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Statements zum Kultursommer: „Wir sind wieder da!“

Mehr als 100 Hamburger Kulturkonzepte werden vom Senat im Rahmen des Hamburger „Kultursommers“ ge­fördert. Wir haben acht ­Veranstalter gefragt, welchen Stellenwert die Unterstützung für sie beim Kultur-Neustart hat

Protokolle: Erik Brandt-Höge & Marco Arellano Gomes

 

Kim Senger, Waldinsel Records

Das letzte Jahr durchzuhalten, war nicht einfach für die Kulturschaffenden auf und hinter den Bühnen. Umso mehr freue ich mich jetzt über die Förderung im Rahmen des Hamburger „Kultursommers“. Sie ermöglicht es mir, mit insgesamt acht Bands an 16 Orten in Hamburg Laster-Konzerte zu veranstalten – an bekannten, aber auch an unerwarteten Orten. Sobald die Bezirke ihre Genehmigung gegeben haben, werden die Termine auf meiner Website veröffentlicht. Auch außerhalb des „Kultursommers“ gibt es viele Anfragen für Laster-Konzerte. Hoffen wir mal, dass wir die Pandemie bald überstanden haben und Kultur wieder ohne Einschränkungen möglich ist.

waldinsel.com

 

Johannes Kirchberg, Kulturhaus Süderelbe

Das Kulturhaus Süderelbe freut sich riesig, dass der Hamburger „Kultursommer“ uns einen Wiedereinstieg ins Kulturleben ermöglicht. So können wir ein kleines, feines Festival anbieten und nach Monaten der Kulturlosigkeit unserem Publikum wieder begegnen und die Türen öffnen. Ohne die Unterstützung Hamburgs und der Behörde für Kultur und Bildung wäre es uns schlicht nicht möglich gewesen, ein so vielfältiges Programm zusammenzustellen und auch zu betreuen. Dafür von Herzen unser Dank. Wenn jetzt noch jemand einen heißen Draht zum Wetter hat, damit auch alles unter freiem Himmel stattfinden kann, dann wäre das ganz prima.

kulturhaus-suederelbe.de

 

Dörte Inselmann, Stiftung Kultur Palast Hamburg

Der Lockdown war für uns wie für alle Kulturschaffenden eine harte Durststrecke, insbesondere, weil wir überwiegend mit Kindern und Jugendlichen in prekären Lebenssituationen arbeiten. Umso mehr freuen wir uns jetzt, mithilfe von Neustart Kultur und dem Hamburger „Kultursommer“ sowie vielen weiteren Förderern unseren mittlerweile hamburgweit aktiven Kultur Palast wieder mit Leben zu erfüllen und etwas beizusteuern, dass diese Jugendlichen ihre Poten­ziale entfalten und mehr Bildungsgerechtigkeit erfahren können.

Die ganzen Sommerferien hindurch bieten wir unter dem Motto „Schönste Kulturaussichten“ zahlreiche Tanz-, Musik- und Gesangs-Camps für unterschiedliche Altersstufen an sowie ein vielfältiges Sommerprogramm für die Großen. Gleich nach den Ferien wird die Stadt eine Reise erleben, wie sie noch nie da war: Unser Musical „Planet Billstedt – a paradise for a better life“ sucht mit der jungen Generation nach Antworten auf die Frage „Wie wollen wir leben?“ Gestaltet wird das Stück an vier Standorten in Billstedt und Horn. Eine Reise in die Zukunft voller Ideen zu Klima, Diversität, mehr Grün in der Stadt und kultureller Vielfalt.

kph-hamburg.com

 

Claudia Mohr, Schroedingers

Wir freuen uns auf einen bunten Sommer voller kultureller Vielfalt, zauberschöner Momente mit fröhlichen Gesichtern und Lebensfreude auf und vor der Bühne in unserer wunderschönen grünen Oase unterm Fernsehturm. Kultur, im Besonderen Musik, ist ein fundamentaler Baustein für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gesellschaft.

Durch die strikten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ist dieser Baustein fast vollständig weggebrochen aus dem Alltag der Menschen. Deswegen freuen wir uns umso mehr, durch jedes Konzert, jeden Künstler und jede Künstlerin – ob DJs, Autoren, Bands oder Komiker –, Stück für Stück ein wenig Leben und Lebendigkeit zurückzugeben und unsere Gäste, Künstler und Künstlerinnen wieder zurück ins Leben und mentale Gleichgewicht zu bringen.

Einen besonderen Dank möchten wir der Hamburger Kulturbehörde und unserem Kultursenator Carsten Brosda aussprechen, die uns Kulturspielstätten durch strukturelle Förderung am Leben erhalten haben und auch mit vielen Förderprogrammen den Neustart überhaupt erst wieder möglich machen.

schroedingers.hamburg

 

Peter Rautenberg, Goldbekhaus

Die Kultur und die Kultschaffenden in Hamburg und anderswo schienen vergessen. Nicht so wichtig, eben nicht systemrelevant. Vergessen werden kann diese Demütigung einer ganzen Branche nicht, aber sie kann verziehen werden. Der Hamburger „Kultursommer“ ist ein erfreulicher Anfang und hilft der Kultur in Hamburg, ihr die Bedeutung zu geben, die sie verdient hat. Kultur ist unverzichtbar, gerade auch in Zeiten einer Pandemie. Jetzt kommen wir zurück, danke Kultur­behörde Hamburg!

goldbekhaus.de

 

Michael Frowin, Theaterschiff Hamburg

Der Kultursommer ist eine weitere großartige Initiative der Stadt Hamburg und ein sehr starkes Signal für den Neustart Kultur. Für uns als Theaterschiff bedeutet das, dass wir nicht nur vier Wochen früher in die nächste Saison starten, sondern auch eine Nachbarschaftsinitiative präsentieren können – gemeinsam mit der Katharinen-Kirche bringen wir verschiedene Künstler:innen und Gruppen auf unserer Bühne zusammen. Wir zeigen ein sehr buntes Sommerprogramm und rufen laut und fröhlich: Wir sind wieder da!

theaterschiff.de

 

Jana und Petja Pulkrabek, Move the North Festival

Wir glauben fest an die grenzüberschreitende Kraft von Kultur. Als Festival und Netzwerk möchten wir durch Austausch und Zusammenarbeit die nordischen Regionen zusammenwachsen lassen und neue Impulse setzen. Mit dem Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark entsteht eine neue Europäische Zukunftsachse und es ist wichtig, die Menschen über Kultur grenzübergreifend zusammenzuführen. Wenn die Wirtschaft der Motor einer Region ist, dann ist die Kultur ihre Seele.

Der Hamburger „Kultursommer“ ist ein positives Zeichen und ein Bekenntnis an die freie Szene. Wir freuen uns sehr über unsere Kooperation mit Paul Glaser vom English Theatre of Hamburg. Mit „Hamburger Kultur InterNational“ präsentieren Move the North und ETH ein zweiwöchiges Kulturprogramm, das neben einem deutsch-skandinavischen Fokus auch global internationale Brücken nach Hamburg schlägt; in sommerlich entspannter Atmosphäre und kostenfrei. Das ist sehr dänisch!

movethenorth.com

 

Michael Conrad, Alabama Kino (rechts im Bild)

Der Impuls von der Kulturbehörde, mit dem Hamburger „Kultursommer“ auf die Krise der Kulturbranche zu antworten, finden wir richtig, denn es gibt einen riesigen Bedarf für eine solche Anschubhilfe. Wir werden mit dem Writers’ Room Lesungen im Rahmen des Programms „Tears for Ears“ anbieten, das sich mit dem Kino beschäftigt. Dann gibt’s noch eine Lesung aus einem Buch von Kinky Friedman, den Schriftsteller und Musiker aus der alternativen texanischen Country-Szene. Ein weiteres Highlight ist der Film „Domenica“ von Peter Kern über die berühmteste Prostituierte der Stadt, die sich um die Rechte der Prostituierten verdient gemacht hat. Zudem planen wir ein großes Kinderprogramm an den Wochenenden. Das wird richtig schön.

alabama-kino.de

 

Matthias Elwardt, Zeise Open Air

Wir freuen uns, mit dem Zeise Open Air beim „Hamburger Kultursommer“ vertreten zu sein. Es ist großartig, dass die Stadt mit dieser Aktion die Kultur unterstützt, zusammenbringt und fördert. Wir bieten direkt vor unserem Filmprogramm in Kooperation mit der Buchhandlung Christiansen Lesungen sowie ein Kinderprogramm an. Die Lesungen starten um 18 Uhr, das Kinderprogramm um 15 Uhr – unter freiem Himmel im Innenhof des Altonaer Rathaus. Unter anderem sind der Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber („Die Kanditatin“) und Kübra Gümüsay („Sprache und Sein“) mit dabei.

Bei Erfolg – und wenn das Altonaer Rathaus mitspielt – kann man das in Zukunft sicher weitermachen. Das Open-Air Programm bringt frischen Wind in die Literaturszene – und am Abend folgt dann großes Kino.

zeise.de

 

Manja Malz, Metropolis

Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr den wunderschönen, denkmalgeschützten Innenhof des Museum für Hamburgische Geschichte im Rahmen des Sommernachtskinos bespielen zu können. Nach dem großen Publikumszuspruch im letzten Jahr und dem vielfachen Wunsch der Fortsetzung kuratieren wir erneut gemeinsam mit dem 3001 und dem B-Movie zehn Filmabende für das atmosphärisch sehr besondere Ambiente in der Museumskulisse.

Der Fokus liegt diesmal auf Stummfilmproduktionen der deutschen und internationalen Filmgeschichte, die zum großen Teil von Hamburger Musikern und Musikerinnen live vertont werden. Unsere Stummfilmkonzerte passen somit hervorragend zur Idee des Hamburger „Kultursommer“, Künstlern und Künstlerinnen aus Hamburg (wieder) eine große Bühne zu bieten.

Wir hoffen sehr, dass wir mit den Stummfilmnächten zeigen können, dass diese Kunst- und Erzählform auch 90 bis 100 Jahre später noch überraschend modern sein und begeistern kann. Und natürlich freuen wir uns insbesondere auf das Filmschauen in Gemeinschaft – was sicherlich eine Renaissance und eine ganz neue Konzentration erfahren wird.

metropoliskino.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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„Hamburg 2040“: Handelskammer Hamburg startet Podcast

„Hamburg 2040: Wie wollen wir künftig leben – und wovon?“: Der Podcast zur Standortstrategie Hamburg 2040 der Handelskammer Hamburg

Text: Erik Brandt-Höge

 

Lust auf einen Blick in die Zukunft der Stadt? Kein Problem! „Hamburg 2040: Wie wollen wir künftig leben – und wovon?“ ist der Podcast zur Standortstrategie Hamburg 2040 der Handelskammer Hamburg und bietet spannende Gespräche über künftige Herausforderungen. Norbert Aust (Unternehmer und Präses der Handelskammer) und Malte Heyne (Chef der Handelskammer) sind die Gastgeber.

Mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterhalten sie sich über das, was auf Hamburg zukommen könnte – und über dessen Finanzierung. In der ersten Podcast-Folge haben sie einen Gast, der gerade dabei ist, die Zukunft der Stadt vorzubereiten: den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher. Ihre Themen: die Zukunft der Hamburger Innenstadt und des Hafens sowie das Corona-Krisenmanagement des Senats.

Hört hier in die erste Folge rein:


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Anne: „Die Mitte von Konsequenz und Liebe finden“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anne begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Man sagt ja immer, wenn man die Erfahrung und das Wissen von heute schon ein paar Jahre früher gehabt hätte, dann würde man vieles anders machen. Bei mir ist es ähnlich. Wahrscheinlich hätte ich einige Dinge anders gemacht, gerade in der Erziehung meiner Kinder.

Ich bin sieben Jahre nach Kriegsende geboren, damals bekam ich eine Obrigkeitshörigkeit mit auf den Weg. Dinge wie Ordentlichkeit, Pünktlichkeit, Normalität waren entscheidend. Aber was heißt das denn? Ich habe das erst Jahre später genauer hinterfragt. Als meine Tochter geboren wurde, war ich Ende 20, da kam gerade das “Summerhill”-Modell heraus, die Idee einer antiautoritären Erziehung. Für mich bestand die Aufgabe darin, zwischen Autorität und Antiautorität einen guten Grad zu finden. Die Mitte von Konsequenz und Liebe zu finden. Leider habe ich das nie richtig hingekriegt. Dieses Obrigkeitsgehörige ist ganz stark in mir verwurzelt, ich habe als junge Mutter versucht dagegen anzukämpfen und tue es auch im Alter noch.

Heute ist das Verhältnis zu meiner Tochter sehr gut. Sie lebt mit ihrem Mann und meinem Enkel an der Ostsee. Mein Sohn ist vor drei Jahren gestorben. Er wurde 27.

Ich glaube, ich besitze die Gabe, mich aus Situationen herauszumanövrieren. Diese Zeit war schlimm, aber ich habe sie irgendwie überstanden. Auch weil ich viel gearbeitet habe und weil ich Menschen auf meiner Arbeit Gutes tue und ich mir im Gegenzug genauso. Ich bin Pflegehelferin.

 

Es sind die Berge, nicht die See

 

Ab Januar möchte ich aber erst einmal Pause von allem machen. Meine Schwester lebt in Spanien, unterhalb von Alicante. Dort will ich sie gerne ein paar Monate besuchen, weg von der Arbeit, von Hamburg, von der Familie und einfach mal für mich selbst da sein.

Ich war schon ein paar Mal in Spanien, auch mal in Thailand und in der Türkei. Am besten hat es mir aber tatsächlich im Schwarzwald gefallen. Da hatte ich so ein Gefühl, das ich erst im fortgeschrittenen Alter gespürt habe: Ich bin gar nicht so der See-Typ, obwohl ich aus Hamburg komme, sondern es sind die Berge, die ich noch viel toller finde.

Wenn Herz und Bauch im Einklang sind, dann ist es das richtige Gefühl. Ich habe gelernt, dass im Leben Wendungen kommen, dass man sich aber immer treu bleiben muss, nicht nach dem Wind gehen muss und auch nicht schauen muss, was der und der redet. Meine Erfahrungen und mein Wissen aus 69 Lebensjahren haben mich letztendlich gelehrt: Wenn ich Schuhe brauche und da fünf Paar Schuhe zur Auswahl stehen, dann kaufe ich das Paar, bei dem ich zuerst ein gutes Gefühl spüre.“


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Nachhaltigkeit: Was tust du fürs Klima?

Brennende Wälder und Meere voller Plastik: Die junge Generation hat das zu tragen, was ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern verbockt haben. Klimaschutz spielt für sie eine zunehmend große Rolle – Mission „Welt retten“

Umfrage: Ilona Lütje

 

Tim, 26, Trainee im Lebensmittelgroßhandel

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Die wohl einschneidendste Veränderung in meinem Leben war die Umstellung zu einer veganen Ernährung vor mehr als eineinhalb Jahren. Sie ist mein Beitrag für mehr Tierwohl, aber auch für eine bessere Zukunft in Bezug auf den Umweltschutz.

Darüber hinaus trage ich meine Klamotten, bis sie durch sind, und versuche nur neue zu kaufen, wenn ich sie tatsächlich benötige. Ich weiß aber auch, dass ich vor allem im Punkt Reisen, insbesondere beim Fliegen, noch Potenzial habe, CO2-Ausstoß einzusparen.

 

Lisa, 25, Studentin

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Ich ernähre mich seit meiner Kindheit vegetarisch. Seit einigen Jahren verzichte ich auf alle tierischen Produkte, nicht nur bei Lebensmitteln. Das mache ich für die Tiere und für die Umwelt. Gut für die Gesundheit ist die vegane Ernährung zum Glück auch.

Ansonsten fahre ich in Hamburg Fahrrad oder Bahn, ein Auto habe ich nicht. Ich versuche, keine neuen Klamotten zu kaufen. Wenn es wirklich notwendig ist, dann nur aus nachhaltiger Produktion oder Secondhand.

 

Laura, 23, Hebammenauszubildende

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Um einen Teil zum Klimaschutz beizutragen, achte ich generell auf eine nachhaltige Lebensweise. Dazu gehört, mein Konsumverhalten zu hinterfragen und anzupassen. Wenn ich Dinge neu kaufe, dann möglichst von kleineren Firmen, die vielleicht sogar einen sozialen Ansatz verfolgen. Ansonsten finde ich fast alles, was ich brauche in den Kleinanzeigen oder in Tauschgruppen über soziale Netzwerke. So weit es geht, kaufe ich Bio-Lebensmittel und verzichte auf Produkte von problematischen Großkonzernen.

Ich muss aber sagen, dass das nicht immer so einfach ist: Im Alltag habe ich oft keine Zeit, bei kleinen Händlern zu kaufen, geschweige denn das Geld. Im Rahmen meiner Möglichkeiten gebe ich aber mein Bestes, um das Klima zu schützen.

 

Lia, 15, Schülerin

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Ich trenne Müll und achte darauf, nirgendwo welchen liegen zu lassen. Meine Freunde und ich kaufen nur Obst aus der Region. Außerdem esse ich kaum Fleisch, benutze wiederbefüllbare Trinkflaschen und keine Plastiktüten. Und ich fahre viel Fahrrad.

 

Annelie, 30, Studentin

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Nachdem ich vor vier Jahren das erste Mal einen Kleidertausch besuchte, trat bei mir erstmals ein richtiger Nachhaltigkeitsgedanke ein. Mir wurde bewusst, wie viele Ressourcen allein durch die ständige Neuanschaffung von Kleidung einer jeden Person verschwendet werden, weshalb ich meine Kleidung seither nur noch secondhand oder über Kleidertauschbörsen besorge.

Ich würde mir wünschen, dass sich der allgemeine Konsumgedanke von „was will ich“ zu „was benötige ich wirklich“ verändern würde – das würde in der Masse schon viel Verschwendung vermeiden.

 

Fabio, 26, Management-Student

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An vielen Stellen im Alltag versuche ich, nachhaltiger zu leben: Ich spare Energie, ich fahre Fahrrad, setze auf Reparatur statt Neukauf und ernähre mich vegetarisch. Dies gibt mir das Gefühl, etwas Gutes für unsere Umwelt zu tun. Allerdings ist mir auch bewusst, dass sich solche Kleinigkeiten weniger positiv auf meinen ökologischen Fußabdruck als auf mein Gewissen auswirken.

Genau wie jeder Mensch mit einem mittleren bis hohen Lebensstandard nutze ich weit mehr Ressourcen als mir eigentlich zustehen. Um einen positiven Beitrag zu leisten, will ich selbst Produkte, Services oder Lösungen entwickeln, die einen echten positiven Impact haben.


 Sondermagazin SZENE HAMBURG NACHHALTIGKEIT, 2021. Das Magazin ist seit dem 7. Mai 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Meet the Resident – Usus

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Residents vor, diesmal: Usus von Step2 und WobWob  – präsentiert von hamburg elektronisch

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 

SZENE HAMBURG: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

UK Bassmusik: Wilde Mischung aus Garage, Jungle, Breaks, Dub(step), Halftime und am liebsten alles dazwischen.

Wann ist deine Lieblingsplaytime?

Die Abenddämmerung im Freien und sonst zwischen 2 und 5 Uhr.

Wann war dein letzter Gig vor Live-Publikum?

WobWob im Januar 2020.

Was war dein größter Moment als DJ?

Am schönsten waren immer spontane B2B-Sessions mit holprigen Übergängen am Ende der Nacht im Goldenen Salon (Hafenklang). Und natürlich der Fakt dieses Jahr mein erstes Vinyl Release in den Händen halten zu können!

 

Was ist für dich die Platte des Monats?

Proc Fiskal – Lothian Buses

Hast du einen Wochenend-Tipp im Club-Lockdown?

Lecker kochen, Musik machen oder anderweitig kreativ werden. Zum Beispiel mit Freunden ein eigenes Hörspiel kreieren.

 

Ein aktuelles Set von Usus hört ihr hier:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Unterstützung der Kultur: Barbara Kisseler Theaterpreis 2021

Der Barbara Kisseler Theaterpreis zeichnet dieses Jahr kreative Projektideen für den öffentlichen Raum aus

 

Zum fünften Mal wird der Barbara Kisseler Theaterpreis ausgelobt. Angepasst an die aktuelle Lage, wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-bedingten Schließungen der Häuser 2020/2021 keine abgeschlossene Produktion ausgezeichnet, sondern eine kreative Produktionsidee. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und ehrt Privattheater oder Freie Gruppen normalerweise für herausragende Leistungen der jeweiligen Spielzeit durch einen anonymen Juror – im Andenken an die im Oktober 2016 verstorbene Kultursenatorin.

„Diese Zeiten erfordern von uns allen neue Wege. Barbara Kisseler schätzte ungewöhnliche Ideen, wenn sie klug durchdacht waren. Sicher hätte ihr diese besondere Preisvergabe, die der flexiblen Unterstützung der Kultur in herausfordernden Zeiten dient, sehr gefallen“, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien.

 

Ausschreibung

 

Die Bewerber können sich bis zum 25. Mai 2021 mit ihrer Idee für eine Projektrealisierung im öffentlichen Raum (Open-Air-Veranstaltung) bei der Behörde für Kultur und Medien bewerben. Die Bewerbung muss Angaben zum Bewerber, zum Projektort, der Projektidee (max. 1.500 Zeichen) sowie zu Mitwirkenden enthalten. Anfang Juni folgt die Entscheidung des Jurors. Eine erste Umsetzung der ausgezeichneten Projektidee soll möglichst im August/September 2021 erfolgen, grundsätzlich sollten mindestens drei weitere Vorstellungen folgen. Das Bewerbungsformular steht zum Download auf der Website der Behörde für Kultur und Medien bereit. Die Bewerbung erfolgt per Mail an folgende Adresse: kb-theater@bkm.hamburg.de.

Die offizielle Auszeichnung der Projektidee ist für den 31. Oktober 2021 im Ernst Deutsch Theater geplant. Hier soll auch die verschobene Auszeichnung aus 2020, mit dem Preisträger Plattform Festival, nachgeholt werden. / HED


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Digitale Europawoche in Hamburg: Feier der Vielfalt

Vielfältige Veranstaltungen bei digitaler Europawoche in Hamburg

Text: Anna Meinke

 

Europa ist mehr als nur ein Wirtschaftsraum, mehr als ein Zusammenschluss von Staaten. Europa, vor allem die EU, das sind auch Werte, Normen und Ideen der Zusammenarbeit. Jedes Frühjahr wird diese Vielfalt gefeiert, und zwar mit der Europawoche. So auch in Hamburg.

Vom 1. bis 9. Mai laden rund 40 digitale Veranstaltungen zum Erleben, Informieren und Diskutieren ein. Das Themenspektrum ist dabei so breit wie spannend: Es geht unter anderem um die Zukunft transatlantischer Beziehungen zu den USA, um den Schutz von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit in der EU, um die Fluchtproblematik und die Situation an den europäischen Außengrenzen. Ergänzt wird das Programm unter dem Motto „Europäisch – digital – vielfältig“ um Filmvorführungen, virtuelle Ausstellungstouren und weitere Angebote wie einen europapolitischen Podcast.

„Die Europawoche bringt Europa nach Hamburg und Hamburg nach Europa. Die Corona-Pandemie und die Klimawende können wir nur gemeinsam bewältigen. Ich freue mich auf das abwechslungsreiche Programm mit einer Vielfalt europäischer Themen, Veranstaltungen und Debatten“, so Staatsrätin Almut Möller.

 

Gemeinsamer Austausch

 

Die verschiedenen Perspektiven zeigen, dass Europa vor großen Herausforderungen steht. Hamburg nimmt diese Herausforderungen als Anlass, den Blick für eine Woche nach Europa zu richten, Fragen zu stellen und in einen gemeinsamen Austausch zu treten. „Zusammenhalt und Zusammenarbeit in Europa sind wichtig, um gemeinsam die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen“, so Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Er lädt dazu ein, die vielen Facetten Europas kennenzulernen.

hamburg.de/europawoche


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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„Tour d’Amour“: Kulturbranche sammelt Sachspenden für Moria

Mit der „Tour d’Amour“ kommen Sachspenden in Nightlinern zu Notleidenden nach Moria und Lipa

Text: Anna Meinke

 

Die Kulturbranche steht still – und mit ihr all die Nightliner, Vans und Busse, die auf ihren nächsten Einsatz warten. Doch nun kommt Bewegung ins Spiel: Die Tour d’Amour soll ungenutzte Transportmittel wiederbeleben, um Sachspenden in die Flüchtlingslager nach Moria und Lipa zu bringen.

So wollen die Köpfe hinter Tour d’Amour – mit tatkräftiger Unterstützung durch mehr als 100 Künstlerinnen und Künstler wie Deichkind, Frittenbude, Thees Uhlmann, Tocotronic und Hundreds sowie in Kooperation mit Initiativen wie LeaveNoOneBehind und dem Hamburger Hilfskonvoi – ein Zeichen für mehr Solidarität setzen und auf die menschenunwürdigen Verhältnisse in den Lagern auf europäischem Boden aufmerksam machen.

 

Hafenklang macht mit

 

Am 27. März öffnen von 12 bis 18 Uhr deutschlandweit sechs Clubs ihre Türen, um die Sachspenden entgegenzunehmen. In Hamburg mit dabei: das Hafenklang. Anschließend werden die Spenden von den Bussen abgeholt, an Organisationen des Bündnisses GrenzenloseHilfe.de übergeben und vom #LeaveNoOneBehind-Netzwerk in die Lager gebracht. Wer Bock hat, die Tour d’Amour zu supporten, kann dies nicht nur mit einer Spende tun. Auch helfende Hände werden dringend gebraucht, um die Busse zu beladen.

tourdamour.eu


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Prof. Dr. med. Andreas Plettenberg über Corona-Impfungen

Prof. Dr. med. Andreas Plettenberg ist Geschäftsführer und ärztlicher Leiter des ifi-Instituts für interdisziplinäre Medizin. Neben der Betreuung seiner Patienten organisiert und moderiert er Kongresse, publiziert Fachbücher, hat an diversen infektiologischen Leitlinien mitgearbeitet und Therapie-Apps für Infektionskrankheiten entwickelt. Ein Expertengespräch

Interview: Markus Gölzer

 

SZENE HAMBURG: Prof. Dr. med. Andreas Plettenberg, sind Sie schon geimpft?

Prof. Dr. med. Andreas Plettenberg: Nein, leider noch nicht.

Was wäre der Impfstoff der Wahl?

Wahrscheinlich würde ich den Impfstoff von Astra-Zeneca erhalten, weil ich noch unter 65 bin. Wäre ich über 65, würde ich den Impfstoff von Biontech oder Moderna bekommen. Dies hängt allerdings auch von anderen Faktoren wie der Verfügbarkeit oder von Organisationsfragen ab.

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„Hamburg hat es bisher gut gemacht“: Prof. Dr. med. Plettenberg

Gibt es bessere und schlechtere Corona-Impfstoffe?

Alle Impfstoffe sind gut, wobei sie Unterschiede aufweisen. Diese betreffen die Herstellungsweise, die Wirksamkeit, die Nebenwirkungen, die Lagerung, die Impfintervalle und auch die Datenlage der Zulassungsstudien.

In Deutschland sind derzeit zwei sogenannte mRNA-Impfstoffe zugelassen, von Biontech und Moderna. Darüber hinaus ein Vektorimpfstoff, von AstraZeneca. Da die Zulassungsstudien unterschiedlich angelegt waren, sind die Ergebnisse nicht eins zu eins vergleichbar.

Der Impfstoff von Astra-Zeneca ist weniger wirksam und wird bei uns nur bei Personen unter 65 angewendet. Er scheint auch bei der süd-afrikanischen Variante weniger wirksam zu sein. Aber er hat auch Vorteile, zum Beispiel die einfachere Lagerung. Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen geimpft werden. Mit welchem Impfstoff, ist dabei zweitrangig.

Gibt es einen besonders vielversprechenden Kandidaten in Erprobung?

Es sind über 150 Corona-Impfstoffe in Erprobung. Wir werden also noch viele Überraschungen erleben. Bei unseren drei bisher zugelassenen Impfstoffen sind immer zwei Impfungen erforderlich. Unter den vielen Kandidaten befindet sich zum Beispiel einer, von Johnson & Johnson, bei dem eine einmalige Impfung ausreichen soll. Es gibt aber daneben auch viele andere interessante Kandidaten.

 

„Viel zu Impfungen geforscht“


War von Anfang an klar, dass man einen Impfstoff findet oder gab es Befürchtungen, dass man nicht impfen kann wie bei HIV?

Für mich war dies nicht von Anfang an klar. Vor allem nicht, dass in so kurzer Zeit so viele Impfstoffe gefunden werden. Ich hatte dabei schon das Beispiel von HIV vor Augen, wo mittlerweile mehr als 20 Jahre nach einem Impfstoff gesucht wird und trotzdem kein wirklich geeigneter verfügbar ist.

Früher dauerte die Entwicklung eines Impfstoffs Jahrzehnte. Warum ging es diesmal so schnell?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst einmal wurde während der letzten zehn Jahre sehr viel zu Impfungen geforscht, unter anderem auch speziell zu Corona-Impfungen, zum Beispiel gegen MERS. Darauf konnte aufgebaut werden. Alle Nationen sind betroffen. Dementsprechend haben sich sehr viele Forschungsgruppen damit beschäftigt und es hat dabei viele internationale Kooperationen gegeben.

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass wir uns aktuell mitten in einer Pandemie befinden, also sehr viele Infektionen haben. Um schnell aussagekräftige Daten zu haben, braucht man genau das: viele Probanden und viele Infektionen. Das Zulassungsprozedere durch die Behörden geschah außergewöhnlich schnell und die Finanzen spielen im Vergleich zu anderen Studien eher eine untergeordnete Rolle. All dies zusammen hat dazu geführt, dass so schnell Impfstoffe verfügbar sind.

 

„Den Mutanten kommt eine besondere Bedeutung zu“

 

Kann man Langzeitschäden ausschließen?

Es liegt in der Natur der Sache, je schneller die Impfstoffe zur Zulassung gebracht werden, umso weniger Daten zu Nebenwirkungen liegen vor. Insbesondere mögliche Langzeitnebenwirkungen können noch gar nicht bekannt sein. Wichtig dabei ist, dass die Probanden, die an den Studien teilgenommen haben, anschließend über Jahre nachbeobachtet werden. Das Wissen um Nebenwirkungen wächst also ständig.

Das Entscheidende für mich ist, dass unter dem Strich die positiven Effekte einer Impfung mögliche negative Effekten überwiegen.

Es gibt jede Menge Impfmythen: Gefahr für Allergiker, mRNA-Impfstoffe verändern die DNA, Impfungen sind toxisch. Was ist da dran, womit muss dringend aufgeräumt werden?

Dazu könnte ich ganz viel sagen, wobei wohl Zeit und Platz in ihrer Zeitschrift fehlt. Um es kurz zu sagen: Es gibt jede Menge Fehlinformationen im Netz.

Welche Rolle spielen Mutationen?

Den Mutationen kommt in der Tat eine besondere Bedeutung zu. Mutationen der Viren können dazu führen, dass sich die Eigenschaften der Viren ändern und dass Impfstoffe weniger wirksam werden. Aber, auf der anderen Seite, können Impfstoffe auch entsprechend angepasst werden.

Was würden Sie Impfgegnern gern mal sagen?

Es sind schon so viel Menschen auf der Welt an Corona verstorben, dass allein dadurch viele Argumente der Coronaverleugner und Impfgegner widerlegt sind. Wir können die Pandemie nur besiegen, wenn wir lernen und unser Wissen gezielt einsetzen. Vor allem ist dabei Verstand und Objektivität gefordert. Emotionen aus dem Bauch heraus verhindern den klaren Blick dafür, was erforderlich ist und helfen kann.

Warum gibt es bei Masern eine Impfpflicht, bei Corona nicht?

Bei Masern ist die Situation eine andere, die Infektion gibt es schon ganz lange und ebenso die Impfstoffe. Und es gibt bei Masern auch keinen generellen Impfzwang, sondern nur für bestimmte Gruppen. Für Corona hat Bundesgesundheitsminister Spahn eine Impfpflicht ausgeschlossen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es dazu noch erneut zu Diskussionen kommen wird, zum Beispiel zu einer Impfpflicht für bestimmte Gruppen. Zunächst wird aber abzuwarten sein, wie viele sich überhaupt freiwillig impfen lassen.

 

Der Katalog der Reihenfolge

 

Senioren werden zuerst geimpft. Warum impft man nicht zunächst junge Menschen, die mobiler sind?

Die Senioren werden zunächst geimpft, da bei Ihnen die Infektionen viel schlimmer verlaufen und deutlich mehr daran versterben.

Welche Kriterien entscheiden, in welcher Reihenfolge geimpft wird?

Da haben viele Spezialisten zusammengewirkt und unter Berücksichtigung vieler Kriterien den Katalog der Reihenfolge festgelegt. Ich glaube, es geht in erster Linie darum, bei begrenzten Impfstoffmengen einen möglichst großen Nutzen durch die Impfungen für die Gesellschaft zu erzielen.

Warum nicht schnell viele Menschen einmalig mit geringerem Schutz impfen statt langsamer mit zwei Impfungen?

Wichtig ist vor allem, dass ein möglichst anhaltender Impfschutz erzeugt wird. Wenn dafür zwei Impfungen erforderlich sind, sollte auch zweimal geimpft werden. Anderenfalls wäre der positive Effekt der Impfungen schnell verpufft und damit ist uns nicht geholfen.

Wann wird es genügend Impfstoff für alle geben?

Ich kann leider nicht in die Zukunft sehen. Wenn alles gut läuft, sollten im Laufe des zweiten Halbjahres alle Impfwilligen in Deutschland geimpft werden können. Dies hängt aber von vielen Faktoren ab, die wir noch nicht alle überblicken.

Wird es irgendwann möglich sein, sich beim Hausarzt impfen zu lassen?

Ich gehe davon aus, dass, wenn mehr Impfstoff verfügbar ist, auch Hausärzte impfen werden. Sicher nicht alle, aber einige.

Wie denken Sie über Erleichterungen für Geimpfte?

Eine schwierige Frage, die Gegenstand kontroverser Diskussionen ist. Aktuell halte ich nichts davon. Voraussetzung für Erleichterungen müsste sein, dass ausreichend Impfstoffe für alle Impfwilligen verfügbar sind. Ansonsten würden mögliche Erleichterungen die gesellschaftliche Solidarität gefährden. Es müsste unter anderem auch geklärt sein, dass Geimpfte die Infektion nicht in nennenswertem Maße weitergeben. Ich denke, es ist für diese Diskussion einfach noch zu früh.

 

„Hamburg hat es unter dem Strich bisher gut gemacht“

 

Tragen reiche Länder wie Deutschland Sorge, dass auch ärmere Länder zu ihrer Impfung kommen?

Die Pandemie betrifft den gesamten Globus und wir werden sie nur besiegen können, wenn alle Länder an einem Strang ziehen. Insofern ist es für die reichen Länder sehr wichtig, dass auch in den ärmeren Ländern geimpft wird.

Wie ist Hamburg aufgestellt?

Es ist organisatorisch sehr schwierig, eine ganze Großstadt zu impfen. Ich finde, Hamburg hat es unter dem Strich bisher gut gemacht.

Was waren die größten Erfolge in der Impfgeschichte? Was die größten Fehlschläge?

Der größte Erfolg war für mich 1980 die Ausrottung der Pocken. Der größte Fehl- schlag? Für mich persönlich Impfungen gegen HIV, wobei unsere Einrichtung selber an vielen Studien teilgenommen hat. Trotz jahrzehntelanger intensiver Forschung steht weiterhin kein Impfstoff zur Verfügung.

Hat Sie der Siegeszug von Corona überrascht?

Nein, eigentlich nicht. Dass irgendwann eine Pandemie mit irgendeinem Erreger auftreten wird, war schon lange zu erwarten. Meine Befürchtung war, dass dies ein Virus mit höherer Sterblichkeit sein wird, was noch um ein Vielfaches schlimmer sein könnte.

 

Ein schwieriger Job

 

Ist vorstellbar, dass mal ein Virus kommt, der ansteckend ist wie Corona und tödlich wie Ebola?

Leider ja, dies ist möglich. Ich hoffe, dass ich dies nicht erleben werde.

Wird die Pandemie jemals enden oder alljährlich wie bei der Grippe eine Corona-Saison kommen?

Das kann heute noch niemand absehen. Es ist wahr- scheinlich, dass wir in Zukunft mit diesen Viren leben müssen, wie wir auch mit anderen Coronaviren leben. Ich hoffe, dass nicht jedes Jahr neu geimpft werden muss. Dies hängt unter anderem davon ab, was bei den Mutationen noch alles passiert.

Wie finden Sie das Pandemie-Management des Gesundheitsministers?

Ein sehr schwieriger Job. Ich finde, er hat es bisher gut gemacht. Es ist immer einfach, Kritik zu üben. Es dürfte schwierig sein, es besser zu machen.

ifi-medizin.de


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Corona-Rückblick: Was bisher geschah

Zwölf Monate Corona liegen hinter uns – und damit allerhand pandemisches Stadtgeschehen. Wir fassen einmal per Fotostrecke zusammen

Texte: Marco Arellano Gomes, Ulrich Thiele, Erik Brandt-Höge
Fotos: SZENE HAMBURG

 

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April
Ab 27. April 2020 gilt: Wer in den Öffis und im Einzelhandel unterwegs ist, muss eine Maske tragen. Genauer: eine Mund-Nasenbedeckung. Seitdem hängen die Stofffetzen, die das Infektionsgeschehen eindämmen sollen, in selbst genähten Varianten in jedem Kiosk. So weit, so gut. Allerdings führte der Erlass der Gesundheitsbehörde bei einigen Bürgern zu, nun ja, eigenwilligen Interpretationen. Während sich manche auf grobgestrickte Wollschals mit münzgroßen Luftlöchern verließen, vergaßen andere einfach mal die „Nasen“ in Mund-Nasenbedeckung. Erst seit 22. Januar dieses Jahres wurde dem ein Ende bereitet, als das Tragen von medizinischen Masken Pflicht wurde.

 

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corona-hamburg-Mai-Credit-SZENE-HAMBURG

Mai
Im Mai 2020 war – wie in fast allen Monaten des Jahres – nicht nur sprichwörtlich alles neu. Trotz des Topwetters gab es keine großen Open-Air- Sausen, keine Grillerei in XXL-Runde, ja schlichtweg nichts, was mit großen Menschenansammlungen zu tun haben könnte. Immerhin: In kleinen Grüppchen und mit Abstand ließ sich die Sonne noch genießen, so wie hier an der Alster nahe des Winterhuder Fährhauses.

 

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August
Im August war eine gewisse Gelassenheit zu spüren. Erstmals war es wieder möglich, Veranstaltungen zu besuchen. Die obligatorischen Masken durften am Platz sogar abgenommen werden, wie hier bei einer Filmvorführung historischer Hamburg-Werbefilme aus den 1920er Jahren mit dem Titel „Roaring Twenties“ im überdachten, aber luftdurchlässigen Hof des Museums für Hamburgische Geschichte. Im Rückblick zeigten Abende wie dieser, wie sehr es den Menschen fehlt zusammenzukommen, um gemeinsam etwas zu erleben.

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September
„Was wir fürs Reeperbahn Festival vorbereitet haben, ist sehr vernünftig“, so RBF-Geschäftsführer Alexander Schulze im Vorfeld des Club- Festivals, das vom 16. bis 19. September stattfand – dank eines tatsächlich ziemlich ausgeklügelten Sicherheits- und Hygienekonzepts. In kurz: Weniger Besucher, die sich überall ein und auscheckten, sich die Hände desinfizierten und Abstand hielten.

 

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November
2. November: Der zweite Teil-Lockdown mit Schließungen in Gastronomie und Kultur beginnt. Clubs, die mit mühevoll erarbeiteten Sicherheits- und Hygienekonzepten im August wieder eröffnet hatten, müssen nun wieder alles runterfahren. Acht Wochen lang hatte etwa der Nochtspeicher Konzerte vor einem sitzenden Publikum von 60 Personen veranstaltet – jede Show war ausverkauft. Rentiert hat sich das nicht, doch Nochtspeicher-Chef Constantin von Twickel ging es vor allem darum, endlich wieder Kultur stattfinden zu lassen. „Das zeigt das große Interesse an Kunst und Kultur, das Vertrauen in uns und den Bedarf daran! Kultur ist lebenswichtig und Balsam für die Seele“, resümierte der Club auf seiner Facebook-Seite einen Tag vor dem erneuten Lockdown.
Andere Clubs haben gar nicht erst wiedereröffnet. Für Logo-Geschäftsführer Eberhard Gugel zum Beispiel kam es überhaupt nicht in die Tüte, Konzerte unter Pandemie-Bedingungen wieder stattfinden zu lassen. „Rock ’n’ Roll und Sitzplätze – das passt für mich nicht zusammen“, sagte er damals SZENE HAMBURG im Interview. Dank Spenden, Überbrückungshilfen und Rücklagen können Clubs wie das Logo überleben, aber wie lange noch gespendet wird und der Staat einspringt, steht in den Sternen. „Ich glaube, wenn im Laufe des nächsten Jahres kein Impfstoff gefunden wird, dass man sich von Clubkonzerten ernsthaft verabschieden muss“, sagte Gugel im November. Also, 2021: Let there be Impfstoff!

 

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Februar 2021
Plötzlich Sonne, über 15 Grad, bestes Shoppingwetter – aber es gibt keine Shoppingmöglichkeiten. Die City ist dicht. Menschenleer. Während an Nicht-Corona-Samstagen die Läden gestürmt werden, bleiben sie an diesem, Ende Februar, komplett leer. Eine Geisterstadt, möchte einer meinen, der aus einer fernen Galaxie eingeflogen kommt. Leider normal derzeit, wissen Hamburger. Der Einzelhandel muss weiterhin auf Kundschaft warten.


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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