Beiträge

Zu Hause: So lebt es sich in Hamburgs Bezirken

In Hamburg leben fast zwei Millionen Menschen auf einer Fläche, die mehr als sieben Mal so groß ist wie die Stadt Paris. Es gibt also viele schöne Bezirke in denen es sich zu leben lohnt, wir stellen sie euch vor

Text: Andreas Daebeler

 

Hamburg kann urban, szenig und laut sein. Aber auch grün, beschaulich und verträumt. Hängt ganz davon ab, welchen der Bezirke man sich zum Wohnort wählt. Sieben gibt es davon. Die Gliederung besteht schon seit 1951. Und in den Bezirken gibt es 104 Stadtteile, die gleichmäßig verteilt sind. Auf der Gesamtfläche der Freien und Hansestadt Hamburg leben und wohnen aktuell rund 1,85 Millionen Menschen. Damit ist die Metropole an der Elbe nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Die Grenze zu Niedersachen und Schleswig-Holstein verläuft entlang 755 Quadratkilometern Stadtfläche. Und mitten durch fließt der Strom, der Hamburg so besonders macht

 

Bezirk Altona

 

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Altona kann Altbau, Stuck und dicht geparkte Wohnstraße. Aber Altona kann auch moderne Architektur und autoarm – wie in der Mitte Altona. Der Bezirk, in dem rund 275.000 Menschen auf rund 78 Quadratkilometern leben und zu dem Villenviertel mit Elbblick ebenso gehören wie Hochhäuser in Lurup, bietet fraglos Abwechslung. Auf der Schanze wird gefeiert und gecornert, wenn nicht gerade eine Pandemie das verhindert. Andernorts geht’s eher beschaulich und bodenständig zu. Manchmal sogar ziemlich elitär, wie in Othmarschen.

Der grandiose Blick vom Altonaer Balkon ist nicht nur bei Touristen beliebt. Das Bahnhofsumfeld bietet mit dem Mercado und vielen kleinen Läden alles, was Shopping-Fans lieben. Schicke Bars gibt es ebenso wie urige Spelunken. Grün geht in Altona auch: Etwa im traumhaften Jenischpark mit dem Ernst Barlach Haus oder im Loki-Schmidt-Garten. Nicht zu vergessen das zauberhafte Blankenese mit seinem Treppenviertel. Im Schnitt leben die Menschen im Bezirk auf rund 80 Quadratmetern pro Wohnung, Kinder gibt es nur in jedem fünften Haushalt.

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Urkundlich wurde Altona schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Seit 1938 zählt die ehemalige Fischersiedlung zu Hamburg. Zuvor lag sie seit dem Dreißigjährigen Krieg unter dänischer Verwaltung. Fläche und Verlauf entsprechend weitestgehend dem Zustand kurz vor der Eingliederung in die Hansestadt. Seit den 1920er-Jahren verläuft der Bezirk mit seinen westlichen Elbvororten Blankenese, Nienstedten, Othmarschen und Rissen zu einem großen Teil entlang des Elbstrandes mit einem beeindruckenden Blick auf die Docks und den Strom.


Altona
Einwohner: 275.265
Fläche: 77,9 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 81,2 Quadratmeter
Pkw: 90.034
14 Stadtteile: Altona-Altstadt, Altona- Nord, Bahrenfeld, Blankenese, Groß Flottbek, Iserbrook, Lurup, Nienstedten, Osdorf, Othmarschen, Ottensen, Rissen, Sternschanze und Sülldorf, Elbstrand // Övelgönne


 

Bezirk Hamburg-Mitte

 

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Ganz schön groß: Hamburg-Mitte ersteckt sich über satte 142 Quadratkilometer. Mehr Stadtteile hat kein anderer Hamburger Bezirk. Und schon gar keine Nordseeinsel. Zu Mitte hingegen werden das in der Elbmündung liegende Neuwerk sowie die bei Vogelkundlern bekannten Nigehörn und Scharhörn gerechnet. So ruhig wie auf Neuwerk mit seinen 30 Einwohnern geht es im restlichen Bezirk natürlich nicht zu.

Knapp 300.000 Menschen leben in den 19 Stadtteilen, die mit U- und S-Bahn weitgehend gut erschlossen sind und bei den Immobilienpreisen die gesamte Bandbreite anbieten. Während es in Wilhelmsburg so manche bezahlbare Geschosswohnung gibt, gehen für top-sanierte Altbauwohnungen in der City oder das Penthouse in der HafenCity schon mal Millionen über den Tisch. Bei Touristen ist der Bezirk ein Hotspot. Schließlich gehören sowohl die Shoppingmeile Mönckebergstraße als auch der Michel, die Landungsbrücken und die Reeperbahn hierher. Hamburg-Mitte hat reichlich Kultur zu bieten. Und das nicht nur auf dem Kiez auf St. Pauli, sondern auch ein paar Kilometer weiter östlich, wo im idyllischen Elbpark Entenwerder etwas das nachhaltige Festival Futur 2 sein Zuhause hat und nach Corona wieder haben soll.

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Apropos Elbe: Die zieht sich quer durch den Bezirk, der als Wohnort vor allem Abwechslung bietet. Man nehme nur den scharfen Kontrast zwischen dem urbanen St. Georg, wo rund um den Hauptbahnhof in den Bars und Kneipen das Leben tobt, und dem immer noch dörflichen und verschlafenen Finkenwerder auf der anderen Seite des Stroms. Als besonders spannend gilt das einst verrufene Billstedt, das sich dank vieler sozialer Initiativen und Projekte immer mehr zu einer Perle mausert.


Hamburg-Mitte
Einwohner: 301.546
Fläche: 142,3 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 66,2 Quadratmeter
Pkw: 77.906
19 Stadtteile: Hamburg-Altstadt, Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk (Exklave), Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof und Wilhelmsburg


 

Bezirk Wandsbek

 

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Rund 440.000 Menschen wohnen in Wandsbek. Das sind mehr als in jedem anderen der sieben Hamburger Bezirke. Liegt nicht zuletzt daran, dass diese Verwaltungseinheit auch die Walddörfer umfasst, die schon seit dem Mittelalter zu Hamburg gehören. Zum Wohnen bietet Wandsbek so ziemlich alles.

In Duvenstedt etwa finden sich weitläufige Grundstücke mit großzügigen Einfamilienhäusern und charmante Reetdach-Katen. Es gibt sogar einen wöchentlicher Bauernmarkt. Rund um den Wandsbek Markt hingegen ist so richtig Großstadt angesagt. Es gibt jede Menge Geschäfte, Gastro und das Einkaufszentrum Quarree. Nicht weit entfernt ist Bramfeld, der bevölkerungsreichste Hamburger Stadtteil, der dicht bebaut ist. Dort wird nicht nur in den einst als Problemviertel gesehenen und heute sanierten Hochhäusern von Steilshoop gewohnt, sondern auch in kleinen Stadthäusern. Ein Beleg dafür, wie viel Abwechslung der Nordosten der Stadt bietet.

Es gibt insgesamt 18 Stadtteile, die sich über knapp 150 Quadratkilometer verteilen. Anerkannt als eigenständiger Teil Hamburgs ist Wandsbek erst seit knapp 70 Jahren. Durch die Bombenangriffe von 1943 wurde der Bezirk stark in Mitleidenschaft gezogen, das hat den Charakter geprägt. Nach dem Krieg musste vieles schnell wieder aufgebaut werden, denn die hier lebenden Arbeiter brauchten dringend Wohnungen. Vor allem Rahlstedt und Farmsen-Berne sind noch stark von Nachkriegs- bauten geprägt. Wenn man genau hinsieht, ist der Bezirk allerdings auch überdurchschnittlich grün. In Wandsbek gibt es drei Naturschutzgebiete, zwei Moore und etliche Parks.


Wandsbek
Einwohner: 441.015
Fläche: 147,5 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,7 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 173.270
18 Stadtteile: Bergstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Eilbek, Farmsen-Berne, Hummelsbüttel, Jenfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Marienthal, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop, Tonndorf, Volksdorf, Wandsbek, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt


 

Bezirk Hamburg-Nord

 

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mitten in der Stadt, jede Menge Schulen und Kitas, coole Restaurants, prima Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – das ist der Bezirk Nord. Plus Alster. Die ist hier allgegenwärtig. Fließt an den funktionalen Backsteinbauten Fritz Schumachers ebenso vorbei wie an den Villen der Millionäre und Fußballprofis, die sich das schicke Eppendorf als Zuhause gewählt haben.

Im Zentrum des 58 Quadratkilometer großen Bezirks findet sich der Stadtpark mit seinen knapp 150 Hektar. Dort holt Hamburg Luft. Es gibt Spielplätze, Festwiesen, den Badesee, Grillplätze, botanische Anlagen und viel Gastro, wie etwa das Landhaus Walter mit seinem urigen Bluesclub. Die Stadtteile Eppendorf, Hoheluft und Winterhude mit ihrem vielen Jugendstil, den edlen Boutiquen, Cafés und dem grandiosen Holthusenbad gehören zu den gefragtesten und teuersten Wohngegenden Hamburgs. Barmbek war mal klassisches Arbeiterviertel, wird aber immer szeniger. Vor allem bei jungen Leuten ist der Stadtteil mit dem kultigen Kulturzentrum Kampnagel beliebt. Denn hier sind die Mieten noch halbwegs erschwinglich.

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das gilt noch mehr für die nördlichen Stadteile des Bezirks. Langenhorn und Fuhlsbüttel haben sich zudem einen dörflichen Charakter bewahrt. Und derzeit wird viel gebaut im Bezirk Nord. So etwa in Winterhude, wo mit dem Pergolenviertel ein ganzer Stadtteil mit 1.400 Wohnungen und nachhaltigem Konzept entsteht. In Eppendorf sind kleinere Flächen im Fokus, es wird vor allem nachverdichtet. Etwa im Bereich zwischen Salomon-Heine-Weg und Meenkwiese. Insgesamt leben derzeit etwas mehr als 300.000 Menschen im Bezirk Nord.


Nord
Einwohner: 314.595
Fläche: 157,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 14,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 68,7 Quadratmeter
Pkw: 98.690
13 Stadtteile: Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hohenfelde, Hoheluft- Ost, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst und Winterhude


 

Bezirk Eimsbüttel

 

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Rund um die erst vor wenigen Jahren umgebaute Osterstraße schlägt das Herz von Eimsbüttel. Es gibt jede Menge Boutiquen, schnuckelige Cafés und eines der letzten großen Kaufhäuser. Der mit rund 50 Quadratkilometern kleinste Bezirk Hamburgs hat sich gemausert und zählt gerade bei jungen Menschen zu den beliebtesten Wohnorten in der Stadt. Kein Wunder, können die aktuell 265.000 Menschen, die in einem der neun Stadtteile leben, sich doch an vielen Parks, einem üppigen gastronomischen Angebot, vielen Schulen und Kitas sowie einer prima ausgebauten Infrastruktur mit Bundesstraßen und U-Bahn erfreuen.

In Eimsbüttel gibt es wohlhabende Ecken wie Rotherbaum und Harvestehude, aber auch alternative Viertel und reine Wohngebiete wie Stellingen und Schnelsen, wo die Mieten noch nicht ganz so stark angezogen haben wir etwa in den Altbauten zwischen Heußweg und Generalsviertel. Ein besonderer Hingucker sind die 60 Hochhäuser der Lenzsiedlung, die Mitte der 1970er-Jahre gebaut wurden. Damals waren die modernen Wohnungen begehrt. Dann folgte der Abstieg, doch dank sozialer Projekte und vergleichsweise günstiger Mieten ist das Quartier heute wieder angesagt.

Nicht weit entfernt, in Blickrichtung Hagenbeck, wird aktuell viel neu gebaut. Und auch die Planungen für die Umgestaltung des Beiersdorf-Geländes laufen. Zwischen Unnastraße und Quickbornstraße, wo heute noch die alte Konzernzentrale des Unternehmens Beiersdorf beheimatet ist, sollen voraussichtlich ab 2022 Wohnhäuser hochgezogen werden. 900 Wohnungen werden entstehen. Eimsbüttel, das seit 1894 zum Hamburger Stadtgebiet gehört, wächst also. Und vielleicht ziehen ja künftig auch mehr Familien zu, deren Anteil liegt bislang nur bei 16 Prozent.


Eimsbüttel
Einwohner: 267.053
Fläche: 49,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,6 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 76,3 Quadratmeter
Pkw: 90.082
9 Stadtteile: Eidelstedt, Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Rotherbaum, Schnelsen und Stellingen


 

Bezirk Bergedorf

 

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Bergedorf ist grün. Und Bergedorf ist blau. An Natur mangelt es in Hamburgs Osten mit seine Wäldern, Seen und der verträumten Dove Elbe wahrlich nicht. Der Bezirk im Südosten der Hansestadt ist auf der Höhe der Zeit und atmet trotzdem Geschichte. Auf knapp 155 Quadratkilometern haben rund 130.000 Menschen ihr Zu- hause. Sie leben in ländlicher Idylle oder im Stadtteil Bergedorf, der geschäftig ist und viel zu bieten hat – etwa einen Besuch der ältesten Gaststätte Hamburgs, Ausflüge zum einzigen Schloss Hamburgs und zur restaurierten Mühle. Relaxen im Bille-Park und auf eine Shoppingtour in die beliebte Einkaufsstraße Sachsentor. Theater, Kunst und das überregional bekannte Kulturzentrum LOLA – das alles ist Bergedorf, das als vergleichsweise modern durchgehen darf.

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Denn in dem Bezirk leben überdurchschnittlich viele junge Erwachsene und unterdurchschnittlich wenig Bürger über 65 Jahre. Das liegt vielleicht auch an der Melange aus viel Natur und dennoch der Nähe zur Metropole. Die Hamburger Innenstadt ist nur zehn S- Bahn-Minuten entfernt, obwohl die Bergedorfer von Äckern und Wäldern umgeben sind. Für coole Kultur muss aber niemand unbedingt in die City reisen. Die drei Kilometer nach Allermöhe etwa tun es zuweilen auch. Dort pilgern im Sommer viele zum Eichbaumsee, um das Festival Wutzrock zu besuchen. Wenn sie nicht grad mit dem Fahrrad am Moorfleeter Deich unterwegs sind. Oder im zauberhaften Kirchwerder.


Bergedorf
Einwohner: 130.260
Fläche: 154,7 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 22,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 50.878
14 Stadtteile: Allermöhe, Altengamme, Bergedorf, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet, Neuallermöhe, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg


 

Bezirk Harburg

 

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Der Bezirk Harburg hat 17 Stadtteile – und einen Hafen. Einen eigenen wohlgemerkt, da legen die Menschen hier Wert drauf. Zwar nicht so groß wie der Hamburger, dafür aber sehr beschaulich. Und einst Heimat für den 2017 verstorbenen Country-Sänger und Lebemann Gunter Gabriel. Der hatte hier sein ziemlich runtergewirtschaftetes Hausboot liegen, bevor Fynn Kliemann und Olli Schulz sich entschieden, auf dem Kahn klar Schiff zu machen.

Rund um den Binnenhafen hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt interessante Wohnprojekte, viele Gebäude wurden dem Denkmalschutz entsprechend saniert. Und Firmen haben sich angesiedelt. Geht es um Gewerbe, ist Harburg eh ein Hotspot. Beiersdorf ist in Hausbruch vertreten, die zur Continental gehörenden Phoenix Gummiwerke im Stadtteil Harburg. Und auch die Carlsberg-Brauerei ist seit 2019 im Bezirk beheimatet. Harburg ist mit einer guten Verkehrsanbindung ausgestattet, hat eine eigene Universität mit angeschlossener Bibliothek und nicht zuletzt den Elbcampus, ein Bildungszentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Knapp 170.000 Menschen leben mittlerweile im knapp 125 Quadratkilometer großen Bezirk, zu dem ländlichere Gebiete wie Neugraben-Fischbek und Marmstorf gehören. Auch das als Tor zum Alten Land geltende Cranz ist noch Teil der Verwaltungsgemeinschaft. Im Gegensatz zu den urbanen Stadtteilen wie Harburg-City gibt es hier noch Hofläden, Obstplantagen und Fachwerk zu sehen.


Harburg
Einwohner: 169.426
Fläche: 125 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 29,2 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 77,5 Quadratmeter
Pkw: 56.389
17 Stadtteile: Altenwerder, Cranz, Eißendorf, Francop, Gut Moor, Harburg, Hausbruch, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Moorburg, Neuenfelde, Neugraben-Fischbek, Neuland, Rönneburg, Sinstorf und Wilstorf


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Gefunden: Das Glück am Rand

Laut, quirrlig und manchmal ganz schön hektisch – das ist Hamburg City. Doch dort, wo die Stadt ausfranst, geht es sehr viel ruhiger zu. Manchmal fast schon dörflich, was Vor- und Nachteile haben kann. Drei Stadtflüchtige erzählen, wie es ist, Schanze, St. Pauli und Wilhelmsburg gegen Bergedorf, Niendorf Nord und Poppenbüttel einzutauschen

Protokoll: Erik Brandt-Höge, Ulrich Thiele & Anna Meinke
Fotos: Erik Brandt-Höge & Jérome Gerull

 

 

Jessica: Vom Kiez nach Niendorf

 

Jessica Ness hat es aus dem lauten, bunten St. Pauli ins beschauliche Niendorf Nord verschlagen. Was hat der Kulturschock mit ihr gemacht?

hamburg-bewohner-jessi-c-jerome-gerull

Einst war er „The King Of The Kiez“, jetzt stolziert Duke durchs Ohmoor (Foto: Jérome Gerull)

„Ich bin 2014 in eine WG auf ’n Kiez gezogen. Mein Mitbewohner war DJ in einer Strip-Bar, deswegen sind bei uns immer ziemlich viele lustige Sachen passiert. Die Stripperinnen haben oft bei uns übernachtet. Wenn ich von einer Nachtschicht nach Hause kam, kam es schon mal vor, dass eine mir wildfremde Person in Reizwäsche am Küchentisch saß. Da habe ich nur ‚Moin‘ gesagt und das war’s, ich war das ja gewohnt. Mein Hund Duke ist auf dem Kiez groß geworden und dort durch die Gegend stolziert wie der King Of The Kiez. In dem Stripclub haben sie sogar eine ‚Duke Box‘ mit Snacks für ihn installiert. Immer, wenn ich mit ihm unsere Abendrunde gegangen bin, wollte er deswegen direkt in den Stripclub. Ich habe direkt neben dem Moondoo gewohnt. Nachts hat man die Touristenansammlung auf dem Kiez, aber durch den Alltag ist St. Pauli doch wie ein Dorf. Man ist dann schnell per Du mit dem Dönermann von nebenan oder mit Olivia Jones.

Ich war jahrelang OP-Krankenschwester im AK Altona. Irgendwann geriet ich in einen ethischen Konflikt, als ich gemerkt habe, wie sehr es im Gesundheitswesen ums Geld geht. Deswegen wollte ich mein Geld mit etwas Positivem verdienen und meinen Beruf mit meiner großen Leidenschaft verbinden: Musik. Zuerst habe ich im Docks / Prinzenbar am Tresen gearbeitet, konnte mich aber schnell hocharbeiten und durfte mich weiterbilden und mich um die Abrechnungen und das Personalmanagement kümmern.

 

Aus dem Krankenhaus zur Musik

 

Im Docks waren sehr viele facettenreiche Konzerte. Von Skunk Anansie bis hin zu HipHop konnte ich da alles Mögliche sehen und manchmal auch die Stars im Backstage erleben. Zum Beispiel Liam Gallagher. Er war Secret Act beim Reeperbahn Festival, und alle hatten sie Angst, man kennt ja die Geschichten über ihn. Dass er schon mal alles stehen und liegen lässt, wenn ihm etwas nicht passt. Aber bei uns fand er’s wohl gut, er war ganz entspannt und hat sich einfach mal zu uns hingestellt und mit uns eine geraucht.

Woran ich momentan oft denken muss: Auf dem Kiez war ich jeden Tag mit dem Leid der Obdachlosen konfrontiert. Ich mache mir heute noch oft Gedanken, wie sie zurechtkommen, gerade jetzt in der Corona-Zeit. Neulich war ich auf dem Kiez und habe einen alten Bekannten wiedergesehen. Er sah echt übel aus. Die ganzen Touristen sind ja momentan nicht da, wie sollen sich die Obdachlosen da ihr Geld zusammenschnorren?

 

Loyalität und Nachtschichten

 

Meine Chefin im Docks war zum Glück sehr loyal und hat geholfen. Ich war ja wie gesagt für die Personaleinstellung zuständig. Einen Obdachlosen habe ich kennengelernt, weil unsere Hunde immer miteinander gespielt haben. Dem ging es ganz schlecht, deswegen habe ihn gefragt, ob er mal zur Probe arbeiten möchte bei uns. Letztlich hat er jahrelang im Docks gearbeitet und sich auch hochgearbeitet, er ist auf einen Bauplatz gezogen und konnte seinen Alltag regeln. Und er hat sogar noch einen obdachlosen Freund mit ins Boot geholt. Für diese beiden ging es zumindest gut aus.

Die Zeit im Docks war aufregend, aber auch anstrengend. Nachtschichten im Club sind wie im fünften Gang Auto zu fahren: Es macht Spaß, aber du merkst irgendwann gar nicht mehr, dass du nonstop im fünften Gang fährst. Die Nachtschichten gingen manchmal 18 Stunden. Wenn ich um 10 Uhr morgens nach Hause kam, war ich völlig platt, konnte mich aber kaum erholen, weil es um 17 Uhr wieder losging. An Wochenenden hatte ich das Gefühl, so viel zu arbeiten, wie andere in der gesamten Woche.

Auf dem Kiez habe ich meinen jetzigen Freund kennenlernt, er hat damals in der Villa Nova gearbeitet. Wir sind zusammen in eine Wohnung über dem Docks gezogen. Eines Tages hatten wir einen Schlüsselmoment. Wir sind zusammen mit Duke an einem Montag bei strahlendem Sonnenschein mit einem Eis in der Hand über den Hamburger Berg gelaufen. Duke ist die ganze Zeit durch Scherben gelaufen und wir hatten die Gerüche allermöglichen Exkremente in der Nase – da dachten wir uns plötzlich: Wollen wir das überhaupt noch? Wollen wir nicht zusehen, dass wir ins Grüne kommen, für den Hund und für uns? Außerdem sind die Mieten auf dem Kiez so hoch, aber wofür eigentlich? Für Lärm und Dreck?

 

Glück im Norden der Stadt

 

Niendorf Nord war Zufall. Wir haben uns in ganz Hamburg beworben, was nicht so einfach ist mit einem japanischen Akita-Husky-Mix. Ich wusste damals nicht mal, wo Niendorf liegt. Aber als ich hierherkam, habe ich mich sehr schnell wohl gefühlt, weil es so ein grüner, ruhiger Stadtteil ist. Im Vergleich zum Kiez ist hier alles entschleunigt und die Luft ist frischer. Egal in welche Richtung ich gehe, es gibt überall grüne Flächen, Wälder und dann ist da noch das Ohmoor.

2018 sind wir hierhergezogen. Ich habe zu der Zeit noch auf dem Kiez gearbeitet und bin immer 30 Minuten mit der U-Bahn gependelt. Irgendwann ergab sich die Möglichkeit, in meinen alten Beruf zurückzukehren. Jetzt arbeite ich in der ambulanten Pflege in Niendorf. Gerade jetzt, wo die Kulturlandschaft brach liegt, bin ich natürlich besonders froh über meine Entscheidung.

Manchmal fehlt es mir aber, nicht einfach um 22 Uhr kurz vor die Tür zu gehen und ein Bier zu trinken. Hier sagen sich Hase und Igel Gute Nacht. Hier ist es manchmal auch etwas spießiger. Auf dem Kiez ist das Leben sehr tolerant, man lässt sich so sein, wie man ist. In Niendorf habe ich mich schon mit meckernden Rentnern angelegt. Ich bin halt eher der Typ ‚Leben und leben lassen‘.“

 

Christian: Von der Schanze über Poppenbüttel nach Sasel

 

Nach Jahren in Szenevierteln zog es Christian, 52, raus nach Poppenbüttel, später nach Sasel. Der Kinder wegen. Mittlerweile genießt er den Dorfcharakter draußen – und findet die Schanze zu schnelllebig.

Die Anpassung an den Stadtrand ging schneller als gedacht; Foto: Erik Brandt-Höge

Die Anpassung an den Stadtrand ging schneller als gedacht; Foto: Erik Brandt-Höge

„Ich kam 1993 während des Studiums von Essen nach Hamburg. Studiert habe ich an der TU in Harburg, gewohnt habe ich zuerst in Ottensen, kurz darauf aber auch in allerhand anderen Stadtteilen. Chronologisch aufgezählt: Altona, noch mal Ottensen, St. Pauli, Hamm, Wilhelmsburg, Schanze. Irgendwann war ich verheiratet, hatte ein Kind, und als das zweite unterwegs war, wollten meine damalige Frau und ich raus aus der Stadt. Wir hatten keine Lust, vor jedem Spielen in der Buddelkiste im Schanzenpark den Sand zu durchkämmen und Spritzen rauszuholen. Nein, die Kinder sollten im Grünen aufwachsen. Wir haben auch relativ günstig ein großes Haus mit Garten in Poppenbüttel bekommen. Das war 2006. Die Anfangszeit dort war zugegebenermaßen nicht so leicht, einfach, weil ich mich schon noch als Städter fühlte – und als großer Fan von St. Pauli war der Weg zum Stadion auch nicht mehr der kürzeste. Die Anpassung an den Stadtrand ging dann aber doch schneller, als gedacht, allein, weil wir gesehen haben, wie wohl sich die Kinder in der neuen Umgebung fühlten. Für sie war es in Poppenbüttel von Anfang an super. Und ich fühlte mich auch immer mehr zu Hause.

Nach einiger Zeit, als ich mal wieder in die Schanze fuhr, hatte ich plötzlich dort Schwierigkeiten, zurechtzukommen. Ich konnte gar nicht mehr so schnell realisieren, was alles um mich herum passierte. Ich merkte, wie wuselig, hektisch und anstrengend es da eigentlich sein kann. Da fand ich das ruhigere, langsamere Leben oben am Rand doch besser. Und während ich in meinen ersten Hamburg-Jahren die Anonymität mitten in der Stadt voll genossen habe, habe ich draußen auf einmal den Dorfcharakter zu schätzen gelernt. Also, dass man auf der Straße oft Leute sieht, die man kennt, und mit denen man auch mal kurz schnacken kann. Brauche ich nicht unbedingt, mag ich aber.

 

Eine Trennung und es geht weiter

 

Nach der Trennung von meiner Frau bin ich nach Lemsahl-Mellingstedt gezogen, also am Rand geblieben, und später, mit meiner jetzigen Ehefrau, nach Sasel. Hier haben wir eine schöne Maisonette-Wohnung mit Balkon und Gemeinschaftsgarten. Wir wohnen unten, die Kinder oben. Die Gegend ist toll! Wir sind schnell in Bergstedt, auch im Naturschutzgebiet Hainesch-Iland. Es ist echt schön, wenn wir mit unserem Hund rausgehen und ziemlich fix in einem Waldgrundstück landen können. Einzig fehlt mir die Kneipenkultur. Es gibt hier keine gute Kneipe! Eine Handvoll Restaurants, ja, aber sonst: nichts.

Die Kinder hingegen vermissen nichts. Die haben noch nie gesagt, dass sie ins Zentrum wollen. Für sie ist das hier die Stadt. Sie haben hier ihre Schule, ihre Freunde, ihren Sportverein – und ihren Rechner. Und sie gehen ja auch noch nicht aus. Den Kiez kennen sie gar nicht. Wenn sie groß sind, könnte ich mir vorstellen, auch mal wieder weiter reinzuziehen. Aber mit ‚rein‘ meine ich dann eher einen Stadtteil wie Barmbek.“

 

Marlen: Von Wilhelmsburg nach Bergedorf

 

Mit Kind und Kegel zog Marlen, 30, vor etwa einem Jahr von Wilhelmsburg an den Stadtrand – nach Bergedorf. Trotz des kleinbürgerlichen Einheitsbrei-Charakters der neuen Nachbarschaft fühlt sich die junge Familie in ihrem nun größeren Zuhause wohl

Fühlt sich manchmal wie „in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen“ an: Marlen

Fühlt sich manchmal wie „in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen“ an: Marlen

„In Wilhelmsburg lebt die ganze Welt. Das habe ich so an unserem alten Wohnort geliebt. Da gibt es keinen Elitarismus, keine Blasenbildung. Menschen verlagern ihr Leben auf die Straße, es ist trubelig, bunt und laut. So schön es in Willi auch war – für meinen Sohn Piet wünsche ich mir ein geschützteres Umfeld und die bestmöglichen Startvoraussetzungen für sein Leben. Unser neuer Lebensmittelpunkt in Bergedorf ermöglicht ihm ein sicheres – und uns als Eltern ein entspannteres – Aufwachsen. Es gibt viele Spielplätze, es ist grün, der Wald ist in greifbarer Nähe, und wenn mein Kind vor die Tür tritt, muss ich nicht ständig Angst haben, dass es überfahren wird. Wenn ich so etwas sage, komme ich mir manchmal echt spießig vor. Wäre unsere Zweizimmerwohnung in Wilhelmsburg nicht so klein gewesen, hätte ich mir sogar vorstellen können, weiterhin dort zu leben. Auch mit Kind. Aktuell lerne ich, natürlich auch die Vorzüge des Stadtrands zu schätzen. Ich sage Stadtrand, fühle mich aber gar nicht unbedingt, als würden wir extrem weit außerhalb wohnen. Bis man so richtig auf der Kuhwiese steht, muss man von unserem Zuhause aus noch mindestens zwei bis drei Kilometer fahren. Unsere Wohnung in Bergedorf liegt in der Fußgängerzone und ist daher keineswegs ab vom Schuss.

 

Bergedorf: Eine Stadt am Stadtrand

 

Aus dem Fenster schaue ich auf einen kleinen Stadtkern. Ich bekomme manchmal das Gefühl, als befände ich mich in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen, so niedlich sieht es hier aus. Und das machen nicht nur die Häuser und Straßen, sondern auch die Menschen: Ständig entdecke ich Straßenmusiker. Die spielen hier nicht nur Gitarre, nein, sie spielen Cello, Querflöte oder Geige. Alles in allem lebt es sich hier in Bergedorf also sehr gut, wenngleich mir das Leben hier von Zeit zu Zeit ein wenig glatt gebügelt vorkommt. Auch sind die Menschen hier nicht sehr divers. Man bleibt unter sich und fühlt sich wohl in seiner ‚Bergedorf-Blase‘. Ich sehe diese Entwicklung jedoch kritisch, weil ich es schade fände, sollten irgendwann nur noch Menschen aus den gleichen sozialen Milieus in ihren jeweiligen Vierteln zusammenleben. Da bleiben der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen komplett auf der Strecke. Und Wohnungen in der Innenstadt, in der Schanze oder in St. Georg, wären Menschen mit viel Geld vorbehalten. Zum Glück hatten wir nicht den Anspruch, im Zentrum zu wohnen. Denn eine solche Wohnung, wie wir sie jetzt in Bergedorf haben, hätten wir uns in besagten Stadtteilen niemals leisten können. Die Entscheidung, wohin wir umziehen, wurde uns dadurch sogar erleichtert: Aufgrund der Mietpreise kamen eben nur bestimmte Lagen infrage. Hier in Bergedorf zahlen wir für eine wunderschöne Altbauwohnung mit Stuck, Holzfußboden und hohen Decken gerade einmal zehn Euro pro Quadratmeter. Und wir haben so viel Platz!

Der Unterschied zwischen einer Zweizimmerwohnung und einer Viereinhalbzimmerwohnung ist schon erheblich. Sogar so erheblich, dass wir uns vorstellen könnten, die nächsten zehn Jahre hier am Stadtrand zu bleiben. Auch infrastrukturell ist Bergedorf gut aufgestellt: Vom Zahnarzt, über den Hausarzt, bis hin zum Frauenarzt gibt es alles in unmittelbarer Nähe. Da schneidet unser neuer ‚Rand-Wohnort‘ also vergleichsweise gut ab. Auch Kitas gibt es wie Sand am Meer – viele Kinder bedeuten eben auch viele Kitas. Für Piet haben wir sehr schnell einen Platz gefunden. Ja, wir haben uns hier gut eingelebt, würde ich sagen. Sollte es uns hier eines Tages zu langweilig werden, gehen wir halt zurück. Vorausgesetzt wir finden dann noch eine bezahlbare Wohnung.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Gabriel: „Freue dich, dass du lernen kannst!”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Gabriel begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich bin alt geworden, schon 50 Jahre. Jeden Tag stehe ich um sieben Uhr auf, mache meinen Kindern Frühstück, bringe meinen Sohn in den Kindergarten, fahre nach Hause, meistens mache ich noch Sport, esse schnell und gehe dann zur Arbeit. Jeden Tag.

Ich liebe meine Arbeit. Ich arbeite immer schon. Seitdem ich ein Kind bin, um genau zu sein. Damals habe ich noch in Ghana gelebt und meine Eltern mussten mich früh von der Schule nehmen, weil sie es sich nicht mehr leisten konnten. Also habe ich angefangen als Mechaniker zu arbeiten. Als Kind denkst du anders, da habe ich Ghana und mein Leben dort geliebt. Mit dem Alter habe ich dann gemerkt, dass es in Ghana für mich nicht weitergehen kann.

1989 bin ich in Frankfurt angekommen. Ich dachte damals, jetzt beginnt ein neues Leben. Neues Land, neue Sprache, neue Arbeit. Nach einem Jahr wurde ich abgeschoben und zurück nach Afrika geschickt. Die haben mir gesagt, in Ghana gäbe es keinerlei Probleme.

 

„Wir sehen uns nur alle paar Jahre”

 

Ich habe es schließlich nochmal versucht. Es ist eine lange Geschichte, aber nach ewigem Hin und Her und ständigem Warten, hatte ich meine Papiere und heute bin ich deutscher Staatsbürger.

Ich habe drei Kinder hier in Deutschland und eine Tochter in Ghana. Sie ist jetzt 26 und hat IT studiert. Wir sehen uns nur alle paar Jahre, wenn ich mal dort bin. Sie würde am liebsten auch nach Deutschland gehen, es gibt aber kaum eine Chance. Auch meine Eltern waren noch nie hier. Mein Papa ist jetzt 86, meine Mama 84. Manchmal vermisse ich sie sehr.

Trotzdem weiß ich, dass es richtig war, nach Deutschland zu gehen. Einer meiner Söhne geht mittlerweile auf die Stadtteilschule. Ich sage ihm immer: ‘Geh dort hin und freue dich, dass du lernen kannst!’ Es ist so eine große Chance. Ich konnte das irgendwann nicht mehr, sondern habe als Kind angefangen, als Mechaniker zu arbeiten.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Irish Pub „Shamrock“: Das Aus nach fast 39 Jahren

Der Irish Pub im Karolinenviertel muss einem neuen Wohnhaus weichen – das Ende eine Ära

Text: Felix Willeke

 

Fußball und Guinness gehören nicht nur für britische Fans zusammen. Viele haben auch die Auswärtsspiele der Hamburger Vereine jahrelang bei einem kühlen Pint im „Shamrock“ genossen. Seit 1982 gibt es den Irish Pub an der Feldstraße, damit ist jetzt Schluss. Am 28. und 29. Juni 2021 öffnet der Pub das vorerst letzte Mal nach fast 39 Jahren seine Türen. An beiden Abenden wird es nur Bier aus der Flasche zum Fußball geben, ehe im Juli die Bagger anrollen.

Hier, wo von einer „Baulücke“ mit nur einstöckiger Bebauung gesprochen wird, soll ein Wohnhaus entstehen. Pub-Inhaberin Lindsay Bennett sagte der Hamburger Morgenpost, dass es möglich gewesen wäre, mit dem „Shamrock“ in den Neubau des Immobilienunternehmens Otto Wulff einzuziehen, die Lärmschutzauflagen seien für sie und den Pub aber nicht zu erfüllen gewesen, finanziell wie ideell.

Bennett sucht jetzt nach einer neuen Location, am liebsten im Karolinenviertel oder auf der Schanze.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Katja Ruge: „Es kitzelt unter den Füßen“

Katja Ruge ist Fotografin, DJ und Musik­ produzentin und vor Co­rona mit ihrer Partyreihe „Kann denn Liebe Synthie sein“ aus dem Nachtleben kaum wegzudenken. Im Interview spricht sie über das neue Fe*male Rap Project, aktuelle Veröffent­lichungen und Bunker­ Bauarbeiten

Interview: Ole Masch

 

SZENE HAMBURG: Katja, welches deiner vielen Standbeine ist am meisten von der Pandemie betroffen?

Katja Ruge: Natürlich alles, aber DJing fällt außer in Livestreams natürlich komplett flach. Meine letzte Veranstaltung war im Golden Pudel Club mit The Emperor Machine am 7. Februar 2020. Zudem habe ich im Sommer auf einem 50-Leute-Festival draußen gespielt. Wir haben dann insbesondere letztes Jahr viel Zeit im Studio verbracht.

Seit wann machst du selber Musik?

Vor einigen Jahren wollte ich meine DJ-Sets pimpen. Ich spiele viele ältere Musikproduktionen und diese waren oft etwas schwach gegenüber den zum Teil überproduzierten Songs heute. Um das auszugleichen habe ich sie unterfüttert mit Drums, Bass und Flächen. Das hat Frank Husemann mit mir aufgenommen und dann kam von einer Freundin die Anfrage: „Könnt ihr da nicht einen Remix machen?“ Und so saßen Frank und ich auf einmal im Studio.

Wir sind gut eingespielt, es gibt keinen Druck, wir treffen uns, wenn wir Zeit und Lust haben ‒ außer es gibt eine Deadline für einen Remix wie zum Beispiel neulich für Erasure.

Im Mai erscheint dein neuestes Release „Bunker“ …

Wir sind zwei und agieren als „Can Love Be Synth“. Das ist mir sehr wichtig, denn ohne meinen Kumpel Frank Husemann könnte ich das nicht bewerkstelligen. Ihm gehören die Maschinen zusammen mit Sunny Vollherbst vom Synthesizerstudio Hamburg im Feldstraßen-Bunker. Wir haben dort die Bauarbeiter vor unserem Studiofenster aufgenommen.

Mich hat es total an frühen Industrial, an Einstürzende Neubauten oder Depeche Mode erinnert. Und so wurde schnell ein Song draus, mit Remixes von Terr, Richard Fearless und quadratschulz.

 

Neue Projekte

 

Wie stehst du zu den Bauarbeiten am Bunker?

Ach, es ist mal wieder so ein Ego- Stadt-Projekt ohne das Viertel und die Gegebenheiten wirklich einzubinden. Ein Hotel, ehrlich? Das ist wirklich das Letzte, was Hamburg braucht. Eine Mehrzweckhalle lasse ich mir gerade noch gefallen, aber hat man den Verkehr bedacht, der zusätzlich zu dem Dom und anderen Veranstaltungen zu verkraften ist?

Eine Gedächtnisstätte ist ja wohl geplant. Längst überfällig. Aber ob wirklich begrünt wird und wir nachher alle dort Zeit verbringen dürfen, so direkt unter dem Hotelfenster? Stichwort „Zeit verbringen“.

WIKIRIOT-credit-katja-ruge

Teil des Fe*male Rap Projects: Wikiriot (Foto: Katja Ruge)

Hat Corona zu neuen Projekten geführt?

Auf jeden Fall. Mein Treffen über Rockcity e. V. mit Rapper*in Finna, ist sehr fruchtbar. Nicht nur, dass ich eine Freundin dazu gewonnen habe, sondern wir machen zusammen das Fe*male Rap Project.

Worum geht es da?

Wir wollen die Sichtbarkeit und das Empowerment für FLINTA* im Rap schaffen! (Anm. d. Red.: Frauen, Lesben, Inter-, non-binäre, Trans- und a-Gender-Menschen)

In Form von audiovisuellen Ausstellungen, Porträts und filmischer Dokumentation der queerfeministischen Rap-Bewegung wollen wir zeigen, dass das keine Phase oder Trend ist, sondern wunderbare und langfristige Realität! Bis dato sind Wikiriot, Joëlle, Rahsa und Mino Riot dabei.

Wie wählt ihr aus, wer mitmacht?

Ich verlasse mich da auf die Expertise von Finna und Mona Lina von 365 female* MCs. Beide sind in der Musik zu Hause, kennen die Künstler*innen zum Teil persönlich.

 

„Wenn es losgeht, geht es los“

 

Was planst du noch für 2021?

Mein anderes Fotoprojekt „Electric Lights“ geht weiter. Dort treffe ich mich mit Elektroniker*innen wie JakoJako, Amelie Lens, Afrodeutsche und vielen mehr. Ich porträtiere sie, diese Bilder erscheinen mit einem Interview, um das sich Journalist Thomas Venker vom Kaput Magazin kümmert.

Zudem erscheint im Mai die Maté von Frinks Drinks, die ich bebildern durfte. Vier Motive mit meiner Muse Madame Chloé. Die wunderbare Judith Holofernes hat einen Podcast mit mir gemacht für ihren Patreon-Account.

Und mit dem BFF (Berufsverband Freie Fotografen und Filmemacher e. V.) wird es eine Ausstellung geben mit dem Namen Aufschlag. In den Fenstern der Messehallen (10.6. bis 20.7.2021). Da bin ich natürlich dabei.

Glaubst du, dass du bald wieder eigene Veranstaltungen machen kannst?

Ich bin da ehrlich gesagt entspannt. Wenn es losgeht, geht es los. Und dann wird geplant. Ob es meine Partyreihe „Kann denn Liebe Synthie sein“ noch regelmäßig geben wird, da fühle ich rein, wenn es so weit ist. Aber es kitzelt ein wenig unter den Füßen.

instagram.com/katjaruge


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Shopping: 5 nachhaltige Adressen in der Sternschanze

Besonders in der Sternschanze gibt es einige Läden, die sich einem ökologisch-nachhaltigen Lebensstil verschrieben haben. Einen Mix aus fünf klimaschonenden Adressen hat SZENE HAMBURG hier gesammelt:

 

GLORE HAMBURG

 

Im bunten und vielfältigen Karoviertel findet sich seit Mai 2010 die Hamburger Filiale von Glore, einem Unternehmen, das sich auf Bio- und Fairtrade-Mode spezialisiert hat. Das Sortiment richtet sich sowohl an Frauen und Männer und wird nach hohen ethischen Ansprüchen ausgesucht.

Jedes Kleidungsstück wurde fair gehandelt und ökologisch nachhaltig produziert, einen Extrastempel gibt es noch für Stücke die vegan sind, also keinerlei tierische Bestandteile beinhalten.

Glore Hamburg
Marktstraße 31

 

LOCKENGELÖT

 

Schränke und Kommoden aus Ölfässern, Leuchten aus LPs, Eierbecher aus Skateboards und Kleiderleisten aus Büchern – Lockengelöt praktiziert Upcycling in seiner schönsten Form. Die Teile sehen nicht nur extrem stylish aus, sondern schenken Dingen, die sonst auf dem Müll gelandet wären, ein neues Leben.

Lockengelöt
Marktstraße 114

 

MERIJULA STORE

 

Merijula ist eine moderne und nachhaltige Lifestylemarke aus Hamburg. Kleidung und Accessories sind fair und nachhaltig produziert und leben von ihrem bunten und ungewöhnlichen Look.

Die einzelnen Buchstaben des Namens stehen für Werte, für die die beiden Founder Sarah und Julian einstehen: Magic, Education, Respect, Independence, Justice, Unity, Love, Art.

Merijula Store
Wohlwillstraße 24

 

GRÜNE FLORA

 

Das Team der grünen Flora macht sich regelmäßig auf die Suche nach neuen, ungewöhnlichen Pflanzen und verkauft nur regionale Blumen, die gerade Saison haben. Schön und nachhaltig!

Grüne Flora
Schulterblatt 79

 

MIMULUS NATURKOSMETIK

 

Eine besondere Auswahl an Naturkosmetik findet man in diesem stilvollen kleinen Laden mitten in der Schanzenstraße. Nicht nur die großen Marken, sondern auch kleine weniger bekannte Label und andere Schätze werden in das Sortiment aufgenommen, wie zum Beispiel plastikfreie Bio-Zopfgummis oder recycelbare Zahnbürsten für Kinder.

Nicht nur sind die Produkte biozertifiziert, aus nachhaltigem Handel und/oder vegan, man macht sich auch viele Gedanken um die Vermeidung von Plastikmüll und die Schonung von Tier und Umwelt. So ist unter einigen Produkten ein kleines Schild an das Regal geklebt, „No bad waste“, damit sofort ersichtlich ist, dass diese keinen oder nur recycelbaren Müll produzieren. Unbedingt mal reinschauen, sich beraten lassen oder einen Gutschein für eine besondere Person erstehen (die übrigens sehr niedlich bedruckt sind).

Mimulus Naturkosmetik
Schanzenstraße 39a


SZENE HAMBURG KAUFT EIN 2020 SZENE HAMBURG KAUFT EIN! 2020. Das Magazin ist seit dem 19. November 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Jetzt aber raus: Open-Air-Kultur in Hamburg

Nach #stayathome gibt es endlich wieder Live-Events, die besucht werden dürfen – im Freien und mit Abstand

Texte: Michelle Kastrop

 

AUTOKINO AUF DEM HEILIGENGEISTFELD

 

Nicht nur für Nostalgiker: Wer sich mehr Privatsphäre wünscht, als ein klassischer Kinosaal hergibt, kommt diesen Sommer voll auf seine Kino-Kosten. Denn: Die Autokino-Kultur ist zurück! Dank der Corona-Beschränkungen erlebt sie eine Renaissance.

Auf dem Heiligengeistfeld etwa zeigen die Zeise Kinos mit dem Format „Bewegte Zeiten – Das Autokino“ täglich Filme aus verschiedenen Genres. Pro Auto muss ein Ticket erworben werden, das je nach Besatzung zwischen 24 und 42 Euro kostet. Popcorn gibt’s natürlich auch vor Ort.

Bewegte Zeiten: Heiligengeistfeld (St. Pauli)

 

FISCHHALLE HARBURG

 

Das Projekt des Hafenmusikers Werner Pfeifer ist zur kulturellen Wohlfühloase im Harburger Binnenhafen geworden. Die Fischhalle Harburg wurde vor über 100 Jahren erbaut und erstrahlt heute im rustikal-maritimen Schick. Im Sommer wird in dem kleinen Beachclub das „Corona Summer Night Open Air“ veranstaltet.

Am 4. Juli kommen Wohnschiffer, alteingesessene Bewohner, Besucher und Künstler ab 21 Uhr zusammen, und Holger „Hobo“ Daub spielt groovigen Blues. Tickets gibt es nur im Vorverkauf für 15 Euro, da die Sitzplatzanzahl aufgrund der Abstandsregel beschränkt ist.

Fischhalle Harburg: Kanalplatz 16 (Harburg)

 

SCHANZENKINO

 

Unter dem Sternenhimmel im Schanzenpark hinter dem Wasserturm laufen ab dem 18. Juli allerhand Top-Filme auf einer 128 Quadratmeter großen Leinwand. Diesen Sommer kommen alle Abenteurer und
Reiseliebhaber voll auf ihre Kosten.

Dafür sorgt die Filmauswahl, die unter anderem den Extremsportkurzfilm „E.O.F.T – European Outdoor Film Tour 2020“ und die Dokumentation „International Ocean Film Tour 2020 Vol. 7“ bereithält. Doch aufgepasst: Alle drei Wochen wird ein neues Programm veröffentlicht. Ein Ticket kostet 9 Euro, mit Ermäßigung 8 Euro.

Schanzenkino: Sternschanze 1 (Sternschanze)

 

GRILLEN IM SCHRØDINGERS MIT DER WAAGENBAU-CREW

 

Endlich wieder ein wenig Party-Flair in der Electro-Szene. Da tanzende, verschwitzte Massen in Clubs noch nicht wieder in Frage kommen, gibt es jetzt Grillpartys im Biergarten-Stil. Das Team vom Waagenbau hat im Schrødingers die Veranstaltung „BauBQ-Waagenbau-Soli-Grillung“ ins Leben gerufen. Dabei wird am Schanzenpark eine Auswahl an Speisen serviert – natürlich auch in vegetarischer und veganer Variante.

Da Beats und Bässe nicht fehlen dürfen, Live-Performances in diesem Rahmen aktuell aber nicht möglich sind, hat sich die Crew etwas ausgedacht. In ausreichender Entfernung vom Geschehen wird ein Live-Stream produziert, der auf dem BauBQ-Platz übertragen wird. Bei gutem Wetter findet die Sause jeden Donnerstag, Freitag und Samstag statt. Um auf dem Laufenden zu bleiben, lohnt sich ein Blick auf die beiden Facebook-Seiten der Veranstalter.

Schrødingers: Schröderstiftstraße 7 (Sternschanze)

 

LATTENPLATZ KNUST

 

Der sonnige Platz zwischen Karostar und alter Rinderschlachthalle ist dank lässi- ger Street-Art-Kulisse eh ein toller Ort fürs Feierabendbierchen. Da trifft es sich gut, dass das anliegende Knust wieder Open-Air-Live-Konzerte veranstaltet. Gestartet wird direkt am 1. Juli mit dem erfolgreichsten Format des legendären Schanzen-Ladens: den Hamburger Acoustics. Hierbei stehen drei talentierte Newcomer für jeweils 30 Minuten am Abend auf der Bühne. Ob Indie, Jazz, R ’n’ B oder Pop: Jeglicher Stil ist willkom- men. Die Tickets kosten 10 Euro zuzüg- lich Gebühren im Vorverkauf oder 15 Euro an der Abendkasse. Natürlich werden alle aktuell nötigen Hygienestandards eingehalten.

Knust Acoustics: Neuer Kamp 30 (Sternschanze)

 

AUTOKINO PINNEBERG

 

Seit dem 5. Juni hat Pinneberg ein neues Autokino. Damit wollen die Betreiber des „SchanzenKino73“ nicht nur Entertain- ment anbietet, sondern auch auf die kri- tische Situation der geschlossenen Ham- burger Kinos aufmerksam machen. Auf dem Pinneberger Marktplatz werden täg- lich abwechslungsreiche Filme gezeigt. Das Gelände bietet Platz für 200 Autos und hat zusätzlich einen Open-Air-Be- reich mit Bestuhlung für alle, die nicht mit einem Fahrzeug kommen. Tickets können online gekauft werden. Wichtig zu beachten ist, dass pro Person bezahlt wird. Ab der dritten Person können er- mäßigte Ticketpreise für 6,60 Euro ge- kauft werden.

Autokino Pinneberg: Marktplatz Pinneberg (Pinneberg)


Szene_Juli_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Clubluft schnuppern: Virtuelle 3D-Touren

In Zeiten von Corona steht auch das Nachtleben komplett still. Wer trotzdem Clubluft schnuppern möchte, kann dies bei virtuellen 3D-Touren tun. Der Kulturwissenschaftler Alwin Brehde archiviert Musikclubs mit einzigartiger Technik

Text: Mirko Schneider

 

Wenn Alwin Brehde (29) Lust auf einen Besuch des Fund­bureaus hat, muss er dafür nicht zur Sternbrücke fah­ren. Er schaltet einfach sei­nen Computer ein. Brehde greift aber nicht auf Bilder aus dem In­ternet zurück, sondern auf seine eigene virtuelle 3D­-Tour. Er ist Unternehmer, „Rundblick 3D“ heißt sein 2016 gegrün­detes Start­up. Werbeslogan: „Interaktive Besichtigung von realen Räumen in der virtuellen Welt.“

Durch eine einst in den USA für 5.000 Euro erstandene Spezialkamera mit eingebautem Motor wird 360­-Grad­Fotografie mit 3D­-Scans kombiniert. Auf diese Weise schafft Brehde ein begehbares, fotorealistisches Modell eines Raumes. Die Kamera dreht sich von ihrem Standpunkt aus im Kreis und nimmt 36 Einzelaufnahmen auf. Das Ergebnis sind im 3D-­Raum verortete Bilder von sehr hoher Qualität, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln, er stünde selbst im Raum. Brehde ist Pionier, sein Start­up war das erste mit dieser Technologie.

 

Bei der Arbeit: Alwin Brehde

Bei der Arbeit: Alwin Brehde

 

Plötzlich taucht beim virtuellen Rundgang durch das Fundbureau ein Hund auf – und ist ebenso schnell wieder weg. „Das ist der Geisterhund“, sagt Brehde und schmunzelt. „Beim Scannen werden in jedem Raum verschiedene Standpunkte eingenommen. Und in diesem Fall war der Hund bei einer der Aufnahmen für kurze Zeit im Bild und hat sich dann wieder woanders hingelegt.

 

„Musikclubs spielen für die Stadtkultur eine wichtige Rolle“

Alwin Brehde

 

Doch natürlich geht es dem studierten Kulturwissenschaftler nicht hauptsächlich um diese nette tierische Episode. Seine Brötchen verdient er durch verschiedene Aufträge. Er scannte bereits die Millerntor Gallery oder den Bunker unter dem Bismarck-Denkmal. Auch virtuelle 3D-Touren von Ferienhäusern bietet er an. Ein Musikclub wie das Fundbureau zieht ihn aber nicht aus monetären Gründen an. „Ehrlich gesagt, mache ich das in diesem Fall aus Idealismus“, sagt Brehde. „Als Kulturwissenschaftler interessiere ich mich sehr dafür, wie sich die Stadt Hamburg und besonders die Stadtkultur entwickelt. Für mich spielen Musikclubs dabei eine wichtige Rolle, das es sich um gewachsene Strukturen handelt, Orte die ihre eigenen Geschichten erzählen. Virtuelle Rundgänge können ein digitales Archiv für Erinnerungen sein, Räume der Vergangenheit bewahrt, durch die man buchstäblich hindurchgehen kann. Meiner Meinung nach sind auch Musikclubs kulturell schützenswert. Indem ich diese gefährdeten Orte virtuell archiviere, möchte ich auch die Arbeit des Clubkombinats und des Denkmalvereins unterstützen. Die Clubs Fundbureau, Astra Stube und Waagenbau sind ja gleichermaßen vom Abriss bedroht.“

Die Deutsche Bahn will die 1926 er­baute, altehrwürdige Sternbrücke abrei­ßen und neu aufbauen, da eine Sanierung nicht möglich sei. Aktuell besitzen die drei Kultclubs einen Mietvertrag bis Ende 2022. Eigentlich sollte schon Ende dieses Jahres endgültig Schluss sein, Ausweichstätten fanden sich bisher nicht. Wie es mit dem Bauvorhaben weitergeht, ist derzeit unklar.

Brehde betrachtet die Auseinander­setzung zudem aus historischer und philosophischer Perspektive. „Einerseits“, so Brehde, „ist das natürlich stets eine subjek­tive Haltung. Die damaligen Hafenarbeiter fanden zum Beispiel den Bau der Spei­cherstadt absolut nicht notwendig, heute gilt sie als Wahrzeichen Hamburgs. Dennoch liegt der Fall hier für mich anders. Und ich finde die Diskussion sehr interessant, warum Musikclubs immer noch als Vergnügungsstätten gelistet und damit beispielsweise mit Stripteaseclubs und Glücksspielhallen gleichgestellt werden? Das ist bei all der Musikgeschichte, die sich hier abgespielt hat, eine durchaus berechtigte Frage.“

 

Entdeckt das Fundbureau in 3D

 

Bewusst bietet Brehde die virtuellen Rundgänge von Fundbureau, Astra Stube und Waagenbau kostenlos auf seiner Webseite an. Besonders schön: Er hat nicht nur das authentische Club-­Flair mit Tags, Bühnen, Kreide­Speisekarten oder „FCK AFD“-Aufklebern eingefangen (Brehde: „Es freut mich doch immer wieder, so etwas zu sehen!“), sondern auch Lern­material in den 3D­-Räumen versteckt. So sind unter anderem Originalbilder des Baus der Sternbrücke aus dem Jahr 1926 zu sehen, um die historische Dimension des Ortes zu zeigen. „Mir geht es darum, die kulturelle Vielfalt sicht­bar zu machen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn dadurch eine Dis­kussion in Gang kommt, bei der sich auch Leute beteiligen, die nicht unbedingt in die Clubs gehen. Das Thema braucht eine größere Öffentlich­keit.“

Mit diesem Ansinnen rennt Brehde beim Clubkombinat, dem Verband der Hamburger Clubbetreiber, offene Tü­ren ein. „Für uns ist das eine sehr begrü­ßenswerte Aktion“, sagt Geschäftsführer Thore Debor (43). „Es ist eine neue Form, auf gefährdete Orte aufmerksam zu ma­chen, indem man sie virtuell historisiert.“ Zum Rückkehrrecht der Clubs nach einem eventuellen Neubau der Sternbrücke kann Debor noch keine Auskunft geben: „Da ist noch nichts endgültig entschieden.“

 

„Der besondere Charakter der Sternbrücke sollte unbedingt erhalten bleiben“

Kristina Sassenscheidt

 

Genau wie das Clubkombinat freut sich auch der Denkmalverein Hamburg über Brehdes Arbeit: „Ich finde es total eindrucksvoll, wie sich mit dieser Technik ganz neue Erzählformen entwickeln“, so Geschäftsführerin Kristina Sassenscheidt (42). „Man bekommt überraschende Ein­blicke, die weit über die Möglichkeiten ei­ner textlichen Beschreibung hinausgehen.“

Auf der Webseite des Vereins finden sich unter dem Stichpunkt „Gefährdet“ eine Reihe bedrohter Orte, darunter auch die Sternbrücke. Sassenscheidt: „Ich wohne gar nicht weit entfernt. Es ist einer der ur­bansten und vitalsten Stadträume in Ham­burg mit seiner speziellen Mischung aus Altbauten, unterschiedlichen Verkehrs­formen und dem pulsierenden Nachtle­ben. Der besondere Charakter dieses Ortes sollte unbedingt erhalten bleiben.“

Des­halb wurde Anfang März die „Initiative Sternbrücke“ gegründet, der auch der Denkmalverein angehört. Auch Brehde freut sich über die Initiative. Der Denk­malverein hat ihm bereits Tipps zu wei­teren gefährdeten Orten zukommen lassen, deren Einzigartigkeit er in virtuellen 3D-­Rundgängen der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen könnte. „Beim Grün­dungstreffen der Initiative waren über 50 Leute. Was sofort deutlich wurde, ist der große Wunsch nach Partizipation“, sagt Sassenscheidt. „Sowohl die Brücke als auch ihre gewachsene Umgebung halten wir alle für sehr wichtig.“

Mehr Infos und 3D-Rundgänge unter rundblick3.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2020. Das Magazin ist seit dem 28. März 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Club-Kataster: Musikspielstätten kartieren statt verlieren

Die Musikspielstätten der Stadt können dank des Clubkombinats Hamburg in Zukunft schwerer übersehen werden: Kürzlich ist mit dem Club-Kataster eine Art Stadtentwicklungs-Google-Maps zur Verortung der lokalen Clubszene online gegangen

Text: Levke Marie Nielsen

 

Über 10.00 Supporter der Petition zur Kampagne Future Music City forderten 2018 den Einsatz der Stadt Hamburg gegen drohendes Clubsterben, für den Erhalt von Kultur(frei)räumen und die Anerkennung des gesellschaftlichen Wertes von Musikclubs als soziale und kulturelle Orte.

Teile des Appells fanden bereits Gehör. Örtliche Politik wie Behörden investierten finanziell-strukturell und mit größerer Aufmerksamkeit in die Interessen der Clubmacher, Künstler, Musikliebhaber und eben auch manch ruhebedürftiger Anwohner. Hilfen für Lärmschutzmaßnahmen wurden bereitgestellt, einige Auflagen zumindest überdacht und Förderungen für Veranstaltungen aufgestockt. Doch viele Probleme bleiben – vor allem, wenn es um bisher vornehmlich Investoren orientierte Entscheidungen über Bauvorhaben im näheren Radius von Clubs geht und bei der Entwicklung von Nutzungskonzepten für Freiflächen Kultur nicht mitgedacht wird.

 

Ein Seismograf für die bedrohte Clublandschaft

 

Das Clubkombinat, Hüter Hamburger Musikspielstätten und deren Interessenvertretung, ruhte sich jedoch nicht auf dem ersten Erfolg der Kampagne aus, sondern schmiedete den nächsten Masterplan: ein Club-Kataster. „In Zeiten zunehmend verdichteter Städte und Flächenverwertungsdruck geraten Clubs immer mehr in Bedrängnis. Eine Stadt ist gut beraten, wenn sie sich einen Überblick über die Lage und die Entwicklung der Musikspielstätten verschafft“, so Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinats.

Beim diesjährigen Reeperbahn Festival wurde nun auf zwei Veranstaltungen das Tool von Experten diskutiert und vorgestellt, welches der Club-Lobby ein frühzeitiges Ein- und Mitmischen in Stadtentwicklung und -management erlauben soll – und zwar schon bevor die Abrissbirne bedrohlich vor der Nase der Clubbetreiber schwingt. Dafür wird eine digitale Stadtkarte mit Geodaten der Clubs gefüttert und in Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung fließen aktuelle Bebauungs- und Flächennutzungspläne ein. „Das Clubkombinat sammelt und pflegt die Daten und überträgt diese per Schnittstelle an den Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung, der die Daten dann einspeist“, erklärt Debor. Bevor Musikspielstätten eingetragen werden können, müssen sie die Informationen über sich freigeben. Sie erscheinen dann als kleine grüne Lautsprechersymbole.

Das Club-Kataster wird von der Kulturbehörde gefördert. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Musikclubs tragen das ganze Jahr zur Lebensqualität und kulturellen Vielfalt der Stadt bei. Mit dem Club-Kataster ist jetzt transparent, wo es überall Clubs in der Stadt gibt, um künftig schon im Planungsstadium mögliche Zielkonflikte zwischen Bauvorhaben und kultureller Nutzung zu lösen.“

 

Miteinander reden 2.0

 

Wie dies in der Praxis funktioniert erklärt Thore Debor so: „Aktuell erstellen wir einen automatischen Alarm, der eine Nachricht erzeugt, sobald bestehende Musikspielstätten von neuen Bebauungsplänen bedroht sind. So können wir die betroffenen Clubs informieren und deren Belange einholen.“ Das Kataster kann den Clubs als Empowerment-Werkzeug für eine datenbasierte Argumentation dienen und zwischen Immobilienplayern, Verwaltung und Kulturschaffenden vermitteln. Nur so könne angesichts der Nachverdichtung in Städten, Lärmbeschwerden und Verdrängung von Clubs an den Stadtrand – auch wegen steigender Mieten – vorgebeugt werden.

Beim Reeperbahn Festival stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Im Rahmen der Konferenz kamen Experten zum Thema „Integrierte Stadtentwicklung – Kultur goes Stadtplanung“ zusammen. Das Hamburger Club-Kataster habe bundesweit Vorbildcharakter. Till Kniola vom Kulturamt Köln bestätigte die Wichtigkeit aus Verwaltungssicht. Ein Äquivalent sei in der Domstadt ebenfalls in Planung. Für die Clubstadt Berlin existiert bereits eine Beta-Version. In Leipzig wird über ein umfassenderes Kultur-Kataster diskutiert, das Kultur in all seinen Bedeutungen und mit entsprechenden Veranstaltungsorten abbildet.

Doch egal, wo man hinschaut, die Mission lautet nicht nur Bewahrung des aktuellen Bestands, sondern idealerweise auch „potenzielle Eroberungs- und Erprobungsräume für die kreativen Szenen zu identifizieren und verfügbare Flächen in neuen Stadtquartieren zu etablieren“, so Thore Debor vom Clubkombinat. Architektin und Stadtgestalterin Julia Erdmann plädiert dafür, frühzeitig interdisziplinäre Perspektiven in den Planungsprozess miteinzubeziehen. Schon im Zuge der Ideenentwicklung für ein neues Quartier sollten alle Interessen im Stadtteil, auch die kulturellen, berücksichtigt werden. Beteiligung, so simpel es klingen mag, sei kein Selbstverständnis.

Übrigens: Musikspielstätten vergangener Tage werden im Hamburger Club- Kataster ebenfalls abgebildet. Denn auch die Analyse des Niedergangs könnte bei der Erhaltung aktueller und künftiger Clubstandorte helfen – und vielleicht lässt sich aus diesen Fällen für die Future Music City lernen.

clubkombinat.de/projekte/ club-kataster


szene-hamburg-november-2019Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, November 2019. Titelthema: Sexualität. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Rindchen schlemmt – im Bistro Carmagnole

Das Bistro Carmagnole serviert French Umami in der Schanze und ist eine aromensatte Bistroküche mit französisch pittoreskem Terrassenplatz

Text: Gerd Rindchen
Foto: Lars Heitmann

 

Für die Dokumentarreihe „Auf den Spuren seltener Sieger“ hat sich unser tapferes Rechercheteam wieder auf die Spuren einer sagenumwobenen Publikation begeben: Des „SZENE Gastro Guide Essen & Trinken 2019/2020“, in dem verdiente Schreibschaffende den Hamburger Gastrodschungel durchleuchten. Der Tabellenerste der Rubrik „Frankreich“, nett gelegen im pseudoschrabbelig gentrifizierten Schanzenviertel, bescherte dabei einen rundum beglückenden Abend, wie man ihn nicht alle Tage erlebt.

Lauschig unterm Laubbaum auf patinasattem, original französischen Bistrogestühl hockend wurde dem Chronisten schon mit der ersten Vorspeise eines jener grandiosen Geschmackserlebnisse zuteil, die man sein Lebtag nicht vergisst: Unter dem schlichten Namen „Tatar von Waldpilzen“ (10,50 Euro) nahten fein gehackte, toll gewürzte, perfekt einreduzierte geschmorte Pilze auf einer noch viel intensiveren, schlicht perfekten Pilzmousse. Umami pur! Dagegen verblasste naturgemäß das traditionelle Signature Dish des Hauses, die brave Artischocke (12 Euro).

 

Artischocke: Der Klassiker im Carmagnole

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Bistro Carmagnole (@bistro_carmagnole) am

 

In die gleiche Kerbe wie das Pilztatar haute der tolle, perfekt saftig gegarte Seeteufel mit ungemein geschmackvoll geschmortem Ragout aus heimischen alten Tomatensorten (24 Euro) – in all der gepflegten Langeweile, die in der gehobenen Hamburger Bistroküche zuweilen zu finden ist, fetzte auch dieser beherzte und großartige Gang wie ein Laserstrahl über den Gaumen.

Der zweite Hauptgang, ein klassisches Kalbsbries (27,50 Euro), setzte dagegen eher etwas introvertiertere geschmackliche Akzente. Von der kleinen, aber feinen Weinkarte mit vielen biodynamischen Tropfen tat sich der brave Sancerre (Flasche für 38 Euro) etwas schwer mit den Aromenwundern, dafür war aber der Chardonnay von den Bret Brothers aus dem südlichen Burgund (Flasche 45 Euro) jeden Cent wert und ein kongenialer Gegenspieler zum Essen. Insgesamt war der Carmagnole-Besuch eines der mit Abstand erfreulichsten kulinarischen Überraschungen des vergangenen Jahres – so macht Essen einfach Spaß!

Bistro Carmagnole: Juliusstraße 18 (Sternschanze)


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?