkino. „Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf reichen nicht aus, um die Kosten zu decken“, betont Dirk Evers, Betreiber von der Outdoor Cine GmbH. Die Entscheidung würde das Aus für das Open-Air-Kino bedeuten – und das „in einer Zeit, wo die Kino- und Veranstaltungsbranche um das wirtschaftliche Überleben kämpft“.

Etwa 20.000 Besucher finden sich Jahr für Jahr im Schanzenpark unter dem Sternenhimmel wieder, um gebannt auf die Leinwand zu schauen und bei einem guten Film den Feierabend oder das Wochenende zu genießen. Damit könnte bald Schluss sein. Für viele ist das ein Horror-Szenario. Denn das Schanzenkino ist eine Veranstaltung mit Kultcharakter – mit dem Angebot vom Blockbuster bis zu Independentfilmen.

Das Open-Air-Kino „finanziert sich ohne jede Förderung der öffentlichen Hand komplett aus Abendkasseneinnahmen und Sponsorengeldern“, sagt Evers. „An guten Tagen decken die Erlöse des Ticketverkaufs alle Kosten, doch bei schlechtem Wetter sieht es anders aus“. Diese Lücke würde durch die Sponsoren- und Werbegelder in Höhe von 80.000 Euro gefüllt. Allein mit der Werbung auf der Leinwand – die dem Beschluss zufolge noch immer erlaubt wäre – kann dies nicht gegenfinanziert werden. Es drohten drastische Erhöhungen der Ticketpreise – was von den Besuchern wohl kaum auf Akzeptanz stieße.

 

Kein Verständnis

 

Nach Angaben des Betreibers wird die Außenwerbung tagsüber ohnehin mit Planen abgedeckt und nur unmittelbar vor den Aufführungen sichtbar gemacht. Evers hat daher kein Verständnis für die Entscheidung des Bezirksamts. „Ich bin entsetzt. Der Film- und Kinokultur wird ein weiterer, diesmal bürokratischer Knüppel zwischen die Beine geworfen, der ihr Überleben zusätzlich gefährdet.“

Evers vermutet, dass es auch mit dem Disput im vergangenen Jahr bezüglich des Autokinos auf der Trabrennbahn zwischen ihm und der derzeitigen Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) zusammenhängen könnte. Im vergangenen Sommer wurden die Grünen von einer Mehrheit von SPD, CDU, FDP und Linken überstimmt. Das Autokino durfte betrieben werden. Ist das nun die Retourkutsche? Evers gibt zu, dass es sich um eine reine Spekulation handelt.

Die Zukunft des Open-Air-Schanzenkinos ist nun jedenfalls offen. Evers plant bereits Aktionen, um das Überleben des Open-Air-Kinos zu sichern und hofft auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung und eine Stellungnahme seitens der Hamburger Behörden, insbesondere der Kulturbehörde.

Am Donnerstag, 14. Januar,  kommt der Hauptausschuss im Bezirksamt Altona zusammen. Auf der Tagesordnung stehen auch die „Veranstaltungen in Grünanlagen“. Dort werden die bis Ende vergangenen Jahres eingegangenen Konzepte für die Nutzung der Parkflächen im Schanzenpark im Sommer 2021 besprochen. Für das Freilichtkino gibt es auch einen weiteren überraschenden Bewerber: Das 3001 Kino aus der Schanzenstraße. Das will wohl gänzlich ohne Sponsoring auskommen. Die Entscheidung, welcher Veranstalter den Zuschlag für das Freiluftkino erhält, ist offen.


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